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Matheson Automobile Company

ehemaliger US-amerikanischer Automobilhersteller
Matheson Motor Car Company
Matheson Automobile Company
Rechtsform Company
Gründung 1903
Auflösung 1913
Sitz Wilkes-Barre, Pennsylvania, USA
Branche Automobile

Matheson Automobile Company, vorher Matheson Motor Car Company, war ein US-amerikanischer Hersteller von Automobilen.[1][2]

UnternehmensgeschichteBearbeiten

Die Brüder Charles Walter und Frank F. Matheson gründeten 1903 die Matheson Motor Car Company. Der Sitz war zunächst in Grand Rapids in Michigan. Sie kauften die Holyoke Automobile Company auf und übernahmen auch deren Konstrukteur Charles G. Greuter. Sie begannen im gleichen Jahr mit der Produktion von Automobilen. Der Markenname lautete Matheson. Bereits in den ersten zwölf Monaten entstanden 60 Fahrzeuge.

1904 zogen sie nach Holyoke in Massachusetts und im März 1906 nach Wilkes-Barre in Pennsylvania. 1907 entstanden rund 300 Fahrzeuge. Nach dem Weggang von Greuter im Jahre 1908 war zunächst L. D. Kenan und danach A. M. Dean der Konstrukteur. 1909 waren etwa 400 Personen beschäftigt. Finanzielle Probleme führten im Juli 1910 zur ersten Insolvenz, im November 1910 zur Umfirmierung in Matheson Automobile Company und im Dezember 1912 zur zweiten Insolvenz.

1912 endete die Produktion. Insgesamt entstanden etwa 900 Fahrzeuge. 1913 wurde das Unternehmen aufgelöst.

FahrzeugeBearbeiten

Alle Fahrzeuge bis 1908 hatten einen Vierzylindermotor. Dann kamen Sechszylindermotoren dazu. Im letzten Jahr entfielen die Vierzylindermodelle. Anfangs wurde auf Kettenantrieb gesetzt. Die Sechszylindermodell hatten Kardanantrieb und die letzten Vierzylindermodelle ab 1910 auch.

Von 1903 bis 1904 gab es den 24 HP. Der Motor leistete 24 PS. Das Fahrgestell hatte 244 cm Radstand. Der Aufbau war ein offener Tourenwagen mit sieben Sitzen.

1905 wurde bei diesem Modell der Radstand auf 269 cm verlängert. Außerdem erschien mit dem gleichen Radstand als siebensitzige Limousine der 40 HP mit einem 40-PS-Motor.

1906 gab es den 40/45 HP mit 284 cm Radstand und den 60/65 HP mit 300 cm Radstand. Sie waren als siebensitzige Tourenwagen karosseriert.

1907 bestand das Sortiment aus dem 35 HP mit 312 cm Radstand und dem 50 HP mit 328 cm Radstand. Runabout mit zwei Sitzen sowie Tourenwagen, Limousine und Landaulet mit jeweils sieben Sitzen standen zur Wahl. Außerdem wird ein 60 HP als Tourenwagen genannt.

1908 wurde das Angebot auf das mittlere Modell beschränkt. Der Radstand wurde auf 325 cm gekürzt. Das Karosserieangebot blieb unverändert.

1909 wurde daraus der Four. Das Landaulet entfiel. Neu war der Six mit einem Sechszylindermotor, der ebenfalls 50 PS leistete. Der Radstand war mit 319 cm etwas kürzer. Überliefert sind nur Tourenwagen mit fünf und mit sieben Sitzen.

1910 gab es das Vierzylindermodell Model E. Der Roadster fiel weg. Das Sechszylindermodell wurde Model M genannt. Zur Wahl standen Toy Tonneau mit vier und mit fünf Sitzen, Tourenwagen mit fünf Sitzen und Limousine mit sieben Sitzen.

1911 wurde das Vierzylindermodell Big Four genannt. Die Karosserien als Tourenwagen, Toy Tonneau, Limousine und Landaulet boten jeweils Platz für sieben Personen. Das Sechszylindermodell wurde zum Silent Six. Genannt sind Model 18 als fünfsitziger Tourenwagen und als viersitziger Toy Tonneau und Model 23 als sechssitzige Limousine. Außerdem gab es das Model 18 mit 343 cm Radstand als Tourenwagen.

1912 sind für den Silent Six beide Radstände bekannt. Im Angebot standen ein Open Touring, fünf- und siebensitzige Tourenwagen mit vorderen Türen, viersitziger Toy Tonneau, zweisitziger Speedster, sechssitzige Limousine, sechssitziges Landaulet, siebensitzige Demi-Limousine mit vorderen Türen, siebensitzige Limousine mit vorderen Türen, zweisitziger Roadster, viersitziger Cruiser und eine weitere siebensitzige Limousine.

ModellübersichtBearbeiten

Jahr Modell Ausführung Zylinder Leistung (PS) Radstand (cm) Aufbau
1903–1904 24 HP 4 24 244 Tourenwagen 7-sitzig
1905 24HP 4 24 269 Tourenwagen 7-sitzig
1905 40 HP 4 40 269 Limousine 7-sitzig
1906 40/45 HP 4 40/45 284 Tourenwagen 7-sitzig
1906 60/65 HP 4 60/65 300 Tourenwagen 7-sitzig
1907 35 HP 4 35 312 Runabout 2-sitzig, Tourenwagen 7-sitzig, Limousine 7-sitzig, Landaulet 7-sitzig
1907 50 HP 4 50 328 Runabout 2-sitzig, Tourenwagen 7-sitzig, Limousine 7-sitzig, Landaulet 7-sitzig
1907 60 HP 60 Tourenwagen
1908 50 HP 4 50 325 Tourenwagen 7-sitzig, Runabout 2-sitzig, Limousine 7-sitzig, Landaulet 7-sitzig
1909 Four 4 50 325 Tourenwagen 7-sitzig, Roadster 2-sitzig, Limousine 7-sitzig
1909 Six 6 50 319 Tourenwagen 5-sitzig und 7-sitzig
1910 Model E 4 50 325 Tourenwagen 7-sitzig, Limousine 7-sitzig
1910 Model M 6 50 319 Toy Tonneau 4-sitzig und 5-sitzig, Tourenwagen 5-sitzig, Limousine 7-sitzig
1911 Big Four 4 50 325 Tourenwagen 7-sitzig, Toy Tonneau 7-sitzig, Limousine 7-sitzig, Landaulet 7-sitzig
1911 Silent Six Model 18 6 50 319 Tourenwagen 5-sitzig, Toy Tonneau 4-sitzig
1911 Silent Six Model 18 6 50 343 Tourenwagen
1911 Silent Six Model 23 6 50 319 Limousine 6-sitzig
1912 Silent Six 6 50 319 und 343 Open Tourenwagen, Fore-Door Tourenwagen 5-sitzig und 7-sitzig, Toy Tonneau 4-sitzig, Speedster 2-sitzig, Limousine 6-sitzig, Landaulet 6-sitzig, Fore-Door Demi-Limousine 7-sitzig, Fore-Door Limousine 7-sitzig, Roadster 2-sitzig, Cruiser 4-sitzig, Limousine 7-sitzig

MotorsportBearbeiten

Die Fahrzeuge wurden auch im Motorsport eingesetzt. Genannt werden die Fahrer Louis Chevrolet, Ralph DePalma, Frank Lescault und Ralph Mongini.

LiteraturBearbeiten

  • Beverly Rae Kimes, Henry Austin Clark Jr.: Standard catalog of American Cars. 1805–1942. Digital Edition. 3. Auflage. Krause Publications, Iola 2013, ISBN 978-1-4402-3778-2, S. 937–939 (englisch).
  • George Nicholas Georgano (Hrsg.): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 2: G–O. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 971 (englisch).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Matheson Automobile Company – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Beverly Rae Kimes, Henry Austin Clark Jr.: Standard catalog of American Cars. 1805–1942. Digital Edition. 3. Auflage. Krause Publications, Iola 2013, ISBN 978-1-4402-3778-2, S. 937–939 (englisch).
  2. George Nicholas Georgano (Hrsg.): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 2: G–O. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 971 (englisch).