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Nico Rosberg

deutsch-finnischer Automobilrennfahrer
Nico Rosberg
Nico Rosberg (2016)
Nation: DeutschlandDeutschland Deutschland
Formel-1-Weltmeisterschaft
Startnummer: 6
Erster Start: Großer Preis von Bahrain 2006
Letzter Start: Großer Preis von Abu Dhabi 2016
Konstrukteure
2006–2009 Williams • 2010–2016 Mercedes
Statistik
WM-Bilanz: Weltmeister (2016)
Starts Siege Poles SR
206 23 30 20
WM-Punkte: 1594,5
Podestplätze: 57
Führungsrunden: 1.535 über 7.598,0 km

Nico Erik Rosberg ([ˈrɔsbɛɐ̯k]; * 27. Juni 1985 in Wiesbaden) ist ein ehemaliger deutsch-finnischer Automobilrennfahrer. Als Sohn des finnischen Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg und einer Deutschen hält er beide Staatsbürger­schaften, spricht allerdings kein Finnisch.[1] Er trat bis Ende 2003 mit finnischer und ab 2004 mit deutscher Rennlizenz an.

Er gewann 2005 die GP2-Serie und startete ab dem Jahr 2006 in der Formel 1. 2012 gelang ihm als siebentem Fahrer mit deutscher Lizenz ein Grand-Prix-Sieg bei einem Formel-1-Weltmeisterschaftslauf. Von 2010 bis 2016 stand er bei Mercedes unter Vertrag. 2016 wurde er als dritter mit deutscher Lizenz startender Fahrer Formel-1-Weltmeister. Wenige Tage nach dem Gewinn seiner Weltmeisterschaft gab er bekannt, seine Karriere in der Formel 1 zu beenden.[2]

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

Anfänge im Motorsport (1996–2002)Bearbeiten

 
Rosberg in der deutschen Formel BMW 2002

Nico Rosberg saß mit sechs Jahren zum ersten Mal in einem Kart. Seine Motorsportkarriere begann er 1996 im Kartsport. Er startete mit finnischer Rennlizenz in diversen Kart-Meisterschaften. 2000 wurde er hinter Lewis Hamilton Vizeeuropameister in der Formel A. 2000 und 2001 nahm er an der Weltmeisterschaft in der Kategorie Formel Super A teil.

2001 erfolgte zudem Rosbergs Debüt im Formelsport. Er nahm an drei Rennen des iberischen Formel BMW Cups teil. 2002 wechselte Rosberg vollständig in den Formelsport und trat für das Team Rosberg, den Rennstall seines Vaters, in der deutschen Formel BMW an. Er wurde vom Musiksender VIVA dokumentarisch begleitet und gesponsert.[3] Daher firmierte sein Team unter dem Namen VIVA Racing. Rosberg gewann neun von zwanzig Rennen und wurde mit 264 Punkten Meister vor Maximilian Götz, der 183 Punkte erzielt hatte. Seinen Teamkollegen Christian Bakkerud, der mit 37 Punkten 15. wurde, schlug er deutlich. Darüber hinaus absolvierte Rosberg 2002 im Alter von 17 Jahren für Williams seinen ersten Formel-1-Test.[4]

Formel 3 (2003–2004)Bearbeiten

2003 wechselte Rosberg in die neugegründete Formel-3-Euroserie. Er trat erneut für das Team Rosberg an. Der Rennstall verwendete Motoren von Opel. Sein Teamkollege war Andreas Zuber. Nachdem er bereits zweimal auf dem Podium gestanden hatte, erzielte er beim ersten Lauf in Le Mans seinen ersten Sieg, der zugleich sein einziger Sieg in diesem Jahr blieb. Er stand bei zwei weiteren Rennen auf dem Podest. In der Meisterschaft erreichte er mit 44 Punkten den achten Rang. Damit schlug er seinen Teamkollegen Zuber, der mit zwei Punkten 24. war, deutlich. Im Rookie-Cup, in dem nur Fahrer gewertet wurden, die zuvor noch nie in einer Formel-3-Meisterschaft gefahren waren, wurde Rosberg Zweiter hinter Christian Klien. Darüber hinaus nahm Rosberg 2003 an drei Formel-3-Einzelveranstaltungen teil. Eine bestritt er für das Team Rosberg, zwei für Carlin. Außerdem nahm er erneut für Williams an Formel-1-Testfahrten teil.

2004 wechselte Rosberg seine Rennlizenz und trat fortan als Deutscher zu den Rennen an. Zunächst gewann er die Winterserie der spanischen Formel-3-Meisterschaft für das Team Rosberg. Anschließend absolvierte er die Formel-3-Euroserie-Saison 2004 für den familiären Rennstall. Rosberg gewann die beiden ersten Rennen in Hockenheim sowie ein Rennen auf dem Nürburgring. Mit insgesamt fünf Podest-Platzierungen schloss er die Saison auf dem vierten Gesamtrang ab. Mit 70 zu 0 Punkten distanzierte er seinen Teamkollegen Zuber deutlich. Darüber hinaus nahm Rosberg für das Team Rosberg an drei Formel-3-Einzelveranstaltungen teil. Dabei wurde er hinter Hamilton Zweiter beim Bahrain Superprix. Neben seinen Formel-3-Renneinsätzen absolvierte er weitere Formel-1-Tests für Williams.

GP2-Serie (2005)Bearbeiten

2005 wechselte Rosberg in die neugegründete GP2-Serie zu ART Grand Prix. Er wurde Teamkollege von Alexandre Prémat, der im Jahr zuvor Vizemeister der Formel-3-Euroserie geworden war. Nach zwei dritten Plätzen bei den Hauptrennen in Monte Carlo und auf dem Nürburgring, gelang ihm beim Sprintrennen in Magny-Cours sein erster GP2-Sieg. Bei den folgenden Hauptrennen in Silverstone und Hockenheim gewann er von der Pole-Position startend weitere Male. Nachdem er bei den folgenden vier Veranstaltungen fünfmal das Podium erreicht hatte, gelang ihm in as-Sachir als erstem Fahrer überhaupt, beide GP2-Rennen zu gewinnen. Rosberg entschied die Meisterschaft schließlich mit 120 zu 105 Punkten gegen Heikki Kovalainen für sich. Er hatte damit fast doppelt soviele Punkte wie sein Teamkollege geholt. Prémat belegte mit 67 Punkten den vierten Gesamtrang. Darüber hinaus war Rosberg in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2005 Testfahrer bei Williams.

Formel 1 (2006–2016)Bearbeiten

Williams (2006–2009)Bearbeiten

 
Rosberg im Williams beim Großen Preis von Kanada 2006

2006 trat Rosberg für Williams erstmals in der Formel 1 an. Er wurde Teamkollege von Mark Webber. Der Rennstall setzte Motoren von Cosworth ein. Bei seinem ersten Formel-1-Rennen in Bahrain ging Rosberg vom zwölften Startplatz ins Rennen. Nach einer Kollision in der ersten Runde und einem Reparaturstopp fiel er ans Ende des Feldes zurück. Rosberg begann eine Aufholjagd und kam schließlich auf dem siebten Platz ins Ziel. Damit erzielte er bereits bei seinem Debütrennen zwei Punkte. Rosberg fuhr zudem die schnellste Rennrunde und wurde damit zum jüngsten Fahrer, dem dies gelang. Im Alter von 20 Jahren, 8 Monaten und 13 Tagen löste er Fernando Alonso ab, der bei seiner ersten schnellsten Runde 21 Jahre, 10 Monate und 17 Tage alt war. Beim fünften Rennen, dem Großen Preis von Europa, wurde Rosberg ein weiteres Mal Siebter. Bei diesem Rennen ging er vom letzten Startplatz aus ins Rennen. Weitere Punkteplatzierungen gelangen Rosberg, der bei drei weiteren Rennen in die Top-10 fuhr, nicht. Bei der Hälfte aller Rennen erreichte Rosberg nicht das Ziel. Mit vier Punkten lag Rosberg am Saisonende auf dem 17. Platz in der Fahrerweltmeisterschaft. Damit unterlag er intern Webber, der mit sieben Punkten 14. war.

2007 bestritt Rosberg seine zweite Formel-1-Saison für Williams, die nun Toyota-Motoren verwendeten. Nachdem Webber den Rennstall verlassen hatte, wurde Alexander Wurz Rosbergs neuer Teamkollege. Beim Saisonauftakt in Australien wurde Rosberg erneut Siebter. Beim darauf folgenden Großen Preis von Malaysia fiel er 14 Runden vor Rennende mit einem technischen Defekt aus. Ein sechster Platz in Spanien war seine einzige weitere Punkteplatzierung in der ersten Saisonhälfte. In der zweiten Saisonhälfte gelangen Rosberg insgesamt fünf Punkteplatzierungen. Ein vierter Platz beim letzten Rennen in Brasilien war sein bestes Ergebnis. Zwar gelang Wurz, der für das letzte Rennen durch Kazuki Nakajima ersetzt wurde, mit einem dritten Platz eine Podest-Platzierung, in der Fahrerwertung setzte sich Rosberg intern dennoch mit 20 zu 13 Punkten durch und verbesserte sich auf den neunten Platz. Rosberg wurde im Qualifying nur einmal von Wurz geschlagen.

 
Rosberg bei Testfahrten in Silverstone 2008

2008 blieben Rosberg und Nakajima bei Williams. Bereits beim Saisonauftakt, dem Großen Preis von Australien, gelang Rosberg mit dem dritten Platz seine erste Podest-Platzierung in der Formel 1. Zwar gelang ihm im weiteren Saisonverlauf mit einem zweiten Platz in Singapur ein noch besseres Resultat, in der Gesamtwertung fiel er jedoch auf den 13. Platz zurück, da er nur bei drei weiteren Rennen als Achter in die Punkteränge kam. Mit 17 zu 9 Punkten entschied Rosberg das interne Duell gegen Nakajima für sich.

 
Nico Rosberg im Williams FW31 bei Testfahrten in Jerez im März 2009

Auch in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 bildeten Rosberg und Nakajima das Williams-Fahrerduo. Wie in allen vorherigen Saisons gelang Rosberg auch in diesem Jahr beim Saisonauftakt in Australien mit dem sechsten Platz eine Punkteplatzierung. Rosberg erreichte in der Saison zwar keine Podest-Platzierung, beendete jedoch elf von siebzehn Rennen in den Punkterängen. Zur Saisonmitte gelang es ihm bei acht aufeinanderfolgenden Grands Prix, Punkte zu erzielen. Sein bestes Ergebnis – zwei vierte Plätze – erzielte er in Deutschland und Ungarn. Rosberg beendete die Saison auf dem siebten Rang, der seine beste Gesamtplatzierung mit Williams war. Mit 34,5 zu 0 Punkten gewann Rosberg das interne Duell gegen Nakajima. Zum Ende der Saison verließ Rosberg Williams nach vier Jahren als Einsatzfahrer.[5]

Mercedes (2010–2016)Bearbeiten

2010Bearbeiten
 
Rosberg fuhr in Malaysia 2010 erstmals als Mercedes-Pilot auf das Podest

2010 wechselte Rosberg zu Mercedes Grand Prix. Der Rennstall war aus dem Weltmeisterteam Brawn hervorgegangen und Mercedes trat damit erstmals seit 1955 als Konstrukteur auf.[6] Rosbergs Teamkollege wurde Michael Schumacher, der in die Formel 1 zurückkehrte. Bei den Großen Preisen in Malaysia, China und Großbritannien stand Rosberg als Dritter auf dem Podium. Es waren die einzigen Podest-Platzierungen von Mercedes in diesem Jahr. Beim Großen Preis von Ungarn fiel Rosberg durch einen Zwischenfall in der Boxengasse aus. Seinem Team missglückte sein Boxenstopp, und er verlor sein rechtes Hinterrad in der Boxengasse. Das Rad sprang durch die Boxengasse und verletzte einen Williams-Mechaniker. Er musste das Rennen infolge des Zwischenfalls beenden und erreichte zum ersten Mal in der Saison nicht das Ziel.[7] Rosberg kam nur bei vier Rennen nicht in die Top-10, wobei er dabei dreimal nicht ins Ziel kam. Rosberg belegte am Saisonende den siebten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft. Das teaminterne Duell gegen Schumacher entschied er mit 142 zu 72 Punkten deutlich für sich.

2011Bearbeiten

In der Formel-1-Weltmeisterschaft 2011 bildete Rosberg erneut das Mercedes-Fahrerduo mit Schumacher.[8] Nachdem er die ersten zwei Rennen ohne Punkte geblieben und er damit erstmals bei Saisonauftakt nicht in die Punkteränge gefahren war, führte Rosberg das Rennen in China für mehrere Runden an und kam auf dem fünften Platz ins Ziel. Während Rosberg bei den ersten sieben Rennen nur dreimal in die Top-10 kam, verpasste er bei den restlichen zwölf Rennen nur durch einen Ausfall einmal die Top-10. Beim Großen Preis von Ungarn startete Rosberg zum 100. Mal zu einem Formel-1-Rennen. Teamintern setzte er sich erneut mit 89 zu 76 Punkten gegen Schumacher durch, obgleich Schumacher mit einem vierten Platz das beste Ergebnis für Mercedes in diesem Jahr erzielt hatte. Rosberg schloss die Weltmeisterschaft zum dritten Mal in Folge als Siebter ab.

2012Bearbeiten

2012 bestritt Rosberg seine dritte Saison an der Seite Schumachers bei Mercedes. Beim ersten Rennen in Australien verpasste er nach einer Berührung und einem daraus folgenden Reifenschaden in der letzten Runde Punkte und kam auf dem zwölften Platz ins Ziel. Beim Qualifying zum Großen Preis von China erzielte Rosberg seine erste Pole-Position in der Formel 1. Er erreichte als 96. Fahrer eine Pole-Position in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Einen Tag später erzielte er in seinem 111. Rennen den ersten Formel-1-Sieg. Rosberg ist der 103. Sieger eines Formel-1-Grand-Prix.[9] Beim Großen Preis von Monaco erzielte er mit einem zweiten Platz eine weitere Podest-Platzierung. Im internen Duell gegen Schumacher war das Qualifying- und Rennduell ausgeglichen, nachdem Rosberg diese Vergleiche in den Vorjahren stets für sich entschieden hatte. In der Gesamtwertung setzte sich Rosberg mit 93 zu 49 Punkten dennoch verhältnismäßig deutlich gegen Schumacher durch und erreichte den neunten Rang.

2013Bearbeiten

2013 blieb Rosberg bei Mercedes.[10] Mit Hamilton erhielt er einen neuen Teamkollegen. Beim Saisonauftakt in Australien schied Rosberg mit technischen Problemen aus. Eine Woche später in Malaysia hatte er in der Schlussphase Chancen auf eine Podest-Platzierung. Allerdings wurde ihm mehrfach von der Teamleitung zu verstehen gegeben, dass er Hamilton, der auf Platz drei lag, nicht angreifen solle. Er kam auf dem vierten Platz ins Ziel. Beim vierten Rennen in Bahrain erzielte Rosberg die Pole-Position. Im Rennen verlor er jedoch einige Positionen und wurde Neunter. Ein Rennen später, beim Großen Preis von Spanien startete Rosberg ein weiteres Mal von der Pole-Position. Im Rennen erreichte er den sechsten Platz. Auch im folgenden Rennen in Monaco erzielte Rosberg die Pole-Position. Im Vergleich zu den vorherigen zwei Grands Prix gelang es ihm diesmal aber, die Führung durchgängig zu behalten und das Rennen zu gewinnen. Zwei Rennen später in Großbritannien folgte sein zweiter Saisonsieg. Er profitierte dabei von einem Reifenschaden seines Teamkollegen Hamilton sowie von einem technischen Defekt Sebastian Vettels. Beim Großen Preis von Indien wurde Rosberg Zweiter. Eine Woche später in Abu Dhabi kam er auf dem dritten Platz ins Ziel. Rosberg beendete die Saison auf dem sechsten Platz in der Fahrerwertung. Mit 171 zu 189 Punkten unterlag er intern Hamilton.

2014Bearbeiten
 
Rosberg beim Großen Preis von Singapur 2014

2014 bildeten Rosberg und Hamilton erneut das Fahrerduo von Mercedes. Rosberg wählte bei der Einführung der permanenten Startnummern die #6. Mit dieser Startnummer gewann sein Vater Keke Rosberg 1982 die Formel-1-Weltmeisterschaft.[11] Beim Saisonauftakt in Australien gelang Rosberg ein dominanter Start-Ziel-Sieg. Beim darauf folgenden Rennen in Malaysia wurde er Zweiter hinter Hamilton. Dieses Resultat wiederholte sich eine Woche später in Bahrain, wo Rosberg Hamilton mehrfach unter Druck setzte, sowie in China und Spanien. Er führte die Weltmeisterschaft die ersten vierten Rennen an und verlor die Führung beim fünften Rennen an Hamilton. Beim sechsten Rennen, dem Großen Preis von Monaco erzielte Rosberg von der Pole-Position startend seinen zweiten Saisonsieg und übernahm damit wieder die Führung in der Weltmeisterschaft. Im folgenden Grand Prix in Kanada lag Rosberg die meisten Runden in Führung. Er hatte ein Problem mit seinem Motor und wurde drei Runden vor Schluss von Daniel Ricciardo überholt. Zwei Wochen später gewann Rosberg den Großen Preis von Österreich. Beim darauf folgenden Grand Prix in Großbritannien schied Rosberg in Führung liegend mit einem Technikschaden aus. Zwei Wochen später entschied Rosberg sein Heimrennen, den Großen Preis von Deutschland, für sich. Beim Großen Preis von Belgien beschädigte sich Rosberg bei einer Kollision mit Hamilton den Frontflügel. Nachdem er durch einen Reparaturstopp einige Positionen verloren hatte, kam er auf dem zweiten Platz ins Ziel. Ein Rennen später in Italien übernahm Rosberg beim Start die Führung vor Hamilton, wurde im Rennverlauf jedoch von seinem Teamkollegen überholt und wurde Zweiter. Im folgenden Rennen, dem Großen Preis von Singapur schied Rosberg mit einem technischen Defekt aus. Damit verlor er die Führung in der Weltmeisterschaft. Bei den nächsten drei Rennen in Japan, Russland und den USA wurde er Zweiter. Beim darauf folgenden Großen Preis von Brasilien schaffte es Rosberg, Hamilton hinter sich zu halten und das Rennen zu gewinnen. Vor dem letzten Rennen in Abu Dhabi hatten nur noch Rosberg und Hamilton Titelchancen, wobei Rosberg den Titel nicht mehr aus eigener Kraft gewinnen konnte. Er verlor bereits beim Start die Führung an Hamilton und bekam während des Rennens technische Probleme. Rosberg fuhr außerhalb der Punkteränge auf Platz 14 ins Ziel. Damit unterlag er Hamilton schließlich mit 317 zu 384 Punkten und wurde Zweiter in der Weltmeisterschaft. Mercedes gewann 2014 vorzeitig die Konstrukteursweltmeisterschaft.

2015Bearbeiten

2015 absolvierte Rosberg seine sechste Formel-1-Saison für Mercedes. Beim Saisonauftakt in Australien wurde er Zweiter hinter Hamilton, beim zweiten Rennen in Malaysia Dritter und anschließend in China erneut Zweiter. Beim vierten Rennen, dem Großen Preis von Bahrain verlor Rosberg in der Schlussphase mit technischen Problemen den zweiten Platz und wurde erneut Dritter. Im folgenden Grand Prix in Spanien erzielte Rosberg seine erste Pole-Position und seinen ersten Sieg der Saison. Im nächsten Rennen, dem Großen Preis von Monaco, gewann Rosberg erneut. Es war sein dritter Monaco-Sieg in Folge. Er profitierte dabei von einem zusätzlichen Stopp seines Teamkollegens Hamilton, der dadurch die Führung verlor. Beim nächsten Rennen in Kanada wurde er Zweiter. Beim darauf folgenden Großen Preis von Österreich übernahm Rosberg beim Start die Führung und gewann das Rennen. Beim Großen Preis von Japan erzielt er seine zweite Pole-Position der Saison. Er verlor jedoch bereits beim Start die Führung an Hamilton und wurde hinter ihm Zweiter. Auch beim darauf folgenden Rennen in Russland startete Rosberg vom ersten Platz und schied nach einem technischen Defekt in der Anfangsphase aus. Beim anschließenden Großen Preis der USA entschied Rosberg das Qualifying für sich und erzielte seine 19. Pole-Position, womit er die meisten Pole-Positions der Fahrer ohne Weltmeistertitel erreicht hatte und den Rekord von René Arnoux brach. Im Rennen passierte Rosberg in der Schlussphase in Führung liegend ein Fehler und er fiel auf den zweiten Platz zurück. Eine Woche später gewann Rosberg den Großen Preis von Mexiko von der Pole-Position startend. Die anschließenden Rennen in Brasilien und Abu Dhabi entschied er ebenfalls von der Pole-Position für sich. Wie im Vorjahr wurde Rosberg hinter seinem Teamkollegen Hamilton Gesamtzweiter. Er unterlag ihm mit 322 zu 381 Punkten.

2016Bearbeiten
 
Nico Rosberg in Monaco
 
Rosberg neben Lewis Hamilton beim Großen Preis von Malaysia 2016

2016 blieben Rosberg und Hamilton bei Mercedes. Er startete mit einem Sieg in Australien in die Saison. Damit wurde Rosberg zum einzigen Fahrer ohne Weltmeistertitel, der vier Rennen in Folge gewonnen hat. Seine Siegesserie baute er mit Siegen in Bahrain, China und Russland weiter aus. Beim fünften Rennen, dem Großen Preis von Spanien, schied Rosberg in der ersten Runde in Führung liegend nach einer Kollision mit Hamilton aus. Nach einem siebten Platz in Monaco und einem fünften Platz in Kanada entschied Rosberg den Großen Preis von Europa für sich. Beim darauf folgenden Rennen in Österreich kollidierte Rosberg in der Schlussphase in Führung liegend mit seinem Teamkollegen Hamilton und fuhr noch auf dem vierten Platz ins Ziel. Eine Woche später wurde Rosberg Dritter beim Großen Preis von Großbritannien. Ursprünglich kam er auf dem zweiten Platz ins Ziel. Wegen einer Zeitstrafe aufgrund einer nicht zulässigen Fahranweisung fiel er jedoch um eine Position zurück.[12]

Im Vorfeld des nächsten Grand Prix in Ungarn verlängerten Rosberg und Mercedes ihren Vertrag bis zum Ende der Formel-1-Weltmeisterschaft 2018. Die Verhandlungen für Rosberg führte dabei Gerhard Berger.[13] Im Rennen in Ungarn verlor Rosberg mit einem zweiten Platz hinter Hamilton die Weltmeisterschaftsführung an seinen Teamkollegen. Anschließend wurde er Vierter in Deutschland, während Hamilton das Rennen für sich entschied. Nach der Sommerpause gewann Rosberg den Großen Preis von Belgien mit einem Start-Ziel-Sieg und darauf die Großen Preise von Italien und Singapur. Damit übernahm er erneut die Führung in der Weltmeisterschaft. Beim anschließenden Rennen in Malaysia wurde Rosberg zu Beginn des Rennens von Vettel gedreht und fiel ans Ende zurück. Er fuhr im Rennen noch auf den dritten Platz vor und da sein Teamkollege Hamilton mit einem Motorschaden ausgefallen war, baute er seine Weltmeisterschaftsführung weiter aus. Eine Woche später gewann Rosberg den Großen Preis von Japan. Bei den darauf folgenden Rennen in den USA, in Mexiko und Brasilien wurde er jeweils Zweiter hinter Hamilton.

Als Führender in der Fahrerweltmeisterschaft ging Rosberg in das letzte Saisonrennen, den Großen Preis von Abu Dhabi. Dort reichte ihm ein zweiter Platz hinter Hamilton zu seinem ersten Titelgewinn. Rosberg setzte sich mit 385 zu 380 Punkten gegen Hamilton durch. Zusätzlich zu seiner Fahrerweltmeisterschaft gewann Rosbergs Mercedes-Team in diesem Jahr erneut die Konstrukteursweltmeisterschaft. Rosberg ist damit nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel der dritte für Deutschland startende Fahrer und nach diesen beiden und Jochen Rindt[Anm. 1] der vierte Pilot mit deutscher Staatsbürgerschaft, der Formel-1-Weltmeister wurde. Zudem gewann mit ihm zum zweiten Mal nach Damon Hill 20 Jahre zuvor ein Sohn eines Formel-1-Weltmeisters ebenfalls diesen Titel.

Am 2. Dezember 2016 gab Nico Rosberg auf der FIA-Pressekonferenz anlässlich seines Titelgewinns seinen Rücktritt als Formel-1-Fahrer bekannt.[14]

PrivatesBearbeiten

Nico Rosberg ist der Sohn des finnischen Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg und der Deutschen Gesine Rosberg (geborene Gleitsmann-Dengel). Er wuchs in Wiesbaden und auf Ibiza, überwiegend aber in Monaco auf, wo er auch wohnt. Rosberg spricht fließend Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch; jedoch kein Finnisch. Er besitzt sowohl die finnische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Bis 2003 trat Rosberg mit finnischer Rennlizenz an, seit 2004 startet er mit einer deutschen.

Seit 2014 ist er mit Vivian Sibold verheiratet, mit der er eine 2015 geborene Tochter hat.[15]

SonstigesBearbeiten

Wie aus den Panama Papers hervorgeht, hat Rosberg keinen direkten Vertrag mit Mercedes. Alle Zahlungen gehen an eine Briefkastenfirma. Rosbergs Anwalt bestätigte die Existenz einer Firma auf den Britischen Jungferninseln, deren Zweck „haftungsrechtliche Fragen“ sowie die Möglichkeit, „international zu agieren“, seien.[16]

Nico Rosberg ist auch als Triathlet aktiv und trainiert damit seine Ausdauer. So belegte er 2010 in Kitzbühel beim Rennen über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) in 2:07:23 Stunden den 43. Rang.[17][18]

StatistikBearbeiten

KarrierestationenBearbeiten

  • 2005: Formel 1 (Testfahrer)
  • 2006: Formel 1 (Platz 17)
  • 2007: Formel 1 (Platz 9)
  • 2008: Formel 1 (Platz 13)
  • 2009: Formel 1 (Platz 7)
  • 2010: Formel 1 (Platz 7)
  • 2011: Formel 1 (Platz 7)
  • 2012: Formel 1 (Platz 9)
  • 2013: Formel 1 (Platz 6)
  • 2014: Formel 1 (Platz 2)
  • 2015: Formel 1 (Platz 2)
  • 2016: Formel 1 (Weltmeister)

Einzelergebnisse in der Formel-3-EuroserieBearbeiten

Jahr Team Motor 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Punkte Rang
2003 Team Rosberg Opel Deutschland  HO1 Italien  ADR Frankreich  PAU Deutschland  NOR Frankreich  LMS Deutschland  NÜR Osterreich  SPI Niederlande  ZAN Deutschland  HO2 Frankreich  MAG 44 8.
DNF 3 DNF 2 15 17 8 DNF 1 11 DNF 3 8 3 18 8 7 14 6 DNF
2004 Team Rosberg Opel Deutschland  HO1 Portugal  EST Italien  ADR Frankreich  PAU Deutschland  NOR Frankreich  MAG Deutschland  NÜR Niederlande  ZAN Tschechien  BRN Deutschland  HO2 70 4.
1 1 DNF 4 5 DNF DNF DNF 4 17 6 2 1 3 DNF DNS 4 11 8 8

Einzelergebnisse in der GP2-SerieBearbeiten

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Punkte Rang
2005 ART Grand Prix Italien  ITA Spanien  ESP Monaco  MON Deutschland  GER Frankreich  FRA Vereinigtes Konigreich  GBR Deutschland  GER Ungarn  HUN Turkei  TUR Italien  ITA Belgien  BEL Bahrain  BRN 120 1.
8 DNF 9 4 3 3 4 7 1 1 4 1 4 5 2 17 3 2 2 3 5 1 1

Statistik in der Formel-1-WeltmeisterschaftBearbeiten

Diese Statistik umfasst alle Teilnahmen des Fahrers an der Formel-1-Weltmeisterschaft.

GesamtübersichtBearbeiten

Stand: Saisonende 2016

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
2006 Williams F1 Team Williams FW28 Cosworth 2.4 V8 18 1 4 17.
2007 AT&T Williams Williams FW29 Toyota 2.4 V8 17 20 9.
2008 AT&T Williams Williams FW30 Toyota 2.4 V8 18 1 1 17 13.
2009 AT&T Williams Williams FW31 Toyota 2.4 V8 17 1 34,5 7.
2010 Mercedes GP Petronas F1 Team Mercedes MGP W01 Mercedes-Benz 2.4 V8 19 3 142 7.
2011 Mercedes GP Petronas F1 Team Mercedes MGP W02 Mercedes-Benz 2.4 V8 19 89 7.
2012 Mercedes AMG Petronas F1 Team Mercedes F1 W03 Mercedes-Benz 2.4 V8 20 1 1 1 2 93 9.
2013 Mercedes AMG Petronas F1 Team Mercedes F1 W04 Mercedes-Benz 2.4 V8 19 2 1 1 3 171 6.
2014 Mercedes AMG Petronas F1 Team Mercedes F1 W05 Hybrid Mercedes-Benz 1.6 V6 Turbo 19 5 10 11 5 317 2.
2015 Mercedes AMG Petronas F1 Team Mercedes F1 W06 Hybrid Mercedes-Benz 1.6 V6 Turbo 19 6 7 2 7 5 322 2.
2016 Mercedes AMG Petronas F1 Team Mercedes F1 W07 Hybrid Mercedes-Benz 1.6 V6 Turbo 21 9 5 2 8 6 385 1.
Gesamt 206 23 25 9 30 20 1594,5

Grand-Prix-SiegeBearbeiten

EinzelergebnisseBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
2006                                                
7 DNF DNF 11 7 11 DNF 9 DNF 9 14 DNF DNF DNF DNF 11 10 DNF            
2007                                                
7 DNF 10 6 12 10 16 9 12 DNF 7 7 6 6 DNF 16 4              
2008                                                
3 14 8 DNF 8 DNF 10 16 9 10 14 8 12 14 2 11 15 12            
2009                                                
6 8 15 9 8 6 5 5 4 4 5 8 16 11 5 DNF 9              
2010                                                
5 5 3 3 13 7 5 6 10 3 8 DNF 6 5 5 17* DNF 6 4          
2011                                                
DNF 12 5 5 7 11 11 7 6 7 9 6 DNF 7 10 8 6 6 7          
2012                                                
12 13 1 5 7 2 6 6 15 10 10 11 7 5 DNF DNF 11 DNF 13 15        
2013                                                
DNF 4 DNF 9 6 1 5 1 9 19* 4 6 4 7 8 2 3 9 5          
2014                                                
1 2 2 2 2 1 2 1 DNF 1 4 2 2 DNF 2 2 2 1 14          
2015                                                
2 3 2 3 1 1 2 1 2 8 2 17* 4 2 DNF 2 1 1 1          
2016                                                
1 1 1 1 DNF 7 5 1 4 3 2 4 1 1 1 3 1 2 2 2 2      
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

EhrungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nico Rosberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Der in Mainz geborene Jochen Rindt hatte die deutsche Staatsbürgerschaft, startete aber ausschließlich mit österreichischer Rennlizenz.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Paul Weaver: Nico Rosberg is finding his German identity as he pressures Hamilton. The Guardian, 4. Juli 2014, abgerufen am 1. Mai 2016.
  2. F1-Weltmeister Rosberg erklärt Rücktritt. In: news.ORF.at. 2. Dezember 2016, abgerufen am 2. Dezember 2016.
  3. „Formel-1-Countdown 2008: Nico Rosberg“. Motorsport-Total.com, 28. Februar 2008, abgerufen am 28. Februar 2008.
  4. „Formel 1: Rosberg junior steigt ins BMW-Williams-Cockpit“. spiegel.de, 31. Oktober 2002, abgerufen am 21. November 2014.
  5. „Rosberg bestätigt Abschied von Williams“. Motorsport-Total.com, 29. Oktober 2009, abgerufen am 29. Oktober 2014.
  6. „Rosberg: Endlich wieder ein Deutscher im Silberpfeil!“ Motorsport-Total.com, 23. November 2009, abgerufen am 23. November 2009.
  7. „Mercedes: Aufregung in und neben der Boxengasse“. Motorsport-Total.com, 1. August 2010, abgerufen am 1. August 2010.
  8. „Haug: ‚Auch 2011 mit Schumacher/Rosberg‘“. Motorsport-Total.com, 30. September 2010, abgerufen am 30. September 2010.
  9. „Rosberg: Siebter deutscher und dritter Vater/Sohn-Sieger“. Motorsport-Total.com, 15. April 2012, abgerufen am 15. April 2012.
  10. „2012 im Silberpfeil: Rosberg bleibt bei Mercedes“ (Motorsport-Total.com am 10. November 2011)
  11. Robert Seiwert: „Formel 1 – Neue Startnummer-Regel: Wünsch dir was!“ Motorsport-Magazin.com, 14. Dezember 2013, abgerufen am 12. Januar 2014.
  12. Ruben Zimmermann: Verstoß gegen Funkverbot: Nico Rosberg verliert Rang zwei! Motorsport-Total.com, 10. Juli 2016, abgerufen am 10. Juli 2016.
  13. Philipp Schajer, Robert Seiwert: Formel 1 - Offiziell: Rosberg verlängert Vertrag bei Mercedes. Motorsport-Magazin.com, 22. Juli 2016, abgerufen am 30. Oktober 2016.
  14. Nico Rosberg beendet Formel-1-Karriere. Spiegel Online, 2. Dezember 2016, abgerufen am 2. Dezember 2016.
  15. Annika Kläsener: „Formel 1 – Rosberg hat seine Verlobte geheiratet“. Formel 1 – Rosberg hat seine Verlobte geheiratet. Motorsport-Magazin.com, 11. Juli 2014, abgerufen am 11. Juli 2014.
  16. sueddeutsche.de
  17. Rosberg glänzt bei Triathlon-Debüt (14. August 2010)
  18. Rosberg auf dem Weg zum Iron-Man (14. Januar 2012)