Euroformula Open

Rennserie
Logo der Euroformula Open

Die Euroformula Open (2001–2008 spanische Formel-3-Meisterschaft, 2009–2013 European F3 Open) ist eine Formelrennserie, die mit Formel-3-Rennwagen ausgetragen wird. Die Serie wird vom spanischen Vermarkter GT Open veranstaltet. Die Serie ging aus der spanischen Formel-3-Meisterschaft hervor, deren erste Saison 2001 stattfand. Seit 2009 versteht sich die Serie als europäische Meisterschaft und findet auf Strecken in ganz Europa statt.

FahrzeugBearbeiten

Seit Gründung der Serie verwenden die Teams Chassis von Dallara. Als Motorenlieferanten engagierten sich zu Beginn Fiat und Toyota in der Meisterschaft. Toyota war von 2001 bis 2006 und erneut seit 2010 Motorenlieferant der Serie. Fiat lieferte zwischen 2007 und 2009 die Motoren. In der Saison 2019 kamen Motoren von Volkswagen, Mercedes-Benz und Toyota zum Einsatz. Von 2005 bis 2014 fandzudem eine zweite Meisterschaft, der sogenannte Copa statt. Piloten, die in die Copa-Wertung eingehen, verwendeten ältere Chassis.

 
Alexandre Cougnaud in einem Euroformula Open Rennen in Jerez 2013

Ab der Saison 2020 kommt das Dallara 320 Formel 3 Chassis zum Einsatz, womit das erste Mal das Halo-System bei der Euroformula Open zum Einsatz kommen wird.[1] Neben einem komplett neuem Chassis besteht für die Teams auch die Möglichkeit ein Upgrade Kit für die bisher verwendeten F-317 Chassis zu verwenden.[2] Im Vergleich zu anderen Formel 3 Serien steht in der Euroformula Open die Wahl des Motorenherstellers frei.[3] Reifen werden seit 2015 exklusiv von Michelin geliefert.[4]

GeschichteBearbeiten

Die spanische Formel 3 etablierte sich in den frühen 2000er Jahren als kostengünstige nationale eruopäischen Meisterschaft, die unter anderem auf Grund des Erfolgs von Fernando Alonso, als wichtiger Schritt auf dem Weg in die Formel 1 gesehen wurde.[5]

Die heutige Euroformula Open geht auf die spanische Formel-3 Meisterschaft zurück.

Obgleich man weiterhin die aktuellen Formel-3-Boliden verwendet, wurde der Namenszusatz "F3" Anfang 2014 aus dem Seriennamen entfernt, da die Motoren aus Kostengründen nicht dem FIA-Reglement entsprachen.[6]

Seit der Saison 2019 nehmen die beiden Teams Fortec und Motorpark an der Euroformula Open teil, nachdem die geplante Formula European Masters im Rahmen der DTM nicht genug Teams für sich gewinnen konnte. Da dieselben Dallara F3 Chassis verwendet werden konnten war der Umstieg sehr kurzfristig möglich.[7] Van Amersfoort Racing, die sich nach Absage der Formula European Masters, zuerst für die Formula Regional European Meisterschaft entschieden haben, werden in der Saison 2020 ebenfalls in der Euroformula Open starten.[8]

Der Wintertest der Rennserien von GT Open für das Jahr 2020, der für März auf dem Circuit di Catalunya geplant war, musste aufgrund des Coronavirus abgesagt werden.[9]

AblaufBearbeiten

Jedes Rennwochenende ist in 2 Rennen á maximal 35 Minuten eingeteilt, wobei für jedes Rennen eine halbstündige Qualifying Session gefahren wird. Die Rennen finden Samstags und Sonntags statt, während an den Freitagen Trainings gefahren werden.[10] Für beide Rennen werden Punkte im Formel-1 Punktesystem vergeben. Zusätzlich wird ein Punkt für die schnellste Runde in der Qualifying Session vergeben.[11] Für die ersten acht Positionen in der Meisterschaft werden Super-Lizenz Punkte vergeben. Der Meister erhält 15 Punkte.[12]

StreckenBearbeiten

Während die ehemalige spanische Formel-3-Meisterschaft, als nationale Formel-3, vor allem auf spanischen Strecken unterwegs war, ist die Euroformula Open großteils auf europäischen Strecken unterwegs, die auch von der Formel 1 verwendet werden. Ausnahmen bilden hier die Strecken von Pau und Pergusa, auf denen keine Formel 1 Grand Prixs ausgetragen werden.[13]

Seit 2009 werden die Rennen außerdem parallel mit den Rennen der GT Open Meisterschaft ausgetragen, die ebenfalls von GT Sport ausgetragen wird.[14]

MeisterBearbeiten

Saison Name der Rennserie Meister (Fahrer) Meister (Team) Meister (Copa)
2001 Spanische Formel-3-Meisterschaft Spanien  Ander Vilariño Spanien  Racing Engineering
2002 Spanische Formel-3-Meisterschaft Spanien  Marcel Costa Spanien  Racing Engineering
2003 Spanische Formel-3-Meisterschaft Brasilien  Ricardo Maurício Spanien  Racing Engineering
2004 Spanische Formel-3-Meisterschaft Spanien  Borja García Spanien  Racing Engineering
2005 Spanische Formel-3-Meisterschaft Spanien  Andy Souček Spanien  Racing Engineering Spanien  Arturo Llobell
2006 Spanische Formel-3-Meisterschaft Argentinien  Ricardo Risatti Spanien  Racing Engineering Spanien  Germán Sánchez
2007 Spanische Formel-3-Meisterschaft Spanien  Máximo Cortés Spanien  Escuderia TEC-Auto Norwegen  Thor-Christian Ebbesvik
2008 Spanische Formel-3-Meisterschaft Spanien  Germán Sánchez Spanien  Campos F3 Racing Schweiz  Natacha Gachnang
2009 European F3 Open Spanien  Bruno Méndez Spanien  Campos Racing Vereinigtes Konigreich  Callum MacLeod
2010 European F3 Open Spanien  Marco Barba Libanon  Cedars Motorsport Libanon  Noel Jammal
2011 European F3 Open Schweiz  Alex Fontana Vereinigtes Konigreich  Team West-Tec Brasilien  Fabio Gamberini
2012 European F3 Open Italien  Niccolò Schirò Italien  RP Motorsport Italien  Kevin Giovesi
2013 European F3 Open Vereinigte Arabische Emirate  Ed Jones Italien  RP Motorsport Slowakei  Richard Gonda
2014 Euroformula Open Thailand  Sandy Stuvik Italien  RP Motorsport Italien  Costantino Peroni
Spanische Formel-3-Meisterschaft Thailand  Sandy Stuvik Italien  RP Motorsport Italien  Costantino Peroni
2015 Euroformula Open Brasilien  Vitor Baptista Italien  RP Motorsport
Spanische Formel-3-Meisterschaft Russland  Konstantin Tereshchenko Spanien  Campos Racing
2016 Euroformula Open Italien  Leonardo Pulcini Spanien  Campos Racing
Spanische Formel-3-Meisterschaft Italien  Leonardo Pulcini Spanien  Campos Racing
2017 Euroformula Open Vereinigtes Konigreich  Harrison Scott Italien  RP Motorsport
Spanische Formel-3-Meisterschaft Kanada  Devlin DeFrancesco Vereinigtes Konigreich  Carlin Motorsport
2018 Euroformula Open Brasilien  Felipe Drugovich Italien  RP Motorsport
Spanische Formel-3-Meisterschaft Brasilien  Felipe Drugovich Italien  RP Motorsport
2019 Euroformula Open Japan  Marino Satō Deutschland  Motopark Academy

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marcus Simmons: Grid of 20 cars tipped for Euroformula Open's new Dallara 320 era. Abgerufen am 6. März 2020 (englisch).
  2. Elliot Wood: Euroformula Open teams start testing Dallara 320. In: Formula Scout. 22. Dezember 2019, abgerufen am 11. März 2020 (amerikanisches Englisch).
  3. Introduction. Abgerufen am 6. März 2020 (englisch).
  4. Michelin becomes the new tire supplier of the Euroformula Open - automobilsport.com. Abgerufen am 9. März 2020.
  5. F1 Prospects.Com: Over the Weekend - April 29-30, 2006 - Spanish and German F3, Formula BMW ADAC and Formula Renault BARC. 1. März 2007, abgerufen am 9. März 2020.
  6. Dominik Sharaf: „Streit um Prädikat ‚Formel 3‘: Spanier knicken ein“. Motorsport-Total.com, 16. Februar 2014, abgerufen am 14. März 2014.
  7. Aus für Formel-3-Nachfolger: Motopark flieht in Euroformula Open. Abgerufen am 6. März 2020.
  8. Elliot Wood: Van Amersfoort Racing confirms plan to join Euroformula Open. In: Formula Scout. 22. November 2019, abgerufen am 11. März 2020 (amerikanisches Englisch).
  9. Google. Abgerufen am 6. März 2020.
  10. Weekend Format. Abgerufen am 6. März 2020 (englisch).
  11. Sporting Regulations. Abgerufen am 6. März 2020 (englisch).
  12. Superlizenzpunkte: W-Series so viel wert wie NASCAR und WTCR. Abgerufen am 7. März 2020.
  13. Euroformula Open Championship. Abgerufen am 9. März 2020 (amerikanisches Englisch).
  14. EuroFormula Open news. 10. Oktober 2017, abgerufen am 9. März 2020.

WeblinksBearbeiten