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Frank Thelen

deutscher Unternehmer und Gründer
Frank Thelen, 2013

Frank Thelen (* 10. Oktober 1975 in Bonn) ist ein deutscher Unternehmer. Als Gründer und Geschäftsführer der Risikokapital-Firma Freigeist Capital[1] finanziert und unterstützt er insbesondere technologie- und designfokussierte Jungunternehmer in der Frühphase ihrer Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Thelen absolvierte nach dem Besuch des Pädagogiums Bad Godesberg die Carl-Schurz-Realschule.[2] In seiner Jugend war Thelens Leben vor allem vom Skate- und Snowboarden bestimmt. Er war am Bau der größten Halfpipe Europas in der Bonner Rheinaue beteiligt.

Thelen ist Geschäftsführer der 2009 als „e42 GmbH“[3][4] gegründeten und im Jahr 2017 in „Freigeist Capital GmbH“ umbenannten[5][6] Gesellschaft. Im Jahr 2011 wurde er als „Hidden Champion“ von Hermann Simon benannt. 2012 überreichte ihm Angela Merkel den „Innovate 4 Society Award“, der von Microsoft ausgelobt wurde.[7] Seit 2014 ist Frank Thelen einer von fünf Investoren der VOX-Fernsehsendung Die Höhle der Löwen, in der Startups und junge Unternehmer versuchen, finanzkräftige Geldgeber von ihrer innovativen Geschäftsidee zu überzeugen.

Am 12. Februar 2017 war er Mitglied der 16. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten als nominierter Vertreter des Landtags von Nordrhein-Westfalen für die Partei FDP. Als Unternehmervertreter leitet Thelen zusammen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Digitalisierung, Staatsministerin Dorothee Bär, das Innovation Council der Bundesregierung zum Thema Digitalisierung, das seit dem Frühjahr 2018 zweimal jährlich zusammentritt.[8]

Im August 2018 erschien im Murmann Verlag seine Autobiografie Startup-DNA. Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern.[9] Die Autobiografie stand mehrere Wochen auf der Bestseller-Liste für Hardcover-Sachbücher.[10]

Thelen lebt und arbeitet in Bonn, er ist verheiratet.[11]

Gegründete StartupsBearbeiten

  • SofterSolutions GmbH: Thelen gründete 1994 sein erstes Unternehmen. Dieses entwickelte eine Plattform zur Produktion von Multimedia-CD-ROMs. Es bot eine Alternative zum populären Macromedia Director und wurde u. a. von Agfa, 1&1 und dem Deutschen Bundestag eingesetzt.
  • CreateMedia GmbH & Co KG: 1996 fusionierte SofterSolutions mit der Bonner proPC GmbH und veröffentlichte mehrere Multimedia-CD-ROMs unter der Marke „CreateMedia“.
  • twisd AG: 1999 erhielt das Unternehmen 1,4 Millionen DM Wagniskapital, um einen Linux-basierten Router (LIC für LAN Internet Connect) zu entwickeln, mit dem sich lokale Netzwerke mit dem Internet verbinden ließen. LIC war eines der ersten Produkte, die ein Gerätemanagement über eine Web-Benutzeroberfläche ermöglichten und durch einen modifizierten Linux-Kernel einen neuen Maßstab an Sicherheit boten. Die twisd AG bereitete sich 2000 für den Börsengang vor, musste aber im Zuge des Zusammenbruchs der Dotcom-Blase Insolvenz anmelden.[12]
  • idenion: Im Jahr 2001 gründete Thelen die idenion GmbH – ein Startup, das basierend auf Microsoft-Technologien Content-Management- und E-Commerce-Systeme entwickelte und vertrieb. idenion war eines der ersten europäischen Unternehmen, die Produkte auf Grundlage von Microsofts .NET Framework bereitstellten.
  • ip.labs: Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 erstellte und lizenzierte die ip.labs GmbH einen Online-Foto-Dienst, bei dem sich Nutzer Fotoabzüge, Grußkarten, Fotobücher und andere Produkte von digitalen Fotos bestellen konnten. ip.labs wurde 2008 von der Fujifilm-Gruppe akquiriert. Das Internetportal finanzen.ch vermutet den Kaufpreis bei zwischen 2 und 3 Milliarden japanischen Yen; damals umgerechnet zwischen 13 und 19 Mio. Euro.[13] Die Gründer hielten beim Verkauf noch 100 % der Anteile,[14] wovon laut eigener Aussage in einem Interview mit dem Magazin Focus 75 % von Thelen gehalten wurden.[15]
  • Scanbot: Scanbot (doo GmbH) wurde 2011 in Bonn gegründet und erhielt eine Wagniskapital-Finanzierung über zehn Millionen US-Dollar. Unter anderem konnten Lars Hinrichs, Hermann Simon, DuMont Venture und target Partners als Investoren gewonnen werden.[16] Doo sollte als „die Dokumenten-App“ der einzige Ort für alle digitalen Bedürfnisse rund um das Dokument werden. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings,[17] so dass Thelen das Unternehmen neu ausrichten musste.[18] Das neue Produkt (Scanbot) konnte in acht Wochen über 500.000 Nutzer gewinnen.[19] Thelen teilte im Juli 2018 mit, Scanbot habe die Gewinnschwelle erreicht und sei profitabel.[20]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigeist Capital GmbH. Abgerufen am 14. September 2017.
  2. Bonner Investor Frank Thelen: Skaten als Lebensphilosophie. In: general-anzeiger-bonn.de. Abgerufen am 19. September 2015.
  3. Database e42. Gründerszene. Abgerufen am 10. November 2014.
  4. e42 GmbH • Handelsregisterauszug | HRB 17348. Abgerufen am 27. April 2017.
  5. Frank Thelens Beteiligungsfirma wird zu Freigeist Capital. In: Wiwo Online. Abgerufen am 14. September 2017.
  6. CEO Frank Thelen benennt e42 in Freigeist um. In: Kress Online. Abgerufen am 14. September 2017.
  7. Microsoft zeichnet Gewinner des „Innovate 4 Society Award“ aus. Microsoft Newsroom. Abgerufen am 10. November 2014.
  8. Innovation Council konstituiert sich im Bundeskanzleramt. Abgerufen am 13. Dezember 2018.
  9. Frank Thelen: Frank Thelen – die Autobiografie: Startup-DNA – hinfallen, aufstehen, die Welt verändern. Murmann Publishers, Hamburg 2018, ISBN 978-3-86774-611-3.
  10. Startup-DNA – buchreport. Abgerufen am 14. Oktober 2018.
  11. wired.de: Laut, direkt, no bullshit – das ist Frank Thelen. (vom 15. November 2017)
  12. Vita – Frank Thelen (Founder, Investor, Geek). Archiviert vom Original am 28. April 2017; abgerufen am 27. April 2017.
  13. https://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/fujifilm-uebernimmt-ip-labs-149454
  14. Fujifilm Pressrelease. Archiviert vom Original am 11. November 2014. Abgerufen am 10. November 2014.
  15. Cynthia Castritius: Startup-Investor Frank Thelen: Woher haben die Investoren ihr Geld? In: Focus Online. 23. September 2014, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  16. Frank Thelen on doo. TechCrunch TV. Archiviert vom Original am 21. Juni 2012. Abgerufen am 10. November 2014.
  17. Endstation Papierkorb: Dokumenten-App Doo macht Schluss. In: t3n.de, abgerufen am 31. Oktober 2017
  18. doo launches Scanbot. Abgerufen am 10. November 2014.
  19. Scanbot 8 weeks. Abgerufen am 10. November 2014.
  20. t3n.de: Scanbot-Erfinder Frank Thelen kündigt den nächsten Millionen-Exit an. (10. Juli 2018)