Autodromo Enzo e Dino Ferrari

Rennstrecke in Imola, Italien

Koordinaten: 44° 20′ 25″ N, 11° 42′ 49″ O

Autodromo Enzo e Dino Ferrari
bis 1988: Autodromo Dino Ferrari
bis 1968: Imola
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Adresse:
Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari
via F.lli Rosselli, 2
40026 Imola

Autodromo Enzo e Dino Ferrari (Italien)
(44° 20′ 25″ N, 11° 42′ 49″O)
ItalienItalien Imola, Italien
Streckenart: permanente Rennstrecke
Eröffnung: 1952
Austragungsort
Formel 1:
1980–2021
Grand-Prix Kurs 2020/21
Imola 2009.svg
Streckendaten
Wichtige
Veranstaltungen:
Formel 1, European Le Mans Series, Superbike-WM
Streckenlänge: 4,909 km (3,05 mi)
Kurven: 17
Rekorde
Streckenrekord:
(Formel 1)
1:15,484 min.
(Lewis Hamilton, Mercedes, 2020)
Grand-Prix Kurs 1995–2006
Streckendaten
Streckenlänge: 4,933 km (3,07 mi)
Rekorde
Streckenrekord:
(Formel 1)
1:20,411 min.
(Michael Schumacher, Ferrari, 2004)
Grand Prix Kurs 1980–1994
Streckendaten
Streckenlänge: 5,040 km (3,13 mi)
Kurven: 23
Rekorde
Streckenrekord:
(Formel 1)
1:24,335 min.
(Damon Hill, Williams-Renault, 1994)
http://www.autodromoimola.com

Das Autodromo Enzo e Dino Ferrari ist eine Motorsport-Rennstrecke in Imola, Italien, auf der bis zum Jahr 2006 der Große Preis von San Marino im Rahmen der Formel 1 stattfand. Auf Grund der Tatsache, dass ein Land nicht zwei Formel-1-Grands-Prix austragen darf, wurde das Rennen in Imola an den Zwergstaat San Marino abgegeben. Da die Rennstrecke nur 80 km von Maranello, dem Stammsitz von Ferrari, entfernt liegt, wird das Rennen in Imola auch als Heimspiel für die Scuderia gehandelt. Es ist eine der wenigen Formel-1-Strecken, die entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren wurde.

Imola stand 2020 und 2021 wieder im Rennkalender der Formel 1. Das Rennen firmierte unter dem Namen der Region Emilia-Romagna, in welcher sich die Strecke in Italien befindet.

GeschichteBearbeiten

Die Rennstrecke wurde 1953 eröffnet und geht auf eine Idee von Enzo Ferrari zurück, welcher hier einen kleinen Nürburgring errichten lassen wollte. Bei der Eröffnung waren keine Schikanen im Layout vorhanden, so war die Tamburello-Kurve die erste einer Runde, bereits die Tosa die zweite Kurve. 1968 wurde die Strecke nach dem früh verstorbenen Sohn von Enzo Ferrari, Alfredo (Dino), in Autodromo Dino Ferrari umbenannt. Nach Enzo Ferraris Tod im Jahr 1988 wurde der Name erweitert.[1]

 
Änderungen der Streckenführung in Folge der tödlichen Unfälle 1994

Beim Großen Preis von San Marino 1994 verunglückten im Samstagstraining zunächst Roland Ratzenberger und beim Rennen einen Tag später Ayrton Senna tödlich. Diese und weitere Unfälle und die wieder aktivierte Grand Prix Drivers’ Association bewirkten zahlreiche Änderungen. Seitdem wird mehr Wert auf die Sicherheit vieler Rennstrecken und die der Wagen gelegt, die Sicherheit der Fahrer wurde erhöht. In Imola wurden daraufhin Schikanen in der Tamburello-Kurve und vor der Tosa-Kurve (benannt nach Gilles Villeneuve) eingebaut, welche die Geschwindigkeiten erheblich drosselten. Andere Stellen wie die Variante Alta wurden ebenfalls entschärft.

Zur Saison 2007 wurde der Große Preis von San Marino aus dem Formel-1-Kalender gestrichen, da die Anlage als nicht mehr zeitgemäß galt.

Von Ende 2006 an wurde der Kurs für umfangreiche Umbauarbeiten geschlossen. Innerhalb von zehn Monaten wurde ein komplett neues Boxengebäude inkl. Mediacenter errichtet, die Auslaufzone in der Tamburello-Schikane erweitert sowie einige Abschnitte neu asphaltiert. Im Zuge des neuen Boxengebäudes musste auch die Streckenführung erneut geändert werden. Nach der Rivazza folgen nun mehrere schnelle Kurven anstatt der alten Variante-Bassa, so dass ein langes Vollgasstück bis zur Tamburello-Schikane entstanden ist. Nach der Abnahme der FIA erhielt der Kurs eine 1T-Lizenz, welche alle Veranstaltungen außer der Formel 1 zulässt.[2] Zu Beginn des Jahres 2008 wurde auch ein neues Management gefunden,[3] der Kurs mittlerweile in Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari di Imola umbenannt. Erste große Veranstaltung nach dem Umbau war das Veranstaltungswochenende im Rahmen der FIA WTCC im September 2008. Nach 14 Jahren kehrte 2020 die Formel 1 wieder nach Imola zurück und trug dort den Großen Preis der Emilia-Romagna aus.[4]

Imola war auch 2021 Teil des offiziellen Rennkalenders der Formel 1. Die Strecke nahm den Platz des eigentlich am 11. April stattfindenden Großen Preises von China ein, wurde aber eine Woche nach hinten, auf den 18. April 2021 verschoben. Ein Ersatztermin für den Großen Preis von China wurde noch nicht bekannt gegeben. Da es bereits den Großen Preis von Italien gibt, der auf der Rennstrecke in Monza ausgetragen wird, wird das Rennen wieder wie im Jahr 2020 unter dem Namen Großer Preis der Emilia-Romagna ausgetragen.[5]

Alle Sieger von Formel-1-Rennen in ImolaBearbeiten

 
Startbereich der Rennstrecke
Nr. Jahr Fahrer Konstrukteur Motor Reifen Zeit Streckenlänge Runden Ø-Tempo Datum GP von/der
1 1980 Brasilien 1968  Nelson Piquet Brabham Ford G 1:38:07,520 h 5,040 km 60 184,906 km/h 14. September Italien  Italien
2 1981 Brasilien 1968  Nelson Piquet Brabham Ford M 1:51:23,970 h 5,040 km 60 162,873 km/h 3. Mai San Marino  San Marino
3 1982 Frankreich  Didier Pironi Ferrari Ferrari G 1:36:38,887 h 5,040 km 60 187,733 km/h 25. April
4 1983 Frankreich  Patrick Tambay Ferrari Ferrari G 1:37:52,460 h 5,040 km 60 185,381 km/h 1. Mai
5 1984 Frankreich  Alain Prost McLaren Porsche (TAG) M 1:36:53,679 h 5,040 km 60 187,255 km/h 6. Mai
6 1985 Italien  Elio de Angelis Lotus Renault G 1:34:35,955 h 5,040 km 60 191,799 km/h 2. August
7 1986 Frankreich  Alain Prost McLaren Porsche (TAG) G 1:32:28,408 h 5,040 km 60 196,208 km/h 27. April
8 1987 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams Honda G 1:31:42,076 h 5,040 km 59 194,562 km/h 3. Mai
9 1988 Brasilien 1968  Ayrton Senna McLaren Honda G 1:32:41,264 h 5,040 km 60 195,754 km/h 1. Mai
10 1989 Brasilien  Ayrton Senna McLaren Honda G 1:26:51,245 h 5,040 km 58 201,939 km/h 23. April
11 1990 Italien  Riccardo Patrese Williams Renault G 1:30:55,478 h 5,040 km 61 202,876 km/h 13. Mai
12 1991 Brasilien 1968  Ayrton Senna McLaren Honda G 1:35:14,750 h 5,040 km 61 193,671 km/h 28. April
13 1992 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams Renault G 1:28:40,927 h 5,040 km 60 204,596 km/h 17. Mai
14 1993 Frankreich  Alain Prost Williams Renault G 1:33:20,413 h 5,040 km 61 197,625 km/h 25. April
15 1994 Deutschland  Michael Schumacher Benetton Ford G 1:28:28,642 h 5,040 km 58 198,234 km/h 1. Mai
16 1995 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Williams Renault G 1:41:42,552 h 4,895 km 63 181,922 km/h 30. April
17 1996 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Williams Renault G 1:35:26,156 h 4,892 km 63 193,761 km/h 5. Mai
18 1997 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen Williams Renault G 1:31:00,673 h 4,930 km 62 201,509 km/h 27. April
19 1998 Vereinigtes Konigreich  David Coulthard McLaren Mercedes B 1:34:24,593 h 4,930 km 62 194,255 km/h 26. April
20 1999 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari Ferrari B 1:33:44,792 h 4,930 km 62 195,630 km/h 2. Mai
21 2000 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari Ferrari B 1:31:39,776 h 4,930 km 62 200,077 km/h 9. April
22 2001 Deutschland  Ralf Schumacher Williams BMW M 1:30:44,817 h 4,933 km 62 202,062 km/h 15. April
23 2002 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari Ferrari B 1:29:10,789 h 4,933 km 62 206,190 km/h 14. April
24 2003 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari Ferrari B 1:28:12,058 h 4,933 km 62 207,895 km/h 20. April
25 2004 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari Ferrari B 1:26:19,670 h 4,933 km 62 212,406 km/h 25. April
26 2005 Spanien  Fernando Alonso Renault Renault M 1:27:41,921 h 4,933 km 62 209,086 km/h 24. April
27 2006 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari Ferrari B 1:31:06,486 h 4,933 km 62 202,323 km/h 23. April
28 2020 Vereinigtes Konigreich  Lewis Hamilton Mercedes Mercedes P 1:28:32,430 h 4,909 km 63 209,429 km/h 1. November   Emilia-Romagna
29 2021 Niederlande  Max Verstappen Red Bull Honda P 2:02:34,598 h 4,909 km 63 151,276 km/h 18. April

Rekordsieger
Fahrer: Michael Schumacher (7), Alain Prost/Ayrton Senna (je 3)
Fahrernationen: Deutschland (9), Großbritannien (6), Brasilien/Frankreich (je 5)
Konstrukteure: Ferrari/Williams (je 8), McLaren (6)
Motorenhersteller: Ferrari/Renault (je 8), Honda (5)
Reifenhersteller: Goodyear (16), Bridgestone (7), Michelin (4)

WeblinksBearbeiten

Commons: Autodromo Enzo e Dino Ferrari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Imola - The history of the racetrack (Memento vom 16. April 2012 im Internet Archive), IMOLA-Homepage, abgerufen am 4. Mai 2012.
  2. FIA stellt Imola eine 1T-Lizenz aus
  3. Neue Teilhaber in Imola
  4. Formel-1-Kalender 2020 mit "Eifel-Grand-Prix", aber ohne Amerika. Abgerufen am 24. Juli 2020.
  5. F1 Schedule 2021 – Bahrain to host season opener as Australia moves later in calendar and Imola returns. In: formula1.com. 12. Januar 2021, abgerufen am 12. Januar 2021 (englisch).