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Der Große Preis von San Marino 1987 fand am 3. Mai auf dem Autodromo Dino Ferrari statt und war das zweite Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1987.

Flag of San Marino (1862–2011).svg Großer Preis von San Marino 1987
Renndaten
2. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1987
Streckenprofil
Name: VII Gran Premio di San Marino
Datum: 3. Mai 1987
Ort: Imola
Kurs: Autodromo Dino Ferrari
Länge: 297,36 km in 59 Runden à 5,04 km

Wetter: bewölkt, aber trocken
Zuschauer: ~ 120.000
Pole-Position
Fahrer: Brasilien 1968Brasilien Ayrton Senna Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
Zeit: 1:25,826 min
Schnellste Runde
Fahrer: ItalienItalien Teo Fabi Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Benetton
Zeit: 1:29,246 min
Podium
Erster: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nigel Mansell Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams
Zweiter: Brasilien 1968Brasilien Ayrton Senna Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
Dritter: ItalienItalien Michele Alboreto Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren

Inhaltsverzeichnis

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Während der drei Wochen, die zwischen dem Auftaktrennen in Brasilien und dem zweiten WM-Lauf des Jahres in Imola lagen, stellte Zakspeed ein erstes Exemplar des neuen Typ 871 fertig, welches von Martin Brundle pilotiert wurde. Ebenfalls erstmals zum Einsatz kam der neue Minardi M187 und der March 871. Das Ligier-Team konnte nach dem kurzfristig notwendig gewordenen Umbau des JS29 auf Megatron-Motoren mit den beiden Piloten René Arnoux und Piercarlo Ghinzani verspätet in die Saison einsteigen, ebenso wie das neue Team Larrousse, das mit einem Lola-Chassis und Ford-Cosworth-Saugmotor antrat. Philippe Alliot wurde als Stammfahrer unter Vertrag genommen. Gabriele Tarquini debütierte an diesem Wochenende am Steuer eines zweiten Osella.

TrainingBearbeiten

Nachdem er die Tagesbestzeit erzielt hatte, verunglückte Nelson Piquet am ersten Trainingstag in Folge eines Reifenschadens in der schnellen Tamburello-Kurve schwer. Formel-1-Arzt Sid Watkins untersagte ihm daraufhin die Teilnahme am Rennen. Goodyear erklärte sich aus Sicherheitsgründen dazu bereit, über Nacht neue Reifen, die besser zur Streckencharakteristik passten, einzufliegen.

Am Samstag sicherte sich Ayrton Senna im Lotus 99T die Pole-Position vor Nigel Mansell im Williams FW11B. Benetton-Pilot Teo Fabi und Alain Prost auf McLaren folgten in der zweiten Reihe vor den beiden Ferrari-Piloten Michele Alboreto und Gerhard Berger.[1]

RennenBearbeiten

Während der zweiten Runde übernahm Mansell in der Tosa-Kurve die Spitzenposition von Ayrton Senna, der seine Pole-Position zunächst in eine Führung umgesetzt hatte. In der vierten Runde gelangte auch Prost an Senna vorbei und holte auf Mansell auf, bis er in Runde 15 aufgrund eines Elektrikdefektes aufgeben musste. Unterdessen hatte auch Alboreto Senna überholt und lag dadurch auf dem zweiten Rang.

Früher als geplant stoppte Mansell an der Box, um seine Reifen wechseln zu lassen. Dadurch lagen kurzzeitig Alboreto und Senna an der Spitze, bis diese ihrerseits ihre Boxenstopps absolvierten. Riccardo Patrese lag zu diesem Zeitpunkt auf dem zweiten Rang, da er seinen Stopp erst relativ spät absolvierte. Aufgrund zu hohen Kraftstoffverbrauchs musste er sich jedoch in der Schlussphase deutlich zurückfallen lassen.

Mansell siegte mit fast einer halben Minute Vorsprung vor Senna, der von einem Turbodruckverlust an Alboretos Ferrari profitierte. Der Italiener erreichte das Ziel als Dritter vor Stefan Johansson. Martin Brundle erzielte als Fünfter die beiden ersten WM-Punkte für Zakspeed. Sechster wurde Satoru Nakajima und errang somit als erster Japaner einen WM-Punkt.[2]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Marlboro McLaren International 1 Frankreich  Alain Prost McLaren MP4/3 TAG/Porsche TTE PO1 1.5 V6t G
2 Schweden  Stefan Johansson
Vereinigtes Konigreich  Data General Team Tyrrell 3 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Tyrrell DG016 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 G
4 Frankreich  Philippe Streiff
Vereinigtes Konigreich  Canon Williams Honda Team 5 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams FW11B Honda RA167E 1.5 V6t G
6 Brasilien 1968  Nelson Piquet
Vereinigtes Konigreich  Motor Racing Developments 7 Italien  Riccardo Patrese Brabham BT56 BMW M12/13 1.5 L4t G
8 Italien  Andrea de Cesaris
Deutschland  West Zakspeed Racing 9 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Zakspeed 871 Zakspeed 1500/4 1.5 L4t G
10 Deutschland  Christian Danner Zakspeed 861
Vereinigtes Konigreich  Camel Team Lotus Honda 11 Japan  Satoru Nakajima Lotus 99T Honda RA166E 1.5 V6t G
12 Brasilien 1968  Ayrton Senna
Frankreich  Team El Charro AGS 14 Frankreich  Pascal Fabre AGS JH22 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 G
Vereinigtes Konigreich  Leyton House March Racing Team 16 Italien  Ivan Capelli March 871 G
Vereinigtes Konigreich  USF&G Arrows Megatron 17 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Arrows A10 Megatron M12/13 1.5 L4t G
18 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever
Vereinigtes Konigreich  Benetton Formula Ltd 19 Italien  Teo Fabi Benetton B187 Ford Cosworth GBA 1.5 V6 t G
20 Belgien  Thierry Boutsen
Italien  Osella Squadra Corse 21 Italien  Alex Caffi Osella FA1I Alfa Romeo 890T 1.5 V8t G
22 Italien  Gabriele Tarquini Osella FA1G
Italien  Minardi F1 Team 23 Spanien  Adrián Campos Minardi M187 Motori Moderni 615-90 1.5 V6t G
24 Italien  Alessandro Nannini
Frankreich  Ligier Loto 25 Frankreich  René Arnoux Ligier JS29B Megatron M12/13 1.5 L4t G
26 Italien  Piercarlo Ghinzani
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 27 Italien  Michele Alboreto Ferrari F1/87 Ferrari 033D 1.5 V6t G
28 Osterreich  Gerhard Berger
Frankreich  Larrousse Calmels 30 Frankreich  Philippe Alliot Lola LC87 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 G

KlassifikationenBearbeiten

QualifyingBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur 1. Qualifikationstraining 2. Qualifikationstraining Start
Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit
01 Brasilien 1968  Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich  Lotus-Honda 1:27,543 207,258 km/h 1:25,826 211,404 km/h 01
02 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 1:26,204 210,477 km/h 1:25,946 211,109 km/h 02
03 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 1:25,997 210,984 km/h keine Zeit DNS
04 Frankreich  Alain Prost Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 1:29,317 203,142 km/h 1:26,135 210,646 km/h 03
05 Italien  Teo Fabi Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 1:27,801 206,649 km/h 1:27,270 207,906 km/h 04
06 Osterreich  Gerhard Berger Italien  Ferrari 1:28,229 205,647 km/h 1:27,280 207,883 km/h 05
07 Italien  Michele Alboreto Italien  Ferrari 1:29,653 202,380 km/h 1:28,074 206,009 km/h 06
08 Italien  Riccardo Patrese Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 1:28,447 205,140 km/h 1:28,421 205,200 km/h 07
09 Schweden  Stefan Johansson Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 1:30,416 200,672 km/h 1:28,708 204,536 km/h 08
10 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Vereinigtes Konigreich  Arrows-Megatron 1:30,379 200,755 km/h 1:28,848 204,214 km/h 09
11 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Vereinigtes Konigreich  Arrows-Megatron 1:28,887 204,124 km/h 1:29,236 203,326 km/h 10
12 Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 1:28,929 204,028 km/h 1:28,908 204,076 km/h 11
13 Japan  Satoru Nakajima Vereinigtes Konigreich  Lotus-Honda 1:29,579 202,547 km/h 1:30,545 200,387 km/h 12
14 Frankreich  René Arnoux Frankreich  Ligier-Megatron 1:31,078 199,214 km/h 1:29,861 201,912 km/h DNS
15 Italien  Andrea de Cesaris Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 1:30,627 200,205 km/h 1:30,382 200,748 km/h 13
16 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Deutschland  Zakspeed 1:31,931 197,365 km/h 1:31,094 199,179 km/h 14
17 Italien  Alessandro Nannini Italien  Minardi-Motori Moderni 1:31,789 197,671 km/h keine Zeit 15
18 Spanien  Adrián Campos Italien  Minardi-Motori Moderni 1:41,520 178,723 km/h 1:31,818 197,608 km/h 16
19 Deutschland  Christian Danner Deutschland  Zakspeed 1:32,977 195,145 km/h 1:31,903 197,426 km/h 17
20 Italien  Piercarlo Ghinzani Frankreich  Ligier-Megatron 1:32,873 195,364 km/h 1:32,248 196,687 km/h 18
21 Italien  Alex Caffi Italien  Osella-Alfa Romeo 1:32,308 196,559 km/h 1:33,298 194,474 km/h 19
22 Frankreich  Philippe Streiff Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:35,001 190,987 km/h 1:33,155 194,772 km/h 20
23 Frankreich  Philippe Alliot Vereinigtes Konigreich  Lola-Ford 1:34,458 192,085 km/h 1:33,846 193,338 km/h 21
24 Italien  Ivan Capelli Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:37,463 186,163 km/h 1:33,872 193,284 km/h 22
25 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:34,632 191,732 km/h 1:36,127 188,750 km/h 23
26 Frankreich  Pascal Fabre Frankreich  AGS-Ford 1:39,747 181,900 km/h 1:36,159 188,687 km/h 24
27 Italien  Gabriele Tarquini Italien  Osella-Alfa Romeo 1:43,446 175,396 km/h keine Zeit 25

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 59 1 1:31:24,076 02 1:30,711
02 Brasilien 1968  Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich  Lotus-Honda 59 1 + 27,545 01 1:30,851
03 Italien  Michele Alboreto Italien  Ferrari 59 1 + 39,144 06 1:31,054
04 Schweden  Stefan Johansson Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 59 2 + 1:00,689 08 1:29,543
05 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Deutschland  Zakspeed 57 0 + 2 Runden 14 1:34,573
06 Japan  Satoru Nakajima Vereinigtes Konigreich  Lotus-Honda 57 0 + 2 Runden 12 1:31,891
07 Deutschland  Christian Danner Deutschland  Zakspeed 57 0 + 2 Runden 17 1:34,996
08 Frankreich  Philippe Streiff Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 57 0 + 2 Runden 20 1:35,406
09 Italien  Riccardo Patrese Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 57 1 + 2 Runden 07 1:31,564
10 Frankreich  Philippe Alliot Vereinigtes Konigreich  Lola-Ford 56 0 + 3 Runden 21 1:33,668
11 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Vereinigtes Konigreich  Arrows-Megatron 55 0 DNF 10 1:31,582 Kraftstoffmangel
12 Italien  Alex Caffi Italien  Osella-Alfa Romeo 54 0 DNF 19 1:34,506 Kraftstoffmangel
13 Frankreich  Pascal Fabre Frankreich  AGS-Ford 53 0 + 6 Runden 24 1:38,543
Italien  Teo Fabi Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 51 0 DNF 04 1:29,246 Turboladerschaden
Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 48 0 DNF 11 1:31,586 Motorschaden
Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Vereinigtes Konigreich  Arrows-Megatron 48 0 DNF 09 1:32,262 Kupplungsschaden
Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 48 0 DNF 23 1:36,182 Kupplungsschaden
Italien  Andrea de Cesaris Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 39 0 DNF 13 1:31,160 Dreher
Spanien  Adrián Campos Italien  Minardi-Motori Moderni 30 0 DNF 16 1:34,709 Getriebeschaden
Italien  Gabriele Tarquini Italien  Osella-Alfa Romeo 26 0 DNF 25 1:40,126 Getriebeschaden
Italien  Alessandro Nannini Italien  Minardi-Motori Moderni 25 0 DNF 15 1:34,036 Motorschaden
Italien  Ivan Capelli Vereinigtes Konigreich  March-Ford 18 0 DNF 22 1:37,839 Verteilerschaden
Osterreich  Gerhard Berger Italien  Ferrari 16 1 DNF 05 1:32,929 Elektrikschaden
Frankreich  Alain Prost Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 14 0 DNF 03 1:31,409 Elektrikschaden
Italien  Piercarlo Ghinzani Frankreich  Ligier-Megatron 07 0 DNF 18 1:34,817 Handlingprobleme

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams 10
02 Frankreich  Alain Prost McLaren 9
03 Schweden  Stefan Johansson McLaren 7
04 Brasilien 1968  Nelson Piquet Williams 6
05 Brasilien 1968  Ayrton Senna Lotus 6
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
06 Italien  Michele Alboreto Ferrari 4
07 Osterreich  Gerhard Berger Ferrari 3
08 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Zakspeed 2
09 Belgien  Thierry Boutsen Benetton 2
10 Japan  Satoru Nakajima Lotus 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Williams 16
02 Vereinigtes Konigreich  McLaren 16
03 Vereinigtes Konigreich  Lotus 7
Pos. Konstrukteur Punkte
04 Italien  Ferrari 7
05 Deutschland  Zakspeed 7
06 Vereinigtes Konigreich  Benetton 2

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Training“ (Memento vom 30. März 2007 im Internet Archive) (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 2. Juni 2013)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 2. Juni 2013)
  3. „WM-Stände“ (Memento vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive) (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 2. Juni 2013)

WeblinksBearbeiten