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FIA-Formel-2-Meisterschaft
Aktuelle Saison FIA-Formel-2-Meisterschaft 2019
Logo Formel 2.png
Fahrzeugtyp Monoposto
Land oder Region International
Aktueller Name FIA-Formel-2-Meisterschaft
Bisherige Namen GP2-Serie (2005–2016)
Erste Saison GP2-Serie 2005
Reifen Pirelli
Offizielle Website fiaformula2.com
Logo der GP2-Serie

Die FIA Formel-2-Meisterschaft ist eine Automobilrennserie für Formel-Rennwagen und gilt als unmittelbare Vorstufe zur höchsten Motorsportkategorie Formel 1. Die Rennen werden u. a. im Rahmen der europäischen Formel-1-Grand-Prix-Wochenenden ausgetragen.

Sie löste 2005 die internationale Formel-3000-Meisterschaft ab und wurde bis 2016 unter dem Namen GP2-Serie ausgetragen.[1]

Fahrer in der Formel 1Bearbeiten

Etliche Fahrer konnten sich in dieser Serie bisher für die Formel 1 empfehlen. Darunter sind die bisherigen GP2-Meister Nico Rosberg (2005), Lewis Hamilton (2006), Timo Glock (2007), Nico Hülkenberg (2009), Pastor Maldonado (2010), Romain Grosjean (2011), Jolyon Palmer (2014), Stoffel Vandoorne (2015), Pierre Gasly (2016), Charles Leclerc (2017) und George Russell (2018). Der Champion der Saison 2008, Giorgio Pantano, der bereits in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2004 14 Rennen für Jordan Grand Prix absolvierte, fand wegen seines fortgeschrittenen Alters nicht erneut ein Formel-1-Cockpit. Weitere ehemalige GP2-Piloten, die es in die Formel 1 geschafft haben, sind Heikki Kovalainen (Vizemeister 2005), Nelson Piquet jr. (Vizemeister 2006), Lucas di Grassi (Vizemeister 2007), Bruno Senna (Vizemeister 2008), Witali Petrow (Vizemeister 2009), Sergio Pérez (Vizemeister 2010), Alexander Rossi (Vizemeister 2015), Antonio Giovinazzi (Vizemeister 2016), Lando Norris (Vizemeister 2018) sowie Scott Speed, Jules Bianchi, Esteban Gutiérrez, Felipe Nasr, Sergei Sirotkin, Alexander Albon, Charles Pic, Max Chilton, Rio Haryanto, Giedo van der Garde, Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima, Marcus Ericsson, Karun Chandhok, Kamui Kobayashi und Brendon Hartley. Außerdem fuhren Gianmaria Bruni, Antonio Pizzonia, Sakon Yamamoto und Roberto Merhi nach ihrem Formel-1-Engagement in der GP2-Serie.

Sportliches ReglementBearbeiten

Ablauf des RennwochenendesBearbeiten

An einem Formel-2-Wochenende werden am Samstag und am Sonntag jeweils ein Rennen ausgetragen. Nach einem freien Training von 30 Minuten am Freitag entscheidet ein ebenfalls 30-minütiges Qualifying über die Startaufstellung des ersten Rennens am Samstag, welches über 170 Kilometer bzw. 60 Minuten ausgetragen wird und einen Pflichtboxenstopp enthält, der frühestens nach sechs Runden durchgeführt werden darf und bei dem mindestens zwei Reifen gewechselt werden müssen. Die Startaufstellung für das zweite Rennen am Sonntag über eine Distanz von 120 Kilometern bzw. 45 Minuten ergibt sich aus dem Ergebnis des ersten Rennens, wobei die ersten acht Piloten in umgekehrter Reihenfolge starten.

PunkteverteilungBearbeiten

Die Punktewertung orientiert sich am aktuellen Punktesystem der Formel 1. So erhält der Erstplatzierte des Samstagsrennens 25, der Zweite 18, der Dritte 15 Punkte, bis hin zum Zehntplatzierten, der einen Punkt erhält. Darüber hinaus werden Zusatzpunkte verteilt: Der Polesetter des ersten Rennens erhält vier Bonuszähler. In jedem Rennen werden für den Piloten mit der schnellsten Rundenzeit zwei weitere Punkte gutgeschrieben. Die maximale Punktzahl, die ein Rennfahrer pro Rennwochenende erreichen kann, liegt damit bei 48 Zählern.

Übersicht:

  • Pole beim Samstagsrennen: 4 Punkte
  • Samstagsrennen: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1 für die besten 10
  • Sonntagsrennen: 15-12-10-8-6-4-2-1 für die besten 8
  • Schnellste Runde: 2 Punkte pro Rennen (man muss sich allerdings unter den ersten zehn Fahrern platzieren, von der normalen Startposition aus gestartet sein und darf, im Falle des zweiten Rennens, keinen nicht wetterbedingten Reifenwechsel absolviert haben)

TechnikBearbeiten

ChassisBearbeiten

 
Fahrzeuge der GP2 in Sepang, 2012

In der im Vergleich zur Formel 1 deutlich kostengünstigeren Nachwuchsserie kommt einheitliche Technik zum Einsatz. In Aussehen, Technik und Leistung ähneln die Monoposti der FIA-Formel-2-Meisterschaft den Wagen der Formel 1 jedoch stark. Seit 2011 wird das Chassis GP2/11 von der italienischen Firma Dallara hergestellt und ist nach den Sicherheitsstandards der Königsklasse konstruiert. Am 31. August 2017 gab die FIA bekannt, dass zur Saison 2018 ein neues Chassis von Dallara, das F2 2018, zur Verwendung kommen wird. Das neue Chassis wird mit dem Halo-System ausgestattet sein.[2]

Motor und GetriebeBearbeiten

Die bis einschließlich 2017 eingesetzten 4,0-Liter-V8-Motoren von Renault sind darauf ausgelegt, eine komplette Saison zu überstehen. Sie erzielen etwa 450 kW (612 PS) Leistung und werden von Mecachrome gefertigt und gewartet. Die Rundenzeiten der FIA-Formel-2-Boliden liegen im Rennen, je nach Streckenprofil, bis zu 10 Sekunden über denen der Formel 1. In der Anfangszeit gab es Schwierigkeiten beim Anfahren, wodurch öfter Motoren beim stehenden Start abgewürgt wurden. Einige Rennen wurden deshalb fliegend gestartet. Geschaltet wird mit Schaltwippen am Lenkrad. Zusätzliche Fahrhilfen wie Servolenkung oder Traktionskontrolle sind verboten.[3] Zur Saison 2018 wurde ein neuer 3,4-Liter-Turbomotor V6 von Mecachrome mit 456 kW (620 PS) Leistung eingeführt.[4]

ReifenBearbeiten

Als Bereifung kommen Slicks zum Einsatz. Von 2005 bis 2010 war Bridgestone der Reifenausstatter der Meisterschaft, 2011 übernahm Pirelli diese Funktion. Ab 2011 verwendeten die Teams dieselben vier Reifenmischungen wie die Formel 1 und seit 2012 konnten während eines Rennwochenendes – mit Ausnahme des Sonntagsrennens, in dem unbenutzte Reifen der härteren Sorte vorgeschrieben waren – sogar zwei verschiedene Mischungen eingesetzt werden. Insgesamt verfügten die Teams pro Wochenende über vier Sätze Slicks (drei der härteren, einer der weicheren Mischung) und drei Sätze Regenreifen.

Bisherige MeisterBearbeiten

Jahr Meister Punkte Zweiter Punkte Dritter Punkte Bestes Team Punkte
2005 Deutschland  Nico Rosberg 120,0 Finnland  Heikki Kovalainen 105,0 Vereinigte Staaten  Scott Speed 67,5 Frankreich  ART Grand Prix 187
2006 Vereinigtes Konigreich  Lewis Hamilton 114,0 Brasilien  Nelson Piquet jr. 102,0 Frankreich  Alexandre Prémat 66,0 Frankreich  ART Grand Prix 179
2007 Deutschland  Timo Glock 88,0 Brasilien  Lucas di Grassi 77,0 Italien  Giorgio Pantano 59,0 Vereinigtes Konigreich  iSport International 118
2008 Italien  Giorgio Pantano 76,0 Brasilien  Bruno Senna 64,0 Brasilien  Lucas di Grassi 63,0 Spanien  Campos Grand Prix 103
2009 Deutschland  Nico Hülkenberg 100,0 Russland  Witali Petrow 75,0 Brasilien  Lucas di Grassi 63,0 Frankreich  ART Grand Prix 136
2010 Venezuela  Pastor Maldonado 87,0 Mexiko  Sergio Pérez 71,0 Frankreich  Jules Bianchi 53,0 Italien  Rapax Team 114
2011 Frankreich  Romain Grosjean 89,0 Italien  Luca Filippi 54,0 Frankreich  Jules Bianchi 53,0 Spanien  Barwa Addax Team 101
2012 Italien  Davide Valsecchi 247,0 Brasilien  Luiz Razia 222,0 Mexiko  Esteban Gutiérrez 176,0 Frankreich  DAMS 342
2013 Schweiz  Fabio Leimer 201,0 Vereinigtes Konigreich  Sam Bird 181,0 Vereinigtes Konigreich  James Calado 159,0 Russland  Russian Time 273
2014 Vereinigtes Konigreich  Jolyon Palmer 276,0 Belgien  Stoffel Vandoorne 229,0 Brasilien  Felipe Nasr 224,0 Frankreich  DAMS 349
2015 Belgien  Stoffel Vandoorne 341,5 Vereinigte Staaten  Alexander Rossi 181,5 Russland  Sergei Sirotkin 139,0 Frankreich  ART Grand Prix 410
2016 Frankreich  Pierre Gasly 219,0 Italien  Antonio Giovinazzi 211,0 Russland  Sergei Sirotkin 159,0 Italien  Prema Racing 430
2017 Monaco  Charles Leclerc 282,0 Russland  Artjom Markelow 210,0 Vereinigtes Konigreich  Oliver Rowland 191,0 Russland  Russian Time 395
2018 Vereinigtes Konigreich  George Russell 287,0 Vereinigtes Konigreich  Lando Norris 219,0 Thailand  Alexander Albon 212,0 Vereinigtes Konigreich  Carlin 381
2019 ,0 ,0 ,0

GP2-Asia-SerieBearbeiten

Die GP2-Serie wurde fast nur in Europa ausgetragen; einzig in Bahrain gab es 2006 und 2007 jeweils ein Rennen. Ab der Saison 2008 wurde dies deutlicher getrennt, indem die GP2-Asia-Serie geschaffen und auf mehreren asiatischen Rennstrecken ausgetragen wurde. Die Serie wurde nach den gleichen Regeln ausgetragen.

Der Zeitplan der asiatischen GP2-Serie wurde so gestaltet, dass die teilnehmenden Teams im Anschluss an die in den Wintermonaten stattfindende Meisterschaft in der regulären GP2-Serie starten konnten.

Wurden in den beiden ersten Saisons noch Rennen auf diversen asiatischen Strecken ausgetragen, reduzierte es sich in der dritten Saison auf je zwei Rennwochenenden auf zwei Strecken, die auch noch beide im Bereich der arabischen Halbinsel liegen. Für die Saison 2011 blieb nach den Ausschreitungen in Bahrain (wo zwei Rennwochenenden geplant waren) nur noch ein Event in Abu Dhabi übrig. Stattdessen wurde ein Rennwochenende im italienischen Imola ausgetragen und die Serie komplett eingestellt.

Seit der Saison 2012 wird nun eine gemeinsame Meisterschaft in Europa und Asien ausgetragen – mit jeweils vier Rennen in Asien.

WeblinksBearbeiten

  Commons: FIA-Formel-2-Meisterschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marcus Simmons: GP2 Series becomes new FIA Formula 2 Championship. Autosport.com, 9. März 2017, abgerufen am 10. März 2017.
  2. Das ist das neue Formel-2-Auto ab 2018. motorsport-total.com, abgerufen am 9. September 2017.
  3. The safety and values. gp2series.com, abgerufen am 27. März 2017.
  4. F2 2018 car unveiled in Monza. fia.com, abgerufen am 9. September 2017.