Hauptmenü öffnen

Bundesstraße 472

Bundesstraße in Deutschland

Die Bundesstraße 472 (Abkürzung: B 472) ist eine deutsche Bundesstraße in Bayern. Sie führt von Marktoberdorf am Nordrand der bayerischen Alpen über Schongau, Peiting, Peißenberg, Bad Tölz und Miesbach entlang bis nach Irschenberg. Sie stellt zusammen mit der B 12 und der A 8 eine Alternativstrecke vom Bodensee nach Salzburg dar.

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-B
Bundesstraße 472 in Deutschland
Bundesstraße 472
Karte
Verlauf der B 472
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 128,4 km

Bundesland:

Ausbauzustand: 2-streifig
Lechtalbrücke Schongau2.JPG
B 472 auf der Lechtalbrücke Schongau

In den letzten Jahrzehnten wurde die Leistungsfähigkeit der Bundesstraße durch einen teils dreistreifigen Ausbau, teils durch Bau von Ortsumfahrungen gesteigert. Bis 1980 war der Bau einer Voralpenautobahn geplant. Diese Planungen sind inzwischen verworfen worden.

VerlaufBearbeiten

Die Bundesstraße 472 verläuft in Bayern und beginnt im Landkreis Ostallgäu (Regierungsbezirk Schwaben) an der B 12 (KemptenMünchen) Ausfahrt Marktoberdorf-West. Sie führt in östlicher Richtung zunächst durch das Stadtgebiet von Marktoberdorf und trifft dort auf die B 16 (KaufbeurenFüssen) mit der sie ca. einen Kilometer zusammen verläuft.

Nach Verlassen von Marktoberdorf verläuft die B 472 in östlicher Richtung, teils durch Weiler, teils auf bereits ausgebauten Teilstücken und Ortsumgehungen. Bei Krottenhill ist die B 472 dreistreifig ausgebaut. Hier erreicht sie den Landkreis Weilheim-Schongau im Regierungsbezirk Oberbayern.

Im weiteren Verlauf erreicht die B 472 die Ortsumgehung Schongau/Peiting. Hier trifft sie auf die B 17 (Richtung Augsburg), mit der sie weiter Richtung Süden verläuft. Nach der Überquerung der Lechtalbrücke Schongau verlässt die B 17 die Ortsumgehung Schongau/Peiting Richtung Füssen. Die B 472 verläuft in östlicher Richtung weiter, wo an der Ausfahrt Peiting-Süd die B 23 (Richtung Garmisch-Partenkirchen) einmündet.

Im weiteren Verlauf erreicht die Strecke Hohenpeißenberg. Nun geht die Straße hinunter (3-steifiger Ausbau) nach Peißenberg und erreicht die dortige Umgehungsstraße. Nach Durchquerung des Guggenbergtunnels verlässt die B 472 den Streckenverlauf (diese führt als Staatsstraße 2058 weiter Richtung Weilheim) Richtung Osten. Der nächste Ort ist Oberhausen gefolgt von Huglfing. Nun trifft die Strecke auf die B 2 (Richtung Starnberg), mit der sie zusammen rund 3,5 Kilometer gemeinsam Richtung Süden verläuft. Westlich von Obersöchering zweigt die B 472 Richtung Osten ab (die B 2 verläuft weiter Richtung Murnau) und erreicht nach einigen Ortsumgehungen die A 95 (München−Garmisch-Partenkirchen) AS Sindelsdorf (9).

An Sindelsdorf vorbei überquert die Strecke die Loisach und erreicht damit den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Im weiteren Verlauf kurz vor der Umfahrung Bichl erreicht die B 472 die B 11 (Richtung Kochel am See), mit der die sie ca. drei Kilometer Richtung Osten verläuft. Bei Untersteinbach zweigt die B 11 Richtung Königsdorf ab. Es folgt die Ortsdurchfahrt Bad Heilbrunn. Nun erreicht die B 472 Bad Tölz, in der sie auf die B 13 (HolzkirchenSylvensteinspeicher) trifft. Nach einigen Ortsumfahrungen erreicht die Strecke vor Waakirchen den Landkreis Miesbach. Nach Durchfahrung des Ortes trifft die B 472 an einer Kreuzung bei Moosrain mehrere Bundesstraßen:

Die B 472 verläuft zusammen mit der B 307 vorbei am Durnbach War Cemetery und weiter nach Osten Richtung Miesbach. Direkt am südlichen Ortseingang zweigt die B 307 Richtung Bayrischzell ab. Die B 472 verläuft in nördlicher Richtung durch Miesbach. Am nördlichen Ortsausgang zweigt die B 472 nach Nordosten ab. Nach ca. sieben Kilometern erreicht sie ihren Endpunkt an der A 8 AS Irschenberg (99).

GeschichteBearbeiten

Frühere Strecken und BezeichnungenBearbeiten

Am 1. Januar 1962 wurde die bayerische Staatsstraße 2010 zur Bundesstraße 472 umgewidmet. Schon früher bestanden aber Teilstrecken. So wurde 1889 die neuerbaute Landstraße zwischen Peißenberg und Schongau für den Verkehr freigegeben, die am Südrand des Hohen Peißenbergs vorbeiführte.[1] Bis 1934 wurde die Straße als bayerische Staatsstraße Nr. 138 (Tölz – Schongau – Oberdorf) bezeichnet, weil die Straßennummer sich nach dem Anfangsbuchstaben des Anfangsortes (T) richtete.

ErsetzungenBearbeiten

 
Ortsumfahrung Hohenpeißenberg im Bauzustand April 2014

Bis in die 1970er Jahre verlief die B 472 an ihrem westlichen Ende weiter über Geisenried, Unterthingau, Wildpoldsried und Betzigau bis nach Kempten. Im Zuge des Neubaus der B 12 zwischen Kempten und Buchloe wurde die B 472 bis Marktoberdorf-West verkürzt.

Bis 1980 wurde eine Voralpenautobahn (A 98) geplant. Diese Planungen wurden aber aufgrund der enormen Kosten, des nicht ausreichend nachweisbaren Bedarfes und fehlender Akzeptanz aufgegeben. Als Alternative wurden und werden die bestehenden B 12 und B 472 hin zu einer leistungsfähigen West-Ost–Achse ausgebaut.

Viele Streckenabschnitte wurden bereits ausgebaut (Straße verbreitert, Kurvenradien erhöht, Steigungen abgeflacht und Überholmöglichkeiten geschaffen). Zahlreiche Städte und Gemeinden entlang der Strecke wurden hierbei durch den Bau von Ortsumgehungen vom Durchgangsverkehr entlastet.

In den 1980er und 1990er Jahren wurden die Ortsumgehungen Bad Tölz, Bichl und Obersöchering gebaut. 1997 folgte die Ortsumgehung Schongau/Peiting, 2008 die Ortsumgehung Peißenberg.[2]

Von Juli 2009 bis 18. Dezember 2017[3] wurde die 1,4 km lange Ortsumfahrung Hohenpeißenberg gebaut und anschließend im Sommer 2018 nochmals für drei Wochen aufgrund von abschließenden Asphaltierungsarbeiten gesperrt.[4]

Weiterer AusbauBearbeiten

 
Straße südlich Peiting während Erneuerung der Straßendecke im Oktober 2018

Derzeit geplante oder in Bau befindliche Strecken sind (von West nach Ost):

  • Ortsumfahrungen Marktoberdorf und Bertoldshofen einschließlich eines 599 m langen Tunnels[5] nordöstlich von Bertoldshofen. Die B 472 wird dann von Osten kommend nördlich von Bertoldshofen an einem Kreisverkehr enden; das nordwestliche Teilstück der Umfahrung und die anschließende Bestandsstrecke bis Marktoberdorf werden dann Teile der Bundesstraße 16 im Zuge der Ortsumfahrung Marktoberdorf. (Stand Februar 2019: im Bau, Fertigstellung für Ende 2021 vorgesehen)[6]
  • Ausbau zwischen Bertoldshofen und Ingenried (Stand August 2018: Ein Abschnitt im Bau, für zwei weitere Baubeginn 2019 vorgesehen)[7]
  • Errichtung von Überholstreifen südwestlich von Schongau als angedachte, aber mittelfristig nicht realisierbare Maßnahme[8]
  • Ortsumfahrung Huglfing (als „weiterer Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan 2030)[9]
  • Ortsumfahrung Bad Heilbrunn (als „weiterer Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan 2030)[10]
  • Ortsumfahrung Bad Tölz-Nord (Stand August 2018: in Planung)[11]
  • Ortsumfahrung Waakirchen (als „vordringlicher Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan 2030)[12]

TourismusBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Bundesstraße 472 führt durch den Pfaffenwinkel. Daher sind an der Strecke zahlreiche Kirchen, Klöster und Schlösser zu besichtigen. Dazu zählen u. a. das Fürstbischöfliche Schloss Marktoberdorf, die barocke Pfarrkirche St. Georg in Ingenried, die romanische Basilika in Altenstadt oder die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt (Hohenpeißenberg). Dazu gibt es noch einige Museen, z. B. das Bergwerkmuseum in Peißenberg. Weiterhin sind die Lechtalbrücke Schongau, das Meteorologische Observatorium Hohenpeißenberg oder das prachtvolle Ensemble der Marktstraße von Bad Tölz sehenswert.

AussichtspunkteBearbeiten

Vom Hohen Peißenberg hat man einen weiten Ausblick auf die Umgebung.

Landschaftlich reizvolle StreckenBearbeiten

Die gesamte Strecke ist landschaftlich reizvoll. Die B 472 führt am Nordrand entlang der Bayerischen Alpen (Allgäuer Alpen, Ammergauer Alpen und Bayerische Voralpen) durch das Alpenvorland, das durch ebene, teils durch hügelige Wiesenlandschaften und Waldgebieten geprägt ist.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bundesstraße 472 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Peißenberger Heimat-Lexikon.
  2. B 472, Umfahrung Peißenberg mit Guggenbergtunnel. Staatliches Bauamt Weilheim, archiviert vom Original am 23. Juli 2011; abgerufen am 12. August 2018.
  3. B 472 Umfahrung Hohenpeißenberg. Staatliches Bauamt Weilheim, archiviert vom Original am 6. Februar 2018; abgerufen am 12. August 2018.
  4. Ab morgen: Wieder freie Fahrt auf Hohenpeißenberger Umgehung. Arbeiten beendet. In: www.kreisbote.de. Kreisbote und Lechkurier, 19. Juli 2018, abgerufen am 12. August 2018 (Zeitungsartikel über die Eröffnung).
  5. Dirk Ambrosch: Tunnelbau bei Marktoberdorf beginnt mit Feier und prominenten Gästen. all-in.de – das allgäu online, 25. Februar 2019, abgerufen am 27. Februar 2019.
  6. B 16, OU Marktoberdorf mit OU Bertoldshofen (B472). Staatliches Bauamt Kempten, abgerufen am 12. August 2018.
  7. B 472, Ausbau östlich MOD BA 2–4. Staatliches Bauamt Kempten, abgerufen am 12. August 2018.
  8. Johannes Jais: Zwischen Peiting und Schongau: Überholspur eine Utopie? Kreisbote, 16. August 2018, abgerufen am 17. August 2018.
  9. B 472 OU Huglfing. In: Bundesverkehrswegeplan 2030. Abgerufen am 13. August 2018.
  10. B 472 OU Bad Heilbrunn. In: Bundesverkehrswegeplan 2030. Abgerufen am 13. August 2018.
  11. B 472, Nordumfahrung Bad Tölz. Staatliches Bauamt Weilheim, abgerufen am 12. August 2018.
  12. B 472 OU Waakirchen. In: Bundesverkehrswegeplan 2030. Abgerufen am 13. August 2018.