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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wildpoldsried
Wildpoldsried
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wildpoldsried hervorgehoben
Koordinaten: 47° 46′ N, 10° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 724 m ü. NHN
Fläche: 21,36 km2
Einwohner: 2602 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87499
Vorwahl: 08304
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 147
Gemeindegliederung: 22 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kemptener Str. 2
87499 Wildpoldsried
Website: www.wildpoldsried.de
Bürgermeister: Arno Zengerle (CSU/Freie Bürger/FW)
Lage der Gemeinde Wildpoldsried im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild
Wildpoldsried
Windräderdorf Wildpoldsried
Wildpoldsried von Nordosten

Wildpoldsried ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Bundesweit und auch international bekannt wurde die kleine Gemeinde als Energiedorf, das mittels erneuerbarer Energien ca. fünfmal so viel Strom erzeugt, wie es selbst verbraucht.[2] Für diese Leistung wurde die Gemeinde vielfach mit deutschen (z. B. deutscher Solarpreis 2009,[3] Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt 2011[4]) und internationalen Preisen geehrt.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Wildpoldsried liegt im Oberallgäu im Leubasbecken. Durch den Ort verläuft der Allgäu-Radweg.

Ausdehnung des GemeindegebietesBearbeiten

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Wildpoldsried.

Wildpoldsried hat 22 amtlich benannte Ortsteile:[5]

GeschichteBearbeiten

Wildpoldsried wurde erstmals urkundlich im Jahr 1392 (durch einen Verkauf der Burg Wolkenberg) erwähnt und war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts des Fürststifts Kempten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 743 932 1170 1510 1813 1668 1917 2135 2338 2385 2545 2531 2554

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Dem Gemeinderat gehören 14 Gemeinderäte (3 Frauen und 11 Männer) an, die zuletzt am 16. März 2014 neu gewählt worden waren. Weiteres Mitglied ist der Bürgermeister; dies ist Arno Zengerle (CSU/Freie Bürger/Freie Wähler).

GemeindefinanzenBearbeiten

Im Jahr 2010 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.522.000 Euro, davon waren 312.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: Schild gespalten; vorne geteilt von Rot und Blau, hinten in Silber zwei gekreuzte schwarze Pfeile.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Die Gemeinde Wildpoldsried besiegelte im Jahr 1986 die Partnerschaftsurkunde mit den Gemeinden Civray und Saint-Ambroix in der französischen Landschaft Berry.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 2010 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 63, im produzierenden Gewerbe 46 und im Bereich Handel und Verkehr 80 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 152 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 829. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen Betrieb, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden 59 landwirtschaftliche Betriebe, eine Fläche von 1529 ha bewirtschafteten. Davon waren 4 ha Ackerfläche und 1491 ha Dauergrünfläche.

Der Stromspeicher-Hersteller Sonnen GmbH hat seinen Sitz in Wildpoldsried. Im Februar 2019 wurde die Übernahme von Sonnen durch den britisch-niederländischen Energiekonzern Royal Dutch Shell bekannt.

VerkehrBearbeiten

Durch Wildpoldsried verläuft die Bahnstrecke München–Lindau, allerdings ohne Halt.

Energiedorf WildpoldsriedBearbeiten

Seit Mitte der 1990er-Jahre wurden rund 24 Millionen Euro in den ökologischen Umbau der Gemeinde investiert. Dabei wurden neun Windkraftanlagen errichtet, 26.400 Quadratmeter Photovoltaikanlagen installiert und eine Biogasanlage errichtet, welche Wärme für die Haushalte liefert. Das Dorf produziert ca. fünfmal so viel Strom,[2] wie es verbraucht.[6] 2012 wurden zwei weitere Windräder in Betrieb genommen.

NetzintegrationBearbeiten

Um die Einspeisung der je nach Wind- und Sonnenverhältnissen stark schwankenden Erzeugungsmengen von Strom zu optimieren, arbeitet das Dorf mit den Allgäuer Überlandwerken, Siemens, der Hochschule Kempten und der RWTH Aachen zusammen. Seit April 2011 läuft das Pilotprojekt „Irene bzw. IREN2“ zur Integration von regenerativer Energie und Elektromobilität[7].

BildungBearbeiten

Im Bildungsbereich gab es 2011 folgende Einrichtungen:

  • Einen Kindergarten mit 100 Kindergartenplätze, in dem 100 Kinder von elf Erzieherinnen betreut wurden
  • Eine Volksschule, in der 104 Schülerinnen und Schüler von sechs Lehrkräften unterrichtet wurden (Schuljahr 2010/11)

LiteraturBearbeiten

  • Gregor Dolak: Im grünen Zweistromland. In: Focus Magazin Ausgabe Nr. 28, 2011

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wildpoldsried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

VideosBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Rainer W. During: Unser Dorf soll grüner werden. In: Der Tagesspiegel. 24. Juni 2012, abgerufen am 25. August 2012.
  3. https://www.youtube.com/watch?v=yW77EIOmYco&feature=player_embedded Video zum Deutschen Solarpreis 2009
  4. http://www.stmuv.bayern.de/ministerium/auszeichnungen/verdienst_umwelt/detailansicht.htm?tid=19838
  5. Wildpoldsried in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019
  6. Timon Singh: German Village Produces 321% More Energy Than It Needs! In: inhabitat.com. 21. August 2011, abgerufen am 2. November 2011.
  7. Für das Stromnetz der Zukunft. In: projekt-irene.de, 2. November 2011