Bundesautobahn 98

Bundesautobahn in Deutschland

Die Bundesautobahn 98 (Abkürzung BAB 98) – Kurzform Autobahn 98 (Abkürzung A 98) – ist eine derzeit nur in vier Teilstücken mit einer Länge von insgesamt 44,5 Kilometern fertiggestellte Autobahn im äußersten Süden von Baden-Württemberg. Sie verläuft derzeit zwischen dem Autobahndreieck Weil am Rhein und dem Autobahndreieck Hochrhein (A 861), Murg und Hauenstein, Waldshut-Tiengen und Lauchringen sowie zwischen dem Autobahnkreuz Hegau und der Anschlussstelle Stockach-Ost. Die restlichen Teilstücke zwischen Rheinfelden und Tiengen sind im Bau oder in Planung, eine ehemals geplante Fortsetzung bis an die A 8 bei Irschenberg wird nicht mehr verfolgt.

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A
Bundesautobahn 98 in Deutschland
Bundesautobahn 98
 European Road 54 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 98
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Autobahndreieck Weil am Rhein
(47° 37′ N, 7° 35′ O)
Straßenende: Stockach
(47° 50′ N, 9° 1′ O)
Gesamtlänge: 81 km
  davon in Betrieb: 44,5 km
  davon in Bau: 2,5 km
  davon in Planung: 34 km

Bundesland:

Straßenverlauf
Frankreich Weiter nach Saint-Louis
Brücke Rheinbrücke
EU-Grenzübergang (1)  Grenzübergang
Land Baden-Württemberg
Knoten (1)  Dreieck Weil am Rhein A5 E35 E54
Anschlussstelle (2)  Eimeldingen Symbol: Autohof B3
Brücke (80 m)  Straßenbrücke
Brücke (70 m)  Bahn- und Straßenbrücke
Anschlussstelle (3)  Symbol: Runter Binzen
Parkplatz Symbol: RechtsSymbol: Rechts Parkplatz
Anschlussstelle (4)  Kandern
Brücke (90 m)  Gewerbekanalbrücke
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Burgruine Rötteln
Anschlussstelle (5)  Lörrach-Mitte B317
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Wiesental
Brücke (1211 m)  Wiesentalbrücke
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Naturpark Südschwarzwald
Anschlussstelle (6)  Lörrach-Ost B316 E54
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC)
Brücke (400 m)  Holzmatttalbrücke
Brücke (444 m)  Dultenaugrabenbrücke
Grünbrücke (40 m)  Grünbrücke Kalkofen
Brücke (310 m)  Dorfbachtalbrücke
Weiter auf A861 E54
Vorlage:AB/Wartung/Leer Neubau bis Mitte 2021
Knoten (7)  Dreieck Hochrhein A861
Tunnel (485 m)  Herrschaftsbucktunnel
Anschlussstelle (8)  Rheinfelden-Karsau
Vorlage:AB/Wartung/Leer Weiterbau in Planung:
Brücke (200 m)  Dürrenbachbrücke
Brücke (185 m)  Hirschbächlebrücke
Brücke (312 m)  Hollwangerbrücke
Brücke (192 m)  Finstergassbrücke
Brücke (356 m)  Bachteletalbrücke
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Ossenberg
Brücke (486 m)  Wolfsgrabenbrücke
Tunnel (460 m)  Eichbühltunnel
Brücke (138 m)  Lachengrabenbrücke
Tunnel (130 m)  Landschaftstunnel
Brücke (610 m)  Wehratalbrücke
Anschlussstelle (9)  Wallbach
Tunnel (930 m)  Bergseetunnel
Brücke (220 m)  Schöpfebachbrücke
Anschlussstelle (10)  Bad Säckingen
Brücke (100 m)  Heimbachbrücke
Schnellstraße Beginn einbahnig, als Kraftfahrstraße beschildert
Anschlussstelle (11)  Murg
Brücke (150 m)  Rothenbachbrücke
Brücke (290 m)  Murgtalbrücke
Tunnel (280 m)  Tunnel-Groß-Ehrstädt
Tunnel (395 m)  Rappensteintunnel
Brücke (550 m)  Andelsbachtalbrücke
Anschlussstelle (12)  Laufenburg B34
Anschlussstelle Luttingen (provisorisch) B34
Schnellstraße Ende Ende Kraftfahrstraße
Vorlage:AB/Wartung/Leer Weiterbau geplant:[Box 1]
Anschlussstelle Hauenstein
Brücke (250 m)  Mühletalbrücke
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC)
Brücke (100 m)  Albtalbrücke
Brücke (200 m)  Talbrücke Schweizermatte
Brücke (300 m)  Mühlbachtalbrücke
Brücke (300 m)  Schürlebachbrücke
Brücke (150 m)  Talbrücke Erlenmatte
Brücke (500 m)  Liederbachbrücke
Anschlussstelle Waldshut
Tunnel (1100 m)  Haspeltunnel
Brücke (350 m)  Seltenbachbrücke
Tunnel (1050 m)  Mühlebergtunnel
Brücke Schlüchtbrücke
Schnellstraße Beginn einbahnig, als Kraftfahrstraße beschildert
Anschlussstelle Tiengen-West B34
Brücke (150 m)  Wutachbrücke
Tunnel (1436 m)  Bürgerwaldtunnel
Brücke (200 m)  Wutachbrücke
Anschlussstelle Tiengen-Ost B34
Tunnel (160 m)  Heidenäckertunnel
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Historische Altstadt Tiengen
Anschlussstelle Lauchringen
Schnellstraße Ende Ende Kraftfahrstraße
Vorlage:AB/Wartung/Leer Übergang in B34
Vorlage:AB/Wartung/Leer Unterbrochen, Umfahrung über B314 A81
Knoten (11)  Kreuz Hegau A81 E41 E54
Brücke (150 m)  Krebsbachtalbrücke
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Bodensee
Parkplatz mit WC Symbol: RechtsSymbol: Rechts Parkplatz (mit WC) Nellenburg
Brücke (190 m)  Talbrücke Stockacher Aach
Parkplatz mit WC Symbol: LinksSymbol: Links Parkplatz (mit WC) Nellenburg
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Historisches Narrengericht Stockach
Anschlussstelle (12)  Stockach-West B313
Brücke (50 m)  Straßenbrücke
Anschlussstelle (13)  Stockach-Ost B31 E54
Autobahn Ende Schnellstraße Beginn Übergang in B31n
  • In Bau
  • In Planung
  • Verkehrsbeeinflussungsanlage
  • Vorlage:AB/Wartung/Leer Anmerkungen:
    1. Vordringlicher Bedarf mit Planungsrecht

    VerlaufBearbeiten

    Weil am Rhein – Rheinfelden-KarsauBearbeiten

     
    A 98 mit der Ausfahrt Lörrach-Mitte, im Hintergrund die Wiesentalbrücke

    Der erste Abschnitt der A 98 beginnt am Dreieck Weil am Rhein, das sich unmittelbar an der französischen Grenze befindet, wo sie von der A 5 (Hattenbacher DreieckBasel) abzweigt. Vom Autobahndreieck Weil am Rhein führt die A 98 in einer leichten Steigung hinauf zum Luckepass und führt dann wieder hinab nach Lörrach, wo sie auf der Wiesentalbrücke, mit 1211 Metern drittlängste Straßenbrücke in Baden-Württemberg, verläuft. Damit wird die Kreisstadt nordöstlich umfahren. Dieses Teilstück ist derzeit etwa 16 Kilometer lang und dient – zusammen mit der A 861 – als nördliche Umfahrung des Großraumes Basel sowie als Zubringer der Stadt Lörrach. In den 1980er Jahren wurde dieses Teilstück bis zur Anschlussstelle Lörrach-Ost (6) (früher Lörrach/Inzlingen) am Waidhof freigegeben. Der Weiterbau zum Dreieck Hochrhein nordwestlich von Rheinfelden wurde 2002 zunächst einbahnig, zusammen mit dem sich anschließenden Stück der A 861 durch den Tunnel Nollinger Berg, fertiggestellt. Im Dezember 2010 wurde dieser Streckenabschnitt um eine zweite Richtungsfahrbahn ergänzt und erhielt damit Autobahnstatus. Gleichzeitig wurde im zukünftigen Autobahndreieck das Hauptbrückenbauwerk errichtet.

    Der 2,5 Kilometer lange Abschnitt östlich des nach wie vor unvollendeten Autobahndreiecks bis zur Anschlussstelle Rheinfelden-Karsau (8) befindet sich derzeit im Bau. Kernstück der Trasse ist der Herrschaftsbucktunnel. Die Bauarbeiten hierfür begannen 2012 mit Voreinschnitten. Aufgrund von mehreren Baustopps verzögerte sich die Freigabe des Abschnitts immer weiter. 2015 wurden die Bauarbeiten auf dem Abschnitt wieder aufgenommen und der Rohbau des Tunnels ausgeschrieben.[1] Nach derzeitigem Planungsstand[2] soll dieser Mitte 2021 für den Verkehr freigegeben werden.

    Murg bis HauensteinBearbeiten

    Der nächste Abschnitt befindet sich zwischen Murg und Laufenburg-Hauenstein und ist etwa 9 Kilometer lang. Dieser wurde am 8. Oktober 2012 eröffnet, verfügt allerdings nur über eine Fahrbahn. Die Fahrspuren sind außer bei Tunneln und Brücken größtenteils im alternierenden 2+1-System angelegt. Beim Bau wurde aber bereits der Platz für den Anbau einer zweiten Fahrbahn freigehalten. Die Straße führt durch zwei Tunnels, den 280 m langen Tunnel Groß-Ehrstädt und den 395 m langen Rappensteintunnel. Der Anschluss Hauenstein zur bestehenden B 34-Umfahrung Albbruck/Dogern ist als Provisorium eingerichtet und wird aktuell neu geplant. Aufgrund der Kurven und des Gefälles ist diese behelfsmäßige Autobahnabfahrt sehr unfallträchtig. Seit Inbetriebnahme im Jahr 2007 ist die Abfahrt Hauenstein zu einem Unfallschwerpunkt geworden. Viele Unfälle mit zahlreichen Leicht- und Schwerverletzten sowie einem Todesopfer sind bis heute die Folge.[3]

    Tiengen bis LauchringenBearbeiten

    Der dritte Abschnitt der Autobahn wurde in zwei Etappen 1991 und 1997 freigegeben und ist ebenfalls nur mit einer Fahrbahn ausgestattet, wobei die Trasse bereits breit genug für eine zweite Fahrbahn angelegt wurde. Er dient derzeit als Umfahrung der Stadt Tiengen und der Gemeinde Lauchringen. Beginnend an der Anschlussstelle Tiengen-West wird die Wutach überquert und die Straße umfährt Tiengen südlich im Bürgerwaldtunnel, mit 1435 m der derzeit längste Tunnel der Autobahn. Nach der erneuten Überquerung der Wutach folgt der Anschluss Tiengen-Ost. Der 160 m lange Heidenäckertunnel schließt sich auf der nördlichen Umfahrung von Lauchringen an. Am gleichnamigen Anschluss endet das derzeit ausgebaute Stück der A 98. Die Fortführung nach Geißlingen wird nicht als Autobahn, sondern als neue B 34 ausgeführt und ist bis Ende 2021 in Bau.

    Im Jahr 2010 wurde dieser Abschnitt zwischen Tiengen-West und Lauchringen auf drei Fahrstreifen (2+1-System) erweitert. Zum vierstreifigen Ausbau fehlen die zweiten Tunnelröhren der beiden Tunnels sowie je ein Brückenbauwerk an den Wutachquerungen.

    Singen bis StockachBearbeiten

    Das vierte und östlichste Teilstück wird auch (neben der A 81) als Bodenseeautobahn bezeichnet und wurde am 4. Juni 1982 eröffnet.[4] Es beginnt am Kreuz Hegau auf der ursprünglich ebenfalls als Teilstück der A 98 vorgesehenen Trasse aus Richtung Gottmadingen, führt durch den Hegau und endet nach ca. 14 Kilometern an der Anschlussstelle Stockach-Ost (13). Dabei dient die Verbindung auch als Zubringer zu den Orten des nördlichen (deutschen) Bodenseeufers. Anschließend folgt die B 31n bis Überlingen, die auf der Trasse der einst geplanten Fortsetzung der Autobahn verläuft und im 2+1-System ausgebaut ist.

    VerkehrsaufkommenBearbeiten

    Es gab 2015 entlang der A 98 insgesamt vier automatische Zählstellen. In West-Ost-Richtung betrug das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen in diesem Zeitraum:[5]

    Zählstelle Kfz-Verkehr/Tag Schwerverkehr/Tag
    Lörrach (8003) 25.123 2.092
    Murg (8116) 6.804 836
    Lauchringen (8998) 10.796 1.379
    Stockach (8040) 24.579 2.846

    GeschichteBearbeiten

     
    ursprüngliche A 98-Planung; blau: heutiger Autobahnausbau, orange: geplant im Jahr 1976
     
    Autoaufkleber von Befürwortern des Ausbaus der A 98 aus den 1980er Jahren

    Die Planungen der Fernstraße stammen aus den 1960er Jahren, diese sollte ursprünglich von Weil am Rhein bis zur A 8 bei Irschenberg verlaufen. Der größte Teil davon wurde aber aufgegeben. So wurde u. a. der Abschnitt nördlich des Bodensees aufgrund der dortigen Proteste durch einzelne drei- bis vierstreifige Ausbauetappen der B 31 ersetzt. Bis heute (Stand April 2020) existiert keine durchgehende ortsdurchfahrtsfreie Verbindung entlang des Bodensees, stattdessen soll die Problematik des Durchgangsverkehrs vorwiegend mithilfe einzelner Ortsumfahrungen entschärft werden. Östlich von Stockach zeugt nur noch die kurze A 980 bei Kempten sowie ein teilweise fertiggestelltes Autobahnkreuz an der A95 (47° 44′ 31,5″ N, 11° 19′ 54,7″ O) bei Penzberg von der einst geplanten Weiterführung der Autobahn.

    Die SPD am Hochrhein war lange Zeit aufgrund der großen Eingriffe gegen eine Autobahnplanung und forderte eine sogenannte „Hochrheinschnellstraße“. Auf Drängen der CDU und dem Umschwenken der damaligen Bundestagsabgeordneten Karin Rehbock-Zureich kam es zur Aufnahme der A 98 in den Bundesverkehrswegeplan 2003. Man erhoffte sich durch den Bau der A 98, die vom Durchgangsverkehr betroffenen Gemeinden zu entlasten. Die Grünen sind bis heute (Stand April 2020) gegen den Bau der A 98 und fordern allenfalls den Ausbau der B 34.

    Geplant war auch der vierstreifige Neubau einer Rheinbrücke zwischen der deutsch-französischen Grenze bei Märkt und dem Autobahndreieck Weil am Rhein, um die A 98 mit dem französischen Autobahnnetz zu verknüpfen. Die geplante Trasse auf französischem Gebiet, die jahrelang freigehalten war, wurde 2011 aus den Raumordnungsplänen gestrichen. Eine angedachte Verbindung in Richtung Westen entfiel hiermit. Eine Verbindung im Osten zur A 81 ist nur über die B 314 entlang der Grenze zur Schweiz möglich. Aufgrund der Topographie kommt hier ein Ausbau als Autobahn nicht in Frage.

    Die Abschnitte Murg–Hauenstein und Tiengen–Lauchringen sind als Kraftfahrstraße beschildert. Sie wurden als sogenannte „längsgeteilte Dringlichkeit“ gebaut.

    Der Planungsabschnitt Lörrach–Singen ist als „Hochrheinautobahn“ bekannt, der Abschnitt Singen–Lindau hätte die Bezeichnung „Bodenseeautobahn“ tragen sollen und die weitere Strecke zwischen Lindau und Irschenberg an der A 8 die Bezeichnung „Voralpenautobahn“.

    Die Bezeichnung „Bodenseeautobahn“ wird seit der Planung für die A 81 im Abschnitt Stuttgart–Singen verwendet, die aus dem Ballungsraum Stuttgart zum beliebten Feriengebiet des Bodensees führt.

    Baufortschritt/PlanungsstandBearbeiten

    Tunnel durch den HerrschaftsbuckBearbeiten

    Die beiden Tunnelröhren, mit deren Bau im Jahr 2016 begonnen wurde, werden für insgesamt fünf Fahrstreifen ausgelegt (da die gen Osten verlaufende Einfädelspur von der A 861 kommend aus Sicherheitsgründen nicht im Tunnel enden darf). Die Fertigstellung des Abschnitts ist für 2021 vorgesehen.[6] Weiterhin ist der Neubau mit zwei Fahrbahnen zwischen der Anschlussstelle Rheinfelden-Karsau und der Anschlussstelle Murg-Rothaus sowie zwischen den Anschlussstellen Hauenstein und Tiengen-West nach dem derzeit geltenden Bundesverkehrswegeplan noch als vordringlicher Bedarf geplant.

    Rheinfelden-Karsau bis SchwörstadtBearbeiten

    Für den Abschnitt zwischen Rheinfelden-Karsau und Schwörstadt (A 98.5) ist 2017 das Planfeststellungsverfahren eröffnet worden. Ein Baubeginn ist derzeit noch ungewiss, u. a. weil das östliche Ende des Perimeters von der Linienführung des folgenden Abschnitts A 98.6 abhängt.[7]

    Schwörstadt bis Murg (Hochrhein)Bearbeiten

    Die Planungen für den Abschnitt von Schwörstadt über Bad Säckingen bis Murg (A 98.6) wurden u. a. im Rahmen eines öffentlichen Beteiligungsverfahrens durchgeführt. Die Festlegung der Vorzugsvariante im Abschnitt A 98.6 ist für Ende 2020 geplant.[8] Der Bau könnte frühestens 2029/2030Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren abgeschlossen sein.[9]

    Hauenstein bis Waldshut-TiengenBearbeiten

    Die Planungen im Abschnitt Hauenstein (Laufenburg) – Tiengen-West (A 98.8) ruhen nach der Priorisierung des Landes Baden-Württemberg ganz. Die ehemals geplante Bergtrassenführung in diesem Abschnitt wurde bereits in den 1990er Jahren aufgrund der Umweltproblematik als kritisch eingestuft und damals nicht mehr weiter verfolgt. Mittlerweile würde eine Bergtrasse entlang der südlichen Ausläufer des Südschwarzwalds mindestens drei FFH-Gebiete, sowie Wald- und Landschaftsschutzgebiete, ein Vogelschutzgebiet, mehrere Wasserschutzgebiete, sowie den „Naturpark Südschwarzwald“ und das neue Unesco-Biosphärengebiet „Südschwarzwald“ durchschneiden (Südkurierdossier A 98).

    Aufgrund der Ergebnisse der verkehrswirtschaftlichen Untersuchung zur A 98 (Bürgerforum Bad Säckingen) und der hohen ökologischen Belastung mit großem Flächenverbrauch, hat das Land Baden-Württemberg zur Anmeldung des Bundesverkehrswegeplans 2030 die Alternativtrasse in Form einer 3-4-spurigen „B 34-neu“ vorgeschlagen. Diese beruht auf einer Untertunnelung der Stadt Waldshut. Sie wäre bis zu 150 Mio. günstiger als die Bergtrasse.

    Lauchringen bis OberlauchringenBearbeiten

    Der Abschnitt östlich von Lauchringen wird definitiv nicht mehr als geplante A 98-Trasse, sondern nur noch als B 34-neu gebaut (Südkurierdossier A 98, 24. September 2016). Die A 98 endet somit an der Anschlussstelle Lauchringen. Die Ab- und Auffahrt auf die B 314 Richtung Wutachtal-Randen und die Brücke über die B 314 sind bereits fertiggestellt bzw. werden angepasst. Die Brücke über die Wutach und die Querungen der Wutachtalbahn und der Hochrheinbahn sind im Bau. Die zukünftige Anbindung mit Querung des Klingengrabens an die B 34 in Richtung Erzingen-Schaffhausen ist bereits hergestellt.

    Nachdem das Bundesverkehrsministerium den Abschnitt auf eine B 34-neu zurückgestuft hatte, spricht Lauchringens Bürgermeister Schäuble nun von einem hervorragenden Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die darauf hin erfolgte neue Priorisierung erbrachte den Fortschritt. Mit der B 34-neu als Ortsumfahrung (2,3 km) sei es gelungen, eine schneller umsetzbare Alternative zum ursprünglich geplanten Abschnitt als A 98 zu erreichen. Zuvor hatten die Gemeindevertreter von Lauchringen, wie auch die Landes- und Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD von 1992 bis 2006 alleinig an einer Autobahntrassierung festgehalten (Südkurierdossier A 98, 24. September 2016). Fabian Wunderle vom SPD-Ortsverein Lauchringen verweist darauf, dass es richtig gewesen sei auf eine B 34-neu zu setzen, anstatt an der Variante Autobahn festzuhalten. Die Fertigstellung der Ortsumfahrung von Oberlauchringen ist für Ende 2021 geplant.[10]

    Planungen zum Anschluss der B 34 an die A 81 und die A 4 (Schweiz)Bearbeiten

    Eine Streckenführung von Lauchringen nach Singen (Hohentwiel) an das dort bestehende Teilstück der Bundesautobahn 81 bei Gottmadingen ist zwar von deutscher Seite gewünscht, die Schweiz lehnt jedoch eine Trassenführung über ihr Gebiet nach wie vor kategorisch ab. Laut einer Trassierungskonzeption des Bundeslandes Baden-Württemberg wäre die A 98 von ihrem früher geplanten Endpunkt bei Geißlingen durch den Jestetter Zipfel über Dettighofen, Jestetten und Lottstetten bei Balm an die Schweizer Grenze geführt worden. Hier hätte die Schweiz die A 98 über ihr Staatsgebiet weiterführen sollen und bei Singen an die bestehende A 81 angeschlossen. Dass diese Planung je verwirklicht wird, gilt als sehr unwahrscheinlich; sie wird daher nicht mehr weiter verfolgt. Stattdessen soll sich die Verbindung dank einzelner Aus- und Neubaumassnahmen entlang des bestehenden Netzes, wie der Ortsumfahrung Oberlauchringen, dem Galgenbucktunnel und dem geplanten Ausbau der Stadtdurchfahrt Schaffhausen (A 4) beschleunigen.

    Im Jahr 2007 ging eine Planungsstudie durch den Kanton Schaffhausen noch davon aus, dass die A 81 direkt mit der schweizerischen A 4 verbunden werden sollte, indem die Orte Bietingen und Thayngen in einem weiten Bogen umfahren werden sollten und ein völlig neues Autobahnteilstück (u. a. mit einem 4800 m langen Grenztunnel) bis kurz vor Schaffhausen-Herblingen gebaut werden sollte.[11] Diese Planung wird derzeit nicht mehr aktiv weiterverfolgt.

    Mit dem sogenannten „Neuen Netzbeschluss“ wurde per 1. Januar 2020 eine Anpassung des Strassennetzes im Kanton Schaffhausen an die realen Transitverkehrsströme vorgenommen: Die bisherige J15 wurde von der Verzweigung Mutzentäli bis zum Grenzübergang Thayngen / Bietingen zur Nationalstrasse N 4 heraufgestuft, im Gegenzug wurde die bisherige N 4 bis zum Grenzübergang Bargen / Neuhaus am Randen zur kantonalen Autostrasse abklassiert.[12] Damit ist neu der Bund für den Ausbau dieser Straßenverbindung zuständig, längerfristig (bis ca. 2040) soll der gesamte Abschnitt zwischen Uhwiesen und der Grenze bei Thayngen vierspurig ausgebaut werden. Der Kanton Schaffhausen hat dazu dem Bund eine Variante vorgeschlagen, in welcher ein 1200 m langer Tunnel nur für eine Fahrtrichtung gebaut und somit das topographisch enge und teilweise unter Naturschutz stehende Fulachtal nicht zu sehr beansprucht werden müsste.[13][14]

    Meinungen zu den Trassenentscheidungen und Initiativen auf kommunaler EbeneBearbeiten

    Der Regionalverband Hochrhein-Bodensee, der Landkreis Waldshut, die Stadt Laufenburg und die Gemeinde Albbruck gaben im Jahr 2011 eine Planungsstudie zur Ermittlung einer sicheren und verkehrstechnisch sinnvollen Lösung der Abfahrt Hauenstein in Auftrag, die im Ergebnis eine verkürzte Tunnellösung empfiehlt. Der Tunnel „Albert“ soll dabei eine Länge von etwa 185 m haben.[15]

     
    Waldshut-Tiengen-Ost: A 98-Autobahnbrücke über die Wutach beim Bürgerwaldtunnel

    Die ehemals schwarz-gelbe Landesregierung und das Regierungspräsidium hatte zu ihrer Zeit an der amtlichen Variante mit Kreisverkehr/Ampellösung festgehalten. Die Medien berichteten in diesem Zusammenhang von politischer Einflussnahme. Ein im Jahr 2010 hierzu eingeleitetes Petitionsverfahren im baden-württembergischen Landtag kam im Jahre 2015 zum Abschluss und veranlasste daraufhin Land und Bund zur Planung einer Tunnellösung. Derzeit läuft im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg hierzu eine Bürgerbeteiligung (Südkurierdossier A 98, 4. Februar 2017)

    Im Abschnitt A 98.5/6 gaben der Regionalverband Hochrhein-Bodensee, die Städte Bad Säckingen und Wehr, der Landkreis Waldshut und die Schluchseewerke gemeinsam eine Machbarkeitsstudie in Auftrag um eine Alternative zur bisherigen amtlichen Bergtrasse zu prüfen. Ergebnis ist die sogenannte „Konsenstrasse“.[16]

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland zählt die A 98 zu den zwölf unsinnigsten Straßenbauprojekten Deutschlands. Die A 98 sei überteuert, überdimensioniert und beseitige keinerlei Engpässe, bewirke aber massive Schäden an der Natur. Der BUND hält die Hochrheinautobahn (A 98) für besonders naturzerstörend und verkehrlich fragwürdig. Er fordert den Ausbau der Bundesstraße 34, da die A 98 ohnehin hinter Tiengen „im Acker ende“.[16]

    Die IHK Hochrhein-Bodensee kritisiert die Ausführungen des BUND zur A 98 und bezeichnet diese als „dusslig“. Die Erschließungsfunktion einer Autobahn für eine Region und ihre überregionale Netzfunktion dürfe nicht ausgeblendet werden.[16]

    Das Regierungspräsidium Freiburg als zuständige Genehmigungsbehörde richtete am 18. März 2013 für den Abschnitt Wehr–Murg das sogenannte „Bürger-Forum am Hochrhein für Variantenvergleich und Transparenz“ ein.

    Verkehrswirtschaftliche Untersuchung 2013Bearbeiten

    Im Zuge des Projektanmeldungen für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015, ließen das Land BW (MVI Baden-Württemberg) und der Bund eine Verkehrswirtschaftliche Untersuchung zur A 98 erstellen, die am 25. Oktober 2013 veröffentlicht wurde. Diese kommt aufgrund der nur gering zu erwartenden Verkehrszunahme bis zum Jahr 2030 zum Ergebnis, dass eine vierspurige A 98 nicht nötig ist. Ein dreistreifiger Ausbauquerschnitt der noch fehlenden Abschnitte würde ausreichen, um die notwendige leistungsfähige Verbindung am Hochrhein zu schaffen. Dies könne auch erreicht werden, indem die vorhandene B 34 dreispurig ausgebaut wird. Im Interesse des Flächenverbrauchs in sensibler Naturlage wird ein dreistreifiger Ausbauquerschnitt zwischen Rheinfelden und Waldshut-Tiengen als ausreichend – aber auch erforderlich – empfohlen. Die höchste Verkehrsbelastung sagt die Untersuchung für die B 314 voraus. Dort werden bis zu 30.000 Fahrzeuge/Tag erwartet. Im Bereich Bad Säckingen und Waldshut liegen die Prognosen bei 21.000–24.000 Fahrzeugen/Tag. Dort handelt es sich überwiegend um Ziel- und Quellverkehr. Der Fernverkehrsanteil würde nach wie vor nur sehr gering ausfallen. Eine A 98 würde die Ortsdurchfahrten von Bad Säckingen und Waldshut deshalb nur um ca. 30–35 % entlasten und im Gegenzug allenfalls zu nachteiligen Verkehrsverlagerungen von der A 3 (CH) führen.[17] Basierend auf den Ergebnissen der verkehrswirtschaftlichen Untersuchung hat das Land im Abschnitt Hauenstein-Tiengen dem Bund als Alternative den vierspurigen Ausbau der B 34 vorgelegt.

    TriviaBearbeiten

    • Das Zweite Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 25. August 1980[18] hatte zur Folge, dass das ursprüngliche Teilstück der A 98 zwischen Gottmadingen und dem Kreuz Hegau neu der A 81 zugeordnet wurde, welche ursprünglich bis Konstanz verlaufen sollte. Stattdessen wurde die Verbindung vom Kreuz Hegau Richtung Konstanz als Schnellstraße mit der Nummer B 33 geführt.
    • Seit Oktober 2006 sind die Teilstücke zwischen Laufenburg und Hauenstein sowie zwischen Tiengen-West und Lauchringen und seit Oktober 2012 auch das Teilstück zwischen Murg-Rothaus und Laufenburg von der Lkw-Maut befreit, um die Gemeinden an der B 34 zu entlasten. Des Weiteren sind die genannten Teilstücke als Kraftfahrstraße und nicht als Autobahn beschildert, dies soll erst nach dem vollständigen Ausbau auf vier Fahrstreifen geschehen.
    • Obwohl eine alternative Linienführung der A 98 durch das Wutachtal (zumindest bislang noch) nicht zur Debatte steht, ist auf dem Teilstück zwischen Tiengen-West und Lauchringen durchweg das Fernziel Stuttgart auf den Wegweisern aufgeführt. Auf der weiterführenden B 314 wurde hingegen auf die Beschilderung dieses Ziels verzichtet.
    • Da die A 98 zu großen Teilen nicht realisiert wurde, ist erst die weit entfernte A 8 die südlichste Autobahn, welche Baden-Württemberg in West-Ost-Richtung durchquert.
    • Die Nummerierung der Autobahnanschlüsse ist auf den verschiedenen Etappen noch etwas uneinheitlich. So werden die Nummern 11 und 12 sowohl für die Anschlüsse Murg und Laufenburg, als auch für das Kreuz Hegau und Stockach-West verwendet.

    LiteraturBearbeiten

    • Klaus Schefold, Alois Neher (Hrsg.): 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. Eine Dokumentation. Im Auftrag des Autobahnamtes Baden-Württemberg. Autobahnamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1986.
    • Hubert Krins: Bodenseeautobahn bedroht Kulturlandschaft. Zur Trassenführung beim ehemaligen Kloster Salem. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 4. Jg. 1975, Heft 1, S. 22–24 (PDF)
    • Martin Mahle: Das Phantom – Die Bodensee-Autobahn A98. Eine verkehrspolitische Denkschrift. ISBN 978-1-5376-2025-1, 2016

    WeblinksBearbeiten

    Commons: Bundesautobahn 98 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. An der A 98 rollen wieder die Bagger
    2. Der Ausbau der A98 bei Rheinfelden verzögert sich
    3. Südkurierdossier A98
    4. A 98 Singen – Lindau
    5. bast – Bundesanstalt für Straßenwesen: Automatische Zählstellen 2015 – A 98. Online auf www.bast.de, abgerufen am 22. Oktober 2016.
    6. Der Ausbau der A98 bei Rheinfelden verzögert sich
    7. Infoveranstaltung zur A 98: „Wir wollen nicht mit dem Rollator zur Eröffnung kommen müssen“. In: Südkurier. 16. November 2017, abgerufen am 27. April 2020.
    8. Gerald Edinger und Monika Olheide: Hochrhein: Um die Hochrheinautobahn ist es ruhig geworden. Wie und wann geht es eigentlich mit der A98-Planung weiter? 10. Februar 2020, abgerufen am 27. April 2020.
    9. Stefan Sahli: A98 entlastet Bad Säckingen frühestens 2029. In: Badische Zeitung. 21. Oktober 2013, abgerufen am 3. April 2014.
    10. Monika Olheide: Lauchringen/Schaffhausen: 35 Minuten schneller mit dem Auto von Waldshut-Tiengen nach Singen? Dank dieser beiden Großprojekte soll das demnächst möglich sein. 21. April 2019, abgerufen am 28. April 2020.
    11. Gemeinderatsvorlage – Planungsstudie N4-A81. (PDF; 28 kB) Gemeinde Gottmadingen – Bauamt, 14. März 2007, abgerufen am 3. Juni 2015.
    12. Bundesamt für Strassen ASTRA: Leistungsfähige und gut ausgebaute Nationalstrassen. Abgerufen am 28. April 2020.
    13. Am Mittwoch werden Strassen getauscht. Abgerufen am 28. April 2020.
    14. J15-Ausbau mit Tunnel: Schaffhausen schlägt dem Bund Billigvariante vor. Abgerufen am 28. April 2020.
    15. Markus Baier: Laufenburg: Der Streit um die Abfahrt Hauenstein; Südkurier Online, 19. Oktober 2010.
    16. a b c Südkurier-Dossier zur A 98
    17. Franz Schmider: Bau der Autobahn am Hochrhein ist nicht zwingend. In: Badische Zeitung. 26. Oktober 2013
    18. Bundesgesetzblatt Jg. 1980, Teil I, S. 1614.