Bundesstraße 247

Bundesstraße in Deutschland

Die Bundesstraße 247 (Abkürzung: B 247) ist eine deutsche Bundesstraße in Niedersachsen und Thüringen. Sie beginnt in Katlenburg-Lindau und führt über Duderstadt, die A 38 bei Leinefelde-Worbis, Mühlhausen, Bad Langensalza und Gotha (mit Anschluss an die A 4) nach Ohrdruf, wo sie nach 124 Kilometern endet. Bis zur Inbetriebnahme der A 71 führte sie noch weiter über den Thüringer Wald und Suhl bis nach Schleusingen, wobei dieser 45 Kilometer lange Abschnitt 2007 zur Landesstraße L 3247 abgestuft wurde.

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Bundesstraße 247 in Deutschland
Bundesstraße 247
Karte
Verlauf der B 247
Basisdaten
Betreiber: Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Katlenburg
(51° 40′ 58″ N, 10° 5′ 58″ O)
Straßenende: Ohrdruf
(50° 49′ 37″ N, 10° 43′ 27″ O)
Gesamtlänge: 124 km + 3,3 km OU Westerode
  davon in Bau: 5,5 km
  davon in Planung: 47,1 km

Bundesland:

Ausbauzustand: 2-spurig teilweise 3-spurig
Straßenverlauf
Niedersachsen
Landkreis Northeim
Katlenburg B241
Rhume
Lindau
Landkreis Göttingen
Bilshausen L 523
Rhume
Gieboldehausen B27
Hahle
Hahle
Ortsumgehung Obernfeld/Mingerode
Obernfeld
Mingerode
Duderstadt B446 L 530
Ortsumgehung Duderstadt–Ferna
(Neutrassierung)
Gerblingerode
Thüringen
Landkreis Eichsfeld
Teistungen L 1009
Ferna L 2017
Ortsumgehung Wintzingerode
Worbis-Mitte L 1012
Worbis-Süd L 3080
(6)  Leinefelde-Worbis A38
Leinefelde-Ost L 1014
über Bahnstrecke Halle–Hann. Münden
unter Bahnstrecke Gotha–Leinefelde
Ohne
Leinefelde-Süd L 1032
Ortsumgehung Kallmerode
Beinrode
Kallmerode
Dingelstädt-Nord L 1005
Ortsumgehung Dingelstädt
Unstrut
Dingelstädt-Süd L 2041
Unstrut-Hainich-Kreis
Horsmar/Lengefeld L 2038
Ortsumgehung Mühlhausen–Schönstedt
(Neutrassierung)
Abzweig Dachrieden L 1015
Unstrut
Ammern
Unstrut
Mühlhausen B249 L 1016
Höngeda L 2099
Bahnstrecke Gotha–Leinefelde
Seebach
Großengottern L 2100
Schönstedt L 2103
Bad Langensalza-Nord L 1031
Kraftfahrstraße
über Bahnstrecke Gotha–Leinefelde
(320 m)  Salzatalbrücke über Salza
Ufhoven B84 L 1042
Bad Langensalza-Süd B84
Ende der Kraftfahrstraße
Henningsleben L 2125
Aschara/Wiegleben L 2125
Landkreis Gotha
Westhausen L 2124
Nesse
Warza L 2123
Straßenbahn Gotha (Reuterstraße)
Gotha B7 L 1027 L 3007
Gothaer Viadukt unter
Bahnstrecke Halle–Bebra und Gotha–Leinefelde
Töpfleben L 1027 L 1045
(42)  Gotha A4 E40
Ortsumgehung Schwabhausen
Schwabhausen L 1026
Hohenkirchen L 1028
Apfelstädt
Spange Nauendorf B88
Ohrdruf B88
Die B 247 in Beinrode bei Leinefelde
Die Bundesstraße in Warza bei Gotha
Winterliche Landesstraße 3247 im Thüringer Wald (bis 2007 als B 247)

Die Bundesstraße 247 weist im südlichen Abschnitt ab der A 38 eine hohe Verkehrsdichte auf, da sie dort auch dem Fernverkehr der Relation GöttingenErfurt sowie der hauptsächlichen Erschließung der Stadt Mühlhausen und des gesamten Unstrut-Hainich-Kreises dient, der über keinen Autobahnanschluss verfügt. Deshalb wird die B 247 aktuell zwischen der A 38 und Bad Langensalza ortsdurchfahrtsfrei ausgebaut und weitgehend neu trassiert, wozu mehrere Vorhaben im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 enthalten sind.

VerlaufBearbeiten

Katlenburg – LeinefeldeBearbeiten

Die B 247 beginnt in Katlenburg (Niedersachsen), wo sie sich von der B 241 (Northeim - Osterode am Harz) südlich abzweigt. Sie führt über Gieboldehausen, wo sie die B 27 kreuzt, weiter nach Duderstadt, wo sie auf die B 446 trifft. Direkt hinter Duderstadt lag der ehemalige deutsch-deutsche Straßengrenzübergang Teistungen. Für Duderstadt ist eine Ortsumgehung in drei Bauabschnitten geplant, der nördliche umfährt die Orte Obernfeld und Mingerode, der zweite (westliche) den Ortsteil Westerode und der südliche hauptsächlich den Ortsteil Gerblingerode bis zur Landesgrenze. Der westliche Abschnitt um Westerode wurde am 16. Oktober 2015 für den Verkehr freigegeben, der südliche befinden sich in der Planung.[1]

Nachfolgend in Thüringen führt die Bundesstraße durch die Orte Teistungen und Ferna, für die ebenfalls eine Ortsumgehung geplant ist, ehe sie die Doppelstadt Leinefelde-Worbis erreicht, wo die B 247 die A 38 kreuzt.

Leinefelde – Bad LangensalzaBearbeiten

Zwischen Leinefelde-Worbis und Gotha ist der Ausbau der Bundesstraße zur Schnellstraße geplant, vor allem um die Erreichbarkeit der Stadt Mühlhausen zu verbessern. Hierfür wurden um Leinefelde, Dingelstädt und Bad Langensalza Ortsumfahrungen errichtet. Weitere Umgehungsstraßen für Großengottern, Mühlhausen und Kallmerode sind bereits planfestgestellt und warten auf ihre Umsetzung. Diese soll als ÖPP-Projekt geschehen. Eine Ausschreibung ist für Anfang 2018[veraltet] geplant, der Baubeginn für die Ortsumgehung Kallmerode 2019 mit Fertigstellung 2022[2][3][4], für die restlichen Ortsumgehungen ist der Baubeginn für Oktober 2021[veraltet] geplant mit Fertigstellung 2025.[5][6][7]

Bad Langensalza – OhrdrufBearbeiten

Zwischen Bad Langensalza und Gotha war die Strecke einst Todesfalle für zahlreiche Autofahrer, da ihre geradlinige Anlage zum Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit animierte. Um dem entgegenzuwirken, installierte der Bund als Baulastträger unter Betreuung der TU Dresden auf einer Strecke von 15 km jeweils fünf statische Geschwindigkeitsmessanlagen für beide Richtungen.

Die B 247 führt durch die Gothaer Oststadt, ein Viertel, welches etwa zwischen 1870 und 1910 entstand. Südlich von Gotha folgt die A 4-Anschlussstelle Gotha. Nach Querung der Ortschaft Schwabhausen wird Ohrdruf erreicht. Die Stadt erhielt bereits zu DDR-Zeiten eine Ortsumfahrung. Damals wurde die B 247 zwischen Suhl und Gotha stark ausgebaut, da die Bezirksstadt Suhl gut erreichbar sein sollte und auch der Tourismus in Oberhof eine gewisse Bedeutung hatte. Aufgrund der Verkehrsentwicklung ist ein vierspuriger Ausbau zwischen Gotha und Ohrdruf unter Umgehung von Schwabhausen geplant.[8][9][10]

Ohrdruf – Schleusingen (herabgestuft)Bearbeiten

Bis zum 31. Dezember 2006 führte die B 247 weiter von Ohrdruf über Suhl nach Schleusingen. Seit 2007 ist dieser Abschnitt zur Landesstraße 3247 abgestuft, wobei die Fernverkehrsfunktion auf die neuen Autobahnen A 71 und A 73 überging. Die ehemalige B 247 führt südlich von Ohrdruf weiter durch das Tal der Ohra und den Ort Luisenthal auf den Kamm des Thüringer Waldes, wo sie auf 830 Meter Höhe nahe dem bekannten Wintersportort Oberhof am Rondell den Rennsteig quert. Ab hier bis Zella-Mehlis folgt eine kurvenreiche, steile und dreispurig ausgebaute Strecke, die besonders bei Motorradfahrern sehr beliebt ist. Im Raum Oberhof/Zella-Mehlis/Suhl hat die heutige L 3247 mit den Anschlussstellen Oberhof und Suhl/Zella-Mehlis zwei Verknüpfungen mit der A 71 sowie mit der neu eingerichteten B 62 (Zella-Mehlis–Benshausen/ehemals B 280). In der direkt angrenzenden Stadt Suhl ist die L 3247 drei- bis vierspurig als Ringstraße ausgebaut. Sie steigt im Süden der Stadt erneut stark an, um den Friedberg zu überqueren. Ihre letzten 15 Kilometer verlaufen im Tal der Erle, bevor sie in Schleusingen an der L 3004, der ehemaligen B 4 (Ilmenau-Coburg), endet.

AusbauplanungenBearbeiten

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht folgende Projekte vor.[11] Die Nutzen-Kosten-Bewertung für den Ausbau von Leinefelde nach Bad Langensalza wurde für das Gesamtprojekt vorgenommen und nicht auf die Einzelprojekte aufgeteilt.

Projekt Einstufung Länge (km) Kosten (Mio. €) NKV
Ortsumgehung Obernfeld/Mingerode vordringlicher Bedarf 5,8 20,3 1,1
Ortsumgehung Gerblingerode vordringlicher Bedarf 3,3 33,8 2,0
Ortsumgehung Teistungen/Ferna vordringlicher Bedarf 7,6 27,4 2,0
Ortsumgehung Kallmerode vordringlicher Bedarf 4,5 18,2 (2,2)
Ortsumgehung Mühlhausen vordringlicher Bedarf 9,8 49,2 (2,2)
Ortsumgehung Höngeda vordringlicher Bedarf 4,7 40,1 (2,2)
Ortsumgehung Großengottern/Schönstedt vordringlicher Bedarf 7,3 49,5 (2,2)
Vierspuriger Ausbau Gotha–A 4 weiterer Bedarf 2,1 9,7 1,9
Ortsumgehung Schwabhausen vordringlicher Bedarf 4,1 19,5 9,2
Vierspuriger Ausbau Schwabhausen–Hohenkirchen (B 88n) weiterer Bedarf 3,4 11,0 1,6

GeschichteBearbeiten

An der ursprünglichen Reichsstraße 247 wurde 1945 zwischen Teistungen und Gerblingerode ein Schlagbaum zwischen der britischen und sowjetischen Besatzungszone errichtet. Der Verkehr wurde im Laufe der folgenden Jahre immer mehr eingeschränkt, bis er 1952 schließlich komplett eingestellt wurde. In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Reichsstraße in die Bundesstraße 247 umbenannt, in der DDR in die Fernverkehrsstraße 247. Nach Inkrafttreten des Grundlagenvertrages wurde am 21. Juni 1973 der Grenzübergang Duderstadt/Worbis eröffnet, der für den grenznahen Reiseverkehr befahren werden konnte. Bis 1989 wurde die Straßenverbindung trotz Einschränkungen von etwa 6 Millionen Reisenden genutzt. Im Jahr 1990 wurde der Grenzübergang aufgelöst und die wieder frei durchgängige Straße wurde zur Bundesstraße auf ihrem kompletten Streckenabschnitt.

WeblinksBearbeiten

Commons: Bundesstraße 247 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verlegung der Bundesstraße 247 (Ortsumgehung Duderstadt) | Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Abgerufen am 8. September 2017 (deutsch).
  2. mdr.de: Baubeginn für Ortsumgehung Kallmerode im Eichsfeld | MDR.DE. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  3. B 247: Baustart für Ortsumgehung Kallmerode. Abgerufen am 10. Oktober 2019 (deutsch).
  4. Verkehr: B247: Grünes Licht für Neubau von Ortsumgehungen. In: Die Zeit. 20. Juli 2021, abgerufen am 16. August 2021.
  5. Heiße Phase für Ortsumgehungen entlang der B 247 beginnt. (thueringer-allgemeine.de [abgerufen am 8. September 2017]).
  6. mdr.de: Ortsumgehung geplant | MDR.DE. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 8. September 2017; abgerufen am 8. September 2017 (deutsch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mdr.de
  7. Klaus Wuggazer: Neubau der Umgehungen von Mühlhausen bis Bad Langensalza kann starten. 20. Juli 2021, abgerufen am 20. Juli 2021 (deutsch).
  8. B 247 Gotha - A4. In: Bundesverkehrswegeplan 2030. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 2. Dezember 2016, abgerufen am 8. September 2017.
  9. B 247 OU Schwabhausen. In: Bundesverkehrswegeplan 2030. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 2. Dezember 2016, abgerufen am 8. September 2017.
  10. B 247 OU Schwabhausen - Spange Naunhof. In: Bundesverkehrswegeplan 2030. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 2. Dezember 2016, abgerufen am 8. September 2017.
  11. Projektinformationssystem