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Katlenburg-Lindau

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Katlenburg-Lindau
Katlenburg-Lindau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Katlenburg-Lindau hervorgehoben

Koordinaten: 51° 40′ N, 10° 6′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Höhe: 139 m ü. NHN
Fläche: 71,46 km2
Einwohner: 7005 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37191
Vorwahlen: 05552, 05556
Kfz-Kennzeichen: NOM, EIN, GAN
Gemeindeschlüssel: 03 1 55 007
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 6
37191 Katlenburg-Lindau
Website: www.katlenburg-lindau.de
Bürgermeister: Uwe Ahrens (parteilos)
Lage der Gemeinde Katlenburg-Lindau im Landkreis Northeim
UslarUslarBodenfeldeHardegsenNörten-HardenbergKatlenburg-LindauDasselMoringenBad GandersheimNortheimKalefeldEinbeckEinbeckLandkreis NortheimNiedersachsenHessenLandkreis GöttingenLandkreis HolzmindenLandkreis HildesheimLandkreis GoslarLandkreis GöttingenNordrhein-WestfalenSolling (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild

Katlenburg-Lindau ist eine Gemeinde im Landkreis Northeim in Niedersachsen.

GeografieBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Wulften am Harz, Bilshausen, Krebeck, Bodensee, Nörten-Hardenberg, Northeim, Kalefeld, Osterode am Harz, Bovenden, Ebergötzen[2]

LandschaftBearbeiten

Die Dörfer liegen größtenteils eingebettet in die Täler der Flüsse Rhume, Oder und Söse zwischen den Landschaften Solling, Harz und Eichsfeld. Das Umland ist geprägt durch ausgedehnte Waldgebiete und vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Wiesen und Felder und steht zum Teil als Naturschutzgebiet Rhumeaue/Ellerniederung/Gillersheimer Bachtal unter Schutz.

GeschichteBearbeiten

Alte Bezeichnungen des Ortes sind zu 1075 Diedericus de Cadalenburg, zu 1076 Thiedericus de Kathalanburg, 1097 Thiederico comite de Catelenburg, 1105 (Fä. Mitte 12. Jh.) in castro suo, quod Katelenburc dicebatur, 1139 Katelenburch. Katlenburg war bis ins 19. Jahrhundert nicht der Name des Dorfes, sondern zunächst der Name der Burg. Das Grundwort liegt vor allem als -burg, -burch, -borg, -borch vor. Es ist davon auszugehen, dass es sich um einen Flussnamen im Sinne von „Burg an der Katel“ handelt.[3]

Die heutige Gemeinde Katlenburg-Lindau wurde am 1. März 1974 aus den bisher selbständigen Gemeinden Katlenburg-Duhm, Lindau, Gillersheim, Berka, Elvershausen, Wachenhausen und Suterode gebildet.[4]

Lindau war bis 2014 Sitz des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS), das bis Juni 2004 als Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) bekannt war.

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2016[5]
Wahlbeteiligung: 60,81 % (2011: 60,09 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,04 %
44,24 %
5,68 %
8,04 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,48 %p
-0,21 %p
-0,35 %p
+8,04 %p

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Katlenburg-Lindau setzt sich aus 20 Ratsmitgliedern zusammen.[6] Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7001 und 8000.[7] Der Rat wird bei den Kommunalwahlen für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimm- und Sitzberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.[6]

Die letzten Kommunalwahlen ergaben direkt nach der Wahl die folgende Sitzverteilung:

Kommunalwahl CDU SPD AfD Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) Parteilose
(Sitz des Brgm.)
Gesamt
11. September 2016[5] 9 8 2 ¹ 1 1 21 Sitze
11. September 2011[8] 9 10 1 1 21 Sitze
10. September 2006[9] 9 10 1 1 21 Sitze

¹ von zwei Sitzen wird nur ein Sitz im Gemeinderat besetzt

BürgermeisterBearbeiten

  • Seit dem 1. Dezember 2005 ist Uwe Ahrens (parteilos) der hauptamtliche Bürgermeister der Gemeinde. Bei der Wahl am 25. September 2005 erhielt er bei zwei Gegenkandidaten bereits im ersten Wahlgang 74,9 % der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 62,33 %.
  • Bei der Direktwahl am 22. September 2013 erhielt er bei einem Gegenkandidaten 72,74 % und wurde für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung betrug 76,61 %. Seine Stellvertreter sind Tobias Grote (CDU) und Frank Sander (SPD).[6]

WappenBearbeiten

  • Das Kommunalwappen der damaligen Gemeinde Katlenburg wurde 1938 verliehen.[10]
  • Die am 1. März 1974 durch Gesetz neugebildete Gemeinde Katlenburg-Lindau hat das Wappen der bisherigen Gemeinde Katlenburg übernommen.
Blasonierung: „Im roten Feld ein schwarzer silbern bewehrter Adler.“[10][11]

Das Wappen wurde heraldisch unkorrekt angefertigt (Siehe: Tingierung – Heraldische Farbregeln).

Wappenbegründung: Katlenburg besteht aus dem Ort Duhm und der ehemaligen Grafenburg, dem Kloster, Schloß und der Domäne Katlenburg. Das nach dieser benannte Amt führte den schwarzen Adler im roten Feld.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Merian-Stich der Katlenburg um 1654
 
Leisenberger Kirche
  • Katlenburg als namensgebende Burg des Ortsteils Katlenburg
  • Mushaus: Teil der ehemaligen Burganlage von Lindau
  • Mordmühle: Alte Mühle, um die sich eine Legende rankt
  • Leisenberger: Kirchenruine in der Nähe von Gillersheim
  • Hügelgräber in der Nähe der Leisenberger Kirche
  • Kreuzkirche (evangelisch, Lindau)
  • St.-Johannes-Kirche (evangelisch-lutherisch, Katlenburg)
  • St. Martini (evangelisch, Berka)
  • St. Peter und Paul (katholisch, Lindau)
  • St. Valentini (evangelisch, Elvershausen)
  • früher: Herz-Jesu (katholisch, Katlenburg), 2009 entweiht
  • Kirche (evangelisch, Gillersheim)

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

Wirtschaftlich haben sich einige kleine und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Industrie und Dienstleistungen angesiedelt. Im Ortsteil Katlenburg hat die Katlenburger Kellerei ihren Sitz. Dem ländlichen Umfeld entsprechend nimmt die Landwirtschaft einen hohen Stellenwert ein.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Zu den Kulturellen Einrichtungen zählt neben einigen Dorfgemeinschaftshäusern und Festhallen, zwei Büchereien und vier Kindergärten auch die Freizeit- und Bildungsstätte Katlenburg.

BildungBearbeiten

Schulen in Katlenburg-Lindau:

  • Burgbergschule in Katlenburg (Grundschule)
  • Rhumetalschule in Lindau (Oberschule)

VerkehrBearbeiten

Im Zentrum der Gemeinde liegt der Knotenpunkt der Bundesstraßen 241 und 247. Im Ortsteil Katlenburg liegt ein Haltepunkt der Südharzstrecke zwischen Northeim und Herzberg am Harz.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Heinz Marks, Elvershausen[12]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • August Beuermann (1867–1930), Politiker (DVP), MdR, MdL (Preußen)
  • Georg Greve-Lindau (1876–1963), Maler des Impressionismus
  • Franz Mueller-Darß (1890–1976), Forstmeister und Standartenführer der Waffen-SS im Stab Heinrich Himmlers
  • Wilfried Gleitze (* 8. September 1944 in Lindau; † 21. November 2019 in Münster), Jurist, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen (1987–2009), Vizepräsident des Bundesversicherungsamtes (1981–1987)

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehenBearbeiten

  • Martin Weskott (* 1951), ev. Pfarrer, Begründer der Buchrettungsaktion „Bücher Weitergeben statt Wegwerfen“, von 1979 bis 2017 Pfarrer der Sankt-Johannes-Gemeinde in Katlenburg
  • Bernd Leinemann (* 11. Dezember 1963 in Northeim), FIA-Rallycross-Vizeeuropameister 1994[13]
  • Frauke Heiligenstadt (* 1966), MdL, Kultusministerin des Landes Niedersachsen (SPD), von 2006 bis 2011 stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Katlenburg-Lindau

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Topographische Karte mit Gemeindegrenzen und -bezeichnungen. In: geolife.de. Abgerufen am 26. November 2019.
  3. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 5. August 2019.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  5. a b Gemeinderatswahl Katlenburg-Lindau 2016. In: Webseite Kommunale Dienste Göttingen. 11. September 2016, abgerufen am 26. November 2019.
  6. a b c Mitglieder des Gemeinderates Katlenburg-Lindau. In: Webseite Gemeinde Katlenburg-Lindau. Abgerufen am 26. November 2019.
  7. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 26. November 2019.
  8. Gemeinderatswahl Katlenburg-Lindau 2011. In: Webseite Kommunale Datenverarbeitungszentrale Südniedersachsen (KDS). 11. September 2011, abgerufen am 26. November 2019.
  9. Gemeinderatswahl Katlenburg-Lindau 2006. In: Webseite Kommunale Datenverarbeitungszentrale Südniedersachsen (KDS). 19. September 2006, abgerufen am 26. November 2019.
  10. a b Wappen Katlenburg. In: Webseite Gemeinde Katlenburg-Lindau. Abgerufen am 27. November 2019.
  11. Hauptsatzung. (PDF; 22 kB) In: Webseite Gemeinde Katlenburg-Lindau. 3. November 2011, abgerufen am 27. November 2019.
  12. Hans-J. Oschmann: Höchste Ehre für Heinz Marks. In: Webseite Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 4. November 2011, abgerufen am 26. November 2019.
  13. Dummrumheizen. In: Webseite TAZ. 10. August 1992, abgerufen am 26. November 2019.