Königsdorf (Oberbayern)

Gemeinde im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
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Königsdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königsdorf
Königsdorf (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königsdorf hervorgehoben

Koordinaten: 47° 49′ N, 11° 29′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Höhe: 625 m ü. NHN
Fläche: 45,68 km2
Einwohner: 3096 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82549
Vorwahlen: 08179, 08046, 08171
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 134
Gemeindegliederung: 23 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 54
82549 Königsdorf
Website: www.gemeinde-koenigsdorf.de
Bürgermeister: Anton Demmel (Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Starnberger SeeAmmerseeÖsterreichLandkreis EbersbergLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Landsberg am LechLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis RosenheimLandkreis StarnbergLandkreis Weilheim-SchongauWolfratshauser ForstPupplinger AuPupplinger AuBad HeilbrunnBad TölzBenediktbeuernBichlDietramszellEglingEurasburg (Oberbayern)GaißachGeretsriedGreilingIckingJachenauKochel am SeeKönigsdorf (Oberbayern)LenggriesMünsingReichersbeuernSachsenkamSchlehdorfWackersbergWolfratshausenKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Laurentius mit Friedhofskapelle in Königsdorf
Bauernhaus im Ortsteil Osterhofen

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat 23 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 778. Im 14. Jahrhundert, nach Aussterben der „Nobiles de Chumizdorf“, übernahm das Geschlecht der Höhenkircher die offene Hofmark Königsdorf und verkaufte diese während des Dreißigjährigen Krieges an das Kloster Benediktbeuern. In den Bairischen Landtafeln des Philipp Apian von 1568 wird der Ort noch als „Kumbsdorf“ bezeichnet.

Am 16. Dezember 1705 fand im Wirtshaus „Post“ in Königsdorf ein Treffen von je drei Wirten aus München und Tölz statt. Christian Probst berichtet über das von Johann Jäger organisierte Gespräch in dem die Befreiung Münchens geplant wurde. Diese schlug fehl und ging als „Sendlinger Mordweihnacht“ in die Geschichte ein.

Königsdorf wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

20. JahrhundertBearbeiten

Das Gelände der ehemaligen „Oberen Rothmühle“ wurde von 1936 bis 1945 von der Hitlerjugend als sogenanntes Hochlandlager genutzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dieses Lager aufgelöst und dem DP-Lager Föhrenwald angegliedert. Es diente in der folgenden Zeit unter anderem zur Ausbildung von Überlebenden des Holocaust zu Offizieren des neu zu gründenden Staates Israel. Die Ausbildung unter der Leitung der zionistischen Untergrundorganisation Hagana wurde 1948 eingestellt. Heute befindet sich auf dem Gelände die Jugendsiedlung Hochland, eine Jugendbildungsstätte des Bezirks Oberbayern.

AbtretungenBearbeiten

Am 1. April 1950 wurde unbewohntes Gemeindegebiet zur Bildung der neuen Gemeinde Geretsried an diese abgetreten.[3]

EingemeindungenBearbeiten

Die ehemalige Gemeinde Osterhofen wurde 1966 fast vollständig nach Königsdorf eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurden die Orte Au, Brandl, Graben, Heigl, Höfen, Pföderl, Schönrain und Schwaighofen der aufgelösten Gemeinde Schönrain nach Königsdorf eingegliedert.[4][5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2.263 auf 3.096 um 833 Einwohner bzw. um 36,8 %.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
32,5 %
36,2 %
31,2 %
UBL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,1 %p
-2,1 %p
+2,1 %p
UBL

Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:[6]

  • Christlich-Soziale Union: 7 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft: 4 Sitze
  • Unabhängige Bürgerliste: 5 Sitze

Die Wahlbeteiligung betrug 67,7 %.

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister. Dies ist seit 1. Mai 2020 Rainer Kopnicky (CSU), der mit 86,1 % der Stimmen gewählt wurde. Sein Vorgänger war von Mai 2008 bis April 2020 Anton Demmel (Freie Wähler).

WappenBearbeiten

Am 7. Dezember 1961 erhielt Königsdorf vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren das Recht, ein Wappen zu führen.[7]

Die Blasonierung lautet: Geteilt von Blau und Silber; oben eine goldene Laubkrone, unten ein von Schwarz und Rot geteilter Schräglinksbalken.

BaudenkmälerBearbeiten

BodendenkmälerBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Josef Genghamer: Zur Geschichte und Beschreibung der katholischen Pfarrei Königsdorf in Oberbayern, In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 30, München 1870–1871, S. 176–226 (online)
  • Georg Burger, Marlies Hieke: Königsdorf. Heimatbuch. Vergangenheit und Gegenwart. Herausgegeben von der Gemeinde Königsdorf, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage, Königsdorf 1999. (ohne ISBN)

WeblinksBearbeiten

Commons: Königsdorf (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Königsdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 595.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 40, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 569.
  6. Besetzung Gemeinderat, abgerufen am 5. Juni 2020.
  7. Georg Burger: Königsdorfer Heimatbuch. 778–1978. Hrsg.: Gemeinde Königsdorf. Selbstverlag, Königsdorf 1978, S. 143.