Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Unterthingau
Unterthingau
Deutschlandkarte, Position des Marktes Unterthingau hervorgehoben
Koordinaten: 47° 46′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Unterthingau
Höhe: 773 m ü. NHN
Fläche: 45,24 km2
Einwohner: 2881 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87647
Vorwahl: 08377
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 175
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 9
87647 Unterthingau
Website: www.unterthingau.de
Bürgermeister: Bernhard Dolp (Wahlgemeinschaft „Gewerbe und Arbeitnehmer“)
Lage des Marktes Unterthingau im Landkreis Ostallgäu
ÖsterreichKempten (Allgäu)Landkreis OberallgäuKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis UnterallgäuLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis Landsberg am LechRettenbach am AuerbergWestendorf (Landkreis Ostallgäu)Wald (Schwaben)Waal (Schwaben)UntrasriedUnterthingauHalblechStöttwangStötten am AuerbergSeegSchwangauRückholzRuderatshofenRoßhauptenRonsbergRieden (bei Kaufbeuren)Rieden am ForggenseePfrontenPforzenOsterzellOberostendorfObergünzburgNesselwangMauerstettenMarktoberdorfLengenwangLechbruck am SeeLamerdingenKraftisriedKaltentalJengenIrseeGünzachHopferauGörisriedGermaringenFüssenFriesenriedEisenberg (Schwaben)EggenthalBuchloeBidingenBaisweilBiessenhofenAitrangKarte
Über dieses Bild
Schloss Unterthingau
Wallfahrtskirche St. Stephan, Oberthingau
Deckengemälde in der Wallfahrtskirche St. Stephan, Oberthingau

Unterthingau ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu (Bayern) und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Unterthingau.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Markt liegt im Allgäu und wird von der Kirnach durchflossen. Durch den Ort verläuft der Allgäu-Radweg.

Es existieren die Gemarkungen Oberthingau, Reinhardsried und Unterthingau.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schenkung von Otto dem Großen als „Tiuoningouvue“, der den Ort an das Kloster Kempten schenkte, welches in der Folgezeit die Rodung auf diesem Gebiet vorantrieb. Bischof Ulrich von Augsburg schenkte 950 einen Hof in Thingau an das Kemptener Kloster und soll im Jahr 963 hier einen Kirchenbau geweiht haben. Als erster Pfarrer ist um 1100 ein Odalrich de Tonego überliefert. Der Ortsname Thingau wird auf den Personennamen Tuono zurückgeführt, eine Differenzierung in Unter- und Oberthingau ist ab 1357 nachweisbar. Unterthingau war seit 1465 Sitz eines Dorfgerichts des Fürststiftes Kempten. Unterthingau bekam 1485 von Kaiser Friedrich III. das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten zugesprochen. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort mit dem Pflegamt Thingau zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Unterthingau.

VerwaltungszugehörigkeitBearbeiten

Im Jahr 1873 gliedert sich Unterthingau dem Bezirksamt Markt Oberdorf und dem Amtsgericht Obergünzburg ein. Im Rahmen der Gebietsreform wurde der Landkreis Marktoberdorf aufgelöst, Unterthingau gehört seitdem zum neu entstandenen Landkreis Ostallgäu.

ReligionenBearbeiten

Die katholischen Gemeindemitglieder des Marktes gehören zu den Kath. Pfarreien St.Nikolaus für die Ortsteile Unterthingau und Reinhardsried und St. Stephan für Oberthingau. Die Pfarrkirche St. Martin Kraftisried ist eine Filialkirche von St. Nikolaus. Die Pfarrei St. Nikolaus Unterthingau besteht aus den politischen Gemeinden Unterthingau und Kraftisried.

Seit September 2011 bilden diese Pfarreien und Filialen zusammen mit der Pfarrei St. Oswald Görisried eine Pfarreiengemeinschaft. Leiter ist Pfarrer Edward Wastag. Diakon Andreas Fischer ist pastoraler Mitarbeiter der Pfarreiengemeinschaft.

Die evangelisch-lutherischen Gemeindemitglieder in den Ortsteilen Unterthingau und Reinhardsried gehören der ca. 1.350 Personen umfassenden Kirchengemeinde Obergünzburg an, bestehend aus den politischen Gemeinden Obergünzburg, Günzach, Ronsberg, Untrasried, Hopferbach, Reinhardsried, Kraftisried und Unterthingau. Im Ortsteil Oberthingau gehören die evangelischen Bewohner der Kirchengemeinde Marktoberdorf an.

Ferner existieren Mitglieder sonstiger christlicher Gruppen, ebenso Muslime.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1978 erfolgte im Zuge der Gebietsreform die Eingemeindung der Gemeinden Reinhardsried und Oberthingau in den Markt Unterthingau.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2118 Einwohner[2]
  • 1970: 2133 Einwohner[2]
  • 1987: 2354 Einwohner
  • 1991: 2470 Einwohner
  • 1995: 2471 Einwohner
  • 2000: 2600 Einwohner
  • 2005: 2738 Einwohner
  • 2010: 2767 Einwohner
  • 2015: 2789 Einwohner

Unterthingau wuchs von 1988 bis 2008 um 347 Einwohner bzw. ca. 15 %.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit April 2013 Bernhard Dolp (Wahlgemeinschaft "Gewerbe und Arbeitnehmer"). Sein Vorgänger war Wolfgang Schramm.[3]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1,067 Mio. €, davon waren 157.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

WappenBearbeiten

Das Wappen zeigt in blau zwei rote Mohnblumen an schräggekreuzten, beblätterten grünen Stengeln.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

UnterthingauBearbeiten

OberthingauBearbeiten

ReinhardsriedBearbeiten

RiedBearbeiten

Weitere SehenswürdigkeitenBearbeiten

Im Umkreis der Ortsteile finden sich einige Bodendenkmäler, die von Fliehburgen und anderen mittelalterlichen Bauwerken zeugen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 162 und im Bereich Handel und Verkehr 63 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 94 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 898. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 117 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2565 ha, davon waren 2563 ha Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

Unterthingau liegt an der Bundesstraße 12, die heute etwas abseits des Ortes vorbeiführt.

BildungBearbeiten

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 87 Kindern
  • Volksschule: eine mit 23 Lehrern und 459 Schülern

PersönlichkeitenBearbeiten

In Unterthingau geborenBearbeiten

Sonstige Persönlichkeiten mit Bezug zu UnterthingauBearbeiten

  • Johann Mühlegg (* 1970), ehemaliger deutscher Skilangläufer; lebte einige Jahre in Unterthingau.
  • Joseph Kiermeier-Debre (* 1946), deutscher Literatur-, Theater- und Kunstwissenschaftler, Hochschullehrer, Museumsleiter, Kurator, Programmmacher und Autor; lebt seit 1989 in Unterthingau.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Unterthingau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  3. https://www.all-in.de/nachrichten/lokales/Bernhard-Dolp-gewinnt-Buergermeisterwahl-in-Unterthingau;art26090,1314042