Deutsche Frauen-Handballnationalmannschaft

Die deutsche Frauen-Handballnationalmannschaft vertritt die Bundesrepublik Deutschland bei Länderspielen und internationalen Turnieren.

Deutschland
DHB Logo
Verband DHB
Konföderation EHF
Ausrüster Kempa
Trainer Henk Groener
Co-Trainer Alexander Koke
Meiste Tore Grit Jurack: 1581
Meiste Spiele Grit Jurack: 306
Olympische Spiele
Teilnahmen 4 von 11 (Erste: 1984)
Bestes Ergebnis 4. Platz (1984, 1992)
Handball-Weltmeisterschaft
Teilnahmen 21 von 24 (Erste: 1957)
Bestes Ergebnis Weltmeister (1993)
Handball-Europameisterschaft
Teilnahmen 13 von 13 (Erste: 1994)
Bestes Ergebnis 2. Platz (1994)
(Stand: 12. Dezember 2018)

Die größten Erfolge waren der Gewinn einer Weltmeisterschaft (1993) und ein zweiter Platz bei Europameisterschaften (1994).

Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Frankreich belegte die Mannschaft von Armin Emrich den 3. Platz.

In den Jahren der Teilung Deutschlands vertrat die Frauen-Handballnationalmannschaft der DDR die DDR bei Länderspielen und internationalen Turnieren. Sie gewann Silber bei den Olympischen Sommerspielen 1976 und drei Weltmeistertitel (1971, 1975, 1978).

Platzierungen bei MeisterschaftenBearbeiten

Die folgenden Tabellen enthalten nicht die Platzierungen der Frauen-Handballnationalmannschaft der DDR.

Weltmeisterschaften (Feld)Bearbeiten

Weltmeisterschaft 1949: nicht qualifiziert
Weltmeisterschaft 1956: 2. Platz
Weltmeisterschaft 1960: 3. Platz

Weltmeisterschaften (Halle)Bearbeiten

Zu sehen sind die einzelnen Ergebnisse bei Weltmeisterschaften.

Weltmeisterschaft 1957: 04. Platz
Weltmeisterschaft 1962: 08. Platz
Weltmeisterschaft 1965: 03. Platz
Weltmeisterschaft 1971: 05. Platz
Weltmeisterschaft 1973: 11. Platz
Weltmeisterschaft 1975: nicht qualifiziert
Weltmeisterschaft 1978: 08. Platz
Weltmeisterschaft 1982: 09. Platz
Weltmeisterschaft 1986: 07. Platz
Weltmeisterschaft 1990: 04. Platz
Weltmeisterschaft 1993: 01. Platz
Weltmeisterschaft 1995: 05. Platz
Weltmeisterschaft 1997: 03. Platz
Weltmeisterschaft 1999: 07. Platz
Weltmeisterschaft 2001: nicht qualifiziert
Weltmeisterschaft 2003: 12. Platz
Weltmeisterschaft 2005: 06. Platz
Weltmeisterschaft 2007: 03. Platz
Weltmeisterschaft 2009: 07. Platz
Weltmeisterschaft 2011: 17. Platz
Weltmeisterschaft 2013: 07. Platz
Weltmeisterschaft 2015: 13. Platz
Weltmeisterschaft 2017: 12. Platz
Weltmeisterschaft 2019: 08. Platz

GeschichteBearbeiten

Zur Weltmeisterschaft im eigenen Land bereitete man sich 20 Monate mit dem neuen Trainer Michael Biegler vor. Als Ziel wurde das Halbfinale vom DHB ausgegeben. Schon in der Vorbereitung musste man Ausfälle im Kader verkraften. Der wichtigste Verlust in der Vorbereitung war die Halbrechte Anne Hubinger. Die mit einer schweren Fußverletzung für die Heim-WM ausfiel. Die meisten Spiele in der Vorbereitung konnte die Mannschaft gewinnen. Zum Start der WM benannte der Trainer 15 Spielerinnen um noch vier Möglichkeiten zu haben nachzunominieren. Die WM begann am 1. Dezember 2017 in Leipzig mit einem 28:15 Sieg gegen Kamerun. Dieser Sieg war jedoch teuer erkauft, mit einem Kreuzbandriss von Kim Naidzinavicius. Das Trainerteam nahm Alicia Stolle für Kim Naidzinavicius zum zweiten Vorrundenspiel ins Team. Dieses gewann man mit 23:18 gegen Südkorea. Im dritten Vorrundenspiel folgte ein 22:22 Unentschieden gegen Serbien. Zudem füllte man vorher mit Emily Bölk den Kader auf 16 Spielerinnen auf. Den dritten Sieg konnte man gegen China feiern. Zum letzten Vorrundenspiel wurde Antje Lauenroth durch Dinah Eckerle ersetzt. Im entscheidenden Spiel um die Plätze 1 bis 3, zog man deutlich mit 23:31 den kürzeren gegen die Niederlande. Dadurch erreichte man nur den dritten Platz in der Gruppe D. Im Achtelfinale traf man damit in Magdeburg auf den Gruppenzweiten der Gruppe C, der Nationalmannschaft aus Dänemark. Schon während der Vorrunde musste man sich mit einer wenig zufriedenstellenden Torausbeute begnügen. Im Spiel gegen Dänemark scheiterte man ein ums andere mal an der Dänischen Torfrau Sandra Toft, was zur Folge hatte das man mit 17:21 aus dem Turnier ausschied.

EuropameisterschaftenBearbeiten

Zu sehen sind die einzelnen Ergebnisse bei Europameisterschaften.

Europameisterschaft 1994: 02. Platz
Europameisterschaft 1996: 04. Platz
Europameisterschaft 1998: 06. Platz
Europameisterschaft 2000: 09. Platz
Europameisterschaft 2002: 11. Platz
Europameisterschaft 2004: 05. Platz
Europameisterschaft 2006: 04. Platz
Europameisterschaft 2008: 04. Platz
Europameisterschaft 2010: 13. Platz
Europameisterschaft 2012: 08. Platz
Europameisterschaft 2014: 10. Platz
Europameisterschaft 2016: 06. Platz
Europameisterschaft 2018: 10. Platz

GeschichteBearbeiten

Olympische SpieleBearbeiten

Olympische Sommerspiele 1976: nicht qualifiziert
Olympische Sommerspiele 1980: nicht qualifiziert
Olympische Sommerspiele 1984: 04. Platz
Olympische Sommerspiele 1988: nicht qualifiziert
Olympische Sommerspiele 1992: 04. Platz
Olympische Sommerspiele 1996: 06. Platz
Olympische Sommerspiele 2000: nicht qualifiziert
Olympische Sommerspiele 2004: nicht qualifiziert
Olympische Sommerspiele 2008: 11. Platz
Olympische Sommerspiele 2012: nicht qualifiziert
Olympische Sommerspiele 2016: nicht qualifiziert

Trikots, Ausrüster und SponsorenBearbeiten

Heimtrikot
 
Auswärtstrikot
 

Bis zum Jahr 1980 übernahm adidas die Ausrüstung der Handballnationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland. Danach gab es verschiedene weitere Ausrüster wie Puma, die dänische Firma Hummel und Nike. Von 2004 bis zum Jahr 2008 bestand ein Ausrüstungsvertrag mit Kempa, einem Tochterunternehmen von Uhlsport. Pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking übernahm adidas wieder die Ausrüstung sämtlicher Nationalteams.[1]

Im Gegensatz zu Fußballnationalmannschaften haben Handballnationalmannschaften eigene Trikotsponsoren. So war bis zum Jahr 2003 das Modelabel Gin Tonic auf der Vorderseite der Trikots der Nationalspielerinnen zu sehen, später die Modemarke Gerry Weber, derzeit EZTrader.com. Weiterer Sponsor ist die Deutsche Kreditbank (DKB) auf den Hosen.

AktuellesBearbeiten

LänderspieleBearbeiten

Aufgelistet sind die Spiele der letzten zwölf Monate mit den Ergebnissen aus deutscher Sicht sowie geplante Länderspiele.

Nr. Datum Ergebnis Gegner Austragungsort Anlass Bemerkungen
23. Nov. 2018 19:20 (8:9) Brasilien  Brasilien A Alicante (ESP) Turnier
24. Nov. 2018 20:22 (11:11) Spanien  Spanien A Alicante (ESP) Turnier
25. Nov. 2018 28:27 (14:15) Polen  Polen A Alicante (ESP) Turnier
1. Dez. 2018 33:32 (15:16) Norwegen  Norwegen A Brest (FRA) EM-2018-Vorrunde
3. Dez. 2018 24:29 (11:14) Rumänien  Rumänien A Brest (FRA) EM-2018-Vorrunde
5. Dez. 2018 30:28 (16:16) Tschechien  Tschechien A Brest (FRA) EM-2018-Vorrunde
7. Dez. 2018 29:23 (17:9) Spanien  Spanien A Nancy (FRA) EM-2018-Hauptrunde
9. Dez. 2018 25:26 (10:12) Ungarn  Ungarn A Nancy (FRA) EM-2018-Hauptrunde
12. Dez. 2018 21:27 (10:13) Niederlande  Niederlande A Nancy (FRA) EM-2018-Hauptrunde
22. März 2019 26:29 (10:14) Niederlande  Niederlande A Groningen (NLD)
23. März 2019 29:28 (19:12) Niederlande  Niederlande H Oldenburg (Oldb)
2. Juni 2019 24:24 (10:11) Kroatien  Kroatien A Koprivnica (CRO) WM-Qualifikation-2019
5. Juni 2019 25:21 (14:9) Kroatien  Kroatien H Hamm WM-Qualifikation-2019
25. Sep. 2019 40:30 (20:14) Weissrussland  Weißrussland H Coburg EM-Qualifikation-2020
29. Sep. 2019 34:15 (14:8) Kosovo  Kosovo A Pristina (KOS) EM-Qualifikation-2020
23. Okt. 2019 21:21 (12:11) Kroatien  Kroatien A Zagreb (CRO)
26. Okt. 2019 32:23 (16:11) Kroatien  Kroatien H München
21. Nov. 2019 29:33 (16:17) Montenegro  Montenegro H Stuttgart
30. Nov. 2019 30:24 (14:11) Brasilien  Brasilien * Yamaga WM-2019-Vorrunde
1. Dez. 2019 34:8 (16:4) Australien  Australien * Yamaga WM-2019-Vorrunde
3. Dez. 2019 26:25 (13:11) Danemark  Dänemark * Kumamoto WM-2019-Vorrunde
4. Dez. 2019 25:27 (12:14) Frankreich  Frankreich * Yamaga WM-2019-Vorrunde
6. Dez. 2019 27:27 (15:14) Korea Sud  Südkorea * Yamaga WM-2019-Vorrunde
8. Dez. 2019 25:23 (11:12) Niederlande  Niederlande * Kumamoto WM-2019-Hauptrunde
9. Dez. 2019 28:29 (17:19) Serbien  Serbien * Kumamoto WM-2019-Hauptrunde
11. Dez. 2019 29:32 (16:17) Norwegen  Norwegen * Kumamoto WM-2019-Hauptrunde
13. Dez. 2019 24:35 (13:18) Schweden  Schweden * Kumamoto WM-2019-Spiel um Platz 7
1. Okt. 2020 27:25 (16:15) Niederlande  Niederlande H Lingen
3. Okt. 2020 26:32 (10:18) Niederlande  Niederlande H Lingen

KaderBearbeiten

Der 17er-Kader der Frauen-Handballnationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2019. Bundestrainer ist Henk Groener.

 
Die Deutsche Frauen-Handballnationalmannschaft vor einem Länderspiel am 1. Dezember 2006 in Darmstadt mit Einlaufkindern
Nr. Name Geburtstag Position Logo Verein LS Tore T/S
Ann-Cathrin Giegerich 4. Januar 1992 TW   Thüringer HC 9 0 0
16 Isabell Roch 26. Juli 1990 TW   Borussia Dortmund 21 0 0
36 Dinah Eckerle 16. Oktober 1995 TW   SG BBM Bietigheim 41 1 0,02
03 Amelie Berger 22. Juli 1999 RA   SG BBM Bietigheim 14 21 1,5
04 Alina Grijseels 12. April 1996 RM   BVB 09 Borussia Dortmund 19 23 1,21
07 Meike Schmelzer 19. Juli 1993 KR   Thüringer HC 50 59 1,18
13 Julia Behnke 28. März 1993 KR GK Rostow am Don 69 117 1,7
15 Kim Naidzinavicius (C)  6. April 1991 RM   SG BBM Bietigheim 100 250 2,5
18 Mia Zschocke 28. Mai 1998 RL   TSV Bayer 04 Leverkusen 17 8 0,47
20 Emily Bölk 26. April 1998 RL   Thüringer HC 45 127 2,82
21 Ina Großmann 21. August 1990 LA   Thüringer HC 23 40 1,74
22 Maren Weigel 22. Mai 1994 RR   TuS Metzingen 19 23 1,21
29 Antje Lauenroth 3. Oktober 1988 KR   SG BBM Bietigheim 17 28 1,65
30 Jenny Behrend 20. Januar 1996 RA   VfL Oldenburg 7 9 1,29
32 Shenia Minevskaja 31. Oktober 1992 RL Brest Bretagne Handball 77 120 1,56
33 Luisa Schulze 14. September 1990 KR   SG BBM Bietigheim 85 108 1,27
37 Alicia Stolle 17. Juni 1996 RR   Thüringer HC 45 97 2,16

RekordspielerBearbeiten

RekordtorschützenBearbeiten

Rang Name Tore Spiele Tore/Spiel Erstes Spiel Letztes Spiel Gewonnene Titel
01 Grit Jurack 1581 306 5,166 23. Jan. 1996 7. Okt. 2012
02 Dagmar Stelberg 832 219 3,799
03 Bianca Urbanke-Rösicke 775 203 3,818 Weltmeister 1993
04 Silvia Schmitt 751 245 3,065
05 Nadine Krause 741 188 3,798 23. Nov. 1999 9. Sep. 2014
06 Michaela Erler 690 285 2,421 Weltmeister 1993
07 Elena Leonte 530 95 5,579
08 Anja Althaus 527 243 2,169 5. Apr. 2002 13. Juni 2015
09 Stefanie Melbeck 483 223 2,166 29. Apr. 1998
10 Kathrin Blacha 435 222 1,959 21. Okt. 1995

Meiste EinsätzeBearbeiten

Rang Name Spiele Tore Tore/Spiel Erstes Spiel Letztes Spiel Gewonnene Titel
01 Grit Jurack 306 1581 5,17 23. Jan. 1996 7. Okt. 2012
02 Michaela Erler 285 690 2,42 Weltmeister 1993
03 Anna Loerper 246 428 1,74 14. Okt. 2005 6. Juni 2018
04 Silvia Schmitt 245 751 3,07
05 Anja Althaus 243 527 2,17 5. Apr. 2002 13. Juni 2015
06 Andrea Stolletz 227 1 0
07 Stefanie Melbeck 223 483 2,17 29. Apr. 1998 14. Dez. 2008
08 Kathrin Blacha 222 435 1,96 21. Okt. 1995
Clara Woltering 222 1 0 22. Nov. 2003 10. Dez. 2017
10 Dagmar Stelberg 219 832 3,8
11 Petra Platen 208 355 1,71

Ehemalige NationaltrainerBearbeiten

Siehe auch: Liste der Bundestrainer der Frauen

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jörg Holländer: Drei Streifen für Heiner Brand. (Nicht mehr online verfügbar.) handball-news.de, 1. April 2008, archiviert vom Original am 8. Dezember 2014; abgerufen am 6. Dezember 2014.