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Handball-Weltmeisterschaft der Frauen

Weltmeisterschaft der Frauen im Handball
Handball-Weltmeisterschaft der Frauen
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Voller Name IHF Women’s World Championship
Verband IHF
Erstaustragung 1957
Mannschaften 24
Spielmodus Rundenturnier

(4 Gruppen à 6 Teams)
K.-o.-System (ab Achtelfinale)

Titelträger FrankreichFrankreich Frankreich (2)
Rekordsieger RusslandRussland Russland (7)
Website www.ihf.infoVorlage:InfoboxHandballwettbwerb/Wartung/Webseite

Die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen (offiziell IHF Women’s World Championship) ist ein Handballturnier zwischen Nationalmannschaften zur Ermittlung der besten weiblichen Handballnationalmannschaft der Welt. Veranstalter ist die International Handball Federation (IHF). Erstmals wurden 1949 Weltmeisterschaften für Frauen im Feldhandball und 1957 sowie 1961 auf dem Kleinfeld ausgetragen. Die beiden Kleinfeldturniere werden heute als erste Hallenweltmeisterschaften gezählt, da auf dem Kleinfeld nach den Regeln des Hallenhandballs gespielt wurde. Seit 1964 wird die Weltmeisterschaft der Frauen in der Halle ausgetragen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fanden die beiden Turniere in unregelmäßigen Abständen, meist alle drei oder vier Jahre statt. Seit 1993 wird das Turnier alle zwei Jahre veranstaltet. Die letzte Feldhandball-Weltmeisterschaft wurde 1960 ausgetragen.

Der aktuelle Handballweltmeister in der Halle ist Frankreich. Die Mannschaft konnte sich 2017 in Deutschland im Finale gegen Norwegen erfolgreich durchsetzen und erspielte sich so ihren zweiten Weltmeistertitel. Die nächste Handball-WM der Frauen findet 2019 in Japan statt.

Inhaltsverzeichnis

Die Turniere im ÜberblickBearbeiten

Die erste Weltmeisterschaft der Frauen wurde 1957 in Jugoslawien ausgetragen, den Sieg trug die ČSSR davon. Bis zur Wiedervereinigung konnte die Frauen-Handballnationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland keinen Weltmeistertitel erringen, die Frauen-Nationalmannschaft der DDR dagegen zeigte sich erfolgreich und wurde drei Mal Weltmeister. Der letzte Titelgewinn gelang den deutschen Frauen 1993 bei der Weltmeisterschaft in Norwegen.

Mit sieben Weltmeistertiteln führt Russland die Rangliste der Handball-Damen an; nimmt man die Siege des Weltmeistertitels der BRD und der DDR zusammen, gelangt Deutschland mit vier Titeln auf den zweiten Platz. Bisher wurde die Weltmeisterschaft zweimal in Deutschland ausgetragen und beide Male konnte man nicht das Finale erreichen, jedoch das Spiel um Platz 3 für sich entscheiden.

Jahr Austragungsland Weltmeister Ergebnis Vize-Weltmeister Dritter
1957 1 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 7:1 Ungarn 1957  Ungarn Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien
1962 1 Rumänien 1952  Rumänien Rumänien 1952  Rumänien 8:5 Danemark  Dänemark Tschechoslowakei  Tschechoslowakei
1965 Deutschland BR  BR Deutschland Ungarn 1957  Ungarn 5:3 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien Deutschland BR  BR Deutschland
1971 Niederlande  Niederlande Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR 11:8 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien Ungarn  Ungarn
1973 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 16:11 Rumänien 1965  Rumänien Sowjetunion 1955  Sowjetunion
1975 Sowjetunion 1955  Sowjetunion Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR kein Endspiel 2 Sowjetunion 1955  Sowjetunion Ungarn  Ungarn
1978 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR kein Endspiel 3 Sowjetunion 1955  Sowjetunion Ungarn  Ungarn
1982 Ungarn 1957  Ungarn Sowjetunion  Sowjetunion kein Endspiel 4 Ungarn 1957  Ungarn Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien
1986 Niederlande  Niederlande Sowjetunion  Sowjetunion 30:22 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei Norwegen  Norwegen
1990 Korea Sud  Südkorea Sowjetunion  Sowjetunion 24:22 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR
1993 Norwegen  Norwegen Deutschland  Deutschland 22:21 n. V. Danemark  Dänemark Norwegen  Norwegen
1995 Osterreich  Österreich / Ungarn  Ungarn Korea Sud  Südkorea 25:20 Ungarn  Ungarn Danemark  Dänemark
1997 Deutschland  Deutschland Danemark  Dänemark 33:20 Norwegen  Norwegen Deutschland  Deutschland
1999 Danemark  Dänemark / Norwegen  Norwegen Norwegen  Norwegen 25:24 n.2 V. Frankreich  Frankreich Osterreich  Österreich
2001 Italien  Italien Russland  Russland 30:25 Norwegen  Norwegen Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien
2003 Kroatien  Kroatien Frankreich  Frankreich 32:29 n. V. Ungarn  Ungarn Korea Sud  Südkorea
2005 Russland  Russland Russland  Russland 28:23 Rumänien  Rumänien Ungarn  Ungarn
2007 Frankreich  Frankreich Russland  Russland 29:24 Norwegen  Norwegen Deutschland  Deutschland
2009 China Volksrepublik  Volksrepublik China Russland  Russland 25:22 Frankreich  Frankreich Norwegen  Norwegen
2011 Brasilien  Brasilien Norwegen  Norwegen 32:24 Frankreich  Frankreich Spanien  Spanien
2013 Serbien  Serbien Brasilien  Brasilien 22:20 Serbien  Serbien Danemark  Dänemark
2015 Danemark  Dänemark Norwegen  Norwegen 31:23 Niederlande  Niederlande Rumänien  Rumänien
2017 Deutschland  Deutschland Frankreich  Frankreich 23:21 Norwegen  Norwegen Niederlande  Niederlande
2019 Japan  Japan --:--
2021 Spanien  Spanien --:--
2023 Danemark  Dänemark / Norwegen  Norwegen / Schweden  Schweden --:--

Bei den Weltmeisterschaften 1975 bis 1982 wurde der Titel nicht in einem Finalspiel entschieden, sondern in einer Finalgruppe mit je sechs Mannschaften. Es ergab sich das Kuriosum, dass in allen drei Fällen der spätere Weltmeister nicht gegen den späteren Vizeweltmeister gewonnen hatte.

1 Die Turniere 1957 und 1961 wurden nach Hallenregeln auf dem Kleinfeld (im Freien) ausgetragen.
2 1975 trennten sich DDR und UdSSR 10:10. Die DDR wurde mit 9:1 Punkten Weltmeister, da die sowjetische Mannschaft gegen den Dritten Ungarn verloren hatte und somit nur 7:3 Punkte erreichte.
3 1978 unterlag die DDR der UdSSR 12:14, diese verlor ihrerseits gegen die ČSSR. Beide Mannschaften kamen auf 8:2 Punkte, die DDR hatte die bessere Tordifferenz (+27 gegenüber +23).
4 1982 wurde die UdSSR Weltmeister obwohl sie Ungarn im direkten Vergleich mit 13:15 unterlegen war. Ungarn gab durch eine Niederlage gegen Jugoslawien und ein Unentschieden gegen die DDR insgesamt drei Punkte ab und wurde Vizeweltmeister.

MedaillenspiegelBearbeiten

Stand nach 23 Weltmeisterschaften, einschließlich 2017.

Rang Land        
01 Russland  Russland
(davon Sowjetunion  Sowjetunion)
7
(3)
2
(2)
1
(1)
10
(6)
02 Deutschland  Deutschland
(davon Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR)
(davon Deutschland BR  BR Deutschland)
4
(3)
(—)

(—)
(—)
4
(1)
(1)
08
(4)
(1)
03 Norwegen  Norwegen 3 4 3 10
04 Frankreich  Frankreich 2 3 05
05 Ungarn  Ungarn 1 4 4 09
06 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 1 3 3 07
07 Danemark  Dänemark 1 2 2 05
08 Rumänien  Rumänien 1 2 1 04
09 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 1 1 1 03
10 Korea Sud  Südkorea 1 1 02
11 Brasilien  Brasilien 1 01
12 Niederlande  Niederlande 1 1 02
13 Serbien  Serbien 1 01
14 Osterreich  Österreich 1 01
Spanien  Spanien 1 01

Die besten Acht bei WeltmeisterschaftenBearbeiten

Nr. Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz 4. Platz 5. Platz 6. Platz 7. Platz 8. Platz
1. 1957 ČSSR Ungarn Jugoslawien BRD Dänemark Schweden - -
2. 1962 Rumänien Dänemark ČSSR Jugoslawien Ungarn UdSSR Polen BRD
3. 1965 Ungarn Jugoslawien Deutschland ČSSR Dänemark Rumänien - -
4. 1971 DDR Jugoslawien Ungarn Rumänien BRD Dänemark Norwegen Niederlande
5. 1973 Jugoslawien Rumänien UdSSR Ungarn Polen ČSSR Dänemark Norwegen
6. 1975 DDR UdSSR Ungarn Rumänien Jugoslawien ČSSR Polen Norwegen
7. 1978 DDR UdSSR Ungarn ČSSR Jugoslawien Polen Rumänien BRD
8. 1982 UdSSR Ungarn Jugoslawien DDR ČSSR Südkorea Norwegen Rumänien
9. 1986 UdSSR ČSSR Norwegen DDR Rumänien Jugoslawien BRD Ungarn
10. 1990 UdSSR Jugoslawien DDR 10 BRD 10 Österreich Norwegen Rumänien China
11. 1993 Deutschland Dänemark Norwegen Rumänien Russland Schweden Ungarn Österreich
12. 1995 Südkorea Ungarn Dänemark Norwegen Deutschland Russland Rumänien Österreich
13. 1997 Dänemark Norwegen Deutschland Russland Südkorea Kroatien Mazedonien Polen
14. 1999 Norwegen Frankreich Österreich Rumänien Ungarn Dänemark Deutschland Mazedonien
15. 2001 Russland Norwegen Jugoslawien Dänemark Frankreich Ungarn Österreich Schweden
16. 2003 Frankreich Ungarn Südkorea Ukraine Spanien Norwegen Russland Slowenien
17. 2005 Russland Rumänien Ungarn Dänemark Niederlande Deutschland Brasilien Südkorea
18. 2007 Russland Norwegen Deutschland Rumänien Frankreich Südkorea Angola Ungarn
19. 2009 Russland Frankreich Norwegen Spanien Dänemark Südkorea Deutschland Rumänien
20. 2011 Norwegen Frankreich Spanien Dänemark Brasilien Russland Kroatien Angola
21. 2013 Brasilien Serbien Dänemark Polen Norwegen Frankreich Deutschland Ungarn
22. 2015 Norwegen Niederlande Rumänien Polen Russland Dänemark Frankreich Montenegro
23. 2017 Frankreich Norwegen Niederlande Schweden Russland Dänemark Montenegro Tschechien
  • WM-Titel für eine deutsche Mannschaft
  • 10 Zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft 1990 (November) war die deutsche Wiedervereinigung bereits vollzogen. Trotzdem traten zwei separate deutsche Mannschaften für die DDR und die Bundesrepublik Deutschland an.

    Deutsche Platzierungen bei WeltmeisterschaftenBearbeiten

    1957 62 65 71 73 75 78 82 86 90 93 95 97 99 2001 03 05 07 09 11 13 15 17 19
    BR Deutschland 4 8 3 5 11 n.t. 8 9 7 4 - - - - - - - - - - - - - -
    DDR n.t. n.t. n.t. 1 9 1 1 4 4 3 - - - - - - - - - - - - - -
    Deutschland - - - - - - - - - - 1 5 3 7 n.q. 12 6 3 7 17 7 13 12
    • n.t. = nicht teilgenommen; n.q. = nicht qualifiziert

    B- und C-WeltmeisterschaftBearbeiten

    Als Qualifikationsturniere für die Handball-Weltmeisterschaft fanden von 1977 bis 1992 B- und C-Weltmeisterschaften statt, deren Erst- und Zweitplatzierte in die nächsthöhere Division auf- und deren beide Letztplatzierte in die niedrigere Gruppe abstiegen:

    • B-WM für Frauen jeweils in den ungeraden Jahren von 1977 bis 1989 sowie 1992,
    • C-WM für Frauen 1986, 1988 und 1991.

    Siehe auchBearbeiten

    WeblinksBearbeiten