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Der Thüringer Handball Club Erfurt-Bad Langensalza e. V. ist ein Handballverein aus Erfurt und Bad Langensalza. Der Verein hat seinen Sitz gemäß § 1 Nr. 3 der Vereinssatzung in Erfurt. Die größten sportlichen Erfolge des Vereins sind der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2018 sowie des DHB-Pokals 2011, 2013 und 2019 im Frauenhandball.

Thüringer HC
Voller Name Thüringer Handball Club Erfurt-Bad Langensalza e.V. (Hauptverein)
THC Sport GmbH (Spielbetrieb Profi-Handball)
Abkürzung(en) THC
Gegründet 2000
Vereinsfarben rot / blau
Halle Salzahalle, Bad Langensalza

Riethsporthalle, Erfurt Wiedigsburghalle, Nordhausen

Plätze 1.100 - 1.500 - 2100
Präsident Tobias Ernst
Geschäftsführer Maik Schenk
Trainer Herbert Müller
Liga Handball-Bundesliga Frauen
2018/19
Rang 2. Platz
DHB-Pokal Pokalsieger
International Hauptrunde (EHF Champions League)
Website thueringer-hc.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National Deutscher Meister
2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2018
DHB-Pokalsieger
2011, 2013, 2019
Supercup
2015, 2016, 2018

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Wurzeln des THC Erfurt liegen in den 1960er Jahren in der damaligen Betriebssportgemeinschaft Motor-Nord-Erfurt. Diese wurde später zur BSG Umformtechnik Erfurt (UT Erfurt) umbenannt. Größter Erfolg der Handballabteilung der BSG Umformtechnik Erfurt war der Sieg der Frauen im FDGB-Pokal, im Handballpokal der DDR, im Jahr 1975.[1]

Als nach der Wende der Trägerbetrieb, das Kombinat Umformtechnik Erfurt, keinerlei Unterstützung einer leistungsorientierten Arbeit mehr leistete, schlossen sich die Handballerinnen in der Mehrzahl dem TSV Erfurt an und spielten bis 1994 mit ihrer Mannschaft in der ersten bzw. zweiten Bundesliga.

Der TSV Erfurt war bis 1996 der größte Erfurter Sportverein. Es gab eine Vielzahl alter (Schwimmen, Leichtathletik, Radsport, Fußball) und neu gegründeter Abteilungen wie z. B. Handball, Wandern, Boxen.

Auf Grund der Veränderungen nach der Wende war der Verein in seiner Größe wirtschaftlich kaum noch zu führen. Einzelne Abteilungen gründeten selbständige Vereine – so auch die Handballabteilung im Dezember 1996 – den Handball-Club Erfurt.

Am 9. Juni 2000 wurde der Name Thüringer Handball-Club Erfurt-Bad Langensalza auf der Mitgliederversammlung angenommen. Damit startete ein Thüringer Verein in die Saison 2000/01, der durch die Fusion des HC Erfurt mit der Handballabteilung des SV Empor Bad Langensalza entstand. Zur Saison 2006/07 wurde die 1. Frauenmannschaft aus dem Verein ausgegliedert, den Spielbetrieb organisiert seitdem die THC Sport GmbH.[2]

Die Heimspiele wurden bis Mai 2019 in der Salzahalle in Bad Langensalza, Hannoversche Straße 1, ausgetragen. Die notwendige Rekonstruktion und die Erweiterung der Zuschauerkapazität durch einen modernen Anbau machen für eine Spielzeit das Ausweichen auf andere Spielstätten notwendig. Die Bundesliga-Punktspiele werden in der Erfurter Großsporthalle Rieth, die Spiele im EHF-Cup in der Nordhäuser Wiedigsburghalle ausgetragen.

MannschaftenBearbeiten

Seit 2005 spielt die Frauenmannschaft in der 1. Bundesliga.

In der Saison 2004/05 schaffte die Frauenmannschaft den Aufstieg in die erste Bundesliga und erreichte in den ersten beiden Spielzeiten eine Platzierung im Tabellenmittelfeld.

In der Saison 2007/08 schaffte die Bundesligamannschaft die erstmalige Teilnahme am Europacup. In der Saison 2008/09 konnte nicht an die Erfolge der vergangenen Spielzeiten angeknüpft werden und der THC landete am Saisonende auf einem Abstiegsplatz. Da der 1. FC Nürnberg wegen Insolvenz sein Team zurückzog, blieb der THC dennoch in der 1. Bundesliga. Auf internationaler Ebene verlief die Saison 2008/09 weitaus besser: Die Mannschaft erreichte das Finale des EHF Challenge Cups, in dem sie allerdings in zwei Finalspielen dem HB Cercle Nîmes unterlag.

In der Saison 2009/10 belegten die Thüringerinnen in der Meisterschaftsrunde den 8. Tabellenplatz und qualifizierten sich damit für die Play-off-Spiele. Dort scheiterten sie im Viertelfinale am späteren Meister HC Leipzig.

Die Saison 2010/11 wurde zur erfolgreichsten Spielzeit der Vereinsgeschichte. In der Bundesliga lagen die Thüringerinnen nach Abschluss der Hauptrunde mit 39:5 Punkten auf dem 1. Platz. In den anschließenden Play-off-Spielen setzten sie sich zunächst gegen die HSG Blomberg-Lippe mit 25:25 (auswärts) und 38:28 (daheim) sowie gegen den VfL Oldenburg mit 34:23 (auswärts) und 31:32 (daheim) durch. Die Finalspiele gegen den Buxtehuder SV entwickelten sich zu einem „Handball-Krimi“. Nachdem die Thüringerinnen das Auswärtsspiel in Buxtehude bereits mit 34:29 für sich entschieden hatten, schien der Titel im Finalrückspiel bereits verspielt, als der THC in eigener Halle in Bad Langensalza fünfeinhalb Minuten vor Schluss mit 19:28 zurücklag. In der Schlussphase gelangen dem THC aber noch 4 Tore, so dass der Meistertitel trotz einer 23:28-Niederlage aufgrund der Auswärtstorregel an die Thüringerinnen ging. Eine Woche später krönte der THC die Saison mit dem erstmaligen Gewinn des DHB-Pokals. In der Finalrunde in Göppingen setzten sich die Thüringerinnen im Halbfinale zunächst mit 26:22 gegen den HC Leipzig durch und schlugen im Finale den Endspielgegner um die deutsche Meisterschaft, den Buxtehuder SV, mit 27:25. Zuvor hatte der THC den Pokalverteidiger TSV Bayer Leverkusen (3. Runde), den Zweitligisten HSG Bad Wildungen (Achtelfinale) und den VfL Oldenburg (Viertelfinale) ausgeschaltet.

In der Saison 2011/12 war der THC aufgrund des Gewinns des Meistertitels 2011 erstmals für die EHF Champions League der Frauen qualifiziert, wobei die Thüringerinnen direkt für die Gruppenphase gesetzt waren. Dort war die Konkurrenz jedoch zu stark. Gegen den späteren Champions League Sieger 2012 ŽRK Budućnost Podgorica aus Montenegro, den FC Midtjylland aus Dänemark und den norwegischen Verein Byåsen IL holte man insgesamt aus sechs Spielen nur einen Punkt und schied als Gruppenletzter aus. Im DHB-Pokal scheiterte man als Titelverteidiger im Achtelfinale in einer Neuauflage des Vorjahresfinales deutlich mit 28:37 am Buxtehuder SV. Deutlich besser lief es jedoch in der Meisterschaft: In der Hauptrunde belegten die Thüringerinnen wie im Vorjahr den 1. Platz, diesmal mit 32:8 Punkten, punktgleich vor Vizemeister Buxtehude. In den Play-off-Spielen setzte man sich im Viertelfinale zunächst wie im Vorjahr gegen die HSG Blomberg-Lippe durch (29:26 auswärts, 27:25 daheim). Im Halbfinale konnte man gegen Bayer Leverkusen eine 25:26-Auswärtsniederlage durch einen 29:25-Heimsieg wettmachen, so dass man das Meisterschaftsfinale erreichte. Dort war wie im Vorjahr der Buxtehuder SV, der sich knapp gegen den HC Leipzig durchgesetzt hatte, der Gegner. Nach einer 25:26-Niederlage im Finalhinspiel setzten sich die Thüringerinnen im Rückspiel in eigener Halle mit 28:26 durch und gewannen damit das Finale mit einem Tor Vorsprung, so dass der Meistertitel erfolgreich verteidigt werden konnte.

In der Saison 2012/13 schlug sich der Thüringer HC auf internationalem Parkett beachtlich. In der Champions League erreichten die Deutschen sechs Punkte, was für den dritten Gruppenplatz reichte. Damit ging es im Cup der Cupsieger weiter. Im Achtelfinale stellte der mazedonische Klub WHC Metalurg kein Hindernis dar, im Viertelfinale wurde Balonmano Bera Bera (Spanien) ebenso klar eliminiert. Im Semifinale stand das Duell gegen einen anderen CL-Gruppendritten – Hypo Niederösterreich – auf dem Programm. Nach einem denkwürdigen 32:32 im Heimspiel kam in der Südstadt nach einer knappen 22:24-Niederlage das Aus.

ErfolgeBearbeiten

SaisonbilanzenBearbeiten

Saison Spielklasse Platz Spiele S U N Tore Diff. Punkte
2000/01 Regionalliga Mitte 1 24 22 0 2 717:515 202 44:4
2001/02 2. Bundesliga Nord 5 26 16 2 8 701:617 84 34:18
2002/03 2. Bundesliga Süd 6 26 14 2 10 792:702 90 30:22
2003/04 2. Bundesliga Süd 2 28 20 5 3 880:723 157 45:11
2004/05 2. Bundesliga Süd 4 26 19 2 5 799:653 146 40:12
2005/06 Bundesliga 8 22 9 0 13 598:625 −27 18:26
2006/07 Bundesliga 6 22 10 1 11 613:649 −36 21:23
2007/08 Bundesliga 6 22 11 0 11 580:568 12 22:22
2008/09 Bundesliga 11 22 7 2 13 572:598 −26 16:28
2009/10 Bundesliga 8 22 8 2 12 585:610 −25 16:28
2010/11 Bundesliga 1 22 19 1 2 674:544 +130 39:5
2011/12 Bundesliga 1 20 16 0 4 596:482 +114 32:8
2012/13 Bundesliga 1 22 18 1 3 694:504 +190 37:7
2013/14 Bundesliga 1 22 21 1 0 727:495 +232 43:1
2014/15 Bundesliga 1 26 23 1 2 840:629 +211 47:5
2015/16 Bundesliga 1 26 21 1 4 796:632 +167 43:9
2016/17 Bundesliga 2 26 21 2 3 805:667 +138 44:8
2017/18 Bundesliga 1 26 24 0 2 829:633 +196 48:4
2018/19 Bundesliga 2 26 25 0 1 812:608 +204 50:2
Aufstieg
Abstieg

Kader für die Saison 2018/19Bearbeiten

Nr. Nat. Name Position Geburtstag Größe seit Letzter Verein
1 Deutsche  Jana Krause TW 10.06.1987 1,88 m 2013 Buxtehuder SV
12 Niederländerin  Kristy Zimmermann TW 08.10.1994 1,75 m 2018 Frisch Auf Göppingen
16 Deutsche  Ann-Cathrin Giegerich TW 04.01.1992 1,81 m 2018 Neckarsulmer Sport-Union
4 Österreicherin  Beate Scheffknecht RL 27.02.1990 1,78 m 2015 Frisch Auf Göppingen
5 Deutsche  Saskia Lang RL 19.12.1986 1,78 m 2017 HC Leipzig
7 Mazedonierin  Jovana Sazdovska LA 27.06.1993 1,77 m 2018 ŽRK Vardar SCBT
10 Deutsche  Alexandra Mazzucco RA 29.01.1993 1,74 m 2017 HC Leipzig
13 Deutsche  Meike Schmelzer KM 19.07.1993 1,78 m 2014 1. FSV Mainz 05
15 Ungarin  Krisztina Triscsuk RL 17.07.1985 1,76 m 2018 Kisvárda KC
17 Deutsche  Alicia Stolle RR 17.06.1996 1,82 m 2018 HSG Blomberg-Lippe
18 Tschechin  Iveta Korešová RM 03.04.1989 1,76 m 2013 Mios Biganos
20 Deutsche  Emily Bölk RL, RM 26.04.1998 1,82 m 2018 Buxtehuder SV
21 Deutsche  Ina Großmann LA 21.08.1990 1,70 m 2018 TuS Metzingen
22 Deutsche  Nina Müller RM 14.11.1980 1,80 m 2019 Randers HK
26 Deutsche  Nina Schilk LA 09.07.1989 1,69 m 2017 Bayer 04 Leverkusen
27 Deutsche  Anne Hubinger RR 31.07.1993 1,86 m 2017 HC Leipzig
28 Slowakin  Lýdia Jakubisová RR, RA 14.10.1981 1,69 m 2011 VfL Oldenburg
31 Deutsche  Kerstin Wohlbold RM 11.01.1984 1,69 m 2010 HSG Blomberg-Lippe
55 Deutsche  Julia Redder RL, RM 14.09.1998 1,73 m 2006
57 Österreicherin  Josefine Huber KM 19.02.1996 1,80 m 2017 HSG Blomberg-Lippe
Deutscher  Herbert Müller Trainer 03.09.1962 1,80 m 2010 CS Urban Brasov
Deutscher  Helfried Müller Co-Trainer 07.07.1966 1,79 m 2010 CS Urban Brasov

Zugänge 2018/19Bearbeiten

Abgänge 2018/19Bearbeiten

Zugänge 2019/20Bearbeiten

Abgänge 2019/20Bearbeiten

MännerBearbeiten

Die Männer des Thüringer HC spielen in der sechstklassigen Landesliga in Thüringen.

JugendBearbeiten

Die weibliche B-Jugend des Thüringer HC wurde in den Jahren 2006, 2007 und 2009 deutscher Jugendmeister.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pokalsieger in der DDR (Frauen). Erschienen auf www.bundesligainfo.de. Eingesehen am 12. März 2016.
  2. Handelsregister B des Amtsgerichts Jena, HRB 113360.
  3. handball-world.news: Thüringer HC mit Neuzugang auf der Torhüterposition vom 1. Februar 2018, abgerufen am 1. Februar 2018
  4. handball-world.news: Thüringer HC gibt Verpflichtung von Emily Bölk bekannt vom 15. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018
  5. handball-world.news: THC verpflichtet Torhüterin von Ligakonkurrent vom 1. März 2018, abgerufen am 1. März 2018
  6. handball-world.news: Thüringer HC verpflichtet Blomberger Nationalspielerin Stolle vom 15. März 2018, abgerufen am 15. März 2018
  7. handball-world.news: Thüringer HC holt Nationalspielerin aus Metzingen vom 28. März 2018, abgerufen am 28. März 2018
  8. handball-world.news: Thüringer HC reagiert mit Neuzugang auf Scheffknecht-Verletzung vom 23. August 2018, abgerufen am 23. August 2018
  9. handball-world.news: Thüringer HC verpflichtet mazedonische Nationalspielerin vom 27. August 2018, abgerufen am 27. August 2018
  10. handball-world.news: Thüringer HC verpflichtet erfahrene Rückraumspielerin vom 3. Januar 2019, abgerufen am 3. Januar 2019
  11. handball-world.news: Nationaltorhüterin Eckerle wechselt zurück ins Schwabenland, abgerufen am 19. Januar 2018
  12. swp.de: Anika Niederwieser wechselt zu den TusSies vom 19. März 2018, abgerufen am 22. März 2018
  13. handball-world.news: LFH-Absteiger Le Havre mit Neuzugängen von Thüringer HC und HC Odense vom 11. Juni 2018, abgerufen am 11. Juni 2018
  14. ehfcl.com: Newcomers could give THC the edge, vom 1. Oktober 2018, abgerufen am 17. Oktober 2018
  15. thueringer-allgemeine.de: Mitrovic wechselt vom Thüringer HC nach Nantes, vom 17. Oktober 2018, abgerufen am 17. Oktober 2018
  16. handball-world.news: Thüringer HC verpflichtet schwedische Nationalspielerin, abgerufen am 28. Februar 2019
  17. handball-world.news: Thüringer HC holt Rückraumshooterin von Halle-Neustadt, abgerufen am 6. März 2019
  18. handball-world.news: Thüringer HC holt neue Torhüterin aus Norwegen, abgerufen am 28. März 2019
  19. handball-world.news: Thüringer HC schließt Personalplanung mit Linkshänderin ab, abgerufen am 11. April 2019
  20. a b c d e f g h tlz.de: Klare Kampfansage des Thüringer HC: „Wir wollen den Titel zurück“, abgerufen am 19. August 2019
  21. handball-world.news: Junges Talent rückt in den Bundesliga-Kader des Thüringer HC, abgerufen am 19. August 2019
  22. handball-world.news: SV Union Halle-Neustadt verpflichtet Rückraumspielerin vom Thüringer HC, abgerufen am 21. Februar 2019
  23. thueringer-hc.de: Saskia Lang verlässt Thüringer HC, abgerufen am 7. März 2019
  24. handball-world.news: THC-Torhüterin Zimmerman wechselt nach Frankreich, abgerufen am 7. Juni 2019