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Donald Trump

45. Präsident der Vereinigten Staaten
Trump ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Trump (Begriffsklärung) aufgeführt.
Donald Trump (2017)
Unterschrift Donald Trumps

Donald John Trump [ˈdɒnəld d͡ʒɒn tɹʌmp] (* 14. Juni 1946 in Queens, New York) ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten und ein ehemaliger Unternehmer.

Von 1971 bis 2017 war Trump CEO des Mischkonzerns Trump Organization. In der Immobilien- und Unterhaltungsbranche baute er laut unabhängigen Schätzungen ein Milliardenvermögen auf und machte seinen Namen „Trump“ zu einer Marke. Durch Auftritte in Fernsehsendungen wie The Apprentice wurde er zu einer der bekanntesten Personen in den Vereinigten Staaten.

Trump unterstützte verschiedene Parteien und ist seit 2009 als Republikaner registriert. Als deren Kandidat gewann er die Präsidentschaftswahl am 8. November 2016 gegen Hillary Clinton und wurde am 20. Januar 2017 US-Präsident – als erster ohne vorheriges politisches Amt oder militärischen Rang und mit dem höchsten Lebensalter bei Amtsantritt.

Sein eklektisches, veränderliches politisches Programm enthält Elemente des Populismus, Protektionismus und Isolationismus. Trump zieht mit einer einfachen Sprache, provokanten Äußerungen sowie radikalen Vorschlägen – etwa zur Immigration und zum Islam – die Aufmerksamkeit der Medien in besonderer Weise auf sich.

Inhaltsverzeichnis

Persönliches

Herkunft

Donald Trump ist das vierte von fünf Kindern des New Yorker Immobilienunternehmers Fred C. Trump (1905–1999) und der schottischen Fischerstochter Mary Anne MacLeod (1912–2000).[1] Die Eltern seines Vaters, Friedrich Trump und Elisabeth Christ, waren aus Kallstadt in der Pfalz (damals Teil des Königreichs Bayern) eingewandert.[2] 1987 hat Donald Trump in seinem autobiografischen Buch The Art of the Deal noch behauptet, sein Großvater stamme aus Karlstad in Schweden, womit er eine Erzählung seines Vaters aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs weitertrug.[3]

Sein Onkel John G. Trump war Elektrotechniker und von 1936 bis 1973 Professor am Massachusetts Institute of Technology. Dort gehörte er mit Robert Jemison Van de Graaff zu den Pionieren bei der Erzeugung und Anwendung elektrischer Höchstspannungen. Eines seiner Spezialgebiete war die Anwendung der auf diese Weise erzeugten Röntgen- und Elektronenstrahlung in der Krebstherapie, wobei er durch wegweisende Ansätze zur Verringerung der Nebenwirkungen hervortrat. Im Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich an der Ausstattung der US Army mit den neuesten Radargeräten beteiligt.[4]

Außerdem hatte Donald Trump neun Onkel und Tanten, die wie seine Mutter aus ärmlichen Verhältnissen von der Hebriden-Insel Lewis and Harris stammten.[5]

Ausbildung

Von 1956 bis 1959 war Trump Schüler an der Kew-Forest School in New York. 1959 wechselte er nach Klagen der Lehrer und dem Gefühl des Vaters, er habe die Kontrolle über den Sohn verloren,[6] an die New York Military Academy in Cornwall-on-Hudson, ein Privatinternat mit vormilitärischer Ausbildung. Dort erwarb er 1964 den Highschool-Abschluss.[7]

Daraufhin studierte Trump Wirtschaftswissenschaft, von 1964 bis 1966 an der jesuitischen Fordham University in New York und ab 1966 an der Wharton School in Philadelphia, einer renommierten Fakultät mit Fachbereich für Immobilienwirtschaft. Donald Trump wurde dort anders als sein älterer Bruder Fred angenommen, bei dem abzusehen war, dass er als Unternehmensnachfolger nicht geeignet war. Als Wochenendheimfahrer nahm Donald Trump nicht am Studentenleben teil; er war kein herausragender oder auffälliger Student, fand aber Anerkennung als Immobilienprofi.[8] Neben dem Studium begann er, mit einem vom Vater gestellten Startkapital von 2 Millionen Dollar als Bauentwickler zu arbeiten.[9]

Nach dem Studienabschluss 1968 mit dem Bachelorgrad wurde er aufgrund eines damals attestierten Fersensporns nicht zum Wehrdienst und einem damit möglichen Einsatz im Vietnamkrieg einberufen.[10]

Familie

 
Trump und seine dritte Ehefrau Melania Trump am 8. Februar 2016, dem Vorabend der ersten Primary der Präsidentschaftsvorwahlen, auf einer Wahlkampfbühne in Manchester, New Hampshire

1977 heiratete Trump das tschechische Model Ivana Marie Zelníčková, nun Ivana Trump. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Donald Jr., genannt Don (* 1977), und Eric (* 1984) sowie die Tochter Ivanka (* 1981) hervor. 1990 ließ sich das Paar scheiden, wobei die Medien lebhaften Anteil nahmen.[11] Von 1993 bis 1999 war Trump mit der amerikanischen Schauspielerin Marla Maples verheiratet, mit der er die Tochter Tiffany (* 1993) hat. 2005 heiratete er das slowenische Model Melania Knauss, und 2006 wurde ihr gemeinsamer Sohn Barron William geboren. Barron ist der jüngste Präsidentensohn seit John F. Kennedy, Jr.

Die Söhne Don und Eric haben seit der Präsidentschaft ihres Vaters die Leitung des Familienunternehmens The Trump Organization übernommen. Die Tochter Ivanka, die eine eigene Karriere als Model und Unternehmerin gemacht hat, zählt ebenso wie ihr Ehemann Jared Kushner zu den wichtigsten Beratern des Präsidenten. Trump ist achtfacher Großvater.[12]

Seine ältere Schwester Maryanne Trump Barry (* 1937) war Richterin am für den dritten Bezirk zuständigen United States Court of Appeals.[13] Sein älterer Bruder Fred jr. (1938–1981), genannt Freddy, war Pilot und starb im Alter von 43 Jahren an den Folgen seines Alkoholmissbrauchs.[14]

Einflüsse

Ab 1973 ließ sich Trump anwaltlich von Roy Cohn vertreten, der als einflussreicher Mentor Trumps gilt.[15]

Trump wurde 1959 in einer presbyterianischen Gemeinde in Jamaica Estate, Queens, konfirmiert und besuchte später die Marble Collegiate Church mit ihrem Pfarrer Norman Vincent Peale, der christliches Gedankengut mit den säkularen Lehren des „Positiven Denkens“ verknüpfte und Trumps erste Ehe schloss. Die Gemeinde dementierte im Wahlkampf 2016 Trumps Angabe, dass er an deren Gottesdiensten teilnehme. Trump gilt als unregelmäßiger Kirchgänger mit geringen Bibelkenntnissen; eine spirituelle Vertrauensperson ist Paula White.[16]

Vorwürfe des Rassismus

Trump zog immer wieder Aufmerksamkeit auf sich, indem er chauvinistische Äußerungen machte, insbesondere rassistische und sexistische. Kritik daran beantwortete er in der Regel durch gesteigerte Aggression.[17] So sorgte Trump bereits in seiner Rede zum Einstieg in den Wahlkampf für Empörung, als er über eingewanderte Mexikaner sagte, sie brächten Drogen, Kriminalität und seien Vergewaltiger – „und einige, nehme ich an, sind auch gute Leute“.[18] Mehrfach unterließ es Trump, sich vom Ku-Klux-Klan-Anhänger David Duke zu distanzieren, der Trump seine Unterstützung zugesichert hatte. Nachdem Ende Mai 2016 ein Strafverfahren gegen Trump wegen Betrugs durch seine Trump University in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt war, griff Trump den zuständigen Bundesrichter Gonzalo P. Curiel an und erklärte ihn wegen dessen „mexikanischem Erbe“ für nicht neutral.[19] Juristen und Politiker – auch aus Trumps eigener Partei – kritisierten dies scharf; Paul Ryan etwa bezeichnete seine Äußerung als „Lehrbuchbeispiel“ von Rassismus.[20] Nachdem die Eltern des im Irakkrieg gefallenen muslimischen US-Soldaten Humayun Khan bei der Democratic National Convention aufgetreten waren und Trumps gegen Immigration und gegen den Islam gerichteten Äußerungen kritisiert hatten, griff Trump diese persönlich an und unterstellte etwa, Khans Mutter habe dort nichts gesagt, weil ihr das ihre Religion vorgeschrieben habe.

Sexistisches Verhalten gegenüber Frauen

Trump hat ihm missliebige Frauen seit Jahren mit obszönen Bemerkungen („fette Schweine“, „Hündinnen“, „Schlampen“ und „widerliche Tiere“) belegt, was ihm in der ersten Fernsehdebatte des Vorwahlkampfs im August 2015 von der Moderatorin Megyn Kelly vorgehalten wurde. Einen Tag später führte er Kellys kritische Fragen auf Blutungen bei ihr zurück, was allgemein als sexistischer Hinweis auf Menstruationsprobleme gedeutet wurde und zu Empörung führte.[21] Noch größeres Aufsehen erregte im Oktober 2016 die Veröffentlichung von Videoaufzeichnungen aus dem Jahr 2005 durch die Washington Post, in der Trump meinte, wenn man ein Star sei, könne man mit Frauen „alles machen“; er fange einfach an, sie zu küssen – „ich warte nicht mal“ –, und auch „an der Muschi zu packen“ („grab them by the pussy“).[22] Die Veröffentlichung führte zu massiver auch parteiinterner Kritik an Trump, der sich entgegen seiner Gewohnheit entschuldigte. Etwa fünfzig der höchsten republikanischen Amts- und Mandatsträger entzogen ihm innerhalb eines Tages die Unterstützung; einige forderten ihn zum Rückzug aus dem Wahlkampf auf.[23] Die damalige First Lady Michelle Obama sagte, Trumps Äußerungen hätten sie „bis ins Innerste erschüttert“: „Die beschämenden Kommentare über unsere Körper, die Geringschätzung unserer Ambitionen und unseres Intellekts, die Überzeugung, dass man mit einer Frau machen kann, was man will – das ist grausam. Es ist beängstigend.“ Die vorgebrachte Rechtfertigung, es handle sich um „alltägliches Umkleidekabinen-Geschwätz“, sei „eine Beleidigung für anständige Männer überall.“[24] In den nächsten Wochen machten mehrere Frauen öffentlich, von Trump sexuell belästigt worden zu sein; ein Strafverfahren läuft.[25]

Trump fällt immer wieder durch abschätzige Kommentare gegenüber Frauen in der Öffentlichkeit auf. So beschrieb er Arianna Huffington, die Gründerin der Huffington Post als „außen und innen hässlich“. Über Carly Fiorina, seiner republikanischen Konkurrentin im Vorwahlkampf, sagte er: „Schau Dir das Gesicht an! Wird irgendjemand dafür stimmen?“ Die Schauspielerin und Moderatorin Rosie O’Donnell beleidigte er, indem er über sie sagte, sie habe „ein fettes, hässliches Gesicht“.[26]

Geschäftliches

Unternehmerkarriere

 
Der Unternehmens- und Wohnsitz Trump Tower in der 5th Avenue in Manhattan

Trumps Vater war mit dem Bau von Wohnhäusern in den New Yorker Stadtteilen Brooklyn, Queens und Staten Island zum Multimillionär geworden.[27] Donald Trump arbeitete im Unternehmen des Vaters und übernahm es 1974. Er konzentrierte seine Geschäfte auf Manhattan, wo ihm die Stadt aufgrund der schlechten Wirtschaftslage große Steuernachlässe anbot. Die Renovierung des Commodore Hotels (heute Grand Hyatt New York) 1977 war sein erstes größeres Immobiliengeschäft. Das Hotel liegt neben dem Bahnhof Grand Central Terminal und war durch den Niedergang der Eisenbahnen nicht mehr rentabel. Mit einer gemeinsamen Anleihe von Fred Trump und der Hyatt-Kette finanzierte Trump den Wiederaufbau[28] und verschaffte sich einen Steuernachlass über 40 Jahre. Auch später wurden Projekte Trumps mit Steuervorteilen kofinanziert.[29] Nach der Finanzkrise investierte Trump ab 2011 auch in Aktien.[30] Das Unternehmen ist heute in der Trump Organization zusammengefasst. Der Name „Trump“ dient auch als Marke – von Forbes 2011 auf einen Wert von 200 Millionen US-Dollar geschätzt – für ganz unterschiedliche Projekte, von Gebäuden bis hin zu Nahrungs- und Genussmitteln, Bekleidung und Parfüm.[31]

Trump hat Bau- und Hotellerieprojekte in Städten der USA und in anderen Ländern realisiert bzw. seinen Namen gegeben. In New York City ließ er neben dem Hauptsitz seines Unternehmens, dem Trump Tower, den Trump World Tower errichten und das Trump Building umbauen; einen Trump International Hotel and Tower gibt es in Chicago, Las Vegas, New York, Honolulu, Toronto und Vancouver. Das Unternehmen betreibt zwölf Hotels, darunter das Mar-a-Lago in Florida, den zum Hotel umgenutzten Old Post Office Pavilion in Washington, D.C. und ein Projekt in Rio de Janeiro.[32] Trump hat Planungen unter anderem für Las Vegas, Dubai,[33] Berlin, Frankfurt am Main und Stuttgart fallengelassen.

Neben den Einnahmen aus dem Immobilienbetrieb setzte er auf Spielbanken und andere Freizeitgeschäfte hauptsächlich in Atlantic City (New Jersey), die in der Holdinggesellschaft Trump Entertainment Resorts verwaltet werden. Ab dem Ende der 1980er-Jahre geriet das Unternehmen mehrfach in Schwierigkeiten.[34] Viermal wurde wegen Zahlungsunfähigkeit seiner Casinos Gläubigerschutz nach Kapitel 11 US-Handelsgesetz angewendet (1991, 1992, 2004 und 2009). Trump musste daraufhin unter anderem die Hälfte des Casinos Taj Mahal und des Plaza-Hotels verkaufen, zudem 1991 seine Yacht Trump Princess und 1992 die Fluggesellschaft Trump Shuttle.[35] Viele Geschäftsideen wurden nach kurzer Zeit eingestellt, darunter die Reisebuchungs- und Veranstaltungs-Website GoTrump.com, die von 2006 bis 2007 operierte.[36] Zur kurzlebigen Trump University siehe den Abschnitt zu Ermittlungen gegen „Trump University“ und „Trump Foundation“. 2009 zog er sich aus dem Casinogeschäft vollständig zurück; Trumps ließ sich Namenslizenzen aber bis zur Schließung von Trump Plaza und Trump Taj Mahal in Atlantic City 2014 und 2016 weiterhin bezahlen.[37]

1984/1985 war er Eigentümer des heute nicht mehr bestehenden American-Football-Teams New Jersey Generals in der 1982 von Trump mitgegründeten United States Football League. 1988 organisierte er als Berater für Mike Tyson den Boxkampf gegen Michael Spinks.[38] 1989/90 versuchte er mit der Tour de Trump ein Radrennen in den Vereinigten Staaten zu etablieren. Trump betreibt 18 Golfplätze, unter anderem in Puerto Rico, Dubai, Irland und Schottland.[39] Auf dem Trump National Golf Club in Kalifornien sollte im Jahr 2015 der PGA Grand Slam of Golf stattfinden. Wegen Trumps Wahlkampfäußerungen über illegal Eingewanderte aus Mexiko wurde das Turnier einvernehmlich zum ersten Mal in 30 Jahren ausgesetzt.[40] Im Juni 2017 berichtete das Wirtschaftsmagazin Forbes, dass Trump Spenden, die seit 2011 an die gemeinnützige Stiftung seines Sohnes Eric zugunsten krebskranker Kinder gezahlt wurden, in sein eigenes Unternehmen gelenkt hat. Die Spenden gingen nicht wie angekündigt an ein Kinderkrankenhaus, sondern an die Trump Organization oder andere mit Trump verbundene Stiftungen, die das Geld für Veranstaltungen auf Trumps Golfplätzen ausgaben. Damit verstieß Trump gegen Steuergesetze sowie Regelungen gegen Insichgeschäfte und Täuschung von Geldgebern.[41]

Einige Tage vor seinem Amtsantritt als Präsident ließ Trump ein juristisches Konstrukt vorstellen, das mögliche Interessenkonflikte Trumps zwischen Amt und Unternehmen vermeiden soll. Trump zog sich aus den aktiven Geschäften der Trump Organization zurück, die zu einem Trust umgewandelt wurde, den Trumps Söhne Donald Jr. und Eric sowie der bisherige CFO Allen Weisselberg leiten. Sie kündigten an, auf neue Auslandsengagements zu verzichten. Unter Verfassungsrechtlern sind die Pläne umstritten. Einige kritisierten die Pläne als unzureichend oder wirkungslos bei möglichen Interessenkonflikten, andere sahen darin keine Probleme wegen der Rechtstradition und historischer Präzedenzfälle. Eine einheitliche amerikanische Rechtsprechung, wie ein Präsident mit seinem Vermögen umzugehen habe, gibt es nicht (siehe finanzielle und ethische Aspekte im Amt).[42]

Medienkarriere

Trump hat unter seinem Namen bisher 16 Bücher veröffentlicht, die als Ratgeberliteratur von Verhandlungs- und Geschäftspraxis handeln. The Art of the Deal von 1987 basierte auf Interviews und teilnehmender Beobachtung des Ghostwriters Tony Schwartz, stand 51 Wochen in der Bestsellerliste der New York Times und wurde bis zu eine Million Mal verkauft.[43] Schwartz distanzierte sich später von Trump, den er als einen gefährlichen Soziopathen bezeichnete.[44]

Ab den 1990er Jahren übernahm Trump Cameo-Auftritte im amerikanischen Film und Fernsehen. Einen der ersten dieser Auftritte hatte er in der Komödie Mein Geist will immer nur das Eine … (1991), wofür er die Goldene Himbeere als schlechtester Newcomer und schlechtester Nebendarsteller erhielt. Weitere kleine Rollen in den Kinofilmen Kevin – Allein in New York (1992), Die kleinen Superstrolche (1994), Wer ist Mr. Cutty? (1996), Celebrity (1998), Studio 54 (1998), Zoolander (2001), Ein Chef zum Verlieben (2002) und Kindsköpfe 2 (2013), in dem Fernsehfilm Hart aber herzlich – Geheimnisse des Herzens (1995) und in den Fernsehserien Der Prinz von Bel-Air, Die Nanny und Sex and the City folgten. In dem Softporno Playboy Video Centerfold: Playmate 2000 Bernaola Twins spielte er – bekleidet – eine Nebenrolle.[45] 2004 und 2015 war Trump Gastgeber von Saturday Night Live,[46] 2005 Nominierter bei The Greatest American und 2011 Gast des Comedy Central Roast.

Im November 2003 startete Trumps zunächst auf 16 TV-Sendungen angelegte Castingshow The Apprentice („Der Auszubildende“), an deren Ende für den Sieger ein Einjahres-Vertrag in einem von Trumps Unternehmen winkte. Nach dem unerwarteten Quotenerfolg wurden bis Anfang 2015 weitere – insgesamt 14 – Staffeln der Sendung produziert, die Trump einen enormen Bekanntheitsgrad brachten. Seine Catchphrase „You’re fired“ („Sie sind gefeuert“) wurde zum geflügelten Wort.[47] Nach seinen umstrittenen Äußerungen als Präsidentschaftskandidat verzichtete NBC im Juni 2015 auf die zukünftige Mitwirkung Trumps.[48] Laut New York Times vom Februar 2017 ist er trotz seiner Tätigkeit als US-Präsident weiter bezahlter Executive Producer von The New Celebrity Apprentice.[49]

Von Juni 2004 an kommentierte Trump in der täglichen Radiosendung Trumped einige Jahre lang das Tagesgeschehen. Ab 2007 trat er im Rahmen einer sogenannten Battle of the billionaires-Storyline beim World Wrestling Entertainment RAW auf und wurde 2013 in die WWE Hall of Fame aufgenommen.[50]

Trump, der seit 1999 die Modelagentur Trump Model Management betreibt, gehörte gemeinsam mit dem Medienunternehmen NBCUniversal die Miss Universe Organization,[51] die jährlich die Miss-Universe-, Miss-USA- und Miss-Teen-USA-Wettbewerbe ausrichtet. Wegen umstrittener Wahlkampfäußerungen Trumps kündigte NBC im Juni 2015 auch diese Zusammenarbeit auf.[48]

Ermittlungen gegen „Trump University“ und Trump Foundation

Im Verlauf seiner dreißigjährigen Unternehmertätigkeit bestritt Trump 3500 Gerichtsverfahren, davon 1900 von ihm selbst angestrengt.[52] Gegen seine ab 2005 angebotenen Managementkurse unter dem Namen „Trump University“ leitete im selben Jahr der New Yorker Attorney General Ermittlungen „wegen Betriebs ohne Genehmigung und Täuschung der Kunden“ ein. Trump soll Kurse angeboten haben, bei denen keine Diplome erworben werden konnten, und trotzdem bis 2011 etwa 40 Millionen US-Dollar eingenommen haben. Der Attorney General Eric Schneiderman forderte das Geld zurück. Trump benannte die „Universität“ in „Trump Entrepreneur Initiative“ um.[53] Schneiderman warf Trump 2013 vor, „seine Berühmtheit“ genutzt und Menschen mit falschen Versprechen persönlich in Werbespots beeinflusst zu haben, zehntausende US-Dollar auszugeben für Unterricht, den sie nie bekamen; es kam zu mehreren Klagen gegen ihn.[54] Kurz nach der Präsidentschaftswahl erklärte sich Trump Mitte November 2016 in einer außergerichtlichen Einigung zur Zahlung von 25 Millionen Dollar bereit, sodass über 6000 Studenten entschädigt werden konnten.[55]

Im September 2016 eröffnete der New Yorker Attorney General ein Ermittlungsverfahren gegen die als gemeinnützig konzipierte Trump Foundation wegen Verstößen gegen IRS-Regeln und unangemessenem Umgang mit Spendengeldern. Unabhängige Untersuchungen ergaben, dass Trump seit 2008 nicht mehr in die Stiftung eingezahlt hat.[56] Spendengelder Dritter gab Trump unter anderem für ein lebensgroßes Porträt von sich selbst aus (20.000 Dollar), für eine von Tim Tebow signierte Football-Ausrüstung (12.000 Dollar) sowie 2013 für eine illegale Zahlung (25.000 Dollar) an die Generalstaatsanwältin in Florida, Pam Bondi, die daraufhin die Ermittlungen gegen die Trump University in Florida einstellte.[57] Am 24. Dezember 2016 kündigte Trump an, die Foundation aufzulösen und so mögliche Konflikte mit seiner Rolle als US-Präsident zu vermeiden.[58]

Vermögen

 
Trumps Privatjet seit 2011: eine umgebaute Boeing 757, Baujahr 1991[59]

Unabhängige Schätzungen zu Trumps Vermögen unterscheiden sich erheblich von seinen Selbstaussagen: Im November 2005 schrieb der New-York-Times-Autor Timothy O’Brien in seinem Buch The Art of Being The Donald, Trump sei kein Milliardär und schätzte sein Vermögen auf 150 bis 250 Mio. US-Dollar.[60] Trump reichte dagegen eine Klage mit einem Streitwert von mindestens 2,5 Mrd. US-Dollar wegen Diffamierung („libel“) ein, unterlag jedoch vor Gericht.[61] In der Verhandlung wurde bekannt, dass Trumps Kreditgeber Deutsche Bank ihn ebenfalls nicht als Milliardär einstufte, sondern auf ein Vermögen von 788 Mio. US-Dollar schätzte. Das wies Trump ebenso zurück.[62]

Bei der Ankündigung seiner Präsidentschaftskandidatur im Juni 2015 gab Trump ein Vermögen von mehr als acht Mrd. US-Dollar an, Mitte Juli 2015 mit über zehn Mrd. Der Unterschied soll auf die unzureichende Bewertung einiger Immobilien zurückgehen.[63] Auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Daten schätzten die Finanzzeitschrift Forbes im Juni 2015 das Vermögen Trumps auf 4,1 Mrd. US-Dollar; das Medienunternehmen Bloomberg im Juli 2015 auf 2,9 Mrd.[64] In der Forbes-Liste „The World’s Billionaires“ vom 20. März 2017 fiel Trump mit einem geschätzten Vermögen von 3,5 Mrd. US-Dollar (3,3 Mrd. Euro) von Platz 324 auf Platz 544 zurück. Als Grund werden Wertverluste seiner Immobilien vor allem in New York angegeben.[65]

Bisher hat Trump anders als die meisten anderen US-Spitzenpolitiker seine Steuererklärungen nicht veröffentlicht. Im Mai 2017 gab er dem Office of Government Ethics eine Selbstauskunft zu seiner Finanzlage ab, gemäß der er über mindestens 1,4 Mrd. US-Dollar Aktiva verfügt, denen Verbindlichkeiten in Höhe von mindestens 310 Mio. – wahrscheinlich mehr als 500 Mio. US-Dollar – gegenüberstehen.[66] Zu den größten Kreditgebern Trumps zählt das Wall Street Journal mit einem zur Verfügung gestellten Kapital von etwa 2,5 Mrd. US-Dollar die Deutsche Bank. Weitere Kreditgeber sind Wells Fargo, JPMorgan Chase, Fidelity Investments, Prudential plc und The Vanguard Group.[67]

Politik

 
Donald Trump (rechts) schüttelt bei einem Empfang im Weißen Haus dem damaligen Präsidenten Ronald Reagan die Hand (1987)
 
Trump bei einer Rede auf der Conservative Political Action Conference (2015)

Politische Interventionen seit den 1980er Jahren

Trump äußerte sich seit den 1980er Jahren immer wieder zu politischen Themen. Ab 1984 bezeichnete Trump die nukleare Abrüstung als das für ihn wichtigste Problem, um das er sich selbst kümmern wolle. Dem Friedensnobelpreisträger Bernard Lown erklärte er 1986, er wolle US-Botschafter in der UdSSR werden und den Kalten Krieg „innerhalb einer Stunde“ beenden; 1987 stellte er Michail Gorbatschow in Moskau Planungen für ein dortiges Luxushotel vor.[68] Im Jahr 1987 ließ Trump sich als Anhänger der Republikaner registrieren und veröffentlichte großformatige Zeitungsanzeigen mit politischen Botschaften.[69] 1999 wechselte er zur Independence Party, einem Ableger von Ross Perots Reform Party, 2001 zu den Demokraten und 2009 wieder zu den Republikanern. Seine Parteispenden verteilte er bis 2012 fast ausgewogen an die beiden großen Parteien. Zudem spendete er der Clinton Foundation 100.000 US-Dollar und unterhielt lange gute Beziehungen zu Hillary Clinton.[70]

Nachdem Trump 1988, 2000 (für die Reform Party) und 2004 für die Demokratische Partei eine Kandidatur als US-Präsident sowie 2006 (für die Demokraten) und 2014 (für die Republikaner) als Gouverneur von New York erwogen hatte,[71] spielte er insbesondere vor der Präsidentschaftswahl 2012 öffentlich mit dem Gedanken, sich als Kandidat aufstellen zu lassen, bis er im Mai 2011 absagte.[72] Einige Wochen zuvor hatte er Präsident Obama aufgefordert, seine Geburtsurkunde zu veröffentlichen, und stellte sich damit an die Spitze der verschwörungstheoretischen Birther-Bewegung, die Obamas Legitimität als Präsident anzweifelte (siehe Opposition gegen Barack Obama).[73] Im September 2016 distanzierte er sich von dieser Theorie.[74]

Präsidentschaftskandidatur

Am 16. Juni 2015 gab Donald Trump im Trump Tower seine Kandidatur als US-Präsident bei der Wahl am 8. November 2016 für die Republikanische Partei bekannt. Er führte seinen Wahlkampf mit dem SloganMake America Great Again“ („Mach(t) Amerika wieder groß(artig)“), den zuvor Ronald Reagan 1980 benutzt hatte.

Der Wahlkampf galt als außerordentlich kontrovers und spaltend. Bei Trumps Auftritten kam es in einem bis dahin bei US-Vorwahlen der jüngeren Geschichte nicht gekannten Umfang zu Gewalttätigkeiten zwischen seinen Anhängern und Gegnern. Trump setzte auf populistische Themen wie die Reduktion der Immigration insbesondere von Muslimen sowie eine handels- und außenpolitische Abschottung (Protektionismus und Isolationismus) und attackierte seine Rivalen persönlich. Er verbreitete Verschwörungstheorien, etwa zu einer Verwicklung des Vaters seines Gegenkandidaten Ted Cruz in das Attentat auf John F. Kennedy, oder forderte eine Inhaftierung seiner demokratischen Gegenkandidatin Hillary Clinton (Slogan: „Lock Her Up“, „Sperr(t) sie ein“). Seine einfache Rhetorik, provokativen Forderungen und sein konfrontativer Stil polarisierten (siehe Sprache und Stil). Als erfahrene Medienfigur höchster Prominenz erhielt er weitaus mehr mediale Aufmerksamkeit als alle Mitbewerber, insbesondere durch seine routinierte Nutzung von Social Media zur direkten Ansprache seiner Anhänger (siehe Verhältnis zu den Medien). Von Beginn an dominierte er so den Wahlkampf und führte in den Umfragen zur parteiinternen Vorwahl der Republikaner ab Ende Juli 2015 kontinuierlich. Zugleich blieb stets eine deutliche Mehrheit negativer Ansicht zu seiner Person.[75]

Trumps mangelnde Politikerfahrung wurde gegen ihn angeführt, gereichte ihm aber bei seinen Anhängern – die überwiegend aus enttäuschten, eher ländlichen Weißen ohne höhere Bildung bestanden (siehe Anhänger als Teil einer „schweigenden Mehrheit“) – zum Vorteil: Trump inszenierte sich als Außenseiter, dessen persönlicher Wohlstand seine Unabhängigkeit sichere, um sich gegen die als korrupt und abgehoben porträtierten politischen Eliten durchzusetzen, was in Trumps weiterem Slogan „Drain the Swamp“ („Trockne(t) den Sumpf aus“) zum Ausdruck kam. Nicht nur Trumps politische Gegner und viele linksliberale Medien, sondern auch die Eliten innerhalb der Republikanischen Partei waren Trump gegenüber skeptisch bis ablehnend und rechneten lange nicht mit der Möglichkeit eines Sieges. Den Widerstand innerhalb seiner Partei entschärfte Trump mit der Unterzeichnung einer Loyalitätserklärung am 3. September 2015, zog allerdings auch anschließend wiederholt eine unabhängige Kandidatur in Betracht.

In den Vorwahlen ab dem 1. Februar 2016 setzte sich Trump weitgehend ungefährdet durch und erreichte am 26. Mai 2016 die Mehrheit der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Juli 2016 in Cleveland, bei dem Trump zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählt wurde und mit seinem Running Mate Mike Pence gegen die demokratischen Kandidaten Hillary Clinton und Tim Kaine antrat.

Sexismus-Vorwürfe

Wahlsieg

Bis zum Wahltag am 8. November 2016 hielten die meisten Beobachter aufgrund aggregierter Umfragen einen knappen Sieg Clintons für wahrscheinlich. Trump konnte allerdings im „Rust Belt“ des Mittleren Westens einige vormals „blaue“ Staaten und wichtige Swing States wie Florida gewinnen. Seine Mehrheit an Wahlmännerstimmen fiel recht deutlich aus, obwohl Clinton aufgrund ihrer Siege in bevölkerungsreichen Staaten wie Kalifornien mit 48,18 % die Mehrheit der Wählerstimmen, den Popular Vote, gegen Trumps 46,09 % errang.

Am Abend des Wahltags hielt Trump eine Siegesrede in New York und betonte, er wolle „der Präsident aller Amerikaner“ sein. Proteste gegen die Wahl Donald Trumps wurden unter dem rasch verbreiteten Slogan „Not My President“ („Nicht mein Präsident“) laut. Dabei kam es vereinzelt auch zu gewalttätigen Ausschreitungen von Demonstranten. Die Grünen-Kandidatin Jill Stein beantragte eine Neuauszählung der Stimmen in den drei Bundesstaaten Wisconsin, Pennsylvania und Michigan. Nur in Wisconsin wurde dem Antrag stattgegeben, die Neuauszählung verlief zum Nachteil Clintons.

Bei der folgenden Abstimmung des Wahlmännerkollegiums am 19. Dezember 2016 gewann Donald Trump die 58. Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten mit 304 Wahlmännerstimmen gegenüber 227 für Hillary Clinton („Electoral Vote“).[76]

Vorwürfe geheimer Absprachen mit russischen Behörden

Während des Wahlkampfs 2016 wurden – durch den damaligen Fraktionsvorsitzenden der Demokraten im US-Senat Harry Reid – erstmals Vorwürfe laut, dass Donald Trumps Wahlkampagne sich mit russischen Geheimdiensten abgesprochen habe, um Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton zu schaden. Nach der Wahl wurde am 10. Januar 2017 ein Dossier des früheren britischen Geheimdienstmitarbeiters Christopher Steele veröffentlicht, das unverifizierte Indizien zusammenstellte, nach denen Mitarbeiter Trumps Russen zur Koordinierung von Attacken – wie der Veröffentlichung von E-Mails der Wahlkampagne Clintons – getroffen hätten.[77] Zudem sei Trump durch vorherige Überwachung erpressbar. Als bekannt wurde, dass Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael T. Flynn sich während des Wahlkampfs mehrfach mit russischen Behördenvertretern getroffen, Zahlungen empfangen und dies nicht offengelegt hatte – ein möglicher Verstoß gegen den Foreign Agents Registration Act –, trat er nach drei Wochen im Amt am 13. Februar 2017 zurück. Danach endeten laut Medienberichten die geheimen Versuche der von Trump eingesetzten Mitarbeiter, das State Department zur Lockerung der Sanktionen gegen Russland zu bewegen.[78] Auch weitere Personen aus Trumps Umfeld hatten offenbar Russland-Kontakte, darunter der Justizminister Jeff Sessions (der das in seiner Senatsanhörung vor Amtsantritt nicht angegeben hatte) und Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort, der zuvor für einen ukrainischen Oligarchen gearbeitet hatte. Im März 2017 machte der FBI-Direktor James B. Comey öffentlich, dass seine Behörde schon vor der Wahl Ermittlungen gegen Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam in dieser Sache aufgenommen hatte. Zugleich untersuchen vier Ausschüsse des Kongresses mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Kompetenzen das Thema.[79]

Im Mai 2017 wurde bekannt, dass auch Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner und Trumps persönlicher Rechtsanwalt Michael Cohen in die Ermittlungen einbezogen wurden.[80] Anfang Juli 2017 wurde bekannt, dass Trumps Sohn Don im Juni 2016 ein Treffen mit einer russischen Anwältin mit Kremlverbindungen im Trump Tower arrangiert hatte, das er laut veröffentlichten E-Mails zugesagt hatte, weil sie ihm belastendes Material über Clinton in Aussicht gestellt hatte. An dem Treffen nahmen auch Manafort und Kushner teil; erstmal ist dadurch erwiesen worden, dass das enge Umfeld Trumps in kollusiver Absicht mit Russen zusammentraf.[81] Die Untersuchung insbesondere der Finanzbeziehungen und der Frage, ob russischen Stellen eine Aufhebung von Sanktionen zugesagt worden ist, ist noch zu keinem Ergebnis gekommen (Stand Juni 2017); Trump selbst sind weder Kenntnis noch Auftrag für diese Kontakte nachgewiesen worden.[82] Mitte Juni wurde bekannt, dass die Finanzverhältnisse der genannten Personen aus Trumps Umfeld untersucht werden, was Vorwürfe der Geldwäsche, die insbesondere gegen das Casino Trump Taj Mahal erhoben worden sind, wieder in den Fokus rückte.[83] Ende Juni 2017 verdichteten sich die Hinweise, dass es tatsächlich zur Koordination zwischen Russen und Trumps Team gekommen ist.[84]

Am 4. März 2017 beschuldigte Trump seinen Amtsvorgänger Obama per Twitter, dieser habe während Trumps Wahlkampfs Telefone im Trump Tower abhören lassen. Trump zog Vergleiche zum McCarthyismus und zur Watergate-Affäre und nannte Obama einen „bösartigen (oder kranken) Kerl“ („Bad (or sick) guy!“). Ein Sprecher Obamas wies die Anschuldigung zurück. Die Vorsitzenden der Geheimdienst-Ausschüsse im Senat und im Repräsentantenhaus ließen die Vorwürfe in die allgemeinen Ermittlungen, die sich mit möglichen Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland befassen, einfließen[85] und teilten in den folgenden Tagen mit, es habe keine Anhaltspunkte gegeben; am 20. März sagte Comey vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses aus, er verfüge über keine Informationen, die Trumps Vorwürfe stützten. Am 22. März erklärte der Vorsitzende dieses Ausschusses Devin Nunes, er habe Informationen erhalten, dass Sicherheitsbehörden möglicherweise beiläufig (das heißt bei Abhöraktionen gegen Ausländer mit Wohnsitz in den USA) Trumps Team oder Trump selbst abgehört hätten.[86] Nunes ließ am Tag darauf einräumen, kein sicheres Wissen darüber zu haben, ob eine direkte Überwachung stattgefunden hat.[87] Anfang April zog sich Nunes aus den Ermittlungen über eine mögliche russische Einflussnahme auf die US-Politik zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er die Informationen direkt aus dem Weißen Haus erhalten hatte; ob sein Verhalten rechtmäßig war, ist Gegenstand einer Untersuchung.[88]

Am 9. Mai 2017 entließ Trump den FBI-Direktor Comey mit sofortiger Wirkung. In den Tagen zuvor hatte er per Twitter mehrfach Comey und das FBI wegen der Russland-Untersuchungen kritisiert, die Trump und sein persönliches sowie politisches Umfeld unter Druck setzten. Comey hatte kurz zuvor mehr Ressourcen für die Untersuchung der russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl angefordert.[89] Beobachter sprachen von einem Angriff auf die Demokratie und zogen Parallelen zum Saturday Night Massacre 1973 während der Watergate-Affäre.[90]

Am Morgen nach der Entlassung Comeys empfing Trump im Oval Office den russischen Außenminister Sergei Lawrow und den russischen Botschafter in den USA, Sergei Kisljak, dessen Treffen mit Sicherheitsberater Flynn für dessen Rücktritt mitverantwortlich gewesen waren. Der Zeitpunkt dieses Besuchs wurde kritisiert, zumal die amerikanischen Medien nicht zugelassen waren, während Fotos des Treffens von der russischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurden.[91] Trump gab seinen Gästen bei diesem Termin geheimdienstliche Informationen preis, die strenger Geheimhaltung unterlagen. Er räumte ein, Informationen zur Bekämpfung des Terrorismus aus humanitären Gründen weitergegeben zu haben, wozu er berechtigt gewesen sei.[92] Verschiedene Medien berichteten, der Informant sei ein israelischer Spion innerhalb des IS, was neben außenpolitischen Verwicklungen Gefahren für das Leben des Informanten und die Nachrichtenübermittlung bringen könne. Laut dem Wall Street Journal war die Information so vertraulich, dass nicht einmal die engsten verbündeten Geheimdienste der Five Eyes darüber informiert worden seien.[93] Bei diesem Treffen sprach Trump laut New York Times folgendermaßen über die Entlassung: „[Comey] war verrückt, ein echter Spinner. Ich stand sehr unter Druck wegen Russland. Der ist weg.“[94]

Laut New York Times vom 16. Mai 2017 hatte Trump bei einem Treffen Anfang Februar 2017 Comey zu bewegen versucht, die Ermittlungen gegen Michael Flynn einzustellen, was das Weiße Haus dementierte, Comey aber vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats am 8. Juni 2017 nicht ausräumte und zusätzlich Trump der Lüge bezichtigte.[95] Am 22. Mai 2017 berichtete die Washington Post, Trump habe im März die Geheimdienstchefs Dan Coats (Director of National Intelligence) und Michael S. Rogers (National Security Agency) gedrängt, öffentlich zu erklären, dass keine Hinweise auf eine Kollusion Trumps mit Russland vorlägen; beide hätten dies als unangebracht abgelehnt.[96] Am 29. Mai 2017 wurde bekannt, dass russische Stellen vor der Wahl sich darüber ausgetauscht hatten, dass sie potenziell schädliche Informationen über Trumps Finanzen besäßen und dadurch einen Hebel hätten, Einfluss auf ihn auszuüben.[97]

Am 17. Mai 2017 wurde der frühere FBI-Direktor Robert Mueller vom stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein zum Sonderermittler mit umfassendem Untersuchungsauftrag und Ressourcenzugang für die Russland-Untersuchung ernannt, was insbesondere Kongressabgeordnete der Demokraten gefordert hatten.[98] Trump lässt sich von verschiedenen, wechselnden Rechtsanwälten vertreten, nachdem mindestens sechs Kanzleien wegen Zweifeln an Trumps Beratungswilligkeit den Fall abgelehnt hatten.[99] Am 14. Juni 2017 berichtete die Washington Post, Mueller habe strafrechtlich relevante Ermittlungen gegen Trump wegen Behinderung der Justiz aufgenommen.[100] Trump bezeichnete die Untersuchung in einem Tweet als „größte Hexenjagd“ der amerikanischen politischen Geschichte.[101] Ende Juli 2017 drohte Trump damit, Mitglieder von Muellers Ermittlerteam wegen möglicher Interessenkonflikte anzugreifen und warnte diesen, sich nicht mit den Finanzverhältnisen der Familie Trump zu beschäftigen.[102]

Präsidentschaft

Amtseinführung

 
Donald Trump legte seinen Amtseid auf den Stufen des Kapitols wie sein Amtsvorgänger auf die Lincoln-Bibel (sowie seine eigene Kinderbibel) ab
Trumps Antrittsrede vom 20. Januar 2017

Die Feierlichkeiten zur Amtseinführung begannen am 17. Januar 2017 in Washington. Die eigentliche Amtseinführung als neuer US-Präsident erfolgte am 20. Januar 2017 an der Westfront des Kapitols in Washington, D.C. In seiner 16-minütigen Antrittsrede sagte Trump unter anderem:[103]

„Von heute an heißt es nur ‚Amerika zuerst‘. […]
Gemeinsam werden wir Amerika wieder starkmachen. Wir werden Amerika wieder wohlhabend machen. Wir werden Amerika wieder stolz machen. Wir werden Amerika wieder sicher machen.
Amerika wird wieder anfangen, zu gewinnen – gewinnen, wie nie zuvor.
Wir werden unsere Arbeitsplätze zurückbringen. Wir werden unsere Grenzen zurückholen. Wir werden unseren Wohlstand zurückbringen. Und wir werden unsere Träume zurückbringen. Wir werden neue Straßen und Autobahnen und Brücken und Flughäfen und Tunnel und Bahnstrecken quer durch unser wunderbares Land bauen.
Wir werden zwei einfache Regeln einhalten: Kauft amerikanisch, stellt Amerikaner ein. Wir werden uns bei den Nationen der Welt um Freundschaft und Wohlwollen bemühen, aber wir tun dies in dem Verständnis, dass es das Recht aller Nationen ist, ihre eigenen Interessen vorneanzustellen.“

Am Tag seiner Amtseinführung reichte Trump die Unterlagen für die Teilnahme an der kommenden Wahl 2020 bei der Bundeswahlbehörde ein, früher als jeder vorige Amtsinhaber. Dadurch war es Trump möglich, von Beginn seiner Präsidentschaft an Spenden zu sammeln, die weiterhin vor allem aus kleinen Summen von Einzelspendern bestanden und in Merchandising (etwa der roten Make America Great Again-Mützen) sowie für die Miete von Büroräumen ausgegeben wurden, die der Trump Organization gehören. Bereits vier Wochen nach Amtsantritt hielt Trump seine erste Wahlkampfveranstaltung ab.[104]

Personal

Berater und Stabsfunktionen

Für Diskussionen sorgte die Ernennung Stephen Bannons kurz nach der Wahl zum obersten Berater Trumps. Bannon war bis August 2016 Inhaber des als rechtspopulistisch bis rechtsextrem eingestuften Internetportals Breitbart News Network, das sich als Plattform für die Alt-Right-Bewegung sieht.[105] Bannons zwischenzeitliche Aufnahme in den Nationalen Sicherheitsrat (am 28. Januar 2017[106]) trug zu Befürchtungen bei, Bannon habe einen großen oder zu großen Einfluss auf Trump. Anfang April 2017 entschied Trump, Bannon nicht mehr automatisch zu allen Sitzungen des Nationalen Sicherheitsrates einzuladen.[107] Auch Trumps geänderte Politik gegenüber Syrien und Russland ließ Beobachter vermuten, dass Bannons Einfluss auf den Präsidenten kleiner geworden sei.

Kellyanne Conway, die zuvor Trumps Wahlkampf geleitet hatte, berät nun den Präsidenten im Weißen Haus vor allem zur Vermittlung seiner Politik in der Öffentlichkeit. Pressesprecher sowie Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses ist Sean Spicer, der seit 2011 Sprecher sowie seit Anfang 2015 „Chefstratege(chief strategist) des Republican National Committee (RNC), nationales Organisationsgremium der Republikanischen Partei der USA war.

Ende Dezember 2016 benannte Trump seinen langjährigen Anwalt und Vertrauten Jason Greenblatt, Mitvorstand der Trump Organization, zum „Sonderbeauftragten für internationale Verhandlungen“.[108] Er berief Ende Januar 2017 Jerry Falwell Jr., einen Exponenten der Christlichen Rechten und des Kreationismus, zum Leiter einer Arbeitsgruppe zur Reform des US-Bildungsministeriums.[109]

Nachfolger des nationalen Geheimdienstchefs James Clapper wurde der frühere republikanische Senator und Botschafter in Deutschland Dan Coats,[110] CIA-Vizepräsidentin wurde Gina Haspell, die unter George W. Bush einem US-Geheimgefängnis in Thailand vorgestanden hatte.[111]

Trumps Tochter Ivanka wurde Ende März 2017 Assistant to the President („Präsidenten-Assistentin“ ohne Bezüge) und erhielt ein eigenes Büro im Weißen Haus. Sie kümmert sich um „weichere“ Themen wie Frauen, Gleichberechtigung und Gesundheit.[112] Ihr Ehemann Jared Kushner gehört zum engsten Beraterkreis. Trump berief ihn am 20. Januar 2017 zusammen mit seinem Redenschreiber Stephen Miller zum Hauptberater („Senior Advisor“).[113] Darüber hinaus erhielt er die Funktion des Nahost-Vermittlers.[114] Ende März des Jahres wurde Kushner zum Leiter einer Trump direkt unterstellten neuen Abteilung des Weißen Hauses bestimmt, des White House Office of American Innovation; die Regierung solle dadurch wie ein Großunternehmen geleitet werden.[115] Anfang April 2017 bereitete Kushner unter Übergehung des State Departments den ersten Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping in Trumps Ferien- und Privat-Residenz Mar-a-Lago in Florida vor, weshalb er auch als „Schatten-Außenminister“ wahrgenommen wird. Das „New York“-Magazin bezeichnete ihn Mitte März 2017 auf einer Titelseite als „President in-law“ (dt. etwa „Ko-Präsident“).[114]

Kabinett
 
Trump, James N. Mattis und Mike Pence, Januar 2017

Das Kabinett Trump weist viele politische Neulinge und Quereinsteiger auf, darunter einige Wirtschaftsführer und Generäle. Als außergewöhnlich werden die großen Vermögen vieler Nominierter hervorgehoben: Zusammen verfügen sie über zehn bis fünfzehn Mrd. US-Dollar, mehr als ein Drittel aller amerikanischen Haushalte zur Verfügung hat und das Dreißigfache des Kabinetts George W. Bush.[116]

Trump kam es darauf an, Regeln zu brechen, wie Christoph von Marschall urteilte: So designierte er Andrew Puzder, den Chef der Fast-Food-Ketten Hardee’s und Carl’s Jr., als US-Arbeitsminister – entgegen der bislang geltenden ungeschriebenen Regel, dass die US-Demokraten keinen Gewerkschaftsführer und die Republikaner keinen Unternehmenschef als Arbeitsminister nominieren.[117][118] Puzder zog seine Kandidatur am 15. Februar zurück; gegen seine Restaurantkette waren zahlreiche Klagen wegen Nichtzahlung von Löhnen und sexueller Belästigung anhängig, was seine Bestätigung durch den Senat unwahrscheinlich machte.[119] Anstelle von Puzder wurde Alexander Acosta, unter George W. Bush Assistant Attorney General im Justizministerium, Arbeitsminister.

Trumps Wirtschaftsminister Wilbur Ross war zuvor als Investor auf die Verwertung angeschlagener Unternehmen spezialisiert. Finanzminister Steven Mnuchin, zuvor Hedgefonds-Manager, steht für seinen harten Umgang mit Hauseigentümern in der Kritik. Sowohl Mnuchin als auch Ross waren ebenso wie Trumps Chefstratege Bannon und weitere Stabsmitglieder früher für die Investmentbank Goldman Sachs tätig.[120]

Drei Schlüsselpositionen in seinem Kabinett besetzte Trump mit Gegnern aktiver Klimapolitik und Vertretern der Ölindustrie (siehe Klimaskeptizismus), nämlich den Energieminister Rick Perry, den Leiter der Umweltbehörde EPA Scott Pruitt und den Außenminister Rex Tillerson, der bisher Chef des Mineralöl-Konzerns ExxonMobil gewesen war.[121]

First Lady

Melania Trump, die „First Lady“ der USA, blieb bis zum Ende des Schuljahrs mit ihrem Sohn Barron in New York und zog erst am 11. Juni ins Weiße Haus ein.[122]

Außen- und Sicherheitspolitik

 
Donald Trump mit dem japanischen Premierminister Shinzō Abe am 10. Februar 2017 in Washington

Als Hauptelemente der Außenpolitik sieht Trump laut der Website des Weißen Hauses amerikanische Interessen und die nationale Sicherheit. Frieden durch Stärke werde im Mittelpunkt dieser Außenpolitik stehen: „Die Welt muss wissen, dass wir nicht auf der Suche nach Feinden ins Ausland gehen, dass wir immer glücklich sind, wenn alte Feinde Freunde werden und wenn alte Freunde Verbündete werden.“ Der Sieg über den Islamischen Staat und andere islamistische Terrorgruppen habe die oberste Priorität. Zudem soll der Reduzierung der US-Streitkräfte ein Ende gesetzt werden.[123]

Personal

Am 13. Dezember 2016 nominierte Trump Rex Tillerson, den bisherigen Chef des Erdölkonzerns ExxonMobil, als Außenminister.[124] Nach der Bestätigung durch den Senat ist er als Nachfolger John Kerrys seit dem 1. Februar 2017 im Amt. Die gesamte Verwaltungsleitung des Außenministeriums legte am 27. Januar 2017 auf Druck der neuen Regierung ihre Ämter nieder.[125]

Noch am Tag seiner Amtseinführung entließ Trump fristlos etwa 80 US-Botschafter in aller Welt. Mit einem Austausch des Personals wird üblicherweise gewartet, bis Nachfolger ausgewählt sind, was mit Bestätigung durch den US-Senat Monate dauern kann. Einige Botschafterposten bleiben dadurch voraussichtlich längere Zeit unbesetzt.[126] Zur neuen US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen ernannte Trump als Nachfolgerin von Samantha Power die republikanische bisherige Gouverneurin des US-Bundesstaats South Carolina und der Tea-Party-Bewegung zugerechnete Nikki Haley.[127]

Seinen Berater David M. Friedman (Kolumnist bei dem als religiös-zionistisch geltenden israelischen „Siedler-Sender“ Arutz Scheva) ernannte Donald Trump zum Botschafter für Israel, der zunächst plante, seinen dortigen Arbeitsplatz in Jerusalem einzurichten, obwohl der Ort international nicht als Hauptstadt Israels anerkannt wird und sich die meisten ausländischen Botschaften deshalb in Tel Aviv ansiedeln.[128]

Entwicklungshilfe

Kurz nach Amtsantritt untersagte Trump in einem Dekret Entwicklungshilfe für internationale Organisationen, die zu Schwangerschaftsabbrüchen beraten. Ähnliche Regelungen hatten seit 1984 republikanische Präsidenten stets getroffen (siehe Global Gag Rule), demokratische Präsidenten setzten sie jeweils wieder außer Kraft. Während sich frühere Dekrete nur auf Organisationen der Familienplanung bezogen, erstreckt sich die neue Regelung allgemeiner auf Organisationen, die im Ausland Gesundheitshilfe leisten, was die Förderung zahlreicher Kliniken infragestellt.[129]

Luftangriffe in Syrien

Am 7. April 2017 ließ Trump in einer Abkehr von seiner bisherigen Zurückhaltung im syrischen Bürgerkrieg 60 Marschflugkörper gegen den syrischen Militärflugplatz asch-Schaʿirat abfeuern, wodurch offenbar mehr als zehn Menschen getötet wurden. Diese Intervention, die auf eine mutmaßliche Giftgasattacke des syrischen Präsidenten Assad gegen die eigene Bevölkerung reagierte, steht in der Tradition gezielter Luftschläge durch amerikanische Präsidenten und wurde vom Großteil des politischen Establishments in den Vereinigten Staaten, aber auch von vielen Spitzenpolitikern der westlichen Welt gutgeheißen, obwohl keine Rechtsgrundlage gegeben ist und keine Zustimmung des US-Kongresses vorlag.[130] Dagegen kritisierten die mit Assad verbündeten russischen und iranischen Regierungen sowie die bisher Trump unterstützende Alt-Right-Bewegung den Angriff, den auch Trumps Berater Stephen Bannon zu verhindern versucht hatte.[131]

Erste Auslandsreise
 
Trump mit dem ägyptischen Präsidenten as-Sisi und dem saudischen König Salman in Riad

Vor Trumps erster großer Auslandsreise Ende Mai 2017 nach Saudi-Arabien, Israel, zum Vatikan, zur NATO nach Brüssel und zum G7-Gipfel auf Sizilien hatte sich laut Politico unter internationalen Diplomaten angesichts der Skandale und chaotischen Unprofessionalität der Regierung Trump die Ansicht durchgesetzt, dass der Präsident ein „volatiler Clown“ mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne sei, der eingehegt werden müsse. So wurde der geplante NATO-Gipfel zum Treffen herabgestuft und die jeweilige Redezeit auf zwei bis vier Minuten begrenzt.[132] Als erster US-Präsident seit Jimmy Carter besuchte Trump nicht zuerst eines der beiden Nachbarländer.[133]

Trump unterzeichnete dabei Waffengeschäfte zwischen den USA und Saudi-Arabien im Wert von 110 Milliarden US-Dollar, die innerhalb von zehn Jahren auf bis zu etwa 350 Milliarden ausgeweitet werden könnten. Menschenrechtsverletzungen des saudischen Regimes spielen dabei keine Rolle. Der israelische Energieminister Yuval Steinitz bezeichnete das Geschäft als beunruhigend.[134] In einer Rede vor über fünfzig muslimischen Staatsoberhäuptern in Riad bot Trump eine vertiefte Sicherheitspartnerschaft zur Bekämpfung des Terrorismus, insbesondere des Iran an und erklärte, im Gegenzug keine Ratschläge zur inneren Verfasstheit dieser Staaten zu geben.[135] Seine Vorgänger George W. Bush und Barack Obama dagegen hatten stets auf die Menschenrechtslage hingewiesen sowie demokratische und rechtsstaatliche Reformen angemahnt. Politico kommentierte, Trump habe keine Peinlichkeiten begangen wie nach seinen islamfeindlichen Wahlkampfäußerungen gefürchtet, aber einigen Regimes den Rücken gestärkt, die durch Terrorunterstützung für die Sicherheitsprobleme maßgeblich verantwortlich seien.[136]

 
Donald und Melania Trump in Israel mit Staatspräsident Reuven Rivlin, Mai 2017

Während Beobachter den Nahost-Teil der Reise als relativ erfolgreich bewerteten, zeigte Trump bei seinen anschließenden Treffen mit den europäischen Verbündeten große Distanz, was etwa David Frum als „Katastrophe“ für die transatlantischen Beziehungen bezeichnete. So unterließ es Trump im neuen NATO-Hauptquartier in Brüssel entgegen den Erwartungen auch seiner Sicherheitsberater,[137] die unbedingte Beistandspflicht der NATO-Mitglieder untereinander gemäß Art. 5 des Nordatlantikvertrags zu bekräftigen, und belehrte die übrigen Staatschefs über ihre Zahlungsverpflichtungen.[138] Beim G7-Gipfel in Taormina blockierte Trump gegen alle anderen Regierungschefs Einigungen in der Flüchtlingspolitik und in der Klimapolitik,[139] woraufhin Angela Merkel nach Abreise Trumps davon sprach, die letzten Tage hätten gezeigt: „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück weit vorbei und deshalb kann ich nur sagen, wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen.“ Diese Aussage fand weltweite Beachtung und wurde insbesondere in den Vereinigten Staaten als Ausdruck einer möglichen Verschiebung der internationalen Bündnissysteme gewertet.[140]

Nach der Reise wurde bekannt, dass die Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien aus Absichtserklärungen und Wunschlisten bestanden; der Nahostexperte Bruce Riedel bezeichnete die 110 Milliarden US-Dollar als Fake News: Saudi-Arabien habe nach dem Fall des Ölpreises und dem andauernden Konflikt im Jemen nicht einmal die Mittel, die bisherigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen (unter Obama waren Waffengeschäfte im Wert von 112 Milliarden US-Dollar vereinbart worden). Offenbar durch Trumps Reise bestärkt, brachen mehrere arabische Staaten unter Führung Saudi-Arabiens Anfang Juni 2017 die diplomatischen Beziehungen zum Kleinstaat Katar ab und schlossen die Grenzen – unter dem Vorwurf, Katar unterstütze Islamisten, während Beobachter davon ausgehen, dass das Hauptziel die Zurückdrängung des – mit Katar kooperierenden – Iran als Regionalmacht ist.[141] Trump positionierte sich mit mehreren Tweets gegen Katar und unterlief damit die Linie und die Vermittlungsbemühungen des State Department, was laut Experten den Eindruck verstärke, dass das globale Gewicht der USA unter Trump immer geringer werde.[142] Einige internationale Spitzenpolitiker machten sich öffentlich über Trump lustig.[143]

Zweite Auslandsreise: Polen und G20

In den Tagen 5. bis 8. Juli 2017 absolvierte Trump seine zweite Auslandsreise, die ihn nach Polen und Deutschland führte. In Warschau nahm er teil am zweiten Gipfeltreffen der Drei-Meere-Initiative, eines Zusammenschlusses von zwölf mitteleuropäischen und osteuropäischen Staaten, zu dem auch Österreich gehört. Trump sicherte der Initiative seine volle Unterstützung zu.[144] Am 6. Juli sprach er vor dem Denkmal des Warschauer Aufstandes von 1944 zu führenden polnischen Politikern und einer Menschenmenge. Er hob das Heldentum der Kämpfer der Armija krajowa und der polnischen Nation als Ganzes im Laufe der Geschichte hervor.[145] Anschließend flog Trump nach Hamburg, um am Gipfeltreffen der Gruppierung G20 teilzunehmen.

Innenpolitik

Im Wahlkampf hatte Donald Trump angekündigt, bereits ab dem ersten Tag seiner Präsidentschaft zahlreiche Entscheidungen seines Vorgängers Obama rückgängig zu machen.[146]

Die republikanische Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses nahm im Januar 2017 zahlreiche von Obama seit Mai 2016 erlassene Vorschriften vor allem im Arbeits- und Umweltrecht zurück – auf der Grundlage eines Gesetzes, das zehn Tage nach der Amtseinführung des neuen Präsidenten für einen gewissen Zeitraum die Aufhebung präsidialer Verordnungen des Vorgängers mit einer einfachen Mehrheit erlaubt.[147]

Gesundheit

Mit Tom Price ernannte Trump einen Gegner von Präsident Obamas grundlegender Gesundheitsreform („Obamacare“) zum Gesundheitsminister.[148] Bereits vor der Amtseinführung Trumps begannen die Republikaner, im Kongress ein Gesetz zur Abschaffung von Obamacare auszuarbeiten. Die Abstimmung über das im Repräsentantenhaus vorgelegte Gesetz wurde nach langwierigen Änderungen am 24. März 2017 abgesagt: Trump konnte trotz teils massiven Drucks keine Mehrheit aus Abgeordneten der rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung und der gemäßigten Zentristen organisieren.[149] Am 4. Mai 2017 beschloss das Repräsentantenhaus das nochmals stark veränderte Gesetz, ohne dass seine finanziellen und sozialen Auswirkungen abgeschätzt worden wären. Es liegt seitdem beim zustimmungspflichtigen US-Senat.[150] Die Berechnung des Congressional Budget Office ergab Ende Mai, dass durch das im Repräsentantenhaus beschlossene Trumpcare-Konzept 23 Millionen Menschen bis 2026 die Krankenversicherung verlieren würden, während der Bundeshaushalt im selben Zeitraum um insgesamt 119 Milliarden US-Dollar entlastet würde.[151] Im Senat wurde eine Abstimmung über die nochmals veränderte Reformvorlage Ende Juni 2017 abgesetzt, weil sich keine Mehrheit abzeichnete. Die Trump unterstützende Non-Profit-Organisation America First Policies startete eine etwa 1 Mio. $ teure Kampagne mit Fernsehspots gegen den republikanischen Senator Dean Heller, um ihn zur Zustimmung zu bewegen; Trump selbst, der inzwischen den ursprünglichen Gesetzentwurf „gemein“ („mean“) genannt hatte, schlug am 30. Juni via Twitter vor, zuerst Obamacare abzuschaffen und sich erst dann um eine Reform zu kümmern, was 18 Millionen Menschen sofort und 26 Millionen nach einigen Jahren die Krankenversicherung kosten würde.[152] Alle Reformvorschläge, die Trump unterstützt hat, würden sein Wahlkampfversprechen brechen, das Sozialprogramm Medicaid nicht zu kürzen.[153] Nach einer Erhebung des Roper Center vom Juli 2017 ist das geplante Trumpcare das unpopulärste große Reformvorhaben in den USA seit drei Jahrzehnten.[154] Nachdem auch der Gesetzesvorschlag des Senats im Juli 2017 ohne Aussicht auf eine Mehrheit geblieben war, sorgte die Ablehnung einer sofortigen Abschaffung von Obamacare ohne Ersatzplan durch drei republikanische Senatorinnen am 18. Juli 2017 für das vorläufige Scheitern einer republikanischen Gesundheitsreform.[155]

Kurz nach Amtsantritt strich Trump per Dekret alle Finanzhilfen für Organisationen, die Beratung oder Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen anbieten.[156]

Handel

Für den Posten des Direktors eines neu geschaffenen Nationalen Handelsrats im Weißen Haus nominierte Donald Trump den Wirtschaftswissenschaftler Peter Navarro, einen Gegner der chinesischen Handelspolitik.[157] Navarro sowie Wirtschaftsminister Wilbur Ross formulierten in einem Weißbuch, US-Konzerne bestrafen zu können, wenn sie Teile ihrer Wertschöpfung jenseits der US-Grenzen abwickelten. Nach Navarro sollen zukünftig „keine US-Interessen mehr auf dem Altar des Welthandels geopfert werden“.[158]

Ende Januar 2017 kritisierte Navarro Deutschland wegen des schwachen Euro und seiner deshalb angeblich hohen Handelsbilanzüberschüsse;[159] einen Tag später warf Trump Japan und China vor, sie werteten ihre Währungen ab, um Vorteile im Außenhandel zu erlangen.[160]

Aufgrund von Wahlkampf-Äußerungen Donald Trumps und entsprechender Reaktionen aus China sehen Beobachter die Möglichkeit eines Handelskriegs zwischen den USA und China.[161] Ab Ende April 2017 erhoben die USA im Zuge einer Eskalation von Handelsstreitigkeiten mit Kanada (Vorwurf unzulässiger staatlicher Subventionen für die dortige Holzwirtschaft) einen 20%igen Strafzoll auf Weichholz-Importe aus dem Nachbarland. Kritiker befürchteten für die USA weiter steigende Immobilien- und Baupreise, den Verlust tausender Arbeitsplätze sowie sinkende Staatseinnahmen.[162]

Haushalt

Der vom Büro Donald Trumps Mitte März für das am 1. Oktober 2017 beginnende Haushaltsjahr 2017/2018 vorgelegte Entwurf sieht u. a. für die US-Umweltbehörde (EPA) Kürzungen in Höhe von 30 % auf 5,6 Mrd. US-Dollar sowie von 3200 Stellen vor. Die Agentur für zukunftsweisende Energieforschungsprojekte (ARPA-E) soll noch 2017 geschlossen werden. Die Nationale Wetterbehörde (NOAAA) soll 10 % weniger Geld bekommen, der Etat des Außenministeriums um knapp 30 % gekürzt werden, vor allem um die Auslandshilfe. Der Verteidigungshaushalt soll um knapp zehn Prozent (54 Mrd. US-Dollar) steigen, der Etat der Gesundheitsinstitute hingegen um 20 % auf 26 Mrd. US-Dollar sinken.[163][164] Der Etat des Arbeitsministeriums soll um 21 % gekürzt werden.[165]

Justiz und Immigration

Zur besseren Strafverfolgung kündigte die Regierung Trump eine „Law and Order“-Politik an. Eine effektivere Polizeiarbeit solle die Anzahl der Tötungsdelikte in den Städten reduzieren. Es sei nicht die Aufgabe des Staates, den Randalierern, Plünderern und gewalttätigen Störern das Leben angenehmer zu machen. Trump sei verpflichtet, eine Grenzmauer zu bauen, um die illegale Einwanderung, die Banden, die Gewalt und den Drogenhandel zu stoppen. Strafverfolgung bedeute auch die Abschiebung illegal Eingewanderter, die straffällig geworden seien.[166]

Der Chef der US-Grenzschutzbehörde, Mark Morgan, trat Ende Januar 2017 auf Druck der neuen Regierung zurück.[125] Am 24. Januar 2017 gab Trump bekannt, die Finanzhilfen für Sanctuary Cities streichen zu lassen, die illegal eingereiste Zuwanderer nicht festnehmen.[167] Die Stadt San Francisco gewann Ende April 2017 eine Klage dagegen; die Verteilung von Bundeszuschüssen sei nach der US-Verfassung nicht Ermessen des Präsidenten, sondern des Kongresses.[168]

Die Hasskriminalität nahm nach der Wahl Trumps stark zu, nachdem sie bereits seit Beginn des Vorwahlkampfs 2015 gestiegen war. Auch im Jahr 2017 blieb das Niveau trotz Rückgangs über dem bis zur Wahl 2016, was viele Beobachter mit Trumps chauvinistischer und konfrontativer Politik in Beziehung gesetzt haben.[169]

Grenze zu Mexiko

Trump hält am Bau bzw. an der Ergänzung bereits bestehender Bauwerke zu einer rund 3200 km langen, laut Ausschreibung bis zu neun Meter hohen,[170] schätzungsweise zwischen 25 und 40 Mrd. Dollar[167] (ca. 23 bis 37 Mrd. Euro) kostenden, „von Mexiko zu finanzierenden“, nach den Anforderungen des US-Heimatschutzministeriums „für Menschen unüberwindbaren“[170] Mauer fest. Er ordnete die Durchführung entsprechender Maßnahmen, eines seiner wichtigsten Wahlkampfversprechen, am 24. Januar 2017 an. Nachdem aufgrund des von Trump vorgesehenen Postens für den Mauerbau das neue US-Haushaltsgesetz Ende April 2017 in beiden Kammern des US-Repräsentantenhauses keine Mehrheit erlangte und eine Haushaltssperre drohte („Government Shutdown“), verschob der Präsident die Finanzierungsfrage in den Herbst des Jahres.[168]

Am 27. Januar 2017 soll Trump dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto telefonisch gedroht haben, US-Streitkräfte einzusetzen, wenn Mexiko nicht seine „bad hombres“ („schlechten Menschen“) stoppen würde.[171]

Einreise von Muslimen

Am 7. Dezember 2015, nach dem Terroranschlag in San Bernardino, hatte Trump ein vollständiges Einreiseverbot für Muslime in die USA für eine unbestimmte Frist gefordert (siehe Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik). Mit der Anordnung 13769 („Protecting the Nation from Foreign Terrorist Entry into the United States“) verfügte Trump am 27. Januar 2017 für Staatsangehörige der sieben muslimisch geprägten Länder Iran, Irak, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien ein 90-tägiges Einreiseverbot, das von mehreren Bundesrichtern ausgesetzt wurde. Auch die am 6. März 2017 erlassene, neu formulierte und entschärfte Anordnung 13780 wurde gerichtlich ausgesetzt, zuletzt am 12. Juni 2017 durch eine Kammer des United States Court of Appeals für den 9. Gerichtsbezirk. Diese entschied, dass Trumps Anordnung die Statuten überschreite, und ging damit über die bisherigen Begründungen hinaus, die Religionsfreiheit der Verfassung sei verletzt worden.[172]

Die Regierung Trump rief im Juni 2017 den Supreme Court an.[173] Dieser entschied am 26. Juni 2017, den Fall anzunehmen, und setzte Teile des Einreiseverbots für die Zeit bis zur Verhandlung vorläufig in Kraft. Aus den betroffenen Ländern darf demnach zunächst nur einreisen, wer „echte“ oder glaubhafte Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nachweist, was etwa für Familienmitglieder, Studenten oder Mitarbeiter amerikanischer Firmen gelte.[174]

Kultur und Wissenschaft

Die Regierung Trump will die National Endowment for the Humanities (Nationale Stiftung für Geisteswissenschaften, NEH) sowie die National Endowment for the Arts (Nationale Stiftung für die Künste, NEA) auflösen. Die NEH hat seit 1965 jährlich zuletzt 148 Mio. Dollar an Stipendien und Fellowships, außerdem zur Förderung indigener Kultur, zur Bewahrung des kulturellen Erbes, für Digital Humanities und Medienproduktionen zur kulturellen Bildung vergeben.[175]

Die 1967 gegründete Corporation for Public Broadcasting (Gesellschaft für öffentlich-rechtlichen Rundfunk) soll privatisiert,[175] alle öffentlichen Zuschüsse für den nicht-kommerziellen Rundfunk (National Public Radio) sollen gestrichen werden.[176]

Umwelt und Energie

In der Energiepolitik will Trump „zur maximierten Nutzung der amerikanischen Ressourcen“ gelangen und das Land „von der Abhängigkeit von ausländischem Öl befreien“; dem Umweltschutz dienende Regulierungen sollen abgebaut werden.[177] Am 24. Januar 2017 unterzeichnete Trump Anordnungen zum Weiterbau der beiden umstrittenen und unter Obama gestoppten transnationalen Öl-Pipelines Dakota-Access und Keystone; am 24. März genehmigte er den Weiterbau der „Keystone XL“.[178]

Am 28. März 2017 unterzeichnete Trump eine Verordnung zur Annullierung mehrerer Klima- und Umweltschutzmaßnahmen Obamas, so auch zur Abschwächung und teilweisen Aufhebung des „Clean Power Plan“. US-Bundesbehörden bräuchten künftig keine Rücksicht mehr auf Auswirkungen ihrer Entschlüsse auf das Klima zu nehmen.[179] Am 1. Juni 2017 erklärte Trump den Rückzug der USA aus dem von Obama 2015 mitbeschlossenen Übereinkommen von Paris zum Klimaschutz, das alle Staaten der Welt bis auf Nicaragua und Syrien unterzeichnet hatten. Der Ausstiegsprozess kann sich bis zu vier Jahre hinziehen und wird daher möglicherweise bis nach der nächsten Präsidentschaftswahl dauern. Die weltweite Reaktion war überwiegend sehr kritisch; neben Protestmärschen kündigten mehrere Konzerne und Regierungen – international wie auf Bundesstaatsebene – an, ihre Aktivitäten zu verstärken. Die Chefs der Konzerne Walt Disney und Tesla, Robert A. Iger und Elon Musk, zogen sich als Berater Trumps zurück.[180]

Als auf amtlichen Internetseiten immer mehr Informationen zu Klimawandel und Umweltschutz verschwanden und die nationale Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency unter den Druck Trumps geriet,[181] organisierten Wissenschaftler ab Dezember 2016 Veranstaltungen zur Datenrettung in sichere Archive.[182]

Wirtschaft, Steuern und Arbeitsmarkt

Trumps deregulierend, isolationistisch und protektionistisch ausgerichtete Wirtschaftspolitik wird auf der Website des Weißen Hauses unter die Mottos „America First“ und „Buy American“ („Kauf(t) amerikanisch(e Waren)“) gefasst.[183] Danach sollen im folgenden Jahrzehnt bis zu 25 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden und ein jährliches Wirtschaftswachstum von vier Prozent erreicht werden. Begonnen werden soll mit einer wachstumsfördernden Steuerreform mit Absenkung des Körperschaftssteuer­satzes.[184]

Bei den Wirtschaftsbeziehungen soll es, wie im Wahlkampf angekündigt, einen Rückzug der USA aus dem Freihandelsabkommen zur Transpazifischen Partnerschaft (Trans-Pacific Partnership, TPP) geben und Neuverhandlungen zum Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA).[123]

Zu den Wahlkampf-Ankündigungen Trumps gehörte auch eine Zurückführung der unter Barack Obama eingeführten Bankenregulierung. Am 3. Februar 2017 unterzeichnete Trump ein Dekret zur Überprüfung des 2010 zur Regulierung und Stabilisierung des US-Finanzmarkts erlassenen Dodd-Frank-Acts.[185]

Finanzielle und ethische Aspekte

Am 13. November 2016 kündigte Trump an, auf sein Präsidentengehalt zu verzichten.[186]

Vorwurf mangelnder Trennung vom Unternehmen

Die Trennung Präsident Trumps von seinem Unternehmen betrachten viele Vertreter von Politik und Zivilgesellschaft als unzureichend und sehen einen möglichen Interessenkonflikt. Am 23. Januar 2017 erhoben die Citizens for Responsibility and Ethics in Washington Klage gegen Trump wegen Verletzung der Foreign Emoluments Clause der US-Verfassung (Artikel 1, Abschnitt 9, Absatz 8). Diese verbietet es Amtsträgern, ohne Einverständnis des Kongresses Vergütungen aus dem Ausland anzunehmen, was mit den Ausgaben ausländischer Gäste in Trumps Hotels in Konflikt stehen könnte. Der Klage schlossen sich Hotelbetriebe an.[187] Trump hatte angekündigt, sämtliche Zahlungen ausländischer Regierungen in den Hotels der Trump Organization an das US-Finanzministerium zu spenden; die Voraussetzung dafür, die Identifizierung einzelner Zahlungen, wurde jedoch nicht geschaffen.[188] Im Juni 2017 reichten 196 Kongressabgeordnete der Demokraten und die demokratischen Attorneys General des Bundesstaats Maryland und des District of Columbia zusätzliche Klagen in dieser Sache gegen Trump ein.[189]

Nicht veröffentlichte Steuererklärung

Entgegen der Gepflogenheiten und einem Wahlkampfversprechen und anders als seine Konkurrentin Clinton[190] veröffentlichte Trump auch nach seiner Wahl trotz anhaltenden öffentlichen Drucks seine Einkommenssteuererklärung nicht.[191] Laut seiner jüngsten öffentlich bekannten Steuererklärung aus dem Jahr 2005 führte er bei einem Einkommen von 153 Mio. US-Dollar 25 % seiner Einnahmen ab, davon 21 % aufgrund der Anwendung des Alternative Minimum Tax (AMT), dessen Abschaffung Trump in der von seinem Team Ende April 2017 vorgelegten „großen“, „historischen“ Steuerreform vorschlug (siehe Vermögen).[192]

Freizeitgestaltung

In den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit verbrachte Trump die meisten Wochenenden im rund 1.600 km von Washington, D. C. entfernten Mar-a-Lago in Florida. Vor allem aufgrund des hohen Aufwands für Sicherheit und Reise (eine Flugstunde der Air Force One kostet ca. 180.000 US-Dollar) ist das jeweils mit Kosten von rund 3,6 Mio. US-Dollar verbunden. Die eigentliche Freizeitresidenz der US-Präsidenten ist das wesentlich näher an Washington gelegene Camp David.[193] Im selben Zeitraum spielte Trump durchschnittlich alle 5,9 Tage Golf, in der Regel im eigenen Golfclub nahe dem Mar-a-Lago. Obama, den Trump deshalb heftig kritisiert hatte, war diesem Hobby während seiner Präsidentschaft durchschnittlich alle neun Tage nachgegangen.[194]

Positionen

Trumps politische Positionen lagen früher deutlich links des republikanischen Mainstreams; so hat er sich für eine allgemeine Krankenversicherung, für Steuererhöhungen und das Recht auf Abtreibung (Pro-Choice) eingesetzt,[195][196] sprach sich 2004 gegen den Irakkrieg aus[197] und bezeichnete den Demokraten Bill Clinton als erfolgreichen, den Republikaner George W. Bush aber als den schlechtesten aller US-Präsidenten.[198]

Die Zeitschrift The Economist gelangte in einer Analyse im September 2015 zu der Einschätzung, Trump nehme Ideen aus dem gesamten politischen Spektrum auf: Im Bereich der Einwanderungspolitik stehe er rechts des republikanischen Mainstreams; andererseits kritisierte Trump die Tätigkeit von Hedgefonds und Lobbyisten, lobte die staatlichen Gesundheitssysteme anderer Länder und vertrete wirtschaftspolitisch teils protektionistische Positionen. Einige Positionen aus dem Wahlkampf relativierte oder räumte er nach der Wahl; über einige seiner zentralen Wahlversprechen meinte Trump: „Sie sind nicht mehr so wichtig.“[199]

Der konservative Historiker Bruce Bartlett urteilte im Juni 2017, Trump sei als Präsident viel schlimmer als erwartet – die moderaten Republikaner hätten jeden Widerstand aufgegeben, und seine politische Agenda sei so weit rechts, dass Ronald Reagan neben Trump wie ein Linksliberaler aussehe.[200]

Außenpolitik

In ganzseitigen Zeitungsanzeigen veröffentlichte Trump 1987 politische Erklärungen, wonach – am Beispiel von Japan und Saudi-Arabien – Staaten für ihren Schutz durch die USA zahlen sollten.[201] Im März 1990 erläuterte Trump im Playboy, Staaten wie Japan und Westdeutschland hätten den USA die Selbstachtung genommen: „Ihre Produkte sind besser, weil sie so hoch subventioniert werden“, während die USA mit ihrem milliardenschweren Verteidigungsbudget dafür sorgen, „dass sie nicht in 15 Minuten von der Erdoberfläche gefegt werden“. Trump damals: „Unsere Verbündeten machen Milliarden damit, uns zu linken.“[202] Trump bezeichnete die transatlantische Militärallianz NATO im Wahlkampf als „obsolet“, eine Position, die er nach seiner Wahl im April 2017 räumte. Er drängt aber auf die Erhöhung der Verteidigungsausgaben der Mitgliedsstaaten – insbesondere Deutschlands, wie er beim Antrittsbesuch Angela Merkels im März 2017 betonte[203] – und fordert eine Neuausrichtung mit Blick auf die Bekämpfung des Terrorismus.[204]

 
Trump und Petro Poroschenko, 20. Juni 2017

Jahrelang lobte Trump den russischen Präsidenten Putin als Staatschef („leader“)[205] und nannte ein gutes Verhältnis zwischen ihm und Putin auch gut für die USA.[206] Zur Annexion der Krim erklärte Trump im Sommer 2016, er habe gehört, dass die Leute auf der Krim lieber bei Russland sein wollten, Putin es nach Trumps Wahlsieg aber nicht wagen werde, in die Ukraine einzumarschieren (was zu dem Zeitpunkt bereits geschehen war).[207] Nach Vorwürfen gegen Trumps Wahlkampfteam, mit russischen Vertretern kollusiv gegen Hillary Clinton zusammengewirkt zu haben, wechselte Trump im Februar 2017 seine Linie und kritisierte über Twitter die Krim-Besetzung durch Russland.[208] Trumps Entscheidung im April 2017, Raketen auf Syrien abzufeuern, bekräftigte die veränderte Haltung zu Russland.

Im Februar 2016 erklärte Trump, im Krieg gegen den Terror das Waterboarding und viel Schlimmeres („a hell of a lot worse“) wieder einzuführen; Anfäng März 2016 äußerte er, dass er die US-Streitkräfte nicht anweisen werde, gegen das Gesetz zu verstoßen, und dass die Vereinigten Staaten an Verträge gebunden sind.[209]

Zur Leitlinie seiner Außenpolitik erklärte Trump im April 2016 „America First“: Die Interessen des amerikanischen Volkes und der Sicherheit Amerikas sollten allen Bedürfnissen anderer Nationen übergeordnet werden. Trump bezeichnete Israel als Freund der Vereinigten Staaten, das als einzige echte Demokratie im Nahen Osten eine Kraft der Gerechtigkeit und des Friedens in der Region sei. Der Iran hingegen sei in den letzten Jahren erstarkt und sei von Obama zu gut behandelt worden.[210]

Bildung

Trump möchte sämtliche Kompetenzen im Bildungssystem bei den Bundesstaaten belassen; bundesweite Vorgaben seien zu bürokratisch und wenig effizient – trotz hoher Bildungsausgaben würden die Vereinigten Staaten bei Studien im Vergleich mit anderen westlichen Industrieländern schwach abschneiden.[211] Trump setzt sich dafür ein, dass sich Schüler die Schule selbst aussuchen können, und hat angekündigt, 20 Milliarden US-Dollar für ein wettbewerbsförderndes Gutscheinsystem zu investieren, damit insbesondere Kinder aus ärmeren Verhältnissen auf bessere Schulen gehen können. Außerdem unterstützt Trump Charter Schools.[212]

Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik

Nach der Präsidentschaftswahl 2012 hatte Trump erklärt, die Niederlage des republikanischen Kandidaten Mitt Romney hänge mit dessen harter Position in der Einwanderungsfrage zusammen. Romneys zentralen Programmpunkt, illegal Eingewanderte dazu zu bringen, aus freien Stücken das Land zu verlassen („self deportation“), bezeichnete Trump im November 2012 als „verrückt“ und „manisch“.[213]

Mitte August 2015 legte Trump in seinem eigenen Präsidentschaftswahlkampf sein erstes politisches Positionspapier vor, das harte Maßnahmen zur Immigration vorschlug: Sämtliche 11 Millionen illegal Eingewanderten sollten ausgewiesen werden. An der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko solle eine durchgehende Mauer gebaut werden, deren Kosten Trump der mexikanischen Regierung auferlegen wollte. Zudem sollte das bisher geltende Geburtsortsprinzip des US-Staatsbürgerschaftsrechts aufgegeben werden (siehe Ankerkind).[214]

 
Trump und Angela Merkel, 17. März 2017

Insbesondere Trumps Haltung gegenüber muslimischen Einwanderern sorgte im Wahlkampf für Kontroversen. Am 8. Dezember 2015 erregte Trump internationales Aufsehen, als er infolge des Terroranschlags in San Bernardino „großen Teilen der muslimischen Bevölkerung“ einen Hass auf Amerikaner unterstellte, weshalb er ein temporäres Einreiseverbot für alle Muslime forderte.[215] Trumps Äußerungen wurden von Prominenten und Politikern, auch Parteikollegen, scharf kritisiert.[216] Im Vereinigten Königreich unterzeichneten binnen weniger Tage mehr als 550.000 Personen eine Petition, die ein Einreiseverbot für den Immobilienunternehmer fordert.[217] Zudem trat Trump für die Einrichtung eines bundesweiten Zentralregisters für Muslime in den USA ein.[218] Nachdem er im Herbst 2015 zunächst die Aufnahme zusätzlicher syrischer Flüchtlinge in der Flüchtlingskrise befürwortet hatte,[219] erklärte er einige Wochen später, alle syrischen Flüchtlinge aus den USA abschieben zu wollen (wörtlich: „they’re going back“).[220] Wenig später nannte er – international kontrovers diskutiert – die Flüchtlingspolitik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel „wahnsinnig“ („insane“).[221]

Energiepolitik und Klimaschutz

Im November 2012 schrieb Trump auf Twitter, das Konzept der globalen Erwärmung sei von Chinesen geschaffen worden, um der industriellen Fertigung in den USA die Konkurrenzfähigkeit zu nehmen.[222] Anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in den Vereinigten Staaten Ende September 2015 äußerte Trump, er glaube nicht an die anthropogene globale Erwärmung und halte den Klimawandel nicht für ein drängendes Problem, sondern für ein natürliches Phänomen (siehe Klimaskeptizismus). Klimaschutz-Auflagen für US-Unternehmen halte er für falsch.[223] Trump will das Übereinkommen von Paris aufkündigen und zu besseren Konditionen für die USA neu verhandeln.[224] Nach der Wahl sagte Trump der New York Times, er sehe eine Verbindung zwischen menschlicher Aktivität und Klimawandel, stelle die Frage, wie stark diese Verbindung sei, und denke darüber nach, wie teuer der Klimawandel für US-Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit sei. Klimaschutzabkommen sehe er sich genau an und sei ihnen gegenüber offen.[225] Kurz zuvor hatte die chinesische Regierung Trumps bisherige Position kritisiert und angekündigt, die eigene Klimaschutzpolitik in jedem Fall fortzuführen, was Experten als mögliche Verschiebung der weltweiten Gewichte in diesem Politikbereich zugunsten von Schwellenländern bezeichneten.[222]

In der Energiepolitik kündigte Trump im Mai 2016 eine „Kehrtwende“ mit einer Lockerung von Umweltvorschriften und einer Rückbesinnung auf fossile Brennstoffe an. Er nennt als Hauptziel, die USA von importierten Energieträgern, namentlich aus dem OPEC-Raum, unabhängig zu machen. Dafür wolle er bisher unerschlossene Vorkommen nutzen, insbesondere auch an und vor der Küste. Dafür wolle er alle unter Obama eingeführten Einschränkungen aufheben und so jährlich mindestens eine halbe Million neue Arbeitsplätze schaffen sowie zugleich Energie billiger machen.[226] Trump lehnte die Windenergie ab. Schon 2012 twitterte er, Windräder seien ein „ökologisches und ästhetisches Desaster“, nachdem er in einem Rechtsstreit um die Errichtung eines Windparks nahe einem seiner schottischen Golfplätze unterlegen war, und problematisierte im November 2016, dass sie Vögel töteten, massive Subventionen benötigten und nicht in den USA, sondern vor allem in Deutschland und in China hergestellt würden.[227]

Gleichgeschlechtliche Ehe

Gegenüber einer rechtlichen Gleichstellung homosexueller Ehen zeigte sich Trump kritisch, erklärte aber, die Entscheidung solle den einzelnen Bundesstaaten überlassen bleiben. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes zur landesweiten Gleichstellung mit der heterosexuellen Ehe (Obergefell v. Hodges) teilte er mit, die Entscheidung müsse nun akzeptiert werden und tauge nicht mehr als Wahlkampfthema. Anfang September 2015 forderte er die Verwaltungsbeamtin Kim Davis aus Kentucky auf, nicht länger die Ausfertigung von Heiratsurkunden für homosexuelle Paare zu verweigern. Davis hatte durch ihre Weigerung für internationales Aufsehen gesorgt und war wegen ihres Verhaltens zeitweise inhaftiert worden. Andere Präsidentschaftskandidaten wie Mike Huckabee unterstützten Davis und kritisierten Trump für seine Haltung.[228]

Der Vorsitzende der Log Cabin Republicans Gregory T. Angelo, einer Vereinigung innerhalb der Republikanischen Partei, die für die Rechte von Homosexuellen eintritt, bezeichnete Trump als „einen der besten, wenn nicht den besten, republikanischen Präsidentschaftskandidaten für die Rechte Homosexueller“ (im Original: „one of the best, if not the best, pro-gay Republican candidates to ever run for the presidency“).[229]

Schwangerschaftsabbruch

In seinem zur Präsidentschaftswahl 2000 veröffentlichten Buch The America We Deserve sprach sich Trump für die Möglichkeit von Schwangerschaftsabbrüchen aus („Pro-Choice“). Auch Jahre später bekräftigte er diesen Standpunkt in einem Interview.[230] Während seiner Präsidentschaftskampagne 2016 erklärte Trump hingegen, „Abtreibungen“ abzulehnen („Pro-Life“). Im Gegensatz zu vielen erzkonservativen Republikanern und Anhängern der religiösen Rechten will er jedoch in drei Ausnahmesituationen Schwangerschaftsabbrüche zulassen: im Falle einer gesundheitlichen Gefährdung der Mutter, einer Vergewaltigung sowie bei Inzest.

Sozialversicherung und Gesundheitspolitik

Wie sämtliche Republikaner des Wahlkampfs 2016 forderte Trump im Wahlkampf eine Rücknahme der 2010 unter Präsident Obama eingeführten Gesundheitsreform („Obamacare“). Diese verschlechtere die Qualität des Gesundheitswesens und führe zu überhöhten Preisen. Nach seiner Auffassung begünstige sie außerdem einseitig die Versicherungskonzerne. Stattdessen befürwortet Trump einen sogenannten free market plan, mit dem durch eine Stärkung des Wettbewerbs im Gesundheitsbereich die Kosten gesenkt und Qualität verbessert werden soll. Im Lauf des Wahlkampfs erklärte Trump immer wieder, dass er Obamas Gesundheitsreform aufheben und ersetzen wolle.[224]

Kürzungen im Bereich von Social Security, Medicare und Medicaid lehnte Trump hingegen im Wahlkampf ab,[231] womit er sich von den meisten republikanischen Mitbewerbern 2016 abhob. Er änderte seine Position allerdings im Amt (siehe Gesundheit). Allerdings plädierte er dafür, die Programme der Sozialversicherung effizienter zu gestalten.[232] Trump setzte sich für eine bessere Versorgung der Veteranen ein.[233]

Steuern und Finanzen

In der Steuerpolitik setzte sich Trump im August 2015 deutlich von den republikanischen Mitbewerbern ab, die sämtlich angebotsorientiert eine Senkung der Steuersätze für Vermögende und Bezieher hoher Einkommen oder einen Einheitssteuersatz (eine Flat Tax) forderten (vgl. Trickle-down-Theorie). Trump wollte das Steuersystem vereinfachen, Reiche – ihn selbst eingeschlossen – stärker besteuern, die Mittelschicht jedoch entlasten. Vor allem konservative Medien kritisierten diese Vorschläge als Populismus.[234] Zudem wolle er Steuerflucht intensiver bekämpfen und Steuerschlupflöcher schließen.[235]

Trump legte nach seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat ein neues Steuerkonzept vor, das Entlastungen auch für Reiche entsprechend der Parteilinie vorsieht:[236] Die Einkommensteuer soll bei 33 Prozent für Großverdiener gedeckelt werden. Amerikaner mit einem Jahreseinkommen von weniger als 25.000 US-Dollar sollen über die Nutzung von Freibeträgen zum Teil von der Einkommenssteuer gänzlich befreit werden. Die Unternehmenssteuern will er von 35 auf 15 Prozent senken, um die Konzerne im internationalen Wettbewerb zu stärken.[224] Nach Trumps eigenen Angaben ist sein Steuerkonzept aufkommensneutral. Durch Effizienzsteigerungen im öffentlichen Dienst und beim Militär sowie Mehreinnahmen durch ein starkes Wirtschaftswachstum möchte er binnen weniger Jahre einen ausgeglichenen Bundeshaushalt erreichen.[237] Trumps Steuerkonzept ist dabei abhängig von anderen Politikbereichen wie dem Gesundheitssystem, aus dem Trump Mittel für die Senkung von Steuern generieren will. So ließ er im April 2017 einen wiederum veränderten Plan erarbeiten, dessen Umsetzung als höchst fraglich gilt.[238]

Trump unterschrieb kurz nach seinem Amtsantritt ein Dekret, den Dodd–Frank Act zu überprüfen. Trump hatte dieses Gesetz zur Bankenregulierung, das Obama 2010 als Reaktion auf die Finanzkrise unterzeichnet hatte, als „Desaster“ bezeichnet.[239]

Todesstrafe

In ganzseitigen Zeitungsanzeigen forderte Trump 1989/90 – wegen eines Vergewaltigungsfalls im Central Park und den damaligen New Yorker Bürgermeister Ed Koch angreifend – eine Rückkehr zur Todesstrafe; „diese Räuber und Mörder“, die Trump hassen wolle, sollten „gezwungen werden zu leiden“ und der Abschreckung dienen.[240]

Im Wahlkampf erklärte Trump 2015, er werde als Präsident bei Polizistenmorden die Todesstrafe zwingend vorschreiben. Ob dies durch geltendes Recht abgedeckt ist, ist umstritten. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes aus dem Jahr 1976 schließt das obligatorische Verhängen der Todesstrafe für bestimmte Delikte aus.[241]

Waffenrecht

Trump verficht – nachdem er im Jahr 2000 noch für eine vermittelnde Position eingetreten war[242] – eine weite Auslegung des Zweiten Verfassungszusatzes, der US-Bürgern das Recht auf Waffenbesitz einräumt. Wie die Mehrheit der Republikaner lehnt er Verschärfungen des Waffenrechts ab, da sie nicht geeignet seien, Gewalttaten zu verhindern. Vielmehr macht er unzureichende Therapiemöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen für Amokläufe verantwortlich. Ferner erklärte Trump, Gewalttäter würden sich für ihre Taten gezielt Einrichtungen aussuchen, in denen das Tragen von Waffen untersagt ist („gun free zones“), weshalb niemand Amokläufer durch die Anwendung von Gegengewalt frühzeitig stoppen könne.[243] Nach den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 sorgte Trump für Aufsehen, als er den strengen Waffengesetzen in Frankreich eine Mitschuld an der hohen Opferzahl gab.[244]

Wirtschaft

Laut eigener Aussage befürwortet Trump den freien Markt, vertritt jedoch unter dem Motto „America First“ den Standpunkt, dass US-Unternehmen ihre ausländischen Produktionsstätten in die Vereinigten Staaten zurückverlagern sollen; dies soll unter anderem durch hohe Strafzölle für Importe und Steuererleichterungen provoziert werden. Außerdem müssten angeblich ungünstige Handelsverträge wie die Transpazifische Partnerschaft (TPP) neu ausgehandelt werden.[245] Diese Positionen sind in konservativen Kreisen wie dem Club for Growth als protektionistisch und „Verachtung“ der freien Marktwirtschaft kritisiert worden.[246]

Trump befürwortet eine Anhebung des Mindestlohns auf mindestens 10 US-Dollar, möchte dies jedoch den einzelnen Bundesstaaten überlassen.[247]

Verhältnis zu den Medien

Zahlreiche Wahlforscher und Nachrichtenmedien waren vom Wahlsieg Donald Trumps überrascht. Viele eher linksliberale Medien hatten vor der Wahl vor allem kritisch über Trump berichtet, während Clinton allgemein höhere Siegchancen zugerechnet worden waren. Trump war wegen seiner weithin als rassistisch und sexistisch bezeichneten Äußerungen mitunter als unwählbar betrachtet worden. Der Journalismus-Professor Jeff Jarvis bezeichnete Trump als „ein Produkt der US-Medien“ und machte sie wegen ihrer ausgiebigen Berichterstattung über Trump mitverantwortlich für seinen Erfolg. Viele Journalisten hätten „die Bürger aus den Augen verloren“; die entstandene Kluft müsse mit einer neuen, sozialeren Form des Journalismus (Empathie für das Leben seiner Sympathisanten und Wähler) überwunden werden.[248]

Viele Kommentatoren sorgen sich um die Meinungs- und Pressefreiheit während Trumps Präsidentschaft; so sagte der Pulitzer-Preisträger David Maraniss im November 2016, Trump habe „einen Hass freigesetzt, der sich nun teilweise auf den Straßen zeigt, und das ist extrem gefährlich.“[249] Trump fordert unter anderem, das Prinzip des Quellenschutzes im Journalismus aufzuheben. Er bezeichnete Journalisten und bestimmte Medien vielfach als „korrupt“ oder „verlogen“; sie seien die „eigentliche Opposition“ und „Feinde“ seiner Regierung und des Volkes („enemy of the people“). Trump verhielt sich bei Pressekonferenzen mehrfach ausfällig und ließ kritische Medien teilweise ausschließen.[250] Er hat einige Journalisten persönlich angegriffen, die kritisch über ihn berichtet oder kritische Fragen an ihn gestellt hatten, im Präsidentschaftswahlkampf etwa Megyn Kelly (siehe Sexismusvorwürfe) und Serge F. Kovaleski, über dessen Körperbehinderung sich Trump durch Nachäffen lustig gemacht hatte. Ende Juni 2017 tweetete Trump vulgär gegen Mika Brzezinski und Joe Scarborough, die in ihrer MSNBC-Sendung Morning Joe Kritik an Trump geäußert hatten. Die Journalisten berichteten daraufhin, ein enger Berater Trumps habe ihnen einen schädigenden Zeitungsartikel angedroht, wenn sie sich nicht bei Trump entschuldigen würden. Trump ließ das dementieren.[251] Manche sehen in Trumps polarisierender Politik eine Chance zum Erstarken der Demokratie. So gewann die New York Times von Herbst 2016 bis Februar 2017 über 275.000 Abonnenten dazu; auch die Washington Post und der New Yorker gewannen Abonnenten und stellten Personal unter anderem für Recherche ein.[252]

Insbesondere durch die intensive Nutzung seines Twitter-Kontos tritt Trump selbst als Informationsquelle in Konkurrenz zu den Medien.[253] Ein Tweet am 31. Mai 2017 kurz nach Mitternacht über die „constant negative press covfefe“ sorgte für weltweite Aufmerksamkeit und Spott und wurde sechs Stunden später gelöscht; vermutlich ist die Zeichenfolge „covfefe“, die zum Internetphänomen wurde, ein Schreibfehler für „coverage“ („ständige negative Presseberichterstattung“).[254] Einige Medien berichteten, dass Trump häufig unberaten twittere, während er nachts allein Fernsehen schaue, und dabei Sprachregelungen des Weißen Hauses untergrabe,[255] was auch rechtliche Konsequenzen haben kann, da sich Trump in seinen Tweets ungefiltert zu Themen äußert, die Gegenstand von Ermittlungen sind.[256] Trump warf den Mainstream-Medien am 6. Juni in einem Tweet vor, seine Nutzung von Social Media verhindern zu wollen, da sie es „hassen“ würden, dass er „die aufrichtige und ungefilterte Botschaft“ überbringe.[257] Trump attackierte Anfang Juli 2017 die „Fake-Medien“, die versuchen würden, „die Wahrheit“ zu unterdrücken, außerdem veröffentlichte er ein Video, in dem er einem Mann wiederholt ins von einem CNN-Logo überblendete Gesicht schlägt, das ursprünglich aus einer Wrestling-Storyline Trumps von 2007 stammt. CNN bezeichnete dies als Aufforderung zur Gewalt. Der republikanische Senator Ben Sasse warnte Trump daraufhin, nicht Misstrauen als Waffe einzusetzen („to weaponize distrust“), was die verfassungsmäßig verbriefte Meinungsfreiheit gefährde.[258]

Eine Studie der Harvard Kennedy School ergab, dass Trump in den ersten 100 Tagen Gegenstand von 41 Prozent aller Nachrichtenberichte im nationalen Fernsehen gewesen war, dreimal mehr als jeder Präsident zuvor, von denen 80 Prozent negativ ausgefallen waren (52 Prozent beim konservativen Nachrichtensender Fox News, 93 Prozent bei CNN und NBC und 98 Prozent bei der ARD, die wie viele andere ausländische Medien besonders häufig die Frage der Amtsfähigkeit Trumps aufwarf).[259]

Unterstützer und Geldgeber

Zu Trumps bedeutendsten Geldgebern und Unterstützern gehören der Milliardär Robert Mercer und dessen Tochter Rebekah. Mercer, ein öffentlichkeitsscheuer Informatiker und Hedgefonds-Manager, verfolgt seit etwa zehn Jahren das Ziel, das politische Establishment zu entmachten. Zu diesem Zweck ließ er mit neuen Methoden, wie er sie auch sehr erfolgreich im Hedgefonds-Bereich eingesetzt hatte, die öffentliche Meinung erforschen und ermittelte dabei eine wachsende Bereitschaft in der Bevölkerung, einen Außenseiter zum Präsidenten zu wählen. 2016 schien den Mercers die Zeit dafür reif zu sein. Nachdem sie zunächst den in den Vorwahlen ausgeschiedenen Kandidaten Ted Cruz – als Außenseiter innerhalb des Establishments – massiv unterstützt hatten, setzten sie danach auf Trump. In beiden Fällen nutzten sie dafür eine Lobby-Organisation (Super-PAC), in die sie insgesamt 13 Mio. $ investierten. Nach dem Rücktritt von Trumps Wahlkampf-Manager Paul Manafort gelang es ihnen zudem, den schon lange von ihnen als den Hauptfinanziers von Breitbart News geförderten Stephen Bannon sowie Kellyanne Conway, die bislang das Super-PAC geleitet hatte, in Trumps Team zu platzieren.[260]

Einige Berater aus dem Wahlkampfteam gründeten im Januar 2017 die Non-Profit-Organisation America First Policies, die im Unterschied zu Super-PACs (und anderen Political Action Commitees) ihre Spender nicht offenlegen muss und im Juni 2017 eine Mio. $ für eine Werbekampagne gegen den Senator Dean Heller aufbrachte (vgl. oben unter "Gesundheit").[261]

Zivilgesellschaftliche Proteste

 
Plakat mit dem Aufruf zu einer Anti-Trump-Demonstration. Mission District, San Francisco, in der Woche nach der Präsidentenwahl.
 
Tax March, 15. April 2017
Hauptartikel: Proteste gegen Donald Trump

Gegen Donald Trump wurden Proteste seit der Verkündung seiner Präsidentschaftskandidatur im Juni 2015 organisiert. Nach seinem Wahlsieg Ende 2016 verstärkten sich diese. Einige Großdemonstrationen zogen die Beachtung der Weltöffentlichkeit auf sich. Zum Women’s March on Washington am 21. Januar 2017, dem Tag nach der Amtseinführung Trumps, kamen zur bisher mit Abstand größten Protestdemonstration in der Geschichte Nordamerikas etwa eine halbe Million Menschen nach Washington, D.C., in den Vereinigten Staaten insgesamt etwa vier bis fünf Millionen Menschen zusammen. Zum Science March am Tag der Erde 2017 erschienen am 22. April etwa 40.000 in der US-Hauptstadt, weltweit in rund 600 Städten zusammen etwa 250.000 Menschen. Zum Climate March am 100. Tag der Präsidentschaft am 30. April 2017 kamen etwa 15.000 in Washington zusammen; in über 300 weiteren Städten der USA wurde demonstriert.

Es kam auch zu situativen Einflussnahmen insbesondere auf einzelne Kongressabgeordnete, etwa bei Bürgerversammlungen zur Gesundheitspolitik, oder an Flughäfen nach Trumps Einreisebeschränkungen für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern.[262] Einige dieser Proteste brachten konkrete Erfolge beim Einfluss auf politische und personelle Entscheidungen. Verschiedene Gruppen arbeiten daran, die Proteste zu einer organisierten Widerstandsbewegung auszubauen.[263]

Einschätzungen

Sprache und Stil

Trumps Stil und Sprache gelten als außerordentlich und sind vielfach analysiert worden. Performative und inszenatorische Aspekte, häufig melodramatischer Art, stehen für den entertainmenterfahrenen Trump im Vordergrund, auch vor politischen Inhalten – etwa bei den häufigen, choreographierten Fotos der Unterzeichnung von Erlassen im Oval Office.[264] Trumps Art des Handschlags mit internationalen Politikern – häufig außerordentlich lang und intensiv, während er etwa Angela Merkel im Oval Office nicht die Hand reichte – erfuhr besondere Beachtung. Solches Verhalten ist als Dominanzgeste gedeutet worden; für Aufsehen sorgte der neugewählte französische Präsident Emmanuel Macron, als er Trump beim G7-Gipfel in Taormina 2017 so fest die Hand drückte, dass die Knöchel weiß wurden, und das später als „nicht unschuldig“ bezeichnete.[265]

Trump nutzt bei Auftritten kurze, klar strukturierte Sätze (Soundbites) mit wenigsilbigen Wörtern, von denen die wichtigsten am Ende stehen wie bei Punchlines, und häufig Imperative – wie bei seinem Slogan „Make America Great Again“.[266] Grammatik und Vokabular seiner Wahlkampfreden sind so einfach, dass sie laut Indizes auch von Elfjährigen verstanden werden –[267] deutlich weniger komplex als die Sprache vieler politischer Konkurrenten und früherer Präsidenten.[268] Noch in den 1980er und 1990er Jahren hatte Trump deutlich komplexere Satzstrukturen und Vokabeln benutzt.[269] Seine Aussagen sind laut einer computerlinguistischen Studie stärker von einem femininen Sprachregister geprägt (Hilfsverben, Ichbezug, emotionale, dynamische Ansprache) als die aller Kandidaten in Präsidentschaftswahlkämpfen seit 2004, auch als die seiner Gegenkandidatin Hillary Clinton.[270]

Zudem wird Trump ein konfrontativer Stil bescheinigt; so stellte die New York Times im Februar 2017 eine Liste von über 300 Personen, Orten, Staaten und Kunstwerken auf, die Trump seit Juni 2015 auf Twitter beschimpft oder beleidigt hat.[271] Die Liste wird laufend aktualisiert. Markus Feldenkirchen urteilte im Spiegel über Trump, „fast alles, was herkömmliche Politiker machen“, mache er nicht: Er benenne gnadenlos alles, was im politischen System der USA faul sei.[272] Trump bemüht sich nicht um Einschränkungen oder Abschwächungen, auch nicht gegenüber bestimmten Wählergruppen, was Experten aus dem Politikbetrieb irritiert, auf Politikfremde aber erfrischend wirkt. Regelmäßig verwendet er dabei provokative Äußerungen, lässt Verschwörungstheorien und Außenseiterthesen anklingen und erregt so konstante Aufmerksamkeit. Gegner irritiert er mit Anspielungen zu Familienmitgliedern und Spottnamen wie „Crooked Hillary“ (Gauner-Hillary) oder „little Marco“ und bezeichnete den jahrelang gefolterten Vietnam-Veteran John McCain als keinen echten Helden, weil er sich habe gefangen nehmen lassen.[273] Konfrontiert mit kritischen Fragen setzt Trump – anders als übliche Politiker, die in Abstraktion ausweichen – sein komödiantisches Talent ein und bleibt bei seiner einfachen Sprache, womit er Distanz vom politischen Geschäft signalisiert.[266] Er weicht bei Fragen zu Inhalten und Positionen häufig aus und verweist auf Anekdoten oder auf Personen aus seinem persönlichen Umfeld, anstatt sich auf Details festzulegen.[274]

Trump wird oft ein postfaktischer Politikstil (englisch „post-truth politics“) zugeschrieben.[275] Der Anteil seiner politischen Äußerungen, die objektiv falsch sind, liegt laut Untersuchungen von Websites wie Politifact bei etwa 70 Prozent (Obama: 26 Prozent).[276] Harry G. Frankfurt bezeichnete Trump als Bullshitter, der anders als ein Lügner gar kein Verhältnis mehr zu Wahrheit und Wirklichkeit habe, sondern einfach irgendwelche Behauptungen in die Welt setze.[277] Der Journalist Michael D’Antonio urteilte, Trump sei „so beschäftigt mit seiner Performance, dass nichts, was er über sich sagt, als aufrichtig bezeichnet werden kann“.[6]

Anhänger als Teil einer „schweigenden Mehrheit“

Der Publizist Ward Baker hielt den Kandidaten Trump im Dezember 2015 deshalb für „so populär, weil ihn die Wähler als authentisch, unabhängig, direkt und stark ansehen – und weil sie glauben, dass er nicht von Interessensgruppen gekauft werden kann“.[278] Nach der Einschätzung des Politikberaters Frank Luntz zeichnen sich Trumps Sympathisanten nicht durch ihre Treue zu konservativen Grundsätzen, sondern vor allem durch ihre Wut über den aktuellen Zustand der US-Politik aus. Trump spreche Menschen mit unterschiedlichsten Werthaltungen und aus allen sozialen Schichten an, weil er „ihre Sprache spreche“ und als „Anti-Politiker“ das unpopuläre politische Establishment angreife. Er positioniere sich – ähnlich wie Ende der 1960er-Jahre Richard Nixon – als Kandidat einer „schweigenden Mehrheit“.[279]

Etwa ein Drittel der Anhänger Trumps überwand laut Umfrage- und Wählerbefragungsdaten vom Februar 2016 während der parteiinternen Vorwahl die bisherigen Spaltungen der republikanischen Wählerschaft und war in hoher Kohärenz durch religiöse, soziale und „rassische“ Intoleranz vereint.[280]

Trump umwarb, wie die Washington Post analysierte, seit Jahren ein rechtes Politiksegment, das sich inzwischen zu einem Gegen-Establishment („fringe establishment“) verfestigt und große mediale Präsenz als Gegenöffentlichkeit gewonnen habe; Trump habe verbrannte Erde bei den Etablierten hinterlassen.[281]

Parallelen zu rechtspopulistischen Parteien in Europa

Trumps Aufstieg ist immer wieder mit dem Erfolg rechtspopulistischer Parteien in Europa in Verbindung gebracht worden.[282] Die New York Times etwa sah Trumps Kampagne auf den Spuren der vor allem Arbeiter ansprechenden Parteien wie der britischen UKIP, die die christliche Identität und ökonomische Integrität als durch Zuwanderung bedroht betrachteten. Teile der Bevölkerung sähen sich als Zurückgelassene im kulturellen Wandel und wegen Arbeitsplatzabwanderung in der globalisierten Wirtschaft als Modernisierungsverlierer, wogegen diese Bewegungen einen „Wohlfahrtschauvinismus“ propagierten, also die Verteidigung des Sozialstaats allerdings nur für die Einheimischen. Das geschehe in einer tabuverletzenden Sprache und der spalterischen Rhetorik von „Starken“ und „Schwachen“, die sich unter anderem in der Bewunderung der Führung Russlands durch Wladimir Putin und in der Verächtlichmachung politischer Kontrahenten zeige. Die einfache Sprache, die propagierte Unkorrumpierbarkeit und der Hang zu Verschwörungstheorien würden bei den Anhängern für das Gefühl persönlicher Nähe in einer Kampfgemeinschaft gegen die Etablierten sorgen. Wie bei Silvio Berlusconi kämen dazu bei Trump der großsprecherische Mythos vom selbstgemachten Aufstieg zum Milliardär, die zur Schau gestellte machohafte Virilität und die virtuose Beherrschung der Medien.[283] In Deutschland begrüßte die AfD mehrheitlich den Wahlsieg Trumps.[284] Nach der Wahl kam die Befürchtung auf, Trump könne eine „nationalistische Internationale“ mit autoritären und rechtsgerichteten Bewegungen weltweit bilden – etwa mit Nigel Farage im Vereinigten Königreich, Marine Le Pen in Frankreich und Wladimir Putin in Russland – und sich so gegen die bisher stabile liberale Ordnung der westlichen Staaten stellen, was im Frühjahr 2017 durch Trumps zunehmend interventionistische und anti-russische Außen- und Sicherheitspolitik unwahrscheinlicher geworden ist.[285]

Zweifel an der Amtsfähigkeit

Trumps früherer Ghostwriter Tony Schwartz urteilte Mitte 2015, dieser habe ein „beeindruckendes Level an oberflächlichem Wissen und deutlicher Ignoranz“, sei „so unsicher, so leicht zu provozieren“ und habe „mehr soziopathische Tendenzen“ als jeder andere politische Kandidat seiner Erinnerung.[286] Der parteiinterne Konkurrent um die Präsidentschaftskandidatur Jeb Bush äußerte Ende 2015, Trump würde als US-Präsident Chaos anrichten.[287] Unter Hinweis auf Trumps wirtschaftliche Beziehungen und Äußerungen zu Russland und Putin erklärten 2016 Michael Morell und Michael V. Hayden, zwei frühere Leiter nationaler Sicherheitsdienste unter republikanischer und demokratischer Präsidentschaft, Putin nutze Trump, ohne dass dieser es merke, im Interesse Russlands,[288] Trump sei also ein nützlicher Idiot.[289] Kurz vor der Amtseinführung Trumps warnte der US-Investor und Milliardär George Soros auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vor Trump als einem „Blender und Hochstapler und Möchtegerndiktator“.[290] Der republikanische US-Senator John McCain äußerte im Februar 2017 seine Sorge, ob Trump einige der politischen Themen verstehe.[291] Scharfe Kritik äußerte Mitte März 2017 der linke US-Senator Bernie Sanders: Trump arbeite auf eine autoritärere Regierung in Amerika hin, er versuche, die Gewaltenteilung abzuschaffen. Seine Angriffe auf die Medien, seine Respektlosigkeiten gegenüber Richtern und seine wiederholte Behauptung, fünf Millionen Menschen hätten bei der Präsidentschaftswahl illegal abgestimmt, seien bewusste Lügen, um die Fundamente der amerikanischen Demokratie zu untergraben.[292]

Mehrere Psychiater äußerten ab 2015 ihre Auffassung, bei Trump liege eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vor.[293] Der Psychiater Jan Kalbitzer kritisierte dies als unzulässige öffentliche Ferndiagnose und hielt es für ausgeschlossen, auf Basis der vorhandenen Daten belastbare Aussagen zu treffen.[294] Der republikanische Kongressabgeordnete Jason Chaffetz schlug ein Gesetz vor, US-Präsidenten einer ärztlichen Untersuchung ihrer geistigen Gesundheit zu unterziehen. Auf Nachfrage erklärte er, nicht die Debatte um Trump zu meinen, begründete aber seine Empfehlung mit der Verfügung des Präsidenten über den Einsatz von Atomwaffen.[295] Die Vorsitzende der demokratischen Minderheit im Kongress, Nancy Pelosi, empfahl eine Untersuchung Trumps hinsichtlich seiner geistigen Gesundheit.[296] Ferndiagnosen wie die in einem offenen Brief von 35 Psychiatern an die New York Times, wonach Trump wegen schwerer emotionaler Instabilität nicht fähig sei, sicher das Amt des Präsidenten auszuüben, verstoßen gegen die 1973 von der American Psychiatric Association verabschiedete „Goldwater-Regel“,[297] keine Diagnosen über jemanden zu stellen, den man nicht selbst untersucht hat. Einer der Autoren des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders wurde zitiert, Trump sei zwar möglicherweise ein extremer Narzisst; da er aber weder darunter leide noch dadurch behindert sei, sei er per definitionem nicht geisteskrank. „Schlechtes Verhalten“ sei selten ein Zeichen geistiger Erkrankung, und psychiatrische Anwürfe seien der falsche Weg, Trumps „Angriff auf die Demokratie“ zu kontern.[298]

Reaktionen seiner Regierungsmannschaft

Journalisten beschreiben im Sommer 2017, dass die Regierung zunehmend den Präsidenten umgehe.[299] Sicherheitsberater McMaster stellte fest, dass Trump schon deshalb dem russischen Außenminister keine streng geheimen Informationen über die Quelle von Geheimdienstinformationen über den IS und die Methode ihrer Gewinnung weitergeben hätte können, weil Trump über derartige, sicherheitsrelevante Einzelheiten gar nicht informiert würde.[300] Der Senat verband seine Russland-Sanktionen mit 97:2 Stimmen mit einer speziellen Klausel, nach der der Präsident diese Sanktionen nicht aufheben oder aussetzen kann.[301] Auf Empfehlung seines Beraterteams übertrug Trump die Entscheidung über die US-Truppenstärke in Afghanistan entgegen aller Gepflogenheiten an Mattis und verzichtete darauf, diese politische Entscheidung im Weißen Haus zu treffen.[302] Diese Entwicklung wird so gedeutet, dass Experten den Einfluss von Präsident Trump und seinen hochpolitisierten Vertrauten einzugrenzen versuchen.[299]

Rezeption

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Die Zeichentrickserie Die Simpsons entwickelte in der im Jahr 2000 ausgestrahlten Folge Barts Blick in die Zukunft (Staffel 11) die Idee, dass Lisa Simpson im Jahr 2030 als erste US-Präsidentin auf Donald Trump folge.[303] 2015 wurde die Rede Trumps zur Erklärung der Präsidentschaftskandidatur ebenfalls in der Serie aufgegriffen.[304]

Am 30. März 2016 veröffentlichten die Rapper YG und Nipsey Hussle den Protestsong FDT (Fuck Donald Trump), der aufgrund seines anstößigen Textes Ermittlungen des Secret Service zur Folge hatte.[305] Im Oktober 2016 startete ein von Dave Eggers ins Leben gerufenes Musikprojekt namens 30 Days, 30 Songs mit dem Ziel, bis zum Tag der Präsidentschaftswahl täglich ein Lied für ein „Trump-freies Amerika“ zu veröffentlichen. Mit der Wahl Trumps wurde das Projekt unter dem Motto 1,000 Days, 1,000 Songs auf die Dauer seiner Amtszeit ausgeweitet.[306] Eine ähnliche Playlist wurde vom Independent-Label Secretly Canadian unter dem Namen Our First 100 Days herausgegeben.

Bei der Golden-Globe-Verleihung Mitte Januar 2017 gab die Schauspielerin Meryl Streep statt einer Dankesrede eine Stellungnahme zu Donald Trump ab: „Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt.“ Sie fügte hinzu: „Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle“. Trump bezeichnete daraufhin die teils als meistausgezeichnete Schauspielerin der Welt bezeichnete Streep in einem Tweet als eine „der überbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywood“ und „Dienerin“ von Hillary Clinton.[307]

Ende Januar 2017 stoppte der Verhüllungskünstler Christo (Verhüllter Reichstag) sein Projekt „Over the River“, die streckenweise Überspannung des Arkansas River im US-Bundesstaat Colorado mit silbrigen Gewebebahnen, nach 20 Jahren Vorbereitung: „Hier ist die US-Bundesregierung unser Vermieter. Sie besitzt das Land. Ich kann kein Projekt machen, das diesem Vermieter zugutekommt.“[308]

Joan Baez veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite Anfang April 2017 ihren neuen Song Nasty Man („Garstiger Mann“) – bezugnehmend auf Trumps Beschimpfung seiner Gegenkandidatin Hillary Clintons während des letzten „TV-Duells“ im Wahlkampf als „nasty woman“[309][310] (siehe auch „Sexismus-Vorwürfe“). Der Song wurde innerhalb weniger Tage fast drei Mio. Mal aufgerufen.[311]

Dokumentationen

Zwei Dokumentarfilme, You’ve Been Trumped (2011) und A Dangerous Game (2014), zeichneten den Kampf lokaler Initiativen gegen von Trump geplante Golfplätze nach. Der deutsche Dokumentarfilm Kings of Kallstadt behandelte 2014 die Einwanderung der Familien Trump und Heinz aus dem pfälzischen Kallstadt in die Vereinigten Staaten und deren jeweiligen Aufstieg zu Unternehmerdynastien.[312]

Zu Trumps Präsidentschaftswahlkampf wurde eine Reihe von weiteren Dokumentationen zu Trump gesendet, darunter die WDR-Produktion Donald Trump – Milliardär ohne Tabus, die am 8. Juni 2016 erstmals gezeigt wurde.[313] Am 18. Oktober 2016 veröffentlichte der Filmemacher Michael Moore die bissige Politik-Dokumentation Michael Moore in TrumpLand.

Ehrungen und Auszeichnungen

 
Trump bei der Verleihung des Marine Corps Law Enforcement Foundation Commandant's Leadership Award 2015
 
Trumps Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Tony Schwartz (Ghostwriter für Trump): So werden Sie erfolgreich: Strategien für den Weg nach oben. Redline, München 2008, ISBN 978-3-636-01597-6 (Original: Trump: The Art of the Deal. Random House, 1987, ISBN 978-0-345-47917-4).
  • mit Meredith McIver: Gib niemals auf! Wie ich meine größten Herausforderungen in meine größten Triumphe verwandelte. Übersetzt von Isabel Lamberty-Klaas. Redline, München 2008, ISBN 978-3-636-01596-9 (Original: Never Give Up: How I Turned My Biggest Challenges into Success. Wiley, 2008, ISBN 978-0-470-19084-5).
  • mit Bill Zanker: Nicht kleckern, klotzen! Der Wegweiser zum Erfolg aus der Feder eines Milliardärs. Börsenmedien, Kulmbach 2008, ISBN 978-3-938350-73-7 (Original: Think Big and Kick Ass in Business and Life. Harper, 2007).
  • mit Meredith McIver: Wie man reich wird. Übersetzt von Horst Fugger. FinanzBuch, München 2004, ISBN 3-89879-080-0 (Original: Trump: How to Get Rich. Ballantine, 2004, ISBN 978-0-345-48103-0).
  • Crippled America: How to Make America Great Again. Threshold Editions, New York 2015, ISBN 978-1-5011-3796-9.

Literatur

  • Wayne Barrett: Trump: The Greatest Show on Earth: The Deals and the Downfall. Harper Collins, New York 1992.
    • Neuauflage: Trump: The Greatest Show on Earth: The Deals, the Downfall, the Reinvention. Regan Arts, New York 2016, ISBN 978-1-68245-079-6 (mit einem neuen 30seitigen Vorwort).
  • Gwenda Blair: Donald Trump. The Candidate. Simon & Schuster, New York 2007, Paperback-Nachdruck 2015, ISBN 978-1-4165-4654-2.
  • David Cay Johnston: The Making of Donald Trump. Melville House, Brooklyn 2016, ISBN 978-1-61219-632-9.
  • Michael D’Antonio: The Truth About Trump. Thomas Dunne Books, New York 2016.
  • Michael Kranish, Marc Fisher: Trump Revealed: The Definitive Biography of the 45th President. Simon & Schuster, New York 2017.
  • Simone Payment: Donald Trump: Profile of a Real Estate Tycoon. Rosen Publishing Group, 2007.
  • Georg Seeßlen: Trump! Populismus als Politik. Bertz + Fischer, Berlin 2017, ISBN 978-3-86505-745-7.
  • Sara Wooten: Donald Trump: From Real Estate to Reality TV. Enslow Publishers, 2008

Weblinks

  Commons: Donald Trump – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  3. Donald J. Trump, Tony Schwartz: Trump. The Art of the Deal. Ballantine, New York 1987, ISBN 0-345-47917-3, S. 66; ausführlich dazu Andrew Kaczynski: Trump Mocks Warren’s Native American Heritage Claim, But Falsely Claimed His Family Was Swedish. In: BuzzFeed. 17. August 2015 (englisch).
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