Vince McMahon

US-amerikanischer Wrestling-Promoter

Vincent Kennedy McMahon (* 24. August 1945 in Pinehurst, North Carolina) ist ein US-amerikanischer Unternehmer. Er ist bis dato Mehrheitseigner des Medienunternehmens World Wrestling Entertainment (WWE), wo er die Ämter des Vorsitzenden wie auch des Chief Executive Officer bis Juli 2022 bekleidet hatte.

Vince McMahon
Vince McMahon 2.jpg
McMahon im Dezember 2006
Daten
Geburtsname Vincent Kennedy McMahon
Geburt 24. August 1945
Pinehurst, North Carolina, USA
Nationalität Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Ringname(n) Mr. McMahon
Vince McMahon
Namenszusätze The Genetic Jackhammer
Körpergröße 187 cm
Kampfgewicht 110 kg
Angekündigt aus Greenwich, Connecticut
Debüt 1969 (Kommentator)
13. April 1998 (Wrestler)
Ruhestand 22. Juli 2022[1]

PrivatlebenBearbeiten

Vince McMahon ist der Sohn von Vincent James McMahon. Er ist mit Linda McMahon verheiratet und hat zwei Kinder: Shane, der heute Vorsitzender des Unternehmens YOU On Demand Holdings, Inc. ist, und Stephanie McMahon-Levesque, die als Chief Branding Officer der WWE tätig ist. Beide fungieren auch als Vertreter, sogenannte Commissioner, vor der Kamera.[2]

McMahon ist ein Freund und Unterstützer des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Er nahm diesen 2013 in die Hall of Fame der WWE auf. Besonders kritisiert und als politische Einflussnahme bewertet wurde eine Zahlung in Höhe von 18,5 Mio. US-Dollar vom American Action First PAC, dessen Vorsitzende McMahons Frau Linda ist, an die republikanische Partei. Infolge dessen erlaubte Anfang April 2020 der Gouverneur des US-Bundesstaates Florida, Ron DeSantis, das Stattfinden der WWE-Wrestlingshows wegen ihrer Systemrelevanz in Zeiten der kompletten Einstellung sportlicher Wettbewerbe während der COVID-19-Pandemie.[3]

Karriere als UnternehmerBearbeiten

World Wrestling Entertainment Inc.Bearbeiten

 
McMahon 2007

McMahon kaufte 1983 die World Wrestling Federation (heute WWE) von seinem Vater Vincent J. McMahon. Als Gesellschafter der WWF wurde die Titans Sports Inc. eingetragen, deren Präsident er war. Mit McMahon an der Spitze begann ab diesem Zeitpunkt die Wandlung von einem Sport- zu einem Unterhaltungsunternehmen. Dabei wurde das vormals vorrangig auf den Sport ausgerichtete Wrestling, welches schon seit dem frühen 20. Jahrhundert auf regionaler Ebene sehr beliebt war, um die heute üblichen Show-Elemente erweitert. Mit dem Schlagwort „Rock ’n’ Wrestling“ und der Verpflichtung von späteren Superstars, wie Hulk Hogan oder Bret Hart, gelang es McMahon, das Wrestling immer populärer zu machen und ihm mehr Beachtung in den Medien zu verschaffen. Um nicht den Anschluss zu verpassen, übernahmen andere Ligen das Konzept von McMahon und legten ihr Hauptaugenmerk ebenfalls auf den Rahmenhandlungs- und Showaspekt.

Die WWF und der große Konkurrent World Championship Wrestling schafften es durch hohe Einschaltquoten fast, selbst der National Football League den Rang abzulaufen. Nach einer Krise der WWF Mitte der 1990er-Jahre begann die sogenannte „Attitude“-Ära, in der Vince McMahon, der bisher nur in offiziellen Rollen tätig gewesen war, nun selbst am Geschehen teilnahm und in einem Fehdenprogramm gegen den Wrestler Stone Cold Steve Austin auftrat. Durch diesen Schritt erlangte die WWF ihre Marktführung zurück und bescherte dem Unternehmen einen neuen Geldsegen.

McMahon schaffte es auch, sein Unternehmen an der Börse zu platzieren. 2001 kaufte er den Hauptkonkurrenten WCW auf. In der Folge hatte man als Quasimonopolist allerdings Umsatzprobleme. Erst mit dem Auftreten neuer, konkurrierender Ligen, stiegen die Umsätze wieder.

Seit dem Jahr 2002 betreibt McMahon neben dem Wrestling noch die Filmproduktionsfirma WWE Studios.

McMahon erhielt am 14. März 2008 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Eine solche Auszeichnung wird seit Jahrzehnten an Persönlichkeiten verliehen, die eine große Leistung in den Bereichen Fernsehen, Radio, Film und Musik erbracht haben.

Am 18. Juli 2011 verkündete Triple H bei Raw, dass McMahon von seinen Aufgaben entbunden ist und er die Amtsgeschäfte des COO, also des operativen Geschäftsführers der WWE, übernommen habe. Allerdings war dies nur ein Element einer Storyline, da McMahon die WWE Inc. weiterhin leitet. Am 8. Januar 2014 gab die WWE den Start des Video-On-Demand-Dienstes WWE Network in den USA bekannt.

Am 17. Juni 2022 legte McMahon vorübergehend sein Amt als CEO und Chairman nieder. McMahon wird Machtmissbrauch und sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. Es handelt sich um eine Affäre mit einer ehemaligen Angestellten, der McMahon eine Schweigegeldzahlung in der Höhe von drei Millionen Dollar gezahlt haben soll.[4] Zudem wurden Vorwürfe gegen John Laurinaitis publik, der ebenfalls eine leitende Position in der WWE innehatte. Laurinaitis soll sich mehrfach übergriffig gegenüber Frauen verhalten haben. Den Posten als CEO übernahm Stephanie McMahon.[5] Am 22. Juli 2022 verkündete McMahon seinen endgültigen Rücktritt und gab seinen Ruhestand bekannt.[6][1]

Alpha Entertainment LLCBearbeiten

Im Jahr 2000 wagte sich McMahon mit der Gründung der XFL, einer American-Football-Liga, erneut außerhalb der Welt des professionellen Wrestlings. Das erste Spiel fand im Februar 2001 statt. Die als Konkurrenz zur American-Football-Liga NFL gegründete XFL wurde nach nur einer Saison wieder eingestellt, wobei McMahons Vermögen in neun Monaten von vorher geschätzten 1,1 Milliarden US-Dollar auf 700 Millionen sank. Mit dem gescheiterten XFL-Experiment verlor McMahon auch seinen Platz in der Forbes-Rangliste der 400 reichsten US-Amerikaner.

2017 gründete McMahon mit Alpha Entertainment LLC eine von der WWE separate Firma. McMahon gab am 25. Januar 2018 während eines Live-Streams, die Neuauflage der XFL bekannt. Am 13. März 2020 musste die Liga nach fünf Spieltagen aufgrund der Covid-19-Pandemie den Spielbetrieb einstellen. Am 13. April 2020 stellte die Firma einen Insolvenzantrag. Die Rechte an der XFL wurden im August 2020 vom ehemaligen WWE-Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson und dessen Ehefrau und Managerin Dany Garcia erworben, die den Spielbetrieb der XFL 2023 wieder aufnehmen wollen.

Wrestling-KarriereBearbeiten

World Wrestling Federation/EntertainmentBearbeiten

 
ECW World Champion Mr. McMahon im Jahr 2007

Seit den späten 1990er Jahren trat McMahon in unregelmäßigen Abständen auch im Ring an. Am 16. September 1999 gewann er im Alter von 54 Jahren den WWE-Championship-Titel von Triple H, wodurch er sich zum ältesten WWE Champion machte. McMahon hatte mehrere Fernsehprogramme, arbeitete aber in diesen zumeist mit den absoluten Topstars. Auch wurden mehrere Storylines um McMahon und dessen Familie gestrickt, welche des Öfteren in die Ringhandlungen eingebaut wurden und werden.

Zu Beginn des Jahres 2007 startete McMahon schließlich eine Fehde gegen Donald Trump. Diese als „The Battle of Billionaires“ bezeichnete Fehde zielte darauf ab, das Medieninteresse für die Shows beider zu verstärken. Beide Teilnehmer traten durch Sekundanten (Bobby Lashley für Trump; Umaga für McMahon) bei WrestleMania an und Trump konnte siegen, woraufhin Trump die Haare von McMahon abrasieren durfte.

Am 29. April 2007 machte sich Vince McMahon bei Backlash zum ECW World Champion nach einem 3 gegen 1 Handicap Match mit seinem Sohn Shane und Umaga gegen Bobby Lashley. Am 3. Juni 2007 bei WWE One Night Stand gab McMahon den Titel nach einem Street Fight wieder an Lashley ab.

Titel und AuszeichnungenBearbeiten

 
McMahons Stern auf dem Hollywood Walk of Fame
  • Weitere Auszeichnungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Vince McMahon: Vince McMahon retires. In: wwe.com. 22. Juli 2022, abgerufen am 23. Juli 2022 (englisch).
  2. Martin Hoffmann: So funktioniert das Imperium WWE. In: Sport1. 1. November 2016, abgerufen am 23. Juli 2022.
  3. Heiko Oldörp: Corona-Krise: Warum Wrestling und Pferderennen in den USA „systemrelevant“ sind. In: dw.com. 26. April 2020, abgerufen am 23. Juli 2022.
  4. Vince McMahon tritt als WWE-CEO zurück. In: Wrestling-Point.de. 17. Juni 2022, abgerufen am 23. Juli 2022.
  5. Christian Bruns: WWE: Neue brisante Enthüllungen im Sex-Skandal um Vince McMahon. In: power-wrestling.de. 8. Juli 2022, abgerufen am 23. Juli 2022.
  6. Martin Hoffmann: Aus für WWE-Boss: Diese Frage ist offen. In: sport1.de. 23. Juli 2022, abgerufen am 23. Juli 2022.

WeblinksBearbeiten

Commons: Vince McMahon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien