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John McCain

US-amerikanischer Politiker
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter John McCain (Begriffsklärung) aufgeführt.
John McCain (2009)
Signatur von John McCain

John Sidney McCain III (* 29. August 1936 auf der US-Militärbasis Coco Solo in der Panamakanalzone) ist ein US-amerikanischer Politiker (Republikanische Partei).

McCain ist seit 1987 Senator für den Bundesstaat Arizona. Er war Kandidat der republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahl 2008, bei der er Barack Obama unterlag. Bereits im Jahr 2000 hatte er sich um das Amt des US-Präsidenten beworben, war in der Vorwahl jedoch am späteren Sieger George W. Bush gescheitert. McCain kämpfte als Jagdbomberpilot der United States Navy im Vietnamkrieg, wurde abgeschossen und geriet in mehrjährige Kriegsgefangenschaft.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

 
McCain auf der Naval Academy, ca. 1954

Kindheit und JugendBearbeiten

McCain kam als Sohn von John Sidney McCain Jr. (1911–1981) und Roberta Wright McCain (* 1912) in der damals US-amerikanisch kontrollierten Panamakanalzone zur Welt. Er hat zwei Geschwister, Sandy McCain Morgan und den Bühnenschauspieler Joe McCain (* 1942). Sowohl sein Vater als auch sein Großvater John Sidney McCain Sr. waren Admirale der US Navy. Bis zum Alter von zehn Jahren besuchte er verschiedene Schulen auf Militärstützpunkten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zog die Familie McCain 1946 nach Nord-Virginia. Ab 1949 folgte die Familie erneut dem Vater zwei Jahre lang durch verschiedene Marinestützpunkte, insgesamt besuchte John McCain etwa 20 verschiedene Schulen.[1] Ab 1951 besuchte er die private Episcopal High School, die er 1954 erfolgreich abschloss. Wie sein Vater und sein Großvater zuvor trat er hierauf in die US Naval Academy in Annapolis ein.

Vietnam-KriegBearbeiten

McCain nahm als Marineflieger der US-Navy am Vietnamkrieg teil. Am 29. Juli 1967 befand er sich auf dem Flugdeck der USS Forrestal im Cockpit einer A-4E Skyhawk, als das neben ihm stehende Flugzeug von einer fehlgezündeten Zuni-Rakete getroffen wurde. Es gelang ihm, sich aus dem brennenden Flugzeug zu retten. 90 Sekunden später kam es zu einer Kettenreaktion von explodierender Munition und Treibstoff, bei der 134 Soldaten getötet wurden (siehe Forrestal-Katastrophe).

Am 26. Oktober 1967[2] wurde er während eines Angriffs auf ein Wasserkraftwerk bei Hanoi abgeschossen und geriet in nordvietnamesische Gefangenschaft. Bei seinem Abschuss wurde McCain schwer verwundet, brach sich beide Arme und erlitt weitere Verletzungen, als er aus dem Flugzeug geschleudert wurde.[3] Im Lager Hanoi Hilton wurde McCain Opfer von Folter, die bei ihm permanente körperliche Behinderungen verursachte.[4] Die Vietnamesen wollten McCain - als Sohn eines Admirals - vorzeitig freilassen; McCain weigerte sich allerdings, da er dies als positive Öffentlichkeitsarbeit für den Feind ansah. Am 14. März 1973[5] wurde er in die Freiheit entlassen. 1981 trat er aus der Navy im Rang eines Captains aus. Im Laufe seiner Militärkarriere erhielt er die Auszeichnungen Silver Star, Bronze Star und Legion of Merit, Purple Heart und Distinguished Flying Cross.

FamilieBearbeiten

John McCain hat vier leibliche Kinder, ein Adoptivkind und zwei Stiefsöhne aus zwei Ehen. Aus seiner ersten Ehe mit dem Model Carol Shepp, die von 1965 bis 1980 dauerte, stammen die Tochter Sidney McCain (* 1966; Musikbranche) sowie die beiden Stiefsöhne Doug (* 1959; Pilot in der Zivilluftfahrt) und Andy McCain (* 1962; Vizepräsident von Hensley & Co.). Seine zweite Ehe schloss er am 17. Mai 1980 mit Cindy Hensley (* 1954; Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens Hensley & Company), die bis heute besteht und aus der die Kinder Meghan McCain (* 1984; Journalistin), John Sidney „Jack“ McCain IV. (* 1986; Naval Academy), James „Jimmy“ McCain (* 1988; Marine Corps) und die aus Bangladesch stammende Adoptivtochter Bridget McCain (* 1991) hervorgingen. Mittlerweile ist John McCain vierfacher Großvater.

Politische KarriereBearbeiten

Mitglied des RepräsentantenhausesBearbeiten

John McCain wurde 1982 erstmals für Arizona in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gewählt; er gewann auch die Wiederwahlen 1984.

SenatorBearbeiten

Bei der Wahl zum US-Senat 1986 wurde McCain für Arizona in den Senat der Vereinigten Staaten gewählt, dem er seit dem 3. Januar 1987 angehört. Dort sitzt McCain unter anderem im Ausschuss für die Streitkräfte und im Handels-, Wissenschafts- und Verkehrsausschuss.

Von 1989 bis 1991 wurde sein Wirken im Rahmen der sogenannten Keating-Five-Affäre im Zusammenhang mit der Savings-and-Loan-Krise von der Ethik-Kommission des Senats untersucht.

Seit 1993 ist McCain Vorsitzender des Board of Directors des International Republican Institute (IRI), einer steuerfinanzierten, den Republikanern nahestehenden Einrichtung für Demokratieförderung in Entwicklungsländern.[6]

Im Oktober 2005 stimmte der US-Senat mit 90 zu 9 Stimmen seinem Gesetzentwurf zu, der „grausame, unmenschliche und entwürdigende Behandlungen“ von Gefangenen verbietet. McCain führte dazu an verschiedenen Stellen aus, Terroristen seien von Grund auf böse, aber es geht nicht um sie, „es geht um uns. Wir befinden uns in einem Kampf um die Werte, für die wir stehen.“ Dazu gehöre die Einhaltung der Menschenrechte, „ganz gleich, wie schrecklich unsere Gegner auch sein mögen“. Ein Gesetz zum Folterverbot konnte nicht verabschiedet werden, da Präsident George W. Bush sein Veto einlegte − mit der Begründung, das Gesetz biete der CIA beim Verhör von Terroristen zu wenig Spielraum.[7]

Seit Januar 2015 ist McCain – nach dem Sieg der Republikaner in der Wahl 2014 – Vorsitzender des Streitkräfteausschusses im Senat.

Bei der Senatswahl 2016 trat die bisherige demokratische Kongressabgeordnete Ann Kirkpatrick gegen McCain an. Manche Umfragen ergaben deutliche Vorsprünge für McCain, andere etwa gleich hohe Werte für beide Kandidaten, weshalb die Arizona Daily Sun diesen Senatswahlkampf als den härtesten bezeichnet hat, den McCain jemals zu bestreiten hatte.[8] Nachdem im Oktober 2016 als sexistisch bezeichnete Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump öffentlich geworden waren, zog McCain seine Unterstützung für den umstrittenen Trump zurück.[9] McCain gewann die Wahl im November 2016 deutlich.[10] Seine neue Amtszeit läuft bis zum 3. Januar 2023.

Präsidentschaftskandidatur 2000Bearbeiten

Bereits im Jahr 2000 bewarb McCain sich um die Präsidentschaft. Er war bei der Vorwahl innerhalb der Republikanischen Partei der wichtigste Gegenkandidat des Establishment-Favoriten George W. Bush. Nach einem viel beachteten Sieg bei der Vorwahl in New Hampshire gewann er insgesamt nur sieben andere Staaten für sich und unterlag schließlich dem späteren Wahlsieger Bush.

Präsidentschaftskandidatur 2008Bearbeiten

 
John McCain im Wahlkampf 2007

Im Frühjahr 2007 erklärte John McCain in einem CBS-Interview seinen erneuten Antritt für das Amt. Henry Kissinger, Alexander Haig, George P. Shultz und Lawrence Eagleburger, alle ehemalige Außenminister der Vereinigten Staaten, unterstützten die Kandidatur.

Während John McCain bei der ersten Vorwahl-Abstimmung in Iowa lediglich Vierter wurde, schaffte er es, die folgenden Vorwahlen in New Hampshire, South Carolina und Florida zu gewinnen. Nach einer Umfrage der Washington Post vom 14. Januar 2008 lag McCain auch landesweit vor den konservativen Ex-Gouverneuren Mike Huckabee und Mitt Romney und deutlich vor weiteren Kandidaten wie dem libertären Kongressabgeordneten Ron Paul.

Seit der Vorwahl in Florida galten nur noch McCain und Romney als aussichtsreiche Kandidaten für den weiteren innerparteilichen Wahlkampf. Der abgeschlagene ehemalige Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, zog seine Kandidatur am 30. Januar zurück und gab eine Wahlempfehlung für McCain ab. Auch der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, verkündete die Unterstützung der Kandidatur McCains.

Nach dem „Super Tuesday“ galt McCain als klarer Favorit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner.[11] Als sein Mitbewerber Romney am 7. Februar ausstieg, war McCains Vorwahlsieg praktisch nicht mehr zu gefährden,[12] auch wenn Huckabee sich bis dahin noch nicht von seiner Kandidatur verabschiedet hatte.

Nach den Vorwahlen in Ohio, Vermont und Texas am 4. März 2008 überschritt McCain die nötige Zahl von 1191 Delegierten für die Nominierung als Nachfolger George W. Bushs, die auf einem Nominierungsparteitag erfolgte. Als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten und damit als Running Mate wählte McCain Sarah Palin, Gouverneurin des Bundesstaates Alaska.

McCain vereinte bei der Präsidentschaftswahl am 4. November 2008 die Stimmen von 173 Wahlmännern auf sich und unterlag damit deutlich Barack Obama, dem Kandidaten der Demokraten für das Präsidentenamt, der 364 Wahlmänner gewann.[13] Beim absoluten Verhältnis der Wählerstimmen im gesamten Land ist der Unterschied zwischen Obama und McCain jedoch deutlich geringer, denn insgesamt stimmten 46 Prozent aller Wähler für McCain und 52 Prozent für Obama.[14] Kurz nach Veröffentlichung der ersten Ergebnisse aus den Ostküstenstaaten räumte McCain seine Niederlage ein und gratulierte Obama telefonisch.[15] In einer anschließenden Rede in Arizona vor seinen Anhängern gab er sich gegenüber Obama versöhnlich und rief seine Unterstützer zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit auf.[16]

Politische PositionenBearbeiten

Einordnung in das politische SpektrumBearbeiten

 
John McCain (Mitte) bei der State of the Union Address von Präsident Obama im Januar 2011 mit (von links) John Kerry, Michael C. Burgess, Tom Udall und Joe Lieberman

McCain galt dem rechten Flügel der Republikaner lange Zeit als nicht konservativ genug.[17] Im Vorwahlkampf 2000 bezeichnete er führende Religiös-Konservative wie Pat Robertson und Jerry Falwell als „Agenten der Intoleranz“.[18] 2006 versöhnte er sich jedoch mit ihnen, nachdem sie seinen Vorwahlsieg in Virginia verhindert hatten. Am 22. Mai 2008 distanzierte sich McCain von Pastor John Hagee, der Hitlers Vorgehen und damit den Holocaust wie auch Hurrikan Katrina[19] (als Strafe für die in New Orleans geplante Gay-Parade) als „gottgewollt“ bezeichnet hatte, und auch von Pastor Rod Parsley, der erklärt hatte, dass Moslems von Dämonen besessen seien und es Amerikas Aufgabe sei, diese „falsche Religion“ zu zerstören.

Er vertrat in der Vergangenheit öfter als andere Republikaner einen eher liberalen Ansatz, wobei er sich auch für Sozialprogramme aussprach.[20] McCain befürwortete auch stets eine liberalere Einwanderungspolitik (Kennedy-McCain-Gesetzesvorlage). Allerdings vollzog er in der Zeit nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl einen deutlichen Rechtsschwenk. Nach einer Erhebung des Politikmagazins National Journal wies McCain im Jahr 2010 gemeinsam mit sieben anderen Republikanern das konservativste Abstimmungsverhalten im Senat auf. So änderte er auch seine Ansichten zur Einwanderungsfrage.[21] Als ein Grund dafür wurde auch seine Bewerbung um die Wiederwahl als Senator angesehen, bei der er sich mit J. D. Hayworth einem starken innerparteilichen Konkurrenten gegenübersah. Letztlich wurde McCain mit einem Stimmenanteil von 56,2 Prozent wieder nominiert; bei der eigentlichen Senatswahl im November 2010 gewann er mit 59,3 Prozent der Stimmen ungefährdet vor dem Demokraten Rodney Glassman (34,6) und David Nolan von der Libertarian Party (4,7), womit er am 3. Januar 2011 seine fünfte Amtsperiode im Senat antreten konnte.

In der Haushaltskrise 2011 bezeichnete er Abgeordnete der ultrarechten Tea-Party als „Hobbits“,[22] nachdem sie John Boehner, dem republikanischen Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, die Unterstützung verweigert hatten, des Weiteren bezeichnete er ihre Ideen als „bizarr und naiv“.[23]

AußenpolitikBearbeiten

McCain war ein Befürworter des Irakkrieges,[24] kritisierte jedoch früh die Strategie von Präsident Bush und das Pentagon, zu wenig Soldaten im Irak stationiert zu haben.[25] Seiner Forderung nach mehr Streitkräften zur Bewältigung der Probleme wurde schließlich 2007 entsprochen. Laut einem Bericht der US-Armee soll die Aufstockung der Truppen der Hauptgrund für eine deutliche Verbesserung der Lage im Irak gewesen sein.[26][27] Er ist ein starker Kritiker der Außenpolitik von Barack Obama. So sagte er: „Zu behaupten, dass Al-Kaida 'auf der Flucht' sei, zeigt ein mir völlig unverständliches Maß an Realitätsverlust.“[28]

McCain schließt ein militärisches Vorgehen gegen den Iran als letzte Möglichkeit nicht aus.[29] Während des Präsidentschaftswahlkampfs 2008 sang er bei einer Veranstaltung den Refrain des Liedes Bomb Iran (dt.: bombardiert Iran), eine Abwandlung des Liedes Barbara Ann der Beach Boys.[30]

 
John McCain während der MSC 2016

McCain gilt als weit stärker transatlantisch orientiert als sein Parteifreund George W. Bush. In einem Aufsatz in Foreign Affairs betonte McCain die Werte- und Interessengemeinschaft der USA mit Europa und hebt die Bedeutung der politischen Abstimmung mit den befreundeten Demokratien des europäischen Kontinents hervor. Die Politik Russlands seit Wladimir Putins Präsidentschaft kritisiert er gleichzeitig scharf, bezeichnet das Land als „revanchistisch“ und schlug den Ausschluss Russlands aus dem Kreis der G8-Staaten vor.[31] Anfang 2017, vor dem Antritt der Präsidentschaft Donald Trumps, bezeichnete McCain Putin als "Mörder und Verbrecher".[32]

Den weißrussischen Machthaber Aljaksandr Lukaschenka nannte McCain „einen rücksichtslosen, repressiven und brutalen Tyrannen auf der falschen Seite der Geschichte“.[33]

Während des Bürgerkrieges in Syrien forderte er eine Sicherheitszone im Land und die Bewaffnung der syrischen Opposition.[34] McCain meint, dass Angriffe auf Flugzeuge der Streitkräfte Syriens „einfach“ und mit „geringen Kosten“ verbunden seien.[35] Nachdem Barack Obama erklärte ein möglicher Militäreinsatz habe keinen Regimewechsel zum Ziel, forderte McCain den Sturz Assads.[36] Später änderte McCain seine Meinung und unterstützte Obamas Pläne für eine Intervention.[37]

McCain sagte auch, dass der Arabische Frühling in die Volksrepublik China käme.[38]

Während der Proteste in der Türkei 2013 erklärte McCain: „Ich liebe die Türkei. Sie hat in den vergangenen Jahren einen enormen Wirtschaftsaufschwung verzeichnet. Aber ich glaube, dass in den Augen vieler Türken sich Erdogan mehr wie ein Diktator als wie ein Ministerpräsident verhält.“[39]

Den Umsturz in Ägypten 2013 nannte McCain einen ungerechtfertigten Putsch und forderte die Freilassung von Mohammed Mursi.[40]

Im Zuge des Euromaidan-Proteste in der Ukraine unterstützte McCain die ukrainische Opposition.[41]

InnenpolitikBearbeiten

McCain ist ein erklärter Abtreibungsgegner, fordert eine Abkehr vom Recht auf Schwangerschaftsabbruch und von den diesbezüglichen Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes der USA aus den 1970er Jahren[42], die maßgeblich für die gegenwärtig in den USA gültige Regelung sind. Er lehnt zwar gleichgeschlechtliche Ehen ab[42], aber akzeptiert eingetragene Lebenspartnerschaften in den einzelnen Bundesstaaten.[43]

Forschung an embryonalen Stammzellen möchte er strafrechtlich verbieten lassen (zumindest insoweit diese aus Embryos gewonnen sind, die nur zu Forschungszwecken gezüchtet werden).[42]

McCain sprach sich auf der Internetseite seiner Wahlplattform 2008 gegen Beschränkungen des Verkaufs, Erwerbs und Tragens von Schusswaffen aus.[44] Gleichwohl befürwortete er Kontrollmaßnahmen beim Waffenverkauf sowie bestimmte Beschränkungen des politischen Einflusses von Interessenverbänden, die auch die Waffen-Lobby betreffen könnten. Aus diesen Gründen herrschte etwa bei Mitgliedern der National Rifle Association ein gewisses Misstrauen McCain gegenüber. [45]

McCain befürwortet die Todesstrafe[46] und die Ausweitung ihrer Anwendung auf internationale Drogenhändler[47] und Terroristen,[48] aber das Verbot ihrer Anwendung auf Minderjährige.[49] Die Entscheidung des Supreme Court zum Fall Kennedy v. Louisiana, mit der ein Todesurteil wegen der Vergewaltigung eines Kindes für verfassungswidrig erklärt wurde, bezeichnete er als „einen Angriff gegen die Bemühungen der Strafverfolgung, diese schrecklichen Täter wegen des Begehens des verabscheuungswürdigsten Verbrechens zu bestrafen“.[50]

Im Juni 2008 sprach sich McCain dafür aus, bis zum Jahre 2030 in den USA 45 neue Atomkraftwerke zu bauen. Seit den 1970er Jahren wurden in den USA wegen der ungeklärten Entsorgung keine neuen Atomkraftwerke mehr genehmigt.[51] Auch die Aufhebung des 1982 verhängten und seither jährlich verlängerten Moratoriums für Ölbohrungen vor den Küsten der USA gehörte, anders als noch 2000, im Präsidentschaftswahlkampf 2008 zu seinem Programm.[52]

Anders als viele Republikaner unterstützte McCain 2013 die überparteiliche Initiative für eine Einwanderungsreform, welche die Einbürgerung von illegalen Emigranten vereinfachen sollte.[53] Er beklagte auch die Verdurstung von illegalen Immigranten in der Wüste von Arizona.[54] Die Initiative scheiterte am Widerstand des Repräsentantenhauses.

Als während der Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 bekannt wurde, dass die Vereinigten Staaten das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abhörten, forderte McCain eine Entschuldigung von Barack Obama.[55]

McCain kritisierte 2015 im Vorwahlkampf der Republikaner um die Präsidentschaftswahl 2016 den Kandidaten Donald Trump, der illegale Einwanderung zu einem Wahlkampfthema machte: Trump fördere parteiintern die „Bekloppten“ („crazies“). Trump griff McCain danach massiv an (siehe Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2015/16#„The Summer of Trump“).

Im Januar 2017 kritisierte McCain (zusammen mit Senator Lindsey Graham) Trump erneut: Trumps Einreiseverbot gegen Bürger mehrerer muslimischer Länder sei kontraproduktiv.[56] McCain kritisierte vier Wochen nach Trumps Amtsantritt dessen Umgang mit der Presse. Nachdem Trump diese “the enemy of the American People!” genannt hatte, äußerte McCain That's how dictators get started.[57]

Ehrungen und AuszeichnungenBearbeiten

WerkeBearbeiten

  • Mit Mark Salter: Faith of my fathers. Random House, New York NY u. a. 1999, ISBN 0-375-50191-6.

LiteraturBearbeiten

  • Paul Alexander: Man of the People. The Life of John McCain. John Wiley & Sons, Hoboken NJ 2003, ISBN 0-471-22829-X.
  • Robert Timberg: John McCain. An American Odyssey. Free Press, New York NY u. a. 2007, ISBN 978-1-4165-5985-6.
  • Kira Wizner: John McCain. Profile of a Leading Republican. Rosen, New York NY 2007, ISBN 978-1-4042-1911-3.

WeblinksBearbeiten

  Commons: John McCain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikisource: John McCain – Quellen und Volltexte (englisch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. McCain's WMD is a mouth that won’t quit, USA Today, November 2007
  2. http://www.npc.navy.mil/NR/rdonlyres/330F85C7-5982-4B09-A46A-373964430AFB/0/Document.pdf
  3. Sein Finger sollte nicht in die Nähe des Roten Knopfes kommen. In: der Freitag. 29. August 2008, abgerufen am 3. August 2013.
  4. USA: McCain steigt ins Rennen ums Präsidentenamt ein. In: Die Welt. 1. März 2007, abgerufen am 3. August 2013.
  5. P.O.W. Commander Among 108 Freed. In: The New York Times. Abgerufen am 3. August 2013 (PDF; 158 kB, englisch).
  6. Sarah Hamburger: A Hidden Agenda – John McCain and the IRI. Council on Hemispheric Affairs, 25. Juni 2008.
  7. Siehe dazu insgesamt Bill Schneider: The persistence of John McCain. In: CNN, 10. Dezember 2005 (englisch); Marc Santora: McCain’s Stance on Torture Becomes Riveting Issue in Campaign. In: The New York Times, 16. November 2007 (englisch); Bush will weiter foltern lassen. In: Die Tageszeitung, 9. März 2008.
  8. Joe Ferguson: Kirkpatrick, Trump giving McCain his toughest race. In: Arizona Daily Sun, 2. Oktober 2016 (englisch).
  9. Alan Rappeport: John McCain Withdraws Support for Donald Trump After Disclosure of Recording. In: The New York Times, 8. Oktober 2016 (englisch).
  10. Another six years: John McCain wins Senate race over Ann Kirkpatrick. In: KTAR.com, 8. November 2016 (englisch).
  11. John McCain triumphiert am Super Tuesday (Memento vom 12. März 2012 im Internet Archive), Netzeitung, 6. Februar 2008.
  12. McCain Looks Confident; Democratic Race Tightens, New York Times, 4. Februar 2008.
  13. Phoenix: Barack Obama wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten (6. November 2008) (Memento vom 23. Januar 2009 im Internet Archive)
  14. Endergebnis der 44. US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2008: Barack Obama vs. John McCain. In: statista.com. 4. November 2008, abgerufen am 3. August 2013.
  15. Enttäuschung in Arizona: McCain räumt seine Niederlage ein. In: Spiegel online. 5. November 2008, abgerufen am 3. August 2013.
  16. McCains Rede im Wortlaut: „Amerikaner geben niemals auf“. In: Spiegel Online. 5. November 2008, abgerufen am 3. August 2013.
  17. Stern:McCain und seine konservativen Feinde.
  18. Bush mobilisiert Konservative im US-Wahlkampf (Memento vom 10. Februar 2008 im Internet Archive), Financial Times Deutschland, 8. Februar 2008
  19. Minister: Split with McCain 'best for both of us'. In: CNN. 22. Mai 2008, abgerufen am 3. August 2013 (englisch).
  20. Kandidatensuche in den USA, n-tv.de, 6. März 2007.
  21. McCain’s Shift Makes Him Senate’s Most Conservative, National Journal, 24. Februar 2011.
  22. Die Hobbits der Tea-Party-Bewegung, sueddeutsche.de, 28. Juli 2011.
  23. McCain ärgert sich über die «Tea-Party-Hobbits», bazonline.ch, 28. Juli 2011.
  24. Einig im Kampf gegen die "Fratze des Terrors", Welt Online, 3. Februar 2002.
  25. McCain criticizes Pentagon on Iraq war. In: CNN. 5. Dezember 2004, abgerufen am 4. August 2013 (englisch).
  26. US Army: „Security Efforts, Iraqi Government Improvements Spur Economic Growth“ (27. August 2007)
  27. Fox News: „U.S. Mideast Commander: Violence in Iraq Down Dramatically, but Gains Not Irreversible“ (4. März 2008)
  28. Schwenk in der Antiterrorpolitik: Republikaner werfen Obama „Kapitulation“ vor. In: N24. 24. Mai 2013, abgerufen am 4. August 2013.
  29. McCain on Iran: Military Option Is 'Last Option', National Public Radio, 23. Januar 2006.
  30. McCain Jokes About Bombing Iran. In: The Washington Post. 19. April 2007, abgerufen am 4. August 2013 (englisch).
  31. John McCain, An Enduring Peace Built on Freedom - Securing America's Future, Foreign affairs, November/Dezember 2007.
  32. Allgemeine Zeitung, 12. Januar 2017
  33. McCain blasts Lukashenko as 'brutal tyrant'. In: Fox News. Abgerufen am 4. August 2013 (englisch).
  34. US-Senatoren wollen Waffen an syrische Rebellen liefern. In: Die Zeit. 8. September 2012, abgerufen am 9. August 2013.
  35. McCain drängt Obama zu Angriff auf Syrien. In: Die Zeit. 23. August 2013, abgerufen am 9. August 2013.
  36. McCain will Assads Sturz beschleunigen. In: Die Zeit. 28. August 2013, abgerufen am 9. August 2013.
  37. Ansgar Graw: Einflussreiche Republikaner wollen Assad angreifen. In: Die Welt (Online), 3. September 2013.
  38. McCain: "Arabischer Frühling kommt auch nach China". In: DerStandard.at, 4. Februar 2012.
  39. http://www.shortnews.de/id/1031113/usa-tuerkei-us-senator-betitelt-tuerkischen-regierungschef-als-diktator
  40. Machtkampf in Ägypten: US-Republikaner solidarisieren sich mit Muslimbrüdern. In: Spiegel Online, 6. August 2013.
  41. US-Senator McCain wirbt für Europa Sueddeutsche.de, 15. Dezember 2013.
  42. a b c Human Dignity and the Sanctity of Life, Webauftritt John McCain Präsidentschaftswahlkampf 2008.
  43. McCain OK with gays' legal accords; marriage is another thing, Arizona Daily Star, 25. November 2006.
  44. Protecting Second Amendment Rights, Webauftritt John McCain Präsidentschaftswahlkampf 2008
  45. US-Waffenlobby mobilisiert gegen Obama, Spiegel Online, 19. Mai 2008
  46. John McCain on Crime, www.ontheissues.org
  47. John McCain on Drugs, www.ontheissues.org
  48. The Candidates on the Death Penalty, pewforum.org
  49. ABC News 4 – John McCain, cfc.wciv.com
  50. Sara Kugler: Obama disagrees with high court on child rape case. In: Associated Press, 25. Juni 2008. Abgerufen am 27. Juni 2008. 
  51. McCain will 45 Atommeiler bauen. In: Frankfurter Rundschau (Online), 19. Juni 2008.
  52. Sheryl Gay Stolberg: Bush Will Seek to End Offshore Oil Drilling Ban, New York Times, 18. Juni 2008 (englisch)
  53. https://www.youtube.com/watch?v=h_S_YzRr-ac
  54. spiegel.de 28. Juni 2013 / Sebastian Fischer: Abstimmung im US-Senat – Republikanern droht Bruderkampf um Einwanderungsreform.
  55. Merkels Handy: Republikaner John McCain fordert Entschuldigung von Obama. Spiegel Online, 10. November 2013.
  56. FAZ.net: McCain geht mit Trump hart ins Gericht
  57. washingtonpost.com 18. Februar 2017
  58. Dekret des Präsidenten der Ukraine Nr. 340/2016 vom 22. August 2016; abgerufen am 20. Oktober 2016 (ukrainisch)