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n-tv

deutscher Nachrichtensender

n-tv ist ein von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH betriebener Nachrichtensender und ein Unternehmen der Mediengruppe RTL Deutschland.[3] Am 30. November 1992 startete n-tv in Berlin. Es gilt als erster deutscher Nachrichtensender.

n-tv
Allgemeine Informationen
Empfang: Kabel, Satellit, DVB-T (nur Berlin) & IPTV
Sitz: Köln, Deutschland
Eigentümer: RTL Group
Auflösung: 576i (SDTV)
1080i (HDTV) (n-tv HD)
Geschäftsführer: Hans Demmel
Sendebeginn: 30. November 1992
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm (Nachrichten)[1]
Marktanteil: 0,9 % (2013)[2]
Website: www.n-tv.de
Liste von Fernsehsendern

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Am 30. November 1992 nahm n-tv den Sendebetrieb in einem Altbau in der Berliner Taubenstraße auf. Obwohl das heutige Programm teilweise dem älteren Eureka TV ähnelt, gilt n-tv als erster deutscher Nachrichtensender, da in der Anfangszeit des Senders tagesaktuelle Meldungen einen größeren zeitlichen Umfang einnahmen als heute und erst später der Fokus stärker auf Dokumentationssendungen gelegt wurde. Erster Geschäftsführer von n-tv war Karl-Ulrich Kuhlo, der Gründer des Unternehmens; der erste Chefredakteur war bis September 1994 der langjährige ARD-Korrespondent Peter Staisch. Bereits im Dezember 1992 stieg der US-Nachrichtenkanal CNN bei n-tv ein. Der Sender aus Atlanta hielt zunächst 27,5 Prozent an n-tv, später 50 Prozent. Dadurch war es dem Sender bereits wenige Tage nach dem Sendestart möglich, seine Sendungen über den Satelliten Astra 1B abzustrahlen, da man eine ursprünglich CNN zugeteilte Satellitenfrequenz nutzen konnte, welche CNN selber ursprünglich für ein eigenes Deutschland-Projekt angemietet hatte.[4][5]

Am 10. Februar 1997 wurde Helmut Brandstätter neuer Geschäftsführer und Programm-Chefredakteur von n-tv. 1999 wechselte Karl-Ulrich Kuhlo an die Spitze des Aufsichtsrates. Ken Jautz wurde neuer Geschäftsführer. Im Mai startete die Internetseite n-tv.de, die heute bis zu 110 Millionen Seitenaufrufe monatlich hat.

Am 13. August 2002 übernahm die RTL Group 50 Prozent der Anteile von n-tv. Der Sender wird seitdem auch von der IP Deutschland vermarktet. Bis zu dieser Zeit übernahm die zur Holtzbrinck-Gruppe gehörenden GWP media-marketing Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH die Vermarktung der Werbezeiten.

Karl-Ulrich Kuhlo verkaufte 2003 seinen 0,75-Prozent-Anteil und übergab seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender an Ken Jautz (CNN). Johannes Züll übernahm im März die Geschäftsführung von n-tv. Zwei Monate später startet der Sender mit neuem Programmschema und Design.

Der Sender zog im Jahr 2004 mit dem größten Teil der Redaktion nach Köln-Ossendorf um. Im Gebäude von VOX wurde für n-tv ein neues digitales Sendezentrum in Betrieb genommen. Die Politik- und Talkredaktion blieb in der Hauptstadt. Offizieller Sitz des Senders ist Köln.

2006 übernahm die RTL Group die Anteile des bisherigen Partners CNN. Nach einer Abmahnung durch das Bundeskartellamt am 6. Februar 2006 wurde die Übernahme am 12. April 2006 schließlich doch genehmigt. Die Behörde erkannte an, dass es sich bei der Übernahme um eine „Sanierungsfusion“ handle.

Nachfolger in der Funktion des Geschäftsführers ist seit September 2007 Hans Demmel.

Im September 2010 zog n-tv in das neue Sendezentrum der Mediengruppe RTL Deutschland, den Rheinhallen in Köln-Deutz.

Am 1. Oktober 2013 ist n-tv mit der Ausstrahlung in kostenpflichtigem HD bei Telekom Entertain gestartet.[6]

Seit dem 1. April 2014 ist der HD-Ableger auch über Satellit via HD+.[7] zu empfangen.

Geschäftsführung und ChefredaktionBearbeiten

Ehemalige Chefredakteure:

ProgrammBearbeiten

Die drei Hauptprogrammsäulen von n-tv sind Nachrichten, Wirtschaft und Talk. Laut Eigendarstellung gibt es Nachrichten bei n-tv von Montag bis Freitag zu jeder vollen, vormittags zu jeder halben Stunde und am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr alle 15 Minuten. Am Wochenende halten die n-tv Nachrichten die Zuschauer zu jeder vollen Stunde über wichtigen Ereignisse auf dem Laufenden.[8] Nach 20 Uhr sendet n-tv 15 Minuten Nachrichten, wobei der Schwerpunkt dieser Sendung auf Wirtschaft liegt.

Der Sender hat einen hohen Live-Anteil und nutzt den Einsatz von Eilmeldungen (breaking news). Darüber hinaus sind Dokumentationen, Wissens- und Reportagemagazine, Sportsendungen und Lifestylemagazine Bestandteil des Programms. Aktuelle Meldungen aus den Bereichen Nachrichten, Sport-, Wetter-, Wirtschafts- und Börseninformationen werden am unteren Bildrand im Laufband eingeblendet.

Der Nachrichtensender bietet seine Inhalte auf zahlreichen Plattformen an. Neben dem Online-Portal n-tv.de bietet auch der n-tv-Teletext Informationen aus den Bereichen Nachrichten, Wirtschaft und Börse. Die Nachrichten, einzelne Wirtschaftsformate und das Wetter sind auch als Podcasts abrufbar.

GeschäftsmodellBearbeiten

Als privater Fernsehsender ist n-tv werbefinanziert.

ModeratorenBearbeiten

 
Manfred Bleskin [†] war Moderator bei n-tv[9]
 
Carola Ferstl – Moderatorin der Reihe n-tv Ratgeber
Nachrichten
Wirtschaft
  • Sabrina Marggraf (Frankfurter Börse)
  • Raimund Brichta
  • Katja Dofel (Frankfurter Börse)
  • Astrid Fronja
  • Beate Hoffbauer
  • Frank Meyer (Frankfurter Börse)
  • Corinna Wohlfeil
  • Sibylle Scharr
Magazine
Talk
Netzreporter
  • Christian Batzlen
Sport
Wetter
  • Björn Alexander
  • Angela Braun
  • Melanie Bergner

FormateBearbeiten

 
n-tv-Interview zur Bundestagswahl 2002 mit Friedrich Merz (Mitte)

NachrichtenBearbeiten

Grundsätzlich zeigt n-tv zu jeder vollen Stunde Nachrichten, am Morgen zwischen 6 Uhr und 12 Uhr auch zur halben Stunde. Mit dem Redesign Ende 2008 wurden die Namen der bisherigen Formate Der Morgen (7 bis 12 Uhr), Der Mittag (12 bis 15 Uhr), Der Tag (18 Uhr), Der Abend (21 Uhr) und Die Nacht (23 Uhr) fallengelassen. Seither werden die Nachrichten jeweils um 9, 13, 18 und 23 Uhr durch einen besonderen Vorspann von den übrigen unterschieden und tragen die Uhrzeit im Titel (18 Uhr Nachrichten). Diese vier Sendungen sollen als Aushängeschilder einen besonders umfassenden Überblick über die aktuellen Nachrichten bieten, während sich die übrigen bedingt durch den Arbeitsablauf eines Nachrichtensenders teilweise „im Fluss“ befinden.

Wirtschaft

  • Telebörse
  • n-tv Ratgeber-Reihe
  • n-tv Zertifikate
  • Startup News

Talk bei n-tvBearbeiten

  • So!Muncu! mit Serdar Somuncu
  • Klamroths Konter
  • Jetzt Knippertz!

Magazine und Reportagen bei n-tvBearbeiten

MarktanteileBearbeiten

Im Gesamtjahr 2011 erreichte n-tv in Deutschland einen Marktanteil von 1,0 Prozent in der Zielgruppe ab 3 Jahren. Damit lag man mit N24 gleichauf auf Platz 2 nach dem öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender Phoenix mit 1,1 Prozent.[10]

Laut HBS Medien- und Markenstudie 2012 ist n-tv bei Finanzdienstleistern und institutionellen Anlegern der führende, aus beruflichen Gründen gesehene Fernsehsender.[11]

Die Vermarktung von n-tv erfolgt durch IP Deutschland.

EmpfangBearbeiten

Das Programm von n-tv kann man folgendermaßen empfangen:

n-tv.deBearbeiten

n-tv.de ist der Internetauftritt des Kölner Nachrichtensenders. Die Seite ist seit Mai 1999 online. Seit August 2010 wird der n-tv-Livestream in Deutschland angeboten. 2001 wurde die Seite mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Mit einer Reichweite von bis zu 6,64 Millionen Unique User und bis zu 45,3 Millionen Visits Seitenabrufen im Monat[12] ist n-tv.de nach Spiegel Online das größte deutsche Nachrichtenportal.

Die Artikel werden zum Großteil auf Basis von Material der Nachrichtenagenturen dpa, AFP, Reuters und sid von einer Redaktion verfasst, die auch den n-tv-Teletext betreut. Neben Politik, Sport und Gesellschaft liegt ein Schwerpunkt der Berichterstattung auf Wirtschaftsnachrichten. Dazu gehört unter anderem ein umfangreiches Börsenportal sowie die Seite telebörse.de.

Die n-tv Apps und das n-tv Mobilportal gehören mit bis zu 89,5 Millionen Visits zu den beliebtesten Smartphone-Applikationen für Nachrichten- und Wirtschaftsthemen. Mit seinen stationären und mobilen Angeboten erzielt der Nachrichtensender eine gesamte digitale Reichweite von bis zu 9,79 Millionen Unique User.

Bis Ende 2003 wurden die Inhalte von der n-tv-Redaktion Neue Medien erstellt. Mit dem Umzug des Senders von Berlin nach Köln wurde die Online-Redaktion ausgegliedert und in die eigenständige Nachrichtenmanufaktur GmbH mit Sitz in Berlin überführt.

Das komplette Archiv von n-tv.de ist kostenlos nutzbar.

KritikBearbeiten

In der Vergangenheit wurde das Fitness- und Wellness-Magazin „Gesund & Schön“ kritisiert, da einige eine zu positive und unkritische Auseinandersetzung mit dem Thema Schönheitschirurgie in der Sendung sahen.[13]

2005 wurde der Sender gemeinsam mit 3sat vom Evangelischen Pressedienst kritisiert, weil er Reportagen über Projekte von World Vision oder der Christoffel-Blindenmission quasi kostenlos ausstrahlte, deren Produktion die Hilfsorganisationen vorher bezahlt hatten.[14] Der Deutsche Rat für Public Relations stellte in diesem Vorgang jedoch kein unzulässiges Verhalten fest.[15]

Nach einer Studie des Kölner Instituts für empirische Medienforschung räumte der Sender den Nachrichten im Jahr 2007 nur noch 34,7 % (1997: 63,3 %) der Sendezeit ein. Magazine kommen demnach auf einen Anteil von 19 % (1997: 7,4 %), Dokumentationen, Reportagen und andere Berichte nehmen 24,8 % (6,1 %) der Sendezeit in Anspruch. Der Politikanteil fiel von 47 % im Jahr 1997 auf 28 % im Jahr 2007. Für die Daten der Studie wurde eine Sendewoche im Jahr 1997 mit einer Woche aus dem Jahr 2007 verglichen.[16] In den darauffolgenden Jahren baute der Sender den Anteil von Nachrichten und Wirtschaft am Gesamtprogramm kontinuierlich aus, sodass dieser im Januar 2012 einen Gesamtanteil von 49 Prozent erreichte.[17]

LogosBearbeiten

Das Cornerlogo ist seit Sendestart in Rottönen gehalten. Eine Ausnahme hierbei bildet der 14. Juli 2014, als das Logo in den Farben der deutschen Flagge gehalten wurde, als Anerkennung des 4. Weltmeistertitels der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Ab 0:00 Uhr war für 24 Stunden jeweils ein Drittel des Logos in schwarz, rot und gelb gehalten.

WeblinksBearbeiten

  Commons: N-tv – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag in der Datenbank der KEK
  2. Zuschaueranteile. KEK-online.de, 2013, abgerufen am 31. August 2014.
  3. TV broadcast. RTL Group, abgerufen am 10. April 2017 (englisch).
  4. Reich und berühmt. In: Der Spiegel. Nr. 52, 21. Dezember 1992 (online [abgerufen am 10. April 2017]).
  5. Immer schon da. In: Der Spiegel. Nr. 42, 12. Oktober 1992 (online [abgerufen am 10. April 2017]).
  6. teltarif.de:Telekom schaltet weitere HD-Sender bei Entertain auf
  7. Digitalfernsehen.de: ProSieben Maxx, RTL Nitro und n-tv starten in HD über Astra
  8. Nachrichten. n-tv, 8. März 2005, abgerufen am 10. April 2017.
  9. Alexander Krei: Langjähriger n-tv-Journalist Manfred Bleskin ist tot. In: DWDL.de. 22. Januar 2014, abgerufen am 10. April 2017.
  10. n-tv erzielt 2011 den besten Marktanteil seit Bestehen vom 29. Dezember 2011
  11. HBS Medienstudie 2012. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 10. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.schleus-mafo.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  12. Online-Nutzungsdaten Januar 2012. (Nicht mehr online verfügbar.) IVW, ehemals im Original, abgerufen am 10. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/ausweisung.ivw-online.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  13. „Gesund & Schön“ von n-tv und die Schönheitschirurgie. Zapp, archiviert vom Original am 27. September 2008, abgerufen am 10. April 2017.
  14. »Der Sender punktet damit« in Evangelisches Sonntagsblatt vom 20. März 2005
  15. DRPR-Spruch 2006/4: Hilfswerk World Vision und n-tv (Memento vom 18. Mai 2013 im Internet Archive)
  16. Entwicklung und Positionierung der beiden privaten Nachrichtenkanäle im deutschen Fernsehmarkt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: MP 1/2008. S. 2–14, ehemals im Original, abgerufen am 10. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.media-perspektiven.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  17. n-tv überzeugt mit klarer Positionierung. (Nicht mehr online verfügbar.) 17. Januar 2012, ehemals im Original, abgerufen am 10. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ip-deutschland.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)