RTL (Frankreich)

französischer Hörfunksender

RTL ist ein französischer privater Hörfunksender, der zu 100 Prozent zur RTL Group gehört. Der Sender wurde 1933 als Radio Luxembourg gegründet und 1966 in RTL umbenannt. Das Programm wurde bis 1981 teils in Paris, teils in Luxemburg produziert. Der Standort Luxemburg war aus rechtlichen Gründen notwendig, da bis zur Einführung der privaten Hörfunks nur öffentlich-rechtliche Sender aus Frankreich für Frankreich senden durften. Mit der Abschaffung des staatlichen Fernmeldemonopols 1981 änderte sich die Situation, und alle Sendungen kamen seither aus den Studios in der Rue Bayard in Paris; inzwischen betreibt RTL ein neues Funkhaus am Pariser Stadtrand. Das Programm ist ein Vollprogramm mit einem hohen Wortanteil und daher nicht mit dem musikorientierten redaktionsarmen Programm von RTL Radio, dem Nachfolger des deutschen Radio Luxemburg, vergleichbar.

RTL
RTL logo.svg
Hörfunksender (Privatrechtlich)
Empfang analog terrestrisch, Kabel & Satellit
Empfangsgebiet Frankreich, Luxemburg
Sendestart 15. März 1933
Eigentümer RTL Group
Geschäftsführer Christopher Baldelli
Programmchef Jacques Expert
Liste von Hörfunksendern

RTL ist der älteste bis in die Gegenwart tätige Privatsender Europas. Von 1933 bis 1992 gab es auch ein englischsprachiges Abendprogramm, das seit den 1950er Jahren zusammen mit den luxemburgischsprachigen, den niederländischsprachigen und (seit 1957) den deutschsprachigen Sendungen auf einer Mittelwellenfrequenz ausgestrahlt wurde; das niederländischsprachige Programm wurde zugunsten der Ausweitung des deutschen Programms seit den 1950er Jahren stufenweise aufgegeben, das luxemburgische Programm auf UKW verlagert. Die Verbreitung des französischen Programms erfolgt in Frankreich und Luxemburg analog terrestrisch (Langwelle und UKW). RTL ist seit den 1970er Jahren mit Schwankungen der meistgehörte oder zweitmeistgehörte Sender in Frankreich; 2019 lag der öffentlich-rechtliche Sender France Inter zum ersten Mal seit dreißig Jahren in der Hörergunst knapp vor RTL.[1]

1991 wurde ein französischsprachiges belgisches Programm, Bel RTL, gegründet, das dort über UKW empfangen werden kann und inhaltlich einen ähnlichen Ansatz wie RTL Frankreich (radio généraliste) verfolgt, aber auf eine belgische Hörerschaft zugeschnitten ist und mit einheimischen Journalisten und Moderatoren arbeitet.

GeschichteBearbeiten

Aufstieg zum Unterhaltungssender der FranzosenBearbeiten

 
Lage von Luxemburg
 
Sendeanlage in Junglinster

Die Geschichte des Rundfunks im Großherzogtum Luxemburg begann im Jahr 1924, als die Brüder François und Marcel Anen einen Sender auf dem Dachboden ihres Hauses in der Rue Beaumont in der Hauptstadt Luxemburg errichteten. Ab April 1924 sendeten sie ein Musikprogramm, das mit Schallplatten bestritten wurde. 1925 gründeten sie die Association Radio Luxembourg. Die Wortbeiträge im Luxemburger Hörfunkprogramm waren überwiegend auf Luxemburgisch, aber auch auf Deutsch, Französisch und Englisch.[2]

Ende der 1920er Jahre, in denen der Aufbau des Rundfunkwesens zahlreicher Länder durch die Einschaltung privatrechtlicher (kommerzieller) Unternehmen geleistet wurde, waren Investorengruppen aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland daran interessiert, Senderechte in Luxemburg zu erwerben. Ihr Ziel war es, die Werbemärkte der angrenzenden Länder gewinnbringend zu erschließen. So begann im Jahr 1929 die von Jacques Trémoulet, dem Besitzer von Radio Toulouse, geführte Compagnie Nationale de Radiodiffusion Luxembourgeoise (CNRL) mit dem Bau eines Senders in Cessange (Kohlenberg), um den Anen-Sender fortzuführen. Jedoch schuf die luxemburgische Regierung per Gesetz[3] eine staatliche Genehmigungserfordernis und untersagte im Januar 1930 den weiteren Betrieb des Senders Cessange durch die CNRL. Stattdessen erteilte sie im September 1930 der von der französischen Compagnie des Compteurs geführten Société Luxembourgeoise d’Études Radiophonique (SLER) eine Sendelizenz für die Dauer von 25 Jahren unter der Bedingung, dass 30 Prozent der von der SLER erwirtschafteten Gewinne an den luxemburgischen Staat abgeführt würden. Die Anteilseigner der SLER gründeten daraufhin am 30. Mai 1931 die Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion (CLR), die von François Anen, dem französischen Verleger Henry Etienne und dem französischen Ingenieur Jean le Duc geführt wurde. Es bestand eine geheime Vereinbarung mit der CSF-Gruppe (Compagnie générale de la télégraphie sans fil), dem damaligen Mehrheitseigner von Radio-Paris. CSF und Radiophonie du Midi, zu der Radio Toulouse gehörte, beherrschten den französischen Radiomarkt und agierten in Konkurrenz zueinander.[4] Die CSF war – ebenso wie schon zuvor Radio Toulouse – am Aufbau einer leistungsfähigen Sendeanlage in Luxemburg interessiert, um ihren Aktionsradius auf dem französischen Markt auszubauen und der eventuellen Verstaatlichung oder anderweitigen Neuregelung des Rundfunkbetriebs durch den französischen Staat ganz oder teilweise zu entgehen.[5] (Der Eigentümer von Radio Toulouse, Trémoulet, erwarb über einen einheimischen Strohmann eine Sendelizenz in Andorra sowie weitere Lizenzen in Nordafrika.) Anen wurde bei der CLR technischer Leiter. Im selben Jahr wurde ein für damalige Zeiten starker Langwellensender in Junglinster errichtet, der aus zwei 40 Meter hohen Masten bestand, die 90 Meter auseinander lagen.[5][6]

Der Sender sollte im Sommer 1932 seinen Betrieb aufnehmen; tatsächlich begannen jedoch erst Ende 1932 Versuchssendungen. Mit Unterstützung der luxemburgischen Behörden bemühte sich die CLR beim Weltrundfunkverein (UIR) um die offizielle Zuteilung einer störungsfreien Sendefrequenz. Dabei wurde eine Wellenlänge gewählt, die in Kombination mit der Sendeleistung eine möglichst hohe Reichweite erzielen sollte. Da sich einige Mitgliedsländer der Frequenzvergabe an Luxemburg widersetzten, beschied die UIR, dass die geringe Größe des Großherzogtums den Einsatz der gewählten Wellenlänge nicht rechtfertige; der Empfang der Sendungen anderer Staaten, denen benachbarte Frequenzen zugewiesen waren, könnte gestört werden. Insbesondere britische Behörden fürchteten, die CLR könnte das in Großbritannien geltende Rundfunkmonopol unterlaufen.[7]

Obwohl Luxemburg keine entsprechende Frequenz zugewiesen war, nahm die CLR am 14. Januar 1933 Versuchssendungen auf der selbstgewählten Frequenz 252 kHz (später 232 kHz) mit einer Sendeleistung von 200 kW über den Langwellensender Junglinster auf. Am 15. März 1933 um 19 Uhr begann der reguläre Sendebetrieb mit vorab aufgenommener leichter Musik. Moderiert wurde das Programm in Deutsch, Französisch und Luxemburgisch. Die Sendezeit war täglich von 19 bis 23 Uhr. Zu dieser Zeit nannte sich der Sender „Radio Luxembourg Expérimental“. Man hoffte weiterhin auf eine offizielle Sendefrequenz, bekam sie jedoch erst im Kopenhagener Wellenplan 1948 zugewiesen. Nach Inbetriebnahme des luxemburgischen Langwellensenders 1932 wurde erstmals der sogenannte Luxemburgeffekt beschrieben.

Im September 1939 wurde wegen Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs auf Beschluss der um Neutralität bemühten Luxemburger Regierung der Sendebetrieb eingestellt und erst im November 1945 erneut aufgenommen. Nach der Besetzung Luxemburgs durch deutsche Truppen nutzte der Großdeutsche Rundfunk den luxemburgischen Langwellensender als „Sendestelle Luxemburg“.[8]

Nach der Demontage der Sendestudios in der Villa Louvigny im Stadtpark von Luxemburg durch die abziehenden deutschen Besatzer übernahmen amerikanische Militärbehörden die Kontrolle über den Sender und gaben ihn am 11. November 1945 an die CLR zurück. Tags darauf meldete sich der Sender mit den Worten: „Bonjour le monde, ici Radio Luxembourg.“ („Einen guten Tag an die Welt, hier ist Radio Luxemburg.“) Ohne Archiv und mit anfänglich rudimentärer Ausstattung bestritt die Station zunächst 40 und vom Frühjahr 1946 an bereits 80 Sendestunden wöchentlich, die hauptsächlich Nachrichten und Musik gewidmet waren. Ansagen erfolgten auf Französisch, Deutsch und Englisch.

Schnell fand Radio Luxembourg mit seinem Unterhaltungsprogramm ein großes Publikum in Frankreich und Belgien. Die 1950er Jahre gelten als das Goldene Zeitalter der Station. Emblematisch wurden populäre Sendungen wie die Spielshow „Quitte ou double“, „Reine d'un jour“ („Königin für einen Tag“), die Familiensoap „La famille Duraton“ und „Radio Circus“, die über viele Jahre täglich liefen. Fast alle nicht französischsprachigen Programmteile wurden auf die neue Mittelwellenfrequenz verlegt, die dem Großherzogtum 1948 zugeteilt worden war. 1955 startete der Konkurrenzsender Europe 1, der ebenfalls aus dem Ausland sendete (über einen leistungsstarken Langwellensender in Überherrn im Landkreis Saarlouis), sich vorwiegend an ein junges Publikum richtete und damit binnen weniger Jahre Radio Luxembourg in der Hörergunst überflügelte. (2019/20 beendete Europe 1 die Ausstrahlung auf der Langwelle.[9] Der Betrieb wird jedoch über lokale UKW-Sender und weitere Verbreitungswege fortgesetzt; die Hörerzahlen sind dennoch eingebrochen.)

Die großen Reformen: RTL wird zum meistgehörten SenderBearbeiten

 
Der heute von RTL genutzte Langwellensender in Beidweiler

Radio Luxembourg änderte seinen Namen am 11. Oktober 1966 im Zuge einer großen Programmreform, bei der eine völlig neue Moderatoren-Equipe präsentiert wurde, in RTL. Die Abkürzung sollte prägnanter und moderner klingen und den Zusammenhang mit dem alten Programm, Radio Luxembourg, vergessen lassen. (Das deutsche und englische Programm behielten den ursprünglichen Namen unterdessen bei.)

Im Mai 1968 (Pariser Maiunruhen) streikte der staatliche französische Rundfunk, sodass sein Sendebetrieb teilweise unterbrochen wurde. Die Berichterstattung über die Protestbewegung, die insbesondere die Straßen der Hauptstadt erfasste, wurde als defizitär und einseitig empfunden. Allein die Hörfunksender RTL und Europe 1 berichteten live und politisch unabhängig über die Vorgänge, die den französischen Staat an den Rand einer Existenzkrise führten. Sie wurden deshalb bald „radio barricades“ genannt, „Barrikadenradio“, nach den Barrikaden, die die Streikenden auf den Pariser Straße errichtet hatten.[10]

 
Das RTL-Funkhaus in der Rue Bayard, Paris, mit der vom Künstler Vasarely gestalteten Fassade

Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die 1980er Jahre bestand in Frankreich ein staatliches Fernmeldemonopol. Nur der vom Staat organisierte Rundfunk durfte auf französischem Territorium Sendeanlagen betreiben. Weitere Programme kamen aus den angrenzenden Kleinstaaten Luxemburg, Monaco und Andorra sowie dem Saargebiet, deren Administrationen Sendelizenzen an private Rundfunkanbieter vergaben sowie diesen die ihnen vom Kopenhagener Wellenplan (1948) zugedachten Frequenzen zur Ausstrahlung ihrer Programme überließen. Diese durchweg kommerziellen „postes périphériques“ („Randsender“) verfolgten das Ziel, den französischen Werbemarkt gewinnbringend zu erschließen; zugleich versuchte der französische Staat durch Anteilskauf, Einfluss auf die Führungsgremien der Sender zu erlangen und deren Redaktionen zur politischen Neutralität zu verpflichten. Es galt durchaus als im staatlichen Interesse liegend, die Sender als scheinbar unabhängige Stimmen auf dem Rundfunkmarkt Frankreichs zu dulden; so wurde es ihnen gestattet, Studios bzw. Funkhäuser in Frankreich zu errichten und ihre Sendungen von dort per Übertragungskabel der französischen Post an die Sendestellen im Ausland zu übermitteln. (Vgl. Radio Andorra, Sud Radio, Radio Monte-Carlo, Europe 1. Im Falle Radio Monte-Carlos lag die Sendestelle sogar auf französischem Territorium in unmittelbarer Nähe Monacos.)[11] Im Jahr 1981 beschloss die französische Regierung unter Präsident François Mitterrand, das Sendemonopol aufzuheben. Fortan wurde es außer dem staatlichen Hörfunk weiteren Sendern erlaubt, Sendeanlagen auf französischem Territorium zu errichten. Maßgeblich beflügelte dies die Entwicklung des UKW-Sendenetzes in Frankreich; die neuen enenso wie die alten Sender erwarben bis dahin unbesetzte UKW-Frequenzen, die es z. B. RTL ermöglichten, auch in südlichen und westlichen Landesteilen empfangbar zu sein, die vom Luxemburger Langwellensender nicht erreicht werden. RTL sendete nun für Frankreich neben der Langwellenfrequenz vor allem auf UKW 104,3 MHz und war von 1981 bis 2002 durchweg der meistgehörte Radiosender in Frankreich.

Im Jahr 1991 startete der belgische Ableger Bel RTL, der ebenfalls in französischer Sprache sendet. Das Programm hat seine Zielgruppe im französischsprachigen Teil von Belgien und sendet aus Brüssel. Das Programm ist von den belgischen Behörden lizenziert und wird auf UKW-Frequenzen in Brüssel und Wallonien ausgestrahlt. Das Programm hat keine programmliche Verbindung zum französischen RTL.

Im Jahr 2000 löste eine Programmreform, die verhindern sollte, dass das Durchschnittsalter der RTL-Hörer weiter stieg, eine Krise aus. Bis 2002 verlor RTL ein Drittel seiner Hörerschaft und fiel im Ranking der meistgehörten Sender auf den zweiten Platz hinter NRJ, nachdem einige altgediente Moderatoren, die seit den 1970er Jahren zu Aushängeschildern des Senders geworden waren, entlassen wurden. Die Reform wurde rückgangig gemacht, und die Hörerzahlen stiegen von neuem. Von November 2006 bis Juli 2012 war RTL wieder führend, wurde jedoch nochmals von NRJ verdrängt. Im November 2012 kehrte RTL erneut auf den ersten Platz zurück. Täglich schalteten etwa 12,3 % der gesamten Radiohörerschaft Frankreichs über 13 Jahre RTL ein. Zum Vergleich: NRJ 11,6 %, France Inter 10,6 %, Europe 1 8,9 %, France Info 8,8 %, RMC 7,5 %, France Bleu 7,3 %.[12] In den 2010er Jahren gelang es schließlich France Inter, dem Hauptprogramm des öffentlich-rechtlichen Radio France, mit RTL gleichzuziehen, während NRJ Anteile verlor. So weisen Erhebungen im November/Dezember 2021 France Inter und RTL die beiden Spitzenplätze zu: mit einem Marktanteil von 13,6 % bzw. 13,3 %, gemessen an der täglichen Hördauer.[13]

EmpfangBearbeiten

RTL sendet sein Programm heute über UKW in Frankreich, über Kabel, über Satellit, über das Internet und über die Langwellenfrequenz 234 kHz über den Sender Beidweiler.

ProgrammBearbeiten

Das französischsprachige Programm von RTL ist ein Mischprogramm und wird in Frankreich zu den radios généralistes gezählt, die ein breites Programmangebot vorhalten, um ein großes Publikum zu erreichen. Der Wortanteil mit einem Fokus auf Nachrichten und aktuellem Zeitgeschehen beträgt 50 %. Die Hauptkonkurrenten von RTL waren seit den 1950er Jahren Europe 1 und der staatliche Radiosender France Inter. Diese Stationen betrieben wie RTL starke Langwellensender, die einen großen Teil des Landes abdecken (insbesondere nördlich des Zentralmassivs, das topographisch und zugleich sendetechnisch den Mittelmeerraum von den nördlichen Landesteilen abschottet). Seit der Liberalisierung des Rundfunkmarktes in den 1980er Jahren betreibt RTL in ganz Frankreich auch UKW-Sender.

Schon seit Ende der 1960er-Jahre ist das Programm von RTL stark auf seine berühmten Moderatoren (animateurs) ausgerichtet; viele Sendungen hatten keinen eigenen Titel, sondern der Name des Animateur reichte aus, er stand für die Sendung, die er präsentierte.


Langjährige RTL-Moderatoren:

  • Maurice Favières (musikalische Frühsendungen)
  • Anne-Marie Peysson (1967–1999, insbesondere 1970–76 am Wochenende in der in Minikonzerte gegliederten Wunschsendung „Stop ou encore“, die sich zum Dauerbrenner entwickelte und noch bis 2021 mit wechselnden Moderatoren im Programm ist; Servicesendungen im Dienste der Hausfrau 1972–1981 vormittags, ab 1981 im Nachmittagsprogramm; 1981–1990 „Les auditeurs ont la parole“ mit Hörerfragen zur politischen Tagesaktualität nach den Mittagsnachrichten, eine Sendung, die ebenfalls bis heute im Programm ist)
  • Patrick Sabatier
  • Fabrice
  • Michel Drucker
  • Stéphane Bern
  • Menie Grégoire (1967–1981: bahnbrechende psychologisch ausgerichtete Rundfunksendung im französischen Radio unter dem Titel „Allô Menie“, „La responsabilité sexuelle“, „Aux frontières de la nuit“, die jedoch keine Ratgeberfunktion übernahm, sondern anhand von Anrufen und Briefen aus der Hörerschaft sexualtherapeutische sowie familien- und gesellschaftspolitische Fragestellungen umriss und zahlreiche Tabuthemen wie das weibliche und männliche Rollenverständnis in der Partnerschaft, den weiblichen Orgasmus, Gewalt in der Ehe, Homosexualität, Frigidität u. ä. ansprach)
  • Philippe Bouvard (1977–2014: „Les grosses têtes“, nachmittägliche Unterhaltungssendung mit einem wechselnd besetzten Rateteam aus bekannten Autoren, Kabarettisten, Schauspielern etc.)
  • Laurent Ruquier (seit 2014: „Les grosses têtes“)
  • Marc-Olivier Fogiel
  • Jean-Bernard Hébey (Popprogramme für junge Leute)
  • le Président Rosko (Popprogramme für junge Leute)
  • Bernard Schu (Popprogramme für junge Leute)
  • Georges Lang (seit 1971 Nachtsendungen mit überwiegend angelsächsischer Musik)
  • André Torrent (1967–2015, „Hit-parade“, zahlreiche Morgensendungen)
  • Sam Bernett (Popprogramme für junge Leute)
  • Max Meynier (1969–1994, „Les routiers sont sympas“)
  • Jean-Pierre Imbach (musikalische Frühsendungen)
  • Lionel Richebourg (musikalisches Nachtprogramm)
  • Jean-François Johann (musikalisches Nachtprogramm)
  • René Guitton (musikalisches Nachtprogramm)
  • Chris Baldo (musikalisches Nachtprogramm)
  • Sophie Garel
  • Evelyne Pagès
  • Virginie (Solenn)
  • Chantal (Huet)
  • Nicole (Tillet)


Das Programm von RTL besteht unter anderem aus den folgenden Sendungen:

  • RTL Matin, Morgennachrichten
  • Ça peut vous arriver
  • La tête dans les étoiles, Spiel mit einem Prominenten
  • RTL soir, Abendnachrichten
  • Les nocturnes, Nachtprogramm
  • Stop ou encore, Musiksendung
  • Le journal inattendu, Nachrichtensendung
  • Le grand jury, Politiksendung
  • Les grosses têtes, Talkshow
  • Malice, kulturelles Spiel
  • Hit parade, Musiksendung
  • La valise RTL, Spiel


RTL-Werbe-Slogans

  • 1977–1990: « RTL, c’est vous »
  • 1990–1991: « Les infos, c’est comme le café, c’est bon quand c’est chaud et quand c’est fort »
  • 1991–1996: « RTL, L’information en capitales »
  • 1996–2001: « RTL, Essentiel »
  • 2001–2006: « RTL, Vivre ensemble »; « RTL, Vivrensemble »
  • 2006–2007: « RTL, c’est vous »
  • 2007–2008: « Le plus RTL »
  • 2008–2009: « 100 % RTL »; « RTL, c’est vous »
  • 2009–2011: « RTL, première radio de France »
  • 2011–2012 : « Qui vous connait mieux que RTL? »
  • seit 2012: « RTL, toujours avec vous »


Geschäftsführer und Programmdirektoren

Liste der Geschäftsführer:

  • 1933–1953: Jacques Lacour-Gayet
  • 1953–1975: Jean Prouvost
  • 1975–1979: Christian Chavanon
  • 1979–2000: Jacques Rigaud
  • 2000–2005: Rémy Sautter
  • 2005–2009: Axel Duroux
  • seit 2009: Christopher Baldelli

Liste der Programmdirektoren:

  • 1933–1934: Jehan Martin
  • 1934–1966: René-Louis Peulvey
  • 1966–1978: Jean Farran
  • 1978–1985: Raymond Castans
  • 1985–2000: Philippe Labro
  • 2000–2001: Stéphane Duhamel
  • 2001–2005: Robin Leproux
  • 2005–2006: Axel Duroux
  • 2006–2010: Frédéric Jouve
    • 2007–2008: Stellvertretender Geschäftsführer: Jean-Marc Dorangeon
  • 2010–2012: Yves Bigot
  • seit 2013: Jacques Expert

Liste der directeurs de l’antenne:

  • 2005–2006: Jean-François Latour
  • seit 2006: Jean-Yves Hautemulle

Programme in weiteren SprachenBearbeiten

Das englischsprachige ProgrammBearbeiten

Programme in englischer Sprache gab es ab dem 3. Dezember 1933 unter der Leitung von Stephen Williams, die in Studios in Avenue Monterey und der Villa Louvigny produziert wurden. Moderatoren dieser Sendung waren Willams selbst, Léon Moulin, Eva Siewert und Evelyn Wybrands. Diese Sendung etablierte sich schließlich auf der ganzen Welt. Finanziert wurde diese Sendung durch Werbung, die stark von der Presse kritisiert wurde.[7]

Auch das englischsprachige Programm von Radio Luxembourg wurde nach Kriegsende wieder aufgenommen und von 19:00 Uhr bis 24:00 Uhr über die Mittelwellenfrequenz 208 m/1440 kHz ausgestrahlt. Es gehörte in Großbritannien zu den beliebtesten Radioprogrammen und war dort in den 50er und 60er Jahren hauptsächlich für die Verbreitung der Popmusik zuständig, da die BBC diese Musikart zunächst kaum beachtete. Bereits 1948 starteten die ersten Top 20-Musikcharts, die zunächst noch nicht auf Plattenverkäufen, sondern auf dem Absatz von Notenblättern basierten.[8] Erst mit dem Aufkommen der Piraten- und Seesender Mitte der 1960er Jahre ging die Popularität von Radio Luxemburg in Großbritannien zurück.

 
Werbelogo, 1981

Mit dem Ende der Seesender stieg die Popularität des englischen Programms von „2-0-8“ (gesprochen als Senderkennung „Two O Eight“, die Wellenlänge 208 m entspricht 1439 bzw. später 1440 kHz) in Großbritannien wieder und gewann Kultstatus, auch in Skandinavien. Die bekanntesten DJs waren Benny Brown, Bob Stewart, Tommy Vance, Tony Prince, Mike Hollis, Stuart Henry, Olli Henry und Paul Burnett.

Da die britische Regierung 208 Happy Radio Luxemburg – so wurde der englischsprachige Dienst von Radio Luxembourg genannt – nicht mehr gestattete, das englischsprachige Programm von London aus zu senden, produzierte der englischsprachige Dienst seine Sendungen live in den Studios der Villa Louvigny in Luxemburg, in denen zu der Zeit auch die deutschen, die luxemburgischen und einzelne französische Programme entstanden. Das englischsprachige Programm bestand aus Unterhaltung und populärer Musik.

Durch die Beteiligung an dem irischen Sender Atlantic 252 verlor der Eigentümer nach und nach das Interesse an „2-0-8“. Nach mehr als 59 Jahren wurde der Sendebetrieb des englischsprachigen Radio-Luxemburg-Programms am 30. Dezember 1992 eingestellt. Die Hörgewohnheiten hatten sich seit dem Höhepunkt der Popularität des englischen Programms von Radio Luxemburg geändert, das Radiohören in den Abendstunden ist heute eher randständig; zudem hatte BBC 1, das Popprogramm der BBC, seine Sendungen in den Abend ausgeweitet, und der Ausbau des UKW-Netzes auf der britischen Insel gewöhnte Rundfunkhörer an eine bessere Empfangsqualität als die der bis dahin vorherrschenden Mittelwellensender; Radio Luxemburg konnte jedoch keine UKW-Sender auf der Insel betreiben.

Ab dem 12. September 2005 sendete Radio Luxembourg abermals ein englischsprachiges Programm auf DRM und als Livestream,[14] was eine optimale Empfangsqualität sicherte, doch wurde der Betrieb nach einer kurzen Testphase eingestellt. Eine ähnliche englischsprachige Unterhaltungssendung wurde von 2005 bis 2015 auf dem inländischen luxemburgischen RTL Radio Lëtzebuerg abends, nach dem Ende der luxemburgischsprachigen Beiträge, ausgestrahlt; dann wurden diese bis in die späten Abendstunden ausgedehnt und das englische Programm vollends von der Inlandswelle verdrängt.[15]

Niederländisches bzw. flämisches ProgrammBearbeiten

Es gab bei Radio Luxemburg auch ein Programm in niederländischer Sprache, zuletzt „flämisches Programm“ genannt. Es startete 1933 und lief bis in die frühen 1960er Jahre ab morgens bis 14 Uhr, vor den deutschsprachigen Sendungen, die 1957 ihren Dienst aufnahmen. Die Sendungen wurden überwiegend in Hilversum, dem Hauptstandort des Hörfunks in den Niederlanden, produziert.[16] Später wurde das niederländischsprachige Programm auf fünf, dann drei Stunden reduziert (von 9 bis 12 Uhr vormittags) und Ende der 1960er Jahre auf den frühen Abend verlegt und nochmals gekürzt (18 bis 19.30 Uhr, sonntags nur bis 19 Uhr). Von 1975 an lief es noch alltags eine halbe und sonntags eine Stunde auf der Mittelwellenfrequenz 208 m/1439 kHz (später 1440 kHz) zwischen dem deutschen und dem englischen Programm, sonntags mit der Benelux-Hitparade, an den anderen Tagen mit einer internationalen Brieffreundschaftsbörse; beides wurde von Mike Verdrengh moderiert, der auch beim staatlichen belgischen Rundfunk, BRT, tätig war. Niederländischsprachige DJs in den früheren Jahren waren außerdem Peter Koelewijn, Frans van der Drift, Jackie Dewaele (genannt Zaki), Felix Meurders und Peter van Dam, die neben den Sendungen von Radio Luxemburg auch bei der BRT oder dem niederländischen Rundfunk (Radio Hilversum) tätig waren. Das so genannte flämische Programm von Radio Luxemburg wurde in Brüssel auf Band vorproduziert und von Luxemburg ausgestrahlt. Am Ende fiel es kommerziellen Erwägungen der CLT zum Opfer; die Mittelwelle tagsüber ganz dem deutschen Programm zu überlassen, bedeutete die Erschließung eines größeren Werbemarktes.

Deutschsprachiges ProgrammBearbeiten

Am 15. Juli 1957 startete Radio Luxembourg sein deutschsprachiges Programm, das heute als RTL Radio bekannt ist.

WeblinksBearbeiten

Commons: RTL (Frankreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Anna Jehle: Welle der Konsumgesellschaft. Radio Luxembourg in Frankreich 1945–1975. Göttingen 2018.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. lefigaro.fr
  2. RTL Group - the history (PDF)
  3. Gesetz vom 19. Dezember 1929, betreffend die im Großherzogtum bestehenden oder zu errichtenden Rundfunksendestationen
  4. http://100ansderadio.free.fr/HistoiredelaRadio/Radio-Toulouse/RadioToulouse.html, aufgerufen am 27. März 2022.
  5. a b Radio Luxembourg. 100ansderadio.free.fr
  6. RTL Radio Luxemburg Chronik. radio-journal.de
  7. a b Vor 80 Jahren erstmals auf Langwelle: Radio Luxembourg. rtlgroup.com
  8. a b The History of: Radio Luxembourg. radio-journal.de
  9. Kai Ludwig: Langwellensender Felsberg abgeschaltet. 1. Januar 2020, abgerufen am 20. März 2020.
  10. https://www.rtl.fr/communication/rtl-commemore-les-50-ans-de-mai-68-avec-des-emissions-speciales-et-une-radio-ephemere-7793145434, aufgerufen am 27. März 2022.
  11. http://100ansderadio.free.fr/, aufgerufen am 27. März 2022.
  12. RTL repasse devant NRJ, Europe 1 devance France Info. lexpress.fr
  13. https://www.lemonde.fr/economie/article/2022/01/13/audiences-radio-les-auditeurs-se-pressent-sur-france-inter-et-fuient-europe-1_6109269_3234.html, aufgerufen am 27. März 2022.
  14. radioszene.de
  15. Benny Brown gibt nicht auf
  16. icce.rug.nl abgerufen am 29. Dezember 2020.