Junglinster

Gemeinde in Luxemburg

Junglinster (luxemburgisch Jonglënster) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Grevenmacher.

Junglinster
Wappen Karte
Wappen von Junglinster Gemeinde Junglinster (Kanton Grevenmacher)
Basisdaten
Staat: LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Koordinaten: 49° 43′ N, 6° 15′ OKoordinaten: 49° 42′ 45″ N, 6° 15′ 9″ O
Kanton: Grevenmacher
Einwohner: 8233 (1. Januar 2021)[1]
Fläche: 55,4 km²
Bevölkerungsdichte: 148,7 Einw./km²
Gemeindenummer: 1105
Website: www.junglinster.lu
Politik
Bürgermeister: Romain Reitz (CSV)
Wahlsystem: Proporzwahl

Zusammensetzung der GemeindeBearbeiten

Die Gemeinde Junglinster besteht aus den Ortschaften:

  • Altlinster (frz. Altlinster, lux. Allënster),
  • Beidweiler (frz. Beidweiler, lux. Beidler),
  • Blumenthal (frz. Blumenthal, lux. Blummendall),
  • Burglinster (frz. Bourglinster, lux. Buerglënster),
  • Eisenborn (frz. Eisenborn, lux. Eesebur),
  • Eschweiler (frz. Eschweiler, lux. Eeschwëller oder im Volksmund Eeschler),
  • Godbringen (frz. Godbrange, lux. Guedber),
  • Gonderingen (frz. Gonderange, lux. Gonnereng),
  • Graulinster (frz. Graulinster, lux. Grolënster),
  • Imbringen (frz. Imbringen, lux. Amber),
  • Junglinster (frz. Junglinster, lux. Jonglënster) und
  • Rodenburg (frz. Rodenbourg, lux. Roudemer).

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet der Gemeinde Junglinster war schon seit den frühesten Zeiten besiedelt, wovon zahlreiche Funde zeugen. Nahe der Straße von Altlinster nach Godbringen befindet sich ein sog. „Heidenstein“, genannt Häerdcheslee.[2]

Lincera wird urkundlich schon 867 erwähnt (CW GGE I,2). Das Dorf steht im Besitzverzeichnis des Klosters Sankt Simeon in Trier, das König Heinrich IV. dem Abt 1098 bestätigt (RI III, 1429). Von der „Herrschaft Linster“ wird zum ersten Mal im Schöffenweistum von Esch an der Sauer vom Jahre 1201 gesprochen. Das Wasserschloss der Herren von Linster stand in Altlinster.[3]

Ohne Kriegserklärung und ohne Vorwarnung marschierten deutsche Truppen am 10. Mai 1940 auch in Junglinster ein. Am 20. Juli 1944 erschoss ein Luxemburger den Ortsgruppenleiter der nationalsozialistischen Volksdeutschen Bewegung in Junglinster. Zur Vergeltung ordnete Heinrich Himmler die Hinrichtung von zehn unbeteiligten Luxemburgern in deutschem Gewahrsam an. Drei von ihnen wurden auf dem Uhlrather Hof erschossen, die restlichen sieben in Lingen (Ems).[4]

SendeanlageBearbeiten

Sender Junglinster
Basisdaten
Ort: Junglinster
Kanton: Grevenmacher
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 43′ 3,4″ N, 6° 15′ 36″ O
Verwendung: Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeanlage öffentlich nicht zugänglich
Daten zur Sendeanlage
Anzahl an Türmen/Masten: 3
Höhe der Türme/Masten: 215 m
Bauzeit: 1932
Betriebszeit: seit 1932
Wellenbereich: LW-Sender
Rundfunk: LW-Rundfunk
Weitere Daten
Baustoff Masten: Stahl

In der Nähe von Junglinster befindet sich seit 1932 eine große Sendeanlage für das auf Langwelle ausgestrahlte französischsprachige Programm der RTL Group. Als Antenne kommt seit 1954 eine aus drei freistehenden, gegen Erde isolierten Sendetürmen (Selbststrahlender Sendemast) mit dreieckigem Querschnitt und einer Höhe von 215 Metern (bis 1980: 250 Meter), bestehende Richtantenne (Hauptstrahlrichtung: Südwest) zum Einsatz.

Der Sender in Junglinster ist seit Inbetriebnahme des stärkeren Langwellensenders Beidweiler (auch auf 234 kHz) im Jahr 1974 nur noch aktive Betriebsreserve. Koordinaten: 49° 43′ 4″ N, 6° 15′ 38″ O.[5] Bis Mai 2011 wurden aus Junglinster auf der Kurzwellenfrequenz 6095 kHz im DRM-Modus Programme von RTL Radio, KBS World Radio und religiösen Programmanbietern gesendet. Am 1. Mai 2011 wurde dieser Kurzwellensender abgeschaltet.

 
Sender Junglinster

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Seit 1987 besteht eine Partnerschaft mit der rheinland-pfälzischen Gemeinde Üdersdorf.

Bekannte PersonenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Junglinster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2021 (franz.)
  2. Les lieux. (Memento vom 24. März 2009 im Internet Archive) L'Institut Archéologique Liègeois. Bulletin 1904.
  3. Die Gemeinde Junglinster. (Memento vom 25. Januar 2011 im Internet Archive) (PDF; 978 kB)
  4. Geiselmord an drei jungen Luxemburgern. Abgerufen am 1. August 2018.
  5. Junglinster. In: Structurae (Sendetürme Junglinster)