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France Info (auch Franceinfo; Eigenschreibweise im Logo franceinfo) ist ein Nachrichtensender in Frankreich, der seit 1987 von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Radio France als Hörfunkprogramm und seit 2016 gemeinsam von Radio France und der Fernsehanstalt France Télévisions sowohl als Radio- als auch als Fernsehangebot betrieben wird. Unter derselben Marke und dem Domain-Namen francetvinfo.fr betreiben die beiden Gesellschaften ein Nachrichtenportal im World Wide Web. France Info war der erste reine Nachrichtensender in Frankreich.

France Info
Logo von Franceinfo
Allgemeine Informationen
Empfang analog, terrestrisch, Kabel, Satellit, DAB & Webradio
Sendegebiet FrankreichFrankreich Frankreich
Sendeanstalt France Télévisions
Radio France
Programmchef Thibaud Vuitton
Intendant Michel Field als Vertreter von France Télévisions
Erik Kervellec als Vertreter von Radio France[1]
Sendestart 1. Juni 1987
Rechtsform öffentlich-rechtlich
Programmtyp Nachrichten
Homepage franceinfo
Liste der Hörfunksender

ProgrammBearbeiten

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France Info war Vorbild für eine Reihe ähnlicher Nachrichtensender, die in der Folge gegründet wurden – in Deutschland beispielsweise B5 aktuell oder hr-info.

Zur vollen und zur halben Stunde gibt es ein siebenminütiges „Journal“. Dazwischen gibt es zur 15. und zur 45. Minute der Sendestunde einen „Flash“, ebenso zur 23. und zur 53. Minute, der auf die Hauptthemen des folgenden Journals hinweist. Interviews, Berichte, Sportsendungen, Wirtschaftsnachrichten, Kulturmeldungen und Beiträge zu Themen wie Umwelt, Gesundheit oder Multimedia ergänzen das Programm. Nachts werden Nachrichtensendungen ausländischer frankophoner Programme zeitversetzt übernommen.

Mit seinem reinen Informationsprogramm hat es France Info geschafft, viertgrößter Sender in Frankreich zu werden. Die Einschaltquote lag von September bis Oktober 2008 bei 9,3 Prozent. Umfragen zufolge gilt France Info als glaubwürdigster Sender in Frankreich.

Das Hörfunkprogramm France Info ist in den meisten Städten in einem sogenannten Gleichwellennetz auf der UKW-Frequenz 105,5 MHz zu empfangen. Auf Mittelwelle kann man France Info auch in Deutschland (auf 603 kHz, 711 kHz, 792 kHz, 837 kHz, 945 kHz, 1206 kHz, 1377 kHz, 1404 kHz mit Sendeleistungen zwischen 20 und 300 kW) empfangen. Daneben ist ein Livestream im Internet verfügbar. Auch die Programme von RFO in den französischen Überseedepartements übernehmen die Nachrichten von France Info und von France Inter.

GeschichteBearbeiten

France Info wurde auf Initiative von Roland Faure gegründet, der im Dezember 1986 Generaldirektor von Radio France geworden war. Die Gründung fiel in eine Zeit, in der die Rundfunkanstalt mit Budgetkürzungen und Stellenstreichungen zu kämpfen hatte, und stieß deshalb intern auf Widerstände. Unter anderem übernahm der neue Sender zwei Sendestationen des kurz zuvor von Radio France wegen Erfolglosigkeit eingestellten Jugendsenders Radio 7.[2]

Am 1. Juni 1987 nahm France Info als erster reiner Nachrichtensender Frankreichs unter der Leitung von Jérôme Bellay mit etwa 30 eigenen, überwiegend jungen Journalisten den Sendebetrieb auf. Bereits am Tag der ersten Ausstrahlung konnte der Sender dank dem in Beirut stationierten Korrespondenten von Radio France, Alain Ménargues, zeitnah über die Neuigkeiten bezüglich des tödlichen Attentats auf den libanesischen Ministerpräsidenten Rashid Karami berichten; am Folgetag gestattete es wiederum die privilegierte Stellung eines Journalisten von Radio France, nämlich des Lyoner Chefredakteurs Maurice Fusier, bei einem Großbrand im Hafen von Lyon exklusiv aus der Einsatzleitstelle zu berichten.[2]

Das Programm von France Info war von Anfang an strukturiert durch viertelstündliche halbstündig ausgestrahlte Kurznachrichten. Beiträgen der lokalen Niederlassungen von Radio France in den Regionen wurde relativ viel Sendeplatz eingeräumt.[2]

Bellays Nachfolger an der Spitze von France Info wurde Pascal Delannoy. Unter seiner Leitung wurde die bloße stetige Wiederholung von Nachrichtenmeldungen aufgelockert durch die Stärkung reportagenartiger Elemente. Delannoy wurde nach 13 Jahren im Amt 2002 von Michel Polacco abgelöst. Dieser erhöhte die Anzahl von kolumnenartigen Kommentarreihen von 45 auf 75 und führte Sondersendungen wie die Jeudis de l’Europe („Europa-Donnerstage“) oder die Semaines d’Asie („Asien-Wochen“) ein. Er konnte aber nicht verhindern, dass die Zuhörerzahlen von 5,75 Millionen im Jahr 2003 auf 4,5 Millionen 2017 sanken. Im April 2017 gab Polacco die Leitung des Senders an Patrick Roger ab.[2]

Am 10. Juli 2016 gaben die Generaldirektoren von Radio France und France Télévisions, Mathieu Gallet und Delphine Ernotte, bekannt, dass France Info zusätzlich zum weiter bestehenden Hörfunkprogramm ab dem 1. September 2016 auch als Fernsehsender im terrestrischen Netz ausgestrahlt werde und fortan von den beiden Anstalten gemeinsam betrieben werde.[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. La rédaction de franceinfo
  2. a b c d Cécile Jaurès: France-Info, 20 ans sur le fil de l'actualité. In: La Croix (Paris). Nr. 37758, 26. Mai 2007 (französisch, la-croix.com).
  3. Audrey Kucinskas: France Info: voilà à quoi ressemblera la future chaîne d'info publique. In: lexpress.fr. 11. Juli 2016, abgerufen am 16. Februar 2019 (französisch).