Hauptmenü öffnen

Mitt Romney

US-amerikanischer Politiker
Mitt Romney (2013) Romneys Unterschrift

Willard Mitt Romney [ˈɹɑːmnɪ] (* 12. März 1947 in Detroit, Michigan) ist ein US-amerikanischer Geschäftsmann und Politiker der Republikanischen Partei. Von 2003 bis 2007 bekleidete er das Amt des Gouverneurs des Bundesstaates Massachusetts. Er war einer der Bewerber seiner Partei für die Nominierung zur Präsidentschaftswahl 2008 sowie Kandidat der Republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahl 2012, unterlag aber dem demokratischen Amtsinhaber Barack Obama. Er bewirbt sich 2018 in Utah für den Senat der Vereinigten Staaten.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Frühere LaufbahnBearbeiten

Mitt Romney wurde in Detroit geboren. Sein Vater George W. Romney war von 1963 bis 1969 Gouverneur von Michigan. Seine Mutter Lenore bewarb sich 1970 in Michigan für die Republikaner um einen Sitz im US-Senat und unterlag damals dem Mandatsinhaber Philip Hart. Er hat drei Geschwister und besuchte die elitäre Cranbrook School (die heutige Cranbrook Kingswood School) in Bloomfield Hills, eine zur Cranbrook Educational Community gehörende Privatschule. Dort machte er 1965 seinen Highschool-Abschluss.

An der Cranbrook School lernte er Ann Lois Davies (* 1949) kennen. Sie konvertierte 1966 zum Mormonentum und wurde 1969 seine Ehefrau. Das Paar hat fünf erwachsene Söhne, Taggart (* 1970), Matthew (* 1971), Joshua (* 1975), Benjamin (* 1978) und Craig (* 1981) sowie 24 Enkelkinder. Das Ehepaar Romney lebt heute in der Nähe von Boston und unterhält ein Haus am Meer in La Jolla, Kalifornien.

Mitt Romney ist in der fünften Generation Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“), deren frühe Führungsperson sowie Gründungsmitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel sein Ururgroßvater Parley P. Pratt war.[1] Zunächst war Mitt Romney als junger Erwachsener ab 1966 zwei Jahre für eine Mission in Frankreich tätig.[2] Romney studierte an der Brigham Young University (u. a. bei W. Cleon Skousen[3]), die er 1971 mit dem Bachelor of Arts in englischer Literatur abschloss, und an der Harvard University, wo er 1975 sowohl den Juris Doctor als auch den Master of Business Administration erwarb.[4] Von 1981 bis 1986 war er mormonischer Bischof in Belmont, einem Vorort von Boston, und leitete von 1986 bis 1994 als Pfahlpräsident die Verwaltung von ca. 4000 Mormonen im östlichen Massachusetts.[5]

Nach dem Studium arbeitete er für die Unternehmensberatung Bain & Company in Boston. Später war er Gründungspartner der 1984 gegründeten Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital, die er bis 1999 leitete. Sein Privatvermögen von geschätzt 260 bis 350 Millionen US-Dollar[6] stammt aus den Erträgen seiner Tätigkeit bei Bain Capital. Im Jahr 2010 zahlte Romney den niedrigen Steuersatz für Vermögenserträge von 13,9 Prozent (2011: 15,4 %), was politische Gegner während der Vorwahlperiode thematisierten.[7]

Bei der Wahl zum US-Senat 1994 trat er in Massachusetts gegen den langjährigen Senator Edward Kennedy an und unterlag mit 41 Prozent der Stimmen – dem zweitbesten Ergebnis, das je ein republikanischer Kandidat gegen Kennedy erzielte.

1999 wurde Romney Geschäftsführer des Organisationskomitees der XIX. Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City, Utah.

Gouverneur von Massachusetts (2003–2007)Bearbeiten

 
Romneys offizielles Porträt als Gouverneur

Im Jahr 2002 wurde er von der Republikanischen Partei als Kandidat für das Gouverneursamt von Massachusetts nominiert. Im November desselben Jahres wurde Romney zum 70. Gouverneur von Massachusetts gewählt: Er erhielt 50 % der Stimmen, die demokratische Kandidatin Shannon O’Brien 46 % der Wählerstimmen. Als Gouverneur erreichte er, dass der Haushalt des Bundesstaates ausgeglichen wurde und sogar Überschüsse verbuchte.

Im November 2004 versuchte er, die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes des Bundesstaates zu gleichgeschlechtlichen eheähnlichen Partnerschaften durch eine Änderung der Verfassung zu verhindern, welche die Ehe auf Verbindungen zwischen Mann und Frau beschränkt hätte.

Im Dezember 2004 kündigte Romney an, er werde einen Vorschlag einbringen, in Massachusetts die Todesstrafe für Terrorismus, Massenmord und Mord an Polizeibeamten wieder zu erlauben. Der Gesetzentwurf wurde im Repräsentantenhaus von Massachusetts am 28. April 2005 mit 99 Stimmen gegen 53 abgelehnt. Er legte außerdem sein Veto gegen die Stammzellenforschung ein, das Parlament überstimmte sein Veto jedoch deutlich.

Bei einer Umfrage zur Popularität der Gouverneure in den 50 US-Bundesstaaten im Dezember 2005 landete er mit einer Zustimmung von 41 % gegen 51 % Ablehnung auf Platz 33.[8]

Präsidentschaftskandidatur 2008Bearbeiten

 
Logo der Präsidentschaftskandidatur 2008

Als er am 24. Dezember 2005 ankündigte, sich nicht der Wiederwahl als Gouverneur zu stellen, sahen viele darin eine Entscheidung, die in Hinblick auf eine Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei für 2008 getroffen wurde.

Mitt Romney kündigte am 13. Februar 2007 offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt an[9] und sammelte insgesamt 44 Mio. US-Dollar an Spendengeldern, deutlich mehr als seine Konkurrenten Rudolph Giuliani, Fred Thompson und Mike Huckabee.

Am 11. August 2007 ging Romney mit ca. 32 Prozent der Stimmen als Sieger der Straw Poll in Ames, Iowa hervor. Diese nicht bindende Abstimmung gilt als erster wichtiger Indikator für die Organisation der Kandidaten vor den parteiinternen Vorwahlen (Caucus und Primaries) im Januar 2008. Auch der damalige Gouverneur von Texas, George W. Bush, siegte 1999 bei dieser Testwahl und wurde anschließend Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei. Mitt Romney galt laut Umfragen lange Zeit neben Iowa auch im wichtigen Vorwahlstaat New Hampshire als Favorit.[10] Bei beiden Vorwahlen konnte er jedoch trotz einer anfänglich unangefochtenen Führungsposition nur den zweiten Platz für sich verbuchen (25 Prozent in Iowa, hinter Mike Huckabee; 32 Prozent in New Hampshire, hinter John McCain). In Iowa erhielt er lediglich 12 Stimmen, während sein Konkurrent Huckabee dort 17 Stimmen errang.

Immerhin vereinigte er jedoch bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten Wyoming, Nevada, Michigan, Maine, Massachusetts, Colorado, Minnesota, Montana, North Dakota und Utah die meisten Stimmen auf sich:[11] So gewann er am 5. Januar 2008 die Vorwahlen im Bundesstaat Wyoming. Dort erhielt er 8 von 12 Stimmen, die nach Ende der Vorwahlen auf dem Parteitag der Republikaner ausgezählt werden. Insbesondere die Vorwahlen in Michigan konnte er deutlich für sich entscheiden,[11] ebenso die Vorwahlen in Maine.[12] Nachdem in den meisten Staaten solche Vorwahlerfolge jedoch ausblieben, stieg Romney am 7. Februar 2008 aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur aus. „Ich fühle, dass ich jetzt beiseite treten muss“,[13] erklärte er. Unmittelbaren Anlass hierzu gab sein unbefriedigended Abschneiden bei den parteiinternen Abstimmungen über die Spitzenkandidatur am Super Tuesday.

Präsidentschaftskandidatur 2012Bearbeiten

 
Mitt Romney bei einer Wahlkampfveranstaltung in Arizona
 
Logo der Präsidentschaftskandidatur 2012

Im April 2011 kündigte Romney an, seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2012 vorzubereiten.[14] Bei den Vorwahlen in Iowa am 3. Januar 2012, „den knappsten Vorwahlen aller Zeiten“, wurde zunächst (und wie sich später herausstellte fälschlich) ein Stimmenvorsprung von 8 Stimmen gemeldet. Eine Nachzählung ergab einen Stimmenvorsprung von 34 Stimmen für seinen Gegenkandidaten Rick Santorum, allerdings fehlten bei beiden Zählungen die Stimmen aus acht Wahllokalen vollständig. Bei der folgenden Vorwahl, der in New Hampshire am 10. Januar 2012, gewann er mit deutlichem Vorsprung.[15][16] Finanziert wurde sein Wahlkampf größtenteils von sogenannten Super-PACs (Political Action Comitees), losen Unterstützergruppen von Multimillionären.[17] Viele der innerparteilichen Konkurrenten um das Amt des Präsidentschaftsbewerbers befehdeten sich untereinander, teils mit Schlammschlacht-Methoden.[18]

Am 21./22. Januar (MEZ) siegte Newt Gingrich bei den republikanischen Vorwahlen in South Carolina; das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur galt damit wieder als völlig offen.[19] Am 31. Januar gewann Romney die Vorwahlen im bevölkerungsreichen Bundesstaat Florida. Er erhielt 46 % der Stimmen; Gingrich nur 31 %. Der Spiegel schrieb: „Nach seinem 46-Prozent-Triumph […] ist Romney die Kandidatur wohl nicht mehr zu nehmen. […] der Verlierer verkennt die Signale: Trotz seiner deftigen Vorwahl-Niederlage in Florida will Newt Gingrich nicht aufgeben.“[20] Als einzigen ernsthaften Konkurrenten Romneys bezeichneten Beobachter Anfang April den ehemaligen Senator Rick Santorum.

Am 10. April verkündete auch Santorum seinen Rückzug, am 3. Mai Gingrich und am 14. Mai 2012 Ron Paul. Durch seinen Vorwahlsieg in Texas am 29. Mai 2012 erhielt Romney so viele Stimmen, dass er mehr als die nötigen 1144 Stimmen zur Nominierung auf sich vereinigte. Am 11. August 2012 erklärte er schließlich Paul Ryan zu seinem Running Mate, also zum Kandidaten für das Vizepräsidentenamt. Am 28. August 2012 wurde Romney auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa mit großer Mehrheit offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. Insgesamt votierten 2061 der 2286 Delegierten für ihn.[21]

Romneys Ehefrau Ann machte mit ihm zusammen Wahlkampf.[22] Seine Steuererklärung veröffentlichte er im September 2012 nach langem öffentlichem Druck.[23]

Der demokratische Amtsinhaber Barack Obama erhielt bei der Wahl am 6. November 2012 51,1 % der Stimmen und die Mehrheit der Wahlmänner-Stimmen und wurde wiedergewählt.[24] Romney erhielt nur 47,2 % und gestand seine Niederlage ein. Entscheidend zum Wahlergebnis trug Obamas Erfolg in mehreren Swing States wie Florida, Ohio, Colorado, Virginia, Iowa und Nevada bei.[25][26]

In einer Konferenzschaltung mit Geldgebern für seine Kampagne am 14. November erklärte Romney seine Niederlage als teilweise verursacht durch „finanzielle Geschenke“ von Obama und dessen Kampagne an „bestimmte Mitglieder“ seiner Basis.[27] Einige Republikaner, darunter Louisiana-Gouverneur Bobby Jindal, wiesen dies zurück.[28]

Rückkehr zur Privatwirtschaft und politische ÄußerungenBearbeiten

Nach der verlorenen Präsidentschaftswahl im November 2012 kehrte Mitt Romney als Aufsichtsrat des Hotelbetreibers Marriott in die Privatwirtschaft zurück.[29]

Nachdem Romney zunächst eine weitere Präsidentschaftsbewerbung ausschloss, erklärte er Anfang Januar 2015, eine Kandidatur für die Wahl des Jahres 2016 zu erwägen.[30] Am 30. Januar wurden jedoch Meldungen bekannt, nach denen Romney eine Kandidatur ausschließen werde.[31] Für einen Kandidaten im republikanischen Vorwahlkampf sprach sich Romney aber nicht aus. Allerdings äußerte er sich positiv zu John Kasich, Marco Rubio und Chris Christie. Gleichzeitig kritisierte Romney den bis Ende 2015 in Umfragen klar führenden Immobilienunternehmer Donald Trump, der durch zahlreiche Kontroversen auch innerparteilich als umstritten galt.[32] Am 3. März 2016, nachdem sich Trump bereits in einer Reihe Vorwahlen durchsetzen konnte, hielt Romney an der Universität von Utah eine Grundsatzrede vor großem Publikum, in der er von einer Kandidatur des Immobilienunternehmers warnte. Diesem sprach er die Eignung für das Präsidentenamt ab; unter anderem würde dessen Politik in eine Rezession führen. Zu Trumps außenpolitischen Vorschlägen sagte Romney, diese seien „sehr sehr nicht schlau“ („very very not smart“), nachdem Trump sich zuvor selbst als „sehr sehr schlau“ bezeichnete. Ferner kritisierte Romney das Auftreten und die Rhetorik des Milliardärs.[33] Die Bemühungen Romneys und anderer hochrangiger Republikaner blieben letztlich erfolglos, nachdem sich Trump infolge weiterer Siege Anfang Mai die Kandidatur für die Republikanische Partei sicherte und bei der US-Präsidentschaftswahl am 8. November 2016 zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde.

Senatskandidatur 2018Bearbeiten

Nach monatelangen Spekulationen gab Romney am 16. Februar 2018 bekannt, dass er sich bei der Wahl zum US-Senat 2018 um die Nominierung der Republikaner für den Sitz Orrin Hatchs in Utah bewirbt, nachdem Hatch angekündigt hatte, 2018 nicht mehr anzutreten. Romneys Wahl in diesem von Mormonen geprägten, konservativen Bundesstaat gilt als sicher. Nachdem Romney während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 zu den schärfsten innerparteilichen Kritikern Donald Trumps gehört hatte, gab er sich 2018 versöhnlich: Er stimme mit Trumps politischer Agenda für niedrige Steuern und weniger Regulierungen und Bürokratie vollständig überein.[34] Bei seiner Ankündigungsrede für seine Senatskandidatur kritisierte er jedoch Trump ohne Namensnennung; Romney erklärte, der Bundesstaat Utah heiße legale Einwanderer willkommen, während die Hauptstadt eine Botschaft der Ausgrenzung sende.[35] Am 19. Februar erklärte Trump seine Unterstützung für Romneys Kandidatur.[36] Bei der Utah Republican Convention am 22. April 2018 gelang es Romney nicht, die Nominierung zu erreichen: Er erhielt 49 Prozent der Delegiertenstimmen gegenüber 51 Prozent für seinen Herausforderer, den bisherigen Staatssenator Mike Kennedy; 60 Prozent wären für eine sofortige Nominierung nötig gewesen. Beide traten in einer parteiinternen Vorwahl gegeneinander an,[37] die Romney am 26. Juni 2018 mit 71,7 Prozent der Stimmen gewann.[38] Er trifft in der Hauptwahl im November 2018 auf die Demokratin Jenny Wilson, eine bisherige Stadträtin von Salt Lake City. Romneys Sieg gilt als ungefährdet; er führt in allen Umfragen mit deutlich zweistelligem Abstand.[39]

Politische StandpunkteBearbeiten

 
Mitt Romney mit seiner Ehefrau Ann (2007)

InnenpolitikBearbeiten

Als Gouverneur von Massachusetts galt Romney als gemäßigter Vertreter seiner Partei. Die dort unter seiner Führung gemeinsam mit den Demokraten[40] verabschiedete Gesundheitsreform war eine zentrale Referenz für die Gesundheitsreform der Obama-Regierung. Im Zuge der Vorwahlen betonte Romney, dem der konservative Flügel der Republikanischen Partei oftmals ein „moderates Profil“ vorwarf, seine konservativen Positionen. Da er sich teilweise auch von seinen einst vertretenen Ansichten (insbesondere Abtreibung) abwandte, wurde ihm mehrfach Opportunismus vorgeworfen.[41]

Er lehnt gleichgeschlechtliche Ehen ab, ist aber mit der Einführung von eingetragenen Partnerschaften in den einzelnen Bundesstaaten einverstanden.[42] Zudem setzt er sich für das Bildungsgutscheinmodell ein, das Eltern ermöglicht, die Schule für ihr Kind frei auszuwählen und es eventuell auf eine Privatschule zu schicken. Er befürwortet ferner den in den USA millionenfach praktizierten Hausunterricht (Homeschooling)[43] und möchte Kinder vor Pornographie und Gewalt in den Medien schützen.[44] Romney hat eine harte Haltung gegenüber illegalen Einwanderern und lehnt die nachträgliche Legalisierung ab.[44] Außerdem plant er eine Gesundheitsreform, die den Markt ausbauen und deregulieren und den Amerikanern somit den Zugang zu einer privaten Krankenversicherung erleichtern soll. Dies soll ohne Steuererhöhungen geschehen.[45]

Er ist Gegner des Rechts auf Abtreibung, das er bei seinen Wahlkämpfen in Massachusetts 1994 und 2002 noch befürwortet hatte.[46] Er will jedoch Abtreibungen bei Vergewaltigung und Inzest sowie bei Gefahr für das Leben der Mutter zulassen.[47]

Romney warnte in einer Wahlkampfrede, die USA dürften nicht „das Frankreich des 21. Jahrhunderts werden“ – „noch immer eine bedeutende Nation, aber nicht mehr der Weltführer, nicht die Supermacht“. Nach Romneys Auffassung steht „Europa […] vor einem demografischen Desaster, [als] unvermeidliche[s] Produkt eines geschwächten Glaubens an den Schöpfer, gescheiterten Familien, einer Missachtung der Heiligkeit des menschlichen Lebens und einer erodierten Moral.“[48]

Romney bezeichnete 2010 die Verabschiedung der Gesundheitsreform als Machtmissbrauch und „eine historische Usurpation des Gesetzgebungsprozesses“, obwohl sie, worauf Paul Krugman hinwies, seinen einstigen eigenen Reformplänen ziemlich nahe komme.[49]

Im März 2012 sprach er sich für den Haushaltsplan des Kongressabgeordneten Paul Ryan aus. Der Plan sieht eine Senkung des Spitzensteuersatzes sowie Kürzungen von Transferleistungen für Geringverdiener und Arme vor.

AußenpolitikBearbeiten

Romneys außenpolitische Expertise wurde früh bezweifelt. Im März 2012 bezeichnete er Russland als „geopolitischen Feind Nummer eins“. Als Grund führte er die Haltung der russischen Regierung zu Irans Atomprogramm und zum Aufstand in Syrien an; Russland unterstützt das Assad-Regime in Syrien.[50] Romney forderte hingegen, die syrische Opposition mit schweren Waffen zu unterstützen, diese sollen jedoch nicht die USA liefern.[51], sowie auch einen präventiven Militärschlag gegen den Iran.[52] Einen Militärschlag gegen Syrien lehnte Romney aber ab.[51] Er versprach auch, dass die US-Truppen aus Afghanistan bis zum Jahr 2014 abziehen werden.[53]

Romney unterstützte die Entsendung zusätzlicher Soldaten in den Irak, konnte sich aber langfristig eine Truppenreduktion vorstellen.

Im Bürgerkrieg in Libyen unterstützte Romney zwar Obamas Intervention, kritisierte jedoch, dass er zu spät eingegriffen habe.[54]

Daneben kritisierte er auch die Volksrepublik China und bezeichnete diese als „Währungsmanipulator“, da China den Yuan niedrig hält, um Waren billiger anbieten zu können.[55] Romney sagte hinsichtlich des Nahostkonflikts, dass er nicht finde, die USA sollten eine führende Rolle bei der Lösung des Konflikts spielen.[56] Außerdem würden die Palästinenser die alleinige Schuld am Konflikt tragen.[57] Romney sagte, dass Amerika abwarten solle, bis etwas passiere, das den Konflikt löse.[58] Außerdem verwahrte sich Romney dagegen, dass Israel wegen Menschenrechtsverletzungen öffentlich kritisiert werde, sondern bekannte sich zu bedingungsloser Solidarität mit Israel.[59][60] Während eines Besuches in Warschau nannte er Weißrussland eine Diktatur.[61]

In der dritten Präsidialdebatte über Außenpolitik zwischen Obama und Romney betonte der Republikaner den „Extremismus in der Welt des Islam“. Am 22. Oktober 2012 sagte er ferner, der „radikalen Welle“, die sich nach den Revolten in Mittelost ausbilde und eine Niederlage der Politik Obamas sei, müsse man sich entgegen stemmen.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Turnaround: Crisis, Leadership, and the Olympic Games, Washington: Regnery Publishing 2001. ISBN 0-89526-084-0 (mit Timothy Robinson)
  • No Apology: The Case for American Greatness, New York: St. Martin’s Press. 2010. ISBN 0-312-60980-9
  • Believe in America: Mitt Romney’s Plan for Jobs and Economic Growth, Amazon Digital Services. 2012.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kandidatensuche in den USA. In: n-tv, 6. März 2007.
  2. US election 2012: Mitt Romney’s life as a poor Mormon missionary in France questioned. In: The Daily Telegraph, 15. Dezember 2011 (englisch).
  3. Mitt Romney’s Nutty Professor. In: Mother Jones. 30. April 2012, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  4. Franklin Foer: Election 2008: A Voter’s Guide. Yale University Press, New Haven, London 2007, S. 119 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  5. Frank Herrmann: Mitt Romney: Ein „Moneyman“, der knifflige Probleme löst. In: Der Standard, 27. August 2012.
  6. Michael Luo: Romney Aides Say His Worth Is at Least $260 Million. In: The New York Times, 12. Mai 2007.
  7. Jannis Brühl: Multimillionär Mitt Romney zahlt 14 Prozent Steuern. In: Süddeutsche Zeitung, 25. Januar 2012.
  8. approval ratings for all 50 governors as of 05/10/05, Survey USA
  9. Ein Mormone will ins Weiße Haus (Memento vom 7. Februar 2008 im Internet Archive)
  10. Straw Poll: Brot und Spiele auf Amerikanisch. In: diepresse.com. 12. August 2007, abgerufen am 13. Februar 2015.
  11. a b WRAPUP 8-US Republican Romney wins Michigan primary. In: reuters.com. 15. Januar 2008, abgerufen am 13. Februar 2015.
  12. Mitt Romney gewinnt Vorwahl der Republikaner in Maine. In: Stern (Zeitschrift). Archiviert vom Original am 13. Februar 2012; abgerufen am 13. Februar 2015.
  13. Romney suspends presidential campaign. In: cnn.com. 7. Februar 2007, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  14. Republikaner Mitt Romney will US-Präsident werden. In: tagesschau.sf.tv. Archiviert vom Original am 14. November 2012; abgerufen am 13. Februar 2015.
  15. Sebastian Fischer: Vorwahlen in Amerika: Romney siegt im Klassenkampf. In: Spiegel Online. 11. Januar 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  16. Ergebnisse im Überblick: So steht es bei den US-Vorwahlen. In: Spiegel Online. 11. Januar 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  17. Marc Pitzke: US-Vorwahlen der Republikaner: Superreiche Spender befeuern Schlammschlacht. In: Spiegel Online. 11. Januar 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  18. Frank Herrmann: Schlammschlacht vor US-Vorwahl. In: nachrichten.rp-online.de. 9. Januar 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  19. Sebastian Fischer: Vorwahlen der US-Republikaner: Gingrich zwingt Romney in den Zweikampf. In: Spiegel Online. 22. Januar 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  20. Sebastian Fischer: Republikaner-Vorwahl in Florida: Romney gewinnt, Gingrich kämpft weiter. In: Spiegel Online. 1. Februar 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  21. US-Präsidentschaftswahlkampf: Republikaner schicken Romney ins Rennen. 29. August 2013, archiviert vom Original am 30. August 2012; abgerufen am 13. Februar 2015.
  22. Frank Herrmann: Schlüsselrede beim Republikaner-Konvent: Mitt Romneys Trumpf heißt Ann. In: rp-online.de. 28. August 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  23. Sebastian Fischer: Romneys Steuererklärung: Kandidat Superreich beugt sich dem Druck. In: Spiegel Online. 22. September 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  24. Im Electoral College Stimmten 332 Wahlmänner für Obama und 206 für Romney.
  25. Präsidentschaftswahl in den USA: Obama hat es noch einmal geschafft. 7. November 2012, archiviert vom Original am 10. November 2012; abgerufen am 13. Februar 2015.
  26. Marc Pitzke: US-Wahlkampf: Romneys Flucht nach vorn. In: Spiegel Online. 20. September 2012, abgerufen am 13. Februar 2015: „100 Prozent, das ist die neue Sprachregelung: Krampfhaft beteuert Mitt Romney, dass ihm alle Amerikaner am Herzen lägen. Doch seine abfälligen Worte über Obamas Wähler kann er nicht mehr einfangen - das PR-Debakel ist perfekt. In neuen Umfragen fällt er zurück.“
  27. Jordan Fabian: Analysis: The Myths and Facts of Romney's "Gift" Remarks. In: abcnews.go.com. 16. November 2012, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  28. Bobby Jindal Again Explodes Over ‘Insulting’ Romney Comments (Memento vom 15. November 2012 im Internet Archive)
  29. Romney gets back to business on Marriott board. In: bostonglobe.com. 4. Dezember 2012, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  30. Auch Romney erwägt Kandidatur (Memento vom 10. Januar 2015 im Internet Archive), Tagesschau, 10. Januar 2015
  31. Mitt Romney Won’t Run in 2016 Presidential Election, The New York Times, 30. Januar 2015 (englisch)
  32. Mitt Romney Can't Bring Himself To Say He'd Vote For Donald Trump, HuffingtonPost, 18. Oktober 2015 (englisch)
  33. Mitt Romney: Donald Trump is "very very not smart", CBS News, 3. März 2016 (englisch)
  34. Lisa Riley Roche, Dennis Romboy: Mitt Romney: ‘I’m in the fight,’ and with Trump’s policy agenda. In: Deseret News, 16. Februar 2018 (englisch).
  35. Mitt Romney kandidiert in Utah für Senatssitz. In: Spiegel Online, 16. Februar 2018.
  36. Trump spricht sich für Kritiker Romney aus. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Februar 2018.
  37. Lee Davidson, Courtney Tanner: Utah Republican delegates force Mitt Romney into a primary election with state lawmaker Mike Kennedy in the race for the U.S. Senate. In: The Salt Lake Tribune, 22. April 2018.
  38. Utah Primary Election Results. In: The New York Times, 28. Juni 2018.
  39. Utah Senate - Romney vs. Wilson. In: RealClearPolitics.
  40. Romney’s Dilemma. In: newyorker.com. 6. Juni 2011, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  41. Martin Kilian: Den Republikanern fehlt für 2012 ein Zugpferd. In: tagesanzeiger.ch. 1. April 2011, abgerufen am 13. Februar 2015.
  42. CNN:Massachusetts governor urges gay civil unions, not marriage (Memento vom 6. Februar 2004 im Internet Archive)
  43. Christina Bergmann: „Mein Lehrer heißt Mama“: Homeschooling in den USA. In: dw.de. 17. Januar 2009, abgerufen am 13. Februar 2015.
  44. a b US-Wahl: Die wichtigsten Bewerber. In: diepresse.com. Abgerufen am 13. Februar 2015.
  45. Mitt Romney – «Geheimfavorit». In: nzz.ch. 30. Oktober 2007, abgerufen am 13. Februar 2015.
  46. Mitt Romney says he opposes abortion. In: msnbc.msn.com. 7. Februar 2007, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  47. Matthias Rüb: Abtreibungsgegner bringt Romney in Erklärungsnot. In: FAZ.net. 24. Oktober 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  48. Reuters/AP/DPA: US-Vorwahlen: Europa hat 'moralisch und religiös versagt'. In: stern.de. 7. Februar 2008, abgerufen am 13. Februar 2015.
  49. Paul Krugman: Going to Extreme. The New York Times, 25. März 2010 (Abonnement notwendig)
  50. Mitt Romney: Russia is America's 'number one geopolitical foe'. In: telegraph.co.uk. 27. März 2012, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  51. a b Ansgar Graw, Uwe Schmitt: Obama gegen Romney – der große Kandidaten-Check. In: welt.de. 4. November 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  52. „Hoffnung ist keine Strategie“: Romney kritisiert Obamas Außenpolitik – und fordert mehr Härte. In: Focus Online. 9. Oktober 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  53. TV-Duell in den USA: Barack Obama greift an – Romney zeigt sich friedlich. In: Focus Online. 24. Oktober 2012, abgerufen im 13. Februar 2015.
  54. Abc News: Where Is Mitt Romney on Libya? In: abcnews.go.com. 20. Oktober 2011, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  55. Romney poltert gegen China. In: handelsblatt.com. 14. September 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.
  56. Boaz Bismuth: Romney: Obama threw Israel under the bus. In: Israel HaYom, 28. Oktober 2011.
  57. Gavriel Queenann: GOP Front Runners Unite Behind Israel. Arutz Sheva, 27. Januar 2012. Ebenso CNN: Florida Republican Presidential Debate, 26. Januar 2012.
  58. In new video, Romney says Palestinians have no interest in peace with Israel. In: Haaretz Newspaper, 18. September 2012.
  59. Joshua Mitnick: Romney's Israel speech: Iran will be 'highest national security priority'. In: CSM, 29. Juli 2012.
  60. Israel and the occupied territories. U.S. Department of State, 25. Februar 2004
  61. Mitt Romney condemns dictatorship in Belarus. In: charter97.org. 31. Juli 2012, abgerufen am 13. Februar 2015.