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Deval Patrick

US-amerikanischer Politiker
Deval Patrick (2011) Signatur

Deval Laurdine Patrick (* 31. Juli 1956 in Chicago, Illinois) ist ein amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Er war von 2007 bis 2015 der 71. Gouverneur von Massachusetts. Patrick war der erste Afroamerikaner im Amt des Gouverneurs von Massachusetts und der zweite in Wahlen bestimmte afroamerikanische Gouverneur der Vereinigten Staaten überhaupt (zwei weitere kamen ohne Wahl ins Amt).

Nach seinem Ausscheiden aus der Politik 2015 ist Patrick in der Privatwirtschaft tätig.

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Gegen den Widerstand seines Vaters, des Saxophonisten Pat Patrick, besuchte er die Milton Academy in Milton bis 1974 und wechselte 1978 auf das Harvard College, das er mit dem BA abschloss. Anschließend erwarb er an der Harvard Law School den Juris Doctor. Deval arbeitete nach dem Studienabschluss zunächst ein Jahr lang für die Vereinten Nationen in Afrika und war von 1994 bis 1997 Assistent des US-Generalbundesanwaltes (Attorney General) für Bürgerrechtsfragen unter Präsident Bill Clinton.[1] Anschließend war er als Rechtsanwalt und Geschäftsmann in Massachusetts tätig.

2019 wurde Patrick in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Er ist mit Diane Patrick verheiratet und lebt seit 1989 in Milton. Das Paar hat zwei gemeinsame Töchter.

Gouverneur von MassachusettsBearbeiten

Bei der Gouverneurswahl in Massachusetts am 7. November 2006 setzte er sich mit 56 Prozent der Stimmen gegen seine republikanische Konkurrentin Kerry Healey durch, die 36 Prozent erhielt.[2] Er trat die Nachfolge des nicht mehr kandidierenden Republikaners und späteren Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney an. Am 4. Januar 2007 wurde Patrick als Gouverneur des Staates vereidigt und gewann schnell US-weit politische Statur, seine Zustimmungswerte verschlechtertern sich aber deutlich, als im Verlauf der ersten Amtszeit der Staatshaushalt in die Krise geriet und er unpopuläre Steuererhöhungen im Umfang von einer Milliarde US-Dollar durchsetzte.[3]

Bei der Gouverneurswahl im November 2010 schlug er bei generell schlechten Bedingungen für Demokraten mit einem Stimmenanteil von rund 49 Prozent den Republikaner Charlie Baker, der 42 Prozent erreichte, und wurde so für eine zweite Amtszeit als Gouverneur bestätigt, die er im Januar 2011 antrat.[4] Nach dem Rücktritt von US-Senator John Kerry, der von Präsident Obama im Januar 2013 zum Außenminister der Vereinigten Staaten ernannt wurde, ernannte er in seiner Funktion als Gouverneur seinen ehemaligen Stabschef, den Afroamerikaner Mo Cowan, zum neuen Senator.[5]

Patrick stellte sich bei der Gouverneurswahl 2014 nicht zur Wiederwahl. Seine zweite Amtszeit endete am 8. Januar 2015 mit der Amtseinführung des Republikaners Charlie Baker, der sich nach seiner Niederlage gegen Patrick 2010 bei der Wahl 2014 durchsetzen konnte.[6]

Bain Capital und PräsidentschaftsambitionenBearbeiten

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt des Gouverneurs wechselte Patrick im April 2015 zum Finanzinvestor Bain Capital, wo er als Manager Projekte mit sozialer Ausrichtung betreut.[7] Er ist seitdem öffentlich deutlich weniger sichtbar, unterhält aber weiterhin ähnlich langfristige und enge Kontakte zu US-Präsident Obama wie zur Familie Clinton.[8]

Über seine politische Zukunft hat Patrick keine Klarheit gegeben, er wurde aber immer wieder als möglicher Kandidat für die US-Präsidentschaft 2016 genannt oder als zukünftiger US-Generalbundesanwalt.[3] Im Juli 2013 wechselte der bisherige Vorsitzende der Demokraten in Massachusetts, John E. Walsh, an die Spitze des Political Action Committee Patricks, was die Spekulationen weiter anheizte und ihn zu einem Dementi in Hinblick auf die US-Präsidentschaft drängte.[9]

Nachdem Medien im August 2017 berichtet hatten, dass Obama ihn zu überzeugen versuche, bei der Präsidentschaftswahl 2020 anzutreten, gab Patrick im März 2018 bekannt, dass er eine Kandidatur nicht ausschließe. Er hatte den demokratischen Senatskandidaten Doug Jones bei dessen Kampagne in Alabama 2017 unterstützt und trat für verschiedene Kandidaten seiner Partei im Herbst 2018 auf.[10] Er entschied sich im Dezember 2018 gegen eine Kandidatur und begründete dies mit der „Grausamkeit“ des bestehenden Wahlsystems insbesondere für Angehörige.[11]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Deval Patrick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pierre Thomas: Deval Patrick and the ‘Great Moral Imperative’; At Justice Dept., a Transformed Civil Rights Division Has Conservatives Crying ‘Quota’. In: The Washington Post, 26. Oktober 1994, Anfang online frei zugänglich (Memento des Originals vom 6. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.highbeam.com.
  2. Frank Phillips: Patrick Makes History. Milton Lawyer is First Black Gov. of Mass. In: The Boston Globe, 7. November 2006.
  3. a b Aaron Blake: Deval Patrick Steps into the Spotlight. In: The Washington Post, 16. April 2013.
  4. Sofia E. Groopman, Julie M. Zauzmer: Deval Patrick Reelected Mass. Governor, Wins Cambridge and Boston. In: The Harvard Crimson, 3. November 2010.
  5. Frank Phillips: Patrick Picks ‘Mo’ Cowan as Interim US Senator. In: The Boston Globe, 30. Januar 2013.
  6. With Charlie Baker on the Job Hunt, GOP Chair Hints at 2014 Run. In: MassLive.com, 20. Dezember 2010.
  7. Former Massachusetts Governor Deval L. Patrick Joins Bain Capital to Launch New Business Focused on Investments with Significant Social Impact. Pressemitteilung. In: BainCapital.com, 13. April 2015; Andy Rosen: Deval Patrick revels in role developing Bain’s social impact fund. In: The Boston Globe, 17. Juli 2017.
  8. Darren Sands: Deval Patrick: The Man Who Isn’t Running For President. In: BuzzFeed, 7. Mai 2015.
  9. Dan Ring: Massachusetts Gov. Deval Patrick Says He Will Not Run for President in 2016. In: MassLive.com, 16. Juli 2013.
  10. Edward-Isaac Dovere: Obama’s Inner Circle Is Urging Deval Patrick to Run. In: Politico, 1. August 2017; Michael Levenson: Deval Patrick plans to ramp up his political activity this year. In: The Boston Globe, 13. April 2018; Lauren Dezenski: Patrick plans 2020 decision by end of the year. In: Politico, 4. Juli 2018.
  11. Natasha Korecki, Kyle Cheney, Stephanie Murray: Deval Patrick bows out of 2020 presidential run. In: Politico, 5. Dezember 2018; Stephanie Saul: Deval Patrick Won’t Run in 2020, Citing ‘Cruelty’ of the Process. In: The New York Times, 5. Dezember 2018.