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Orrin Hatch

US-amerikanischer Politiker

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Orrin Hatch ist der Sohn von Helen Kamm und Jesse Hatch. Als erstes Mitglied seiner Familie, das studierte, besuchte Hatch die Brigham Young University, an der er den Bachelor in Geschichte erhielt. Danach studierte er Jura an der Law School der University of Pittsburgh, wo er 1962 den Grad Juris Doctor erreichte. Nach dem Ende seines Studiums war er 14 Jahre als Rechtsanwalt tätig, zunächst in Pittsburgh und dann in Utah.

Hatch ist mit Elaine Hansen verheiratet; sie haben gemeinsam sechs Kinder. Er ist Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

PolitikBearbeiten

Hatch vertritt seit Januar 1977 den Staat Utah im Senat der Vereinigten Staaten. In seiner ersten Kandidatur für ein öffentliches Mandat hatte er bei der Senatswahl 1976 den Demokraten Frank Moss besiegt, der das Mandat seit drei Wahlperioden (18 Jahre) innegehabt hatte, was Hatch im Wahlkampf als zu lang kritisierte. In den folgenden Senatswahlen wurde Hatch jeweils als Senator wiedergewählt, 1982 gegen den damaligen Bürgermeister von Salt Lake City, Ted Wilson, und zuletzt 2012, als seine Amtszeit bereits fast 36 Jahre betrug. Er ist der längstgediente Senator in der Geschichte Utahs.

Im Dezember 2017 ermunterte US-Präsident Trump Hatch, erneut für den US-Senat zu kandidieren, nach der Einschätzung politischer Beobachter, um zu verhindern, dass Mitt Romney als Hatchs Nachfolger in den US-Senat einzieht.[1] Am 2. Januar 2018 gab Hatch bekannt, bei der Senatswahl 2018 nicht die erneute Wiederwahl anzustreben.[2] Zu seinem Nachfolger wurde Romney gewählt, der am 3. Januar 2019 Hatchs auslaufendes Mandat übernahm.

Bei der Vorwahl der Republikaner bewarb sich Hatch im Jahr 2000 für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten, unterlag aber dem damaligen Gouverneur von Texas, George W. Bush.

Positionen und KritikBearbeiten

Ab 1994 setzte sich Orrin Hatch dafür ein, dass die Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln nur minimale Auflagen erfüllen müssen. Er initiierte ein Gesetz, das Behauptungen über gesundheitliche Effekte solcher Mittel erlaubt, ohne durch die Food and Drug Administration überprüft zu werden.[3] Er wurde aus der Branche, zu deren Lobbyisten auch sein Sohn Scott Hatch gehört, im Wahlkampf unterstützt und blieb auch nach Kritik wegen Todesfällen unter Nutzern derartiger Mittel ein Verteidiger der Industrie.[4]

Seit 2010 unterstützt Hatch eine Initiative, die Internet Service Providern und Suchmaschinen Internetfilter zum Schutz vor Urheberrechtsverletzungen vorschreiben sollte.[5]

Hatch gilt gemeinsam mit Tom Marino als wichtiger Unterstützer der Pharmaindustrie. So setzte er trotz der Opioid-Epidemie in den Vereinigten Staaten von Amerika Frühjahr 2016 ein Gesetz durch, das es der Drogenbehörde DEA nahezu unmöglich machte, verdächtige Auslieferungen großer Mengen von verschreibungspflichtigen Betäubungsmitteln zu verhindern.[6]

AuszeichnungenBearbeiten

Im November 2018 kündigte Präsident Trump an, Hatch die Presidential Medal of Freedom zu verleihen.[7]

SchriftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Orrin Hatch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Orrin Hatch – Zitate (englisch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Trump vermasselt Mitt Romney die Tour. In: FAZ.net, 5. Dezember 2017.
  2. Utah Sen. Orrin Hatch to retire at end of term after 40 years in Senate. In: ABC News, 2. Januar 2018.
  3. Eric Lipton: “Support Is Mutual for Senator and Utah Industry”. In: The New York Times, 20. Juni 2011
  4. Timothy Egan: “Stupid Pills”. In: The New York Times, 6. Februar 2015.
  5. Florian Rötzer: US-Senatoren fordern Websperren zum Schutz des geistigen Eigentums. In: Telepolis, 21. September 2010.
  6. Scott Higham und Lenny Bernstein: The drug industry’s triumph over the DEA. In: The Washington Post, 15. Oktober 2017.
  7. Trump says 7 will receive the Presidential Medal of Freedom. In: CNBC. 10. November 2018, abgerufen am 10. November 2018 (englisch).