The Washington Times

amerikanische Tageszeitung

Die Washington Times ist eine US-amerikanische Tageszeitung.

Der Newsroom der Washington Times (2008)

Sie wurde 1982 von Sun Myung Moon und anderen Mitgliedern der Vereinigungskirche als konservative Alternative zur Washington Post gegründet. Am 31. März 2007 betrug ihre Auflage 102.351 Exemplare, etwa ein Siebtel der Auflage ihrer Hauptkonkurrentin, der Washington Post.

Inhaltsverzeichnis

Motivation der Gründung und des BetriebsBearbeiten

Die Times ist eine Veröffentlichung von News World Communications, die von der Columbia Journalism Review als der „Medienarm von Sun Myung Moons Vereinigungskirche“ beschrieben wird. Die Washington Post war Anfang der 1980er Jahre eine der Hauptkritikerinnen des konservativen Antikommunismus von Moon gewesen und nach dem Konkurs des Washington Stars die einzige Tageszeitung der US-Hauptstadt. Moon erkannte den Nutzen der Medien im Dienste seiner Kirche, wie er später im Dezember 2000 erklärte: „We even have to utilize the media for the sake of church development. The church is the mind and the media is the body, to reach the external world. We should begin that movement and activity in the United States, because the Washington Times and UPI are headquartered there. Once we establish our organization in the United States, it can be expanded to the world without much alteration.“[1]

Bis 2006 hatte der Verlag Verluste in Höhe von drei Milliarden US-Dollar erlitten, um die konservative Botschaft der Times verbreiten zu können, Verluste, die von der Vereinigungskirche in Form von Subventionen ersetzt wurden.[2]

Politische TendenzBearbeiten

Die Times wird in der Regel als politisch konservativ eingeordnet. Zusammen mit Fox News Channel und Talkradio wird sie beispielhaft für die konservativen Medien der Vereinigten Staaten genannt.[3][4][5]

Laut dem Gründer der Zeitung sollte sie Kommunismus bekämpfen und eine konservative Alternative zu seiner Ansicht nach zu liberalen/sozialliberalen Washington Post werden.[6] Der ehemalige Chefredakteur der Washington Times (1992–2008), Wesley Pruden, ordnet die Zeitung als konservativ in der Storyauswahl und im Editorial ein, sie sei aber nicht bestrebt direkt konservative Geschichten zu schreiben.[6]

Laut der Columbia Journalism Review wird die Glaubwürdigkeit der Zeitung oftmals in Frage gestellt.[7] So haben etwa Salon.com[8][9] und The Daily Howler[10][11] Analysen von Artikeln veröffentlicht, in denen sie der Zeitung schwerwiegende Fehler vorwerfen. Der frühere konservative Washington-Times-Journalist und Medienkritiker David Brock schrieb, dass eine journalistische Ethik in der Washington Times praktisch nicht existiere.[12] Von konservativer Seite erhielt die Zeitung hingegen teils auch Lob, so äußerte etwa Ronald Reagan 1997, dass die Amerikaner dank der Washington Times die Wahrheit wüssten.[13]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten