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Martha McSally

US-amerikanische Politikerin
Martha McSally (2015)

Martha McSally (* 22. März 1966 in Warwick, Rhode Island) ist eine amerikanische Politikerin der Republikanischen Partei. 2019 wurde sie als US-Senatorin Arizonas für den Sitz des verstorbenen John McCain ernannt, nachdem sie bei der Senatswahl 2018 der Demokratin Kyrsten Sinema unterlegen war. Von 2015 bis 2019 hatte sie den 2. Kongresswahlbezirk Arizonas im US-Repräsentantenhaus vertreten.

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Martha McSally besuchte die St. Mary Academy in Riverside. Im Jahr 1988 absolvierte sie die United States Air Force Academy und dann die Harvard Kennedy School. Anschließend diente sie bis 2010 als Pilotin in der United States Air Force. Dabei stieg sie bis zum Oberst auf. Sie war die erste Frau der amerikanischen Luftwaffe, die einen militärischen Kampfeinsatz flog. Ihr Einsatzgerät war die Fairchild-Republic A-10. Während einer Stationierung in Saudi-Arabien klagte sie erfolgreich gegen eine Bekleidungsvorschrift des US-Verteidigungsministeriums, die weiblichen Militärangehörigen in Saudi-Arabien das Tragen der Abaya auferlegte. Im März 2019 machte McSally öffentlich, während ihrer Dienstzeit vergewaltigt worden zu sein, was Die Welt als Einzug der MeToo-Debatte ins US-Militär bezeichnete.[1] Nach ihrem Ausscheiden aus dem Militärdienst war McSally für einige Zeit als Dozentin am George-C.-Marshall-Zentrum in Garmisch-Partenkirchen tätig.

Politische LaufbahnBearbeiten

Mitglied des US-RepräsentantenhausesBearbeiten

Im Jahr 2012 kandidierte McSally erfolglos in der Vorwahl ihrer Partei bei einer Nachwahl für den 8. Kongresswahlbezirk Arizonas. Bei der Wahl 2014 wurde sie im dortigen 2. Kongresswahlbezirk in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Dabei schlug sie den Mandatsinhaber Ron Barber von der Demokratischen Partei knapp mit 49,81 zu 49,73 Prozent der Wählerstimmen (109.704 gegen Barbers 109.543). Am 3. Januar 2015 trat sie ihr Mandat im Kongress an. Sie gewann auch die Wahl 2016. Bei der Repräsentantenhauswahl 2018 wäre McSally auf die frühere demokratische Kongressabgeordnete Ann Kirkpatrick getroffen, kandidierte aber nicht wieder, sodass sie dort am 3. Januar 2019 ausschied.

Kandidatur für den US-SenatBearbeiten

McSally gab Anfang November 2017 bekannt, sich statt für eine Wiederwahl bei der Vorwahl der Republikaner um die Kandidatur für den Senatssitz im November 2018 zu bewerben, den Jeff Flake aufgab.[2] McSally galt als die Favoritin der Parteiführung und Geldgeber in Arizona, war allerdings mehrfach durch Kritik an Präsident Donald Trump aufgefallen. Ihre Konkurrentin Kelli Ward, die dem rechten Parteiflügel angehört, erhielt von Trump zustimmende Tweets und von Robert Mercer, einem Finanzier Trumps, 300.000 Dollar Unterstützung. Steve Bannon, der frühere Berater Trumps, ließ ankündigen, gegen McSally Wahlkampf zu betreiben, um diese „Anti-Trump-Kandidatin“ zu verhindern. Auch die konservativen Organisationen Club for Growth und FreedomWorks lehnten McSally ab.[3] Dennoch setzte sich McSally, die sich im Wahlkampf Trump angenähert hatte, bei der Vorwahl am 28. August 2018 mit 52,9 Prozent der Stimmen durch.

In der Hauptwahl am 6. November 2018 traf McSally auf die als moderat geltende Demokratin Kyrsten Sinema. Die Wahl, durch die Arizona erstmals einen weiblichen Senator erhielt, wurde als völlig offen eingeschätzt.[4] Nachdem McSally am Wahlabend in Führung gelegen hatte, geriet sie während der Auszählung in Rückstand und räumte ihre Niederlage am 12. November bei einem Rückstand von etwa 38.000 Stimmen (48,0 zu 49,7 Prozent) ein.[5]

Ernannte US-SenatorinBearbeiten

McSally wurde am 18. Dezember 2018 von Gouverneur Doug Ducey ernannt, das bis Januar 2021 reichende Mandat des verstorbenen Senators John McCain zu übernehmen. Der zuvor ernannte Jon Kyl, der McCains Sitz ab September 2018 innegehabt hatte, schied Ende 2018 auf eigenen Wunsch aus dem Senat aus. Der Fraktionsvorsitzende der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, hatte sich für McSally eingesetzt, die wegen ihrer Wahlniederlage, ihrer moderaten Positionen und wegen Bemerkungen über McCain während seiner zum Tod führenden Erkrankung bei mehreren Gruppen als umstritten gilt. McSally wurde am 3. Januar 2019 vereidigt und vertritt mit Sinema Arizona im Senat.[6]

Zur Senatswahl 2020 tritt McSally in der Nachwahl für die restlichen zwei Jahre von McCains Mandat an. In der Vorwahl der Republikaner tritt der Geschäftsmann Daniel McCarthy gegen sie an, der ihr vorwirft, nicht konservativ genug und nicht loyal genug gegenüber Präsident Trump zu sein. Als Favorit auf die Nominierung der Demokraten gilt der frühere Astronaut Mark Kelly, der Ehemann von Gabrielle Giffords, die McSallys Kongressmandat zuvor bis 2011 innegehabt hatte.[7]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Martha McSally – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hannes Stein: „Ich fühlte, dass das System mich noch einmal vergewaltigt“. In: Welt Online, 10. März 2019.
  2. Ronald J. Hansen: Rep. Martha McSally tells House colleagues she is running for Senate. In: AZCentral.com, 7. November 2017.
  3. Allan Smith: The GOP establishment is rallying around a new frontrunner to replace Jeff Flake — but she’s been repeatedly critical of Trump. In: Business Insider, 7. November 2017.
  4. Arizona Primary Election Results. In: The New York Times, 29. August 2018; Christopher Bates: Elections Were Held, People Voted. In: Electoral Vote, 29. August 2018.
  5. Simon Romero: Kyrsten Sinema Declared Winner in Arizona Senate Race. In: The New York Times, 12. November 2018; Rachel Leingang: Martha McSally concedes to Kyrsten Sinema after 'hard-fought battle'. In: Arizona Republic, 12. November 2018.
  6. Devan Cole, John King: McConnell is lobbying Arizona’s governor to name McSally as Kyl replacement. In: CNN.com, 19. November 2018; Yvonne Wingett Sanchez: Martha McSally appointed to John McCain’s Senate seat. In: Arizona Republic, 18. Dezember 2018.
  7. Yvonne Wingett Sanchez: Sen. Martha McSally gets primary challenge from businessman Daniel McCarthy. In: The Arizona Republic, 28. August 2019.