Ankerkind (englisch anchor baby) ist eine abwertende Bezeichnung für minderjährige Asylwerber, die von ihren Familien in das Zielland entsandt werden, um die Familie über legale Einreisemöglichkeiten nachzuholen. [1][2]

In Österreich wurde 2011 in 17 Fällen den Angehörigen von minderjährigen Asylberechtigten der Familiennachzug gestattet. Als Hindernisse gelten dabei die Kosten für DNA-Tests und sonstige Bestätigungen.[3] In den Vereinigten Staaten umfasst der Begriff auch im Land geborene Kinder, deren Mütter illegal eingereist waren. [2]

Kritiker äußerten, der Begriff delegitimiere (analog dem Begriff "Scheinasylant") Fluchtgründe.[4][5]

2015 kamen im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa und in Deutschland deutlich mehr unbegleitete Flüchtlingskinder nach Deutschland als in den Jahren zuvor.[6] Im Januar 2016 beschlossen die Spitzen der Regierungskoalition (Kabinett Merkel III), bei subsidiär Schutzberechtigten eine Familienzusammenführung für zwei Jahre auszusetzen.[7]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Traiskirchen: Immer mehr „Ankerkinder“, ORF NÖ, 6. Januar 2012
  2. a b Günter Burkart: Zukunft der Familie: Prognosen und Szenarien.. Barbara Budrich, 2009, ISBN 978-3-86649-237-0, S. 101–102.
  3. "Ankerkinder": Nur 17 Fälle im Vorjahr, Der Standard, 13. Jänner 2012
  4. Grant Barrett: Buzzwords: Glossary, New York Times 24. Dezember 2006: „…a derogatory term for a child born in the United States to an immigrant.“
  5. A. Siebenhofer, G. Valchars: „Ankerkinder“ sind die neuen „Scheinasylanten“. Die Presse, 16. Januar 2012
  6. FAZ.net 14. Dezember 2015 / Eckart Lohse: Ankerkinder allein auf der Flucht
  7. FAZ.net 28. Januar 2016: Asylpaket II, Koalition einigt sich auf Kompromiss bei Familiennachzug