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The Economist

britische Wochenzeitschrift

The Economist [ðɪ ɪ'kɒnəmɪst] ist eine britische Wochenzeitschrift, die von The Economist Newspaper Limited in London herausgegeben wird. Charakteristisch sind ihre liberale Prägung und die globale Berichterstattung. Der Economist erreichte im Jahr 2009 in 200 Ländern eine verkaufte Auflage von etwa 1.420.000 Exemplaren. Davon wurden 55 % in Nordamerika, 14 % in Großbritannien und 19 % im übrigen Europa abgesetzt.[2]

The Economist
The Economist Logo.svg
Fachgebiet primär Wirtschaft, Politik, Governance, Finanzen, Soziologie, aber auch Kultur und Technologie
Sprache englisch
Verlag The Economist Newspaper Limited (England)
Erstausgabe 2. September 1843[1]
Erscheinungsweise wöchentlich freitags
Verkaufte Auflage ca. 1,6 Mio. Exemplare
Chefredakteur Zanny Minton Beddoes
Weblink www.economist.com
Artikelarchiv Juni 1997 ff.
ISSN 0013-0613
CODEN ECSTA

Inhaltsverzeichnis

The Economist GroupBearbeiten

The Economist Newspaper Limited ist Teil der The Economist Group, zu der auch Roll Call (bekannt als die Zeitschrift des Capitol Hill), The Economist Intelligence Unit, Economist Events und Economist Corporate Network gehören, früher auch die European Voice.

ChefredakteureBearbeiten

Gegründet wurde der Economist im Jahr 1843 vom Schotten James Wilson – die erste Ausgabe erschien am 2. September 1843.[1] Einer der bedeutendsten Chefredakteure in seiner Geschichte war der Ökonom und Verfassungstheoretiker Walter Bagehot. Ab dem 23. März 2006 war John Micklethwait Chefredakteur. Er wechselte zum Jahresanfang 2015 zu Bloomberg News, wo er den langjährigen Chefredakteur Matthew Winkler ablöste. Beim Economist folgte ihm am 2. Februar 2015 Zanny Minton Beddoes.[3]

ProfilBearbeiten

Das Hauptaugenmerk der Berichterstattung des Economist liegt auf den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen, aber auch die Themen Wissenschaft, Technologie und Kunst werden behandelt. Obwohl das jeden Freitag erscheinende Blatt sich selbst als Zeitung bezeichnet, wird es von vielen als Zeitschrift betrachtet.

Der Economist ist das letzte große Printmedium, das seine Artikel ohne Namensnennung der Autoren veröffentlicht.[4] Selbst der Chefredakteur wird nicht namentlich im Heft erwähnt. Der Tradition des Blattes folgend unterzeichnet er nur einen einzigen Artikel namentlich – den seines Abschieds.

Die einzige Ausnahme hiervon sind die zweiwöchentlich erscheinenden „Surveys“ - wechselnden Schwerpunktthemen gewidmete Artikelsequenzen über ein Land, eine Branche oder ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Diese „Surveys“ werden von einem namentlich genannten Redakteur betreut.

Liberale AusrichtungBearbeiten

Der Economist kommt geistesgeschichtlich aus dem Manchesterliberalismus und vertritt heute pluralistische und liberale Positionen. Er unterstützt neben dem Freihandel unter anderem die gleichgeschlechtliche Ehe, den Subventionsabbau, die Legalisierung der Prostitution, die Legalisierung aller Drogen sowie eine liberale Einwanderungspolitik. Er unterstützte auch den Irakkrieg 2003 und ist für eine EU-Mitgliedschaft der Türkei.

In einer „Geschichte der Zeitung“ beschreibt das Blatt seine Redaktionslinie so: Es sehe sich als vehementen Verteidiger des Freihandels sowie in der Tradition des britischen Radikalismus und sei in der „extremen Mitte“ des politischen Spektrums angesiedelt. Es sei gegen Privilegien, Prunk und Vorhersagbarkeit (privilege, pomposity and predictability). Die Zeitschrift unterstützte Konservative wie Ronald Reagan, Margaret Thatcher oder Bob Dole, Politiker der angloamerikanischen Mitte (Bill Clinton, Tony Blair, Barack Obama) oder Linke wie Harold Wilson oder Ken Livingstone.

Internationale AusrichtungBearbeiten

Für die Regionen Großbritannien, Nordamerika, Kontinentaleuropa und Asien-Pazifik erscheinen jeweils unterschiedliche Ausgaben, die sich durch einzelne Artikel von regionalem Interesse sowie gelegentlich in den Titelblättern unterscheiden.

The Economist unterhält neben seinem Hauptsitz in London auch Büros in Atlanta, Berlin, Brüssel, Chicago, Hongkong, Johannesburg, Kairo, Los Angeles, Mexiko-Stadt, Moskau, Neu-Delhi, New York, Paris, Peking, San Francisco, São Paulo, Singapur, Tokio und Washington.[5]

Big-Mac-IndexBearbeiten

Bekannt ist der Economist auch für den von ihm entwickelten und regelmäßig veröffentlichten Big-Mac-Index. Dabei dienen die Preise eines Big Mac in unterschiedlichen Ländern als Maßstab für die Kaufkraft der Währungen dieser Länder.

Demokratie-IndexBearbeiten

Seit 2006 erstellt der Economist auch den Demokratieindex, der den Grad der Demokratie in 167 Ländern misst; siehe auch Demokratiemessung.

Global Peace IndexBearbeiten

Seit 2007 erstellt ein Internationales Gremium, bestehend aus Friedensexperten, Friedensinstituten, Expertenkommissionen in Kooperation mit dem „Zentrum für Frieden und Konfliktstudien“ der Universität Sydney und dem Economist den Global Peace Index.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten