SARS-CoV-2

Stamm der Art SARS-assoziiertes Coronavirus
SARS-CoV-2
Coronavirus. SARS-CoV-2.png

Atomgenaue 3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions.


Legende: Virushülle Spike-Glykoprotein Envelope-(E)-Protein Membrane-(M)-Protein Glucose

Systematik
Klassifikation: Viren
Realm: Riboviria
Reich: Orthornavirae[1]
Phylum: Pisuviricota[1]
Klasse: Pisoniviricetes[1]
Ordnung: Nidovirales[1]
Unterordnung: Cornidovirineae[1]
Familie: Coronaviridae[1]
Unterfamilie: Orthocoronavirinae[1]
Gattung: Betacoronavirus[1]
Untergattung: Sarbecovirus[1]
Art: Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus[1]
Unterart: severe acute respiratory syndrome coronavirus 2[A 1]
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA linear
Baltimore: Gruppe 4
Hülle: vorhanden
Wissenschaftlicher Name
severe acute respiratory syndrome coronavirus 2[2]
Kurzbezeichnung
SARS-CoV-2[2]
Links

Das Virus SARS-CoV-2 (Abkürzung für englisch severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2)[3] wird als Schweres-akutes-Atemwegssyndrom-Coronavirus Typ 2 bezeichnet, umgangssprachlich auch (neuartiges) Coronavirus. Dieses dem SARS-Erreger ähnliche Betacoronavirus mit wahrscheinlich zoonotischem Ursprung[4][3] wurde Anfang 2020 als Auslöser der Infektionskrankheit COVID-19 identifiziert.[3]

COVID-19 trat laut Chinas Regierung erstmals Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan als „Lungenkrankheit unbekannter Genese“ in Erscheinung.[5] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nannte COVID-19 am 30. Januar 2020 eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“. Da die Erkrankung sich weltweit ausbreitete, wurde die Ausbreitung von COVID-19 am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft (siehe COVID-19-Pandemie).[6][7]

Das Virus ist zwischen 60 und 140 Nanometern groß und wird in der Regel im nahen menschlichen Kontakt durch Tröpfchen und Aerosole übertragen.[8] Für die weltweite Ausbreitung spielten hierbei besonders größere Übertragungsereignisse, sogenannte Superspreading-Events, eine wichtige Rolle.[9][10]

Das Virus hat mittlerweile zahlreiche Varianten mit Mutationen ausgebildet. Klinisch-diagnostische und epidemiologische Erfahrungen sprechen dafür, dass Varianten möglicherweise schwerere Krankheitsverläufe bewirken könnten. Die Mitte 2021 weltweit grassierende Delta-Variante hingegen vermehrt sich schneller, wird leichter von Mensch zu Mensch übertragen, und die Impfungen wirken laut WHO kaum gegen diese Kontagiosität.[11]

EntdeckungsgeschichteBearbeiten

Im Dezember 2019 wurden in der Großstadt Wuhan gehäuft schwere Lungenentzündungen unbekannter Ursache festgestellt.[5] Am 30. Dezember 2019 informierte der chinesische Arzt Li Wenliang in einer WeChat-Gruppe seine Arztkollegen über sieben Patienten, die wegen Verdachts auf Infektion mit dem SARS-Virus im Zentralkrankenhaus Wuhan behandelt wurden;[12] dafür wurde er von der chinesischen Polizei ermahnt. Li selbst erkrankte später an COVID-19 und starb.[13]

Das Chinesische Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention entsandte am 31. Dezember 2019 ein Team in die Stadt.[14] Am selben Tag wurde das China-Büro der WHO durch die chinesischen Behörden offiziell informiert, dass im Dezember 2019 in Wuhan mehrere Personen an schwerer Lungenentzündung erkrankt waren und dass als deren Ursache ein uncharakterisierter Erreger vermutet werde. Bis zum 3. Januar 2020 wurden der WHO insgesamt 44 Erkrankte gemeldet, darunter Schwerkranke. Da mehrere Erkrankte auf dem örtlichen wet marketSüdchinesischer Großhandelsmarkt für Fische und Meeresfrüchte Wuhan“ (chinesisch 武汉华南海鲜批发市场, Pinyin Wǔhàn huánán hǎixiān pīfā shìchǎng) gearbeitet hatten, wurde dort der primäre Infektionsort vermutet.[15][16] Kurz nach Auftreten der Krankheit im Dezember 2019 hatten 27 (66 %) der ersten 41 Krankenhauspatienten den Markt im Zentrum Wuhans besucht. Die Infektionen von 13 der übrigen Betroffenen hingen allerdings nicht mit diesem Ort zusammen.[17][18]

Am 7. Januar 2020 gab der die Virusidentifizierung leitende chinesische Virologe Xu Jianguo (徐建国) bekannt, der Krankheitserreger sei ein bisher unbekanntes Coronavirus. Dies hätten Untersuchungen von Blutproben und Rachenabstrichen von 15 Erkrankten ergeben. Die WHO bestätigte diese Erkenntnis am 9. Januar 2020.[19][20] Am 13. Januar 2020 wurde die komplette RNA-Genomsequenz eines Isolats des neuen Coronavirus in der NCBI-GenBank hinterlegt (GenBank-Nummer MN908947).[21] Nahezu gleichzeitig wurde ein erstes Nachweisverfahren publiziert.[22][23][24]

Eine phylogenetische Analyse der Genomsequenzen aus Umweltproben des Marktes (etwa von Oberflächen) zeigte, dass sie mit den Viren der ersten Patienten aus Wuhan sehr nahe verwandt sind.[25] Nach einer Studie des Wuhan Hospitals hatte der erste identifizierte Patient den Markt nicht besucht.[26] Keines der untersuchten Tiere vom Markt wurde positiv auf SARS-CoV-2 getestet, was die Annahme stützt, das Virus sei nicht dort auf den Menschen übergesprungen. Offenbar hatte sich das Virus zuvor unbemerkt unter Menschen etabliert. Der Markt könnte daher Schauplatz eines frühen Superspreader-Ereignisses gewesen sein.

Aus Modellierungen auf Basis der Untersuchung der Veränderungen des Erbmaterials RNA des Virus wird das erste Auftreten des Virus als wahrscheinlich zwischen Oktober und Anfang Dezember 2019 eingegrenzt.[27] Das Verbreitungsmuster der verschiedenen unterscheidbaren Virusmutationen spricht für eine massenhafte weltweite Ausbreitung des Virus durch eine Vielzahl von verschiedenen Ausbreitungsereignissen.[4][28]

Hongkongs größte englischsprachige Tageszeitung berichtete im März 2020 mit Verweis auf unveröffentlichte Regierungsdaten, als Patient null könnte sich ein 55-jähriger Mann aus der Provinz Hubei am 17. November 2019 infiziert haben.[29] Im Juni 2020 wurde eine Studie veröffentlicht, nach der in Frankreich durch retrospektive Analyse ein Fall im Dezember 2019 nahe Paris nachgewiesen worden sei.[30] Der Patient hatte keinerlei Verbindungen zu China/Wuhan, seine Frau arbeitete aber nahe dem Flughafen in einem Supermarkt. Nicht alle frühen COVID-19-Fälle können mit dem Markt in Verbindung gebracht werden; die Historie des Ausbruchs ist wohl komplizierter als zunächst angenommen.[25] In einer im August 2021 veröffentlichten Studie konnte mit einem umfangreichen Genomvergleich eine vermutliche RNA-Sequenz der Ausgangsform („Stammvater“, en. progenitor: proCoV2) ermittelt werden, die (wie zu erwarten) vom Genom der real existierenden Referenzform etwas abweicht. Aus den Daten lässt sich ableiten, dass dieses Virus bereits einige Wochen vor den im Dezember 2019 entdeckten Erkrankungen Menschen infiziert hat.[31] Nach Gesprӓchen mit chinesischen Medizinern schӓtzte die WHO die Anzahl der Corona-Patienten vor Dezember 2019 auf rund 1000 Personen. Zudem wurden 13 Virus-Stӓmme isoliert, die sich nicht alle dem Ausbruch in Wuhan zuordnen lassen.[32] Es könnte sich bei 72.000 früheren Erkrankungen vom Oktober bis Dezember 2019 mit Symptomen wie Lungenentzündung, Grippe oder Fieber möglicherweise um COVID-19 gehandelt haben. Die nachträglich auf das Virus untersuchten 92 Proben fielen jedoch alle negativ aus.[33]

Es sei nicht so einfach, gab die WHO im Frühjahr 2021 bekannt. Man gehe auch diesen Wochen vor dem ersten in Wuhan bekannt gewordenen Fällen nach, um zu ermitteln, ob man frühere Virenausbreitungen übersehen habe, doch die Testverfahren seien nicht standardisiert, nicht bestätigt, und es gebe weitere Herausforderungen.[34] Im August 2021 erklärte sie, dass ihre neu gegründete Scientific Advisory Group for the Origins of Novel Pathogens (SAGO) diesen frühen Proben nachgehen werde und legte Wert darauf, sich nicht in Schuldzuweisungen zu üben.[35]

Mit Stand September 2021 untersucht die WHO weiterhin die Herkunft des Virus’.[36]

BenennungBearbeiten

Das Virus SARS-CoV-2 wird im allgemeinen Sprachgebrauch (nach der Virusfamilie) als „neuartiges Coronavirus“,[37] „neues Coronavirus“,[38] „Coronavirus“ oder (in deutschsprachigen Ländern) nur als „Corona“ bezeichnet.[39] Die von der WHO vom 13. Januar bis zum 11. Februar 2020 verwendete Bezeichnung „2019-nCoV“ galt nach deren Aussage nur vorläufig.[40] Das National Center for Biotechnology Information (NCBI) nahm es als Wuhan seafood market pneumonia virus isolate Wuhan-Hu-1 in die Taxonomie-Datenbank auf. Das NCBI ist jedoch für Virusnamen und -klassifikationen nicht maßgebend. Das Virus wurde dort – ebenfalls vorläufig – als Wuhan seafood market pneumonia virus geführt; als Synonyme galten 2019-nCoV und Wuhan coronavirus.[41]

Die WHO griff diverse Namensvorschläge nicht auf, die gemeinsam hatten, das Virus nach dem Ort seiner Erstidentifikation als Wuhan respiratory syndrome coronavirus (WRS-CoV) zu benennen. In der Vergangenheit hatte es Beschwerden gegeben, als Viren ihren Namen nach Ländern oder Regionen erhielten.[42] (Beispiele: Marburg-Virus, MERS-CoV). Daher hatte die WHO 2015 Benennungen nach dem Entdeckungsort für unerwünscht erklärt.[43] In der NCBI-Taxonomie-Datenbank aufgeführte Synonyme waren im Februar 2020: 2019-nCoV, COVID-19, COVID-19 virus, Wuhan coronavirus und Wuhan seafood market pneumonia virus.[44][45]

Am 11. Februar 2020 gab die WHO bekannt, die durch das Virus verursachte Erkrankung als COVID-19 (oder „Covid-19“, für coronavirus disease 2019) benannt zu haben.[46][47] Am selben Tag schlug die Coronavirus Study Group (CSG) des International Committee on Taxonomy of Viruses (ICTV) auf dem Preprint-Server bioRxiv für das Virus die Bezeichnung SARS-CoV-2 vor (für severe acute respiratory syndrome coronavirus 2).[48] Dem widersprach eine Woche später eine Gruppe chinesischer Virologen, die stattdessen „HCoV-19“ („Humanes Coronavirus 2019“) einführen wollten. Damit würde der Virusname an den von der WHO bestimmten Namen der Krankheit COVID-19 angeglichen. Außerdem bestünde die Gefahr, das Virus SARS-CoV-2 mit dem Virus SARS-CoV zu verwechseln. Sie betonten, dass sich „2019-nCoV“ von dem SARS-Virus in biologischer und epidemiologischer Hinsicht unterscheide, ebenso wie die klinischen Symptome von COVID-19 und SARS verschieden seien.[49] Letztlich wurde SARS-CoV-2 als offizieller Name veröffentlicht.[2] Zur Unterscheidung wird der Erreger von SARS auch als SARS-CoV-1 bezeichnet.[A 2]

Vergleichbare Diskussionen gibt es in Bezug auf die Benennung der zahlreichen SARS-CoV-2-Varianten.[50]

MerkmaleBearbeiten

CoronaviridaeOrthocoronavirinaeBetacoronavirusSarbecovirusSevere acute respiratory syndrome-related coronavirusSARS-CoV-1MERS-CoVHumanes Coronavirus OC43Humanes Coronavirus HKU1 
Systematik zu SARS-CoV-2 (Ausschnitt)[51]

SystematikBearbeiten

Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist neben SARS-CoV-1 (kurz SARS-CoV) der einzige Vertreter der Spezies Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus (SARS-assoziiertes Coronavirus, kurz SARSr-CoV). SARS-CoV war Ursache der Erkrankung SARS, während SARS-CoV-2 die COVID-19-Erkrankung auslösen kann.

Die Spezies SARSr-CoV ist aktuell die einzige Spezies der Untergattung Sarbecovirus.[52][53]

Die Untergattung Sarbecovirus gehört der heutigen Gattung Betacoronavirus an. Die frühere Gattung Coronavirus wurde abgeschafft und deren Mitglieder auf die neuen Gattungen Alpha-, Beta-, Gamma- und Deltacoronavirus aufgeteilt. Zu den Beta-Coronaviren gehören u. a. auch SARS-CoV und MERS-CoV.[3]

Die Gattung Betacoronavirus gehört zur Unterfamilie der Orthocoronavirinae und diese zur Familie der Coronaviridae, diese zur Unterordnung Cornidovirineae, diese zur Ordnung Nidovirales. Letztere wird noch in den virologischen Realm der RNA-Viren bzw. Riboviren (Riboviria) klassifiziert, da ihr Erbmaterial aus RNA besteht. Dadurch werden aber keine weiteren Verwandtschaftsbeziehungen im phylogenetischen Sinne ausgedrückt.

 
Putative Genom­organisation von SARS-CoV-2 – ORF (offene Leserahmen) & S (Spike-Protein)

Molekulargenetik und PhylogenetikBearbeiten

 
SARS-CoV-2 mit Spike-Protein (S)
 
Unterschied Spike-Protein
SARS-CoV-2 zu SARS-CoV

Das Virusgenom besteht, wie in Coronaviren üblich, aus einzelsträngiger RNA (ssRNA) mit positiver Polarität. Das Isolat Wuhan-Hu-1 (NCBI-GenBank-Nummer MN908947[54]) umfasst 29.903 nt (Nukleotide) mit zwei 265 nt bzw. 229 nt langen untranslatierten Bereichen am 5′-Ende bzw. am 3′-Ende.[21] Die putativen (vermuteten) Gene könnten für zehn Proteine codieren: ein 7096 Aminosäuren (AS) langes ORF1ab-Polyprotein (Replikase-Komplex), ein 1273 AS langes S-Glykoprotein – auch als Spike-Protein bezeichnet – ein 75 AS langes Hüllprotein (E für engl. envelope, vergleiche Virushülle), ein 222 AS langes Membran-Glykoprotein (M), ein 419 AS langes Nukleokapsid-Phosphoprotein (N) und weitere fünf Proteine (ORF3a, ORF6, ORF7a, ORF8 und ORF10).[21] Die Abfolge der Gene entspricht jener des SARS-Virus und der aller anderen Coronaviren.[55] Im November 2020 wurde nachträglich die Identifizierung eines „versteckten“ (überlappenden) Gens ORF3d bekannt gegeben.[56]

Mit Stand 16. Februar 2020 gab es mehr als 40 vollständige Genomanalysen von SARS-CoV-2-Isolaten. Die Genomgröße liegt zwischen 29.825 und 29.903 nt.[54] Der GC-Gehalt (der Anteil der Nukleinbasen Guanin und Cytosin) liegt bei 38,0 Mol-Prozent.[57][58] Die beiden Virusisolate HKU-SZ-002a (NCBI-GenBank-Nummer MN938384[54]) und HKU-SZ-005b (NCBI-GenBank-Nummer MN975262[54]) stammen von Patienten einer Familie aus Shenzhen und unterscheiden sich lediglich durch zwei Nukleotide. Die Genomanalyse dieser beiden Isolate ergab, dass sie nahe verwandt mit den bei Fledermäusen (englisch bat) auftretenden SARS-CoV-ähnlichen Coronaviren bat-SL-CoVZXC21 (NCBI-GenBank-Nummer MG772934) und bat-SL-CoVZC45 (NCBI-GenBank-Nummer MG772933) sind, zu letzterem besteht eine Übereinstimmung in der Nukleotidabfolge von 89 %. Das Genom der beiden Fledermaus-Coronaviren wurde 2018 sequenziert, bat-SL-CoVZC45 wurde bei der Chinesischen Hufeisennase (Rhinolophus sinicus)[59] aus der Familie der Hufeisennasen (Rhinolophidae) gefunden, die Wirtstiere wurden in Zhoushan in der ostchinesischen Provinz Zhejiang in den Jahren 2015 und 2017 untersucht.[58]

 
SARS-CoV-2 Spike-Protein (ACE-2-Bin­dungs­region oben, violett)

Ein weiteres Virusisolat (WIV04, NCBI-GenBank-Nummer MN996528[54]) von SARS-CoV-2 aus der bronchoalveolären Spülflüssigkeit eines der ersten Patienten zeigt ebenfalls phylogenetisch größte Ähnlichkeit mit einem bei einer anderen Fledermausart (Java-Hufeisennase, wissenschaftlich Rhinolophus affinis, englisch intermediate horseshoe bat, verbreitet in Indonesien (Java), Indien, Vietnam, China)[59] in der chinesischen Provinz Yunnan isolierten Coronavirus BatCoV RaTG13; die Genomsequenzen stimmen zu 96,2 % überein.[60][61] Auch eine am 27. Januar 2020 publizierte genetische Analyse verwies auf Fledermäuse als mutmaßlicher Ursprungswirt des Virus.[62] Am 29. Januar 2020 wurde in der Fachzeitschrift The Lancet eine genetische Analyse von zehn Virusproben publiziert, die bei neun Erkrankten gewonnen worden waren. Demnach war die Genomsequenz aller zehn Proben zu 99,98 Prozent identisch, was darauf hinweist, dass die neu entdeckte Coronavirusvariante erst vor Kurzem auf den Menschen übergegangen ist.[63][64][65] Die Genomsequenz stimmt zu 88 bzw. 87 % Prozent mit den Genomsequenzen der bei Fledermäusen auftretenden bat-SL-CoVZC45 und bat-SL-CoVZXC21 überein. Die zehn Proben zeigen hingegen nur rund 79 Prozent Übereinstimmung in der Genomsequenz zu SARS-CoV und rund 50 Prozent zu MERS-CoV. Die Ergebnisse der phylogenetischen Untersuchungen werden auch als phylogenetischer Baum, der die Verwandtschaftsverhältnisse von SARS-CoV-2 innerhalb der Coronaviridae zeigt, veranschaulicht.[58][63] Eine darauf basierende Darstellung ist im Artikel Betacoronavirus zu finden.

Der Aufbau des Genoms sowohl der SARS-CoV-2-Isolate wie auch der genannten Fledermaus-Coronaviren ist typisch für Viren der Lineage B (Untergattung Sarbecovirus, englisch SARS-like Betacoronavirus) der Gattung Betacoronavirus. Aufgrund der genetischen Distanzen zu SARS-CoV und zu MERS-CoV wurde SARS-CoV-2 zunächst als eine in Bezug auf den Menschen neue, ihn infizierende Betacoronavirus-Spezies angesehen.[58][63] Aufgrund der großen genetischen Übereinstimmung mit dem ursprünglichen SARS-Coronavirus hatte am 11. Februar 2020 die Coronavirus Study Group des ICTV jedoch vorgeschlagen, das neue Virus derselben Spezies Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus zuzuordnen wie das bisherige.[48]

Das Spike-Protein ist für die Bindung an die Wirtszelle verantwortlich, funktionell wird es in die S1-Domäne und die S2-Domäne unterschieden. Die S1-Domäne vermittelt die Bindung an den Oberflächenrezeptor der Wirtszelle, die S2-Domäne vermittelt die Fusion der Zellmembran, durch Endozytose erfolgt dann der Eintritt des Virus in die Zelle. Das S-Gen von SARS-CoV-2 zeigt mit 75 % eine eher geringe Übereinstimmung in der Nukleotidsequenz mit den beiden Fledermausisolaten bat-SL-CoVZC45 und bat-SL-CoVZXC21 im Vergleich zur Genomanalyse. Insbesondere die Nukleotidsequenz, die für die S1-Domäne codiert, unterscheidet sich von diesen deutlich (68 % Übereinstimmung) und weist aber eine größere Ähnlichkeit mit der entsprechenden Nukleotidsequenz von BatCoV RaTG13 auf. Es wurde aufgezeigt, dass SARS-CoV-2 und SARS-CoV den gleichen Zellrezeptor nutzen, das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 (ACE2).[63] Dies konnte experimentell sicher nachgewiesen werden. (vgl. Krankheitsentstehung bei COVID-19)

Beim Vergleich des Genoms von SARS-CoV-2 mit dem verwandter Fledermaus-Coronaviren zeigten sich neben der bekannten Änderung am Spike-Protein zwei weitere „stille Mutationen“ (in den Nichtstrukturproteinen NSP4 und NSP16, siehe Coronaviridae §Genom), die zwar nichts an den kodierten Proteinen, jedoch die 3D-Faltung der RNA ändern. Dies könnte dazu beitragen, dass Infizierte (anfangs) zwar ansteckend, aber (noch) symptomfrei sind.[66]

MorphologieBearbeiten

Coronaviren sind membranumhüllte RNA-Viren.[67] In einer Zellkultur über mehrere Tage vermehrte Viren können nach Abtrennung durch Ultrazentrifugation für die Untersuchung im Transmissionselektronenmikroskop (TEM) vorbereitet werden; dabei wird eine Negativkontrastierung verwendet. Das TEM-Bild zeigt Virionen von kugelförmiger bis pleomorpher Gestalt mit einem Durchmesser von 60 bis 140 Nanometer (nm). Auf der Oberfläche sind 9 bis 12 nm lange Spikes zu erkennen. Die Morphologie entspricht der anderer bekannter Vertreter der Familie der Coronaviridae. Die Wirtszellen, die im lichtmikroskopischen Bild einen cytopathischen Effekt aufweisen, können nach Fixierung und anschließendem Ultradünnschnitt (Dicke von 80 nm) ebenfalls mit dem TEM untersucht werden. Hier zeigen sich neben Virionen auch Einschlusskörperchen, die mit Viren gefüllte membrangebundene Vesikel im Cytoplasma enthalten.[14]

ReplikationszyklusBearbeiten

 
SARS-CoV-2 - Replikationszyklus

Der Replikationszyklus der Viren[68] verläuft über neun Schritte (siehe Abbildung):[69]

  1. Zunächst bleiben SARS-CoV-2-Virionen an speziellen Rezeptoren haften, die sich an der Oberfläche möglicher Wirtszellen befinden. Das geschieht, indem sich die Spike-Proteine der Vironen an die ACE2-Rezeptoren der Zellmembran binden. Der ACE2-Rezeptor der Wirtszellen ist deshalb ein möglicher Therapieansatz, um den Ausbruch einer COVID-19-Erkrankung nach einer Infektion mit dem Coronavirus zu verhindern.[70] Ob weitere Moleküle der Zelloberfläche das Spike-Protein binden, ist noch nicht geklärt. Im Vergleich zu SARS-CoV hat das Spike-Protein eine RGD-Peptidsequenz entwickelt, womit Rezeptoren der Integrinfamilie ebenfalls als mögliche Bindungspartner in Frage kommen.[71]
  2. Nach Bindung an den ACE2-Rezeptor spaltet die membranständige Serinprotease TMPRSS2 das virale Glykoprotein S, wodurch das Spike-Protein als fusogenes Protein aktiviert wird und der Eintritt in die Wirtszelle erfolgt. Auch TMPRSS2 ist ein potentieller Ansatzpunkt für ein wirksames Medikament.[72][73]
  3. Die Erreger werden in die Wirtszelle aufgenommen (vereinfachte Darstellung).[74]
  4. Vor Beginn der Virusvermehrung muss die Erbsubstanz (RNA) des Virus aus dem Kapsid freigesetzt werden (nur ein möglicher Weg dargestellt).
  5. Nun kann der eigentliche Vermehrungsvorgang erfolgen, die Replikation. Da SARS-CoV-2 über RNA positiver Polarität verfügt, kann die RNA direkt als „Bauanleitung“ für virusspezifische Proteine dienen, ähnlich zelleigener mRNA bei der Translation. Für die Wirtszelle ist die Virus-RNA praktisch nicht von eigener mRNA zu unterscheiden und der Proteinsyntheseapparat (Ribosomen) der Wirtszelle produziert so anhand der viralen RNA-Vorlage die virusspezifischen Proteine (S, M, E, N, RNA-Polymerase).[75]
  6. Die RNA trägt die genetische Information des Virus. Sie wird als dessen Erbsubstanz in der Wirtszelle durch Kopieren vervielfältigt (RNA-Replikation). Dazu sind die Enzyme der Wirtszelle nicht in der Lage; diese Aufgabe übernimmt die virale RNA-Polymerase und stellt zahlreiche Kopien der gesamten Virus-RNA her.
  7. Sind in der Wirtszelle virale RNA-Kopien und Virusproteine in hinreichender Menge hergestellt, werden sie in das endoplasmatische Retikulum (ER) aufgenommen und lagern sich dort zu neuen Viren zusammen (Selfassembly).[76]
  8. Die fertigen Viruspartikel werden als Golgi-Vesikel aus dem ER abgeschnürt (Knospung).
  9. Durch Exozytose gelangen die Viren aus der Wirtszelle und liegen nun als Virion vor, womit wiederum mögliche Wirtszellen infiziert werden können (siehe 1).

UmweltfaktorenBearbeiten

Ein weiterer Beschleunigungsfaktor für die Ausbreitung des Virus könnte in der Außentemperatur liegen, da sich das Virus laut einer chinesischen Studie bei 4 Grad Celsius als besonders persistent (langfristig aktiv) erwiesen hat.[77] In der Luft liegt die kürzeste Überlebensdauer des Virus bei Raumtemperatur und mittlerer Feuchte, was mit den virentötenden Sauerstoffradikalen (ROS) zu tun haben könnte.[78] Weitere Untersuchungen ermittelten UV-Licht – dieses fördert die Produktion von Vitamin D –, höhere Temperaturen und Wind als hemmende Faktoren für die Ausbreitung des Virus.[79] Eine Saisonalität von SARS-CoV-2 könnte in mittleren Breiten mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt von Wasser und einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent oder von 68 bis 88 Prozent einhergehen (also hierin zwei notwendige Bedingungen haben), während Bevölkerungsdichte, menschliches Verhalten, bevorzugte Aufenthaltsorte über Tag, medizinische Versorgung, Immunabwehr, Virusmutationen und Impfungen als maßgebliche Faktoren zu gelten haben, wenn es um den Verlauf und die Phasen dieser wie anderer Pandemien geht. In den Regionen der subtropischen Klimazone scheinen hohe Temperaturen die Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu fördern; so etwa in Indien in der Zeit vor und während des Monsuns, wenn die Menschen wegen Hitze und Nässe zu Hause bleiben.[80] Eine Übertragung durch Schmierinfektion wurde hingegen nicht beobachtet, ist aber nicht ganz auszuschließen.[81][82][83] Im März 2021 publizierte die Wissenschaftsfachzeitschrift PNAS das Forschungsergebnis einer internationalen Forschergruppe unter der Leitung von Forschern der Technischen Universität München, laut dem eine hohe Pollenkonzentration in der Luft signifikant korreliert mit deutlich steigenden SARS-CoV-2-Infektionsraten.[84]

Eine Auswertung von Daten aus 2.669 Kreisen in den Vereinigten Staaten ergab einen Saisonalitätseffekt der mit der Luftfeuchtigkeit, kühleren Temperaturen und weniger UV-Einstrahlung korreliert. Es ließ sich ein jahreszeitlich bedingte Steigerung der effektiven Basisreproduktionszahl um rund 20 % nachweisen.[85] Eine Untersuchung von 2021 beschäftigt sich mit der möglichen Infektion durch die Verwendung von Bargeld. Die Forscher kommen zum Ergebnis, dass die Infektionswahrscheinlichkeit als sehr gering eingeschätzt werden kann.[86]

VirusvariantenBearbeiten

EntstehungBearbeiten

Seitdem das Coronavirus SARS-CoV-2 den menschlichen Organismus infiziert und sich explosionsartig in der Welt ausgebreitet hat, erwerben die „neuartigen“ Coronaviren trotz Korrekturaktivität der viralen Exonuklease eine zunehmende Anzahl von polymorphen Nukleotidsequenzen in verschiedenen Leserastern des viralen Genoms, anhand derer diese Varianten in sog. »Linien« (englisch lineages) unterteilt werden.[67] Bei den Mutationen des Virus werden unterschieden:

  • Synonyme Mutationen (stille Mutationen) die sich nicht auf die codierten Proteine auswirken, da das veränderte Codon für dieselbe Aminosäure steht.
  • Nichtsynonyme Mutationen mit Auswirkungen auf den Phänotyp (das Erscheinungsbild des Virus in all seinen Ausprägungen). Diese weisen offenbar bei SARS-CoV-2 auf fortlaufende Anpassung an seinen neuen menschlichen Wirt hin (dynamische Emergenz). Wichtig für die Entwicklung von Antikörpern und Impfstoffen ist es, herauszufinden, welche Teile der kodierten Proteine stabil bleiben und konserviert werden, damit die Mittel durch Anpassung der Viren nicht schnell wirkungslos werden.[4]

Mutationen können die Infektiosität und Kontagiosität von SARS-CoV-2 erhöhen.[87][88]

Wildtyp-VariantenBearbeiten

Die zu Beginn in China aufgetretenen Varianten werden als der Wildtyp bezeichnet; dazu gehört unter anderem das Isolat Wuhan Hu-1 (aus Variante B)[89] das als Grundlage für die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna verwendet wurde.[90] Das komplette Genom von Wuhan Hu-1 wurde bereits im Januar 2020 frei veröffentlicht.[91][92]

L452R (Mutation of Interest, beeinträchtigt die Neutralisation durch Antikörper)T478K (Further Monitoring)E484K (Mutation of Concern, unempfindlicher gegen bereits gebildete neutralisierende Antikörper (Immun-Escape), damit evtl. geringere Wirksamkeit des Impfstoffs)D614G (bereits ab Variante B.1 – höhere Infektiosität und Übertragbarkeit)P681R (Mutation of Interest, deutliche Steigerung der Replikation)P681H (Mutation of Interest, unmittelbar neben der Furin-Spaltungsstelle)VOC - Variant of Concern (MOC – Mutation of Concern)VOI - Variant of Interest (MOI – Mutation of Interest)N501Y (Mutation of Interest, erhöhte Übertragung durch stärkere Bindung an ACE2-Rezeptor)E484Q (Further Monitoring)K417N (Mutation of Interest, Reduziert die Wirksamkeit monoklonaler Antikörper)L18F (Mutation of Interest, Replikationsvorteil & Beeinträchtigung der Bindung neutralisierender Antikörper)K417T (Mutation of Interest)Spike-ProteinDelta B.1.617.2 (VOC)Delta B.1.617.2 (VOC)Alpha B.1.1.7 (VOC)Alpha B.1.1.7 (VOC)Beta B.1.351 (VOC)Beta B.1.351 (VOC)Gamma P.1 (alias B.1.1.28.1) (VOC)Gamma P.1 (alias B.1.1.28.1) (VOC)Eta B.1.525 (VOI)Eta B.1.525 (VOI)Iota B.1.526 (VOI)Iota B.1.526 (VOI)Kappa B.1.617.1 (VOI)Kappa B.1.617.1 (VOI)Lambda C.37 (alias B.1.1.1.37) (VOI)Lambda C.37 (alias B.1.1.1.37) (VOI)Mu B.1.621 (VOI)Mu B.1.621 (VOI)Mutation 
Häufigkeit der relevantesten Spike-Mutationen je Pango-Variante (VOC & VOI). (mehr Informationen → Klick in Karte)[93]

Mutationen und VariantenBearbeiten

Mutation D614G ab Variante B.1Bearbeiten

Im Frühjahr 2020 setzte sich die Variante B.1 in Europa und dann weltweit durch,[94] die gegenüber dem Wildtyp B eine Veränderung an der Position 614 hat.[95] Dort ist im von der RNA codierten Spike-Protein die Asparaginsäure (D) durch Glycin (G) ersetzt.[96] Die Mutation (Veränderung) selbst wird daher als D614G bezeichnet und die Variante, die sich vom Wildtyp im Wesentlichen nur durch diese Mutation unterscheidet, in der Pango-Nomenklatur mit B.1 bezeichnet.[89] Die Mutation D614G verursacht keine schwerere Erkrankung, erzeugt jedoch mehr Viruskopien und ist darum infektiöser und kontagiöser.[97]

Fast alle heutigen für die Erkrankung an COVID-19 relevanten Varianten basieren auf B.1 und tragen die Mutation D614G[89] (s. Abb., lila): So hat in der Neutralisationstiter-Untersuchung des Impfstoffherstellers Moderna vom Juni 2021 die deutliche Mehrheit der aufgelisteten Varianten (Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon, Kappa, Iota und Eta) diese Veränderung;[98] nur die von der WHO nicht extra bezeichneten Varianten A.23.1-v1 und A.23.1-v2 (aus Uganda) sowie A.VOI.V2 (aus Angola) haben diese Veränderung nicht.

Zeitliches Verhalten und AusbreitungBearbeiten

SARS-CoV-2 – Varianten-Anteile in Deutschland 2021 (mit Untervarianten) – Fokus auf Anteile[99]
„Klassisch“ mit linearer Skala - absolute Anteile gut ablesbar, exponentielles Wachstum kaum.
(Beide Diagramme stellen exakt die gleichen Daten dar, mit unterschiedlichem Fokus)
SARS-CoV-2 – Varianten-Anteile in Deutschland 2021 (mit Untervarianten) – Fokus auf Wachstum[99]
Logarithmische Skala - Exponentielles Wachstum der Varianten gut erkennbar, die Anteile kaum.
(Beide Diagramme stellen exakt die gleichen Daten dar, mit unterschiedlichem Fokus)

Einen Stammbaum der bis Ende Februar 2020 bekannten SARS-CoV-2-Isolate, der ihre Verwandtschaft untereinander zeigt, findet man bei Li et al.[100] Die Isolate gliederten sich in zwei Hauptgruppen (L-Typ nach der Aminosäure Leucin und S-Typ nach Serin), was Anlass zur Vermutung gab, das Virus könnte sich in zwei (unterschiedlich infektiöse) Zweige aufgeteilt haben.[101][102] Allerdings war es nach Meinung anderer Experten Anfang März 2020 noch zu früh, darüber eindeutige Aussagen machen zu können.[103][104][105][106] Die in beiden Hauptzweigen des Stammbaums basal liegenden Isolate stammen aus Wuhan, was ein Beleg dafür war, dass das Virus dort seinen Ausgang genommen hat. Gleichwohl ist nicht ausgeschlossen, dass es einen unbekannten Vorläufer von anderswo, etwa aus der chinesischen Provinz Yunnan, in Tieren oder Menschen, gegeben haben könnte; auch das Einschleppen nach China durch den Import von Wirtstieren ist nicht auszuschließen (→ Herkunft und Wirtsspektrum).

Eine weitere Studie Anfang April 2020 machte drei Stämme A, B und C aus. Stamm A war dem Fledermausvirus BatCoV/RaTG13 am ähnlichsten und scheint sich von Wuhan aus weltweit verbreitet zu haben; in Festlandchina selbst war aber Stamm B vorherrschend, der außer in China auch andernorts in Ostasien verbreitet war. Stamm C war der hauptsächliche Typ in Europa.[107][108]

Das Virus schien zu Beginn relativ langsam zu mutieren – ein bis zwei Mutationen pro Monat wurden beobachtet (zum Vergleich: Influenzaviren mutieren zwei- bis viermal so häufig).[109][110] Das bedeutete zum einen, dass es per Genomanalyse keine sehr hohe Auflösung bezüglich der Ausbreitungswege des Virus gab, zum anderen lässt es darauf hoffen, dass eine nach überstandener Krankheit erworbene Immunität lange (monatelang) anhält. Allerdings hatten isländische Virologen von deCODE Genetics (isländisch Íslensk erfðagreining) bis zum 24. März 2020 vierzig verschiedene Mutationen allein bei Infizierten aus diesem Land identifiziert.[111][112][113] Eine der Betroffenen war mit zwei verschiedenen Ausprägungen von SARS-CoV-2 coinfiziert.[114][115] Die im Westen dominierende Form des Virus, die sich ab Februar 2020 in Europa stark ausbreitete und von dort auch in andere Länder, hat eine Mutation D614G im Spike-Protein[116][117][118] und weicht damit von der Wuhan-Variante ab. Insbesondere hat diese Mutation vier- bis fünfmal mehr Spikes auf der Oberfläche des Virus.[119]

In einer italienischen Studie vom Juli 2020 wurden zu diesem Zeitpunkt sechs SARS-CoV-2-Varianten unterschieden. Stamm G ist in Europa am häufigsten, dieser ist seit Ende Februar 2020 weiter mutiert in die Stämme GR und GH. Der ursprüngliche Stamm L aus Wuhan wird immer weniger gefunden, wie auch der Stamm V. Ein Stamm S wurde in einigen Gebieten der USA und Spaniens gefunden.[109]

Der Anteil der SARS-CoV-2-Varianten Alpha (B.1.1.7), Beta (B.1.351) und Gamma (P.1) an den Infektionszahlen kann anhand einer neuen Überprüfungsmethode, die von einem gemeinsamen Nukleotid der drei Varianten ausgeht, schneller ermittelt werden. Diese Untersuchungen sollen zweimal im Februar und einmal Anfang März 2021 in Deutschland wiederholt werden.[120]

Nomenklatursysteme der VariantenBearbeiten

Pango-Entwicklungslinie B.1 mit Mutation D614GSARS-CoV-2-Variante Alpha (B.1.1.7) mit Q.*SARS-CoV-2-Variante Beta (B.1.351)SARS-CoV-2-Variante Gamma (P.1 alias B.1.1.28.1)SARS-CoV-2-Variante Delta (B.1.617.2) mit AY.*B 
Pango-Nomenklatur (Ausschnitt)[121]

Das SARS-CoV-2 Virus besteht aus ca. 30.000 Nukleotiden.[122] Durch Mutationen gibt es eine riesige Anzahl von Varianten, von denen nur ein Bruchteil relevant ist, und sie nimmt immer weiter zu. Es gibt mehrere Bezeichnungssysteme, mit denen die vielzähligen Varianten geordnet werden. Zumeist wird die Einteilung nach der Abstammung (Entwicklungslinien, Kladen) vorgenommen.

Das bekannteste System ist die Pango-Nomenklatur, in dieser stammt z. B. die Variante B.1.1.7 von B.1.1 ab, die wiederum vom B.1 und schließlich von B abstammt.[123] Die Pango-Nomenklatur bezeichnet die frühesten Entwicklungslinien als Variante A (mit Isolat Wuhan/WH04/2020) und B (mit Wuhan-Hu-1), die beide zu Beginn in China auftraten.[89] Obwohl die Variante B etwas früher isoliert und nachgewiesen wurde, vermutet man, dass die mit A bezeichnete Variante die ursprünglichere ist.[124] Auch in einer Variante, wie z. B. der Variante B oder Untervariante B.1, haben die einzelnen Viren nicht exakt dasselbe Genom. Erst wenn es hinreichend bedeutende Veränderungen gibt und diese auch in der Natur auftreten, wird in der dynamischen Pango-Nomenklatur eine neue (Unter-)Variante dafür definiert. Zu einer Variante gibt es also etliche etwas unterschiedliche Isolate. In der Variante B ist z. B. das Isolat Wuhan Hu-1 enthalten, das am 26. Dezember 2020 entschlüsselt wurde.[125][126]

Daneben gibt es auch die Kladeneinteilung nach Nextstrain und die nach GISAID sowie Bezeichnungen nach den Mutationen im Spike-Protein, z. B. D614G oder 501Y.V1.[127] Die Einteilung nach Abstammung hat das Problem der konvergenten Mutationen, d. h. eine Mutation, die ursprünglich zur Unterscheidung zwischen zwei Abzweigungen diente, kann in der Linie, die sie ursprünglich nicht hatte, später dennoch eintreten.[122]

Klassifizierung und Benennung gemäß WHOBearbeiten

Um eine Stigmatisierung von Ländern zu vermeiden, benennt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die gemäß eigener Einstufung besorgniserregenden oder beobachtungsbedürftigen Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 seit dem 31. Mai 2021 nach Buchstaben aus dem griechischen Alphabet. Nach dem neuen Schema heißt die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Virusvariante B.1.1.7 nun Alpha und die in Südafrika entdeckte B.1.351 nun Beta. Die Untervarianten B.1.617.1 und B.1.617.2 der erstmals in Indien nachgewiesenen Virusvariante B.1.617 werden von der WHO mit Kappa und. Delta bezeichnet. Die vormals „brasilianische Variante“ genannte Virusvariante P.1 (B.1.1.28.1) erhielt die Bezeichnung Gamma. Die bereits eingeführten wissenschaftlichen Nomenklaturen für Virusvarianten behalten laut WHO ihre Berechtigung.[128][127]

Die Weltgesundheitsorganisation[127] und die CDC[129] verwenden folgende Kategorien, denen die SARS-CoV-2-Varianten zugeordnet werden:

Variant of High Consequence (VOHC)Bearbeiten

Variante von hoher Bedeutung, diese Kategorie wird von der US-amerikanischen CDC verwendet.[130] Dieser Klasse werden Varianten zugeordnet bei:

  • Nachweis von Fehldiagnosen
  • signifikanter Verringerung der Wirksamkeit des Impfstoffs,
  • einer unverhältnismäßig hohen Anzahl von Krankheitsausbrüchen trotz Impfung
  • einem sehr geringen Schutz gegen schwere Krankheiten trotz Impfung
  • eine deutlich verringerte Wirksamkeit der Pharmazeutika mit Notfallzulassung oder regulärer Zulassung
  • schwerwiegenden klinischen Erkrankungen und Anstieg der Krankenhausaufenthalte

Mit Stand August 2021 wurde noch keine Variante dieser Klasse zugeordnet.

Variant of Concern (VOC)Bearbeiten

Besorgniserregende Variante, wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingestuft. Eine Variant of Concern (VOC) von SARS-CoV-2 entspricht der Definition einer VOI (Variant of Interest), zudem wurde durch eine vergleichende Bewertung nachgewiesen, dass eine oder mehrere der folgenden Veränderungen von globaler Bedeutung für die öffentliche Gesundheit zutreffen:[131]

  • Zunahme der Übertragbarkeit oder Verschlechterung der COVID-19-Epidemiologie (Verbreitung in der Bevölkerung); ODER
  • Zunahme der Virulenz (Ansteckung, Vermehrung, Krankheitsschwere) oder Veränderung des klinischen Krankheitsbildes (Symptome); ODER
  • Nachlassende Wirksamkeit der öffentlichen Gesundheits- und Sozialmaßnahmen oder der verfügbaren Diagnostika (Nachweismethoden), Impfstoffe, Therapeutika (Arzneimittel).

Die Varianten Alpha B.1.1.7, Beta B.1.351 waren ab Dezember 2020, Gamma P.1 ab Januar 2021 als Variant of Concern klassifiziert. Im Mai kam Delta B.1.617.2 hinzu.[127]

Alpha: B.1.1.7 (Großbritannien)Bearbeiten

 
Deutschland: Aufbau Welle Alpha B.1.1.7 im Frühjahr 2021.
Beta B.1.351 spielte fast keine Rolle.

Im Dezember 2020 wurde in der britischen Grafschaft Kent die Variante Alpha (B.1.1.7, auch mit VOC-202012/01, VUI-202012/01 und N501Y.V1 bezeichnet[132]) des Coronavirus SARS-CoV-2 mit den Mutationen 69-70del, P681H und N501Y (letztere am Spike-Protein) festgestellt.[133][134] Diese hat nach Mitteilung der britischen Regierung vom 19. Dezember 2020 gegenüber den anderen Varianten die Oberhand gewonnen.[135][136] Die New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (NERVTAG) ist der Ansicht, dass sich der neue Virusstamm, zu dem auch Varianten mit der Mutation P681H oder der Deletion von H69 und V70 im Spike-Protein gehören, schneller verbreiten kann;[137][138][139] die molekulare Ursache könnte im Fall der N501Y-Mutation die bessere Bindung an den menschlichen Zellrezeptor ACE2 des viralen Spike-Proteins sein,[140][63] während die Deletion von H69 und V70 die Bindung mancher menschlicher Antikörper an das Spike-Protein verschlechtern könnte.[140] Mit Stand März 2021 wurde die Variante Alpha in 82 Ländern nachgewiesen.[141] Von Ende Januar 2021 bis zur zweiten Märzwoche stieg der Anteil der Variante Alpha an den in Deutschland positiven SARS-CoV-2-Proben von 6 % auf 72 %.[142] Eine Auswertung britischer Daten zeigt eine Zunahme des Reproduktionsfaktors R um 43–90 % im Vergleich zum Wildtyp. Ähnliche Beobachtungen liegen aus den USA und Dänemark vor.[141] Eine Kohortenstudie aus dem Vereinigten Königreich kam auf Basis von rund 100.000 Krankheitsverläufen zu dem Schluss, dass die Variante das Sterberisiko um rund 64 % gegenüber dem Wildtypvirus erhöhe.[143]

Beta: B.1.351 (Südafrika)Bearbeiten

Am 18. Dezember 2020 meldete das südafrikanische Gesundheitsministerium die Entdeckung der Variante Beta (B.1.351, auch N501Y.V2).[144][145] Sie weist ebenfalls die N501Y-Mutation auf, deren Auftreten anscheinend unabhängig vom Auftreten in der südenglischen Grafschaft Kent ist. Diese Variante soll möglicherweise noch ansteckender sein und auch bei jungen Leuten einen schweren Krankheitsverlauf verursachen können.[134][146][147][148] Am 8. Februar 2021 wurde diese Variante in mehr als 30 Ländern nachgewiesen.

In Österreich gab es im Februar 2021 Hinweise darauf, dass sich in Teilen des Bundeslands Tirol die Variante Beta verstärkt ausbreitet. Derzeit wird etwa die Hälfte der dort durch eine Mutation verursachten Infektionen auf diese Variante des Virus zurückgeführt. 80 % der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 würden vom ursprünglichen Virus, dem Wildtyp, verursacht und jeweils 10 % von der Variante Alpha (B.1.1.7) oder Variante Beta (B.1.351), wie die Virologin Dorothee von Laer von der Medizinischen Universität Innsbruck der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.[149]

Gamma: P.1 (Brasilien)Bearbeiten

Die Variante Gamma, nach Pango Nomenklatur P.1 alias B.1.1.28.1 benannt, wurde erstmals im November 2020 in Brasilien nachgewiesen.[127] Am 10. Januar 2021 wurde gemeldet, dass sie im brasilianischen Bundesstaat Amazonas zirkuliert.[67] Sie ähnelt den Varianten Alpha und Beta und weist ebenfalls die N501Y-Mutation auf.[150][144][151][152] Die Untervariante Gamma stammt von der Variante B.1.1.28[153] ab und wird auch als 501Y.V.3 bezeichnet.[154][155] Am 22. Januar 2021 wurde bekannt, dass die Variante Gamma erstmals in Deutschland gefunden worden war. Bei einem aus Brasilien kommenden Hessen, der am Flughafen Frankfurt eingereist war, konnte eine Infektion mit der Variante mittels PCR-Test nachgewiesen werden. Eine DNA-Sequenzierung stand zu diesem Zeitpunkt jedoch noch aus. Ebenso wie die Varianten Alpha und Beta steht diese Variante im Verdacht, ansteckender zu sein als der Wildtyp des Coronavirus SARS-CoV-2. Laut Aussage der Virologin Sandra Ciesek von Mitte Januar 2021 gebe es keine Hinweise darauf, dass diese Varianten schwerere Verläufe verursachen als der Wildtyp des Virus.[156]

Im Département Moselle, das an das Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg grenzt, waren auffallend hohe Häufungen der Varianten Beta und Gamma registriert worden. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sagte, vom 8. bis 11. Februar 2021 seien 300 Fälle dieser Varianten nachgewiesen und in den Tagen zuvor weitere 200 Fälle.[157]

Delta: B.1.617.2Bearbeiten

 
Bestätigte Fälle Delta B.1.617.2
  • 10.000+ bestätigte Fälle
  • .05000 - 9999 bestätigte Fälle
  • .01000 - 4999 bestätigte Fälle
  • .00100 - 0999 bestätigte Fälle
  • .00010 - 0099 bestätigte Fälle
  • 0.0001 - 0009 bestätigte Fälle
  • Keine bestätigten Fälle / Daten
  • (10. August 2021)

    Die Delta-Variante B.1.617.2 des Coronavirus SARS-CoV-2 wird mit ihren Untervarianten AY.* seit dem 11. Mai 2021 von der WHO zu den „besorgniserregenden Varianten“ (englisch Variants of concern, VOC) gezählt.[127][158] Ende August 2021 betrug ihr Anteil in Deutschland 99,3 % aller sequenzierten Proben.[159]

    Mit der Delta-Variante Infizierte stecken im Mittel mehr als doppelt so viele andere Menschen an als beim Ursprungs-Virus.[160] Die Dauer von der Ansteckung bis zum Nachweis der Viren ist dabei im Schnitt von sechs auf vier Tage verkürzt, die Virusmenge etwa 1200-mal höher.[161] Nach Risikoeinschätzung der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) Anfang Juni 2021 kann die Delta-Variante häufiger zu schwereren COVID-19-Erkrankungen führen als die Alpha-Variante (B.1.1.7) des Virus.[162] Mit der Variante Delta Infizierte haben ein etwa doppelt so hohes Risiko wie bei Alpha, wegen COVID-19 in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden.[163]

    Impfungen verhindern Infektionen mit der Delta-Variante mindestens in etwa der Hälfte der Fälle.[164] Das Risiko, schwer krank zu werden oder zu sterben, ist im Mittel für ungeimpfte Personen mehr als zehnmal höher als bei geimpften,[165] im höheren Alter lässt die Schutzwirkung der Impfungen nach.[166] Mit den bisherigen Impfstoffen übertragen geimpfte Personen das Virus in ähnlichem Maße wie ungeimpfte, so die WHO im August 2021.[11]

    Variant of Interest (VOI)Bearbeiten

    Variante von Interesse, wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingestuft als Variant of Interest (VOI):[131]

    • Genetische Veränderungen (Mutationen), von denen vorausgesagt wird oder bekannt ist, dass sie Viruseigenschaften wie Übertragbarkeit, Krankheitsschwere, Immunescape (Ausweichen vor dem Immunsystem), diagnostische oder therapeutische Möglichkeiten beeinflussen; UND
    • Verursachung einer signifikanten Übertragung in der Bevölkerung oder mehrerer COVID-19-Ausbrüche, in mehreren Staaten mit steigender relativer Prävalenz (Häufigkeit) bei steigender Fallzahl im Zeitverlauf oder anderen offensichtlichen epidemiologischen Auswirkungen (Verbreitung in der Bevölkerung), die ein aufkommendes Risiko für die globale öffentliche Gesundheit erwarten lassen.

    Eta: B.1.525Bearbeiten

     
    Eta B.1.525 – Spike–Mutationen, u. a. E484K, D614G, Q677H.[167]

    Die Eta-Variante B.1.525 wurde im Dezember 2020 in mehreren Staaten erstmals nachgewiesen[127] und vereint Genveränderungen der Varianten Alpha (B.1.1.7) und Beta (B.1.351). Am 24. Dezember 2020 wurde diese neue Variante von SARS-CoV-2 in Nigeria entdeckt, die sich von den Varianten Alpha und Beta unterscheidet.[168] Sie ist in mehreren Ländern nachgewiesen worden, unter anderem in Dänemark, Italien, Nigeria, Norwegen, Kanada, Großbritannien und den USA. Am 9. März 2021 wurde gemeldet, sie sei in Deutschland am Flughafen BER erstmals nachgewiesen worden. Das Unternehmen Centogene, das die Probe analysiert hat, teilte kurz darauf mit, die Variante sei auch schon in anderen Proben nachgewiesen worden. Die Variante Eta enthält die Mutation E484K,[169] die WHO stufte sie Mitte März 2021 als „Variant of Interest“ (VOI) ein.[127] Die charakteristischen Mutationen des Spike-Proteins sind Q52R, A67V, 69/70del, 144del, E484K, D614G, Q677H und F888L.[170]

    Iota: B.1.526Bearbeiten

     
    Iota B.1.526 – Spike–Mutationen, u. a. D614G, ggfs. E484K.[167]

    Die Variante Iota (B.1.526) wurde erstmals im November 2020 in den USA nachgewiesen und erhielt Ende März 2021 ihre Bezeichnung.[127] Seit Februar 2021 grassierte in New York City diese neue Variante, die Gemeinsamkeiten mit den Varianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1) hat.[171][172] Am 10. März 2021 wurde bekannt, dass fast 40 % der in örtlichen Laboren untersuchten COVID-Infektionen auf die Variante Iota zurückzuführen sind.[173] Die charakteristischen Mutationen des Spike-Proteins sind L5F, T95I, D253G, D614G und A701V, ggfs. E484K oder S477N.[174]

    Kappa: B.1.617.1Bearbeiten

    Die Kappa-Variante B.1.617.1 ist eine Untervariante von B.1.617 (Indien). Ihr erstes Auftreten wurde auf Oktober 2020 zurück verfolgt, Anfang April 2021 erhielt sie ihre offizielle Bezeichnung.[127]

    Lambda: C.37Bearbeiten

     
    Lambda C.37 – Spike–Mutationen, u. a. L452Q, F490S, D614G.[167]

    Die Lambda-Variante C.37 alias B.1.1.1.37 wurde Mitte Juni 2021 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „Variant of Interest“ (VOI) eingestuft und Lambda genannt. Sie breitet sich seit August 2020 in Südamerika aus; als Ursprungsland gilt Peru.[175] Auf der Preprint-Plattform bioRxiv wurden im Juli 2021 zwei (wissenschaftlich noch nicht begutachtete/gegengeprüfte) Studienergebnisse zu Lambda veröffentlicht, die zu unterschiedlichen Schlüssen kommen.[176][177] Die erste von Mikrobiologen der New York University vorgestellte Studie beschreibt Lambda als infektiologisch unspektakulär und machtlos gegen die durch SARS-CoV-2-Impfstoffe erzeugten Antikörper.[176] Die zweite von einem Wissenschaftler der Universität Tokio vorgestellte Studie stuft Lambda dagegen durch die „einzigartige 7-Aminosäure-Deletionsmutation“ RSYLTPGD246-253N als resistent gegen die (bis dahin) gängigen SARS-CoV-2-Impfstoffe ein und schreibt der Lambda-Variante eine höhere Infektiosität als dem Urtyp von SARS-CoV-2 zu, wegen der Mutationen T76I und L452Q.[177] Die charakteristischen Mutationen des Spike-Proteins sind G75V, T76I, del247/253, L452Q, F490S, D614G und T859N.[178]

    My: B.1.621Bearbeiten

     
    My B.1.621 – Spike–Mutationen, u. a. E484K, N501Y, D614G, P681H.[167]

    Die Variante My B.1.621 (englisch Mu) wurde zuerst im Januar 2021 in Kolumbien nachgewiesen,[179] beinhaltet die Untervariante B.1.621.1[180] und machte dort Ende August bereits 39 Prozent der Infektionsfälle aus.[181] Bis Juli 2021 hatte die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) 16 Fälle mit der vergleichsweise neuen Variante bestätigt und am 21. Juli 2021 zur „Variant under Investigation“ (VUI) erklärt, es bestand noch kein Verdacht auf eine unkontrollierte kollektive Verbreitung. Offenbar stehe ein Großteil der neuen Fälle in Verbindung mit Überseereisen.[182]

    Die WHO benannte sie mit dem zwölften Buchstaben des griechischen Alphabets „Mu“ (englisch) bzw. „My“ (deutsch) und stufte sie Ende August 2021 als „Variant of Interest“ (VOI) ein,[127] nachdem sie in 39 Staaten gefunden wurde, wenn auch nur mit einem Anteil von 0,1 % an den Varianten weltweit,[183] Mitte September 2021 in Europa nur sehr vereinzelt.[184] Sie teilte mit, dass diese Variante Mutationen mit möglichen Resistenzen gegen Corona-Impfstoffe aufweise, ähnlich wie die Beta-Variante[180] oder noch stärker, auch als alle anderen VOC- & VOI-Varianten, so eine vorveröffentlichte Studie vom September 2021.[185] Charakteristische relevante Mutationen des Spike-Proteins sind E484K, N501Y, D614G und P681H,[167][186] die teilweise auch in den VOC-Varianten Alpha, Beta und Gamma zu finden sind.[187]

    Variant under Investigation (VUI)Bearbeiten

    Variante unter Beobachtung ist eine Art nationale Unterkategorie der Variant of Interest (VOI) für neu entdeckte Varianten. Sie wird von nationalen Gesundheitssystemen wie Public Health England (PHE)[188] genutzt, um frühzeitig – noch vor Kategorisierung durch die WHO – Viren mit möglicherweise besorgniserregendem Potenzial für die genauere Nachverfolgung zu kategorisieren.[189]

    Varianten – Alerts for Further MonitoringBearbeiten

    Varianten zur weiteren Überwachung, werden von WHO eingestuft. Bei dieser Variante gibt es genetische Veränderungen (Mutationen) mit Hinweisen auf:[131]

    • Beeinflussung der Viruseigenschaften,
    • mögliches künftiges Risiko,
    • noch ohne klare Beweise für phänotypische oder epidemiologische Auswirkungen,
    • erfordert verstärkte Überwachung und
    • Neubewertung, sobald neue Beweise vorliegen.

    Epsilon: B.1.427/B.1.429Bearbeiten

    Am 19. Januar 2021 wurden in Kalifornien Varianten mit Mutation L452R bekannt, die sich von der Variante Alpha (B.1.1.7) unterscheiden.[190][172] Die Varianten Epsilon B.1.427[191] und B.1.429[192] wurden erstmals im März 2020 nachgewiesen und waren im März 2021 als „Variant of Interest“ klassifiziert,[193] ab Juli zurückgestuft zur Beobachtung in „Alerts for Further Monitoring“.[127]

    C.1.2Bearbeiten

    Die Variante C.1.2 alias B.1.1.1.1.2 ist eine Untervariante von C.1. Sie wurde Mitte Mai 2021[194] erstmals in den Provinzen Mpumalanga und Gauteng in Südafrika identifiziert,[195] Ende Juli offiziell benannt[196] und breitet sich nach Vermutungen von Forschern ähnlich schnell aus wie die Delta-Variante.[197] Im August 2021 verbreitet sie sich in sechs von neun Regionen Südafrikas, zudem in der Demokratischen Republik Kongo, Mauritius, Neuseeland und Botswana. In Europa wurde C.1.2 in Portugal und der Schweiz erstmals nachgewiesen.[195]

    Sonstige VariantenBearbeiten

    • Im Oktober 2020 wurde die Variante B.1.617 im indischen Bundesstaat Maharashtra erstmals nachgewiesen.[158] Bis Ende April 2021 wurde sie in weiteren Staaten nachgewiesen, darunter dem Vereinigten Königreich, Deutschland, der Schweiz, Belgien, den Vereinigten Staaten, Australien und Singapur.[198] In Deutschland machte sie Anfang Mai 2021 rund 2 % der sequenzierten Proben aus.[158] Bis Ende Juni stieg der Anteil auf 37 % der sequenzierten Proben.[199] Bei B.1.617 wurden durch Mutation drei Aminosäuren im Spike-Protein ausgetauscht. Die Mutationen E484K und E484Q führten zu einer reduzierten Wirksamkeit der humoralen Immunantwort, während die Mutation L452R sowohl eine reduzierte Wirksamkeit der humoralen als auch der zellulären Immunantwort zufolge hatte.[158] Die Klade B.1.617 wird in die Subkladen B.1.617.1 (Kappa-Variante) und B.1.617.2 (Delta-Variante) unterteilt, wobei letztere nicht die Mutation E484Q aufweist.[200]

    Herkunft und WirtsspektrumBearbeiten

    Seit dem Bekanntwerden der Viruskrankheit werden verschiedene Tiergruppen als Ursprung oder zumindest Überträger des Erregers diskutiert. Eine molekulare Datierungsschätzung mittels Genom-Vergleich der verschiedenen SARS-CoV-2-Isolate legt einen Ursprung der Virusvariante im November 2019 nahe.[26][100] Van Dorp und ihre Kollegen ermittelten aufgrund phylogenetischer Analysen der verschiedenen Virusvarianten Anfang Mai 2020, dass das Virus zwischen dem 6. Oktober und dem 11. Dezember 2019 auf den Menschen übergesprungen sein dürfte.[4]

    Eine vergleichende Studie zum Infektionsrisiko von SARS-CoV-2 / COVID-19 wurde im August 2020 von Joana Damas et al. vorgelegt. Danach ist das Bindungspotential des Spike-Proteins an den jeweiligen ACE2-Rezeptor bei Primaten (Mensch, Bonobo, Gemeiner Schimpanse, Westlicher Flachlandgorilla) am größten, bei folgenden Spezies dagegen sehr gering: Kalifornischer Seelöwe, Hausmaus, Amerikanerkrähe und Mississippi-Alligator.[201] Insgesamt können mehr als 60 Säugetier-Arten von SARS-CoV-2 infiziert werden, darunter auch Füchse, Yaks, Riesenpandas und Koalas. (Stand: 6. November 2020).[202]

    Siehe auch: Institut für Virologie Wuhan

    Schlangen und VögelBearbeiten

    Fachleute vermuteten zu Beginn der Epidemie in China, dass als Hauptwirt ein anderes Säugetier oder Geflügel infrage komme. Der Übergang vom Tier auf den Menschen könne jedoch über einen noch nicht identifizierten Zwischenwirt erfolgt sein.[203] Chinesische Forscher verwiesen im Journal of Medical Virology auf Schlangen wie den Vielgebänderten Krait (Bungarus multicinctus) und die Chinesische Kobra (Naja atra),[204][205] die auf dem Großmarkt, der als Infektionsort der ersten Infizierten vermutet wird, neben anderen lebenden Wildtieren (sogenannten Ye Wei) wie Fledermäusen oder Kaninchen angeboten werden.[206] Diese Hypothese wurde von anderen Virologen für unwahrscheinlich erklärt,[207] da es bisher keine Evidenz dafür gäbe, dass Coronaviren auch Reptilien infizieren könnten. Bisher seien Coronaviren ausschließlich bei Säugetieren und Vögeln gefunden worden.[203] Weitere Untersuchungsergebnisse zu Hühnern und Enten (Galloanserae spp.) siehe unten.

    Fledertiere und SchuppentiereBearbeiten

     
    Mögliche Übertragungswege von Krankheitserregern von Fledertieren auf den Menschen.

    Hufeisennasen – möglicherweise mehrere höhlen­bewohnende Arten – waren das Reservoir des Erregers SARS-CoV-1, der die SARS-Pandemie 2002/2003 ausgelöst hatte, mit dem Larvenroller (Paguma larvata, englisch masked palm civet) als möglichem Zwischen­wirt zwischen Fleder­tier und Mensch. Seitdem wurden verschiedene weitere Beta­coronaviren (insbesondere auch SARS-artige der Unter­gattung Sarbecovirus) vor allem bei Fleder­tieren, aber auch bei Menschen gefunden.[26]

    BatCoV RaTG13

    Anfang 2020 wurde für ein Virus, welches BatCoV RaTG13 genannt wurde,[A 3] die große Übereinstimmung seiner Genomsequenz zu derjenigen von SARS-CoV-2 mit einen Wert von 96,2 % angegeben.[60] Verglichen mit anderen zu SARS-CoV verwandten Coronaviren („SARSr-CoVs“), die zu dieser Zeit durch eine Arbeitsgruppe um die Virologin Shi Zhengli in die Untersuchung einbezogen werden konnten, zeigte RaTG13 die höchste Übereinstimmung mit dem Virus SARS-CoV-2 (welches damals noch 2019-nCoV genannt wurde).[60] Das Virus RaTG13 ist also mit SARS-CoV-2 eng verwandt und daher ein Anhaltspunkt, um die Abstammung von SARS-CoV-2 einzugrenzen.[60]

    Die Entdeckungsgeschichte vom Virus RaTG13, welches im Jahr 2013 aus Kot der Fledermaus-Art Rhinolophus affinis isoliert wurde, ist indirekt an das Auftreten von schweren Atemwegserkrankungen beim Menschen im Jahr 2012 gekoppelt, wie erst Ende 2020 in einem Nachtrag (Addendum[208]) mitgeteilt wurde. Die Vorfälle in 2012 haben das Interesse an der Erforschung der Viren bei Fledermäusen in einer Kupfermine in Tongguan gefördert.[208] Allerdings wird in den entsprechenden Publikationen[208][60][209] an keiner Stelle ein Nachweis des Virus RaTG13 als Auslöser von Erkrankungen beim Menschen erwähnt und es werden dort auch keine Untersuchungen beschrieben, die einen solchen Nachweis erbracht haben könnten. Im Folgenden wird die Entdeckungs- und Publikationsgeschichte von RaTG13 dargestellt:

    • Im Jahr 2012 wurden Reinigungsarbeiten zur Beseitigung von Fledermauskot in einer Kupfermine vorgenommen, die sich in oder bei der Stadt Tongguan (通关镇; Karte[A 4]) im Landkreis Mojiang (墨江县) in der chinesischen Provinz Yunnan befindet (bzw. befand[A 5][209]).[208] Es ist in diesem Zusammenhang zu Lungenentzündungen gekommen, die zum Teil tödlich endeten.[208] Die Erkrankten waren am 26. und am 27. April 2012 im nächstgelegenen Krankenhaus aufgenommen worden und es wurden dort im weiteren Verlauf Proben von den Patienten gesammelt.[208] Diese Serumproben wurden auf das Vorhandensein verschiedener Viren getestet und es wurden keine dieser Viren gefunden.[208] Die Proben wurden jedoch nicht auf RaTG13 und auch nicht auf SARS-CoV-2 getestet, da diese Viren 2012 noch nicht bekannt waren.[208] In den Jahren 2012 und 2013 wurden Stuhlproben von Fledermäusen im stillgelegten Minenschacht im Landkreis Mojiang entnommen (erste Probenahme im August 2012), um sie hinsichtlich des Virenspektrums zu untersuchen; die Ergebnisse dieser Forschung sind Anfang 2016 veröffentlicht worden.[209] Die Stuhlproben von sechs Fledermausarten sind nach Genabschnitten des RdRp-Gens durchsucht worden, die zu den Gattungen Alphacoronavirus und Betacoronavirus passen, sodass die dabei gefundenen (und zumeist nicht klassifizierten) Coronaviren am wahrscheinlichsten diesen beiden Gattungen zugeordnet werden könnten.[209] Ein Betacoronavirus-Kandidat, der zudem als eng mit SARS-CoV verwandt eingestuft wurde, war das Virusisolat „RaBtCoV/4991“, dessen teilweise Sequenz des RdRp-Gens im Jahr 2013 in GenBank (Zugriffsnummer KP876546[A 6]) hinterlegt wurde.[209] Später, im Jahr 2018, konnte durch verbesserte Methoden die nahezu vollständige Genomsequenz ermittelt werden,[208] diese wurde aber erst 2020 – im Zuge der entsprechenden Publikation[60] – in GenBank (Zugriffsnummer MN996532[A 7]) mit einer neuen Benennung („RaTG13“ statt „RaBtCoV/4991“) hinterlegt. Im Nachtrag (Addendum[208]) zur eigentlichen Publikation[60] wird erklärt, dass der Virusname die Art des Wirtes (also Rhinolophus affinis), den Fundort (also Tongguan) und das Jahr der Isolation (also 2013) wiedergeben sollte, weshalb für die entsprechende Publikation[60] eine Umbenennung von der ursprünglichen Proben-Nr. des Virusisolates („4991“) zum Virusnamen „RaTG13“ vorgenommen wurde.

    SARS-CoV-ähnliche Coronaviren

    Bis 2017 wurden in den Höhlen in Yunnan SARS-CoV-ähnliche Coronaviren in folgenden Fledermausspezies gefunden: in Hufeisennasenarten bei der Java-Hufeisennase (Rhinolophus affinis, en. intermediate horseshoe bat), der Chinesischen Hufeisennase (R. sinicus) und der Großen Hufeisennase (R. ferrumequinum); sowie in der Stoliczka-Dreizackblattnase (Aselliscus stoliczkanus, en. Stoliczka's trident bat).[52]

    In Kot einer Horn-Hufeisennase[59] (Rhinolophus cornutus, en. little Japanese horseshoe bat) aus der Präfektur Iwate im Norden der japanischen Hauptinsel Honshū vom Jahr 2013 wurde im Herbst 2020 ein Rc-o319 genannter Sarbecovirus-Stamm gefunden, dessen Genom zu 81 % mit dem von SARS-CoV-2 übereinstimmt.[210][211]

    BatCoV RaTG13 und SARS-CoV-2

    Aufgrund der Ähnlichkeit der Bindungsstelle (en. receptor binding domain, RBD) des Spike-Proteins an den menschlichen Rezeptor ACE2 (hACE2) gilt inzwischen das Virus-Isolat BatCoV RaTG13[212] (gefunden in Java-Hufeisennasen Rhinolophus affinis, englisch intermediate horseshoe bat in Yunnan, in Bruchstücken auch bei erkrankten und verstorbenen Minenarbeitern aus Yunnan 2016)[213], als wichtiger Kandidat für den Ursprung von SARS-CoV-2, auch wenn nicht klar ist, ob die Übertragung direkt erfolgte. Die Übereinstimmungen der Gesamtgenomsequenzidentitӓt zwischen RaTG13 und SARS-COV-2, festgestellt beim Screening durch eine veröffentlichte Pan-CoV-2-PCR-Methode beträgt 96 %.[214]

    Zu Beginn der Pandemie kannte man praktisch keine nah mit SARS-CoV-2 verwandte Viren. Die hochaffine Bindung des SARS-CoV-2 Spike-Proteins an menschliches ACE2 ist höchstwahrscheinlich das Ergebnis einer natürlichen Selektion an einer menschlichen oder menschenähnlichen ACE2, die eine optimale Bindungslösung gestattet. Dass die Genetik des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 so gut zum Menschen passt, wird immer wieder als Argument für einen Labor-Ursprung des Virus benutzt.[61][26]

    Schuppentiere

    Nachdem in Malaiischen Schuppentieren (Manis javanica, en. Sunda pangolin) Coronaviren mit hoher genetischer Übereinstimmung zum SARS-CoV-2 gefunden wurden (Manis-CoV, genauer Pan_SL-CoV_GD/P1L,[207] Isolate SRR10168377 und SRR10168378),[100] gerieten diese in Verdacht der Ursprung der Pandemie zu sein, obwohl Schuppentiere Einzeltiere sind, die relativ kleine Populationsgrößen aufweisen, aber trotz Verbots in China gehandelt werden (Rote Liste gefährdeter Arten).[47][61][215][216][217][218][207] Die Übereinstimmung betrug in diesem Fall 90 % über das gesamte Genom, aber 99 % in einer spezifischen Region des Spike-Proteins (S-Protein), die es dem Virus erlaubt, an die ACE-Rezeptoren der menschlichen Zellen zu binden.[26] Interessanterweise ist das in den Java-Hufeisennasen (R. affinis) isolierte Virus RaTG13 gerade in diesem Genom-Abschnitt zu SARS-CoV-2 mit nur 77 % Übereinstimmung vergleichsweise unterschiedlich.[26] Dies bedeutet, dass die aus den Malaiischen Schuppentieren isolierten Coronaviren in menschliche Zellen eindringen können, das aus Java-Hufeisennasen isolierte jedoch nicht.[26] Außerdem ist dieses Ergebnis verträglich mit der Annahme, dass SARS-CoV-2 das Ergebnis einer Rekombination der RNA-Moleküle zweier verschiedener Viren sein könnte, eines dem RaTG13 aus Fledermäusen von Yunnan, das andere dem Pan_SL-CoV_GD aus den Schuppentieren von Guangdong nahestehend. Dann wäre SARS-CoV-2 entstanden als eine neue Chimäre aus zwei Viren, die diesen beiden Linien jeweils sehr nahestanden.[26][219] Diese Annahme wurde durch eine weitere Studie von Xiaojun Li und Kollegen (Duke University, Los Alamos National Laboratory, University of Texas, El Paso und New York University) Ende Mai 2020 unterstützt.[220][221][222]

    Zwar besitzen Coronaviren – anders als etwa Influenzaviren – ein unsegmentiertes Genom (monopartit), d. h. nur ein einziges Nukleinsäuremolekül (hier RNA). Eine Rekombination von Segmenten als Ganzes (Reassortment) ist also im Gegensatz zu diesen nicht möglich. Insbesondere um den Ursprung des alten SARS-Virus SARS-CoV-1[A 2] zu erklären, wurde bereits früher bei dieser Virusfamilie ein Rekombinationsmechanismus, und zwar innerhalb des (einzigen) Genom-Segments, beschrieben (homologe Rekombination).[26][223] Eine solche Rekombination kann, egal ob segmentiertes oder unsegmentiertes Genom, zu einem neuen Virus führen, das eine neue Wirtsspezies befallen und krank machen kann.[26] Das Rekombinationsereignis kann daher zum Ausgangspunkt einer neuen Epidemie werden, wie es bei SARS vermutet (und bei Influenza stets befürchtet) wird. Voraussetzung ist die Doppelinfektion (Koinfektion) eines (einzelnen) Wirtsindividuums durch die beiden Ausgangsviren.[26] Allerdings bleibt bislang (Stand 2. Juni 2020) ungeklärt, in welcher Spezies die hypothetische Doppelinfektion stattgefunden haben könnte, und unter welchen Umständen dies geschehen sein könnte. Bei den konfiszierten Schuppentiere, die in Quarantӓnezentren untergebracht wurden, konnten hochspeziefische SARS-CoV-2 Antigene festgestellt werden.[26]

    Alternatives Szenario

    Als alternatives Szenario, das ohne Rekombination auskommt, wird verschiedentlich etwa folgendes vorgeschlagen: Die gemeinsamen Vorfahren von RaTG13 und SARS-CoV-2 stammen danach ursprünglich von den Schuppentier-Coronaviren ab, von deren SARS-CoV-2-ähnlichstem Stamm sie sich vor mehr als 140 Jahren trennten. Diese Linie spaltete sich vor etwa 40–70 Jahren erneut auf: eine Linie verblieb in Fledermäusen und verlor dort die Bindungsfähigkeit ihres Spike-Proteins an das menschliche ACE2 (hACE2). Die andere behielt diese Fähigkeit und sprang zuletzt als SARS-CoV-2 auf den Menschen über.[224] Die verschiedenen Möglichkeiten werden auch von Halloy et al. in einem PrePrint vom Juli 2020 diskutiert.[213] Auch Boni et al. vertreten Ende Juli 2020 die Ansicht, dass SARS-CoV-2 nicht direkt aus einer Rekombination von Fledermaus- und Schuppentier-Coronaviren hervorgegangen ist, sondern dass sich seine Entwicklungslinie von der des Fledermausvirus RaTG13 vor ca. 50 Jahren getrennt hat.[225]

    Weiteres zu Nilflughunden siehe unten (Abschnitt Weitere Wirbeltiere).

    Anfang Dezember 2020 wurde erstmals über Funde SARS-CoV-2-ähnlicher Coronaviren bei Fledermäusen außerhalb Chinas berichtet. Neben dem oben erwähnten Fund von Rc-o319 bei der Horn-Hufeisennase aus Japan könnte man bei zwei im Jahr 2010 eingefrorenen Exemplaren der Kochang-Hufeisennase[59] (Rhinolophus shameli, en. Shamel's horseshoe bat) aus dem Norden Kambodschas fündig geworden sein, die Genom-Analyse ist aber erst zu 70 % abgeschlossen (Stand 6. Dezember 2020). Die Ergebnisse von Fledermausstudien waren jedoch im Allgemeinen beruhigend. Eine Untersuchung der ACE2-Rezeptoren in den Zellen von 46 Fledermausarten ergab, dass die Mehrheit schlechte Wirte waren. Einige Arten, wie z. B. Fruchtfledermäuse (Rousettus aegyptiacus), die infiziert wurden konnten die Infektion auf andere Fledermäuse übertragen.[210][226]

    Marderhunde als mögliche ZwischenwirteBearbeiten

     
    Darstellung des möglichen Übertragungsweges von Tier zu Mensch

    Laut Christian Drosten könnten Marderhunde (Nyctereutes procyonoides, eine Fuchsart) möglicherweise die gesuchten Zwischenwirte sein. Auch das ursprüngliche SARS-Virus (SARS-CoV-1) wurde in Marderhunden gefunden, die wegen ihres Fells in China gezüchtet werden und somit als Überträger auf den Menschen in Frage kommen.[227][228][229][230]

    Haustiere als WirteBearbeiten

    Haushunde und Hauskatzen waren die ersten Tiere, bei denen es im Haushalt ihrer Besitzer zu Übertragungen von Mensch zu Tier kam. Testtiere beider Arten wurden daher auch in Laborexperimenten infiziert, um den Verlauf der Krankheit und mögliche Rückübertragungen auf den Menschen zu erforschen. Einer im September 2020 publizierten Studie zufolge gibt es keine Hinweise für eine Rückübertragung der Viren auf den Menschen, wohl aber Belege dafür, dass die Immunantwort von infizierten Tieren beider Arten diese vor einer zweiten Infektion schützt. Hunde und vor allem Katzen stecken sich offenbar relativ häufig bei ihren mit SARS-CoV-2 infizierten Besitzern an. Darauf weisen zwei Untersuchungen hin. So berichtet die kanadische Tiermedizinerin Dorothee Bienzle, dass sie bei 67 % der untersuchten Katzen und bei 43 % der Hunde Antikörper fand, was auf eine durchgemachte Infektion hinweist. Die Tiere hatten mit infizierten Menschen zusammengelebt.[231][232] Laut WHO gab es bereits im März 2020 Hinweise, dass Haustiere SARS-CoV-2 nicht als Träger weiterverbreiten.[233] Jedoch können einige andere Viren aus der Virusfamilie Coronaviridae auch bei Haustieren Erkrankungen auslösen, z. B. die beiden Alphacoronaviren CCoV (Hunde) und FCoV (Katzen).[234]

    Nachfolgend einige Beispiele für die Erkrankungen bei Haustieren.

    HundeBearbeiten

    Am 28. Februar 2020 gab die Regierung Hongkongs bekannt, erstmals einen Hund positiv auf das Virus getestet zu haben, der im Haushalt seiner infizierten Halter lebte.[235] Die WHO bestätigte, die SARS-CoV-2-Proben seien „schwach positiv“[236] getestet worden. Obwohl bei dem Hund das Virus im Blut nachgewiesen werden konnte,[237] löste es bei ihm keine klinisch nachweisbaren Hinweise auf eine Erkrankung aus.[238] Das Tier wurde zuletzt am 12. und 13. März 2020 mit negativem Befund auf SARS-CoV-2 getestet, so dass seine Quarantäne beendet und es dem Besitzer zurückgegeben wurde. Zwei Tage nach Ende der Quarantäne verstarb der Hund, ohne dass ein direkter Zusammenhang mit dem Virusbefall nachweisbar war.[239]

    Mitte März 2020 wurden in Hongkong zwei weitere Hunde positiv auf SARS-CoV-2 getestet, die ebenfalls ohne auffällige Symptome einer Infektion waren.[240] Aus Japan wurde im September 2020 bekannt, dass dort zwischen April und August vier Hunde von an SARS-CoV-2 erkrankten Haltern positiv getestet, ohne auffällige Symptome einer Infektion isoliert und nach wiederholtem, negativem Test an ihre gesundeten Halter zurückgegeben worden waren.[241]

    Mitte April 2020 erschien ein Artikel über die Möglichkeit von streunenden Hunden als Zwischenwirt für die Übertragung von Sarbecoviren (RaTG13, Pangolin-CoV) von Wildtieren (Fledermäusen, Schuppentieren) auf den Menschen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Zinkfingerprotein ZAP.[242]

    Wenn Viren in einen Organismus eindringen, dann wehrt er sich. Und diese „Kampfspuren“ kann man später am Virus nachweisen bzw. an der Art, wie es sich verändert. Und genau das hat Professor Xuhua Xia untersucht. Dabei stellte er fest, dass nur die Coronaviren von Hunden (CCoVs) die gleiche Reaktion bei den Viren verursacht hatten wie im Fall des neuen Sars-CoV-2 und beim ursprünglichen Fledermausvirus BatCoV RaTG13.[243]

    Bei einer experimentellen Studie wurden drei Hunde mit dem Virus infiziert. Keiner der Hunde zeigte klinische Zeichen einer Infektion und es konnte auch keine Ausscheidung von vermehrungsfähigem Virus nachgewiesen werden.[231]

    KatzenBearbeiten

    In Lüttich (Belgien) wurde Ende März 2020 die Hauskatze eines Infizierten positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Das Tier litt vorübergehend an Durchfall, Erbrechen und erschwerter Atmung.[244][245] Eine Ende März 2020 in Hongkong bei einer Hauskatze nachgewiesene Infektion verlief hingegen symptomlos.[246] Antikörpernachweise hatten zuvor in Wuhan ergeben, dass dort auch Katzen infiziert worden waren.[247] Zudem wurde mehrfach in Laborexperimenten belegt, dass infizierte Katzen die Viren an andere Katzen weitergeben können.[248][249][250] Es besteht der Verdacht, dass eine Katze das Virus zwischen Bewohnern eines Altenheims in Bayern übertragen haben könnte, obwohl sie voneinander isoliert waren.[251] Eine weitere infizierte Katze wurde in Barcelona untersucht. Das Tier war wegen einer Herzerkrankung eingeschläfert worden, jedoch ergab die Autopsie, dass es nicht an, sondern mit SARS-CoV-2 am Herz erkrankt war.[252] Auch in der Schweiz wurde das Virus Ende 2020 bei einer Katze nachgewiesen.[253]

    Eine experimentelle Studie, bei der sieben Katzen infiziert worden waren, zeigte, dass diese rund fünf Tage übertragbares Virus ausschieden und auch andere Katzen infizieren konnten. Keine der untersuchten Katzen zeigte klinische Zeichen einer Infektion. Die durchgemachte Infektion schützte die Tiere im Falle einer Reexposition mit dem Virus. Ein Team unter der Leitung des Virologen Bu Zhigao führte Proben des SARS-CoV-2-Virus in die Nase von fünf Hauskatzen ein. Als zwei der Tiere sechs Tage später eingeschläfert wurden, fanden die Forscher virale RNA sowie infektiöse Viruspartikel in ihren oberen Atemwegen. Die anderen drei infizierten Katzen wurden neben nicht infizierten Katzen in Käfige gesetzt. Das Team entdeckte später virale RNA in einer dieser exponierten Katzen, was darauf hindeutet, dass es das Virus aus Tröpfchen kontrahierte, die von den infizierten Katzen ausgeatmet wurden. Alle vier infizierten Katzen produzierten auch Antikörper gegen SARS-CoV-2. Die Überwachung auf SARS-CoV-2 bei Katzen sollte als Teil der Bemühungen zur Eliminierung von COVID-19 beim Menschen betrachtet werden. Als Sporadische Infektionsquelle bei Menschen könnten Katzen nicht ausgeschlossen werden, sagte Jan Felix Drexler, Virologe am Charité-Krankenhaus in Berlin.[254][255][226] Laut chinesischen Berichten wurden seit 2019 ungefähr 30.000 Wild,- Zucht- und Haustiere wissenschaftlich auf entsprechende Infektionen getestet. Lediglich im März 2020 entdeckte man dabei in Wuhan einige wahrscheinlich infizierte Katzen.[256]

    MarderverwandteBearbeiten

    Im April und Mai 2020 wurden erstmals Infektionen und Erkrankungen von Amerikanischen Nerzen (Neovison vison, wie im Englischen auch Mink genannt) festgestellt, und zwar in mehreren niederländischen Nerz-Farmen. Die erkrankten Nerze zeigten ähnliche Symptome wie erkrankte Menschen: Atemwegsbeschwerden, Probleme mit dem Verdauungstrakt, erhöhte Sterblichkeit.[257] Auch in der vom Feinstaub belasteten Luft der Tierhaltungen wurde virale RNA nachgewiesen.[258][259] Das Virus sei – so die anfängliche Vermutung – von infizierten Mitarbeitern eingeschleppt und danach von Tier zu Tier weitergegeben worden.[260] Detaillierte Analysen des genetisches Codes der in den Farmen und im Umland der Farmen umlaufenden SARS-CoV-2-Varianten erbrachten zudem Anhaltspunkte dafür, dass sich zwei infizierte Mitarbeiter der Farmen bei den Nerzen angesteckt haben und dass zudem mehrere im Bereich der Farmen frei laufende Katzen ebenfalls „farm-typische“ SARS-CoV-2-Varianten aufwiesen,[261] weswegen auch sie als mögliche Überträger von Viren auf die Nerze infrage kommen.[262] Auch gab es Hinweise darauf, dass das Virus zwischen Mensch und Amerikanischem Nerz hin- und zurück gesprungen ist, dass also eine Übertragung zoonotisch (von Nerz auf Menschen) möglich ist; untersucht wurden Ausbrüche auf 16 Nerzfarmen.[263] Nach Ansicht der WHO-Expertin Maria Van Kerkhove ist das Risiko einer Ansteckung des Menschen durch ein solches Tier jedoch nur „sehr begrenzt“.[264] Eine ausführliche Stellungnahme mit Empfehlungen zum Umgang mit Nerzen hat die Europäische Gesundheitsbehörde (ECDC) am 12. November 2020 abgegeben.[265]

    Im US-Bundesstaat Utah wurden zwischen Juli und September 2020 – nach auffälligen Häufungen von Todesfällen in mehreren Zuchtbetrieben – ebenfalls infizierte Nerze entdeckt. Ein wilder Nerz, der in Utah positiv getestet wurde, „könnte nur die Spitze des Eisbergs sein“, sagte Sarah Hamer, Epidemiologin und Tierärztin an der Texas A & M University in der College Station. „Je mehr wir schauen, desto mehr könnten wir finden.“[226][266] Mitte Oktober 2020 wurde bekannt, dass Massenkeulungen vorgenommen wurden. So wurden allein im US-Bundesstaat Utah fast 10.000 Tiere getötet, in Spanien über 92.000 und (von denen 90 % mit SARS-CoV-2 infiziert gewesen sein sollen) in den Niederlanden über eine Million. Anfang November wurde von amtlichen Stellen in Dänemark angekündigt, sämtliche im Land gehaltenen – bis zu 17 Millionen Nerze – zu töten.[267][259] Vorausgegangen waren Erkenntnisse über Mutationen des Virus in Nerzen, gegen die einige der in Entwicklung befindlichen Impfstoffe gegen das Virus beim Menschen voraussichtlich nicht wirksam wären.[268] Die Nerzzucht in Dänemark ist ein bedeutender Wirtschaftszweig mit jährlich rund 17 Millionen Fellen in rund 1100 Zuchtfarmen, auf denen die Tiere auf engem Raum in Käfigen gehalten werden.[268] Bei den Nerzen in Dänemark wurde eine Virusvariante („Cluster 5“) entdeckt.[269] Mitte November teilte die dänische Regierung mit, dass diese Variante ausgemerzt sei.[270] Insgesamt war es bis November 2020 in sechs Ländern zu Ausbrüchen in Nerzfarmen gekommen.[271] Bis Januar 2021 wurde das Virus in Nerzfarmen von acht Ländern in der EU/im EWR nachgewiesen.[272] Dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zufolge waren für Deutschland keine besonderen Schutzmaßnahmen nötig, da es wegen des Verbots der Haltung von Nerzen als Pelztiere in Deutschland keine Nerzfarmen gibt.[273] In Wuhan wurden zehn Marktstände gefunden, an denen wilde oder gezüchtete Tiere aus Farmen in Südchina verkauft wurden, darunter Kaninchen, Zibetkatzen, Waschbären und Frettchen. Peter Daszak forderte eine Untersuchung der Bestände und Mitarbeiter dieser Farmen, ob sich dort möglicherweise noch Antikörper gegen das Virus finden lassen.[256]

    Durch Laborexperimente von Kim Young-Il et al. an der Universität Chungbuk in Südkorea wurde belegt, dass Frettchen empfänglich für eine SARS-CoV-2-Infektion sind und die Viren auch an Artgenossen weitergeben können.[274] Das FLI bestätigte aufgrund eigener Tests den Befund der Universität Chungbuk[251] und wies zugleich darauf hin, dass auch Nilflughunde empfänglich für eine SARS-CoV-2-Infektion sind, Schweine und Hühner hingegen nicht. Insbesondere die Empfänglichkeit von Frettchen sei ein wichtiger Befund, „da sie als Modelltiere für die Infektion des Menschen zur Erprobung von Impfstoffen oder Medikamenten eingesetzt werden könnten“.[275] Eine vorveröffentlichte Studie exponierte Frettchen entweder über die Nase oder die Luftröhre mit SARS-CoV-2, wobei die Infektion bei jüngeren Frettchen nur über die Nase Fuß fassen konnte. Alle Frettchen zeigten keine beobachtbaren Krankheitszeichen, jedoch eine Hyperplasie der Lymphknoten der Bronchien.[276]

    Ein experimentelles Vakzin gegen COVID-19 wurde an den in ihrem Bestand stark gefährdeten (Endangered, IUCN 3.1) Schwarzfußiltissen erprobt.[277] Finnland entwickelt einen Impfstoff für Marderhunde und Amerikanische Nerze, um in den Pelztierfarmen keine Massenkeulungen vornehmen zu müssen.[278] Auch Russland entwickelt einen Impfstoff für Nerze, Katzen und Nagetiere.[279]

    PrimatenBearbeiten

    Ein Übergang von SARS-CoV-2 vom Menschen auf Menschenaffen wurde erstmals Anfang 2021 nachgewiesen, und zwar bei den Gorillas im San Diego Zoo Safari Park. Laut einer Mitteilung der Zooverwaltung hatten zwei Gorillas am 6. Januar 2021 zu husten begonnen, weswegen Fäkalien der Tiere auf das Virus getestet wurden. Aufgrund der positiven Befunde wurden weitere Tests durch das veterinärmedizinische Labor des U.S. Department of Agriculture durchgeführt, die ebenfalls positive Befunde erbrachten.[280][281][282] Abgesehen vom Husten waren in der Gorilla-Gruppe keine gesundheitlichen Auffälligkeiten zu beobachten.

    Weitere Befunde:

    • Im Jahr 2016 wurde bei Schimpansen im Tai-Nationalpark (Elfenbeinküste) eine Infektion mit dem Humanen Coronavirus OC43 (HCoV-OC43, ein Betacoronavirus aus der Untergattung Embecovirus, Spezies Betacoronavirus 1)[283] beobachtet, das bei Menschen milde erkältungsartige Symptome hervorruft. Diese zeigten auch die Schimpansen. Um SARS-CoV-2-Übertragungen zu vermeiden, wurde daher im Frühjahr 2020 (insbesondere für Wildhüter) empfohlen, zu den Schimpansen einen Mindestabstand von 7 bis 10 Meter zu halten und auch gegenüber den Tieren gegebenenfalls Quarantänezeiten einzuhalten.[284]
    • Eine chinesische Forschergruppe um Chuan Qin stellte im März 2020 Ergebnisse ihrer Untersuchungen an Rhesusaffen zur Verfügung. Hierbei ging es insbesondere um die Frage der Infektiosität nach überstandener Erkrankung.[285][286][287] Auch eine im Mai 2020 in Science publizierte Studie an Rhesusaffen berichtete von „schützender Immunität“ nach erstmaliger Erkrankung.[288]
    • Niederländische Forscher berichteten im März 2020 in Science, dass SARS-CoV-2 bei Javaneraffen eine „COVID-19-ähnliche Krankheit“ verursache, weswegen diese Tiere als Modell für das Testen von vorbeugenden und therapeutischen Strategien geeignet seien.[289]

    Weitere WirbeltiereBearbeiten

    Im New Yorker Bronx Zoo wurde Anfang April 2020 ein erwachsener Tiger positiv auf SARS-CoV-2 getestet,[290] nachdem bei ihm trockener Husten und keuchender Atem aufgefallen waren, jedoch keine Atemnot. Weiterhin wiesen auch zwei Löwen und fünf Tiger ähnliche Symptome auf, weswegen auch bei ihnen eine Infektion mit SARS-CoV-2 vermutet wurde. Infiziert wurden die Tiere vermutlich von einem asymptomatischen Bediensteten des Zoos. Wenige Tage nach dem Auftreten von Krankheitszeichen erholten sich die Tiere wieder.[291] Im Joburg Zoo in Johannesburg (Südafrika) infizierte sich im Juli 2020 ein Puma bei einem infizierten Tierbetreuer.[292] Chinesische Forscher berichteten im April 2020 in der Fachzeitschrift Science, dass sich das Virus in Hunden, Schweinen, Hühnern und Enten nur schlecht („poorly“) vermehre, und bestätigten, dass Frettchen und Katzen infiziert werden können.[293] Auch Goldhamster, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-1[A 2] nur sehr schwache Symptome entwickelt hatten und daher als Modelltiere ungeeignet waren, ließen sich im Labor mit SARS-CoV-2 infizieren, zeigten deutliche Symptome und wiesen hohe Viruskonzentrationen in Lunge und Darm auf.[294]

    Wie bereits im Abschnitt Marderverwandte erwähnt, hatte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) aufgrund eigener Tests solche Befunde bestätigt: Nilflughunde sind neben Frettchen (im Gegensatz zu Schweinen und Hühnern) empfänglich für eine SARS-CoV-2-Infektion.[251][275]

    Diese Ergebnisse wurden durch eine Studie von Kore Schlottau (WHO) et al. (veröffentlicht im Juli 2020) ein weiteres Mal bestätigt und vertieft. Getestet wurden Nilflughunde (Rousettus aegyptiacus, englisch fruit bats), Frettchen (von den Autoren als Mustela putorius bezeichnet), Hausschweine (Sus scrofa domesticus) und Haushühner (Gallus gallus domesticus). Die Hausschweine und Haushühner erwiesen sich auch hier als nicht empfänglich für SARS-CoV-2. Als die Forscher begannen, Schweine und Ferkel künstlich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, stellten sie fest, dass es sich nicht gut replizierte. Sieben von neun Nilflughunden erkrankten zunächst an Rhinitis, das Virus wanderte mit weiterem Fortschreiten der Erkrankung über die Luftröhre teilweise bis in die Lunge. Bei den Frettchen wurde zwar eine noch effizientere Virusreplikation, aber bis auf eine mögliche leichte Rhinitis keine Krankheitssymptome beobachtet. Sie entwickelten wie auch die Nilflughunde Antikörper gegen SARS-CoV-2.[295]

    Laut einer Studie des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zeigen Rinder eine geringe Empfänglichkeit gegenüber SARS-CoV-2.[296]

    Während im Labor infizierte Mäuse offenbar keine Krankheitssymptome entwickeln, war es Y.-C. Wang und Kollegen in China möglich, bei C57BL / 6-Labormäusen mit CRISPR / Cas9 das ACE2 der Mäuse (mACE2, murines ACE2) durch das des Menschen (hACE2, humanes ACE2) zu ersetzen. Die hACE2-Mäuse zeigten Virusreplikation von SARS-CoV-2 in ihren Lungen, der Luftröhre und im Gehirn. Auch der Verdauungstrakt war betroffen, so wie es bei manchen menschlichen Patienten beobachtet wird. Sie scheinen damit geeignet, um etwa einen Impfstoff zu testen, bevor er Menschen verabreicht wird;[297][298] eine Alternative zur Methode die Wirkung eines Mittels auf künstlich mutierte Sarbecoviren zu testen, wie jüngst bei Remdesivir und SARS-CoV-RdRp / SARS-CoV-2-RdRp (altes SARS-Virus mit RdRP-Gen von SARS-CoV-2) geschehen.[299][300] Durch die Varianten Beta und Gamma können Mäuse nachweislich infiziert werden.[301]

    Risikogruppe nach BiostoffverordnungBearbeiten

    Für Beschäftigte, die durch ihre berufliche Tätigkeit mit Infektionserregern in Kontakt kommen können, gilt in Deutschland die Biostoffverordnung (BioStoffV). Der bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eingerichtete Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) hat SARS-CoV-2 am 19. Februar 2020 vorläufig in die Risikogruppe 3 nach der BioStoffV eingeordnet (zweithöchste Stufe).[302] Grundsätzlich erfolgt die Einstufung in Risikogruppen in den Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA), die von der BAuA veröffentlicht werden, für Viren ist dies die TRBA 462: Einstufung von Viren in Risikogruppen. Beim Auftreten neuartiger, noch nicht zugeordneter Krankheitserreger erfolgt zunächst eine vorläufige Einstufung durch den ABAS. In der Begründung wird auf die Ähnlichkeit von SARS-CoV-2 mit dem SARS-CoV-1 hingewiesen, der die SARS-Pandemie 2002/2003 ausgelöst hat, und auch die Ähnlichkeit in geringerem Umfang mit dem MERS-CoV wird erwähnt. Diese beiden Viren wurden ebenfalls der Risikogruppe 3 zugeordnet. Der ABAS nennt die „derzeit fehlenden Möglichkeiten zu Impfprävention und Therapie sowie die große Verbreitungsmöglichkeit in der Bevölkerung“ als Begründung für die vorläufige Zuordnung zur Risikogruppe 3.[303]

    Außerdem werden Empfehlungen zur Arbeit mit dem Virus bei der Diagnostik im Labor gegeben: Nicht gezielte Tätigkeiten (vergleiche § 5 BioStoffV) – ausgehend vom Untersuchungsmaterial, also beispielsweise die Probenvorbereitung, Probenaufbereitung und die Inaktivierung, um den Nachweis mittels RT-PCR (siehe Abschnitt Nachweismethoden) durchzuführen – können unter den Bedingungen der Schutzstufe 2 durchgeführt werden. Dabei sind alle Tätigkeiten, bei denen mit Aerosolbildung zu rechnen ist, in einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank der Klasse II durchzuführen. Außerdem ist die entsprechende persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Gezielte Tätigkeiten nach § 5 BioStoffV dürfen nur in Laboratorien der Schutzstufe 3 durchgeführt werden, dies betrifft z. B. die Vermehrung des Virus in einer Zellkultur.[303] Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hatte zuvor ähnliche Empfehlungen herausgegeben.[304]

    Klinische ErscheinungenBearbeiten

    Klassifikation nach ICD-10
    U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen
    U07.2 COVID-19, Virus nicht nachgewiesen
    ICD-10 online (WHO-Version 2019)

    NachweismethodenBearbeiten

    RT-PCR-TestBearbeiten

    Funktionsweise des PCR-Tests

    Der sogenannte „PCR-Test“ (genauer: real-time quantitative Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) gilt als Goldstandard für den Nachweis von SARS-CoV-2, da er besonders sensitiv und wenig fehleranfällig ist. Er wird von geschultem Personal in der Regel per Rachenabstrich durchgeführt und im Labor innerhalb weniger Stunden bis Tage ausgewertet.[305]

    Antigen-SchnelltestBearbeiten

     
    SARS-CoV-2-Schnelltests, mit negativer Ergebnisanzeige. Lateral-Flow-Tests zum Nachweis viraler Antigene

    Mit einem Schnelltest (SARS-CoV-2-Antigentest) können innerhalb von knapp 15 Minuten Antigene von SARS-CoV-2 nachgewiesen werden. Er wird durch einen Nasenabstrich oder über eine Speichelprobe mittels eines Lateral-Flow-Tests durchgeführt. Der Antigen-Schnelltest ist nicht so sensitiv wie ein PCR-Test und damit weniger aussagekräftig. Durch das schnellere Ergebnis, die geringeren Kosten und weil er als „Selbsttest“ auch von Laien durchgeführt werden kann, kam ihm in der COVID-19-Pandemie dennoch eine wichtige Rolle zu. Ein positives Testergebnis (angezeigt durch einen – auch nur leicht sichtbaren – zweiten Streifen auf dem Testkit) sollte aber immer durch einen PCR-Test abgesichert werden.[306]

    AntikörpernachweisBearbeiten

     
    Lateral-Flow-Test für Anti­körper­nachweis IgG und IgM; linkes Test-Kit: negativer Befund; rechtes Test-Kit: positiver Befund

    Während die beiden obengenannten Verfahren eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachweisen können, wird eine mögliche Immunität durch den Test auf Antikörper überprüft. Dieser erfolgt durch eine Blutprobe, welche ebenfalls mittels eines Schnelltests untersucht werden kann.

    Vorgehensweise beim NachweisBearbeiten

    BehandlungBearbeiten

    Für die Krankheit COVID-19 gibt es bisher keine spezifische Behandlung, eine Therapie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern. Es wird jedoch untersucht, ob bereits bekannte Virostatika auch bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 wirksam sind.

    VorbeugungBearbeiten

    Impfstoffe / Impfung gegen COVID-19Bearbeiten

    Unmittelbar nach Veröffentlichung der RNA-Sequenz des Virus wurde in mehreren Laboren mit der Impfstoffentwicklung begonnen.[307][308] Die internationale Impfstoffinitiative CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) plante, bis Mitte Juni 2020 erste Tests mit bis dahin entwickelten Impfstoffen durchzuführen. Dafür erhielten mehrere potentiell geeignete Unternehmen finanzielle Unterstützung.[309] In Deutschland betraf dies u. a. die Tübinger Biotechnologiefirma Curevac, die zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut an der schnellen Impfstoffentwicklung arbeitete.[310][311]

    Bei oder nach der Klinischen Prüfung der Arzneimittelstudie (Phase-III-Studie) sind unter anderem die RNA-Impfstoffe Tozinameran (BioNTech / Pfizer) und mRNA-1273 (Moderna) sowie die Vektorimpfstoffe: Vaxzevria, zuvor AZD1222, (AstraZeneca / Oxford) und Ad26.COV2.S (Janssen / Johnson & Johnson) zugelassen worden. Weltweit werden 278 Impfprojekte vorangetrieben (Stand: 26. März 2021). Es wird bei der Impfung unterschieden zwischen Lebendimpfstoffen mit Vektorviren, die mit Oberflächenproteinen von SARS-CoV-2 ergänzt wurden und die so abgeschwächt sind, dass sie keine krankmachenden Eigenschaften mehr besitzen, Totimpfstoffen mit Virusproteinen, die die Kaskade der Immunantwort in Gang bringen und RNA-Impfstoffen mit ausgewähltem Gen des Virus in Form von RNA.[312][313]

    Um den anfänglich knappen Impfstoff einer gerechten Verteilung zuzuführen, wurde für Deutschland ein gemeinsames Positionspapier zur Priorisierung der COVID-19-Impfmaßnahmen durch die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut, den Deutschen Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina entwickelt. RKI-Chef Lothar Wieler sagte: Bis man aber weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten könne, müsse der Anteil der immunen Menschen in der Bevölkerung deutlich über 80 Prozent liegen. Auch dann werde es noch Infektionen und Ausbrüche geben, aber keine Wellen mehr.[314][315]

    Bei Impfungen kann es generell zu unerwünschten Effekten kommen – das sind bspw. infektionsverstärkende Antikörper bzw. nicht-neutralisierende Antikörper – und daher müssten solche Effekte auch bei Impfungen gegen SARS-CoV-2 beachtet werden.[316] Durch den auch als ADE (antibody-dependent enhancement, Antikörper-abhängige Verstärkung) bezeichneten Effekt können bspw. kreuzreaktive Antikörper gegen das Zika-Virus eine Dengue-Virus-Infektion verschlimmern.[317] Bei der Impfung von Katzen gegen Felines Coronavirus wurde beobachtet; dass dort eine Infektionsverstärkung aufgrund von Impfungen und auch aufgrund einer vorher durchgemachten Erkrankung mit dem Virus auftraten.[318] Allerdings ergaben entsprechende Untersuchungen bisher[A 8][319] keinen Beweis dafür, dass bei SARS-CoV-2-Infektionen bzw. -Impfungen beim Menschen durch infektionsverstärkende Antikörper bedingte Effekte tatsächlich negativ in Erscheinung treten würden.

    Impfung gegen andere InfektionenBearbeiten

    Die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung empfahl Ende Februar 2020 allen Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranken, ihren Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls die Impfung gegen Pneumokokken (Impfstoffe wie Pneumovax 23 waren jedoch im März 2020 nur noch eingeschränkt lieferbar[320]) und Keuchhusten (Pertussis) durchführen oder auffrischen zu lassen. Da Menschen über 60 Jahren und chronisch Kranke durch SARS-CoV besonders gefährdet sind, seien sie vorsorglich zu schützen.[321][322]

    HygienemaßnahmenBearbeiten

    Die wichtigsten dieser Maßnahmen sind:

    • Persönliche Händehygiene (regelmäßiges Händewaschen mit Seife, mindestens 20 Sekunden lang)
    • Augen, Nase oder Mund nicht mit ungewaschenen Händen berühren
    • Einhalten des Mindestabstands (1,5 bis 2 Meter) zu anderen Personen außer solchen desselben Haushalts
    • Husten oder Niesen nur in Taschentuch oder Armbeuge, keinesfalls in die Hand
    • Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung (partikelfilternde Halbmaske, FFP2) in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden, insbesondere Spitälern, Heimen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen, sowie im Freien, wenn nicht ausreichend Abstand eingehalten werden kann
    • Geschlossene Räume ausreichend und häufig lüften
    • Die Raumluft kann mit Schwebstofffiltern gereinigt werden, um Viren zu entfernen.
    • Bei Krankheitsgefühl statt Arztbesuch das Info-Telefon anrufen und zu Hause bleiben

    Epidemische LageBearbeiten

    SARS-CoV-2 verursacht die Erkrankung COVID-19 (für englisch corona virus disease 2019), die im Dezember 2019 in der Millionenstadt Wuhan der chinesischen Provinz Hubei auffällig wurde, sich im Januar 2020 in der Volksrepublik China zur Epidemie entwickelte und sich dann weltweit als COVID-19-Pandemie ausbreitete. Um einer Ausbreitung in Staaten ohne leistungsfähige Gesundheitssysteme entgegenzuwirken, rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 30. Januar 2020 die Gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite (internationale Gesundheitsnotlage) aus.[323] Am 11. März 2020 stufte die WHO die bisherige Epidemie zu einer Pandemie hoch.[324] Nach einer entsprechenden Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) hat der Deutsche Bundestag mit Wirkung zum 28. März 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland eine epidemische Lage von nationaler Tragweite von unbestimmter Dauer festgestellt.

    MeldepflichtBearbeiten

    In Deutschland ist der direkte und indirekte Nachweis von SARS-CoV-2 seit dem 23. Mai 2020 gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 44a des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) für Labore namentlich meldepflichtig, sofern der Nachweis auf eine akute Infektion hindeutet. Die Meldepflicht wurde zum 1. Februar 2020 durch Verordnung eingeführt. Seit der gesetzlichen Regelung durch das Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite im IfSG war auch das Untersuchungsergebnis (einschließlich negativer Testergebnisse[325][326]) nichtnamentlich durch Labore zu melden (§ 7 Abs. 4 Nr. 1 IfSG alter Fassung). Diese nichtnamentliche Meldepflicht für Untersuchungsergebnisse (und damit für negative Testergebnisse) war jedoch ausgesetzt, solange das Robert Koch-Institut noch nicht über das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) verfügte.[327] Seit dem 19. November 2020 ist diese Meldepflicht aufgehoben.[328] Allerdings besteht für Ärzte noch eine Meldepflicht hinsichtlich der durch das Virus verursachten Atemwegserkrankung COVID-19 in Bezug auf Menschen. Seit dem 2. Juli 2020 besteht eine Meldepflicht, wenn Haustiere positiv getestet wurden.[329]

    In Österreich besteht ebenfalls Anzeigepflicht, und zwar nach dem Epidemiegesetz 1950[330] zusammen mit einer Verordnung.[331] Die Pflicht zur Anzeige besteht für Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle aufgrund dieses Virus. Zudem wurde auch die Absonderungsverordnung[332] um das neue Coronavirus erweitert.[333]

    Auch in der Schweiz existiert eine Meldepflicht.[334] Diese folgt aus dem Epidemiengesetz[335] der Schweiz in Verbindung mit der Epidemienverordnung[336] und der Verordnung des EDI über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen[337] Nach Anhang 1 der Verordnung des EDI müssen Ärzte einen klinischen Verdacht und die Veranlassung einer erregerspezifischen Labordiagnostik und den nötigen epidemiologischen Zusammenhang melden. Nach Anhang 3 der Verordnung des EDI müssen Labore einen positiven und negativen Befund (also Nachweis) melden. Das Bundesamt für Gesundheit hat hierzu Verdachts-, Beprobungs-, Meldekriterien veröffentlicht.[338]

    WeblinksBearbeiten

    Portal: COVID-19 – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema COVID-19
    Commons: SARS-CoV-2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Wiktionary: Verzeichnis von Wörtern im Zusammenhang mit COVID-19/Corona – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
    • Nextstrain – Datenbank der genetischen Varianten von SARS-CoV-2

    Von Behörden in DeutschlandBearbeiten

    Von Behörden in ÖsterreichBearbeiten

    Von Behörden in der SchweizBearbeiten

    Von internationalen OrganisationenBearbeiten

    Von anderen AnbieternBearbeiten

    AnmerkungenBearbeiten

    1. In dieser Übersicht (Infobox Virus) wurde das Virus mit dem Namen „severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“ bzw. „SARS-CoV-2“ vereinfachend als Unterart bzw. Subspezies eingeordnet. Die zuständige Institution, das Internationale Komitee für die Taxonomie von Viren (ICTV, International Committee on Taxonomy of Viruses), welches sich mit der offiziellen Einteilung und Benennung von Viren beschäftigt, definiert die „species“ (also die „Virusart“ oder die „Spezies“) als kleinste verwendbare Einheit (Taxon) für diese Einteilung. Die zuständige Arbeitsgruppe für die Coronaviridae, CSG („Coronaviridae Study Group of the International Committee on Taxonomy of Viruses“), verwendet den Begriff Klade bzw. „Schwesterklade“ („sister clade“) für die Zuordnung von „SARS-CoV-2“ gegenüber anderen Viren innerhalb derselben Spezies, Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus (CSG, Gorbalenya et al., 2020; https://doi.org/10.1038/s41564-020-0695-z).
    2. a b c Der Ausdruck „SARS-CoV-1“ wird mitunter synonym für „SARS-CoV“ verwendet; siehe SARS-CoV.
    3. Die Benennung „BatCoV RaTG13“ bezieht sich auf „Fledermaus“ (Bat: engl. bat) als Virenwirt und auf „Coronavirus“ als Gruppenzuordnung für das Virus (CoV: engl. coronavirus). Das bezeichnende Isolat von diesem „Fledermaus-Coronavirus“ stammt von einer Fledermaus-Art (Ra: Rhinolophus affinis), von einem Ort (TG: Tongguan) in einem Jahr (13: Jahr 2013).
    4. OpenStreetMap: Tongguan Town.
    5. Die Stilllegung des entsprechenden Minenschachtes im Landkreis Mojiang müsste laut Ge et al. (2016, PMID 26920708) irgendwann vor der ersten Entnahme der Stuhlproben von Fledermäusen erfolgt sein, die im August 2012 stattgefunden haben soll.
    6. Teilweise Sequenz des RdRp-Gens von BatCoV RaTG13 in GenBank: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/nuccore/KP876546.
    7. Nahezu vollständige Sequenz des Genoms von BatCoV RaTG13 in GenBank: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/nuccore/MN996532.
    8. Es konnten nur die Untersuchungen berücksichtigt werden, die veröffentlicht und auffindbar waren. Hier wurde vor allem PubMed für die Recherche genutzt (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/), wobei ein Suchausdruck eingesetzt wurde („2021[dp] antibody-dependent enhancement sars-cov-2 vaccines“), der den Zeitraum des bereits verstrichenen Jahres 2021 abdeckt; Stand: Juli 2021.

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. a b c d e f g h i j ICTV: ICTV Taxonomy history: Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus, EC 51, Berlin, Juli 2019; Email ratification March 2020 (MSL #35)
    2. a b c Coronaviridae Study Group of the International Committee on Taxonomy of Viruses., Gorbalenya, A.E., Baker, S.C. et al.: The species Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus: classifying 2019-nCoV and naming it SARS-CoV-2. In: Nature Microbiology. Band 5, Nr. 4, April 2020, ISSN 2058-5276, S. 536–544, doi:10.1038/s41564-020-0695-z, PMID 32123347, PMC 7095448 (freier Volltext) – (englisch, nature.com).
    3. a b c d Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 → Erreger. (Stand: 11. Dezember 2020). In: Website des Robert Koch-Instituts: COVID-19 in Deutschland. Robert Koch-Institut, 11. Dezember 2020, abgerufen am 6. Januar 2021.
    4. a b c d Lucy van Dorp et al.: Emergence of genomic diversity and recurrent mutations in SARS-CoV-2. In: Infection, Genetics and Evolution. Band 83, September 2020, S. 104351, doi:10.1016/j.meegid.2020.104351, PMID 32387564, PMC 7199730 (freier Volltext) – (englisch).
    5. a b Pneumonia of unknown cause – China. Disease Outbreak News (DONs) – WHO, 5. Januar 2020, abgerufen am 29. April 2020 (englisch).
    6. Florian Rötzer: WHO ruft international Notlage aus 30. Januar 2020.
    7. Coronavirus SARS-CoV-2: Risikobewertung zu COVID-19. „Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt.“ In: Website des RKI. Robert Koch-Institut (RKI), 26. Mai 2020, abgerufen am 26. Mai 2020.
    8. The Size of SARS-CoV-2 Compared to Other Things. 16. Juli 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020 (englisch).
    9. Neue Erkenntnisse über Superspreader-Ereignisse – Eine Zusammenfassung aktueller Studien von Klaus Taschwer. Abgerufen am 26. Mai 2020.
    10. Covid-19: Welche Rolle spielen „Superspreader“ bei der Ausbreitung des Coronavirus? DeutschlandfunkOnline, 28. Mai 2020, abgerufen am 28. Mai 2020.
    11. a b WHO: Weekly epidemiological update on COVID-19 – 24 August 2021 (Edition 54). In: Publications/Overview. who.int, 24. August 2021, S. 6, abgerufen am 29. August 2021 (englisch). (PDF) “Table 2: Summary of phenotypic impacts of Variants of Concern, Delta: […] Transmissibility: Increased transmissibility and secondary attack rate, Similar transmissibility between vaccinated and unvaccinated individuals.” (F. Campbell et al., 2021; doi:10.1101/2021.07.31.21261387, doi:10.1101/2021.07.07.21260122, doi:10.15585/mmwr.mm7031e2)
    12. Stephanie Hegarty: The Chinese doctor who tried to warn others about coronavirus. BBC News, 6. Februar 2020, abgerufen am 6. Februar 2020 (englisch).
    13. Deutsche Welle (www.dw.com): Whistleblower-Arzt aus Wuhan gestorben | DW | 7. Februar 2020. Abgerufen am 12. Mai 2020.
    14. a b Na Zhu et al. for the China Novel Coronavirus Investigating and Research Team: A Novel Coronavirus from Patients with Pneumonia in China, 2019. In: The New England Journal of Medicine. 24. Januar 2020, doi:10.1056/NEJMoa2001017 (englisch).
    15. Pneumonia of unknown cause – China. In: Website der WHO. 5. Januar 2020, abgerufen am 14. Januar 2020 (englisch).
    16. New virus surging in Asia rattles scientists. In: nature.com. 20. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020 (englisch).
    17. Wuhan seafood market may not be source of novel virus spreading globally. In: ScienceMag des AAAS. 26. Januar 2020, abgerufen am 23. April 2020 (englisch).
    18. Chaolin Huang et al.: Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China, in: The Lancet Band 395, Nr. 10223 vom 15. February 2020, S. 497–506, veröffentlicht am 24. Januar 2020, doi:10.1016/S0140-6736(20)30183-5
    19. WHO Statement Regarding Cluster of Pneumonia Cases in Wuhan, China. WHO, 9. Januar 2020, abgerufen am 14. Januar 2020 (englisch).
    20. Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2. In: Website des Robert Koch-Instituts. 18. März 2020, abgerufen am 19. März 2020.
    21. a b c F. Wu, S. Zhao, B. Yu, Y.-M. Chen, W. Wang, Y. Hu, Z.-G. Song, Z.-W. Tao, J.-H. Tian, Y.-Y. Pei, M. L. Yuan, Y.-L. Zhang, F.-H. Dai, Y. Liu, Q.-M. Wang, J.-J. Zheng, L. Xu, E. C. Holmes, Y.-Z. Zhang: Wuhan seafood market pneumonia virus isolate Wuhan-Hu-1, complete genome. In: Website Nucleotide des National Center for Biotechnology Information (NCBI). Abgerufen am 4. Februar 2020.
    22. WHO: Laboratory testing for 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) in suspected human cases. Auf: who.int vom 14. Januar 2020.
    23. Karola Neubert: Erster Test für das neuartige Coronavirus in China ist entwickelt. In: Website Informationsdienst Wissenschaft (idw). 16. Januar 2020, abgerufen am 9. Februar 2020.
    24. Victor M. Corman et al.: Detection of 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR. In: Eurosurveillance. Band 25, Nr. 3, 23. Januar 2020, ISSN 1560-7917, S. 2000045, doi:10.2807/1560-7917.ES.2020.25.3.2000045, PMID 31992387, PMC 6988269 (freier Volltext) – (englisch, eurosurveillance.org [abgerufen am 28. Dezember 2020]).
    25. a b University of Sydney: Unlocking the Genetic Code of the Novel Coronavirus: How COVID-19 Made the Leap From Animals to Humans. The genetic quest to understand COVID-19 will help us prevent other diseases. In: Biology News. scitechdaily.com, 26. März 2020, abgerufen am 10. September 2021 (englisch): „Professor Holmes said: 'The role that pangolins play in the emergence of SARS-CoV-2 (the cause of COVID-19) is still unclear. […]' Professor Holmes and Professor Zhang are quick to point out that as “not all of the early [COVID-19] cases were market associated, it is possible that the emergence story is more complicated than first suspected”.“
    26. a b c d e f g h i j k l Alexandre Hassanin: Coronavirus Could Be a ‘Chimera’ of Two Different Viruses, Genome Analysis Suggests, auf: sciencealert vom 24. März 2020 (Quelle: The Conversation)
    27. WHO: Update from the Secretariat Scientific Advisory Group for the Origins of Novel Pathogens Update on studies into the origin of SARS-CoV-2. (pdf) Establishment of the Scientific Advisory Group for the Origins of Novel Pathogens SAGO. who.int, 21. August 2021, S. 10–20, hier: 10, 18, abgerufen am 9. September 2021 (englisch, Zusammenstellung Übersicht der Studien Stand August 2021 mit ersten Nachweisen des SARS-CoV-2-Virus' im Herbst 2019): „Current TMRCA estimates: November 2019 (95% credible interval October–December 2019) / Testing of pre-pandemic samples – positive results […], Dates of positive samples […] / France […], December 2019 […] November – December 2019 doi:10.1016/j.ijantimicag.2020.106006 / Italy […], December 2019 doi:10.3201/eid2702.204632 […], September-December 2019 doi:10.2139/ssrn.3883274 […], November 2019 doi:10.1111/bjd.19804 […], December 2019 doi:10.1016/j.watres.2021.117104
    28. https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/woher-kommt-das-corona-virus-e946600/
    29. Josephine Ma in South China Morning Post: Coronavirus: China’s first confirmed Covid-19 case traced back to November 17. In: Coronavirus pandemic / China / Exclusive. scmp.com, 13. März 2020, abgerufen am 10. September 2021 (englisch): „According to the government data seen by the Post, a 55 year-old from Hubei province could have been the first person to have contracted Covid-19 on November 17. From that date onwards, one to five new cases were reported each day. By December 15, the total number of infections stood at 27 – the first double-digit daily rise was reported on December 17 – and by December 20, the total number of confirmed cases had reached 60. […] While the government records have not been released to the public, they provide valuable clues about how the disease spread in its early days and the speed of its transmission“
    30. A. Deslandes et al.: SARS-CoV-2 was already spreading in France in late December 2019. In: Elsevier (Hrsg.): International Journal of Antimicrobial Agents. Band 55, Nr. 6, Juni 2020, S. 106006, doi:10.1016/j.ijantimicag.2020.106006 (englisch).
    31. Sudhir Kumar et al. in Molecular Biology and Evolution: An Evolutionary Portrait of the Progenitor SARS-CoV-2 and Its Dominant Offshoots in COVID-19 Pandemic. In: Molecular Biology and Evolution. Band 38, Nr. 8. Oxford University Press, 4. Mai 2021, S. 3046–3059, doi:10.1093/molbev/msab118 (englisch, oup.com [PDF; 1,3 MB; abgerufen am 11. September 2021]): “However, multiple coronavirus infections in China and the United States harbored the progenitor genetic fingerprint in January 2020 and later, suggesting that the progenitor was spreading worldwide months before and after the first reported cases of COVID-19 in China. Mutations of the progenitor and its offshoots have produced manydominant coronavirus strains that have spread episodically over time.”, dazu:
      Joseph Caspermeyer: COVID-19 Patient Zero: Data Analysis Identifies the “Mother” of All SARS-CoV-2 Genomes, auf: SciTechDaily vom 7. November 2020
    32. Nick Paton Walsh für CNN: CNN Exclusive: WHO Wuhan mission finds possible signs of wider original outbreak in 2019. cnn.com, 15. Februar 2021, abgerufen am 10. September 2021 (englisch): „The lead investigator for the WHO mission, Peter Ben Embarek, told CNN in a wide-ranging interview that the mission had found several signs of the more wide-ranging 2019 spread, including establishing for the first time there were over a dozen strains of the virus in Wuhan already in December. The team also had a chance to speak to the first patient Chinese officials said had been infected, an office worker in his 40s, with no travel history of note, reported infected on December 8. […] Ben Embarek said it was possible this larger number […] meant the disease could have hit an estimated 1,000-plus people in Wuhan that December. […] "We haven't done any modeling of that since" […] "Some of them are from the markets... Some of them are not linked to the markets" […] Prof. Edward Holmes, a virologist at the University of Sydney […] who has studied the virus' emergence at length, said these 13 sequences might indicate the virus spread for some time undetected before the December outbreak in Wuhan.“
    33. AFP: Ursprung der Pandemie: WHO-Experte und USA wollen von China mehr Daten. In: News / Ausland. aerzteblatt.de, 15. Februar 2021, abgerufen am 10. September 2021: „Nach seinen Angaben hätte sein Team gerne die Rohdaten über frühere Krankheitsfälle wie Lungenentzündung, Grippe und Fieber untersucht, bei de­nen es sich möglicherweise bereits um COVID-19 gehandelt habe. Dabei geht es um 72.000 Fälle zwi­schen Oktober und Dezember, von denen chinesische Experten aber nur 92 nachträglich auf das Virus untersuchten. Diese fielen allesamt negativ aus.“
    34. WHO: WHO-convened Global Study of Origins of SARS-CoV-2: China Part. (PDF; 2,3 MB) In: Publications/Overview. who.int, 6. April 2021, S. 82, abgerufen am 18. September 2021 (englisch).
    35. WHO: WHO Statement on advancing the next series of studies to find the origins of SARS-CoV-2. In: News. who.int, 12. August 2021, abgerufen am 18. September 2021 (englisch).
    36. WHO: Deadline extension - Call for experts to joint Scientific Advisory Group for the Origins of Novel Pathogens (SAGO). In: Newsroom / Article. who.int, 8. September 2021, abgerufen am 10. September 2021 (englisch): „The World Health Organization (WHO) is seeking experts to serve as members of the WHO Scientific Advisory Group for the Origins of Novel Pathogens (SAGO).“
    37. Text der Verordnung über die Ausdehnung der Meldepflicht nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes auf Infektionen mit dem erstmals im Dezember 2019 in Wuhan/Volksrepublik China aufgetretenen neuartigen Coronavirus („2019-nCoV“)
    38. Neues Coronavirus. In: bag.admin.ch. Bundesamt für Gesundheit BAG, 13. März 2020, abgerufen am 15. März 2020 (Schweizer Hochdeutsch).
    39. Fast 100 weitere Tote durch Covid-19 in China. Süddeutsche Zeitung, 12. Februar 2020, abgerufen am 13. Februar 2020 (Direkt aus dem dpa-Newskanal).
    40. Novel Coronavirus (2019-nCoV). (Memento vom 28. Januar 2020 im Internet Archive)
    41. Taxonomy ID: 2697049 Wuhan seafood market pneumonia virus. (Memento vom 3. Februar 2020 im Internet Archive)
    42. Ching-Tse Cheng: WHO declines to name new pneumonia after 'China' or 'Wuhan'. Taiwan News, 14. Januar 2020, abgerufen am 14. Januar 2020 (englisch).
    43. WHO issues best practices for naming new human infectious diseases. Weltgesundheitsorganisation, 8. Mai 2015, abgerufen am 6. Februar 2020 (englisch).
    44. Taxonomy Browser: Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2, Taxonomy ID: 2697049 (Memento vom 22. Februar 2020 im Internet Archive) Im Original veröffentlicht vom National Center for Biotechnology Information (NCBI).
    45. Nicky Phillips, Smriti Mallapaty, David Cyranoski: How quickly does the Wuhan virus spread? In: Nature. 21. Januar 2020, doi:10.1038/d41586-020-00146-w (englisch).
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    47. a b Lars Fischer, Alina Schadwinkel: Verursacht das Coronavirus Engpässe bei Medikamenten? Stammt das Virus aus dem Pangolin? Website Spektrum.de, 10. Februar 2020, abgerufen am 15. Februar 2020.
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    161. Weekly epidemiological update on COVID-19 - 20 July 2021. who.int, 20. Juli 2021, S. 6, abgerufen am 6. August 2021 (englisch): „A recent study from China during an outbreak of the Delta variant examined the time interval from the exposure of a quarantined population to the first positive PCR result and found that the interval may be shorter for the Delta variant when compared to non-VOCs [4 (IQR 3.00-5.00) days compared to 6 (IQR 5.00 to 8.00) days, respectively]. Moreover, the viral load of the first positive test of Delta infection was over 1200 times higher than non-VOCs, suggesting that this VOC may be able to replicate faster and be more infectious during the early stages of infection.“
    162. Coronavirus: Wohl höhere Pathogenität bei Delta-Variante. In: Pharmazeutische Zeitung. 5. Juni 2021, abgerufen am 8. Juni 2021 („Die Delta-Variante des Coronavirus (B.1.617.2) ist vermutlich nicht nur deutlich ansteckender, sondern auch pathogener als andere Varianten und führt häufiger zu Hospitalisierungen. Das meldet die englische Gesundheitsbehörde. Offenbar kann die Variante auch Teilimmunisierte infizieren.“ →Quelle: ebenda).
    163. Katherine A Twohig et al.: Hospital admission and emergency care attendance risk for SARS-CoV-2 delta (B.1.617.2) compared with alpha (B.1.1.7) variants of concern: a cohort study. (PDF) In: The Lancet, Infectious Diseases. thelancet.com, 27. August 2021, abgerufen am 4. September 2021 (englisch). doi:10.1016/S1473-3099(21)00475-8
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    178. WHO: COVID-19 Weekly Epidemiological Update Edition 44. (PDF) published 15 June 2021. who.int, 9. Mai 2021, S. 6 f., abgerufen am 15. Juni 2021 (englisch): „On 14 June 2021, a variant assigned to Pango lineage C.37, GISAID clade GR/452Q.V1, NextStrain clade 20D, was designated as a global VOI, and assigned the WHO label “Lambda”. […] associated with substantive rates of community transmission in multiple countries, with rising prevalence over time […] earliest sequenced samples were reported from Peru in August 2020. […] Lambda carries a number of mutations with suspected phenotypic implications, such as a potential increased transmissibility or possible increased resistance to neutralizing antibodies. It is characterised by mutations in the spike protein, including G75V, T76I, del247/253, L452Q, F490S, D614G and T859N)“
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