Nigeria

Staat in Westafrika

Nigeria [niˈgeːʁi̯a] (amtlich englisch Federal Republic of Nigeria [naɪ̯ˈdʒɪ(ə)ɹɪ̯ə], Bundesrepublik Nigeria, veraltet Nigerien) ist ein Bundesstaat in Westafrika. Es ist mit über 200 Millionen Einwohnern (2018) mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und weltweit das Land mit der sechstgrößten Bevölkerung.[5] Im Zeitraum von 1989 bis 2019 hat sich die Bevölkerungszahl des Landes verdoppelt.[6]

Bundesrepublik Nigeria
Jamhuriyar Taraiyar Nijeriya (Haussa)
Njíkötá Óchíchìiwù Naíjíríà (Igbo)
Àpapọ̀ Olómìnira ilẹ̀ Nàìjíríà (Yoruba)
Federal Republic of Nigeria (englisch)
Flag of Nigeria.svg
Coat of arms of Nigeria.svg
Flagge Wappen
Wahlspruch: „Unity and Faith, Peace and Progress“
engl. für „Einheit und Glaube, Friede und Fortschritt“
ÄgyptenTunesienLibyenAlgerienMarokkoMauretanienSenegalGambiaGuinea-BissauGuineaSierra LeoneLiberiaElfenbeinküsteGhanaTogoBeninNigeriaÄquatorialguineaKamerunGabunRepublik KongoAngolaDemokratische Republik KongoNamibiaSüdafrikaLesothoEswatiniMosambikTansaniaKeniaSomaliaDschibutiEritreaSudanRuandaUgandaBurundiSambiaMalawiSimbabweBotswanaÄthiopienSüdsudanZentralafrikanische RepublikTschadNigerMaliBurkina FasoJemenOmanVereinigte Arabische EmirateSaudi-ArabienIrakIranKuwaitKatarBahrainIsraelSyrienLibanonJordanienZypernTürkeiAfghanistanTurkmenistanPakistanGriechenlandItalienMaltaFrankreichPortugalMadeiraSpanienKanarenKap VerdeMauritiusRéunionMayotteKomorenSeychellenÎles ÉparsesMadagaskarSão Tomé und PríncipeSri LankaIndienIndonesienBangladeschVolksrepublik ChinaNepalBhutanMyanmarAntarktikaSüdgeorgien (Vereinigtes Königreich)ParaguayUruguayArgentinienBolivienBrasilienFrankreich (Französisch-Guayana)SurinameGuyanaKolumbienKanadaDänemark (Grönland)IslandMongoleiNorwegenSchwedenFinnlandIrlandVereinigtes KönigreichNiederlandeBarbadosBelgienDänemarkSchweizÖsterreichDeutschlandSlowenienKroatienTschechische RepublikSlowakeiUngarnPolenRusslandLitauenLettlandEstlandBelarusMoldauUkraineNordmazedonienAlbanienMontenegroBosnien und HerzegowinaSerbienBulgarienRumänienGeorgienAserbaidschanArmenienKasachstanUsbekistanTadschikistanKirgisistanRusslandNigeria on the globe (Africa centered).svg
Über dieses Bild
Amtssprache Englisch, Hausa, Igbo, Yoruba
Hauptstadt Abuja
Staats- und Regierungsform präsidentielle Republik (Bundesrepublik)
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident
Muhammadu Buhari
Fläche 923.768 (31.) km²
Einwohnerzahl 219,5 Mio.
(Schätzung Juli 2021)[1]
Bevölkerungsdichte 231 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung   +2,44 %[2] (2016)
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2020[3]
  • 429 Milliarden USD (28.)
  • 1,1 Billionen USD (25.)
  • 2.083 USD (145.)
  • 5.186 USD (145.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,535 (163.) (2021) [4]
Währung Naira (NGN)
Unabhängigkeit 1. Oktober 1960
(vom Vereinigten Königreich)
National­hymne Arise Oh Compatriots, Nigeria’s Call Obey
Nationalfeiertag 1. Oktober (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC+1
Kfz-Kennzeichen NGR
ISO 3166 NG, NGA, 566
Internet-TLD .ng
Telefonvorwahl +234

Nigeria grenzt an den Atlantik und die Länder Benin, Niger, Tschad und Kamerun. Hauptstadt des Landes ist Abuja, seine mit Abstand größte Stadt ist Lagos mit rund 22 Millionen Einwohnern.[7] Weitere Millionenstädte sind Ibadan, Benin City, Kano, Port Harcourt und Kaduna.

Bevor Nigeria britische Kolonie war, existierten unterschiedliche Staaten und Königreiche auf seinem derzeitigen Grundgebiet. Die heutige Grenzlinie beruht hauptsächlich auf den Beschlüssen europäischer Mächte auf der Berliner Konferenz 1884. Sie teilten unter anderem das Reich der Yoruba im Westen und das der Hausa im Norden in einen britischen (Nigeria) und einen französisch-kontrollierten Bereich (Dahomey/Benin und Niger) auf. 1960 wurde Nigeria unabhängig und wechselte nach einem Bürgerkrieg von 1967 bis 1970 jahrzehntelang zwischen demokratisch gewählten Regierungen und Militärregierungen. 1999 wurde Nigeria erneut demokratisiert, wobei erst die Wahlen ab den 2010er Jahren als halbwegs fair eingestuft werden.

Nigeria ist ein Land mit großer kultureller Vielfalt: Zahlreiche westafrikanische Religionen werden praktiziert und es werden 514 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Die drei größten Volksgruppen sind die Igbo, Yoruba und Hausa. Englisch ist Amtssprache und weit verbreitete lingua franca.

Seit 2014 ist Nigeria vor Südafrika die größte Volkswirtschaft Afrikas. Es wird von der Weltbank als Schwellenmarkt angesehen.

GeographieBearbeiten

Nigeria liegt in Westafrika am Atlantischen Ozean und umfasst ein Gebiet von 923.768 Quadratkilometern mit einer Ost-West- und Nord-Süd-Ausdehnung von 1200 beziehungsweise 1100 Kilometern. Ein markantes Merkmal des Landes sind der südöstlich verlaufende Strom Niger und sein südwestlich verlaufender Nebenfluss Benue, die in Nigeria zusammenfließen und im Nigerdelta in den Golf von Guinea münden. Das Nigerdelta gehört zu den größten Flussdeltas der Erde und dehnt sich auf einer Fläche von ca. 70.000 km² aus.[8] Das entspricht ungefähr der Größe Bayerns.

Der rund 850 km lange Küstenstreifen am Golf von Guinea ist geprägt von Lagunen (im Westen zum Beispiel die Lagune von Lagos) und von Mangrovensümpfen. Er erreicht im Nigerdelta seine größte Ausdehnung. Der früher fast 100 Kilometer breite Gürtel von tropischem Regenwald im Landesinneren wurde weitgehend gerodet und durch Sekundärwald ersetzt. Weiter nördlich erstreckt sich eine Middle Belt genannte Region, in der sich die Feuchtsavanne des Sudans ausbreitet, an die sich die Trockensavanne des Sahel anschließt. Eine eigene Vegetationszone bildet das im Osten Nigerias gelegene Jos-Plateau, ein bis zu 1829 Meter hohes Hochland.

Die höchste Erhebung Nigerias ist mit einer Höhe von 2419 Metern der im Gebirgsland nahe der Grenze zu Kamerun gelegene Berg Chappal Waddi. Das einzige bekannte vulkanische Gebiet Nigerias bildet das Biu-Plateau.[9]

GeologieBearbeiten

Tektonik, PräkambriumBearbeiten

Nigeria liegt auf dem Westafrika-Kraton der Afrikanischen Kontinentalplatte. Dabei befindet sich das Land auf einem weniger dichten Teil des Westafrika-Kratons, dem "Nigeria-Schild", was eine allmähliche Hebung und Abtragung des Gesteins bedeutet und Ursache für die reichlichen Grundstoffe des Landes ist. Im Südosten, an der Grenze Nigerias zu Kamerun, stößt der Nigeria-Schild an das Kongo-Kraton.[10]

Die Geologie Nigerias entstand vor 2,9 Milliarden bis 500 Millionen Jahren mit drei großen Gebirgsbildungen (Orogenese). Die Gesteinsschichten (Migmatit-Gneis) aus dieser Zeit sind vulkanischen Ursprungs bzw. Gestein, das durch Lava zeitweilig aufgeschmolzen ("intrudiert") wurde.[11]

Kambrium bis Trias: GranitBearbeiten

Vor ca. 610 Millionen Jahren kollidierten die Kratone Südamerikas und Afrikas und bildeten 500 Millionen Jahre lang den gemeinsamen Großkontinent Gondwana. Ein Meeresarm vom heutigen Libyen nach Nigeria schloss sich wenige Millionen Jahre später. Das Gebiet des heutigen Nigeria war danach also vom Meer abgeschnitten und grenzte an das heutige Brasilien. Die Kontinent-Kontinent-Kollision und die ostwärts gerichtete Subduktion intrudierten Granitoide in den gesamten Nigeria-Schild ein. In Nigeria bildeten sich Syenite und Diorite, die als ältere Granite bezeichnet werden. Vor etwa 490 Millionen Jahren füllten vulkanische Ablagerungen Molassegräben und bildeten Dazit und Shoshonit, während die älteren Granite sich weiter ablagerten. Vor etwa 180 Millionen Jahren intrudierten jüngere Granite in das Grundgestein auf dem Jos-Plateau. Bei den jüngeren Graniten handelt es sich in erster Linie um Alkalifeldspatgranite. Sie sind in der Regel stark mineralisiert und reich an Niob und Zinn.[11]

Jura und Kreidezeit: Kalkstein, Schiefer, Kohle, MarmorBearbeiten

Vor etwa 120 Millionen Jahren trennten sich Südamerika und Afrika, der Atlantik drang vom Westen und Süden her vor und damit entstanden die heutige brasilianische und nigerianische Küste. Die Erosion und Sedimentbildung durch Wasser nahm zu, Vulkanismus spielte jetzt eine geringere Rolle.

Im Süden Nigerias bildeten sich vor 110 Mio. Jahren große Sedimentbecken. Muschelbänke verursachten die umfangreichen Kalksteinvorkommen im Südwesten und in der Mitte Nigerias. Im Südosten wechseln sich Sandschiefer mit Sandstein- und Kalksandsteinschichten ab, die Ammoniten-, Radiolarien-, Stachelhäuter- und Schneckenfossilien enthalten. In einigen dieser Sedimentgesteinsschichten wurden Blei- und Zinkmineralisierungen festgestellt. Bei Edo bildete sich eine Marmorschicht.

Der Sandstein, Kalkstein und Schiefer einer 600 Meter mächtigen Erdschicht bildete sich vor 100 bis 90 Millionen Jahren in der Nähe des heutigen Calabar. Fischzähne, Ammoniten und Stachelhäuter datieren die Erdschicht in das Turon (vor 90 Millionen Jahren), während die blaugrauen Schiefer und Mergelkalke der Erdschicht in das Coniacium datiert werden (vor 87 Millionen Jahren).

Vor 85 Millionen Jahren sank der Meeresspiegel. Dennoch blieb der Südosten Nigerias wasserreich. Vor 83 bis 66 Millionen Jahren wurden bei Enugu Schiefer, Schlammstein, Kalkstein und Sandsteine abgelagert, die eine küstennahe Umgebung vermuten lassen. In anderen Teilen Nigerias bildeten sich der Owelli-Sandstein, der Enugu-Schiefer und der Asata-Schiefer etwa zur gleichen Zeit in einer Flachwasserumgebung. Andere Formationen mit ähnlichem Alter sind die ammonitenhaltigen Kohlevorkommen in den Bundesstaaten Anambra und Enugu.

Vor ca. 70 Millionen Jahren stieg der Meeresspiegel. Es kam in verschiedenen Becken im Südwesten Nigerias zu massiven Ablagerungen (z. B. die Abeokuta-Formation). Das Sokoto-Becken im Nordwesten Nigerias begann mit der Ablagerung von Sedimenten, die ein brackiges Milieu dokumentiert. Die marinen Schiefer im nigerianischen Tschadbecken entstanden. Es bildete sich dort ein Mündungsgebiet, was zur Ablagerung der Gombe-Sandsteine führte, die mit Eisenstein, Schluffstein und Schiefer durchsetzt sind.

Känozoikum: Erdöl, ErdgasBearbeiten

Vor 56 Millionen Jahren sank der Meeresspiegel und in der Folgezeit wurde Nigeria hauptsächlich durch terrestrische Ablagerungen geprägt. Die Mündung des Niger verschob sich von Onitsha (etwa vor 35 Millionen Jahren) 200 km in den Atlantik hinein, 50 km weiter als die heutige Küstenlinie (vor 2 Millionen Jahren).[12] In dieser Zeit sedimentierte in den flachen Gewässern des Nigerdelta organisches Material unter Sauerstoffausschluss und bildete Nigerias Ölvorkommen.[13]

KlimaBearbeiten

 
Klimazonen Nigerias

In Nordnigeria herrscht Wüstenklima mit höheren Temperaturen und weniger Niederschlag als im Süden. Im Norden des Landes fallen zwischen 400 und 600 mm Niederschlag, in der Regenzeit des westafrikanischen Monsuns. Südlich der Sahelzone schließt sich die Savannenlandschaft des Sudans an, in der jährlich zwischen 600 und 1600 mm Niederschlag fallen.

Südlich der Savannenlandschaft schließen sich die Regenwaldgebiete an. Diese belegen zusammen mit den Küstenregionen ca. 20 % der Landesfläche Nigerias. Sie umfasst die Luvseite der Oberguineaschwelle, erstreckt sich bis zu den Küstenregionen und ist im Durchschnitt ca. 100 km breit. In dieser Region betragen die Niederschläge zwischen 1600 und 2500 mm,[14] wobei in einigen Küsten- und Hochgebirgsregionen über 4000 mm erreicht werden können.

Im Süden herrscht ein tropisch feucht-heißes Klima mit einer ergiebigen Regenzeit, die von April bis Oktober dauert. Die Luftfeuchtigkeit liegt ganzjährig hoch, zwischen 85 und 95 Prozent. Die mittleren Temperaturen im südlichen Bereich Nigerias betragen ca. 30 °C. Nachts kühlt es meist nur wenig ab.

Die Regenzeit des westafrikanischen Monsuns dauert von Juni bis September und die Trockenzeit mit Dürreperioden dauert von November bis März; der Harmattan bringt in dieser Zeit trockene heiße Luft aus der Sahara. Die Temperaturen können im Norden bis auf 50 Grad ansteigen. Allerdings ist hier die Luftfeuchtigkeit wesentlich niedriger und angenehmer. Die Temperaturunterschiede betragen bis zu 20 Grad zwischen Tag und Nacht. Die Regenzeit ist in Nordnigeria weniger ausgeprägt.

Wetter in Lagos (Küstenregion)[15]
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Gemittelte Maximaltemperatur (°C) 32,2 33,1 32,7 32,1 30,9 29,2 28,1 28,1 28,9 30,4 31 31,9 30,7
Gemittelte Minimaltemperatur (°C) 22,3 23,5 23,8 23,6 23,1 22,6 22,1 21,7 21,9 22,3 22,6 22,4 22,7
Gemittelter Niederschlag (mm) 14,3 42 77,1 142,4 204,8 312,2 256,9 112,4 167,1 135,8 54 19 1.538
Wahrscheinlichkeit für

blauen Himmel (%)[16]

45 32 19 13 13 23 30 32 29 28 37 51 29,3
Windgeschwindigkeit (m/s)[16] 2,4 2,9 3,2 3,1 3,0 3,4 3,9 3,9 3,5 2,9 2,3 2,1 30,5
Wetter in Sokoto (äußerster Norden, Sahelzone)[16]
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Gemittelte Maximaltemperatur (°C) 32 35 38 40 39 36 33 32 33 35 35 32 35
Gemittelte Minimaltemperatur (°C) 17 20 24 26 27 26 24 23 24 23 20 18 22,7
Gemittelter Niederschlag (mm)[16] 0 0,1 1,1 4,1 21,1 58,5 128,2 160,4 79,3 6,6 0,1 0 459,5
Wahrscheinlichkeit für

blauen Himmel (%)[16]

67 60 48 38 35 40 39 35 37 44 52 61 46,3
Windgeschwindigkeit (m/s)[16] 4,7 4,5 4,0 3,7 3,9 3,9 3,3 2,6 2,3 2,6 3,5 4,3 36,1

HydrologieBearbeiten

 
Schrumpfen des Tschadsees im Nordosten Nigerias, zum Größenvergleich der Umriss Deutschlands

Nigeria ist in zwei Haupteinzugsgebiete aufgeteilt – das des Tschadsees und das des Niger. Dabei nimmt das Nigereinzugsgebiet etwa 63 % des Landes ein. Hauptzufluss des Niger ist der Benue, dessen Zuflüsse sich über Kamerun hinaus bis in den Tschad und das Schari-Einzugsgebiet erstrecken.

Das Tschadbecken wird aus dem nordöstlichen Viertel Nigerias gespeist. Das Bauchiplateau bildet die Wasserscheide zwischen den Flusssystemen des Niger/Benue und des Komadugu Yobe. Die flachen Ebenen im Nordosten Nigerias gehören geographisch zum Tschadbecken, in dem der Flusslauf des El Beid die Grenze zu Kamerun, vom Mandara-Gebirge bis zum Tschadsee, bildet. Das Flusssystem des Komadugu Yobe lässt in der Regenzeit die international bedeutenden Hadejia-Nguru-Feuchtgebiete und Ox-bow-Lakes rund um den Nguru-See entstehen.[17][18] Weitere Flüsse des Nordostens sind der Ngadda und der Yedseram, die beide die Sambisa-Sümpfe durchfließen und dadurch ein Flusssystem bilden.[19]

Daneben gibt es noch zahlreiche Küstenflüsse.

Einzugsgebietaufteilung des Landes in Prozent

Einzugsgebiet Quadratkilometer Prozent der Landesfläche[20]
Niger 584.404 63,3
Tschadsee 179.300 19,4
Cross River 40.300 4,4
Ogun 22.540 2,4
Ouémé (Okpara) 9.700 1,1
Imo 9.100 1,0
Osun 9.014 1,0
Weitere Küstenflüsse 69.410 7,5
Nigeria  Nigeria gesamt 923.768 100

Vegetationszonen, Flora und FaunaBearbeiten

 
Verschwinden des Regenwaldes 1981 bis 2020[21]

Nigeria umfasst fünf unterschiedliche Vegetationszonen, in denen sich eine reiche Flora und Fauna entwickeln konnte. Diese reicht von den ausgedehnten Mangrovenwäldern in den Küstenregionen über die tropischen Regenwälder der Bergregionen bis zu den Savannen des Sudans und Sahels. Dieser natürliche Reichtum ist ein Produkt der unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse, die eine Vielzahl unterschiedlicher Ökosysteme entstehen ließ. Der Niederschlag ist höchst ungleich verteilt und wird durch einen scharfen meridionalen Gradienten gekennzeichnet. Der Niederschlag im Norden unterstützt die Entwicklung der Biome in der Sahelzone im Nordosten, die ca. 10 % der Landesfläche Nigerias einnimmt. Sie wird durch ausgedehnte Grassavannen bestimmt, die mit weitständigen Trockenwäldern durchsetzt sind, deren dominante Baumarten der Gattung der Akazien (Acacia sp.) angehören. Vom WWF wird diese Vegetationszone als Ökoregion der Sahel-Akazien-Savanne bezeichnet.[22]

Südlich der Sahelzone schließt sich die Savannenlandschaft des Sudans an. Sie umfasst ca. 70 % der Landesfläche, diese umfasst verschiedene Ökosysteme, die große Teile des nigerianischen Teils der Oberguineaschwelle bis zum Hochland von Adamaua umfassen. Die Flora in dieser Vegetationszone wird von aufgelockerten und weitständigen Wäldern charakterisiert, die mit Buschwäldern durchsetzt sind und mit einem Unterwuchs von langhalmigen Gräsern und breitblättrigen Kräutern unterlegt sind. Entlang der Flüsse breiten sich Galeriewälder aus. Vom WWF wird diese Vegetationszone als Ökoregion der Westlichen Sudan Savanne bezeichnet. In der Westlichen Sudan Savanne lebt eine große Anzahl verschiedener Tierarten, von denen viele endemisch in dieser Savannen-landschaft sind. Größere Populationen des Buschbocks (Tragelaphus scriptus), des Warzenschweins (Phacochoerus africanus), des Steppenwarans (Varanus exanthematicus), des Anubispavians (Papio anubis) und des Mantelpavians (Papio hamadryas) leben in dieser Ökoregion. Die einstmals großen Bestände an afrikanischen Säugetieren, wie dem Elefanten, überleben nur in den eingerichteten Schutzzonen.[23] Eine Übergangszone zwischen den Savannen des Sudans und den Regenwaldgebieten bildet die Guineasavanne, sie zeichnet sich durch einen dichteren Baumbestand und durch sehr hohe Grassavannen aus. Sie beschränkt sich auf die Bundesstaaten Ondo, Edo, Anambra, Oyo, Kaduna und Enugu.[24][25]

Südlich der Savannenlandschaft des Sudans und der Guineasavanne schließen sich die Regenwaldgebiete an. In den Hochgebirgsregionen mit hohen Niederschlägen bildet sich ein Gebirgsregenwald aus und bildet dadurch die vierte Vegetationszone Nigerias. Die Ausdehnung des Primärregenwaldes hat sich jedoch in den letzten 100 Jahren um ca. 90 % verringert. Unberührte Regenwaldflächen finden sich nur noch auf dem Obudu- und Mambilla-Plateau sowie in den Oban-Hügeln.[26]

Die Küstenregionen bilden die fünfte Vegetationszone Nigerias und umfassen unter anderem das Nigerdelta und die ausgedehnten Mangrovenwälder, unterschiedliche Formen der Lagunen- und der Küstenlandschaften.[27] Die Mangrovenwälder in Nigeria erstrecken sich auf einer Fläche von 11.134 km² (nach US-AID 9723 km²) entlang einer 708 km langen Küstenlinie. Die Ausdehnung der Mangrovenwälder hat in den letzten 50 Jahren jedoch stark abgenommen, durch die starke Bevölkerungszunahme und durch wirtschaftliche Aktivitäten, wie der Ölförderung. Trotzdem gehören die Küstenregionen Nigerias zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde.[28]

Die Flora Nigerias ist naturgemäß artenreicher, so sind 848 Algen- und 5103 Gefäßpflanzenarten dokumentiert. Von diesen sind jedoch nur ein Bruchteil endemisch in Nigeria. Ursprünglich aus Nigeria stammende Saatpflanzen sind die Sorghumhirse (Sorghum bicolor), Augenbohne (Vigna unguiculata), der westafrikanische Reis Oryza sativa, Bambara-Erdnuss (Vigna subterranea), Erdbohnen (Macrotyloma geocarpum) und die Afrikanische Yambohne (Sphenostylis stenocarpa). Die Biodiversitäts-Studie von 1992 listet weiterhin 3423 Pilz-, 500 Virus- und 55 Bakterienarten, jedoch ist über diesen Teilaspekt der Biodiversität wenig bekannt.[29]

In Nigeria sind mehr als 1340 an Land lebende Wirbeltierarten bekannt, darunter 274 Säugetier-, 885 Vogel-, 109 Amphibien- und 135 Reptilienarten.[30] Darunter befinden sich die nördlichste Gorillaart Afrikas, der vom Aussterben bedrohte Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli). Andere nahezu endemisch vorkommende Primatenarten sind der Nigerdelta-Stummelaffe (Piliocolobus epieni), Nigeria-Blaumaulmeerkatze (Cercopithecus sclateri) und die Rotbauchmeerkatze (Cercopithecus erythrogaster). Weiterhin sind darüber hinaus ca. 20.000 Insektenarten (darunter über 1000 Schmetterlingsarten allein in beiden Sektoren des Cross-River-Nationalparks), 77 Weichtier- und fünf Stachelhäuterarten in Nigeria bekannt. In den Binnengewässern Nigerias sind ca. 247 Fischarten und in den marinen ozeanischen Küstengewässern 648 Fischarten dokumentiert.

NaturschutzBearbeiten

Die Größe der geschützten Gebiete in Nigeria entspricht ca. 3,22 Prozent der Landesfläche, deren Kernzonen die sieben nationalen Naturschutzgebiete der Nationalpark Tschadbecken, der Cross-River-Nationalpark, der Gashaka-Gumti-Nationalpark, der Kainji-Nationalpark, der Kamuku-Nationalpark, der Okomu-Nationalpark und der Old-Oyo-Nationalpark bilden. Das Yankari Game Reserve verlor 2006 seinen Status als Nationalpark.[31] Neben den Nationalparks bilden Klassifikationen der Naturschutzgebiete die Game Reserves (Jagdschutzgebiete), Forest Reserves und die Sacred Coves. Drei grenzüberschreitende Biosphärenkorridore konnten zusammen mit Kamerun geschaffen werden, diese verbinden das Afi Mountain Wildlife Sanctuary und Mbe Mountains Community Wildlife Sanctuary mit dem Okwangwo-Sektor des Cross-River-Nationalparks und dem Takamanda-Nationalpark, sowie den Oban-Sektor des nigerianischen Nationalparks mit dem Korup-Nationalpark.[32] Der dritte Biosphärenkorridor verbindet den Nationalpark Tschadbecken mit dem Waza-Nationalpark.[33] Seit 2001 gehört Nigeria zu den Unterzeichnerstaaten der Ramsar-Konvention. Es wurden 2008 insgesamt elf Schutzgebiete der Feuchtgebiete mit internationaler Bedeutung ausgewiesen, dieses sind: Apoi Creek Forest Reserve, Baturiya Wetlands Game Reserve, Dagona Sanctuary Lake, Foge Islands, Lake Chad Wetlands in Nigeria, Lower Kaduna-Middle Niger Floodplain, Maladumba-See, Nguru Lake (and Marma Channel) complex, Oguta-See, Pandam and Wase Lakes Wildlife Park und das Upper Orashi Forest Reserve.[34]

UmweltproblemeBearbeiten

Schwerste Schäden entstanden im Nigerdelta durch den Öldiebstahl Einheimischer.[35][36] Pipelines von den Bohrplattformen zu den Ölhäfen werden von Ortsansässigen mit bescheidenen technischen Mitteln angezapft. Schätzungsweise 10 % des nigerianischen Erdöls „verschwindet“ auf diese Weise.[37] Wasser und Luft sowie Nahrungsmittel werden verseucht.[38] Laut einer im August 2011 veröffentlichten Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) werden bis zu eine Million Menschen durch die gravierende Umweltverschmutzung bedroht.[39]

Als besonders „schmutzig, gefährlich und lukrativ“ gelten illegale Ölraffinerien,[40] in denen lokale Betreiber gestohlenes Erdöl in Benzin und Diesel umwandeln. Dabei werden in der Regel Sicherheits- und Umweltaspekte ignoriert (z. B. wird kein Schwefel aus den erstellten Brennstoffen entfernt). Beim Raffinieren von Erdöl fällt auch zwangsläufig Schweröl an, das in regulären Anlagen unter hohem technischem Aufwand zu leichteren Brennstoffkomponenten „gecrackt“ wird. Illegale Raffinerien verfügen nicht über diese technischen Möglichkeiten und „entsorgen“ das Schweröl dort, wo es anfällt.[41] Die leichteren Komponenten von Erdöl (Methan bis Butan, Isobutan) bedeuten dagegen immer ein gewisses Explosionsrisiko, das bei illegalen Anlagen öfters zu Katastrophen führt. 2022 beklagte Nigeria 125 Tote durch Explosionen lokaler, illegaler Raffinerien.[42] Ein wichtiger Aspekt bei der am 24. Januar 2023 eingeweihten Dangote-Raffinerie ist darum, dass das Erdöl von den Offshore-Plattformen im Nigerdelta über eine 1.100 km lange unterseeische Pipeline entlang der Küste nach Lagos transportiert wird. Damit hofft man Öldiebstahl und Umweltschäden zu minimieren.

BevölkerungBearbeiten

Entwicklung der Bevölkerung Nigerias[43][44]
Jahr Bevölkerung
1950 037.860.000
1960 045.138.000
1970 055.981.000
1980 073.461.000
1990 095.270.000
2000 122.352.000
2010 158.578.000
2020 206.140.000
2030 ca. 263 Mio.
2050 ca. 401 Mio.

Die letzte Volkszählung fand vom 21. bis 28. März 2006 statt;[47] sie ergab eine Gesamtbevölkerung von 140 Millionen. Die vorletzte Volkszählung von 1997 ergab eine Einwohnerzahl von 88,9 Millionen. Für 2016 wurde die Bevölkerung von der nationalen Statistikbehörde auf ca. 190 Millionen geschätzt. Nigerias Bevölkerung soll sich bis Mitte des Jahrhunderts noch einmal auf ca. 400 Millionen verdoppeln.[44] 2016 lebten 48,6 % der Bevölkerung in Städten.[48]

Die Lebenserwartung der Einwohner Nigerias ab der Geburt lag 2020 bei 55 Jahren[49] (Frauen: 56[50], Männer: 54,1[51]), was eine der niedrigsten Lebenserwartungen weltweit ist.[44] Die Geburtenrate je 1000 Menschen ist 37,5.[44] Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2020 statistisch bei 5,2.[52] Die Zahl sinkt jedoch langsam seit Beginn der 1980er Jahre.[44] Das Medianalter lag 2020 bei geschätzten 18,1 Jahren. Dementsprechend sind 43,7 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt.[44]

Nigeria hat eine große Diaspora-Bevölkerung. Große Gruppen an Auslandsnigerianern leben in den Vereinigten Staaten (280.000), dem Vereinigten Königreich (210.000) und in Italien (60.000). Das Land erlebt deshalb einen starken Brain-Drain. Aufgrund der diversen Konflikte im Land sind zudem Personen aus Nigeria in die benachbarten Staaten Kamerun, Niger und Tschad geflüchtet. Da der Süden des Landes besser entwickelt ist, ziehen viele Menschen aus anderen Landesteilen aus wirtschaftlichen Motiven in den südlichen Teil des Landes.

VolksgruppenBearbeiten

In Nigeria leben mehr als 250 Ethnien. Die größten und politisch einflussreichsten Völker in Nigeria sind die im Norden lebenden Hausa und Fulbe (muslimisch), die zusammen 29 Prozent der Bevölkerung ausmachen und zur Gruppe Hausa-Fulani zusammengefasst werden, die Yoruba mit 21 Prozent im Südwesten und die Igbo (christlich) mit 18 Prozent im Süden. Hinzu kommen weitere Ethnien, unter ihnen die Ijaw (10 %) im Süden, die Kanuri (4 %) im Nordosten, die Ibibio (3,5 %) im Südosten und die Tiv (2,5 %) im Osten, sowie zahlreiche kleinere Völker wie die Umon.[53] Im Jahre 2017 waren 0,6 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Die größten Gruppen kommen aus Benin (360.000), Ghana (230.000) und Mali (170.000).[54][55]

Es gibt eine Gemeinde von etwa 50.000 Libanesen in Nigeria, hauptsächlich im Raum Lagos.[56] Viele von ihnen sind erfolgreiche Unternehmer.[57]

 
Sprachfamilien und wichtigste Sprachen Nigerias

SprachenBearbeiten

Amtssprachen: Englisch, Hausa, Yoruba, IgboBearbeiten

Amtssprache ist die Sprache der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien, Englisch. Weitere Amtssprachen sind Igbo, Yoruba und Hausa.[58]

AlltagssprachenBearbeiten

Gesprochen werden vor allem Yoruba, Hausa, Igbo, Fulfulde und Kanuri sowie eine dreistellige Zahl anderer Sprachen – insgesamt 514 verschiedene Sprachen und Idiome; von diesen haben Ibibio, Tiv, Ebira, Igala, Edo, Izon, Nupe, Idoma und Efik jeweils mehr als eine Million Sprecher.[59] Yoruba und Igbo gehören zur selben Sprachfamilie und ihr Wortschatz ähnelt sich (siehe Tabelle).

Verwandtschaft nigerianischer Sprachen anhand beispielhafter Worte[60]
Deutsch Yoruba Igbo Hausa
Mund Ẹnu Ọnu Baki
Ohr Etí Nti Kunne
Nase Imú Imi Hanci

Vor allem im Schmelztiegel Lagos wird Englisch gesprochen, das aber dort Eigentümlichkeiten aufweist ("we go work", "I no pay", "How you dey?"). Englisch ist die einzige Sprache, in der alle Ethnien miteinander kommunizieren können. Durch den Vormarsch neuer Medien, dem Erfolg von "Nollywood" sowie durch verbesserte Transportbedingungen in Nigeria verstärkt sich das Maß, in dem diese Ethnien zusammentreffen und miteinander kommunizieren müssen. Informationsquellen im Internet sind auf Englisch reichhaltig und divers, während auf Yoruba oder Hausa vor allem an Fachinformationen wenig verfügbar ist. Landesweite Fernsehsender richten ihr Englisch auf einen strikt befolgten britischen Standard aus,[61] was von Landsleuten gerne bespöttelt wird.[62] Der US-Sender CNN wird überall empfangen. Lokale Sprachen sind eher in den Regionalprogrammen zu hören.[63] Auf diese Weise drängt Englisch zunehmend die lokalen Sprachen zurück. Ältere Nigerianer äußern manchmal die Befürchtung, dass Jüngere nur noch Englisch und nicht mehr ihre eigenen Sprachen sprechen würden.[64][65] Eigens entwickelte Fernsehprogramme sollen diesem Trend entgegenwirken,[66][67] der Erfolg ist aber fraglich.

Pidgin-Englisch

Im Nigerdelta, wo vor der Ankunft der Europäer zahlreiche unterschiedliche Sprachen gesprochen wurden, entwickelte sich bereits früh eine neue Kreolsprache, die nigerianische Pidginsprache,[68] welche auf dem Englischen basiert.

Arabisch

In Nordnigeria ist aus religiös-kulturellen und historischen Gründen die Arabische Sprache in Gebrauch.[69]

Französisch

Die französische Sprache spielt durch die geographische Situation eine Rolle[70] (sämtliche Nachbarstaaten haben das Französische als Amtssprache) und ist in gebildeten Kreisen als Fremdsprache verbreitet.[71]

 
Europäische Sprachen in Westafrika (Vollfarbe: Bevölkerungsmehrheit, gestreift: erheblicher Bevölkerungsanteil)

SchrifttumBearbeiten

Der Alphabetisierungsgrad betrug 2015 59,6 % (bei Männern 69,2 %, bei Frauen 49,7 %[72]). 2022 beherrschen 71 % der Nigerianer das Alphabet,[73] diese Zunahme überrascht vor dem Hintergrund der jahrelangen Einschüchterung durch Boko Haram, der Kinder vom Schulgang und von westlicher Bildung gerade abhalten wollte. Analphabetismus ist laut Statistik vor allem noch im "armen Norden" verbreitet[74] – dabei muss angemerkt werden, dass es in vielen Ortschaften im Norden Nigerias oft "nur" Koranschulen gibt, die die arabische Schrift, aber kein Alphabet (oder Naturwissenschaften) lehren. Absolventen dieser Koranschulen sind damit nicht notwendigerweise völlig ungebildet, sondern haben durchaus Möglichkeiten, beispielsweise das Internet zu frequentieren und sich zu informieren bzw. schriftlich auszudrücken. Der Alphabetisierungsgrad könnte damit als "culturally biased", also als kulturell einseitiger Wert verstanden werden, der bei den Hausa und Fulani einen unrealistisch schlechten Wert liefert.

Die Hausa-Sprache wird in der arabischen Schrift geschrieben (dem sogenannten Adschami). Die Schriften der Igbo und der Yoruba hingegen basieren auf dem lateinischen Alphabet.[75]

ReligionenBearbeiten

Bevölkerungsanteile gemäß Religionszugehörigkeit
Quelle Moslems Christen Sonstige
Statista / CIA World Factbook[76][77] 53,5 % 45,9 % 0,6 %
World Religion Database[78] 45,9 % 46,2 % 7,6 %
Pew / Templeton[79] 51,1 % 46,9 % 2,0 %

In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften.

In Nigeria gibt es keine zentrale Erfassung der Religionszugehörigkeit, z. B. in Einwohnermeldeämtern. Darum unterscheiden sich Schätzungen zum Bevölkerungsanteil mitunter deutlich.[80]

IslamBearbeiten

Die Muslime leben vor allem im Norden des Landes, muslimische Mehrheiten gibt es aber auch in den überwiegend von Yoruba bewohnten und an Lagos heranreichenden südwestlichen Bundesstaaten Oyo, Ogun und Osun.[81] Traditionell ist der Islam in Nigeria sehr stark von den sufischen Bruderschaften geprägt. In den 1940er und 1950er Jahren erlebten die Sufi-Orden der Qādirīya und Tidschānīya eine starke Popularisierung.[82] In dem Gebiet des Zusammenflusses von Niger und Benue ist besonders die von Ibrahim Baye Niass gegründete Niass-Tidschānīya verbreitet.[83] Qādirīya und Tidschānīya bekämpften sich allerdings in den 1950er und 1960er Jahren gegenseitig, wobei es auch zu gewaltsamen Zusammenstößen kam.[84]

Unter dem Einfluss von Abubakar Gumi, der 1962 zum Ober-Kadi von Nord-Nigeria ernannt wurde und in Büchern und im Radio die Praktiken und religiösen Konzepte der sufischen Bruderschaften heftig kritisierte, verschob sich die islamische Identität in Nigeria ab 1970 weg von der Sufik hin zu einer explizit anti-sufischen Haltung.[85] Eine wichtige Rolle spielte hierbei die im März 1978 in Jos gegründete Organisation Yan Izala, die sich zwischen 1978 und 1980 gewaltsame Auseinandersetzungen mit den beiden sufischen Bruderschaften lieferte und 1985 von staatlicher Seite als Körperschaft anerkannt wurde.[86] In Städten wie Kano nahm der Islamismus stark zu,[87] und wahhabitische Klassiker aus Saudi-Arabien erlebten eine starke Verbreitung.[88] Nach der Islamischen Revolution in Iran hielten außerdem schiitische-revolutionäre Lehren Einzug in Nigeria, was den Konflikt zwischen den verschiedenen islamischen Gruppen noch einmal verkomplizierte.[89] Eine erste Initiative zur Überwindung der Zwietracht unter den nigerianischen Muslimen war der sogenannte Sokoto Accord von 1988.[89]

Aufgrund dieser speziellen religiösen Prägung ist in Nigeria Polygamie weit verbreitet. Schätzungen zufolge lebt im Nordosten des Landes bei 40 Prozent der verheirateten Frauen mindestens eine weitere Ehefrau mit demselben Mann. Die meisten polygamen Ehen werden statistisch von wohlhabenden Männern höheren Alters geführt, die wenigsten von mittellosen jungen Männern.[90] Der PDP-Präsidentschaftskandidat für 2023, Atiku Abubakar, hat beispielsweise 4 Frauen, 1 Ex-Frau und mit ihnen 28 Kinder.

ChristentumBearbeiten

 
Nationale Kathedrale in Abuja, gegenüber der Nationalmoschee gelegen

Von den bis zu 48 % Christen sind 74 % Protestanten, 25 % Katholiken und 1 % gehören anderen Konfessionen an.[91][92] Einzelnen christlichen Schätzungen zufolge sollen hingegen Christen mit 50,8 % eine hauchdünne Mehrheit im Land stellen.[93] Als Dachverband der nigerianischen Christen, die vor allem im Süden des Landes leben, fungiert der Christian Council of Nigeria innerhalb des Dachverbandes der Christian Association of Nigeria.

Im Süden Nigerias sind Kirchen im Straßenbild allgegenwärtig und sie erfreuen sich regen Zulaufs. Viele Gottesdienste stehen in pfingstlerischer, von Missionaren aus den USA übernommener Tradition.[94] Sie wirken mit ihrer Schwärmerei auf europäische Besucher eher befremdlich. Beim stundenlangen, scheinbar chaotisch verlaufenden und Dezibel-reichen Gottesdienst werden die Hände nach oben zum Podium hin gestreckt.[95][96] Gläubige beten oft in 24-Stunden-Sessions.[97] Für Todestage verblichener Verwandter finden eigene Gottesdienste statt. Es werden "Wunderheilungen" vorgenommen,[98] auch solche von Homosexualität.[99][100] Entsprechend gibt sich so mancher Pfarrer den Titel eines "Propheten".[101] Teilnehmer werden in manchen Gottesdiensten gelegentlich von einer Ekstase befallen, erholen sich aber glücklicherweise rechtzeitig, wenn diese vorbei sind.[102] – Ernsthafterer Natur sind das Aussetzen und Foltern von vermeintlichen "Hexenkindern", Teufelsaustreibungen und andere okkulte Praktiken, mit denen nigerianische Pfingstler in Verbindung gebracht werden.

Einheimische ReligionenBearbeiten

Obwohl kaum noch ein Zehntel der Bevölkerung traditionellen Religionen angehört, sind die Übergänge zwischen ihnen und dem afrikanischen Volksislam, dem Christentum westafrikanischer Kirchen und ihren lokalen Varianten fließend. Ahnenkult und Fetischismus spielen sowohl bei nigerianischen Christen als auch Muslimen eine große Rolle. In Nordnigeria gehören die Besessenheitskulte der Bori- und Dodo-Geister zu den von der muslimischen Mehrheit verschmähten Traditionen. Im Süden wird der Einfluss der Religion der Yoruba bei den Festlichkeiten in der heiligen Stadt Ile-Ife ersichtlich.

Interreligiöse und intrareligiöse KonflikteBearbeiten

Seit Mitte 2010 terrorisierte Boko Haram den Nordosten Nigerias. In den folgenden 12 Jahren fielen dieser Gruppierung dem "Nigeria Security Tracker" des Council on Foreign Relations zufolge über 41.600 Menschenleben zum Opfer (Stand Oktober 2022).[103] Millionen Menschen flohen nach Süden oder in die großen Städte, wie Maiduguri. Boko Haram griff auch Kirchen an.

Die Formel „Moslems gegen Christen“ greift jedoch zu kurz.[104] Trotz der mörderischen Feindseligkeit von Boko Haram gegenüber Christen waren die meisten ihrer Opfer immer Muslime, nicht zuletzt, weil der Aufstand in einem überwiegend muslimischen Teil des Landes, hauptsächlich im Bundesstaat Borno[105] im äußersten Nordosten Nigerias, stattfindet.[106] Es wird davon ausgegangen, dass die Tötung einer so großen Zahl von Muslimen durch Boko Haram, die auf einer weit gefassten Definition von Apostasie beruht, einer der Gründe für die Spaltung der Gruppe im Jahr 2016 war.[106] Die Daten des Nigeria Security Tracker (NST) zeigen (Stand März 2022), dass die Angriffe von Boko Haram auf Kirchen im Laufe der Zeit abgenommen und die Angriffe auf Moscheen zugenommen haben.[105] Die geringere Zahl der christlichen Todesopfer durch Boko Haram spiegelt wahrscheinlich die Tatsache wider, dass die meisten von ihnen geflohen sind.[106]

Spätestens seit März 2022 befindet sich Boko Haram im Niedergang. 40.000 ihrer Kämpfer ergaben sich 2022.[107] Seit 2021 erscheint der Islamische Staat in Westafrika (ISWAP) dominanter als Boko Haram. ISWAP wird beispielsweise der Kirchenanschlag von Owo zu Pfingsten 2022 zugeschrieben.[108][109]

GeschichteBearbeiten

FrühgeschichteBearbeiten

Die frühe nigerianische Geschichte bezieht sich auf die Periode der Geschichte in Nigeria vor der gemeinsamen Ära. Archäologische Forschungen haben gezeigt, dass Menschen bereits 9.000 v. Chr. in Isarun, Nigeria (genauer gesagt in Iwo-Eleru), und vielleicht schon früher in Ugwuelle-Uturu (Okigwe) im Südosten Nigerias lebten[110][111]. Mikrolithische und keramische Industrien wurden von Savannenhirten mindestens ab dem vierten Jahrtausend v. Chr. entwickelt und von späteren landwirtschaftlichen Gemeinschaften weitergeführt.

EisenzeitBearbeiten

 
Nok-Skulptur im Louvre

Bei Ausgrabungen am Kainji-Damm wurde die Eisenverarbeitung im 2. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen. Der Übergang vom Neolithikum zur Eisenzeit erfolgte offenbar ohne die Zwischenstufe der Bronzeproduktion. Andere vermuten, dass die Technologie aus dem Niltal nach Westen gelangte, obwohl die Eisenzeit im Niger-Tal und in der Waldregion der Einführung der Metallurgie in der oberen Savanne um mehr als 800 Jahre vorauszugehen scheint[112].

Nok-KulturBearbeiten

Die älteste bekannte nigerianische Kultur ist die Nok-Kultur, die zwischen 1500 v. Chr. und 200 n. Chr. auf dem Jos-Plateau im Nordosten Nigerias lebte. Die Nok waren Pioniere der antiken Metallurgie, und die von ihnen entwickelten fortschrittlichen Metallgusstechniken wie das Wachsausschmelzverfahren (cire perdue) für Werkzeuge und Waffen gehören zu den ersten bekannten Anwendungen dieses Handwerks[112][113].

Die Technologie der Eisenverhüttung und des Schmiedens könnte in Westafrika in der Nok-Kultur Nigerias bereits im sechsten Jahrhundert v. Chr. existiert haben. In der Zeit zwischen 1400 und 1600 scheint die Eisentechnologie eine der grundlegenden sozialen Errungenschaften gewesen zu sein, die das Wachstum bedeutender zentralisierter Königreiche im westlichen Sudan und entlang der Guineaküste Westafrikas ermöglichten. Die Herstellung von Eisenwerkzeugen und -waffen ermöglichte die Art von extensiver, systematisierter Landwirtschaft, effizienter Jagd und erfolgreicher Kriegsführung, die notwendig war, um große städtische Zentren zu erhalten.[114]

In Nigeria war Eisen von grundlegender Bedeutung für den Aufstieg mehrerer wichtiger Königreiche - Dahomey, Benin und die Yoruba-Königreiche, darunter vor allem Ife und Oyo. Alle diese nigerianischen Königreiche standen in regem Kontakt zueinander und haben daher ähnliche spirituelle Vorstellungen von den Eigenschaften des Eisens und den Methoden der Eisenverarbeitung. Ogún, der Gott des Eisens, ist eine wichtige Gottheit der Oyo und Yoruba. Ogun wird die Einführung des Eisens zugeschrieben sowie die Rolle des ersten Jägers und Kriegers, des Eröffners von Straßen, des Säuberers von Feldern und des Gründers von Dynastien. Das Eisenschwert von Ogún, ein zentrales symbolisches Motiv, wird sowohl mit zivilisatorischen als auch mit aggressiven Handlungen in Verbindung gebracht.[114]

Eisen hatte in all diesen nigerianischen Staaten einen bedeutenden rituellen Status, wobei die Schmiede sowohl als ritueller Schrein als auch als Heiligtum fungierte. Der Amboss wurde oft für die Ablegung eines Eides oder als Opferaltar verwendet. Die Eisenverarbeitung erforderte eine große Nähe zu übernatürlichen Mächten, weshalb die Schmiede sowohl bewundert als auch gefürchtet wurden. Die hochspezialisierten Fertigkeiten der Eisenschmiede waren so geschätzt, dass diese Handwerker oft umherzogen und sich dorthin begaben, wo sie gebraucht wurden, oder sogar mit Armeen in die Schlacht zogen. Dieser Verkehr erweiterte die sozialen Kontakte zwischen den großen Königreichen Nigerias und förderte so den raschen Austausch von Wissen und spirituellen Überzeugungen.[114]

Vordringen des IslamBearbeiten

In der Kano-Chronik wird die Geschichte des Hausa-Stadtstaates Kano in der Sahelzone bis etwa 999 n. Chr. zurückverfolgt. Auch die anderen großen Hausa-Städte (oder Hausa Bakwai) Daura, Hadeija, Kano, Katsina, Zazzau, Rano und Gobir haben eine Geschichte, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht.

Mit der Ausbreitung des Islam ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. wurde das Gebiet als Sudan oder Bilad Al Sudan ("Land der Schwarzen", arabisch: بلاد السودان) bekannt. Da die Völker teilweise mit der arabisch-muslimischen Kultur Nordafrikas verbunden waren, begannen sie mit dem Transsaharahandel und wurden von den arabischen Sprechern als ein erweiterter Teil der muslimischen Welt angesehen.

Das Königreich Kanem-Bornu

 
Königliche Elfenbeinmaske aus Benin, eines der bekanntesten Kunstwerke Nigerias. Benin-Reich, 16. Jahrhundert

Die Geschichte von Kanem-Bornu reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück, als arabische Schriftsteller in Nordafrika erstmals das Königreich Kanem östlich des Tschadsees erwähnten. Der See war damals viel größer als das heutige Gewässer, und sein Becken zog Siedlungen an und förderte den Austausch. Eine Hirtengruppe, die Vorfahren der Kanuri, errichtete eine zentralisierte Herrschaft über die Sao-Kultur. Ursprünglich reichten die Handelsbeziehungen bis ins ägyptische Niltal. Es gibt Hinweise darauf, dass Kanem Kontakt zu den christlichen Königreichen Nubiens hatte, bevor Muslime im 11. Jahrhundert in der Herrscherfamilie von Kanem Fuß fassten. Von Kanem aus versuchten die Herrscher, auch die Gebiete südlich und westlich des Sees zu beherrschen. Im 12. Jahrhundert waren sie durch Angriffe der Sao gezwungen, ihre Hauptstadt in die Region westlich des Tschadsees zu verlegen, und sie verloren nach und nach die Kontrolle über den größten Teil des ursprünglichen Kanem.[115] Lange Zeit war Borno die dominierende Macht im Zentralsudan, einschließlich eines großen Teils des Hausalandes. Die Bayajidda-Legende, die sich auf einen mythischen Vorfahren der Hausa aus dem Nahen Osten bezieht, scheint darauf hinzudeuten, dass die Entstehung eines zentralisierten politischen Systems im Hausaland von Borno beeinflusst wurde. Obwohl die Herrscher von Borno den Islam annahmen, blieb die Struktur der Monarchie traditionell, wobei die Königinmutter und andere weibliche Beamte erhebliche Macht ausübten. Die Wahl des Monarchen, die Krönungsriten und andere Grundlagen der königlichen Autorität wurden von vorislamischen Glaubensvorstellungen diktiert. Die Prinzen und andere Mitglieder der königlichen Familie erhielten Lehen und wurden außerhalb der Hauptstadt eingesetzt, um die Grenzgebiete zu regieren, während Menschen sklavischer Herkunft für die königliche Garde und die Palastbeamten bevorzugt wurden.[115]

Das Königreich Nri

Das Königreich Nri des Igbo-Volkes konsolidierte sich im 10. Jahrhundert und bestand fort, bis es 1911 seine Souveränität an die Briten verlor[116][117]. Nri wurde von den Priesterkönigen Eze Nri regiert, und die Stadt Nri gilt als Fundament der Igbo-Kultur. Nri und Aguleri, wo der Igbo-Schöpfungsmythos seinen Ursprung hat, liegen im Gebiet des Umeuri-Clans. Die Mitglieder des Clans führen ihre Abstammung auf die patriarchalische Königsfigur Eri zurück[118]. In Westafrika stammen die ältesten im Wachsausschmelzverfahren hergestellten Bronzen aus Igbo-Ukwu, einer Stadt unter dem Einfluss der Nri[116].

Die Yoruba-Königreiche von Ife und Oyo im Südwesten Nigerias wurden im 12[119][120]. bzw. 14.[121] Jahrhundert bekannt. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung am heutigen Standort von Ife stammen aus dem 9. Jahrhundert[119], und die materielle Kultur umfasst Terrakotta- und Bronzefiguren.

Erster Kontakt mit den Europäern, Nigeria als "Sklavenküste"Bearbeiten

Portugiesen, Sklavenhandel

Im 16. Jahrhundert waren portugiesische Entdecker die ersten Europäer, die im Hafen von Lagos (damals Eko) und in Calabar entlang der Sklavenküste einen bedeutenden, direkten Handel mit den Völkern im Süden Nigerias aufnahmen. Die Europäer handelten mit den Völkern an der Küste; der Küstenhandel mit den Europäern markierte auch die Anfänge des atlantischen Sklavenhandels[122]. Der Hafen von Calabar an der historischen Bucht von Biafra (heute gemeinhin als Bucht von Bonny bezeichnet) wurde zu einem der größten Sklavenhandelsplätze in Westafrika in der Zeit des transatlantischen Sklavenhandels. Weitere wichtige Sklavenhäfen in Nigeria befanden sich in Badagry, Lagos in der Bucht von Benin und Bonny Island.[122][123] Die meisten der versklavten Menschen, die zu diesen Häfen gebracht wurden, wurden bei Überfällen und in Kriegen gefangen genommen[124]. In der Regel wurden die Gefangenen als Zwangsarbeiter in das Gebiet der Eroberer zurückgebracht; nach einiger Zeit wurden sie manchmal akkulturiert und in die Gesellschaft der Eroberer integriert. In ganz Nigeria wurden Sklavenrouten eingerichtet, die die Gebiete im Hinterland mit den großen Küstenhäfen verbanden. Einige der produktivsten Sklavenhandelskönigreiche, die am transatlantischen Sklavenhandel teilnahmen, waren mit dem Edo-Reich Benin im Süden, dem Oyo-Reich im Südwesten und der Aro-Konföderation im Südosten verbunden[122][123]. Die Macht von Benin dauerte vom 15. bis zum 19. Jahrhundert an[125]. Oyo hatte seinen territorialen Höhepunkt im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert.

Kalifat von Sokoto

Im Norden führten die unaufhörlichen Kämpfe zwischen den Hausa-Stadtstaaten und der Niedergang des Bornu-Reiches dazu, dass die Fulani in der Region Fuß fassten. Bis zu diesem Zeitpunkt zogen die Fulani, eine nomadische ethnische Gruppe, hauptsächlich mit Vieh durch die Halbwüstenregion Sahel im Norden des Sudan und vermieden Handel und Vermischung mit den sudanesischen Völkern. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte Usman dan Fodio einen erfolgreichen Dschihad gegen die Hausa-Königreiche und gründete das zentralisierte Kalifat von Sokoto. Das Reich mit Arabisch als Amtssprache wuchs unter seiner Herrschaft und der seiner Nachkommen, die Invasionsarmeen in alle Himmelsrichtungen entsandten, rasch an. Das riesige Binnenreich verband den Osten mit dem Westsudan und drang in den Süden vor, indem es Teile des Oyo-Reiches eroberte und in das Yoruba-Kernland von Ibadan vordrang. Das vom Reich kontrollierte Gebiet umfasste einen Großteil des heutigen Nord- und Zentralnigeria. Der Sultan sandte Emire aus, um eine Oberherrschaft über die eroberten Gebiete zu errichten und die islamische Zivilisation zu fördern; die Emire wiederum wurden durch Handel und Sklaverei immer reicher und mächtiger. In den 1890er Jahren konzentrierte sich die größte Sklavenpopulation der Welt, etwa zwei Millionen, auf die Gebiete des Sokoto-Kalifats. Sklaven wurden in großem Umfang eingesetzt, vor allem in der Landwirtschaft[126]. Als das Sokoto-Kalifat 1903 in verschiedene europäische Kolonien zerfiel, war es einer der größten vorkolonialen afrikanischen Staaten[127].

Britisches Verbot des Sklavenhandels 1807

Großbritannien machte bereits vor 1700 Geschäfte mit der afrikanischen Westküste (1696 wurde eine Registrierung der Schiffe im Atlantikhandel in Liverpool verpflichtet, die ältesten Dokumente stammen aus dem Jahr 1698).[128] Europäische Waren wurden nach Afrika verschifft, von dort Sklaven auf amerikanische Plantagen verfrachtet und dortige Erzeugnisse, wie Tabak, nach Europa gebracht. Seit 1787 und verstärkt seit 1791, nach Berichten über einen Sklavenaufstand in Saint Domingue, debattierte das britische Parlament aber über die Abschaffung des Sklavenhandels.[128]

Mit dem Verbot des Sklavenhandels (nicht der Sklaverei) im Jahr 1807 durch Großbritannien verlagerte sich das britische Interesse an Nigeria auf Palmöl zur Verwendung in Seifen und als Schmiermittel für Maschinen. Die Abolition in Großbritannien war jedoch einseitig, und viele andere Länder traten an ihre Stelle.[129] Europäische Unternehmen und Schmuggler betrieben den atlantischen Sklavenhandel weiter. Das britische Westafrika-Geschwader versuchte, die Schmuggler auf See abzufangen. Die geretteten Sklaven wurden nach Freetown gebracht, einer Kolonie in Westafrika, die ursprünglich von Leutnant John Clarkson für die Umsiedlung von Sklaven gegründet worden war, die von Großbritannien nach dem Amerikanischen Revolutionskrieg in Nordamerika freigelassen worden waren.

Britische KolonialherrschaftBearbeiten

Kronkolonie Lagos (seit 1861)Bearbeiten

 
Bombardierung von Lagos 1851

Großbritanniens Westafrika-Geschwader verfolgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts portugiesische, amerikanische, französische und kubanische Sklavenschiffe und schloss mit viel Hartnäckigkeit Anti-Sklaverei-Verträge mit Küstenhäuptlingen entlang der westafrikanischen Küste von Sierra Leone über das Nigerdelta bis in den Süden des Kongo.[130] Die Inseln, Lagunen und Deltaarme der nigerianischen Küste erwiesen sich mit ihren unzähligen Buchten, mäandernden Kanälen und grassierenden Tropenkrankheiten als schwierig zu kontrollieren.[129] Lagos blieb darum bis ins Jahr 1840 ein lebhafter Umschlagsplatz im Sklavenhandel.

1841 bestieg Oba Akitoye den Thron von Lagos und versuchte, dem Sklavenhandel ein Ende zu setzen. Einige Kaufleute aus Lagos wehrten sich gegen das Verbot, setzten den König ab und ersetzten ihn durch seinen Bruder Oba Kosoko.[129] Großbritannien griff in diesen Machtkampf innerhalb des Lagos-Königtums ein, indem die Royal Navy Lagos 1851 bombardierte. Mit der Bombardierung von Lagos ersetzten die Briten den König (Oba) von Lagos, Kosoko, wieder durch Oba Akitoye. 1852 unterzeichneten Akitoye und der britische Konsul für die Buchten von Benin und Biafra John Beecroft den Vertrag zwischen Großbritannien und Lagos, in dem der "König und die Häuptlinge von Lagos" aufgefordert wurden, den Sklavenhandel abzuschaffen, die versklavten Afrikaner zu befreien, die in Lagos ansässigen europäischen Sklavenhändler zu vertreiben und den britischen Untertanen einen ständigen Handelszugang zu Lagos zu gewähren. Akitoye hatte aber Schwierigkeiten, diese Beschlüsse in seinem Herrschaftsbereich umzusetzen. Die Situation blieb deshalb für Großbritannien unbefriedigend. Dazu kamen neue geopolitische Einflüsse.

Die Royal Navy nutzte ursprünglich die vor Nigeria liegende Insel Fernando Po (heute Bioko, Äquatorialguinea) als Operationsbasis. 1855 beanspruchte Spanien Fernando Po für sich. Die Royal Navy musste daher einen anderen Stützpunkt finden.[129] Akitoye war inzwischen verstorben. Der 1851 vertriebene König Kosoko von Lagos drohte daraufhin, mit Hilfe französischer Kolonialtruppen, die in Ouidah im heutigen Benin stationiert waren, wieder die Herrschaft in Lagos zu übernehmen. Der amerikanische Bürgerkrieg, in dem es zentral um die Frage der Sklaverei ging, machte den Machtkampf um Lagos besonders dringlich. Daraufhin traf Lord Palmerston (britischer Premierminister) die Entscheidung, dass es "zweckmäßig sei, keine Zeit zu verlieren und das formale Protektorat von Lagos zu übernehmen"[130]. William McCoskry, der amtierende Konsul in Lagos, berief zusammen mit Kommandant Bedingfield am 30. Juli 1861 ein Treffen mit Oba Dosunmu, dem Nachfolger von Oba Akitoye, an Bord der HMS Prometheus ein, bei dem die britischen Absichten erläutert wurden und eine Antwort auf die Bedingungen bis August 1861 verlangt wurde. Dosunmu widersetzte sich den Vertragsbedingungen, doch unter der Drohung, Lagos durch Commander Bedingfield bombardieren zu lassen, lenkte Dosunmu ein und unterzeichnete den Lagos-Abtretungsvertrag.[131]

 
Herrschaftsbereiche in Nigeria um 1880 (heutige Bundesstaaten rot umrissen)

Großbritannien annektierte Lagos im August 1861. Lagos erwies sich als strategisch nützlich und wurde zu einem wesentlichen Handelszentrum, da die Händler erkannten, dass sie mit dem Schutz der Royal Navy rechnen konnten, um sie z. B. vor Piraten zu schützen.[129] Britische Missionare dehnten ihre Tätigkeit aus und drangen weiter ins Landesinnere vor. Im Jahr 1864 wurde Samuel Ajayi Crowther der erste afrikanische Bischof der anglikanischen Kirche.[132]

Südnigeria (seit 1900)Bearbeiten

 
Sir George Goldie, Begründer des britischen Einflusses am unteren Niger

Großbritannien hatte sich, nach den Erfahrungen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, darauf beschränkt, weltweit strategisch platzierte Stützpunkte – wie Lagos – zu unterhalten und eine Kolonisierung von küstenfernen Regionen im "Hinterland" vermieden. Dies änderte sich in den 1860er Jahren, als europäische Mächte zum "Wettlauf um Afrika" ansetzten.

Entlang der heutigen nigerianischen Küste gab es seit 1830 zahlreiche privatwirtschaftlich finanzierte Vorstöße ins Landesinnere, darunter die Niger-Expedition von 1841. Man stieß dabei bis zum Zusammenfluss von Niger und Benue bei Lokoja vor und errichtete Handelsposten. Um profitabel wirtschaften zu können, schlossen sich die diversen Handelsgesellschaften zu monopolistisch auftretenden Konzernen zusammen. Dies war 1879 die "United African Company" unter Führung von George Taubman Goldie, die ab 1886 unter Royal Niger Company firmierte. Dieser Konzern erhielt Konkurrenz von drei weiteren Konzernen, zwei französischen Handelsgesellschaften und einem weiteren britischen Konzern. Es entstand ein Preiskampf, bei dem die Royal Niger Company mit 30 Handelsposten im Süden Nigerias siegreich hervorging, weil in Frankreich der Hauptbefürworter afrikanischer Kolonisierung, Léon Gambetta, 1882 verstorben war und 1883 beachtliche Subventionen für diese "Kolonisierungskonzerne" vom Mutterland gestrichen wurden. 1886 vermeldete die RNC, dass sie nun "allein im unbestrittenen kommerziellen Besitz der Niger-Benué-Region" sei.[133]

Dieses Monopol ermöglichte es Großbritannien, sich während der Verhandlungen auf der Berliner Konferenz über die Kolonisierung Afrikas 1884–1885 den französischen und deutschen Forderungen nach einer Internationalisierung des Handels am Niger zu widersetzen. Goldie selbst nahm an den Treffen teil und setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Region, in der die RNC tätig war, in die britische Interessensphäre aufgenommen wurde. Die Zusagen von ihm und den britischen Diplomaten, dass der freie Handel (oder jedenfalls nicht diskriminierende Zollsätze) in ihrem Gebiet respektiert werden würde, waren hohle Worte: Die über 400 Verträge der NAC mit den lokalen Führern verpflichteten die Eingeborenen, ausschließlich mit oder über die Agenten des Unternehmens zu handeln. Hohe Zölle und Lizenzgebühren verdrängten konkurrierende Unternehmen aus dem Gebiet. Die Bedingungen dieser privaten Verträge wurden von den britischen Konsuln zu allgemeinen Verträgen gemacht, die sie ausdrücklich in ihre eigenen Verträge aufnahmen.[134] Als König Jaja von Opobo sein eigenes Handelsnetz organisierte und sogar begann, seine eigenen Palmöltransporte nach Großbritannien zu leiten, wurde er auf ein britisches Kriegsschiff gelockt und unter dem Vorwurf des "Vertragsbruchs" und der "Behinderung des Handels" ins Exil nach St. Vincent verbannt.[135]

Es war jedoch offensichtlich unmöglich für eine konzessionierte Gesellschaft, sich gegen die staatlich unterstützten Protektorate Frankreichs und Deutschlands zu behaupten. Daher wurde die Konzession 1899 widerrufen,[136] und am 1. Januar 1900 übertrug die Royal Niger Company ihre Gebiete an die britische Regierung für die Summe von 865.000 £. Das abgetretene Gebiet wurde zusammen mit dem kleinen Protektorat Nigerküste, das bereits seit 1884 unter britischer Kontrolle stand, zum Protektorat Südnigeria zusammengefasst.[137]

Die Briten besiegten im Anglo-Aro-Krieg (1901–1902) die Aro-Konföderation und breiteten ihren Einfluss der Küste entlang nach Südosten aus. Dabei wurde das Gebiet östlich des Niger bis zum Cross River und den Oban-Hügeln dem britischen Herrschaftsbereich hinzugefügt.

1906 wurde die Kronkolonie Lagos dem Protektorat Südnigeria hinzugefügt. In Lekki, nahe Lagos, fand die Nigerian Bitumen Corporation unter Geschäftsmann John Simon Bergheim 1908 bei Probebohrungen Erdöl. Allerdings konnten Ingenieure nicht verhindern, dass auch große Mengen Wasser mit gefördert wurden. Die Ölförderung konnte darum ohne zusätzliche Investitionen nicht gewinnbringend gemacht werden. Bergheims tödlicher Autounfall 1912 beendete vorerst die weitere Exploration in Bezug auf Nigerias Ölvorkommen.[138]

1909 wurden im Südosten Nigerias, in Enugu, Kohlevorkommen entdeckt und gefördert.[139] Zwei Jahre später wurde diese Region, das Nti-Königreich, direkt der britischen Kolonialverwaltung unterstellt.[116][117]

Nordnigeria (seit 1903)Bearbeiten

Nordosten

 
Nigeria und seine Nachbarn 1914 (heutige Bundesstaaten rot umrissen)

Bis ca. 1890 herrschte im Nordosten des heutigen Nigeria seit Jahrhunderten das Königreich Bornu-Kanem am Tschadsee. Im Jahr 1893 führte Rabih az-Zubayr, ein sudanesischer Warlord, eine Invasionsarmee aus dem Sudan an und eroberte Bornu. Die Briten erkannten Rabih als "Sultan von Borno" an, bis die Franzosen Rabih am 22. April 1900 in der Schlacht von Kousséri töteten. Die Kolonialmächte Großbritannien, Frankreich und Deutschland teilten sein Herrschaftsgebiet auf, wobei die Briten den heutigen Nordosten Nigerias erhielten. Sie restituierten formal das Borno-Reich vor der Eroberung 1893 unter britischer Führung und setzten einen Spross der damaligen Herrscherfamilie, Abubakar Garbai von Borno, als "Shehu" (Scheich) ein.

Der nordöstlichste Bundesstaat von Nigeria, Borno, referiert auf das Borno-Reich.

Nordwesten

Im Jahr 1902 begannen die Briten mit Plänen, nach Nordwesten in das Sokoto-Kalifat vorzustoßen. Der britische General Lord Frederick Lugard nutzte die Rivalitäten zwischen den Emiren im südlichen Teil des Kalifats und der Zentralverwaltung von Sokoto, während er sich der Hauptstadt näherte. Die britische Streitmacht siegte schnell.

 
Frederick Lugard, der Schaffer von Nigeria als staatliche Einheit

Im Jahr 1903 verschaffte der britische Sieg in der Schlacht von Kano den Briten einen logistischen Vorteil bei der Befriedung des Kernlandes des Sokoto-Kalifats und von Teilen des ehemaligen Borno-Reiches. Am 13. März 1903 unterwarf sich der letzte Wesir des Kalifats offiziell der britischen Herrschaft. Die Briten ernannten Muhammadu Attahiru II. zum neuen Kalifen. Lugard behielt den Titel Sultan als symbolische Position im neu organisierten Protektorat Nordnigeria bei. Dieses Überbleibsel wurde als „Sokoto Sultanate Council“ bekannt. Im Juni 1903 besiegten die Briten die verbliebenen Truppen von Attahiru. 1906 war der Widerstand gegen die britische Herrschaft beendet. Zungeru wurde Hauptstadt von Nordnigeria.[140]

Der nordwestlichste Bundesstaat Nigerias, trägt weiterhin den Namen "Sokoto".

Vereinigung zu „Kronkolonie und Protektorat“ 1914, Gouverneur LugardBearbeiten

Am 1. Januar 1914 vereinigten die Briten die Protektorate Südnigeria und Nordnigeria formell zu „Kronkolonie und Protektorat Nigeria“. Verwaltet wurde es nun direct von der britischen Regierung, statt, wie zuvor in Nord- und Südnigeria, vom Kolonialamt (Colonial Office) in London.

Der erste Gouverneur von Nigeria war Frederick Lugard. Lugards größter Beitrag zur Entstehung des modernen Nigerias war die erfolgreiche Vereinigung des Nordens und des Südens.[141] Nach der Vereinigung blieben die beiden Teile jedoch als zwei getrennte Länder mit separaten Verwaltungen bestehen.[142] „Obwohl er damit in erster Linie darauf abzielte, den Reichtum und die Hafenanlagen des Südens[143] dem Norden zur Verfügung zu stellen,[144] hatte er tatsächlich die politische Einheit des Riesen Afrikas geschaffen.“[145] Die Vereinigung Nigerias trug dazu bei, dass Nigeria gemeinsame Telegrafen, Eisenbahnen, Zölle und Verbrauchsteuern, einen Obersten Gerichtshof,[146] eine einheitliche Zeit,[147] eine gemeinsame Währung[148] und einen gemeinsamen öffentlichen Dienst erhielt. Lugard führte damit ein, was für die Infrastruktur eines modernen Staates erforderlich war.

Lugard war der Schöpfer, theoretische Vordenker und Praktizierer der "Indirect rule", nach der in Kolonien die bestehenden Herrschaftsstrukturen, Gesetze und Traditionen weitgehend intakt belassen und in das Kolonialsystem integriert wurden. Die Indirect Rule wurde von den Briten in Protektoraten und Kolonien sowie vom Deutschen Kolonialsystem praktiziert, während z. B. im französischen Kolonialsystem und in britischen Kronkolonien die vorkolonialen Strukturen zerschlagen und durch direkte Verwaltung der Regierung in Paris bzw. London ersetzt wurden. Die indirekte Kolonialverwaltung ist weniger personalintensiv, während die direkte Verwaltung mehr Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Kolonie eröffnet.

Lugard hielt sich an das Prinzip der Indirect Rule im Norden Nigerias, während er im Süden die direkte Kolonialherrschaft ausübte. Er legte mit der Einrichtung des nigerianischen Rates im Jahr 1914 den Grundstein für kontinuierliche gesetzgebende Versammlungen in Nigeria.[149] Allerdings erließ der Rat nur Gesetze für den Süden. Man könnte den Rat zwar als Scheinparlament bezeichnen, aber er war wegweisend für den Legislativrat der späteren Jahre.

Lugards Politik der Isolierung des Nordens vom Süden, die auch von seinen Nachfolgern beibehalten wurde, hatte einen Anteil an der Uneinigkeit Nigerias bis heute. Ein Beispiel dafür ist der Ausschluss des Nordens aus dem Legislativrat bis 1947.[150] Lugard war auch mitverantwortlich für den Rückstand der Nordstaatler im Bildungswesen und in anderen sozialen Bereichen.[151] Offizierspositionen, soweit sie nicht mit Briten besetzt waren, wurden dagegen ausschließlich an Nordnigerianer gegeben, da man diese gemäß einer damals verbreiteten und in Indien praktizierten völkischen Lehre als „Kriegervölker“ ansah.[152] Administrativ blieb Nigeria also weiterhin in das Nord- und das Südprotektorat sowie die Kolonie Lagos unterteilt.[153]

Christliche Missionen richteten in den Protektoraten westliche Bildungseinrichtungen ein. Aufgrund der Politik der indirekten Herrschaft förderten die Briten aber nicht die Arbeit der christlichen Missionen im nördlichen, islamischen Teil des Landes.[154] Einige Kinder der südlichen Elite gingen nach Großbritannien, um eine höhere Ausbildung zu erhalten. Bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1960 waren die regionalen Unterschiede beim Zugang zu moderner Bildung deutlich ausgeprägt. Dieses Erbe besteht, wenn auch weniger ausgeprägt, bis zum heutigen Tag. Das Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd kam auch im politischen Leben Nigerias zum Ausdruck. So wurde in Nordnigeria die Sklaverei erst 1936 verboten, während sie in anderen Teilen Nigerias um 1885 abgeschafft wurde.[155] Das Sokoto-Kalifat im Norden Nigerias hatte gegen 1900 noch zwischen 1 Million und 2,5 Millionen Sklaven.[156]

Erster Weltkrieg, Zeit zwischen den WeltkriegenBearbeiten

Im August 1914 griff eine britisch-nigerianische Militäreinheit Kamerun an. Die deutsche kaiserliche Schutztruppe ergab sich nach 18 Monaten einer Übermacht von Briten, Nigerianern, Belgiern und Franzosen. Einige deutsche Einheiten konnten sich ins spanische und damit neutrale Rio muni (das heutige Äquatorialguinea) absetzen.

Im Versailler Frieden wurde die deutsche Kolonie Kamerun als Völkerbund-Treuhandgebiet zwischen den Briten und Franzosen aufgeteilt. Der britische Teil, die British Cameroons, wurde von Nigeria aus mit verwaltet.[157]

 
Gouverneur Clifford (1919–1925)

Lugards unmittelbarer Nachfolger (1919–1925), Sir Hugh Clifford, war ein aristokratischer Verwaltungsfachmann mit liberalen Instinkten, der für seine aufgeklärte Gouverneurstätigkeit an der Goldküste (1912–1919) Anerkennung gefunden hatte. Die Ansätze der beiden Männer für die koloniale Entwicklung waren diametral entgegengesetzt. Im Gegensatz zu Lugard vertrat Clifford die Ansicht, dass die Kolonialregierung dafür verantwortlich sei, so schnell wie möglich die Vorteile der westlichen Erfahrung zu nutzen. Clifford legte den Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Entwicklung, indem er Unternehmen von Einwanderern aus dem Süden im Norden förderte, während er die Beteiligung der Europäer auf kapitalintensive Tätigkeiten beschränkte.[158] Clifford war unzufrieden mit dem Spielraum, der den traditionellen Herrschern im Rahmen der indirekten Herrschaft eingeräumt wurde, und sprach sich gegen eine weitere Ausdehnung der richterlichen Befugnisse der nördlichen Emire aus. Im Süden sah er die Möglichkeit, eine Elite aufzubauen, die in Schulen nach europäischem Vorbild ausgebildet würde. Das Kolonialamt, in dem Lugard nach wie vor hohes Ansehen genoss, akzeptierte zwar, dass im Süden Änderungen fällig waren, verbot aber eine grundlegende Änderung der Verfahren im Norden.[159]

1922 erließ Clifford eine Verfassung, die sogenannte Clifford-Verfassung. Er schaffte sowohl den Nigeria-Rat als auch den Exekutivrat ab. Stattdessen richtete er einen Legislativrat nach seinen Vorstellungen ein. In der Verfassung wurde die Zahl der Mitglieder des neuen Legislativrats auf sechsundvierzig festgelegt. Die Mitglieder des Rates setzten sich aus dem Gouverneur, sechsundzwanzig offiziellen Mitgliedern, vier gewählten Mitgliedern und fünfzehn nominierten Mitgliedern zusammen. Die vier gewählten Mitglieder stammten aus Lagos (3) und Calabar (1). Der Legislativrat erließ Gesetze für die Kolonie und das Protektorat Südnigeria. Er genehmigte auch den Jahreshaushalt für das gesamte Land.[160] Die Clifford-Verfassung von 1922 war für die politische Entwicklung Nigerias in vielerlei Hinsicht von Bedeutung. Mit der Verfassung wurde das Wahlprinzip eingeführt, das vier gewählte Vertreter der Bevölkerung Südnigerias hervorbrachte. Die vier gewählten Mitglieder waren die ersten Afrikaner, die in ein parlamentarisches Gremium in Britisch-Westafrika gewählt wurden. Die Clifford-Verfassung bekräftigte das Prinzip der gewählten Vertretung und förderte die Bildung politischer Parteien in Nigeria. Herbert Macaulay gründete 1923 die erste nigerianische politische Partei - die Nigeria National Democratic Party.

Sir Graeme Thompson war von 1925 bis 1931 Gouverneur von Nigeria. Während dieses Zeitraums wurde die Clifford-Verfassung von 1922 praktisch nicht geändert. Das Land befand sich in einer finanziellen Depression. Die Regierung leitete Sparmaßnahmen ein, darunter massive Entlassungen von Arbeitnehmern und die Einführung direkter Steuern. Der Versuch, Frauen in der Ostprovinz des Landes Steuern aufzuerlegen, führte 1929 zu den Frauenunruhen von Aba. Dieser Protest gegen die Steuerregelung forderte Berichten zufolge etwa 50 Tote und weitere 50 Verletzte. Sir Thompson ist vor allem für sein Eintreten für die Nichteinmischung von Beamten in die Verwaltung der Eingeborenen in Erinnerung geblieben.[161]

Sir Donald Charles Cameron war von 1931 bis 1935 Gouverneur von Nigeria. Das Land befand sich immer noch in der Depression, so dass er die Sparpolitik seines Vorgängers fortsetzte. Die schwierigen Zeiten führten zu einer verstärkten Agitation, insbesondere von jungen Menschen, die eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an den Angelegenheiten des Landes forderten. Einer der prominentesten Agitatoren dieser Zeit war Professor Eyo Ita. 1933 wurde die Lagos Youth Movement gegründet, um eine einheitliche Front für die nationalistischen Bestrebungen der jungen Leute zu bilden. Später wurde der Name 1937 in Nigerian Youth Movement (NYM) geändert, um den nationalen Charakter des Kampfes für eine stärkere Beteiligung an der Regierung widerzuspiegeln.[161] Cameron versuchte, das Verwaltungssystem der Eingeborenen zu modernisieren; er forderte die Verwaltungsbeamten auf, die Eingeborenen auszubilden und aufzuklären. Er leitete auch Schritte ein, um die Verwaltung der nördlichen und südlichen Provinzen zu vereinheitlichen und schaffte das Amt des Gouverneursleutnants ab. Er führte ein einheimisches Berufungsgerichtssystem, hohe Gerichte und Magistratsgerichte ein und schaffte auch das System der Provinzgerichte ab, das es Anwälten nicht erlaubte, vor Gericht zu erscheinen.

Sir Bernard Bourdillon war von 1935 bis 1940 Gouverneur. Er teilte das Land in drei Provinzen ein: die West-, Ost- und Nordprovinz.[162] Wie sein Vorgänger hatte auch er seine eigene Vorstellung von der künftigen Entwicklung Nigerias. Er glaubte, dass politischer Fortschritt frei von Reibungen sein sollte und schlug in seinem Memorandum Folgendes vor:

  • Die Beschäftigung von Afrikanern in höheren Positionen sollte ausgeweitet werden. Seiner Meinung nach hätte das System bereits angewandt werden sollen, aber es fehle an "geeignetem Material".
  • Dass den einheimischen Behörden mehr Verantwortung übertragen werden sollte.
  • Die Rolle der inoffiziellen afrikanischen Mitglieder der zentralen Legislative solle gestärkt werden, und ihre Meinungen und Ratschläge sollten mehr Beachtung finden.[161]

Zweiter WeltkriegBearbeiten

Im Zweiten Weltkrieg, 1942, spielte Nigeria eine Rolle bei der "Operation Postmaster". Auf abenteuerliche Weise kaperten britische Spezialagenten aus Lagos auf der nahegelegenen, aber spanischen und damit neutralen Insel Bioko italienische und deutsche Versorgungsschiffe für U-Boote im Südatlantik und brachten sie in den Heimathafen Lagos.[163] Der Vorfall – bei dem kein Schuss fiel – führte beinahe zum Kriegseintritt Franco-Spaniens an der Seite des Dritten Reiches und des faschistischen Italiens.

Während des gesamten Krieges dienten 45.000 nigerianische Soldaten in den britischen Streitkräften in Afrika und Südostasien. Nigerianische Regimenter bildeten die Mehrheit der 81. und 82. westafrikanischen Divisionen der britischen Armee.[164] Diese Divisionen kämpften in Palästina, Marokko, Sizilien und Birma. Nigerianische Soldaten kämpften auch in Indien. Drei Bataillone des Nigeria-Regiments kämpften im Äthiopienfeldzug gegen das faschistische Italien.

Während des Krieges stammte keiner der kommandierenden Offiziere des nigerianischen Korps aus Nigeria, womit die Politik der Vorkriegszeit fortgesetzt wurde. Die ersten nigerianischen Offiziere wurden gegen Ende des Krieges ausgewählt. Die Beteiligung Nigerias am Zweiten Weltkrieg trug dazu bei, den Kampf um die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft voranzutreiben. Dies lag zum Teil daran, dass die Teilnahme der Afrikaner an diesen Kriegen sie mit den Ideen der Selbstbestimmung und der unabhängigen Herrschaft vertraut machte.[165]

Nachkriegszeit, der Weg zur UnabhängigkeitBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die britische Regierung als Reaktion auf den wachsenden nigerianischen Nationalismus und die Forderungen nach Unabhängigkeit mehrere Verfassungen ein, die Nigeria zu einer Selbstverwaltung auf repräsentativer und zunehmend föderaler Basis führten.

Die britische Regierung in Westminster verabschiedete 1946 eine neue Verfassung für Nigeria,[166] die nach dem Generalgouverneur Sir Arthur Richards, der für ihre Ausarbeitung verantwortlich war, Richards-Verfassung genannt wurde. Obwohl die tatsächliche Macht in den Händen des Generalgouverneurs und des von ihm ernannten Exekutivrats verblieb, wurde auch ein erweiterter Legislativrat eingerichtet, der befugt war, über Angelegenheiten zu beraten, die das Land betrafen. Außerdem wurden drei regionale Versammlungskammern eingerichtet, die sich mit lokalen Fragen befassen und die Gouverneure beraten sollten. Die Richards-Verfassung trug der Vielfalt des Landes Rechnung, indem sie das föderale Prinzip mit seiner regionalen Autorität einführte. Obwohl die Richards-Verfassung die Lage in Nigeria realistisch einschätzte, verstärkte sie den Regionalismus, anstatt die politische Einigung zu fördern.

Auf einer interparlamentarischen Konferenz in Ibadan im Jahr 1950 wurde eine neue Verfassung ausgearbeitet. Sie wurde nach dem amtierenden Generalgouverneur John Stuart Macpherson als Macpherson-Verfassung bezeichnet. Sie trat im folgenden Jahr, 1951, in Kraft. Die Macpherson-Verfassung sah regionale Autonomie und eine föderale Union vor und schuf eine Zentralregierung mit einem Ministerrat. Dies förderte die politische Beteiligung und die Parteiaktivitäten auf nationaler Ebene. Die Regionalregierungen verfügten jedoch über weitreichende gesetzgeberische Befugnisse, die vom neu geschaffenen Bundesrepräsentantenhaus mit 185 Sitzen nicht außer Kraft gesetzt werden konnten. Infolgedessen stärkte die Macpherson-Verfassung den Regionalismus erheblich.

Die nächste Revision der Verfassung wurde nach Oliver Lyttelton, 1. Viscount Chandos, Lyttleton Constitution genannt. Sie wurde 1954 in Kraft gesetzt. Nigeria erhielt ein gewisses Maß an Selbstverwaltung. Dies ebnete den Weg für die Unabhängigkeit Nigerias von Großbritannien.

Im Januar 1956 wurde das erste Ölfeld in Nigeria, das Oloibiri Oilfield im Südosten des Landes nahe der Nigermündung, entdeckt.

 
Geschichte nach 1958; Rot: britische Herrschaft, Grün: Demokratie; Gelb: Diktatur; Namen: Regierungschefs mit mind. 3 Jahren Amtszeit

Seit 1957 regierte eine Allparteienkoalition aus NPC, NCNC und AG unter dem bescheiden auftretenden – und lebenden – Premierminister Abubakar Tafawa Balewa. Der Northern People's Congress (NPC) unter der Führung von Sir Ahmadu Bello, war eine von Muslimen aus dem Norden dominierte Partei. NCNC war der von Igbo und Christen dominierte National Council of Nigeria and the Cameroons unter der Führung von Nnamdi Azikiwe. AG war die vergleichsweise liberale Action Group, die weitgehend von den Yoruba dominiert wurde und von Obafemi Awolowo angeführt wurde. Balewa, Bello und Azikiwe verstanden sich gut und arbeiteten effizient zusammen.

Von 1958 an rekrutierte die nigerianische Armee nicht mehr, wie zuvor, ausschließlich Männer aus dem Norden, sondern aus dem ganzen Land. In den Folgejahren strömten dadurch überwiegend Offiziersanwärter aus dem Süden in die zahlreichen Positionen der scheidenden britischen Offiziere, da sie im Allgemeinen besser ausgebildet waren. Dies kollidierte mit den älteren Offizieren, denen man beigebracht hatte, dass ihr Volk (Hausa, Fulani, Kanuri) zu den „Kriegervölkern“ gehört,[152] und Vertretern der südlichen Ethnien Yoruba und Igbo die neu zu besetzenden Positionen nicht zustehen würden. Junge Offiziere dagegen warfen älteren Offizieren deren Rolle im Kolonialsystem vor und verdächtigten sie verbliebener britischer Loyalität. – Dieser Konflikt, sowie die Entdeckung der Ölfelder im Südosten, sollte im Biafrakrieg eine wesentliche Rolle spielen.[152]

Unabhängigkeit, Erste Republik (1960–1966)Bearbeiten

 
Abubakar Tafawa Balewa, Premierminister in der Kolonialzeit und in der Ersten Republik

Am 1. Oktober 1960 erlangte Nigeria die vollständige Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich, ansonsten herrschte aber weitgehend Kontinuität. Der seit 1957 amtierende Premierminister Abubakar Tafawa Balewa blieb Premierminister, die britische Monarchin Elizabeth II. blieb nominelles Staatsoberhaupt, Lagos blieb Hauptstadt und die Regierungsweise nach britischem Vorbild weitgehend zentralistisch. Der Brite Sir Christopher Welby-Everard blieb Generalstabschef der nigerianischen Armee. NCNC-Vorsitzender Nnamdi Azikiwe löste den kolonialen Generalgouverneur James Wilson Robertson im November 1960 ab.[167] NPC und NCNC waren weiterhin Regierungsparteien, die AG saß nun in der Opposition.

Am 1. Juni 1961 erhielt Nigeria die „North Cameroons“, einen Landstreifen an der Grenze zu Kamerun, nach Volksbefragung. Die „South Cameroons“ gingen an Kamerun. Beide Gebiete standen zuvor unter UN-Verwaltung. Umstritten blieb die Halbinsel Bakassi.

1963 erhielt Nigeria eine neue Verfassung. Nigeria wurde zur Republik. Das britische Regierungssystem wurde beibehalten, so dass die Befugnisse des Präsidenten vor allem zeremonieller Natur waren.[168] Abubakar Tafawa Balewa blieb weiterhin Premierminister und aus dem Gouverneur der britischen Königin Nnamdi Azikiwe wurde ein Präsident.

Weil die neue, republikanische Regierung wie zuvor die britische Kolonialregierung ihre Forderungen nach politischer Partizipation zurückwies, wehrten sich einzelne ethnische Minderheiten gegen die politische Benachteiligung. So mündete im Jahr 1964 die Unterdrückung christlicher Tiv im von muslimischen Haussa-Fulbe dominierten Norden Nigerias, die sich unter anderem in einer für die Tiv nachteiligen Steuererhebung manifestierte, in Unruhen, die bis zu 4.000 Todesopfer forderten.[169]

Am 1. Mai 1965 ging Sir Christopher Welby-Everard, der Generalstabchef von Nigeria und letzter britischer Amtsträger aus kolonialen Zeiten, in Rente. Ihm folgte Johnson Agulyi-Ironsi, ein erfahrener Offizier, ehemaliger Militärattaché in London und 1964 Kommandeur der UN-Schutztruppe im Kongo. Damit wurde der zwanzigjährige Übergang Nigerias von "Kronkolonie und Protektorat" zur Unabhängigkeit abgeschlossen. Ausgehend von der Kontinuität der politischen Parteien und Repräsentanten, sowie des seit 20 Jahren herangezogenen Offizierscorps musste es so aussehen, als ob dieser allmähliche Übergang gelungen sei. Das Gegenteil sollte sich bald zeigen.

Putsch und Gegenputsch (1966)Bearbeiten

Am 15. Januar 1966 putschten jüngere Offiziere mit hauptsächlich südöstlicher Herkunft und ermordeten die zwei führenden Politiker aus dem Norden, Balewa und Bello. Zudem wurde die Führungsriege der nigerianischen Armee (Oberste und darüber) beinahe vollständig liquidiert.[152] Der Januarputsch war weniger ethnisch geprägt, als ein Konflikt zwischen zwei Offiziersgenerationen. Die Putschisten waren überwiegend Igbo, aber ein großer Teil der ermordeten Offiziere ebenso.[170]

Armeechef Agulyi-Ironsi schlug den Putsch nieder, setzte die Verfassung außer Kraft und löste das Parlament auf.[171] Danach ließ er jedoch die Putschisten nicht vor Gericht stellen. Da er selbst Igbo war und nur Igbo vom Putsch profitierten, wurde ihm dies in anderen Ethnien des Landes übel genommen. Gleichzeitig begann er als Alleinherrscher, aus dem Bundesstaat einen Einheitsstaat zu machen.[172] Es musste wirken, als ob die Igbo das Land übernehmen würden.

Am 29. Juli 1966 putschten Soldaten im südwestlich gelegenen Abeokuta und ermordeten Agulyi-Ironsi, der im nahe gelegenen Ibadan zu Besuch war. Im ganzen Land brachen Pogrome gegen die Igbo aus, Quellen sprechen von 30.000 Opfern, überwiegend Kinder.[173] In dieser Situation bestimmten die Putschisten Yakubu Gowon zum neuen Militär- und Staatsführer. Dieser gehörte keiner der drei vorherrschenden Ethnien an und sah sich mit der Aufgabe konfrontiert, die drei auseinanderstrebenden Landesteile und Volksgruppen seines Landes zusammenzuhalten sowie die Pogrome zu beenden. Es schien unter diesen Vorzeichen wohl unwahrscheinlich, dass die Herrschaft von Yakubu Gowon vergleichsweise lang – neun Jahre – dauern würde. In diesen Zeitraum fällt allerdings eine der schlimmsten humanitären Katastrophen moderner Zeitrechnung: der Biafra-Krieg.

Bürgerkrieg (1967–1970), BiafraBearbeiten

 
Kinder mit Hungerödemen während des Biafra-Krieges

Im September 1966 erreichten die Pogrome gegen die Igbo ihren Höhepunkt. Schätzungsweise 1 Million Igbo flüchteten aus dem ganzen Land in den Südosten, wo sie sich sicher glaubten.

Im Mai 1967 rief der Gouverneur der Ostregion, Oberstleutnant Emeka Ojukwu, diese als unabhängigen Staat „Republik Biafra“ aus.[174][175] Nach dieser Unabhängigkeitserklärung griff das verbliebene Rest-Nigeria Biafra am 6. Juli 1967 bei Garkem an. Nigeria war auf diese Situation auch durch die Liquidierungen führender Offiziere während der vorherigen Putsche personell schlecht vorbereitet. So konnten die biafrischen Streitkräfte im August 1967 nach Westen bis nach Benin City vorstoßen. Biafra wurde belagert und vom Handel abgeschnitten, ohne dass eine der beiden Seiten zu entscheidenden militärischen Bewegungen imstande war. Erst im Dezember 1969 stieß Oberst Obasanjo mit 30.000 Streitkräften nach Umuahia vor, wodurch Biafra in zwei Hälften geteilt wurde. Dies entschied den Krieg. Die kriegerischen Handlungen endeten schließlich nach 30 Monaten im Januar 1970.[176]

Frankreich, Ägypten, die Sowjetunion, Großbritannien, Israel und andere waren hinter den Kulissen stark in den Bürgerkrieg verwickelt. Großbritannien und die Sowjetunion waren die wichtigsten militärischen Unterstützer der nigerianischen Regierung, wobei Nigeria auf die Luftunterstützung ägyptischer Piloten zurückgriff, die von Gamal Abdel Nasser gestellt wurden,[177][178] während Frankreich und Israel die Biafraner unterstützten. Die kongolesische Regierung unter Präsident Joseph-Désiré Mobutu bezog schon früh Stellung zur biafranischen Sezession, indem sie die nigerianische Bundesregierung nachdrücklich unterstützte[179] und Tausende von Soldaten zum Kampf gegen die Sezessionisten entsandte.[180][181]

Die Region Biafra, die bereits eine Flüchtlingswelle ungekannten Ausmaßes verkraften musste, konnte durch die Handelsblockade nicht mehr ihre Einwohner ernähren. Schätzungen über die Zahl der Toten durch Hunger und Kriegshandlungen während des Bürgerkriegs reichen von einer bis zu drei Millionen.[182] Aufnahmen von hungernden Kindern in Biafra gingen um die Welt und prägten das Bild vom nach-kolonialen Afrika.

Diktatur Gowon (1966–1975)Bearbeiten

 
Yakubu Gowon, Diktator während des Biafra-Krieges

Die Bundesregierung konnte die Aufständischen in Biafra nur mit Mühe bezwingen, da im Januarputsch von 1966 die meisten Offiziere liquidiert worden waren. Dass dies am Ende doch gelang, war hauptsächlich auf die Offiziere Murtala Muhammed und Olesogun Obasanjo zurückzuführen, die einige Jahre später, nach Gowons Sturz, ihrerseits Diktatoren wurden.

In den Nachkriegsjahren erlebte Nigeria einen dynamischen Wirtschaftsaufschwung, in dessen Verlauf der Handlungsspielraum der nigerianischen Bundesregierung dank der gestiegenen Öleinnahmen in starkem Maße zunahm. In dieser Zeit nahm die Korruption, vor allem die Bestechung, von und durch Beamte der Bundesregierung zu. Obwohl Gowon selbst nie in die korrupten Praktiken verwickelt war, wurde er oft beschuldigt, bei den Aktivitäten seiner Mitarbeiter und Bekannten ein Auge zuzudrücken.[183][184]

Diktator Gowons Nationalisierungsdekret von 1972[185], auf dem Höhepunkt des Ölbooms, sollte langfristig negative Auswirkungen auf die nigerianische Wirtschaft haben.[186] Es verschloss viele Sektoren der nigerianischen Wirtschaft für alle ausländischen Investitionen und verbot in mehreren anderen Bereichen ausländische Beteiligungen über eine Minderheitsbeteiligung hinaus.[187] Dieses Dekret erwies sich als nachteilig für Investitionen in die nigerianische Wirtschaft, sofern sie nicht aus dem Ölgeschäft stammten.[188]

Am 1. Oktober 1974 erklärte Gowon in Widerspruch zu früheren Äußerungen, dass Nigeria bis 1976 nicht für eine zivile Regierung bereit sei, und er verschob den Übergabetermin auf unbestimmte Zeit.[189]

Darüber hinaus uferte die wachsende und ineffiziente Bürokratie aus. Die Misswirtschaft in Gowons Verwaltung gipfelte in der berüchtigten „Zementarmada“ im Sommer 1975,[190] als der Hafen von Lagos mit Hunderten von Schiffen überfüllt war, die Zement entladen wollten. Vertreter der nigerianischen Regierung hatten mit 68 verschiedenen internationalen Lieferanten Verträge über die Lieferung von insgesamt 20 Millionen Tonnen Zement in einem Jahr nach Lagos geschlossen, obwohl der Hafen nur eine Million Tonnen Fracht pro Jahr aufnehmen konnte.[191] Die schlecht ausgearbeiteten Zementverträge enthielten Liegegeldklauseln, die für die Lieferanten sehr günstig waren, so dass die Rechnung in die Höhe schoss, wenn die Schiffe im Hafen auf das Entladen warteten (oder sogar, wenn sie in ihren Heimathäfen auf die Erlaubnis warteten, nach Nigeria auszulaufen). Die nigerianische Regierung wurde sich des Ausmaßes ihres Fehlers erst bewusst, als der Hafen von Lagos so stark überlastet war, dass die Grundversorgung nicht mehr gewährleistet werden konnte. Ihre Versuche, die Zementverträge zu kündigen und ein Not-Embargo für alle ankommenden Schiffe zu verhängen, beschäftigten das Land viele Jahre lang mit Rechtsstreitigkeiten in der ganzen Welt, einschließlich einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA aus dem Jahr 1983.[192]

General Gowon meinte dazu gegenüber einem ausländischen Reporter: „Das einzige Problem, das Nigeria hat, ist die Frage, wie es das Geld ausgeben soll, das es hat.“[193]

Diese Skandale lösten innerhalb der Armee große Unzufriedenheit aus. Am 29. Juli 1975, als Gowon an einem OAU-Gipfel in Kampala teilnahm, kündigte eine Gruppe von Offizieren unter der Führung von Oberst Joe Nanven Garba seinen Sturz an.[194]

Erneut Putsch und GegenputschBearbeiten

 
Diktator Murtala Mohammed

Der Putsch im Juli 1975 unter der Führung der Generäle Shehu Musa Yar'Adua und Joseph Garba führte zum Sturz von Gowon,[195] der nach Großbritannien floh. Die Putschisten wollten Gowons autokratische Herrschaft durch ein Triumvirat von drei Brigadegenerälen ersetzen, deren Entscheidungen von einem Obersten Militärrat mit einem Veto belegt werden konnten. Für dieses Triumvirat überzeugten sie General Murtala Muhammed, militärisches Staatsoberhaupt zu werden, mit General Olusegun Obasanjo als zweitem Befehlshaber und General Theophilus Danjuma als drittem Befehlshaber.[195] Gemeinsam führte das Triumvirat Sparmaßnahmen ein, um die Inflation einzudämmen, richtete ein Büro zur Untersuchung korrupter Praktiken ein, ersetzte alle Militärgouverneure durch neue Offiziere und startete die „Operation Deadwood“, in deren Rahmen sie 11 000 Beamte aus dem öffentlichen Dienst entließen.[195]

Oberst Buka Suka Dimka startete im Februar 1976 einen Putschversuch, bei dem General Murtala Muhammed ermordet wurde. Dimka hatte keine breite Unterstützung unter den Militärs, und sein Putschversuch scheiterte, so dass er fliehen musste.[195] Nach dem Putschversuch wurde General Olusegun Obasanjo zum militärischen Staatsoberhaupt ernannt.[195] Als Staatsoberhaupt schwor Obasanjo, Murtalas Politik fortzusetzen.[195] Da Obasanjo sich der Gefahr bewusst war, die Nordnigerianer zu verprellen, wählte er General Shehu Yar'Adua als Nachfolger und Stellvertreter als Stabschef ins Oberste Hauptquartier. Das neue militärische Dreigestirn mit Obasanjo als Staatschef und General Theophilus Danjuma als Generalstabschef setzte sich die Ziele: 1) Schaffung von Bundesstaaten und nationale Abgrenzung, 2) Reformen der Kommunalverwaltungen und 3) ein Komitee zur Ausarbeitung einer Verfassung für eine neue Republik.[196]

Unter den Diktatoren Murtala und Obasanjo wurde der Beschluss gefasst, die Hauptstadt Nigerias von Lagos in das zentraler gelegene, aber noch zu bauende Abuja zu verlegen. Obwohl diese Entscheidung umstritten war, wurde sie in der Zweiten Republik beibehalten und mit dem Bau der Reißbrettstadt Abuja begonnen.

Die Zweite Republik (1979–1983), Präsident ShagariBearbeiten

Rückkehr zur DemokratieBearbeiten

 
Shehe Shagari, Präsident während der Zweiten Republik

Im Jahr 1977 wurde eine verfassungsgebende Versammlung gewählt, um eine neue Verfassung auszuarbeiten, die am 21. September 1978 veröffentlicht wurde, als das Verbot politischer Aktivitäten aufgehoben wurde. Das Militär plante die Rückkehr zur Zivilregierung sorgfältig und ergriff Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die politischen Parteien eine breitere Unterstützung erhielten als in der ersten Republik. 1979 traten fünf politische Parteien zu einer Reihe von Wahlen an, bei denen Alhaji Shehu Shagari von der National Party of Nigeria (NPN) zum Präsidenten gewählt wurde. Alle fünf Parteien erhielten eine Vertretung in der Nationalversammlung. Am 1. Oktober 1979 wurde Shehu Shagari als erster Präsident und Oberbefehlshaber der Föderalen Republik Nigeria vereidigt. Obasanjo übergab die Macht friedlich an Shagari und war damit das erste Staatsoberhaupt in der Geschichte Nigerias, das freiwillig zurücktrat.

Bildung, Frauenemanzipation, UmweltproblematikBearbeiten

Unter Shagari verbesserte sich das Bildungssystem in Nigeria. Beispielsweise wurden eine Reihe von Universitäten gegründet. Auch förderte er dieEinbeziehung von Frauen am politischen Leben. Viele Ämter besetzte er mit Frauen.

Im Jahr 1983 bemerkten die Inspektoren der staatlichen Nigerian National Petroleum Corporation „die langsame Vergiftung des Wassers dieses Landes“.[197]

Deportation von westafrikanischen ImmigrantenBearbeiten

Im Januar 1983 beschloss Shagari angesichts einer Wirtschaftsflaute unter der Parole „Ghana must go!“ die Deportation von westafrikanischen Immigranten. Schätzungsweise 1 Million Ghanaer mussten plötzlich und unter Häme das Land verlassen und den größten Teil ihrer Habseligkeiten zurücklassen. Provisorisch zusammengeschnürte Taschen und Koffer wurden zum Symbol des erzwungenen Exodus (sie werden bis heute „Ghana bags“ genannt). Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in Ghana nach 1983 deutlich günstiger als in Nigeria verlaufen sollte und Nigerianer ihrerseits in Ghana nach Arbeit und Einkommen suchen würden.

WiederwahlBearbeiten

Im August 1983 wurden Shagari und die NPN mit einem erdrutschartigen Sieg wiedergewählt, mit einer Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung und der Kontrolle über 12 Landesregierungen. Die Wahlen wurden jedoch von Gewalt überschattet, und Anschuldigungen wegen weit verbreiteter Wahlfälschung und Wahlbetrug führten zu gerichtlichen Auseinandersetzungen über die Ergebnisse.

Shagaris Kampf gegen Korruption, General BuhariBearbeiten

Obwohl Shehu Shagari von einer persönlichen Verwicklung in korrupte Praktiken freigesprochen wird, war die Zweite Republik von Korruptionsvorwürfen geplagt, darunter auch von Vorwürfen des Wahlbetrugs bei den Wahlen 1983.[198] Zusammen mit dem Verfall der Weltmarktpreise für Erdöl und der Verschlechterung der Staatsfinanzen führte dies dazu, dass sich das Regime bei den Bürgern zutiefst unbeliebt machte. Vor seiner Amtsenthebung, in seiner zweiten Amtszeit, unternahm Shagari jedoch Versuche, die Korruption durch das neue Ministerium für nationale Führung unter Yusuf Maitama Sule einzudämmen, das ausschließlich zu diesem Zweck geschaffen wurde. Es wurde ein neues Programm mit dem Namen Ethische Revolution eingeführt, zu dessen Initiativen der berühmte „Krieg gegen die Disziplinlosigkeit“ gehört, der unter General Muhammadu Buhari begonnen wurde. Das Ministerium war nur drei Monate lang im Amt, bevor 1983 ein Staatsstreich Buhari zum Alleinherrscher machte.

Putsch 1983, Diktatur Buhari, Putsch 1985 und Diktatur Babangida (1985–1992)Bearbeiten

 
Diktator Babangida

Der Militärputsch von 1983 fand in der Silvesternacht desselben Jahres statt. Er wurde von führenden Offizieren des nigerianischen Militärs koordiniert und führte zum Sturz der Regierung und zur Einsetzung von Generalmajor Muhammadu Buhari als Staatschef. Der Militärputsch von Muhammadu Buhari kurz nach der Wiederwahl des Regimes im Jahr 1984 wurde allgemein als positive Entwicklung angesehen.[199] Buhari versprach große Reformen, aber seine Regierung schnitt kaum besser ab als die seines Vorgängers. General Buhari wurde 1985 durch einen Militärputsch unter der Führung von General Ibrahim Babangida gestürzt, der den Regierungsrat der Streitkräfte gründete und Militärpräsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte wurde.[200] 1986 gründete er das Nigerianische Politische Büro, das Empfehlungen für den Übergang zur Dritten Nigerianischen Republik aussprach. Im Jahr 1989 begann Babangida mit der Planung des Übergangs zur Dritten Nigerianischen Republik. Babangida überlebte den nigerianischen Putschversuch von 1990 und verschob dann die versprochene Rückkehr zur Demokratie auf 1992.[201]

Unter Babangida wurde das zentral gelegene Abuja im Dezember 1991 Hauptstadt.

Die kurzlebige Dritte Republik (1993)Bearbeiten

Diktator Babangida erlaubte die Gründung politischer Parteien und bildete vor den Parlamentswahlen 1992 mit der Sozialdemokratischen Partei und der Nationalen Republikanischen Konvention ein Zweiparteiensystem. Er forderte alle Nigerianer auf, sich einer der beiden Parteien anzuschließen. Der Zweiparteienstaat war eine Empfehlung des Politischen Büros gewesen. Nach einer Volkszählung gab die Nationale Wahlkommission am 24. Januar 1992 bekannt, dass im Laufe des Jahres sowohl Parlamentswahlen zu einer Zweikammer-Nationalversammlung als auch Präsidentschaftswahlen stattfinden würden.[202]

Die Präsidentschaftswahlen von 1993, die am 12. Juni stattfanden, waren die ersten seit dem Militärputsch von 1983. Die Ergebnisse, die von der Nationalen Wahlkommission nicht offiziell verkündet wurden, zeigten, dass das Duo Moshood Abiola und Baba Gana Kingibe von der Sozialdemokratischen Partei Bashir Tofa und Sylvester Ugoh von der Nationalen Republikanischen Konvention mit über 2,3 Millionen Stimmen besiegte. Babangida erklärte die Wahlen jedoch für ungültig, was zu massiven Protesten der Zivilbevölkerung führte, die das Land wochenlang lahmlegten. Im August 1993 löste Babangida schließlich sein Versprechen ein, die Macht an eine zivile Regierung abzugeben, aber erst nachdem er Ernest Shonekan zum Chef der nationalen Übergangsregierung ernannt hatte.[203] Babangidas Regime gilt als das korrupteste und als verantwortlich für die Entstehung einer Korruptionskultur in Nigeria.[204]

Putsch 1993 und Diktatur Abacha (1993–1998)Bearbeiten

 
Sani Abacha

Shonekans Übergangsregierung, die kürzeste in der politischen Geschichte des Landes, wurde 1993 durch einen Staatsstreich unter der Führung von General Sani Abacha gestürzt. Dies war der siebte nigerianische Staatsstreich in weniger als 30 Jahren und auch (Stand 2023) der letzte militärische Umsturz in diesem Land.

Absolute Macht, SchreckensherrschaftBearbeiten

Anders als vorige Militärdiktatoren in Nigeria wie Gowon, Murtala, Obasanjo oder Buhari kann man Abacha nur als Schreckensherrscher bezeichnen.

Nachdem er im November 1993 die Regierung und das Parlament auflöste, machte er sich im September 1994 auch zum höchsten Richter[205] und erhielt damit absolute Macht.[206][207]

Abacha stellte eine persönliche Sicherheitstruppe von 3.000 in Nordkorea ausgebildeten Männern zusammen. Die nigerianischen Polizeikräfte wurden in großem Umfang umgeschult. Der Staat ging rücksichtslos gegen Kriminelle und Dissidenten vor.[208] Auch der ehemalige Militärmachthaber Olusegun Obasanjo wurde wegen Hochverrats inhaftiert und beschuldigt, gemeinsam mit General Oladipo Diya einen Staatsstreich geplant zu haben. 1997 starb General Shehu Yar'Adua, der ebenfalls inhaftiert war, im Gefängnis. Der Nobelpreisträger Wole Soyinka wurde in Abwesenheit wegen Hochverrats angeklagt.

Abachas Regime wurde wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt, insbesondere nach der Hinrichtung des Ogoni-Aktivisten Ken Saro-Wiwa. Dies war nur eine von mehreren Hinrichtungen von Ogoni-Aktivisten, die sich gegen die Ausbeutung der nigerianischen Ressourcen durch den multinationalen Erdölkonzern Royal Dutch Shell gewehrt hatten. Die Hinrichtung von Saro-Wiwa führte später zum Ausschluss Nigerias aus dem Commonwealth.[209]

Veruntreuung von StaatsgeldernBearbeiten

Unter Abacha kam es zu einer rasanten Ausweitung der Veruntreuung, die in der Geschichte Nigerias als „Abacha loot“ („Abacha-Beutezug“) bekannt ist.[210] Abachas nationaler Sicherheitsberater, Alhaji Ismaila Gwarzo, spielte eine zentrale Rolle bei der Plünderung und dem Transfer von Geldern auf Überseekonten.[211] Auch Abachas Sohn Mohammed Abacha und sein bester Freund Alhaji Mohammed M. Sada waren daran beteiligt. Sani Abacha wies Ismaila Gwarzo an, gefälschte Finanzierungsanträge für die nationale Sicherheit zu stellen, die Abacha genehmigte. Die Gelder wurden in der Regel in bar oder in Reiseschecks von der Central Bank of Nigeria an Gwarzo geschickt, der sie zu Abachas Haus brachte. Mohammed Sada sorgte dann dafür, dass das Geld auf Offshore-Konten gewaschen wurde. Auf diese Weise wurden schätzungsweise 1,4 Milliarden Dollar in bar übergeben.[212]

In einer Liste der zehn sich am meisten selbst bereichernden Staatsoberhäupter[213] rangieren Abacha und seine Familie an vierter Stelle. Sie sollen zwischen 1 und 5 Milliarden Dollar veruntreut haben.[214]

Am 7. August 2014 gab das US-Justizministerium bekannt, dass der nigerianischen Regierung 480 Millionen US-Dollar entzogen wurden, der größte Betrag in der Geschichte des Landes.[215] Jersey's Civil Asset Recovery Fund entdeckte mehr als 267 Millionen Dollar an Geldern, die angeblich über das US-Bankensystem gewaschen und auf ein Konto in Jersey eingezahlt wurden (210 Millionen Pfund). Das US-Justizministerium, die Gerichte von Jersey und die nigerianische Regierung haben eine zivilrechtliche Beschlagnahmung der Gelder vorgenommen, die zwischen diesen Ländern aufgeteilt werden.[216][217]

Demokratisierung und Föderalismus 1998, die IV. RepublikBearbeiten

 
Demokratien in Westafrika und deren Stabilität

Diktator Abacha starb im Jahre 1998 unter unwürdigen Umständen bei einer „Party“.[218] Nachfolger Abdulsalami Abubakar (nicht zu verwechseln mit dem Vizepräsidenten Atiku Abubakar) setzte eine Verfassung durch, die zehn Jahre zuvor bereits entworfen worden war und die freie Wahlen vorsah. Aus dem zuvor zentralistisch verwalteten Nigeria wurde eine Bundesrepublik. Eine föderative Regierungsweise ist bis zum heutigen Tag (Stand 2023) in Afrika eine Seltenheit (siehe Karte im Artikel zu "Zentralismus").

Die Ära Obasanjo (1999 bis 2007)Bearbeiten

 
Olusegun Obasanjo, erster Präsident der IV. Republik

Am 29. Mai 1999 übergab Abubakar die Macht an den Gewinner der Präsidentschaftswahlen von 1999, den ehemaligen Militärmachthaber General Olusegun Obasanjo, als Präsidenten Nigerias. Unter Diktator Abacha hatte Obasanjo im Gefängnis gesessen. Mit Obasanjos Wahl wurde der Beginn der bis heute (2022) andauernden Vierten Nigerianischen Republik eingeläutet.[219] Dies beendete eine 39 Jahre dauernde Phase von kurzlebigen Demokratien, Militärputschen und Gegenputschen.

Erste Amtszeit

Während seiner ersten Amtszeit nahmen die Freiheitsrechte der Nigerianer zu; die Pressefreiheit ermöglichte erstmals wieder Kritik am Präsidenten.[220] In den ersten Monaten seiner Präsidentschaft versetzte Obasanjo rund 200 Militäroffiziere in den Ruhestand, darunter alle 93, die politische Ämter innehatten, was einen Staatsstreich durch erfahrene Offiziere unwahrscheinlicher machte.[220] Außerdem verlegte er das Verteidigungsministerium von Lagos nach Abuja und sorgte dafür, dass es unter direktere Kontrolle der Regierung gestellt wurde.[220]

Zweite Amtszeit

Obasanjo wurde 2003 in einer turbulenten Wahl mit gewalttätigen ethnischen und religiösen Untertönen wiedergewählt.[221] Im Oktober 2005 zahlte die Regierung Obasanjo im Rahmen des Pariser Clubs alle Schulden (gegen eine Ermäßigung) zurück.[222] Am 12. Juni 2006 unterzeichnete er mit dem kamerunischen Präsidenten Paul Biya das Greentree-Abkommen, das den Grenzstreit um die Bakassi-Halbinsel formell beendete.[223] Auch als der nigerianische Senat eine Resolution verabschiedete, in der der Abzug der nigerianischen Truppen von der Bakassi-Halbinsel für illegal erklärt wurde, gab Obasanjo den Befehl, ihn wie geplant fortzusetzen.[224] In seiner zweiten Amtszeit sorgte Obasanjo für den Ausbau der nigerianischen Polizei.[220] Ethnische Gewalt um die Kontrolle über die ölproduzierende Region Niger-Delta und ein Aufstand im Nordosten hielten an. Konflikte zwischen Muslimen und Christen im Bundesstaat Plateau veranlassten Obasanjo, im Mai 2004 den Notstand auszurufen, die Regierung des Staates zu suspendieren und eine sechsmonatige Militärregierung einzusetzen.[220] Obasanjo konnte durch eine aktive Außenpolitik die diplomatischen Schäden der Abacha-Diktatur weitgehend beheben (etwa durch die Wiederaufnahme ins Commonwealth).

Pläne für eine dritte Amtszeit

Obasanjo versuchte, die Verfassung so zu ändern, dass ihm eine dritte Amtszeit ermöglicht würde - ein Vorgang, der in anderen afrikanischen Ländern der Region oft den Übergang zu einer weiteren Diktatur einleitet. Dies führte zu Spannungen mit dem Parlament und mit dem Vizepräsidenten Atiku Abubakar. In einer Autobiografie von Condoleezza Rice wird behauptet, dass der damalige US-Präsident George W. Bush Obasanjo letztlich davon überzeugte, von diesen Plänen abzusehen.[225][226]

Fazit

Präsidentenwahlen der IV. Republik (Gewinner unterstrichen)
Wahljahr Stimmenanteil

PDP

Kandidat Stimmenanteil

AD-APP/

ANPP/

CPC/APC

Kandidat Stimmenanteil

Sonstige

Kandidat
1999 62,78 % Obasanjo 37,22 % Shinkafi 0,00 %
2003 61,94 % Obasanjo 32,19 % Buhari 5,87 %
2007 69,60 % Yar'Adua 18,66 % Buhari 11,74 % Abubakar
2011 58,87 % Jonathan 31,97 % Buhari 9,16 % Ribadu
2015 44,96 % Jonathan 53,96 % Buhari 1,08 %
2019 41,20 % Abubakar 55,60 % Buhari 3,20 %
2023 Abubakar Tinubu Obi

Obwohl die Wahlen, die Obasanjo an die Macht brachten bzw. ihm eine zweite Amtszeit ermöglichten, als unfrei und unfair verurteilt wurden, machte Nigeria deutliche Fortschritte bei der Demokratisierung.[227] Dass das Parlament dem Präsidenten trotz dessen Einfluss auf Armee und Sicherheitskräfte eine dritte Amtszeit erfolgreich verweigern konnte, belegt den gestärkten Parlamentarismus in Nigeria nach 2000.

Die föderalistische Struktur der Verfassung von 1999 mit 37 etwa gleich großen Bundesstaaten, einem Senat (entsprechend dem deutschen Bundesrat) mit jeweils drei Senatoren aus jedem Staat, sowie einer Sperrminorität von mindestens 13 Staaten bei der Präsidentenwahl muss angesichts der zahlreichen Ethnien und der religiösen Spaltung des Landes als Glücksgriff bezeichnet werden. Jeder Präsidentschaftskandidat hat seitdem im eigenen Interesse betont, nicht nur seine eigene Ethnie / Religion, sondern alle Nigerianer zu vertreten[228].

Die Ära Yar'Adua (2007 bis 2010)Bearbeiten

Bei den Parlamentswahlen 2007 kam Umaru Yar'Adua von der Demokratischen Volkspartei an die Macht, der Bruder des Stellvertreters Obasanjos in dessen Zeit als Militärdiktator. Die internationale Gemeinschaft, die die nigerianischen Wahlen beobachtet hatte, um einen freien und fairen Prozess zu fördern, verurteilte diese Wahlen als schwer fehlerhaft.[229] Der scheidende Präsident Olusegun Obasanjo räumte Betrug und andere „Unzulänglichkeiten“ bei den Wahlen ein, erklärte jedoch, das Ergebnis entspreche den Meinungsumfragen. In einer landesweiten Fernsehansprache im Jahr 2007 fügte er hinzu, dass die Nigerianer, falls ihnen der Sieg seines handverlesenen Nachfolgers nicht gefalle, die Möglichkeit hätten, in vier Jahren erneut zu wählen.[230] Yar'Aduas Gesundheitszustand würde diese Option allerdings bald gegenstandslos machen.

In Yar'Aduas Amtszeit fällt 2009 die außergerichtliche Beilegung von Klagen nach dem amerikanischen Alien Tort Statute gegen Royal Dutch Shell und Brian Anderson, den Leiter der nigerianischen Shell-Niederlassung. Shell bestreitet weiterhin die Haftung.[231]

Die Ära Jonathan (2010 bis 2015)Bearbeiten

 
Präsident Goodluck Jonathan (2010–2015)

Yar'Adua starb am 5. Mai 2010. Vizepräsident Goodluck Jonathan wurde 3 Monate zuvor bereits als Nachfolger des schwer kranken und im Ausland behandelten Yar'Adua vereidigt[232]. Jonathan gewann die Präsidentschaftswahlen 2011, und die internationalen Medien berichteten, dass die Wahlen im Gegensatz zu früheren Wahlen reibungslos und mit relativ wenig Gewalt oder Wahlbetrug abgelaufen seien.[233] In die Amtszeit von Jonathan fallen die erfolgreiche Bekämpfung von Ebola und eine wirtschaftliche Erholung, die Nigeria zur führenden Wirtschaftsmacht in Afrika machte.[234][235][236] Die Filmförderung der Jonathan-Administration für qualitativ hochstehende Produktionen schuf eine eigene, kommerziell erfolgreiche Filmindustrie („Nollywood“), die sich nur mit den USA und Indien („Bollywood“) vergleichen lässt.

Auf der Soll-Seite der Bilanz dagegen fällt die Terrorwelle des Boko Haram, der 2014 in Chibok 200 Schulmädchen entführte und die Ohnmacht des nigerianischen Staates deutlich machte (2022 werden ca. 100 der Mädchen immer noch vermisst). - Der 2014 von Jonathan unterzeichnete "Same Sex Marriage Prohibition Act" gehört weltweit zu den repressivsten, drakonischsten Gesetzen gegen LGBT-Menschen sowie gegen Personen, die von der nigerianischen Justiz als deren "Förderer" angesehen werden können.[237] - Vor allem jedoch steht Jonathans Amtszeit für Untreue im Amt – der Veruntreuung von Staatsgeldern. 20 Milliarden US-Dollar sollen hierdurch dem nigerianischen Staat verlorengegangen sein.[238] Das hohe Ausmaß an Korruption war bestimmend für die Präsidentenwahl 2015, aus der Oppositionskandidat Muhammadu Buhari siegreich hervorging. Dies ist (Stand 2022) der einzige Fall in der IV. Republik, in dem die nigerianischen Wähler einem amtierenden Präsidenten die Wiederwahl verweigerten. Jonathans Partei, die PDP, verlor nach 16 Regierungsjahren die Macht. Immerhin lässt sich von Jonathan sagen, dass er seine Wahlniederlage klaglos eingestand.[239][240][241]

Die Ära Buhari (2015 bis heute)Bearbeiten

 
Muhammadu Buhari, amtierender Präsident

Buhari gilt seit der Zweiten Republik als Saubermann der nigerianischen Politik. Seine Partei, die "All Progressives", war erst kurz vor seiner Wahl 2015 aus einem Zusammenschluss von vier Oppositionsparteien entstanden. Die Wahl, bei der der damals 72-jährige Buhari in seinem vierten Anlauf siegte, wurde von Beobachtern als fair bezeichnet. 2019 wurde Buhari für eine zweite und damit letzte Amtszeit gewählt.[242] Die Progressiven sind bis heute (Stand Januar 2023) Regierungspartei. Während Buharis zwei Amtszeiten konnten sie die Zahl ihrer Abgeordneten, Senatoren und Gouverneure allmählich ausbauen. Die Buhari-Ära wird (Stand Januar 2023) von einer dynamischen Strukturpolitik, wirtschaftlicher Diversifizierung, Erfolgen gegen Boko Haram und abnehmender Korruptionswahrnehmung, aber auch von rasant zunehmender bewaffneter Kriminalität und Polizeiübergriffen geprägt. Während die Covid-19-Pandemie ab 2020 in der jungen nigerianischen Bevölkerung keine Rolle spielte, war 2022 Nigeria als weltweit größter Weizenimporteur von der Weizenknappheit durch den Ukrainekrieg und dadurch steigende Brotpreise besonders hart betroffen.

Antikorruptionsmaßnahmen

Zu den in der Wahl 2015 versprochenen Maßnahmen Buharis gegen die Korruption gehört die Suspendierung des Obersten Richters Nigerias, Walter Onnoghen. Ermittlungen des Code of Conduct Bureaus (CCB, eine Art Ethikrat) und Anzeigen einer Bürgerinitiative hatten ergeben, dass Onnoghen geheime Konten führte[243] und dort eintreffende Einnahmen nicht deklarierte.[244] Nachdem Onnoghen auf zwei Vorladungen des CCB im Januar 2019 nicht erschienen war[245], wurde er von Buhari beurlaubt. Einer Amtsenthebung durch den nigerianischen Senat (entsprechend dem deutschen Bundesrat) kam Onnoghen durch seinen Rücktritt zuvor. - Da Korruption im Verborgenen stattfindet und als Thema emotionsbeladen ist, ist eine objektive Einschätzung schwierig. Allerdings sehen, anders als in der Wahl 2015, Nigerianer in Umfragen des Jahres 2022 nicht mehr die Korruption als das wichtigste politische Thema, sondern platzieren es hinter "Kriminalitätsbekämpfung", "Wirtschaft" und "Stromversorgung".[246]

Strukturpolitik mit chinesischer Hilfe

Die Buhari-Administration hat wie keine Vorgängerregierung Straßen, Häfen, Brücken und Schienen renoviert und neu angelegt. Hervorzuheben sind hier der Bau und der profitable Betrieb der Normalspurbahn Lagos-Ibadan seit Mai 2021 sowie die Zweite Nigerbrücke bei Onitsha und der Super-Post-Panamax-Containerhafen Lekki, die beide im Dezember 2022 fertiggestellt wurden. Bei Rohstoffen wie Erdöl und Reis hat die Buhari-Administration weiterverarbeitende Industrie anlocken bzw. einrichten können (z. B. Dangote-Raffinerie, Reismühle von Imota). Nigerianische Großunternehmer wie Aliko Dangote (Zement), Innocent Chukwuma (Innoson, Fahrzeugbau) und Stella Chinyelu Okoli (Emzor Pharma) bringen ihr Vermögen nicht mehr ins Ausland, sondern investieren es im eigenen Land. - Zuerst wurden die meisten Strukturverbesserungen als PPP-Projekt im Rahmen des verstärkten Engagements der Volksrepublik China in Afrika[247][248] über die Staatsfirmen CCECC bzw. CHEC finanziert und umgesetzt[249][250], während sich westliche Länder bei solchen Projekten kaum[251] beteiligten. Als 2021 jedoch die nigerianisch-chinesischen Verhandlungen über weitere Projekte scheiterten[252], konnte Bauminister Fashola für zwei neue Schienenprojekte in kurzer Zeit eine Finanzierung über die britische Standard Chartered Bank regeln.[253]

Boko Haram am Ende, Kriminalitätswelle

Buharis Strategie gegen Boko Haram war trotz mancher Rückschläge effektiv. Bereits 2016 konnte die Terrormiliz aus den wichtigsten Städten des heimgesuchten Nordens vertrieben werden (siehe Kapitel "Boko Haram"). Zu einer weiteren Entspannung kam es Anfang 2022, als sich Boko Haram, dessen Milizen jahrelang Nigerias Norden terrorisierten und ganze Landstriche verwüsteten, weitgehend in Auflösung befand. 40.000 Boko Haram-Kämpfer ergaben sich.[107] Die Splittergruppe ISWAP bleibt dagegen aktiv. - Militante Gruppen im Nigerdelta konnte die Buhari-Administration durch "Bewachungsverträge" und damit verbundene Zahlungen zeitweilig beschwichtigen. Kritiker sehen darin einen modernen Ablasshandel bzw. die Subventionierung von Kriminellen. Siehe dazu das entsprechende Kapitel. - Seit 2019 wurde Nigeria von einer Welle der Kriminalität und überhand nehmender Polizeigewalt betroffen. Siehe dazu Kapitel "Sicherheit".

Außenpolitik

Im November 2022 strich das US-Außenministerium Nigeria (und Indien) von der Liste der "Schurkenstaaten" (Countries of Particular Concern).[254] Dies geschah gegen den Protest der christlich-konservativen US Commission on International Religious Freedom (USCIRF) unter Hinweis auf Übergriffe Krimineller gegen christliche Missionare[255] im islamischen Norden Nigerias. Nigeria war 2018 vom damaligen Präsidenten Trump bzw. seinem Außenminister Tillerson mit einer hier nicht zitierfähigen Wortwahl auf die genannte Liste gesetzt worden.[256]

Die nigerianische Öffentlichkeit wird kritischer

 
Demonstration gegen Polizeigewalt am Lekki Tollgate, Oktober 2020

Als nigerianische Antwort auf die US-amerikanische Black-Lives-Matter-Bewegung protestierten 2020 vor allem junge, höher gebildete Nigerianer gegen Polizeiübergriffe. Die Sondereinheit SARS (Special Anti-Robbery Squad) stand dabei besonders in der Kritik. Bei einer Demonstration im Oktober 2020 erschossen Sicherheitskräfte am Lekki Tollgate dutzende Teilnehmer.[257] Die Regierung löste die SARS auf und versprach eine Verbesserung der Verhältnisse. Dabei muss bemerkt werden, dass Buharis Informationsminister, Lai Mohammed, die Geschehnisse zuerst leugnete („Fake News“) und in den folgenden Wochen immer nur die Informationen bestätigte, die in den Medien seit dem letzten Dementi nachgewiesen worden waren (bekannt als Salamitaktik). Zentral bei der Aufdeckung der Tragödie waren die Videoaufnahmen, die die Protestteilnehmer mit ihren Smartphones gemacht hatten,[258] sowie die Berichterstattung durch den Nachrichtensender CNN. Die Gruppe junger, städtischer und digital kompetenter Nigerianer würde im Präsidentenwahlkampf 2023 nicht mehr die Fortschrittlichen unterstützen, sondern den Gefolgschaftskern des Überraschungskandidaten Peter Obi stellen[259].

Parlaments- und Präsidentenwahl 2023Bearbeiten

Kandidaten

Bei der Präsidentenwahl am 25. Februar 2023 stehen sich zum ersten Mal in der IV. Republik drei aussichtsreiche Kandidaten gegenüber: Bola Tinubu von der Regierungspartei All Progressives, Atiku Abubakar der People's Democratic Party und Peter Obi von der Labour Party (ein vierter Kandidat, Rabiu Kwankwaso, gilt als chancenlos). Erstmalig kandidiert kein Offizier bzw. ehemaliger Militärmachthaber für das Präsidentenamt. Peter Obi, zuvor erfolgreicher Gouverneur des Staates Anambra, liegt in Meinungsumfragen deutlich vorne (Stand Oktober 2022).[260][261] Er spricht vor allem junge, städtische Wähler an und hat im Südosten, unter Intellektuellen und bei Frauen seine Stammbasis. Da der 80-jährige, scheidende Präsident Buhari oft monatelang wegen der im Ausland vorgenommenen Behandlung nicht offiziell bestätigter Krankheiten[262][263] der Öffentlichkeit ferngeblieben war, mag der 61-jährige Obi neben seinen beiden über 70-jährigen, kränklichen Gegenkandidaten als wohltuend junge und robuste Alternative erscheinen[264]. - Tinubu und Abubakar sind seit der Ausrufung der IV. Republik vor 24 Jahren politisch aktiv und können sich auf einen umfangreichen und routinierten Parteiapparat verlassen. Beide gelten als korrupt.[265][266] Tinubu werden sogar Verbindungen zum Rauschgiftgeschäft nachgesagt.[267][268] Vorwürfe gegen Peter Obi beziehen sich vor allem auf Offshore-Investitionen in den 90er Jahren, vor dem Beginn seiner politischen Laufbahn 2006. Keine der Vorwürfe wurde bislang erhärtet (Stand Januar 2023). - Obi hat zwei Kinder. Tinubu hat vier Kinder, von denen drei noch leben. Abubakar hat mit vier Frauen und einer Ex-Frau 28 Kinder. - Obi hat zwei Harvard-Abschlüsse. Abubakar hat 2021, mit 75 Jahren und nach mehreren vergeblichen akademischen Anläufen, einen Abschluss "International Relations" in Cambridge errungen. Tinubu besitzt offenbar einen Bachelor of Science für Buchhaltung von der University of Chicago. Er legte der Öffentlichkeit zuerst ein gefälschtes Diplom vor[269], sein Abschluss in den 70er Jahren wurde von seiner Alma Mater aber bestätigt.[270][271]

Bei drei aussichtsreichen Kandidaten ist es wahrscheinlich, dass im März 2023 eine Stichwahl notwendig wird (siehe "Politisches System"). - Ähnlich wie in den Vereinigten Staaten kann es vorkommen, dass die Partei eines gewählten Präsidenten keine Mehrheit im Senat und/oder im Repräsentantenhaus hat. Auch dies ist bei drei Kandidaten wahrscheinlicher.

Themen

Hauptthema der Wahl ist die bewaffnete Kriminalität. Laut einer Umfrage der nigerianischen Online-Zeitung Premium Times finden 42 % der Nigerianer, dass der nächste Präsident sich auf die bedrohliche Sicherheitslage konzentrieren sollte. 30 % finden die Wirtschaft das wichtigste Thema, 14 % die Stromversorgung und 13 % die Korruption[246]. Laut NOI-Polls sehen 24 % der Nigerianer in ihrer Gemeinde Raub als das dringendste Sicherheitsproblem, ebenso viele fühlen sich durch Entführungen bedroht, jeweils 8 % entfallen auf "bewaffnetes Banditentum", Taschendiebstahl und den Hirten-Bauern-Konflikt[272]. 68 % der Nigerianer finden, dass ihr Land nicht sicher ist.[272] Dabei überrascht, dass diese Aussage im von Boko Haram jahrelang terrorisierten Nordosten Nigerias nur von 58 % der Befragten bestätigt wird - der niedrigste Wert im zwischenregionalen Vergleich.

Nach einer Umfrage des African Polling Institute (API) vom August 2022 finden 67 % der Nigerianer, dass die Religionszugehörigkeit des nächsten Präsidenten (Moslem / Christ) bei ihrer eigenen Wahlentscheidung keine Rolle spielt.[273] 82 % der Nigerianer befürworten, dass der nächste Präsident und sein Vizepräsident unterschiedlichen Religionen angehören ("gemischtes Ticket").[274] Es fällt dabei auf, dass ein rein moslemisches Ticket (Präsident und Vizepräsident Moslem) im moslemischen Norden von über 89 % der Befragten abgelehnt wird.[274]

Vom nächsten Präsidenten erwarten 30 % der Befragten Wirtschaftskompetenz, 29 % die Bewältigung der Unsicherheit durch Kriminalität, danach Verwaltungsfähigkeiten (17 %), persönliche Integrität (13 %) und Führungsqualitäten (11 %).[275]

Vertrauen in faire Wahl

Das Meinungsforschungsinstitut "NOI Polls" veröffentlichte im Juli 2022 eine Umfrage, laut der 93 % der Nigerianer sich auf die Wahl 2023 freuen.[276] 80 % der Befragten hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen Wahlpass. 69 % glauben, dass ihre Stimme wichtig ist und 62 % sind der Meinung, dass die Wahlen frei und fair verlaufen werden[276]. Im Oktober 2022 gab die Wahlbehörde INEC die Rekordzahl von 93,5 Mio. registrierten Wählern bekannt[277]. 76,5 % dieser Wähler sind jünger als 35 Jahre.[277]

PolitikBearbeiten

Politisches SystemBearbeiten

 
Babatunde Fashola, Minister für öffentliche Bauten (Stand 2022)

Nigeria ist ein Bundesstaat von 36 Staaten sowie der Hauptstadt Abuja als eigenständige Einheit.

Gemäß der nach amerikanischem Vorbild entworfenen Verfassung von 1989, die jedoch erst am 17. Mai 1999 in Kraft trat, verfügt Nigeria über ein präsidiales Regierungssystem mit einem Senat (109 Senatoren: drei Senatoren für jedes Bundesland und ein Senator für Abuja) und einem Repräsentantenhaus (360 Abgeordnete). Darüber hinaus gewährleistet die Verfassung ein Mehrparteiensystem und alle vier Jahre stattfindende Wahlen für das Präsidentenamt, den gesamten Senat und das gesamte Repräsentantenhaus. Der Präsident verfügt über weitreichende Vollmachten und ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und Oberbefehlshaber der Armee. Der Vizepräsident tritt im Falle des Todes oder des Rücktritts des Präsidenten ohne Wahl an dessen Stelle. Der Präsident darf, wie in den USA, nur zwei Legislaturperioden amtieren.

Der nigerianische Präsident wird in einem modifizierten Zweirundensystem gewählt. Um im ersten Wahlgang gewählt zu werden, muss ein Kandidat die relative Mehrheit der Stimmen und mehr als 25 % der Stimmen in mindestens 24 der 36 Bundesstaaten erhalten. Erreicht kein Kandidat diese Hürde, findet ein zweiter Wahlgang zwischen dem Spitzenkandidaten und dem nächsten Kandidaten statt, der die Mehrzahl der Stimmen in der höchsten Anzahl von Staaten erhalten hat. Präsidentschaftskandidaten nehmen sich einen „Running mate“ (Kandidaten für die Vizepräsidentschaft), der sowohl ethnisch, als auch religiös den Gegensatz zu ihnen selbst darstellt: ein christlicher Kandidat aus dem Süden wird einen moslemischen Running mate aus dem Norden wählen – und umgekehrt. Es gibt kein Gesetz, das dies vorschreibt, jedoch haben sich seit Existenz der Vierten Republik alle Präsidentschaftskandidaten an diese Regel gehalten. Ausnahme ist der aktuelle Präsidentschaftskandidat Tinubu, ein Moslem aus dem Süden, der keinen geeigneten christlichen Running mate aus dem moslemischen Norden finden konnte und stattdessen den mehrfachen "Governor of the Year" Kashim Shettima (Borno) selektierte.

Gouverneure der einzelnen Bundesstaaten werden, wie der Präsident, für vier Jahre gewählt und dürfen maximal zwei Legislaturperioden lang amtieren.

Der jährlich erscheinende "Report West and Central Africa, Autocracies on the Rise" der Bertelsmann Stiftung stuft Nigeria als ein autokratisches Regime ein.[278] 2022 setzten die Autoren das Land auf einer fünfteiligen Skala von "Demokratie mit schweren Mängeln" herab auf "gemäßigte Autokratie". Dies wird damit begründet, dass die Präsidentenwahl 2019 um eine Woche verschoben und der oberste Richter Walter Onnoghen vom Präsidenten (nach dem wiederholten Nichterscheinen vor einem Ethikrat[279][280]) suspendiert wurde, sowie mit der Anwesenheit von Sicherheitskräften vor den Wahllokalen. Die Nigerianer hätten dadurch das Vertrauen in die Politik verloren.[278] Die Einschätzung der Gütersloher Stiftung steht im Widerspruch zu den oben erwähnten Wahlumfragen unter Nigerianern vor Ort und nennt keine Quellen.

ParteienBearbeiten

Senat und Repräsentantenhaus in Nigeria werden (Stand 2022) von drei Parteien dominiert.

Die People’s Democratic Party (PDP) war in den ersten 16 Jahren der IV. Republik Regierungspartei. Sie bemüht sich, ihr negatives Image aus der Jonathan-Ära vor der Anti-Korruptionswahl 2015 aufzubessern. Der Spitzenkandidat Abubakar scheint sich dabei eher mit den eigenwilligen Landesgouverneuren der eigenen Partei (v. a. Gouverneur Wike) auseinandersetzen zu müssen, als mit dem politischen Gegner.[281][282] Wike bewarb sich 2022 parteiintern als Präsidentschaftskandidat, verlor aber knapp gegen Abubakar und unterstützt nun öffentlich den Kandidaten der Labour Party, Peter Obi (siehe unten).[283][284]

 
Peter Obi, Spitzenkandidat der Labour Party 2023

Der All Progressives Congress ist ein Zusammenschluss kleinerer Parteien, der sich gegen den als korrupt geltenden Präsidenten Jonathan formierte. Die Fortschrittler brachten 2015 Muhammadu Buhari ins Präsidentenamt und sind seitdem Regierungspartei. Mit den allgemein respektierten Ministern Fashola (Öffentliche Bauten) und Amaechi (Verkehr) können sich die Fortschrittler als kompetent profilieren.

Die Labour Party war bislang in der IV. Republik ein Außenseiter. Dies könnte sich mit der Präsidentenwahl 2023 ändern, da Labour-Spitzenkandidat und Unternehmer Peter Obi (im Dezember 2022) in den Meinungsumfragen deutlich führt. Wahlkampfveranstaltungen der Obi-Anhänger („Obi-dients“) gleichen einer Kombination aus Karneval und Meisterschaftsfeier.[285][286] Am Nationalfeiertag, dem 1. Oktober 2022, konnte die Labour-Wahlkampfveranstaltung in Lagos 4 Millionen Teilnehmer vermelden.[287] Auch in einem Dutzend anderer Städten wie Aba,[288] Kaduna[289], Nassarawa[290] und Asaba[291] fanden „million marches“ statt. Kaduna und Nassarawa liegen im nördlichen, streng islamischen Teil Nigerias, während Peter Obi ein Christ aus dem Süden ist. Der Umstand, dass Obi als erster aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat zur seit dem Biafrakrieg unterprivilegierten Ethnie der Igbo gehört und dennoch außerhalb der Igbo-Staaten Mehrheiten zu finden weiß, verdient besondere Beachtung. Obi setzt sich für eine stärkere Einbeziehung von Frauen in der nigerianischen Politik ein und verspricht, im Fall seiner Wahl "35 - 40 %" der Ministerposten mit Frauen besetzen zu wollen, weil diese weniger korrupt als Männer seien.[292] Obi gehört zu den wenigen Politikern Nigerias, die Umweltthemen ansprechen, er will aber auch das Stahlwerk Ajaokuta "wiederbeleben", das in den 80er Jahren noch von der Sowjetunion gebaut worden war und erst seit 2018, mit sehr geringer Auslastung, betrieben wird. Obi distanziert sich von "hate speeches" anderer Politiker (darunter die seines Stellvertreters) gegen queere Menschen, äußert sich ansonsten aber nicht zu LGBT-Themen.[293][294]

Politische IndizesBearbeiten

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 98 von 120 12 von 179 Stabilität des Landes: Alarm
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2021[295]
Demokratieindex 4,11 von 10 107 von 167 Hybridregime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2021[296]
Freedom in the World Index 43 von 100 Freiheitsstatus: teilweise frei
0 = unfrei / 100 = frei
2022[297]
Rangliste der Pressefreiheit 46,8 von 100 129 von 180 Schwierige Lage für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2022[298]
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 24 von 100 154 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2021[299]

Kritik an der CPI-MethodologieBearbeiten

Der CPI wird von Fachleuten kritisiert.[300] Kritisiert werden die schlecht dokumentierte Methodik und die ungenaue Definition der Korruption, das Fehlen überprüfbarer Fakten zur Untermauerung des CPI und die 11 befragten Organisationen, die nicht mit eigenem Personal in den untersuchten Ländern präsent sind und deren Unparteilichkeit aus verschiedenen Gründen angezweifelt werden muss.

Keine vor Ort operierenden und unbefangenen Befragten; Befragte teilweise nicht mehr existent oder personell/finanziell nicht ausreichend ausgestattet

Der hier für Nigeria ermittelte Wert beruht auf Fragebögen, die von 11 Organisationen ausgefüllt werden, die ihrerseits globale Indizes erstellen. Darunter sind die Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh, die von Nestlé finanzierte private Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne, die Ratingagentur PRS Group in Syracuse, die Lobby-Organisation Weltwirtschaftsforum in Davos, das von der US-Regierung finanzierte "Freedom House" und das "World Justice Project" in Washington, der "Economist Intelligence Unit" des gleichnamigen Verlages in London und die Asian Development Bank in Manila. - Nur eine der 11 befragten Organisationen ist in Afrika tätig: die von der französischen Regierung finanzierte African Development Bank in Abidjan - diese erhebt aber keine Daten in Nigeria[301], sondern beschränkt sich weitgehend auf 10 frankophone Länder südlich der Sahara. Die Organisation "Global Insight", die laut englischem Wikipedia-Fachartikel zum CPI angeblich jedes Jahr befragt wird, wurde schon 2008 vom Verleger S&P Global aufgekauft. Die angeblich befragte "Political and Economic Risk Consultancy", die sich in einem Hongkonger Bürohochhaus das Zimmer 2302 mit einem Dutzend anderer Firmen teilt, führt ein antiquiertes Webportal ohne eigene Domain[302] und eine Google-Suche ergibt keine Nachweise jeglicher Aktivität von "PERC". - Die befragte Weltbank in Washington rechtfertigt den Umstand, dass unter ihren über 1,000 Mitarbeitern nur 4 Afroamerikaner sind, damit, dass diese ethnische Gruppe für eine Mitarbeit nicht ausreichend qualifiziert sei[303] - eine unvoreingenommene Beurteilung afrikanischer Länder durch die Weltbank ist darum zweifelhaft. Das befragte Weltwirtschaftsforum steht in einer ähnlichen Kritik. - Andere befragte Organisationen verfügen nicht über eine Mitarbeiteranzahl oder notwendige Geldmittel, die eine ernsthafte globale Analyse der Korruption in 180 Ländern der Welt vermuten lassen: die PRS Group hat 3 Eigentümer und 7 Mitarbeiter – alle in den USA – und einen Umsatz von weniger als 5 Mio. USD[304] und das World Justice Project vermeldet 25 Mitarbeiter und einen Umsatz von 6,4 Mio. USD.[305]

"Gefühlte Schätzung" vor "tatsächlicher Erfahrung"

Der CPI basiert laut eigener Definition „auf der gefühlten Einschätzung von Laien und Fachleuten und reduziert sich nicht auf tatsächliche Erfahrung und deren Analyse“ (siehe Transparency International). Durch die Ablehnung von empirischer Erkenntnis ("nicht auf tatsächliche Erfahrung") und durch den Umstand, dass bei den Befragten keine Qualifikation vorausgesetzt wird ("Laien und Fachleute") bezweifeln Experten[306] die Wissenschaftlichkeit der Erhebung.[307][308]

Ungenaue Definition von "Korruption"

Des Weiteren wird beim CPI eine Definition von "Korruption" verwendet, die nicht nur (wie z. B. das Strafgesetzbuch) die Delikte Bestechung und Vorteilsannahme, sondern auch Betrug, Erpressung und Veruntreuung mit einschließt.[309] Die letzten drei Straftaten können jedoch auch von Personen begangen werden, die keine amtlichen Positionen bekleiden - eigentlich eine wesentliche Voraussetzung bei Korruption. Es stellt sich damit die Frage, wie beim internationalen Erheben des CPI dieser Bereich abgegrenzt wird.

Veraltete Unterlagen zur Methodologie; toxisches Arbeitsklima

Der Initiator, Wirtschaftsprofessor Johann Graf Lambsdorff, hat sich bereits 2009 von der Erstellung des CPI zurückgezogen.[310] Dies mag der Grund dafür sein, dass die Verweise in den englischen und deutschen Wikipedia-Artikeln zur Methodik des CPI aus der Zeit vor 2011 stammen oder nicht mehr zugänglich sind. Transparency International in Berlin, die den CPI ermittelt, musste wegen ihres toxischen Arbeitsklimas[311] externe Organisationen mit einer diesbezüglichen Untersuchung beauftragen, schwärzte aber große Teile deren Abschlussberichts.[306][312]

Widerspruch zu Umfragen unter Betroffenen

Der sich seit Jahren verschlechternde, unter 11 Nigeria-fernen Organisationen ermittelte CPI-Wert für Nigeria steht im Widerspruch zu Meinungsumfragen unter Nigerianern, laut der das Thema "Korruption" vom dominierenden Wahlkampfthema im Jahr 2015 auf die vierte Stelle hinter "Bekämpfung der Kriminalität", "Ankurbeln der Wirtschaft" und "Verbesserung der Stromversorgung" im Jahr 2022 zurückgefallen ist.[246]

AußenpolitikBearbeiten

Das Verhältnis zu den westafrikanischen Nachbarstaaten ist von der engen Zusammenarbeit im Rahmen der Regionalorganisation geprägt. Dabei sind die Grenzen aufgrund der Niederlassungsfreiheit und des relativ freien Waren- und Personenverkehrs für ECOWAS-Bürger weitgehend offen. Viele Nigerianer leben in den ECOWAS-Ländern und viele Menschen aus den anderen ECOWAS-Ländern leben und arbeiten in Nigeria. Mit Niger und Tschad gibt es eine Zusammenarbeit zur Sicherung der Grenzen in der Tschadsee-Region. Zur Bekämpfung der islamistischen Terroristen (Boko Haram) arbeitet Nigeria mit den Ländern der Region eng zusammen.

Die Beziehungen zu den Nachbarn im Golf von Guinea, Äquatorialguinea und Sao Tomé und Principe sind gut. Sie werden vor allem von Fragen der Nutzung der Öl- und Gasreserven geprägt. Mit Sao Tomé und Principe besteht eine gemeinsame Wirtschaftszone zur Erschließung der Rohstoffvorkommen im Seegebiet zwischen beiden Ländern.

Nach der außenpolitischen Isolierung während der Militärherrschaft in den 1990er Jahren engagierte sich Nigeria unter der Amtszeit Obasanjos wieder stärker in internationalen Organisationen. Nigeria nimmt inzwischen eine Führungsrolle in ganz Afrika ein.

In der Gruppe der Entwicklungsländer nimmt Nigeria eine wichtige Rolle als Sprecher für afrikanische Belange ein. Darauf gründet sich der weiterhin erhobene Anspruch auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Zusammenhang mit dessen Reform. 2010/2011 und 2014/2015 war Nigeria nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, für 2018/2020 bewirbt sich Nigeria um einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat.

Nigeria ist nach Ansicht vieler Beobachter der mächtigste Staat Westafrikas. Entsprechend hat es den Vorsitz der ECOMOG, des Sicherheitsapparats der ECOWAS inne. Darüber hinaus ist es Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen, darunter:

Nigeria ist Mitglied der Internationalen Kakao-Organisation. Außerdem strebt Nigeria einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an, in dem bisher kein afrikanisches Land dauerhaft vertreten ist.

2008 wurde ein seit 1981 bestehender, gewaltsamer Grenzkonflikt mit Kamerun endgültig beigelegt.

MenschenrechteBearbeiten

Auf internationaler Ebene ist Nigeria an internationale Menschenrechtsstandards gebunden und war Unterzeichner der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam.[313]

HäftlingeBearbeiten

Die Situation der Häftlinge in den Gefängnissen ist nach Angaben von Amnesty International keineswegs zufriedenstellend. Unmenschliche oder erniedrigende Behandlung auf Polizeiwachen und in Gefängnissen gehören demnach zur Tagesordnung. Die Gefängnisse sind nach wie vor überbelegt. Aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse und der mangelhaften Ernährung erkranken die Insassen in vielen Fällen an Tuberkulose, HIV und anderen schweren Infektionskrankheiten. Daher ist die Sterblichkeitsquote in den Anstalten sehr hoch. Die generelle medizinische Versorgung für die Gefangenen ist schlecht und politischen Gefangenen wird auch bei schweren Erkrankungen die ärztliche Behandlung verweigert. Folter und Misshandlung von politischen Gefangenen, aber auch von Straftatverdächtigen, durch Soldaten oder durch die Polizei sind in Nigeria nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen eher die Regel als die Ausnahme. Die Opfer werden direkt bei der Verhaftung gefoltert oder misshandelt, auch mit dem Ziel, Geständnisse von ihnen zu erpressen. Das UN-Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe hat Nigeria jedoch unterzeichnet und mittlerweile auch ratifiziert.[314][315]

HinrichtungenBearbeiten

Die Anzahl der Hinrichtungen in Nigeria ist nach wie vor hoch, speziell im Norden des Landes. Seit 1983 wurden über 1200 Todesurteile vollstreckt. Allein im Jahr 1997 wurden in Nigeria 33 Menschen hingerichtet und 43 zum Tode verurteilt. Etwa 800 zum Tode verurteilte Personen befanden sich 1997 noch in Haft. Im muslimisch geprägten Norden Nigerias kann die Todesstrafe auch bei Minderjährigen angewandt werden, da dort seit der Jahrtausendwende das islamische Recht, die Scharia, gilt. Zu den bereits Hingerichteten zählte auch der 17-jährige Chidiebere Onuoha, der im Juli 1997 vor Tausenden von Schaulustigen öffentlich erschossen wurde.[314]

LGBTBearbeiten

90 % der Nigerianer befürworten eine gesetzliche Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften (Stand 2017).[316] Dieser Standpunkt wird gleichermaßen von Moslems und Christen vertreten[317] und spiegelt sich im "Same Sex Marriage Act" von 2014 wider. Dieses Gesetz gehört zu den drakonischsten Anti-LGBT-Gesetzen der Welt[237] und kann grundsätzlich auch auf Heterosexuelle angewendet werden, die zum Beispiel bei einer gleichgeschlechtlichen Eheschließungszeremonie im Ausland anwesend oder Zuschauer einer Gay Pride Parade waren und Aufnahmen davon in soziale Netzwerke gestellt haben. Konkreter bedeutet dies für europäische Besucher, dass sich seit 2014 kein nigerianisches Hotel auf einem Webportal oder bei telefonischen Nachfragen z. B. als "lgbt-freundlich" bezeichnen darf.[318]

Das Gesetz über das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe (Same Sex Marriage Act) verbietet gleichgeschlechtlichen Personen die Eheschließung, die Eingehung einer zivilen Lebensgemeinschaft oder die Inanspruchnahme der Vorteile einer gültigen Ehe. Außerdem verbietet es die öffentliche Zurschaustellung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Jede Ehe oder Lebensgemeinschaft, die außerhalb Nigerias rechtmäßig geschlossen wurde, wird innerhalb des Landes als ungültig betrachtet, und die damit verbundenen Vorteile werden nicht anerkannt. Das Gesetz definiert die Ehe ausdrücklich als eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau und legt strafrechtliche Sanktionen gegen Personen fest, die verschiedene Veranstaltungen zur Förderung der Homosexualität durchführen, bezeugen oder unterstützen. Das Gesetz verbietet auch die Eintragung gleichgeschlechtlicher Organisationen und die öffentliche Zurschaustellung gleichgeschlechtlicher romantischer Zuneigung. Zu den Strafen gehören Freiheitsstrafen von 10 bis 14 Jahren je nach Vergehen.[319] Betätigungen in nichtstaatlichen oder zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich für schwule Gleichberechtigung einsetzen, werden mit fünf Jahren Gefängnis bestraft.[320]

Das örtliche Scharia-Strafrecht sieht in den zwölf nördlichen Bundesstaaten Nigerias für homosexuelle Menschen die Todesstrafe durch Steinigung vor.[321]

FrauenBearbeiten

Die nigerianische Politik ist eine Männerbastion[322]. Nach der Wahl von 2019 befinden sich im nigerianischen Parlament 29 Frauen und 440 Männer[323], dies entspricht einem Frauenanteil von 6 % (2007 waren es noch 34 Frauen und 435 Männer bzw. 7 % Frauen). - Zum Vergleich: im Parlament des nahegelegenen Ghana befinden sich 40 Frauen und 235 Männer, dies entspricht einem Anteil von 14,5 %. – Immerhin gibt es für die Wahl 2023 mit Peter Obi (Labour) den ersten aussichtsreichen Kandidaten, der sich für eine stärkere Beteiligung von Frauen an der nigerianischen Politik einsetzt und Frauen "35 - 40%" der Ministerämter in Aussicht gestellt hat[292].

Es gibt eine Anzahl säkularer sowie religiöser Frauenhilfsorganisationen.[324] Dazu gehören u. a. der National Council of Women’s Societies, das Women’s Aid Collective und die Federation of Muslim Women’s Association in Nigeria. Wichtige Namen der Frauenbewegung sind Ayesha Imam und Joy Ezeilo.

1830 entstand in Nigeria unter Führung der Dichterin Nana Asma’u die Yan’Taru Bewegung,[325] eine islamisch religiöse Bewegung, die sich die Weitergabe von religiösem sowie alltäglichen Wissen von Frauen an Frauen zum Ziel gesetzt hatte.

JustizwesenBearbeiten

 
Dunkelblaue Gebiete: volle Gültigkeit der Scharia; Gelb: Scharia gilt für Scheidungsrecht, Alimentationsrecht, Erbrecht; Grün: Scharia gilt nicht

Die nigerianische Verfassung ist das oberste Gesetz des Landes. In Nigeria gibt es vier verschiedene Rechtssysteme: das englische Recht, das Common Law, das Gewohnheitsrecht und die Scharia. Neben dem Bundesrecht gibt es für jeden der 36 Bundesstaaten eigene Rechtsgrundlagen.

Das englische Recht in Nigeria besteht aus der Sammlung britischer Gesetze aus der Kolonialzeit.

Das Common Law ist die Sammlung maßgeblicher richterlicher Urteile im zivilrechtlichen Bereich (sogenannte Präzedenzfälle), die im betreffenden Land – hier also Nigeria – gefällt wurden. (Dieses System findet man vor allem in angelsächsischen Ländern; in Kontinentaleuropa überwiegt dagegen das kodifizierte und weitmöglichst abstrahierte Zivilrecht, wie im Code Napoléon in Frankreich oder das BGB in Deutschland.)[326]

Das Gewohnheitsrecht leitet sich von indigenen traditionellen Normen und Praktiken ab, einschließlich der Streitbeilegungsversammlungen der vorkolonialen Yoruba-Landgeheimgesellschaften und der Èkpè und Okónkò des Igbolandes und Ibibiolandes.[327]

Die Scharia (auch als islamisches Recht bekannt) wurde bisher nur in Nordnigeria angewendet, wo der Islam die vorherrschende Religion ist. Sie wird auch im Bundesstaat Lagos, im Bundesstaat Oyo, im Bundesstaat Kwara, im Bundesstaat Ogun und im Bundesstaat Osun von Muslimen angewandt. Die muslimischen Strafgesetzbücher sind nicht in jedem Bundesstaat dieselben und sie unterscheiden bei Strafmaß und Vergehen nach Religionszugehörigkeit (beispielsweise Alkoholkonsum und -vertrieb). Die Hisbah Gruppen fungieren als Islamische Religionspolizei.

SicherheitBearbeiten

 
Todesopfer durch Kriminelle (rote Linie), Boko Haram (grün) und durch Sicherheitskräfte (blau), 2011 - heute (Stand Jan. 2023)[105]

Die Sicherheitslage in Nigeria gilt trotz der politischen Stabilität als nicht ausreichend. 68 % der Nigerianer fühlen sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes NOI-Polls im Mai 2022 in ihrem Land "nicht sicher".[272] 77 % kennen keine Alarmnummer ("helpline") für Notfälle.[272]

Im Hinblick auf die Morde und Entführungen in Nigeria sagte Bischof Man-Oso Ndagaoso von der Erzdiözese von Kaduna: "Alle sind nervös. Jeder von uns, der Klerus, die Laien, jeder. Die Menschen haben Angst, und das zu Recht. Die Menschen sind traumatisiert, und das zu Recht. In dieser Situation ist niemand irgendwo sicher. Wenn man sein Haus verlässt, selbst tagsüber, ist man nicht sicher, bis man zurückkommt."[328] In einer Rede vor dem Europäischen Parlament im Oktober 2022 verglich sein Kollege Chikpa Anagbe von der Diözese Makurdi die Situation mit "einem Dschihad, der viele Namen trägt: Terrorismus, Entführungen, mörderische Hirten, Banditentum und andere Milizen" und forderte die internationale Gemeinschaft auf, das aufzugeben, was er als "Verschwörung des Schweigens" zu diesem Thema bezeichnete.[329]

KriminalitätBearbeiten

Nigerianer befürchten laut obiger Umfrage, beraubt (24 %) oder entführt zu werden (ebenfalls 24 %), Opfer bewaffneter Banditen oder bestohlen zu werden (beide 8 %) oder beim Hirten-Bauern-Konflikt zu Schaden zu kommen (ebenfalls 8 %)[272]. Dahinter folgen "Rituelle Morde" (4 %) und "Boko Haram" (3,5 %). Als aussichtsreiche Gegenmaßnahmen sehen die Befragten "mehr Sicherheitspersonal und besseres Training" (37 %), "Verminderung der Arbeitslosigkeit" (13 %) und "Gebete / göttliche Intervention" (8 %).[272]

Von polizeilicher Seite aus setzt man darauf, Präsenz zu zeigen, z. B. in Zügen[330][331] und Bahnhöfen.[332][333][334] In europäischen Publikationen, wie z. B. im "Report West and Central Africa, Autocracies on the Rise" der Bertelsmann Stiftung, wird dies mitunter als Einschüchterung der Bevölkerung durch ein autokratisches Regime bewertet[278]; Umfragen unter Nigerianern zeigen jedoch, dass eine Bevölkerungsmehrheit[335] diese polizeilichen Maßnahmen angesichts der bestehenden Bedrohung durch Kriminelle unterstützt bzw. ihre Ausbreitung fordert.[336][337] Die Bedrohung durch bewaffnete Kriminalität ist Hauptthema der Präsidentenwahl im Februar 2023 und wird nach vorliegenden Prognosen vermutlich zu einem Regierungswechsel führen (Stand September 2022). was die obige Klassifizierung als "Autokratie" widerlegen würde.[338]

Raub und EntführungBearbeiten

In Nigeria zählen Entführungen zu den ernsthaftesten Bedrohungen[272]. Zusammen mit "Raub" gehört dies zu den dringlichsten persönlichen Sicherheitsbedrohungen des durchschnittlichen Nigerianers.[339][340][341] Ausländer, die sich für eine Organisation oder für ein Unternehmen in Nigeria aufhalten, sind hier einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, da die Kidnapper hoffen, dass diese Organisation/dieses Unternehmen höhere Lösegelder aufbringen kann, als dies bei Privatpersonen der Fall ist.[342]

In der ersten Jahreshälfte von 2021 alleine wurden 3.000 Personen entführt.[343] Wie ernst das Entführungsproblem ist, zeigt die Ermordung des nigerianischen Vloggers Eboh George durch Entführer Oktober 2022.[344][345] George hatte 46.000 Abonnenten und ist damit eines der bekanntesten Entführungsopfer Nigerias.[346]

BanditentumBearbeiten

Laut Nigeria Security Tracker des Council on Foreign Relations starben 2012 noch 322 Menschen in Nigeria durch die Hände bewaffneter Banditen. 2021, also neun Jahre später, hatte sich dies auf 3.178 Todesfälle in einem Jahr beinahe verzehnfacht[105]. Dies könnte daran liegen, dass Boko Haram in der gleichen Zeit Auflösungserscheinungen zeigte und einige der ehemaligen Mitstreiter nun das gleiche, schreckliche "Handwerk" ohne religiöse Verbrämung weiterbetreiben.

Vorschussbetrug/Romance ScamBearbeiten

Weitere bekannte Kriminalitätsformen sind der Vorschussbetrug und der Romance Scam.[347] 2002 wurde deswegen die Regierungsbehörde Economic and Financial Crimes Commission (Kommission für Wirtschafts- und Finanzverbrechen) gegründet, welche zur Aufgabe hat, Formen der Wirtschaftskriminalität wie Vorschussbetrug und Geldwäsche zu bekämpfen und zu ahnden.

Erdöldiebstahl, unfachmännische DestillationBearbeiten

 
Durch Schweröl vernichteter Mangrovenwald im Nigerdelta

Einheimische im Nigerdelta zapfen die Pipelines zwischen Erdölplattform und Ölhafen mit bescheidenen technischen Mitteln an und destillieren aus dem Erdöl die kommerziell interessanten Komponenten wie Naphtha (Rohbenzin), Diesel und Kerosin (wird in Nigeria mancherorts zum Kochen verwendet) heraus. Beides geschieht amateurhaft und sorgt an sich bereits für eine Belastung der Umwelt, wird aber durch die Erzeugung von Schweröl durch unfachmännische Raffinierung mengenmäßig in den Schatten gestellt.

Situation

Nigerias reguläre Raffinerien liegen (Stand Januar 2023) schon seit einigen Jahren wegen Renovierung still bzw. sind noch nicht im Betrieb (Dangote-Raffinerie). Es dürfte darum eigentlich in Nigeria kein Schweröl geben.

Bei den illegalen, von Einheimischen betriebenen Raffinerien, die aus dem gestohlenen Erdöl die in Verbrennungsmotoren und Generatoren brauchbaren, mittleren Kohlenwasserstoffe herausdestillieren, fallen zwangsläufig im kurzkettigen Bereich explosive Gase wie Propan und Butan, sowie die längerkettigen Schweröle an. Reguläre Raffinerien cracken dieses Schweröl unter erheblichem technischem Aufwand ("residue fluid cracking") zu Naphtha, Diesel und Kerosin. Bei illegalen Raffinerien fehlen dazu in der Regel Wille und Mittel. Die anfallenden Schweröle werden in großen Mengen (Quellen sprechen von 150.000 Barrel am Tag,[348] dies entspricht der Menge, die in einer größeren Raffinerie pro Tag anfällt und gecrackt wird) in die Mangrovenwälder geleitet[41] und verursachen einen erheblichen Schaden an der Umwelt.[349] Dass die Bewohner des Nigerdeltas damit ihre eigene Lebensgrundlage ruinieren, rechtfertigt ein gewisser Osaja in der Saudigazette vom 27. April 2022 wie folgt: „Ist es nicht besser, in einer verschmutzten Umwelt zu leben, als zu verhungern? Werden Sie etwas riechen, wenn Sie hungrig sind? Wenn der Grund für die Umweltverschmutzung darin besteht, genug Geld für das Leben aller zu erwirtschaften, vergisst man sogar, dass es eine Umweltverschmutzung gibt“.[350] Der Artikel der Saudigazette erwähnt auch die opulente Villa und die davor geparkten Luxussportwagen des besagten Osaja. Das Argument "Hunger" relativiert sich dadurch.

Im Mai 2010 traten aus einer Pipeline in Akwa Ibom binnen sieben Tagen über 3000 Barrel Öl aus und zerstörten einen der größten Mangrovenwälder der Erde.[351]

Schadensersatz

Shell stimmte im Dezember 2022 zu, 15 Millionen Euro Entschädigung an drei nigerianische Bauern und ihre Dörfer im Nigerdelta wegen eines Öl-Lecks im Jahr 2006 zu zahlen.[352][353] Ein niederländisches Gericht hatte Shell als Mutterkonzern der nigerianischen Shell-Tochter SPDC im Januar 2021 zu einer damals noch nicht betragsmäßig festgelegten Entschädigungszahlung verurteilt. Shell stimmte auch zu, ein Leckerkennungssystem zu installieren, um künftige Ölunfälle zu verhindern.

Das Öl war aus der Installation einer stillgelegten Probebohrung (ein sogenannter „Christmas Tree“[354]) ausgetreten. Techniker der SPDC hatten zwar den Christmas Tree korrekt verschlossen und Handräder davon entfernt. Es war aber weiterhin möglich, mit einem einfachen Schraubenschlüssel („Engländer“) den Ausfluss wieder zu öffnen. Unbekannte taten dies auch und es strömte Erdöl aus, bis einige Monate später SPDC-Techniker den Ausfluss auf gleiche Weise wieder schlossen. Da die SPDC kein Leckerkennungssystem installiert hatte, wurde die Situation lange nicht bemerkt.

Das Gericht gelangte zur Überzeugung, dass Shell fahrlässig in Kauf nahm, dass Unbefugte die stillgelegte Bohrvorrichtung illegal manipulieren und der Umwelt enormen Schaden zufügen könnten. Shell vertrat vor Gericht den Standpunkt, selbst Opfer von Sabotage gewesen zu sein.

BenzindiebstahlBearbeiten

Beim Diebstahl von Benzin geht es, anders als beim Öldiebstahl, weniger um Umweltaspekte als um die direkte Gefährdung von Menschen. Tankwagen und Benzin-Pipelines werden illegal und unfachmännisch angezapft und es versammelt sich eine Menschenmenge, die aus nicht uneigennützigen Motiven mit Eimern, Töpfen und sonstigen Behältern den Treibstoff auffangen will. Das flüchtige Benzin bildet rasch eine explosive Wolke, die sich zum Beispiel durch winzige statische Entladungen an Polyesterkleidung entzündet. Dabei kommen mitunter Hunderte Menschen um.[355][356]

Bei einer Explosion einer illegal angezapften Benzin-Pipeline bei Abule Egba am 26. Dezember 2006 kamen etwa 500 Menschen ums Leben, eine Explosion der Iljegun-Pipeline am 16. Mai 2008 forderte etwa 40 Todesopfer.

Herausforderung durch militante GruppenBearbeiten

Boko HaramBearbeiten

 
Anschläge von Boko Haram, 2011 bis heute (Stand Okt. 2022), jede Figur steht für 1.000 Tote[105]

Boko Haram ist seit Mitte 2010 für zahlreiche schwere Anschläge mit Tausenden von Todesopfern verantwortlich. 41.600 Menschen mussten in dieser Zeit dem "Nigeria Security Tracker" des Council on Foreign Relations zufolge ihr Leben lassen (Stand Oktober 2022).[105] Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR zählt dazu etwa 1,8 Millionen Binnenvertriebene und etwa 200.000 nigerianische Flüchtlinge in den Nachbarländern, die vor den Kämpfen im Nordosten Nigerias geflohen sind.

Die von Boko Haram betroffenen Staaten verständigten sich im Februar 2015 auf die Aufstellung einer 8700 Mann starken Multinational Joint Task Force zur gemeinsamen Bekämpfung von Boko Haram. Bis Oktober 2015 konnte Boko Haram aus allen von ihr kontrollierten Städten und aus fast allen Landkreisen im Nordosten Nigerias vertrieben werden. 2016 spaltete sich Boko Haram und im März 2022 ergaben sich 40.000 Kämpfer.[107] Die Splittergruppe ISWAP (Islamischer Staat in Westafrika) bleibt aktiv.

Polizeigewalt, SelbstjustizBearbeiten

 
Nigerianische Polizisten (2010)

Der Kampf gegen Boko Haram, andere Sektierer und gegen Kriminelle ging mit zunehmenden Polizeiübergriffen einher. Der "Nigeria Security Tracker" des Council on Foreign Relations zählte in den ersten 12 Monaten seiner Einrichtung im Mai 2011 1.086 Todesopfer durch Boko Haram-Anschläge und 290 Todesopfer durch Polizeigewalt. Innerhalb von 10 Jahren kehrte sich dies um. In den 12 Monaten nach Oktober 2021 starben laut NST 2.193 Menschen durch Polizeigewalt und 498 durch Boko Haram und ISWAP.[105] Die nigerianische Polizei ist berüchtigt für Selbstjustiz,[105] was auch daran liegen könnte, dass Gefängnisse öfters überfallen und die Insassen befreit werden.[357][358] Mancher Polizist könnte dies darum eventuell bei einigen Verdächtigen von vornherein ausschließen wollen[359]. - Es muss angemerkt werden, dass die meisten Todesopfer von Boko Haram und von Kriminellen Sicherheitskräfte sind.[105] Dies wäre eine weitere Erklärung für die stattfindende Selbstjustiz.

Im Dezember 2022 meldete die Nachrichtenagentur Thomson Reuters anhand von 40 Augenzeugenberichten, dass nigerianische Sicherheitskräfte 13 Jahre lang systematisch Kinder ermordet hätten.[360] Auch wären Zwangsabtreibungen vorgenommen worden.[361] Armeechef Irabor bestritt die Vorwürfe und weigerte sich, diese zu untersuchen.[362]

Konflikt zwischen Hirten und BauernBearbeiten

In Zentralnigeria gibt es seit 1998 Konflikte zwischen muslimischen Hausa-Fulani-Hirten und einheimischen christlichen Bauern. Dabei sind die Hirten meistens die Aggressoren.[363] In einzelnen Fällen forderten diese Auseinandersetzungen mehrere hundert Tote. Der Konflikt um Land und Ressourcen nimmt durch die fortschreitende Wüstenbildung in Nordnigeria, das Bevölkerungswachstum und die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage zu.

Militante Gruppen im NigerdeltaBearbeiten

Im Nigerdelta kam es 2016 zu Angriffen auf die Ölinfrastruktur durch militante Gruppen wie die Movement for the Emancipation of the Niger-Delta (MEND), die Niger-Delta People's Volunteer Force (NDPVF), der Ijaw National Congress (INC) und das Pan Niger Delta Forum (PANDEF).

Die neue Buhari-Regierung verfolgte als Reaktion eine Doppelstrategie von Repression und Verhandlung.

Ende 2016 griff die nigerianische Bundesregierung zu dem Schachzug, den militanten Gruppen einen Vertrag von 4,5 Mrd. Naira (144 Mio. Euro) zur Bewachung der Ölinfrastruktur anzubieten. Die meisten nahmen an. Der Vertrag wurde im August 2022 erneuert, führte aber zu heftigen Auseinandersetzungen der oben genannten Gruppen über die Verteilung der Geldmittel. Repräsentanten sprechen von "Krieg"[364] - gegeneinander. Die hohe Gewaltbereitschaft und die kleinlichen Animositäten der Anführer sowie die vollständige Abwesenheit sozialer und umweltpolitischer Argumente in dieser Auseinandersetzung[364] lassen befürchten, dass die militanten Gruppen trotz ihrer hochgegriffenen Namen die Verantwortlichkeit für ihre Region und Ethnien abgelegt und sich in den Bereich der Schutzgelderpressung und Selbstbereicherung begeben haben. Jedenfalls werden die Pipelines im Nigerdelta nicht sehr effektiv "bewacht" - die Verschmutzung des Nigerdeltas mit gestohlenem Erdöl und illegal hergestelltem Schweröl ging auch nach 2016 ungehindert weiter.[41]

Sonstige militante BewegungenBearbeiten

Außer Boko Haram und den militanten Gruppen im Nigerdelta haben sich seit 1999 Bürgerwehren, Schutztruppen, Milizen, Geheimbünde und Gangs formiert, die sich teils als ethnische, teils als religiöse, teils als politische Bewegungen verstehen. Manche der genannten Gruppen sind allerdings nicht mehr aktiv oder wurden in den Medien über längere Zeit hinweg nicht mehr erwähnt.

MilitärBearbeiten

 
Vergleich der Streitkräfte von Nigeria (links) und Belgien (rechts) nach Personen und finanziellen Aufwendungen (angelsächsisches Zahlenformat)[367]

Nigeria verfügt laut International Institute for Strategic Studies 2020 über 143.000 Mann in den Streitkräften (Heer 100.000 Mann, Marine 25.000, Luftwaffe 18.000) und weitere 80.000 Personen für "Gendarmerie & Paramilitary".[367] Zum Vergleich: Polen hat laut gleicher Quelle 114.500 Mann in Streitkräften und "Paramilitary", Deutschland 183.500 Mann.[367]

Nigeria gab 2017 knapp 0,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,6 Mrd. US-Dollar für seine Streitkräfte aus.[368][369] Für 2022 wurden 2,26 Milliarden US-Dollar für die nigerianischen Streitkräfte budgetiert, dies ist etwas mehr als ein Drittel des belgischen Verteidigungshaushaltes (5,99 Milliarden US-Dollar).[367]

Chef des Verteidigungsstabes ist seit Januar 2021 General Lucky Irabor, ein Experte für Terrorismusbekämpfung.[370] Dem Verteidigungsstab gehören daneben die Chefs des Armeestabes Generalleutnant Faruk Yahaya, des Luftwaffenstabes Air Marshal Isiaka Oladayo Amao sowie des Marinestabes Vizeadmiral Awwal Zubairu Gambo an.

Bei der Luftwaffe stehen Maschinen des Typs MiG-21 (Versionen MF, UM und bis), F-7NI (chinesische Version der MiG-21), L-39, Alpha Jet als Kampfjets, ATR 42MP zur Überwachung der Küste, Dornier 228, Aeritalia G.222 und eine C-130H Hercules als Transportmaschinen sowie Hubschrauber vom Typ A109 und Mil Mi-24 bzw. Mi-35 im Dienst.[371]

VerwaltungBearbeiten

BundesstaatenBearbeiten

 
Verwaltungsgliederung Nigerias
 
Städte in Nigeria

Nigeria ist seit 1967 in Bundesstaaten eingeteilt. In mehreren Reformen wurde die Zahl der Bundesstaaten von zwölf auf heute 36 (seit 1996) erhöht. Vor der Neuordnung 1967 war Nigeria in Regionen und vor der Unabhängigkeit 1960 in Provinzen gegliedert.

Zu den Bundesstaaten kommt das Hauptstadtterritorium (Federal Capital Territory, FCT) um Abuja.

Die Landesnamen Sokoto, Borno, Kebbi und Oyo beziehen sich auf vorkoloniale Reiche in Nigeria. Niger, Benue, Anambra, Cross River, Imo, Kaduna, Ogun, Osun, Taraba, Yobe und Zamfara beziehen sich auf Flüsse. Die restlichen Bundesstaaten sind benannt nach Städten (z. B. Enugu, Kano, Lagos), nach Ethnien (z. B. Edo, Ekiti) oder geographischen Merkmalen (Plateau, Delta, Rivers).

Städte und Gemeinden, "Local Government Areas"Bearbeiten

Auf zweiter Ebene sind die Bundesstaaten in insgesamt 774 Local Government Areas (LGA) gegliedert.

Besonders den Süden des Landes prägen eine sehr starke Urbanisierung und eine relativ große Zahl von Städten. Einer Schätzung von 2015[372] zufolge gibt es in Nigeria 20 Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern, darunter zehn Millionenstädte.

Die mit Abstand bevölkerungsreichste Agglomeration ist Lagos mit 13,34 Millionen Einwohnern. Weitere Städte sind Kano (4.030.000 Einwohner), Ibadan (3.060.000 Einw.), Abuja (2.710.000 Einw.) und Port Harcourt (2.010.000 Einw.).

Steuern, Zölle, FinanzverwaltungBearbeiten

SteuererhebungBearbeiten

Zuständig für die Steuererhebung ist die Federal Inland Revenue Service (FIRS).[373]

Die Einkommenssteuer für Unternehmen, die Bildungssteuer, die Stempelgebühren, die Zölle, die Verbrauchssteuern, die Quellensteuer und die Mehrwertsteuer (7,5 %)[373] sind die wichtigsten Steuern, die vom Federal Inland Revenue Service verwaltet werden; sie fließen also in den Staatshaushalt der Bundesregierung in Abuja.

Das State Board of Internal Revenue verwaltet vor allem die Einkommenssteuer und die Quellensteuer; diese Einnahmen tragen zusammen mit einer Art Länderfinanzausgleich zum Haushalt eines Bundesstaates bei. Die Gemeinden finanzieren sich vor allem durch Abgaben.[374]

Die Einkommenssteuer aus unselbständiger Arbeit (Einzelpersonen und Partner) ist in dem Bundesstaat zu entrichten, in dem der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz hat. Die Einkommenssteuer wird vom Arbeitgeber erklärt, vom Lohn einbehalten und an die FIRS entrichtet. Mit einigen europäischen Ländern gibt es ein Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung; Deutschland scheint (Stand 2022) nicht dazuzugehören. Der Spitzensteuersatz beträgt 24 %.[373]

StaatshaushaltBearbeiten

Der nigerianische Staat wendet 1,3 % des Nettoinlandsprodukts für den Schuldendienst auf (Stand 2021).[375] 1990 waren dies noch 6,5 %. 2006 machte die nigerianische Bundesregierung Schlagzeilen, als sie die gesamten Staatsschulden auf einmal abbezahlte.[376]

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 21,2 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 11,4 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,4 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).[377]
Die Staatsverschuldung betrug 2016 75,5 Mrd. US-Dollar oder 18,6 % des BIP.[378] Rund 70 Prozent der Steuereinnahmen kommen aus dem Ölsektor.[379]

Das Kreditrating von Standard & Poor’s für Nigeria liegt (Stand November 2022) bei B- mit stabilem Ausblick. Das Kreditrating von Moody's für Nigeria wurde zuletzt auf B3 mit dem Ausblick "under review" festgelegt. Das Kreditrating von Fitch für Nigeria wurde zuletzt mit B mit stabilem Ausblick angegeben.[380]

Im Staatshaushalt 2023 beträgt der Anteil folgender Bereiche:

WirtschaftBearbeiten

 
Bruttosozialprodukt pro Kopf in Westafrika (Stand 2019)[383]

Nigeria ist mit umgerechnet 441 Milliarden USD vor der Republik Südafrika und Ägypten die größte Volkswirtschaft Afrikas[384].

Das Pro-Kopf-BIP (KKP) liegt bei 9.148 USD (Stand 2022) und ist damit niedriger als in Südafrika, Ägypten oder Marokko, aber etwas höher als in Ghana oder der Elfenbeinküste[382].

Das Wirtschaftswachstum ist selbst für westafrikanische Verhältnisse hoch. Das nigerianische Wirtschaftswachstum lag nach 2000 in der Regel zwischen 5 % und 10 %. 2021, während der COVID-19-Pandemie, war dies 3,6 %.[385]

Nach 2015 konnte sich die nigerianische Wirtschaft etwas diversifizieren. Außer Erdöl und Erdgas exportiert Nigeria Düngemittel und Zement/Faserzementplatten,[386] geformte Produkte aus Polypropylen (Kunststoff), Körperpflegeprodukte, Farbe,[387] PKW,[388] MRAP-Panzerfahrzeuge[389] und Malzgetränke. Nigeria ist in Afrika führend als Finanzmarkt, in der Pharmazeutik[390] und in der Unterhaltungsindustrie. Durch sein weit entwickeltes Autobahnsystem, durch sein wachsendes Schienennetz und den neuen Super-Post-Panamax-Containerhafen Lekki ist es auch ein logistischer Knotenpunkt in der Region. Nigerias Stahlproduktion beträgt ein Sechstel der britischen Erzeugung von Stahl. Nach dem Ölgeschäft sind die Überweisungen der Auslandsnigerianer in die Heimat die zweitwichtigste Devisenquelle[391].

Zu den florierenden Gebieten zählen die Millionenmetropole Lagos (Finanzdienstleistungen, Unterhaltung, Medien) sowie die Hauptstadt Abuja. Weitere wirtschaftliche Zentren sind die Hafenstadt Port Harcourt (Ölförderung und -verschiffung) und Kano im Norden (Baumaterialien, Handel). Bundesstaat Anambra ist durch mehrere Standorte mit Fahrzeugproduktion[392] in industrieller Hinsicht relativ weit entwickelt. Bundesstaat Ogun, der Lagos völlig umschließt, ist Standort von industriellen Unternehmen zum Beispiel im Pharmabereich[393], Panzerfahrzeugbau[394] oder Schienenfahrzeugbau[395]. Ogún ist übrigens auch der Name des traditionellen Gottes der Oyo und Yoruba für Metallverarbeitung[114], ähnlich dem griechischen Hephaistos, siehe "Nok-Kultur".

GeschichtlichesBearbeiten

 
Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf ab 1950

1956 wurden im Süden des Landes die ersten Erdölvorkommen entdeckt, und seit 1958 wird vom Konzern Shell-BP Erdöl exportiert. Als Nigeria in die Unabhängigkeit entlassen wurde, war der wichtigste Wirtschaftszweig noch die Landwirtschaft. Es stammten noch 80 % der Einkommen des Landes aus dem Agrarsektor. Bis in die 1950er-Jahre hinein waren Erdnüsse das Hauptanbauprodukt, in den 1970er-Jahren war für den Weltmarkt fast nur noch der Kakaoanbau wichtig. Im Gegensatz zu anderen Staaten in Afrika wurden sie nicht großmaßstäblich auf Plantagen erzeugt, sondern von Kleinbauern angebaut.

LandwirtschaftBearbeiten

 
Anbaugebiete von Getreide und Knollen
 
Anbaugebiete von Erdnüssen, Kakao, Baumwolle, Palmöl, etc

Nigeria leidet, wie andere afrikanische Länder auch, unter dem Exodus der Landbewohner in die Stadt. Dazu kommt, dass 2 Millionen Nigerianer – hauptsächlich aus ländlichen Gebieten – vor Boko Haram in Großstädte wie Maiduguri fliehen mussten.[396] Während 1995 über 50 % der Nigerianer in der Landwirtschaft arbeitete, lag dieser Wert 2020 unter 35 %.[397] Dies wirkt sich nachteilig auf die Landwirtschaft aus. Nigeria muss darum, anders als zu kolonialen Zeiten, Lebensmittel importieren.

NahrungsmittelerzeugungBearbeiten

 
Angebaute Nutzpflanzen, Anteile

Angebaut werden vor allem Erdnüsse und Kakao. Nigeria ist zudem der weltweit größte Produzent von Maniok und Yams sowie der zweitgrößte von Sorghum, Ingwer und Süßkartoffeln.[398] Die Landwirtschaft kann derzeit weder die eigene Bevölkerung ernähren noch wesentlich zum Exportgewinn beitragen. Besonders der Norden ist im Landesvergleich stärker agrarisch geprägt. Der Landwirtschaftssektor erwirtschaftete 2016 noch knapp 20 % des Bruttoinlandsprodukt.

Zu den wenigen Bundesstaaten Nigerias, die einen Nahrungsmittelüberschuss erzielen, gehört Kwara. Dies liegt möglicherweise am Back-to-Farm-Projekt.

 
Reismühle in Imota, nahe Lagos

NahrungsmittelverarbeitungBearbeiten

Die meisten weiterverarbeiteten Nahrungsmittel (Food & Beverages) werden im Bundesstaat Ogun produziert, nämlich 45 % der nigerianischen Produktion in diesem Wirtschaftssektor[399] beziehungsweise 10 % der gesamten Wirtschaftsleistung Nigerias.[399]

Brauereien

Bei der afrikanischen Bierproduktion steht Nigeria nach Südafrika an zweiter Stelle.[400] Die größte Brauerei Nigerias ist Nigerian Breweries, eine Heineken-Tochter. Im dritten Quartal 2022 verzeichnete Nigerian Breweries einen Rekordumsatz von 393 Milliarden Naira (853 Millionen Euro).[401] Weitere Brauereien sind Intafact und International Breweries (Töchter des Anheuser-Busch-Konzerns), sowie Guinness Nigeria (im Besitz der Diageo plc). Besonders populär ist Guinness-Bier. Offenbar trinkt der durchschnittliche Nigerianer mehr von diesem Starkbier als der durchschnittliche Ire.[402]

Reismühlen

Bislang exportierte Nigeria ungeschälten Reis, musste aber geschälten Reis, Hauptnahrungsmittel des Landes, importieren. - Die Reismühle in Imota, nahe Lagos, soll die entsprechende Verarbeitung im eigenen Lande erledigen, Handelsbilanz und den Arbeitsmarkt verbessern, sowie unnötige Kosten für Transport und Mittelsmänner einsparen. Im Vollbetrieb am Ende des Jahres 2022 soll die Anlage, die größte südlich der Sahara, 250.000 Menschen beschäftigen und 2,5 Mio. 50-kg-Reissäcke jährlich produzieren.[403]

Mahlen und Raffinieren von Kokosnussöl

Eine Kokosnussölraffinerie im Wert von mehreren Milliarden Naira, die erste ihrer Art in Afrika, hat im Bundesstaat Akwa Ibom ihren Betrieb aufgenommen. Die St. Gabriel Kokosnussraffinerie in Mkpat Enin wurde im Mai 2022 eingeweiht. Der Gouverneur von Akwa Ibom versprach, sofort mit der Ausbildung einheimischer Arbeitskräfte für die Raffinerie zu beginnen, und sagte, die Anlage habe eine tägliche Kapazität zum Knacken von 1.000.000 Kokosnüssen und werde nicht weniger als 3.000 direkte und indirekte Mitarbeiter beschäftigen.[404] Laut Gouverneur Emmanuel kostet Kokosöl 1.326 Dollar pro Barrel.[404]

Molkereiwesen

Fan Milk, ein Unternehmen der Danone-Gruppe und Hersteller beliebter tiefgekühlter Molkerei- und Eismarken, stellte im Juni 2022 seine neu fertiggestellte Modellmolkerei in Odeda im Bundesstaat Ogun vor. Diese Molkerei ist die erste Investition von Danone in die Milchwirtschaft in Afrika südlich der Sahara, um die lokale Milcherzeugung in Nigeria zu steigern. Fan Milk wird einen Milchviehbetrieb und ein Ausbildungsinstitut von Weltrang einrichten und dabei auf das Know-how der Muttergesellschaft Danone zurückgreifen.[405][406]

Backwaren, Cerealien usw.

Primera Food beginnt in Zusammenarbeit mit Michael Foods im Jahr 2022 im Bundesstaat Ogun mit der Herstellung von Nudeln in großem Maßstab.[405] Kellogg's eröffnet 2022 in der Lekki Free Trade Zone in der Nähe von Lagos eine Produktionsstätte für ihre Produkte.[405] In Jos stellt NASCO Foods Kekse und Cornflakes her. Im Jahr 2022 erweitern sie ihre Fabrik in Jos.[405][407] 2020 importierte Nigeria für 2,1 Mrd. US-Dollar Weizen, nur Ägypten gab hierfür mehr aus (2,9 Mrd). Nigeria wird darum von der russischen Invasion in der Ukraine 2022 und der resultierenden internationalen Weizenknappheit besonders hart betroffen.[408][409]

Raffinierter Zucker

Die zum Dangote-Konzern gehörende Zuckerraffinerie in Apapa[410] konnte im dritten Quartal 2022 ihren Umsatz auf 288,3 Mrd. Naira (590 Mio. Euro) steigern - eine Steigerung von 47 % zum dritten Quartal 2021. Der Gewinn nach Steuern stieg auf 24,8 Mrd. Naira (50,8 Mio. Euro), bzw. um 60 %.[411] LinkedIn verzeichnet 869 Mitarbeiter von Dangote Sugar (Stand 2023). Die Zuckerraffinerie hat eine Kapazität von 1,44 Mio. metrischen Tonnen im Jahr und beliefert Endverbraucher als auch Großabnehmer wie Nestlé Nigeria Plc, Cadbury Nigeria Plc, Seven-Up Bottling Company Plc und die Nigerian Bottling Company.[410]

Fossile BrennstoffeBearbeiten

ErdölBearbeiten

Nigerias wichtigster Bodenschatz ist das Erdöl. Es macht 90 % aller Exportprodukte aus, obwohl nur 7 % der Beschäftigten in diesem Sektor tätig sind. Außerdem steuert dieser Wirtschaftssektor 35 % zum Bruttoinlandsprodukt bei.

ErdgasBearbeiten

Die durch den Ukrainekrieg bedrohte Versorgung Europas mit Erdgas forciert Projekte, bei denen nigerianisches Erdgas über Pipelines nach Marokko bzw. Algerien transportiert werden soll.[412][413][414] Im Mai 2022 gibt es dazu aber noch keine Ergebnisse.

IndustrieBearbeiten

Die Industrie konzentriert sich zum größten Teil im Südwesten des Landes. Die Metallindustrie Nigerias befindet sich zu ca. 90 % in Lagos.[415] Im Bundesstaat Ogun, der Lagos vollständig umschließt, befindet sich der Hauptanteil der nigerianischen Industrie mit dem Fokus auf Zement, Lebensmittelkonserven, Schaumgummi, Farben, Reifen, Teppiche, Aluminiumprodukte und Kunststoffe.[416] Im Südosten des Landes existieren vor allem Erdölraffinerien und die chemische Industrie. Wenn man die ölproduzierenden Bundesstaaten sowie die Dienstleistungsmetropolen Lagos und Abuja nicht mitzählt, ist Ogun durch seinen hohen Industrialisierungsgrad in Nigeria der Spitzenreiter beim Bruttosozialprodukt pro Kopf, gefolgt von Cross River. Kano ist das Schlusslicht.[399]

Erzeugung von Erdölprodukten (Benzin, Kunststoffe, Bitumen)Bearbeiten

 
Weltgrößte Destillationskolonne in der Dangote-Raffinerie, Lekki

Benzin war bis 2021 mit 24 % des Importvolumens das Hauptimportgut Nigerias.[417] Am 24. Januar 2023 wird eine in Medien vielbesprochene Dangote-Ölraffinerie eingeweiht, die täglich unter anderem 50 Mio. Liter Benzin herstellen wird.[418][419][420][421] Dadurch würde Nigeria vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur für Erdölprodukte.

 
Weltgrößter RFCC-Regenerator der Dangote-Raffinerie, Lekki

Noch bevor die Dangote-Raffinerie voll in Betrieb ist, erhebt sie Anspruch auf eine Reihe von Weltrekorden, darunter die größte Destillationskolonne der Welt[422] und mit dem RFCC-Regenerator sowohl das schwerste zusammenhängende Stück Stahl (hergestellt in Südkorea) als auch das schwerste Objekt, das jemals auf einer öffentlichen afrikanischen Straße transportiert wurde.[423]

Düngemittel und FarbenBearbeiten

Am 3. Mai 2022 wurde in der Nähe von Lagos nach jahrelangen Bauarbeiten eine Düngemittelproduktionsanlage in Betrieb genommen, die 3 Millionen Tonnen Düngemittel im Jahr herstellen wird.[424][425][426] Da durch den Ukrainekrieg 2022 keine russischen Düngemittel mehr auf den Weltmarkt kommen, stößt Nigeria in eine Marktlücke.[426]

Nur einen Steinwurf von der Dangote-Raffinerie entfernt, in der 2021 eröffneten Lekki Free Trade Zone, hat die BASF eine Fabrik in Lekki eröffnet. Die BASF ist vor allem für Düngemittel, Farben und Lacke bekannt.[405]

ZementwerkeBearbeiten

2016 (dem letzten Jahr, aus dem Angaben vorliegen) war Nigeria der führende Zementproduzent südlich der Sahara, vor Südafrika.[427] Mit 16,4 Mio. Tonnen Jahresproduktion stellte Nigeria etwa halb so viel Zement her wie die Bundesrepublik Deutschland. Aliko Dangote, Nigerias reichster Einwohner, begründete seinen Wohlstand mit der Zementproduktion. Im Mai 2022 eröffnete der nach Dangote zweitgrößte Zementkonzern, BUA, ein neues, großes Zementwerk in Sokoto, das auch über ein eigenes 50-MW-Kraftwerk verfügt.[405]

42% der nigerianischen Zementproduktion findet in den Bundesstaaten Ogun und Kogi statt.[399]

FahrzeugindustrieBearbeiten

 
Fahrzeughersteller Innoson
 
Ara Mk. III MRAP, das erste in größerer Anzahl nach Europa exportierte Fahrzeug, das in Nigeria entworfen und gebaut wurde

In Nigeria gibt es drei nennenswerte Automobilhersteller in einheimischem Besitz: Innoson, Nord und Proforce. (Zum Vergleich: die frühere Kolonialmacht Nigerias, Großbritannien, hat seit 2018 keinen Automobilhersteller in einheimischem Besitz, der nennenswerte Produktionszahlen vorlegen kann.) Mit der Übernahme von Peugeot Nigeria durch Aliko Dangote[428] käme bald ein vierter einheimischer Fahrzeughersteller hinzu.

Im Bundesstaat Anambra befindet sich der größte einheimische Automobilhersteller Innoson Vehicle Manufacturing. Seit Mai 2022 produziert Innoson auch die in Nigeria allgegenwärtigen gelben Trikes („Kekes“[429]).[430] Im November 2022 exportierte Innoson als erster afrikanischer Hersteller Fahrzeuge in ein anderes afrikanisches Land (Sierra Leone). Der Auftragswert war 4,7 Mio. USD.[388][431]

In Sangotedo/Lekki befindet sich ein weiterer lokaler Automobilhersteller: Nord Automobiles Ltd.[432][433] In Ishara, 30 km nordöstlich von Lagos, stellt Proforce Ltd. gepanzerte Fahrzeuge her.[434][435] Proforce ist bislang der einzige nigerianische Automobilhersteller, der Modelle nach Europa exportiert.[436]

 
Solar betriebenes Fahrzeug von Phoenix Renewables, Maiduguri

In Maiduguri stellt Phoenix Renewables solar angetriebene Fahrzeuge her.[437][438]

Dank Innoson werden die meisten (18 %) der in Nigeria hergestellten Fahrzeuge im Bundesstaat Anambra montiert.[399]

Körperpflegeprodukte, ReinigungsmittelBearbeiten

Die Colgate-Fabrik in der Lekki Free Trade Zone in der Nähe von Lagos stellt seit 2022 Körperpflegeprodukte und Reinigungsmittel her.[405]

Schwarze Seife ("black soap") unterschiedlicher Hersteller und Marken wird von Nigeria nach ganz Afrika exportiert.

PharmazieBearbeiten

 
Apotheke in Epe, Bundesstaat Lagos

In Nigeria befinden sich etwa 60 Prozent der pharmazeutischen Produktionskapazitäten in Afrika.[439] Die pharmazeutischen Unternehmen Nigerias konzentrieren sich in Lagos.[440] Emzor Pharmaceutical Industries Ltd stellt mehr als 140 pharmazeutische Produkte und medizinische Verbrauchsmaterialien her, darunter Schmerzmittel, Vitamine, Hämatinika, Malariamittel, Tussiva, Antibiotika, Anthelminthika, Antihistaminika, Antazida und Herzschutzmittel.[441] Fidson Healthcare Plc produziert Schmerzmittel, Antiallergika, Blutdruckpräparate, verdauungsfördernde Mittel, Schlafmittel und Hustensaft.[442] May & Baker Nig. Plc erzeugt Mittel gegen Malaria, Bluthochdruck, Diabetes, Depression und Schmerzen.[443]

ElektronikBearbeiten

Der erfolgreichste Hersteller von Laptops in Nigeria ist, nach eigener Auskunft, der einheimische Zinox Technologies in Lagos.[444]

StahlwerkeBearbeiten

Die Ajaokuta Steel Company Limited produziert laut eigener Auskunft 1,3 Mio. t Stahl im Jahr.[445] Dies entspräche 3 % der deutschen Stahlerzeugung im Jahr 2021.[446] Stahlwerke in Katsina, Jos und Osogbo scheinen nicht mehr aktiv zu sein.[447]

DienstleistungenBearbeiten

 
Banken- und Finanzdistrikt in Lagos

Der Dienstleistungssektor machte 2016 60 % des Bruttoinlandsprodukt aus.[448] Aufgrund seiner jungen und großen Bevölkerung ist Nigeria ein Konsumentenmarkt von beachtlicher Größe.

FinanzsektorBearbeiten

Nigeria ist der größte Finanzmarkt in Afrika. Nigeria verfügt über einen im regionalen Vergleich relativ gut entwickelten Bankensektor mit einer regional hohen Bankendurchdringung (44,2 % gegenüber einem regionalen Durchschnitt von 17,8 % für Westafrika) und einem robusten Einsatz moderner Finanzinstrumente in der lokalen Wirtschaft. Das Land ist auch gut an die internationalen Finanzmärkte angebunden. Allerdings wird das Land durch hohe Kreditzinsen belastet, die den Zugang zu Krediten für kleinere Unternehmen, insbesondere in der Nicht-Öl-Wirtschaft, einschränken.[449] Mit der Guaranty Trust Bank ist seit 2007 die erste subsaharische Bank an der Londoner und Frankfurter Börse gelistet.

Der Nigerianische Aktienhandel, der NSE Index, war 2007 der weltweit siebterfolgreichste Börsenindex.[450]

 
Telekommunikation als Lebensstil: Nigeria

TelekommunikationBearbeiten

Telekommunikation gehört zum nigerianischen Way-of-Life. Laut einer Untersuchung der GSM Association besitzt 92 % der erwachsenen nigerianischen Männer ein Handy (bei Frauen ist dies 88 %).[451]

Im Januar 2022 gab es in Nigeria 109,2 Millionen Internetnutzer. Die Internetdurchdringungsrate Nigerias lag Anfang 2022 bei 51,0 Prozent der Gesamtbevölkerung. Eine Analyse von Kepios[452] zeigt, dass die Zahl der Internetnutzer in Nigeria zwischen 2021 und 2022 zudem um 4,8 Millionen (+4,6 Prozent) gestiegen ist. Durch OOKLA veröffentlichte Daten[453] zeigen, dass Internetnutzer in Nigeria zu Beginn des Jahres 2022 17,38 Mbps mittlere Internetverbindungsgeschwindigkeit für Mobilfunknetze erwarten konnten. Die OOKLA-Daten zeigen, dass die mediane mobile Internetverbindungsgeschwindigkeit in Nigeria in den zwölf Monaten bis Anfang 2022 um 4,88 Mbit/s (+39,0 Prozent) gestiegen ist.[454]

Im Januar 2022 gab es in Nigeria 32,90 Millionen Social-Media-Nutzer, das entspricht 15,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht alle Social-Media-Nutzer individuelle Einzelpersonen sind.[454]

Der nigerianische Telekommunikationssektor trägt 12,45 Prozent zum nigerianischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.[455] Nigeria steht im weltweiten Vergleich auf Platz 11 bei der absoluten Anzahl der Internetnutzer und auf Platz 7 bei der absoluten Anzahl von Handys.[456][457]

Nigeria hat seit 1999 mit der National Space Research and Development Agency eine Raumfahrtorganisation.

TransportwesenBearbeiten

 
Zweite Nigerbrücke bei Onitsha

Durch die Lage Nigerias im Zentrum Afrikas spielt der Transport im nationalen Dienstleistungssektor eine große Rolle. – Die Regierung unter Buhari hat nach 2015 Verbesserungen an der Infrastruktur veranlasst. Umfangreiche Straßenreparaturen und Neubaumaßnahmen wurden nach und nach durchgeführt, da insbesondere die Bundesstaaten ihren Anteil an den erhöhten staatlichen Zuweisungen ausgeben. Stellvertretend für diese Verbesserungen ist die 2022 größtenteils fertiggestellte Zweite Nigerbrücke bei Onitsha.[458] - Seit 2009 legt Nigeria neue Schienenwege an. Diese werden von der staatlichen Nigerian Railway Corporation betrieben. Dabei wird seit 2019 offenbar trotz der Covid-Epidemie ein Überschuss erwirtschaftet. – Haupthäfen sind Lagos (Apapa und Tin Can Island), Port Harcourt (Onne) und Calabar. Ein Tiefseehafen in Lekki, 50 km östlich von Lagos, befindet sich 2022 kurz vor der Eröffnung und soll die Hafenkapazität Nigerias verfünffachen.[459][460] – Fünf Flughäfen bieten internationale Flüge an (Lagos, Abuja, Port Harcourt, Kano und Enugu). Für Mitte 2022 ist vorgesehen, dass die neue nationale Fluglinie, „Nigeria Air“, den Betrieb aufnehmen soll.[461]

UnterhaltungBearbeiten

Film

 
Olu Jacobs
 
Nollywood: Filmcrew
 
Jim Iyke

Aus Nollywood werden Filme und Soaps nach ganz Afrika ausgestrahlt. Nigeria ist die zweitgrößte Filmnation der Welt nach Indien und vor den USA.[462]

Vor 2009 bestand das nigerianische Kino vor allem aus Videoproduktionen im Low-Budget-Bereich und mit Schwerpunkt auf die drei größten Landessprachen Hausa, Yoruba und Igbo. Inhaltlich waren diese Filme mit deutschem „volkstümlichem Theater“ zu vergleichen (Liebende, die nicht zueinander finden, eine burschikose Mutterfigur etc.). Ein weiteres, beliebtes Genre sind Familienfilme. Dazu zählt z. B. die Produktion "Aki na Ukwa" aus dem Jahr 2002 mit der zentralen Figur des altklugen Jungen PawPaw, den man mit Lindgrens Michel aus Lönneberga vergleichen könnte (PawPaw bringt mit Streichen seinen Vater Nico ins Gefängnis, führt dessen Elektronikgeschäft auf eigenwillige Weise weiter[463], entdeckt im Haus etwas Bargeld[464] und besticht Polizisten, den Vater nicht wieder freizulassen[465]). PawPaws Einzeiler "I don't have time for any gossip now!" ("Ich habe keine Zeit für Euren Tratsch!") gehört zu Nigerias bekanntesten Redewendungen[466].

Die zunehmende Beherrschung und Bedeutung der englischen Sprache bei Nigerianern spiegelt sich aber in Filmen nach 2009 wieder und erlaubte Filmemachern den Zugang zu einem größeren Markt im Inland und Ausland. Der Konkurrenzdruck ausländischer (englischsprachiger) Produktionen könnte zudem zur Qualitätsverbesserung und thematischen Bereicherung des nigerianischen Kinos nach 2009 beigetragen haben. Der erste Film dieser Art war der Thriller The Figurine (2009), qualitativ und kommerziell der erfolgreichste Film bis zu diesem Zeitpunkt.[467] Der LGBT-thematisierte Film Ijé von Chineze Anyaene (2010) stellte diesen Rekord ein, bis 2014 die Buchverfilmung Half of a Yellow Sun (2013) die höchsten Einspielergebnisse erzielte.[468][469] 2016 wurde dieser Rekord seinerseits von der Beziehungskomödie The Wedding Party übertroffen.

Blood Sisters war 2022 die erste nigerianische Netflix-Originalserie. Die Serie stieg mit über 11 Millionen Streaming-Stunden in vier Tagen in die globalen Top 10 von Netflix ein. Sie ist derzeit die erfolgreichste Fernsehserie aus Nigeria auf der Plattform.[470]

Musik

Der vielleicht berühmteste Musiker Nigerias ist der Erfinder des Afrobeat Fela Anikulapo Kuti. Weitere charakteristische Musikstile sind etwa Jùjú, Apala, Fuji oder Sakara. Im Bereich Pop-Musik waren in Europa lebende nigerianische Musiker wie Sade Adu oder Dr. Alban in den 1980er und 1990er Jahren sehr erfolgreich. Wizkid erreichte im Jahr 2016 an der Seite von Drake die Nummer 1.

Ausführlichere Informationen zu aktueller nigerianischer Musik befinden sich im Kapitel "Afrobeats: Der internationale Durchbruch".

TourismusBearbeiten

Der Tourismus hat in Nigeria wenig Bedeutung und trägt weniger als 1 % zum BSP bei. Nigeria ist touristisch kaum erschlossen. Wegen der seit 2018 anhaltenden Welle von Beraubungen und Entführungen ist Europäern von einer Reise abzuraten.[471] Wer sich dennoch in Nigeria aufhält und als Europäer erkennbar ist, erfährt ein hohes Maß an Offenheit und Freundlichkeit und muss damit rechnen, von Unbekannten mit Nachdruck in ein Selfie oder gar eine Hochzeitsfeierlichkeit eingeladen zu werden.

CNN Travel setzte im Dezember 2022 Nigeria auf Platz 1 in einer Rangliste der gastfreundlichsten ("welcoming") Länder der Welt - allerdings zusammen mit 20 anderen Ländern wie den Komoren, den Malediven oder Mikronesien.[472] Deutschland rangierte auf Platz 47 (von 86).[473]

AußenhandelBearbeiten

Da Nigeria in erster Linie Rohöl exportiert, ist die Handelsbilanz stark von der Entwicklung des Ölpreises abhängig.

Zu den wichtigsten Handelspartnern zählen China, die USA, Indien, die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (vor allem Frankreich, die Niederlande, Spanien, Deutschland), Großbritannien, Brasilien und Südafrika. China bleibt an der Spitze der Herkunftsländer von Importen nach Nigeria. Inzwischen hat Indien die USA als Hauptabnehmer des nigerianischen Erdöls abgelöst. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Nigeria betrug 2015 ca. 2,9 Milliarden EUR (2014: 5,4 Milliarden EUR). Damit ist Nigeria nach Südafrika immer noch zweitwichtigster Handelspartner Deutschlands in Subsahara-Afrika. Exportiert wurden aus Deutschland 2015 Güter im Wert von rund 1,0 Milliarden EUR (2014: 1,4 Milliarden EUR), v. a. Maschinen, Fahrzeuge sowie chemische Erzeugnisse. Der Wert der deutschen Importe (v. a. Rohöl) sank 2015 auf 1,9 Milliarden EUR (2014: 3,95 Milliarden EUR), was v. a. dem Preisrückgang beim Rohöl geschuldet ist.[474]

Da Nigeria seit 2022 vermehrt Importgüter selbst erzeugt, zum Beispiel wie oben erwähnt

  • die Dangote-Raffinerie in Lekki (eingeweiht am 24. Januar 2023),
  • die Düngemittelproduktion in Lekki,
  • die Reismühle in Imota,
  • die Produktion bislang importierter Trikes („Kekes“),

müsste sich dies nach 2022 positiv auf Nigerias Handelsbilanz auswirken.

KennzahlenBearbeiten

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real Weltbank[475]
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Veränderung in % gg. VJ 8,2 6,8 6,3 6,9 7,8 4,9 4,3 5,4 6,3 2,7 −1,6 0,8 1,9 2,2 −1,8 3,8
Entwicklung des BIP (nominal), Weltbank[476][477]
absolut (in Mrd. USD) je Einwohner (in Tsd. USD)
Jahr 2005 2010 2021 Jahr 2005 2010 2021
BIP in Mrd. $ 176 361 441 BIP je Einw. (in Tsd. $) 1,3 2,3 2,1
Entwicklung des Außenhandels (GTAI)[478] in Mrd. US-Dollar
und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
2016 2017 2018
Mrd. USD % gg. VJ Mrd. USD % gg. VJ Mrd. USD % gg. VJ
Einfuhr 35,2 +4,0 28,9 −17,9 36,5 +26,1
Ausfuhr 32,9 −32,1 40,7 +23,8 52,9 +29,9
Saldo −2,3 +11,8 +16,4
Haupthandelspartner Nigerias (2018), Quelle: GTAI[478]
Export (in Prozent) nach Import (in Prozent) von
Indien  Indien 15,9 China Volksrepublik  Volksrepublik China 19,4
Niederlande  Niederlande 10,7 Niederlande  Niederlande 11,4
Spanien  Spanien 10,1 Korea Sud  Südkorea 10,8
Frankreich  Frankreich 7,9 Belgien  Belgien 8,5
Sudafrika  Südafrika 6,4 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 7,3
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 6,1 Indien  Indien 5,2
Indonesien  Indonesien 4,2 Frankreich  Frankreich 2,9
Vereinte Nationen  sonstige Staaten 38,7 Vereinte Nationen  sonstige Staaten 34,5

SozialesBearbeiten

Unter der ArmutsgrenzeBearbeiten

Laut des International Monetary Fund lebt (Stand 2017) leben 32 % der Bevölkerung Nigerias in extremer Armut und muss mit weniger als 2,15 US-Dollar am Tag auskommen.[479] Die Weltbank konstatierte im März 2022, dass die Anzahl armer Nigerianer in der Covid-Zeit um 5 Millionen auf 95,1 Millionen angestiegen sei.[480] 40 % der Nigerianer leben demnach unterhalb der von der Weltbank hantierten Armutsgrenze von 1,90 USD.[481]

Die vom IMF und von der Weltbank international verwendeten Grenzbeträge berücksichtigen nicht die vor Ort geltende Kaufkraft eines US-Dollars.[482] Die Methodik ist darum nicht unumstritten.[483][484] Trotz der zweifellos in Nigeria vorhandenen Slums lässt sich beispielsweise der Umstand, dass 92 % der Männer und 88 % der Frauen in Nigeria ein Mobiltelefon besitzen,[451] nur schwer mit den von IMF bzw. Weltbank veröffentlichten Armutsquoten in Einklang bringen.

GesundheitBearbeiten

 
Entwicklung der Kindersterblichkeit (Tode pro 1000 Geburten)[485]

Wie auch in anderen westafrikanischen Ländern, z. B. Ghana, ist das größte Problem des nigerianischen Gesundheitswesens der ständige Abfluss ("Brain drain") von Ärzten und Pflegepersonal nach Saudi-Arabien, Amerika und Europa, hauptsächlich nach Großbritannien. Jede Woche verliert Nigeria im Schnitt 12 Ärzte auf diese Weise und 88 % ihrer verbliebenen Kollegen beabsichtigt, ihnen baldmöglichst zu folgen.[486]

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass mindestens 25 medizinische Fachkräfte (Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen) pro 10.000 Menschen erforderlich sind, um eine angemessene Grundversorgung zu gewährleisten.[487] Nach Berechnungen der WHO betrug jedoch dieses Verhältnis in Nigeria im Jahr 2018 vier zu 10.000.[486]

Die Lebenserwartung von Nigerianern ist dementsprechend eine der niedrigsten der Welt. Die Lebenserwartung bei der Geburt beträgt in Nigeria (Stand 2022) 53 Jahre. Als Vergleich: im gesamten Westafrika ist dies 56,5 Jahre und in Afrika 62 Jahre.[485]

Kranke, Arme und Alte sind auf Familienhilfe angewiesen, nur Regierungsbedienstete kommen in den Genuss öffentlicher Fürsorge. Niedrige Einkommen, die schnell wachsende Bevölkerung und die leere Staatskasse führten zum Scheitern aller Pläne, ein Gesundheits- und Rentensystem zu schaffen. Epidemien fordern unter der unterernährten und schlecht versorgten Landbevölkerung oft Tausende von Opfern. Der erste Ausbruch von Ebolafieber in Nigeria (in Lagos und Port Harcourt) im Zuge der Ebolafieber-Epidemie 2014 konnte jedoch recht schnell eingedämmt werden.[488]

 
Entwicklung der Lebenserwartung[485]

Die Gesundheitsbehörde National Agency for Food and Drug Administration and Control (NAFDAC) wurde 1993 gegründet und bis 2009 unter der Führung von Dora Akunyili zu einer starken Organisation ausgebaut.[489]

Wegen des aus religiösen Gründen verhängten Impfverbots in nördlichen Teilen Nigerias wurden 2004 fast zwei Drittel der weltweit über 1250 Polio-Fälle (Kinderlähmung) in Nigeria registriert. Damals hatten die Behörden die Impfungen ausgesetzt, nachdem muslimische Geistliche das Gerücht verbreiteten, der Impfstoff mache unfruchtbar. Auch in die angrenzenden Länder wurde Polio durch dieses Verbot transportiert. Nachdem die WHO 2015 Nigeria von der Liste der Länder gestrichen hatte, in denen Polio endemisch ist, wurde August 2016 wieder bei zwei Kindern mit Lähmungserscheinungen der Polio-Virus diagnostiziert.[490]

Die Kindersterblichkeit konnte stark gesenkt werden. 1950 starben ein Drittel der Kinder vor ihrem 5. Geburtstag, im Jahr 2022 sind es noch 11 %.[485] Dies ist 10 % mehr als in anderen westafrikanischen Ländern und 50 % mehr als im afrikanischen Durchschnitt.[485]

Jede Nigerianerin bringt im Durchschnitt 5,1 lebende Kinder zur Welt. Dieser Wert liegt etwas über dem aller Westafrikanerinnen (4,9 Kinder) und deutlich über dem aller Afrikanerinnen (4,2 Kinder).[485] Immerhin sinkt der nigerianische Wert stärker als im Rest Westafrikas und könnte nach Projektionen 2030 bei 4,5 Kindern pro Frau liegen.[485]

Die Trinkwasserversorgung im Land ist wie in den Nachbarstaaten Niger und Tschad sehr schlecht. Zugang zu sauberem Trinkwasser, seit 2010 ein offizielles Menschenrecht der UNO, hatte 2010 laut WHO und UNICEF nicht einmal jeder zweite nigerianische Bürger.[491]

Nigeria kämpft seit 2017 gegen das Affenpockenvirus.[492]

KinderBearbeiten

Das Leben vieler Kinder in Nigeria ist gezeichnet von Armut, Krankheit und Entbehrungen. Viele sind gezwungen zu arbeiten. Etwa 13 % aller Kinder unter 14 Jahren verrichten Arbeit. Darunter werden auch viele von militanten Gruppen und Banden rekrutiert oder sogar in andere Länder verschleppt, um dort als Kindersoldaten in den Krieg zu ziehen.[493] Ein besonderes Problem stellt auch die Situation der Mädchen dar. Sie werden in den Armeen und Rebellengruppen häufig Opfer sexueller Gewalt. Viele Kinder des Landes sind AIDS-Waisen.[494][495]

ArbeitslosigkeitBearbeiten

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei 13,4 %.[496] Insgesamt verfügte das Land im Jahr 2017 über arbeitende Bevölkerung von 60 Millionen, der größte Teil davon im informellen Sektor. Unterbeschäftigung und Jugendarbeitslosigkeit sind Probleme.[496]

So wie bei anderen Werten in diesem Artikel muss die Arbeitslosenquote kritisch gesehen werden und darf man keine Denkmuster westlicher Länder anwenden. Es gibt in Nigeria keine Arbeitslosenversicherung, kein Hartz IV und darum auch keine Behörde, die über objektiv nachvollziehbare Werte verfügt. Die wenigsten Beschäftigungsverhältnisse sind durch einen schriftlichen Vertrag geregelt. Damit ist die statistische Erfassung der Arbeitslosigkeit in Nigeria eine unsichere Angelegenheit.

GewerkschaftenBearbeiten

Insgesamt sind 29 Industriegewerkschaften im Dachverband Nigeria Labour Congress (NLC) zusammengeschlossen. Ferner gibt es auch Gewerkschaften leitender Angestellter sowie Gewerkschaften von Freiberuflern.[497]

StreiksBearbeiten

In den letzten 23 Jahren (Stand September 2022) haben die Universitätsangestellten von Nigeria 17 Mal bzw. 57 Monate lang gestreikt.[498] Dadurch fiel landesweit das Sommersemester 2022 aus.[499]

BildungBearbeiten

 
Grundschule in Daura, im äußersten Norden Nigerias

2017 betrug der Bildungsetat 5,94 Prozent des Bruttoinlandsprodukts,[500] dies ist etwas mehr als in Österreich oder den Niederlanden (beide 5,5 %) oder in Deutschland (4,8 %). Weltweit liegt Nigeria damit auf dem 37. Platz (von 180 Ländern). Nigeria bietet kostenlose, staatlich geförderte Bildung an.

Dennoch steht es nicht gut um Bildung in Nigeria. Der Schulbesuch ist auf keiner Stufe verpflichtend und bestimmte Gruppen wie Nomaden und Behinderte sind unterversorgt. Die Einschulungsquote von 93 Prozent ist im Vergleich zu den Nachbarstaaten relativ hoch. Dennoch besuchen inzwischen nur etwa 50 Prozent aller Kinder im Schulalter eine Schule. Mindestens 10,5 Millionen Kinder gehen in Nigeria nicht zur Schule – das ist die höchste Quote der Welt. Ein ganzes Drittel der nigerianischen Kinder geht nicht zur Schule.[501] Schätzungsweise 35 % der nigerianischen Kinder, die eine Grundschule besuchen, gehen nicht weiter zur Sekundarschule. Im Jahr 2021 hat die Hälfte aller nigerianischen Kinder keine weiterführende Schule besucht.[501]

 
"Unilag", die ältere von zwei Universitäten in Lagos

Das Bildungssystem besteht aus einer sechsjährigen Grundschule, einer dreijährigen Junior Secondary School, einer dreijährigen Senior Secondary School und einer vier-, fünf- oder sechsjährigen Universitätsausbildung, die mit einem Bachelor-Abschluss endet.[502] Die Regierung hat die Aufsicht über die Universitätsausbildung. Das tertiäre Bildungswesen in Nigeria besteht aus (öffentlichen und privaten) Universitäten, Polytechnischen Hochschulen, Monotechnischen Hochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Das Land verfügt über insgesamt 138 Universitäten, von denen sich 40 in Bundesbesitz, 39 in staatlichem Besitz und 59 in privatem Besitz befinden. Nigeria belegte im Jahr 2021 Platz 118 im Global Innovation Index, gegenüber Platz 114 im Jahr 2019.

Die nigerianischen Studenten konzentrieren sich stark auf Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik (MINT), was dazu führt, dass sich viele Studenten sowohl im Grundstudium als auch im Aufbaustudium für Studiengänge wie Ingenieurwesen, Mathematik, Gesundheitsberufe usw. einschreiben. Kunst (Kunst/Angewandte Kunst), Sozialwissenschaften und andere verwandte Studiengänge sind in Nigeria nach wie vor ein sich entwickelnder Sektor mit einer Einschreibequote von weniger als 20 %.[503]

Neben dem westlichen Schulsystem gibt es in Nigeria das islamische Schulsystem der Madrasas. Dieses hat seit den 1970er Jahren eine starke Expansion erfahren.[504] Ein besonders wichtiges Zentrum islamischer Bildung ist Ilorin, wo die Ansaru 'l-Islam Society 1947 eine Schule aufbaute, die westliche und islamische Bildung miteinander kombiniert. Schon 1962 wurde außerdem ein Zweiginstitut der al-Azhar-Universität in Ilorin eröffnet.[505]

KorruptionBearbeiten

Durch Korruption gehen einer Volkswirtschaft Milliardenbeträge verloren. Nigeria liegt im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2022 der Organisation Transparency International auf Platz 154 von 180 Ländern (mit dem 180. Platz als dem schlechtesten Wert).[506] Beim CPI-Index wird nicht nach Arten der Korruption spezifiziert (Bestechung, Untreue im Amt etc.) und er lässt offen, ob es sich z. B. um absolute Häufigkeit der Bestechungen, Anteil der bestechlichen Beamten oder um geschätzte Beträge handelt. Die CPI-Methodik wird darum ihrerseits kritisch hinterfragt.[507] Die Ergebnisse seien zu einseitig („biased“).[508][509][510] Der CPI definiert sich als "gefühlte Einschätzung von Laien und Fachleuten" und ausdrücklich als "nicht auf tatsächliche Erfahrung und deren Analyse" basierend.

2015 wurde Präsident Buhari als „Saubermann“ mit Versprechungen, gegen die Korruption vorzugehen, ins Amt gewählt und 2019 bestätigt. Buhari selbst bezog beispielsweise nach der Wahl 2015 demonstrativ keine Villa, sondern eine Mietwohnung in der Hauptstadt und startete eine Anti-Korruptionskampagne. 2022, am Ende seiner zweiten Amtszeit, scheint diese Kampagne stillschweigend eingestellt worden zu sein.[511] Schmiergeldzahlungen und Veruntreuung von Steuergeldern bleiben in Nigeria weit verbreitet, sind aber offenbar – anders als in 2015 – nicht mehr das dominierende Thema unter Nigerianern.[512] In Meinungsumfragen zur nigerianischen Präsidentenwahl 2023 rangiert der Problembereich "Korruption" mit 13 % auf dem vierten Platz, hinter "Sicherheitslage" (42 %), "wirtschaftliche Situation" (30 %) und "Stromversorgung" (14 %)[246].

InfrastrukturBearbeiten

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Nigeria 2018 den 110. Platz unter 160 Ländern.[513]

StraßenverkehrBearbeiten

 
Highway A1 in Lagos-Onipanu mit Busfahrbahn, im Hintergrund eine für Lagos typische Fußgängerüberführung

Nigeria hat das größte Straßennetz in Westafrika. Es umfasst rund 200.000 km, von denen 60.000 km asphaltiert sind. Auf Nigerias Straßen und Autobahnen werden 90 % des gesamten Personen- und Güterverkehrs abgewickelt. Es trägt im Jahr 2020 mit 2,4 Billionen N (6,4 Mrd. $) zum BIP bei. Der Ölboom der 1970er Jahre ermöglichte einen Ausbau des Straßennetzes, so dass Nigeria als der für den Verkehr am besten erschlossene Staat Subsahara-Afrikas gelten kann.[514] Zumindest alle Hauptstädte der Bundesstaaten sind an das Fernstraßennetz angebunden; besonders stark frequentierte Strecken sind durch Schnellstraßen verbunden, beispielsweise Lagos und Ibadan (Schnellstraße A 5), Lagos und Benin City (A 121), Onitsha und Enugu (A 232) oder Kano und Kaduna (A 2).

 
Expressway im Süden des Landes

35.000 km des Straßennetzes fallen in die Zuständigkeit der Bundesregierung. Unter der zweiten Buhari-Administration wurde das Budget für die Instandhaltung und den Ausbau dieser 35.000 km in regelmäßigen Abständen von 295 Mrd. Naira (819 Mio. USD) im Jahr 2018 auf 563 Mrd. Naira (1,3 Mrd. USD) im Jahr 2022 fast verdoppelt. Verantwortlich für dieses Budget (Stand September 2022) ist Minister Fashola, einer der angesehensten Politiker Nigerias. Unter ihm wurden die Autobahnverbindungen wichtiger Wirtschaftszentren wie Lagos-Ibadan, Lagos-Badagry und Enugu-Onitsha erneuert.[515]

Der Rest des Straßennetzes ist Sache der einzelnen Bundesstaaten und daher in sehr unterschiedlichem Zustand, je nachdem, in welchem Bundesstaat man sich befindet. Überraschenderweise erhalten wirtschaftlich starke Bundesstaaten wie Lagos, Anambra und Rivers besonders schlechte Bewertungen.[516] Die meisten Straßen wurden in den 1980er und frühen 1990er Jahren gebaut. Schlechte Wartung und minderwertige Materialien haben den Zustand der Straßen verschlechtert. Das Reisen ist sehr schwierig. Vor allem während der Regenzeit ist die Benutzung von Nebenstraßen aufgrund von Schlaglöchern manchmal fast unmöglich.[517] Wegelagerer nutzen diese Situation häufig für ihre kriminellen Zwecke aus.[518][519]

Schlecht befestigte Straßen, überhöhte Fahrgeschwindigkeiten und fehlende oder nur spärlich vorhandene Verkehrszeichen führen besonders im Südosten des Landes zu einer großen Zahl von Verkehrsunfällen.[520] Im Jahr 1988 verloren mehr als 9000 Menschen auf den nigerianischen Straßen ihr Leben.[521] 2013 lag die Anzahl der Verkehrstoten bei 35.621 Personen. Zum Vergleich: In Deutschland gab es im selben Jahr 3540 Tote im Straßenverkehr.[522]

Bis 1972 herrschte Linksverkehr in Nigeria.

BrückenBearbeiten

Im Jahr 2022 werden landesweit siebenunddreißig Brücken gewartet und repariert, einige davon sind schon seit Jahrzehnten fällig.[523] Darunter ist die Brücke vom Festland nach Bonny Island, von der aus das gleichnamige Rohöl[524] verladen wird. Außerdem das Loko-Oweto-Brückenprojekt, die Third Mainland Bridge in Lagos, die Murtala Mohammed Bridge in Koton Karfi und die Isaac Boro Bridge in Port Harcourt. Weitere sind die Chanchangi-Brücke im Bundesstaat Niger und die Tambuwara-Brücke in Kano.[525]

Die zweite Nigerbrücke bei Onitsha steht kurz vor der Vollendung (Stand Januar 2022).

 
Nigerbrücken in Nigeria

SchienenverkehrBearbeiten

 
Schienennetz von Nigeria, Stand 2021

Das von der Nigerian Railway Corporation betriebene Schienennetz beläuft sich auf 3505 km. Es ist in Kapspur (1067 mm) und Normalspur (1435 mm) errichtet und befindet sich in einer allgemein guten Verfassung, nachdem es mit chinesischer Hilfe instand gesetzt wurde. Die Zahl der einsatzfähigen Eisenbahnfahrzeuge ist allerdings sehr beschränkt.

Kapspur

NRC-Netz

Die Nigerian Railway Corporation betreibt ein 3505 Kilometer langes Streckennetz in Kapspur bestehend aus folgenden Strecken:

Im Bau ist die 1443 km lange Eastern Rail Line von Port Harcourt nach Maiduguri seit dem 9. März 2021. Die Baumaßnahmen umfassen dabei die Renovierung bzw. den Wiederaufbau bestehender Strecken. Zu diesem Projekt gehören auch neue Zweigstrecken nach Owerri und Damaturu, die die Gesamtlänge 2044 km erhöhen. Die Fertigstellung ist für 2024 geplant.[526][527]

Die Mittel für die unter chinesischer Leitung zu bauende Bahnstrecke Lagos–Calabar entlang der nigerianischen Küste wurden zwar Anfang 2021 freigegeben, der Baubeginn scheint sich aber auf einen Termin nach der nigerianischen Parlamentswahl 2023 zu verzögern.[528]

Die Strecke nach Gusau ist seit dem Einsturz einer Brücke seit 2002 gesperrt.[529]

Das Netz der NRC hat noch keine Verbindung zum Bahnnetz benachbarter Staaten. Im Februar 2021 wurde jedoch mit geplanter Inbetriebnahme 2023 unter der Federführung der portugiesischen Mota-Engil SGPS SA mit dem Bau einer Kapspurverbindung von Kano nach Maradi, der zweitgrößten Stadt im Niger, begonnen, die eine der ersten Bahnstrecken in Niger sein wird.[530]

LAMATA-Netz

Zum Jahreswechsel 2022/2023 wurde der erste Abschnitt der S-Bahn von Lagos in Betrieb genommen. Nach der S-Bahn von Addis Abeba ist dies erst die zweite Stadtbahn in Sub-Sahara-Afrika. Für viele Lagosianer ist die Reise über die elektrifizierten Schienen offenbar noch ungewohnt.[531]

Normalspur
 
Der 2021 eingeweihte Hauptbahnhof von Lagos, Mobolaji Johnson

Im Landesinneren entwickelt sich ein Normalspurnetz.

Die älteste Normalspurstrecke ist die ursprünglich 217 Kilometer lange Strecke von Oturkpo zum Stahlwerk Ajaokuta. Eine frühere Normalspurstrecke von 51,5 Kilometer Länge wurde zwischen den Itakp-Minen und dem Stahlwerk in Ajaokuta betrieben. Am 29. September 2020 wurde ein Ausbau, die Warri–Itakpe Railway, offiziell von Präsident Muhammadu Buhari in einer virtuellen Zeremonie eröffnet.[532] 2018 waren zwei Mal Mitarbeiter der China Civil Engineering Construction, die an diesem Projekt arbeiteten, durch „Banditen“ angegriffen worden.[533] Passagierzüge verkehren auf der Normalspurstrecke seit Oktober 2020[534] und Frachtzüge seit April 2021.[535] Es gibt auch hier Pläne für einen Ausbau: Von Ajaokuta nach Abuja. Die Strecke hätte damit eine Länge von 500 Kilometer. Eine weitere geplante Strecke verläuft von Port Harcourt nach Makurdi über eine Länge von 463 Kilometer.

Im Februar 2011 erfolgte der Baubeginn der Strecke AbujaKaduna[536] durch die chinesische Baugesellschaft CCECC, deren Einweihung schließlich am 26. Juli 2016 erfolgte. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 870 Millionen US-Dollar. Für die 186,5 Kilometer lange Strecke, die in Idu 20 Kilometer westlich des Zentrums von Abuja beginnt, benötigen die Schnellzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zwei Stunden Fahrzeit. Im August 2020 vermeldete die NRC, dass ca. 50 % der Einnahmen ihres gesamten Schienennetzes (ca. 4000 km) von der Normalspurstrecke Abuja-Kaduna (186 km) generiert würden.[537][538][539] Dass Nigerianer zwischen der Hauptstadt Abuja und der nächstgrößeren Stadt Kaduna gerne den Zug nehmen, hat auch sehr ernste Gründe. Die „Autobahn“ zwischen beiden Städten ist nämlich ständiges Ziel von Straßenräubern. Eine Zugreise ist damit für die Einwohner beider Städte die sicherere Alternative zum Auto. Ein Zugreisender meint 2019: „Ich wurde entführt und jetzt reise ich nur noch mit dem Zug!“[540] Auch Prominente sind betroffen: Noch am 20. November 2021 starb der Gouverneurskandidat für den Bundesstaat Zamfara Sagir Hamidu auf dem besagten Expressway Abuja-Kaduna bei einem Überfall.[541] Die Zugreisende Agatha Ameh meint: „Manche Leute reisen immer noch über die Straße, weil es billiger ist. Ich bevorzuge den Zugverkehr jeden Tag und zu jeder Zeit. Er ist sicherer, einfacher und sogar schneller.“ Sie lobt besonders die E-Ticketing-Plattform der Strecke Abuja-Kaduna.[542]

Die zweigleisige Strecke Lagos–Ibadan wurde seit März 2017 durch die CCECC gebaut und am 10. Juni 2021 im neuen Hauptbahnhof von Lagos eingeweiht.[543] Sie ist 157 km lang und führt über Abeokuta. Sie ist die erste zweigleisige Normalspurstrecke in West-Afrika. Eine Fahrt Lagos-Ibadan dauert zweieinhalb Stunden, halb so lange wie die entsprechende Autofahrt. Alle Abteile (Standardklasse, Business Class und First Class) sind klimatisiert und haben drei Overhead-Bildschirme. Die Fensterplätze sind mit Steckdosen und USB-Ladestationen ausgestattet.[544] Kritisiert wird, dass Tickets nicht online und nur gegen Barzahlung erhältlich sind, sowie, dass in beiden Richtungen jeweils nur zwei Fahrten am Tag stattfinden. Gelobt werden Pünktlichkeit und Reinlichkeit der Züge.[545] Die weiterhin bestehenden Kapspurgleise sollen von der „Roten Linie“ der im Bau befindlichen S-Bahn von Lagos, der Lagos Light Rail, mit benutzt werden. Seit Januar 2022 finden an Freitagen und Samstagen drei Fahrten statt.[546] Die Ausschreibung für die Betreiber elektronischer Fahrscheinbestellungen läuft (Stand Februar 2022).[546]

Entlang aller neuen Normalspurstrecken wurden moderne Bahnhofsgebäude errichtet. Der neue Hauptbahnhof von Lagos, Mobolaji Johnson, etwa bietet z. B. klimatisierte Warteräume, behindertengerechten Zugang zu den Gleisen, flughafenähnliche Anzeigetafeln der Abfahrtzeiten, saubere Toiletten, ausgebildetes Personal für medizinische Notfälle etc.

Aussicht

Nigeria baut sein Schienennetz weiter aus und der profitable Betrieb der existierenden Eisenbahnlinien lässt auf eine Beschleunigung des Ausbaus hoffen.[253] Allerdings werden die neuen Bahnhöfe weder von - Miete zahlenden - Geschäften genutzt (Snacks, Kaffee, Zeitschriften, Geschenkartikel etc.) noch als Reklamefläche.[547] In den Zügen ist ein Restaurant zwar baulich realisiert, wird aber nicht genutzt. Kommerziell gesehen sind beim Betrieb der Eisenbahnlinien also noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

FlugverkehrBearbeiten

Es gibt in Nigeria 22 Flughäfen mit asphaltierten Start- und Landebahnen. 21 weitere Pisten dienen hauptsächlich der Luftwaffe oder Ölfirmen. Für den Betrieb der Flughäfen ist die Behörde Federal Airports Authority of Nigeria (FAAN) zuständig.

Die nigerianische Luftfahrtindustrie erwirtschaftete 2019 198,62 Milliarden Naira (400 Mio. Euro) was einem Beitrag von 0,14 Prozent zum BIP entspricht. Sie war 2019 der am schnellsten wachsende Sektor der nigerianischen Wirtschaft. Das Passagieraufkommen ist von 9.358.166 im Jahr 2020 auf 15.886.955 im Jahr 2021 gestiegen, ein deutlicher Zuwachs von über 69 Prozent. Die Flugbewegungen nahmen von 2020 bis 2021 um mehr als 46 Prozent zu. Das Gesamtfrachtaufkommen lag im Jahr 2020 bei 191 Tonnen und stieg im Jahr 2021 aber auf 391 Tonnen an.[548]

Geschichtliche EntwicklungBearbeiten

Die staatliche Fluglinie Nigeria Airways war 2003 hoffnungslos überschuldet und wurde von der britischen Virgin Group aufgekauft; seit dem 28. Juni 2005 flog sie unter dem Namen Virgin Nigeria Airways. Ende 2008 kündigte die Virgin Group den Rückzug aus der Fluggesellschaft an, so dass seit September 2009 die Fluggesellschaft als Nigerian Eagle Airlines firmiert. Zur größten Fluggesellschaft in Nigeria zählt mittlerweile die 2004 gegründete Arik Air. Sie besitzt eine Flotte von über 20 Flugzeugen und bedient nationale sowie internationale Ziele. Am 29. Oktober 2006 forderte der Absturz einer Boeing 737-200 der Fluggesellschaft ADC Airlines in der Nähe des Flughafens von Abuja rund 100 Menschenleben.[549] Unter den Passagieren befand sich auch Mohammadu Maccido, der Sultan von Sokoto. Bereits in den Jahren zuvor war es in Nigeria zu mehreren Flugzeugabstürzen mit vielen hundert Todesopfern gekommen.[550] Am 3. Juni 2012 stürzte der Dana-Air-Flug 9J-992 der nigerianischen Fluglinie Dana Air von Abuja nach Lagos auf einen dicht besiedelten Stadtteil Lagos. An Bord befanden sich 147 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Es gab keine Überlebenden.[551][552]

Sicherheitsmaßnahmen auf nigerianischen Flughäfen 2022Bearbeiten

 
Flughafen Murtala Mohammed, Lagos

2022 gab es auf dem Flughafen von Lagos zwei Zwischenfälle aufgrund von Sicherheitsmängeln. Im Januar wurde auf ein von Arik Air geleastes Flugzeug zugegriffen und wichtige Ausrüstung im Inlandsterminal des Flughafens gestohlen. Im September 2022 stieg ein Mann in ein Flugzeug der United Nigeria Airlines ein, das im Inlandsterminal des Flughafens geparkt war.

Als Reaktion auf diese Vorfälle hat die Federal Airports Authority of Nigeria (FAAN) die Sicherheitsarchitektur der wichtigsten Flughäfen verbessert. Zu diesen Flughäfen gehören der Murtala Muhammed International Airport, Lagos, der Nnamdi Azikiwe International Airport, Abuja, der Aminu Kano International Airport, Kano, der Port Harcourt International Airport, Omagwa und der Akanu Ibiam International Airport, Enugu.[553] Sicherheitspatrouillen wurden verbessert und strategisch platzierte Sicherheitskameras auf den Flughäfen installiert. Gehwege und Parkplätze werden nun konstant beleuchtet und die Umzäunung wurde verbessert; Betriebsstraßen wurden gebaut bzw. instand gesetzt.[554] Die Verbesserung der Sicherheit umfasst auch die Ausbildung von Sicherheitspersonal, die Koordinierung gemeinsamer Sicherheitskräfte, einschließlich der Luftsicherheitsbehörde (AVSEC), der Polizei, der nigerianischen Luftwaffe und anderer Sicherheitskräfte, die jeden Flughafen bewachen. Die FAAN installierte auch neue Sicherheitsausrüstungen. Ein effizientes Sicherheitssystem gewährleistet, dass jeder Passagier erfasst wird.

Das Airfield Ground Lighting System (AGLS) auf der Inlandspiste von Lagos wurde installiert und 45 Handgepäckkontrollmaschinen, 40 Durchleuchtungsmaschinen für aufgegebenes Gepäck, 15 Frachtkontrollmaschinen, vier 3D-Körperscanner und die Renovierung von sechs Löschfahrzeugen und die vollständige Wartung von 36 Löschfahrzeugen durchgeführt. Auf dem Flughafen Lagos wurden 15 neue Scannermaschinen installiert. Es wurde eine begehbare Sicherheitsausstattung installiert. Dazu gehören L3-Scanner, fünf Durchgangsmaschinen und 10 Scanning-Maschinen.[553]

„Air Nigeria“, ein neuer AnlaufBearbeiten

 
Boeing 737-300 der Air Nigeria

Am 24. November 2021 kündigte der Bundesminister für Luftverkehr Sirika an, dass seine Regierung die 2012 aufgelöste nationale Luftgesellschaft Air Nigeria neu gründen und bis April 2022 den Flugverkehr aufnehmen wolle. Dazu stelle die Buhari-Administration „150 bis 300 Mio. USD“ zur Verfügung. Letztlich solle der staatliche Anteil am Gesellschaftskapital 5 % betragen. 46 % solle von lokalen Investoren kommen.[555]

Im Sommer 2022 wurde bekannt, dass Nigeria Air mit Wet-Lease-Flugzeugen starten wird. Wet-Lease bedeutet, dass ein Flugzeug einschließlich Besatzung und möglicherweise auch Treibstoff gemietet wird. „Wir werden eine Mischung aus Airbus und Boeing haben, weil jede Fluggesellschaft, die groß werden will, beide verwendet“, sagte Luftfahrtminister Senator Hadi Sirika im August 2022.[556] Eine Analyse von Daily Trust[557] ergab, dass die Bundesregierung im Durchschnitt 100.000 Euro monatlich für das Leasen eines Flugzeugs ausgibt.[558]

Im September 2022 wurde mehr bekannt. Ethiopian Airlines wird einen Anteil von 49 Prozent an der neuen Fluggesellschaft halten, während der Nigerian Sovereign Fund 46 Prozent und die nigerianische Bundesregierung die restlichen 5 Prozent übernehmen wird. Nigeria Air werde über ein Anfangskapital von 300 Millionen Dollar verfügen und plane, innerhalb von vier Jahren 30 Flugzeuge zu besitzen, sagte Luftfahrtminister Sirika. Nigeria Air plant, noch vor Ende des Jahres den Flugbetrieb aufzunehmen und mit einer Verbindung zwischen der Hauptstadt Abuja und der Handelsmetropole Lagos zu beginnen, später sollen weitere Strecken hinzukommen. Air Nigeria wird zunächst sechs Boeing 737-Flugzeuge einsetzen. „Nigeria Air ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in die der Staat nicht eingreifen wird“, fügte er hinzu. Der Abschluss des Geschäfts hängt von der Aushandlung der endgültigen Bedingungen und der Genehmigung durch die nigerianische Bundesbehörde ab.[559][560]

Häfen, WasserwegeBearbeiten

 
Tiefseehäfen in Nigeria, Stand 2021

TelekommunikationBearbeiten

Nigeria ist Afrikas größter IKT-Markt. Hier gibt es 82 Prozent der Telekommunikationsabonnenten des Kontinents und 29 Prozent der Internetnutzung.[455] Im weltweiten Vergleich belegt Nigeria Platz 11 bei der absoluten Anzahl der Internetnutzer und Platz 7 bei der absoluten Anzahl von Handys.[456][457] Volkswirtschaftlich trägt der IKT-Sektor seit über 10 Jahren über 10 % zum nigerianischen Bruttosozialprodukt bei.[455]

StromversorgungBearbeiten

Im Jahr 2005 wurden 22,53 Milliarden kWh elektrische Energie erzeugt, davon 7,87 Milliarden aus Wasserkraftwerken und 14,66 Milliarden aus Wärmekraftwerken.[561] Jedoch haben nur 40 % der Haushalte Zugang zu elektrischer Energie; diese sind vor allem in den städtischen Räumen. Die Stromerzeugung fluktuiert stark, was an der Unzuverlässigkeit der Kraftwerke und an der häufig unterbrochenen Versorgung mit Primärenergie liegt. Im Jahr 2008 waren von insgesamt 111 installierten Generatoren in Kraftwerken 58 Generatoren in nicht funktionsfähigem Zustand, was einer Quote von mehr als 50 % entspricht.[562] Stromausfälle gehören zur Tagesordnung, viele Haushalte müssen sich deshalb oft mit eigenen und mit Diesel angetriebenen Stromerzeugungsaggregaten behelfen, was die Energiekosten erhöht. Die Maßnahmen der Regierung Nigerias waren bisher vor allem organisatorischer Natur: die National Electric Power Authority, das frühere staatliche Monopol, wurde in die Power Holding Company of Nigeria (PHCN) umgewandelt, die wiederum in 18 Unternehmen aufgespalten wurde, welche zur Privatisierung anstehen. Daneben wurde eine Regulierungsbehörde geschaffen, welche die privaten Unternehmungen beaufsichtigen soll. Die Privatisierung war bisher jedoch nicht besonders erfolgreich, da Nigeria von Investoren als sehr riskanter Markt eingeschätzt wird.[563][564]

Der Strombedarf wird mit Stand 2008 zu 39 % aus Gaskraftwerken, zu 35 % aus Wasserkraftwerken und zu 24 % aus Ölkraftwerken gedeckt. Die Netzspannung für Endkunden beträgt 240 V bei einer Netzfrequenz von 50 Hz. Technisch besteht das Stromnetz auf Übertragungsnetzebene aus einem Hochspannungsnetz mit einer Nennspannung von 330 kV und einer Leitungslänge von 2200 km. Als Verteilnetz, primär in Ballungsräumen, kommt die Spannungsebene mit 132 kV mit einer Leitungslänge von 809 km zur Anwendung. Die durchschnittlichen Übertragungsverluste sind, da die Leitungen und Leistungstransformatoren meist überlastet sind, mit 30 % bis 35 % sehr hoch.[562] Stand der Technik wären Verluste um 6 %. Da sich das Stromnetz praktisch permanent im gestörten Zustand befindet, kommt es laufend zu Spannungseinbrüchen und Stromausfällen.[565]

WasserversorgungBearbeiten

Die Kontrolle der öffentlichen Wasserversorgung liegt in Nigeria in der Obhut der Bundesstaaten und unterscheidet sich dadurch je nach Bundesstaat.[566] Insbesondere im Nordosten, welcher zur Sahelzone gehört, herrscht ein hoher Wassermangel. Ein öffentliches Wasserleitungsnetz wie es in Industrieländern üblich ist, gibt es in Nigeria zudem meist nicht. Stattdessen sammeln viele Haushalte ihr Trink- und Nutzwasser in Wassertanks, welche beispielsweise mit Grundwasser vollgepumpt werden, Regenwasser sammeln oder von einem Wassertankfahrzeug aufgefüllt werden. Ärmere Menschen entnehmen das Wasser an einer zentralen Wasserentnahmestelle und tragen es in Eimern nach Hause.

KulturBearbeiten

 
Durbar-Festival

Die nigerianische Kultur ist nicht nur von Traditionen und kulturellen Einflüssen der zahlreichen Ethnien durchsetzt, sondern auch durch islamisch-arabische Einflüsse im Norden und europäische Einflüsse im Süden geprägt.

Filmindustrie, "Nollywood"Bearbeiten

Informationen zu diesem Thema befinden sich auch im Kapitel "Unterhaltung".

MusikBearbeiten

Nigerianische Musik vor 2012Bearbeiten

Der vielleicht berühmteste Musiker Nigerias ist der Erfinder des Afrobeat Fela Anikulapo Kuti, der mit seiner Band „Africa 70“ im „Shrine“ in Lagos legendäre Konzerte gab. Weitere charakteristische Musikstile sind etwa Jùjú, Apala, Fuji oder Sakara.

Im Bereich Pop-Musik waren in Europa lebende nigerianische Musiker wie Sade Adu oder Dr. Alban in den 1980er und 1990er Jahren sehr erfolgreich. In Deutschland gehört Nneka zu den bekanntesten nigerianischen Popmusikerinnen. Einer der ganz wenigen nigerianischen Künstler, die in Nigeria leben und in Deutschland kommerziellen Erfolg hatten, ist D’Banj. Er erreichte im Sommer 2012 mit Oliver Twist sogar die deutschen und britischen Single-Charts.[567]

 
Wizkid
 
Davido

Afrobeats: Der internationale DurchbruchBearbeiten

 
CKay

Im Gegensatz zu Afrobeat ist das westafrikanische Afrobeats seit 2018 weltweit erfolgreich. Daran sind vor allem nigerianische Künstler beteiligt. Dem Billboard Magazine zufolge ist der nigerianische Afrobeats das am schnellsten wachsende Genre in den Vereinigten Staaten. Afrobeats-Star CKay meinte: „Afrobeats ist der neue Pop.“[568]

Fester Bestandteil bei Preisverleihungen

 
Burna Boy

Nigerianische Musiker erhalten zunehmend internationale Anerkennung. Künstler wie King Sunny Ade, Femi Kuti und Seun Kuti haben in der Vergangenheit Grammy-Nominierungen erhalten. - Burna Boy's African Giant erhielt 2020 eine Grammy-Nominierung für das beste Weltmusikalbum.[569] Sein Twice as Tall erhielt im folgenden Jahr einen Grammy für das beste globale Musikalbum. Wizkids Made in Lagos wurde 2021 in der gleichen Kategorie nominiert. Wizkids Essence featuring Tems wurde ebenfalls in der Kategorie Best Global Music Performance nominiert.[570]

Die Zusammenarbeit von Afrobeats-Künstlern mit den größten Musikstars der Welt hat zu einer weiteren globalen Bekanntheit geführt. Im Jahr 2019 nahm der US-Star Beyoncé die Dienste zahlreicher nigerianischer Stars in Anspruch, darunter Wizkid und Burna Boy. Ihr „Brown Skin Girl“ wurde bei den Grammys 2021 als bestes Musikvideo ausgezeichnet. Kidjos Album Mother Nature (2021), an dem viele nigerianische Stars mitgewirkt haben, wurde für den Preis für das beste globale Musikalbum nominiert.

Der Erfolg des nigerianischen Afrobeats führte zur Einführung der Kategorie „Bester afrikanischer Act“ bei den MTV Europe Music Awards im Jahr 2005, gefolgt von den BET Awards im Jahr 2011, die seitdem Preise in der Kategorie „Bester internationaler Act: Afrika“ vergeben.[571]

Chart-Positionen

Im Jahr 2012 erreichte D'banjs Oliver Twist Platz 9 der UK Singles Chart und Platz 2 der UK R&B Chart. Es war der erste nigerianische Afrobeats-Song, dem dies gelang. - Wizkid erreichte im Jahr 2016 an der Seite von Drake die Nummer 1.[572] - Wizkids Essence, featuring Tems, kam als Remix mit Justin Bieber in die Top Ten der US Billboard 100.[570]

Ausverkaufte Arenen

Nigerianische Popmusiker wie Wizkid, Davido und Burna Boy haben die O2 Arena in London bzw. die Accor Arena in Paris ausverkauft.[573]

LiteraturBearbeiten

 
Nobelpreisträger für Literatur Wole Soyinka

Nigeria war bereits in den 1960er Jahren ein bedeutendes Zentrum der englischsprachigen afrikanischen Literatur. Es besitzt eine Literaturszene, die – anders als die vieler anderer westafrikanischer Länder – über die Grenzen des Landes hinweg einem internationalen Publikum bekannt gemacht und teilweise auch ins Deutsche übersetzt wurde.

Zu den bekanntesten Autoren gehören Wole Soyinka, der 1986 als erster Vertreter der afrikanischen Literatur den Nobelpreis für Literatur entgegennahm, und der Romancier Chinua Achebe (Things Fall Apart), Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Neben seiner literarischen Tätigkeit wurde auch der Schriftsteller Ken Saro-Wiwa bekannt, der im November 1995 von der Militärregierung unter Sani Abacha erhängt wurde.

Weitere bedeutende Autoren oder Autorinnen sind Amos Tutuola (The Palm-Wine Drinkard), Chris Abani, Cyprian Ekwensi, Buchi Emecheta, Ben Okri, Christopher Okigbo, John Pepper Clark und Chimamanda Ngozi Adichie.

Bildende KunstBearbeiten

Der bekannteste nigerianische Bildhauer und Maler ist vermutlich Ben Enwonwu (1917 - 1994). Kunstkritiker beschreiben seine Kunst als "[die Eröffnung] eines dritten Raums in der Kunstgeschichte, dessen Wesen und Parameter den ausgrenzenden Erzählungen der Kunstgeschichte über die Moderne und ihrer Einschreibung des modernen Künstlersubjekts als weißer, westeuropäischer Mann widersprechen".[574] Die Anerkennung seiner Bronzeskulptur der Königin beweist, dass er als afrikanischer Künstler der Moderne seine Praxis nutzte, um eine neue Art moderner Kunst zu entwickeln, deren Repräsentationsideale und Vorstellungen von künstlerischer Identität sich von den konventionellen kunsthistorischen Erzählungen über die europäische Praxis der Moderne unterscheiden.[575]

Ade Okelarin schafft unter dem Künstlernamen "Àsìkò" Mixed-Media-Kollagen, in denen sie unter anderem Fabelwesen der Yoruba und von Teilen der brasilianischen Bevölkerung, die Òrìshàs, darstellt. CNN Style widmete Àsìkò im Januar 2023 einen Artikel.[576]

Peju Alatise gehörte zu den ersten nigerianischen Künstlern, die mit ihren 8 Skulpturen "Flying girls" 2017 auf der Biennale in Venedig ausstellen durften.[577] Die eindrucksvolle Skulpturengruppe "basiert auf der Geschichte eines zehnjährigen Mädchens, das als Hausmädchen in Lagos arbeitet und von einem Reich träumt, in dem sie frei ist, niemandem außer sich selbst gehört und fliegen kann".[578]

Victor Ehikhamenor wird als "unbestreitbar einer der innovativsten zeitgenössischen Künstler Afrikas" bezeichnet. Seine Praxis umfasst Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur und Installation sowie handperforierte Arbeiten auf Papier. Viele Aspekte der vielschichtigen nigerianischen Mythologie, Folklore und religiösen Ikonografie finden sich in Ehikhamenors Werk ebenso wieder wie die politischen Erzählungen des Landes. Ehikhamenor stellte auf der Biennale von Venedig 2017 eine großformatige Installation mit dem Titel "A Biography of the Forgotten" aus. Das Kunstwerk verschmolz abstrakte Formen mit traditionellen Skulpturen und symbolisierte die Auswirkungen des Kolonialismus auf das kulturelle Erbe.[578]

Sonstige "etablierte" bildende Künstler sind beispielsweise Njideka Akunyili Crosby, Yinka Shonibare, Ade Adekola und Twins Seven-Seven.[578]

SportBearbeiten

FußballBearbeiten

 
Nigerianische Fußballnationalmannschaft während der WM 2018 in St. Petersburg

Fußball wird weitgehend als Nigerias Nationalsport angesehen, und das Land hat seine eigene erste Fußballliga. Die nigerianische Fußballnationalmannschaft, die "Super Eagles", hat sechsmal an der Weltmeisterschaft teilgenommen: 1994, 1998, 2002, 2010, 2014 und 2018. Im April 1994 belegten die Super Eagles Platz 5 in der FIFA-Weltrangliste, die höchste Platzierung einer afrikanischen Fußballmannschaft. Sie gewannen den Afrikanischen Nationen-Pokal 1980, 1994 und 2013 und waren auch Gastgeber der U-17- und U-20-Weltmeisterschaft. Bei den Olympischen Sommerspielen 1996 gewann das Land die Goldmedaille im Fußball (mit einem Sieg über Argentinien) und war damit die erste afrikanische Fußballmannschaft, die Gold im olympischen Fußball gewann.

Die nigerianische Kadettenmannschaft von 1993 brachte einige internationale Spieler hervor.

Basketball, Cricket, BoxenBearbeiten

Nigeria betreibt auch andere Sportarten wie Basketball, Cricket und Leichtathletik; Boxen ist ebenfalls eine wichtige Sportart in Nigeria[579]; Nigerias Basketball-Nationalmannschaft machte international Schlagzeilen, als sie als erstes afrikanisches Team die Männer-Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten schlug. Nigeria war die Heimat zahlreicher international anerkannter Basketballspieler in den Top-Ligen der Welt in Amerika, Europa und Asien. Zu diesen Spielern gehören Hakeem Olajuwon, der in die Basketball Hall of Famer aufgenommen wurde, und spätere Spieler der NBA. Die Nigerian Premier League hat sich zu einem der größten und meistgesehenen Basketballwettbewerbe in Afrika entwickelt.[580] Die Spiele wurden auf Kwese TV ausgestrahlt und hatten im Durchschnitt über eine Million Zuschauer.

Beach-VolleyballBearbeiten

Nigeria stellte Frauen- und Männernationalmannschaften im Beachvolleyball, die am CAVB Beach Volleyball Continental Cup 2018–2020 teilnahmen[581]. Die U21-Nationalmannschaften des Landes qualifizierten sich für die FIVB Beach-Volleyball-U21-Weltmeisterschaften 2019[582].

Schach spielende StraßenkinderBearbeiten

 
Schach spielende Straßenkinder am Busbahnhof Oshodi, Lagos

Unterhalb der Überführungen des Busterminals von Oshodi - unter Straßenkindern - ist Schach Breitensport.[583] Im Dezember 2021 gewann der 19-jährige Obdachlose Fawaz Adeoye die Meisterschaft des Stadtteils wenige Monate nach seiner ersten Einweisung in das Spiel. Einige Jahre zuvor hatte der zuerst bildungsferne Babtunde Onakoya die nationale Meisterschaft und damit ein Informatikstudium gewonnen.[584][585]

DiverseBearbeiten

Nigeria schrieb Geschichte, als sich das erste afrikanische Bobteam für die Olympischen Winterspiele qualifizierte, und zwar mit einer Zweiermannschaft von Frauen, die sich für den Bobwettbewerb bei den XXIII[586]. Anfang der 1990er Jahre wurde Scrabble in Nigeria zum offiziellen Sport erklärt. Ende 2017 gab es rund 4 000 Spieler in mehr als 100 Clubs im Land.[587] 2018 wurde der nigerianische Curling-Verband gegründet, um eine neue Sportart im Land einzuführen, in der Hoffnung, dass das Spiel Teil des Lehrplans auf Grundschul-, Highschool- und Universitätsebene wird. Bei der Curling-Weltmeisterschaft 2019 im gemischten Doppel in Norwegen gewann Nigeria sein erstes internationales Spiel mit 8:5 gegen Frankreich[588].

MedienBearbeiten

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Nigeria Platz 122 von 180 Ländern.[589] Laut dem Bericht der Nichtregierungsorganisation ist die Situation der Pressefreiheit im Land „schwierig“. Journalisten sind in Nigeria Gewalt und Einschüchterung ausgesetzt. Besonders schlecht ist die Lage für Journalisten in den Krisenregionen des Landes.

In Nigeria erscheinen etwa 25 überregionale Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von rund 1,7 Millionen Stück. Die meisten von ihnen, wie This Day, The Guardian oder Vanguard, erscheinen auf Englisch, aber es gibt auch Zeitungen in Yoruba, Hausa und Igbo. Das für Information zuständige Regierungsorgan Nigeriafirst ist mit dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vergleichbar.

Der private Rundfunk wird von der Nigerianischen Rundfunk-Kommission (Nigerian Broadcasting Commission, NBC) kontrolliert. Die Berichterstattung über sensible Themen wird oft behindert.

LiteraturBearbeiten

  • Fatima L. Adamu: Women’s struggle and the politics of difference in Nigeria. 2006 (PDF)
  • Heinrich Bergstresser, Sibylle Pohly-Bergstresser: Nigeria. (= Aktuelle Länderkunden; Beck’sche Reihe; Bd. 839.) Beck, München 1991, ISBN 3-406-33185-8.
  • Heinrich Bergstresser: Nigeria: Macht und Ohnmacht am Golf von Guinea. Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-86099-672-0.
  • Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums – Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas, Westend, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-86489-148-9
  • Wolf-Ulrich Cropp: Schwarze Trommeln. (= Länderkunde Nigeria) Frederking & Thaler-Verlag, München 1989, ISBN 3-89405-008-X.
  • Eckart Diezemann: Nigeria. Land und Leute. Kunst und Kultur. Ortsbeschreibungen mit ausführlichem Lagos-Teil. Praktische Hinweise. Goldstadt-Reiseführer, Pforzheim 1990, ISBN 3-87269-204-6.
  • Kenneth Onwuka Dike: Trade and politics in the Niger Delta, 1830–1885. An introduction to the economic and political history of Nigeria. Clarendon Press, Oxford 1956 (Inhaltsverzeichnis)
  • Hassan Tai Ejibunu: Nigeria’s Delta Crisis: Root Causes and Peacelessness (Memento vom 29. November 2007 im Internet Archive).EPU Research Papers: Issue 07/07, Stadtschlaining 2007.
  • Wolfgang Gieler: Nigeria zwischen Militär- und Zivilherrschaft. Eine Analyse der politischen Entwicklung seit der Unabhängigkeit 1960–1990. Lit, Münster 1993, ISBN 3-89473-975-4 (zugl. Diss., Universität Münster, 1991).
  • John Iliffe: Obasanjo, Nigeria and the World. Verlag James Curry, Woodbridge, Suffolk, England 2011 ISBN 978-1-84701-027-8.
  • Sani Musa: The Nigerian Political Economy in Transition. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2006 (PDF)
  • Nigeria-Jahrbuch. Politische und ökonomische Entwicklungen in der Bundesrepublik Nigeria. Duehrkohp und Radicke, Göttingen 2000–2003 (ISSN 1617-3554)
  • Eberhard Stahn: Nigeria. Reiseführer mit Landeskunde. 4. Auflage. Mai, Dreieich 1995, ISBN 3-87936-220-3.
  • Muhammad Sani Umar: „Changing Islamic Identity in Nigeria from the 1960s to the 1980s: From Sufism to Anti-Sufism“ in Louis Brenner (Hrsg.): Muslim Identity and Social Change in Sub-Saharan Africa. Hurst&Company, London, 1993. S. 154–178.

Siehe auchBearbeiten

Portal: Nigeria – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Nigeria

WeblinksBearbeiten

Commons: Nigeria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Nigeria – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikimedia-Atlas: Nigeria – geographische und historische Karten

EinzelnachweiseBearbeiten

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  3. World Economic Outlook Database October 2022. In: World Economic Outlook Database. Internationaler Währungsfonds, 2022, abgerufen am 30. Oktober 2022 (englisch).
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  5. Nigeria now sixth most populous country with 216m. In: The Nation Newspaper. Vintage Press Limited, abgerufen am 18. November 2022 (englisch).
  6. Wahlen in Nigeria: Richtungsweisend für ganz Afrika. In: Tagesschau. Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 23. Februar 2019.
  7. Die genaue Einwohnerzahl von Lagos ist schwer zu errechnen, da Lagos aus 16 Einzelstädten besteht, die zusammen mit vier weiteren Distrikten den Bundesstaat Lagos bilden. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes beträgt die Einwohnerzahl 18 Millionen; siehe Auswärtiges Amt mit Stand von September 2018, abgerufen am 12. Januar 2019.
  8. C. Okoko Ogba, Pius B. Utang: Vulnerability And Adaptations Of Nigeria’s Niger Delta Coast Settlements To Sea Level Rise (PDF, 3,1 MB, englisch).
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  29. NIGERIA BIODIVERSITY AND TROPICAL FORESTRY ASSESSMEnt Studie der DS_AID 2008 (PDF, 2,5 MB, englisch)
  30. Überblick auf Nigeria Park Service (Memento vom 27. November 2013 im Internet Archive) (englisch)
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  38. Wolfgang Pomrehn: Der Ölmulti Royal Dutch/Shell sorgt mit seiner rücksichtslosen Politik in Nigeria erneut für Schlagzeilen. In: ag-friedensforschung.de. AG Friedensforschung, abgerufen am 24. Juni 2016.
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  81. Le Monde diplomatique: Atlas der Globalisierung, Seite 145. Paris/Berlin 2009.
  82. Vgl. Umar: Changing Islamic Identity in Nigeria. 1993, S. 156.
  83. Vgl. Ahmed Rufai Mohammed: The Influence of the Niass Tijaniyya in the Niger-Benue Confluence Area of Nigeria. In Louis Brenner (Hrsg.): Muslim Identity and Social Change in Sub-Saharan Africa. Hurst&Company, London, 1993, S. 116–134.
  84. Vgl. Muhammad Sani Umar: Changing Islamic Identity in Nigeria. 1993, S. 165.
  85. Vgl. Umar: Changing Islamic Identity in Nigeria. 1993, S. 159–163.
  86. Vgl. Umar: „Changing Islamic Identity in Nigeria“. 1993, S. 167–169.
  87. Vgl. Bawuro M. Barkindo: Growing Islamism in Kano City since 1970: Causes, Forms and Implication. In Louis Brenner (Hrsg.): Muslim Identity and Social Change in Sub-Saharan Africa. Hurst&Company, London, 1993, S. 91–105.
  88. Vgl. Umar: „Changing Islamic Identity in Nigeria“. 1993, S. 175.
  89. a b Vgl. Umar: Changing Islamic Identity in Nigeria. 1993, S. 172.
  90. Of men and mayhem. In: Special Report, The Economist, 21. Januar 2016
  91. Table: Christian Population in Numbers by Country. In: pewforum.org. Pew Research Center, 19. Dezember 2011, abgerufen am 24. Juni 2016.
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  93. Pew Forum: Global Christianity. A Report on the Size and Distribution of the World’s Christian Population
  94. Nigerian megachurches draw in the faithful, and their cash | DW English auf YouTube, abgerufen am 17. Oktober 2022.
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  96. WORSHIP MEDLEY / IBK auf YouTube, abgerufen am 17. Oktober 2022.
  97. NON STOP 24 HOURS OF PROPHETIC PRAYERS WITH APOSTLE JOSHUA SELMAN auf YouTube, abgerufen am 17. Oktober 2022.
  98. Divine Healing Worship (Side A) — Nnamdi Ewenighi | Latest Nigerian Gospel Music 2022 auf YouTube, abgerufen am 17. Oktober 2022.
  99. Blocked by YouTube over 'curing' gays, Nigerian pastor speaks up. 19. April 2021, abgerufen am 17. Oktober 2022 (englisch).
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  108. Emmanuel Okogba: Arrest of Owo church massacre suspects. 16. August 2022, abgerufen am 14. Oktober 2022 (britisches Englisch).
  109. Ochogwu Sunday: Owo Church massacre: Two more ISWAP terrorists arrested, identities revealed. In: Daily Post Nigeria. 11. August 2022, abgerufen am 14. Oktober 2022 (amerikanisches Englisch).
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  111. Charles Thurstan Shaw: Excavations At Iwo-Eleru, Ondo State, Nigeria. In: West African Journal of Archaeology. Band 14, 1984, ISSN 0331-3158.
  112. a b R. F. Tylecote: The origin of iron smelting in Africa. In: West African Journal of Archaeology. 1975, S. 1–9.
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