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Dieser Artikel befasst sich mit dem Staat Kuwait; zur Hauptstadt Kuwaits siehe Kuwait-Stadt.
دولة الكويت
Daulat al-Kuwait
Staat Kuwait
Flagge Kuwaits
Wappen Kuwaits
Flagge Wappen
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Kuwait-Stadt
Staatsform Konstitutionelle Erbmonarchie
Staatsoberhaupt Emir
Scheich Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah
Regierungschef Premierminister
Scheich Dschabir Mubarak al-Hamad as-Sabah
Fläche 17.818 km²
Einwohnerzahl 4.132.415 (Schätzung 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 232 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,53 % (2016)[2] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[3]
  • $ 109,8 Mrd. (59.)
  • $ 303,6 Mrd. (54.)
  • $ 26.005 (32.)
  • $ 71.887 (6.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,800 (51.) (2016)[4]
Währung Kuwait-Dinar (KWD)
Unabhängigkeit 19. Juni 1961
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne An-Naschid al-Watani
Nationalfeiertag 25. Februar (Rückeroberung Kuwaits im Zweiten Golfkrieg)
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen KWT
ISO 3166 KW, KWT, 414
Internet-TLD .kw
Telefonvorwahl +965
BahrainKatarKuwaitSaudi-ArabienIrakIranVereinigte Arabische EmirateOmanJordanienSyrienAfghanistanPakistanÄgyptenIsraelLibanonZypernKuwait in its region.svg
Über dieses Bild
Kuwait Karte.png

Das Emirat Kuwait (arabisch الكويت, DMG al-Kuwait, deutsch auch: Kuweit) ist ein Staat in Vorderasien auf der Arabischen Halbinsel. Es grenzt im Norden und Westen an den Irak (240 Kilometer gemeinsamer Grenzverlauf), im Süden an Saudi-Arabien (222 Kilometer) und im Osten an den Persischen Golf (499 Kilometer).

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Großteil des Landes gehört zur Wüste ad-Dibdiba. Abgesehen von dem küstennahen Höhenstreifen der Zaur-Berge an der Bucht von Kuwait und vereinzelten Hügeln ist das Gelände fast eben. Im Inneren befinden sich einige Oasen. Die 40 Kilometer lange Bucht von Kuwait teilt die Küste in zwei Teile. Nach Norden ziehen sich die Schwemmlandablagerungen zum Schatt al-Arab. An der Südspitze der Bucht liegt die Hauptstadt mit ihrem geschützten Naturhafen. Südlich davon befinden sich die großen Erdölfelder, die mit den saudischen Vorkommen in Verbindung stehen. Nach Südwesten steigt das Land allmählich an. Die höchste Erhebung (290 Meter) liegt im Sandsteinplateau an der Westspitze des Staatsgebiets. Die Westgrenze zum Irak zieht sich entlang des Wadi al-Batin, eines nur zeitweilig wasserführenden Trockenflusstales. Zu Kuwait gehören neun Inseln. Bubiyan, die größte Insel, ist durch eine 2400 Meter lange Brücke mit dem Festland verbunden. Nach der Befreiung im Jahre 1991 wurde die Insel in eine Militärbasis umgewandelt. Zivilisten haben zurzeit keinen Zugang zu Bubiyan. Die restlichen acht Inseln heißen: Auha, Failaka, Kubbar, Miskan, Qaruh, Umm al-Maradim, Umm an-Namil und Warba.

Kuwait möchte auf dem Südzipfel einer Halbinsel etwa 30 Kilometer nördlich von Kuwait-Stadt die Planstadt Madinat al-Hareer (Stadt der Seide) für 700.000 Einwohner auf einer Fläche von 250 Quadratkilometern bauen. Spektakulärer Mittelpunkt der durch viele Wasserflächen aufgelockerten Urbanisation soll der 1001 Meter hohe Wolkenkratzer Burj Mubarak al-Kabir werden; die Planung hat Kuhne & Associates übernommen, die Stadt soll bis 2030 vollendet sein.

Abgesehen von einigen Oasen, in denen Dattelpalmen gedeihen, ist das Land Wüste ohne nennenswertes Tierleben und mit nur spärlicher Strauchvegetation. Nur nach den winterlichen Regenfällen wächst für kurze Zeit auch Gras. Die reichen Fischgründe und die Krabbenbänke in den Küstengewässern waren durch die Ölpest Anfang der 1990er Jahre bedroht.

KlimaBearbeiten

In der heißen Jahreszeit (Mai bis September) herrschen mittlere Temperaturen um 30 °C; es kann aber bis zu 50 °C heiß werden. In den Wintermonaten ist es dagegen milder (13 bis 15 °C), tagsüber bis zu 25 °C, nachts bis unter 0 °C. In dieser Zeit fallen auch die kargen Niederschläge von 10 bis 220 Millimetern im Jahr. Die Wassertemperaturen in der Bucht betragen im Sommer um 30 °C, im Winter 20 °C.

Kuwait-Stadt
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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15
 
 
26
 
22
10
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Kuwait Meteorological Service
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kuwait-Stadt
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 19,5 21,8 26,9 33,9 40,9 45,5 46,7 46,9 43,7 36,6 27,8 21,9 Ø 34,4
Min. Temperatur (°C) 8,5 10,0 14,0 19,5 25,4 28,9 30,7 29,5 26,2 21,5 14,5 9,9 Ø 19,9
Niederschlag (mm) 30,2 10,5 18,2 11,5 0,4 0,0 0,0 0,0 0,0 1,4 18,5 25,5 Σ 116,2
Regentage (d) 5 3 3 3 1 0 0 0 0 1 3 3 Σ 22
T
e
m
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19,5
8,5
21,8
10,0
26,9
14,0
33,9
19,5
40,9
25,4
45,5
28,9
46,7
30,7
46,9
29,5
43,7
26,2
36,6
21,5
27,8
14,5
21,9
9,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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30,2
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1,4
18,5
25,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

BevölkerungBearbeiten

Die Bevölkerungsstruktur Kuwaits ist von dem sehr hohen Anteil ausländischer Arbeitskräfte und ihrer Angehörigen geprägt (rund 60 % aller Einwohner). Der Anteil der Männer übersteigt mit 57 % den der Frauen erheblich; 24,5 % der Bevölkerung war 2004 unter 15 Jahre alt. Kuwait ist eines der Länder mit dem höchsten Verstädterungsgrad (2004: 96 %); die Lebenserwartung lag 2016 bei 78 Jahren.[5] Das Bevölkerungswachstum lag zwischen 1994 und 2004 im Durchschnitt bei 4,1 %. Amtssprache ist Arabisch, Umgangssprache der Kuwaitis untereinander ist Irakisch-Arabisch. Handelssprache ist Englisch.

Entwicklung der Bevölkerung seit 1950Bearbeiten

Jahr Bevölkerungszahl
1950 153.000
1960 270.000
1970 747.000
1980 1.372.000
1990 2.100.000
2000 2.051.000
2010 2.998.000
2015 3.936.000

Von den rund vier Millionen Einwohnern sind nur etwa 33 % Kuwaiter. 150.000 bis 180.000 Beduinen und die übrigen Einwohner, die aus dem Iran, Indien, Pakistan, und vielen anderen – hauptsächlich arabischen und südostasiatischen – Ländern zugewandert sind, besitzen nicht die kuwaitische Staatsbürgerschaft. Die Beduinen und die Zuwanderer sind den Staatsbürgern gegenüber gesellschaftlich benachteiligt.[6]

Die Staatsbürger sind durch ein umfassendes Sozialversicherungssystem abgesichert; das kostenlose Gesundheitssystem gilt als eines der besten der Welt. Es besteht allgemeine Schulpflicht für 6- bis 14-Jährige bei kostenlosem Unterricht. Die Analphabetenrate ist rückläufig (1980: 40 %, 2015: 3,7 %).[7] Die erste der zwei Universitäten des Landes wurde 1954 gegründet.

ReligionBearbeiten

Die Bevölkerung ist überwiegend muslimisch, davon sind 65 % Sunniten und 35 % Schiiten. Der Islam ist Staatsreligion. Der römisch-katholischen Kirche gehören 6 % der Bevölkerung an. Die restlichen 9 % umfassen vorwiegend andere christliche Konfessionen, Hindus und Parsen.

VerwaltungBearbeiten

Kuwait ist in die sechs Gouvernements al-Ahmadi, al-Asima, al-Farwaniyya, al-Dschahra, Hawalli und Mubarak al-Kabir gegliedert.

Die größten Städte sind (Volkszählung 2005): Dschalib asch-Schuyuch 179.264 Einwohner, as-Salimiyya 145.328 Einwohner und Hawalli 106.992 Einwohner. Die Hauptstadt Kuwait-Stadt liegt mit ca. 63.000 Einwohnern nur auf Platz 18 der größten Städte des Landes. Insgesamt konzentrieren sich 94 Prozent der Bevölkerung Kuwaits in der Agglomeration Kuwait-Stadt.

PolitikBearbeiten

Politisches SystemBearbeiten

Bis 1991 war Kuwait eine absolute Monarchie unter der Herrschaft der Familie as-Sabah.

Gemäß der Verfassung von 1962, zuletzt geändert 1997, ist Kuwait jetzt eine konstitutionelle Erbmonarchie. Der Emir ist sowohl weltliches als auch geistliches Staatsoberhaupt. Er ernennt und entlässt die Regierung und kann außerdem das Parlament auflösen.

Das Rechtssystem orientiert sich am islamischen Recht (Scharia) und an britischen Vorbildern.

Erst zwischen 1991 und 1996 wurde ein Parlament (Nationalversammlung) gebildet. Das Parlament besteht aus 50 Mitgliedern, die alle vier Jahre gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle Kuwaiter im Alter ab 21 Jahren, ausgenommen sind Angehörige des Militärs und der Sicherheitskräfte. Die Regierung ist auf ein gewisses Vertrauen im Parlament angewiesen.

Kuwait ist Mitglied der UN, der Arabischen Liga, des GATT, der OPEC und der OAPEC.

InnenpolitikBearbeiten

Im Alter von 77 Jahren verstarb am 15. Januar 2006 Emir Dschabir al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, der schon seit einigen Jahren nach einem Schlaganfall seinen Amtspflichten nicht mehr nachkommen konnte. In Übereinstimmung mit der Verfassung wurde zuerst der 76-jährige Kronprinz Scheich Sa'ad al-Abdallah as-Salim as-Sabah, ein Cousin des Verstorbenen, von der Regierung zum neuen Emir proklamiert. Da dessen Gesundheit ebenfalls stark angeschlagen war, hatte die Mehrheit der Herrscherfamilie vorgeschlagen, dass Scheich Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, ein Halbbruder des verstorbenen Emirs, die Herrschaft übernehmen sollte. Sa'ad war sogar zu schwach, um seinen Amtseid vor dem Parlament abzulegen. Auf Antrag der Regierung trat das Parlament am 24. Januar 2006 zusammen und beschloss im Konsens, Scheich Sa'ad seines Amtes zu entheben. Am 29. Januar wurde Scheich Sabah vom Parlament als Emir bestätigt und legte seinen Amtseid ab. Dieser Vorgang war ein Bruch des bisherigen Usus in der Dynastie as-Sabah, dass das Amt zwischen den beiden Zweigen (al-Dschabir und as-Salim) der Herrscherfamilie wechseln sollte.

Darüber hinaus war die Absetzung eines amtsunfähigen Herrschers durch das Parlament ein Novum nicht nur in der Geschichte Kuwaits, sondern in der ganzen Golfregion. Am 20. Februar bestätigte das Parlament das Kabinett des Emirs. Dieser löste dann am 21. Mai das Parlament auf und setzte Neuwahlen für den 29. Juni an. Diesem Schritt war ein heftiger Streit zwischen Regierung und Parlament um die Neueinteilung der Wahlkreise vorangegangen. Eine Gruppe oppositioneller Abgeordneter hatte sich der von der Regierung vorgeschlagenen Reduzierung der Wahlkreise von 25 auf 10 widersetzt und stattdessen eine Reduzierung auf nur noch fünf vorgeschlagen. Dadurch sollte die Bevorzugung bestimmter Bevölkerungsteile, die aus dem Missverhältnis zwischen der Zahl der Einwohner und der Abgeordneten je Wahlkreis erwachsen war, etwas vermindert werden. Doch weder die Vorlage der Regierung noch jene der Opposition fand im Parlament die notwendige Mehrheit, so dass die Regierung den Emir um die Auflösung gebeten hatte.

Einen solchen Präzedenzfall, der den Vorrang des Herrscherhauses gegenüber den Parlamentariern geschmälert hätte, wollte man in jedem Fall vermeiden. Bei den Wahlen gelang es den oppositionellen Kräften, die Zahl ihrer Mandate von bisher 26 auf 33 in der 50 Sitze zählenden Kammer zu erhöhen. Von diesen werden rund 15 den Islamisten zugerechnet, sieben gelten als Liberale, zehn als Reformisten. 17 Abgeordnete gelten als der Regierung gegenüber loyal gesinnt. Da die Kabinettsmitglieder im Parlament stimmberechtigt sind, ist das Kräfteverhältnis dort günstiger für die Regierung als es auf den ersten Blick scheinen will. Am 16. Mai 2005 hatte das Parlament mit 35:23 Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen, dass Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhalten. „Ich will, dass unsere Frauen uns beim Bau unseres Landes und unserer Zukunft helfen.“ sagte Ministerpräsident Scheich Sabah al-Ahmad as-Sabah. Bei den Wahlen im Juni 2006 zog keine der 28 Kandidatinnen ins Parlament ein, obwohl Frauen 57 Prozent der Wählerschaft stellen.[8][9]

Bei den darauffolgenden Parlamentswahlen im Mai 2009 zogen schließlich vier Frauen in das Parlament ein.[10]

AußenpolitikBearbeiten

 
US-Militärpräsenz

Die Außenpolitik des Landes wird von der Geschichte und der geopolitischen Lage des Landes zwischen Saudi-Arabien, dem Irak und dem Iran bestimmt. Eine enge Sicherheitspartnerschaft besteht mit den Vereinigten Staaten, die als Garant für die staatliche Unabhängigkeit Kuwaits fungieren. 2004 wurde Kuwait zum Major non-NATO ally ernannt.

Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Irak wurden am 2. August 2004 wieder aufgenommen, im Juli 2008 entsendete Kuwait erstmals seit 1990 wieder einen Botschafter nach Bagdad, der irakische Botschafter nahm im März 2010 seine Arbeit auf. Das Verhältnis der beiden Länder bleibt jedoch weiterhin belastet, Hauptursachen hierfür sind die noch ausstehenden irakischen Reparationszahlungen von 23,3 Milliarden US-Dollar sowie der von den Vereinten Nationen festgelegte Grenzverlauf. Diesen hatte Saddam Hussein zwar 1994 anerkannt, die Anerkennung wurde von der neuen Regierung allerdings nicht erneut bestätigt.[11]

MenschenrechteBearbeiten

Meinungsäußerung und VersammlungsfreiheitBearbeiten

Die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit werden laut amnesty international in Kuwait empfindlich eingeschränkt.[12] Besonders betroffen sind tausende staatenloser Bidun mit Wohnsitz in Kuwait. Sie erhalten keine Staatsbürgerschaft und haben damit keinen gleichberechtigten Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem sowie zum Arbeitsmarkt. Teilweise geht die Bereitschaftspolizei mit exzessiver Gewalt gegen diese Minderheit vor.

FrauenrechteBearbeiten

Frauen werden laut Amnesty durch Gesetze sowie im täglichen Leben diskriminiert. 2011 hatten Jura-Absolventinnen Klagen gegen das Justizministerium auf Einstellung eingereicht. Das Ministerium hatte Stellen mit dem Hinweis ausgeschrieben, sie seien Männern vorbehalten. Im September 2012 kündigte der Oberste Justizrat an, Frauen könnten sich auf eine Reihe von Stellen bei der kuwaitischen Staatsanwaltschaft und im Justizwesen bewerben und reagierte damit auf die anhängigen Klagen der Frauen.[13]

Rechtsstaatlichkeit und TodesstrafeBearbeiten

  Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Kuwait verhängt die Todesstrafe. Jedoch wurden von neun im Jahr 2012 verhängten Todesurteilen vier in Haftstrafen umgewandelt. Mindestens ein Häftling starb 2012 in Gewahrsam, nachdem er offenbar gefoltert und anderweitig misshandelt worden war. Todesurteile werden bei einem Berufungsgericht verhandelt und dann dem Höchsten Gerichtshof vorgelegt, ehe der Emir über die Urteile zu entscheiden hat. Im Falle einer Zustimmung und einer Nicht-Umwandlung des Urteils in eine lebenslange Haftstrafe, ist das Urteil nicht mehr verhandelbar und ist rechtskräftig. Menschen, die nicht zurechnungsfähig und unter 18 Jahren sind, werden nicht zum Tode verurteilt. Es können aber auch Ausländer und Frauen hingerichtet werden. Bei Vergehen wie Mord, Vergewaltigung, Drogenhandel, Terrorismus oder Kidnapping wird die Todesstrafe zwingend verhängt. Die Todesstrafe wurde allerdings 2007 vorübergehend ausgesetzt. Im Jahr 2013 richtete der Staat Kuwait, erstmals seit 2007, wieder fünf Mörder hin. Danach wurden im Januar 2017, zusammen mit einem Mitglied der kuwaitischen Königsfamilie, insgesamt sieben Menschen hingerichtet.[14] In Kuwait werden Hinrichtungen öffentlich durch den Strang vollstreckt.

ArbeitnehmerrechteBearbeiten

Besonders die Situation von Arbeitsmigranten aus Asien ist in Kuwait unzureichend. Immer wieder kommt es in Kuwait zum Übergriff auf weibliche Haushaltshilfen. Sie werden teilweise von ihren kuwaitischen Arbeitgebern geschlagen, seelisch terrorisiert oder sexuell missbraucht. Die Philippinen, Nepal und Indonesien haben 2011 und 2012 es ihren Staatsbürgerinnen verboten, sich von Kuwait und anderen arabischen Staaten anwerben zu lassen. Nach Einschätzung des US-Außenministeriums ist die Misshandlung von Haushaltshilfen in Kuwait so verbreitet, dass dies den Tatbestand des Menschenhandels erfüllt.[15]

Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung empfahl Kuwait 2012 Gesetze zu erlassen, um ausländische Arbeitskräfte und Hausangestellte zu schützen und ihre Rechte gemäß internationalen Standards zu gewährleisten. Kuwait ist Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), erfüllt aber deren Übereinkommen nicht.

MilitärBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Hauptartikel: Geschichte Kuwaits

Die Geschichte des Wüstenstaates liegt bis zum Beginn der Neuzeit weitgehend im Dunkeln. Archäologische Funde lassen jedoch vermuten, dass die Insel Failaka schon im 3. Jahrtausend v. Chr. ein Handelsstützpunkt war und vom 3. Jh. v. Chr. an in der Einflusssphäre des Seleukidenreiches lag. Im 3. Jh. n. Chr. wurde das heutige Kuwait dem Persischen Reich einverleibt; ab 630 gehörte es zum Kalifat der Umayyaden, später der Abbasiden und wurde islamisiert. Mitte des 13. Jh. zerfiel das Reich nach dem Mongoleneinfall. Im frühen 16. Jh. gelangten Portugiesen in die Region.

Türkische HerrschaftBearbeiten

Im selben Jahrhundert wurde das Gebiet ein wegen seiner Randlage kaum beachteter Teil des Osmanischen Reiches. 1756 gelangte die bis heute herrschende Familie As-Sabah aus dem Inneren der Arabischen Halbinsel an die Herrschaft; Kuwait wurde ein von den Türken zunehmend unabhängiges Scheichtum. Aufgrund seiner geopolitischen Lage gewann das Emirat in der Folgezeit eine von Türken und Briten umworbene Stellung am Persischen Golf. Als die Bedrohung durch die Osmanen zu groß wurde, stellte Scheich Mubarak as-Sabah 1899 sein Land unter britischen Schutz. Der Preis war die Zusicherung, Beziehungen zu anderen Staaten nur mit britischer Zustimmung anzuknüpfen. Damit erreichte London, dass das deutsch-türkische Projekt der Bagdad-Bahn (1903 begonnen) nicht bis zum Golf weitergeführt werden konnte.

Britische HerrschaftBearbeiten

Nach der Niederlage der Osmanen im Ersten Weltkrieg erklärten die Briten Kuwait zu einem selbständigen Emirat unter Britischer Schutzherrschaft. Ab 1919 gab es mehrere Feldzüge der Wahhabiten gegen Kuwait, zudem gab es immer wieder Grenzkonflikte mit dem Nadschd. Die endgültigen Grenzen wurden 1922 im Abkommen von Uqair festgelegt, im Jahre 1940 erkannte Saudi-Arabien Kuwait als unabhängigen Staat an. Ab 1922 schirmte die neugeschaffene Neutrale Zone, die auf Veranlassung der Briten zustande gekommen war, das Emirat von Saudi-Arabien und vom Irak ab. 1938 wurde das erste Erdöl gefunden, und von 1946 an entwickelte sich Kuwait zu einem der größten Erdölproduzenten am Persischen Golf. Große Teile der enormen Einnahmen wurden zur Modernisierung, z. B. zum Ausbau sozialer Einrichtungen, verwendet. 1960 war Kuwait Gründungsmitglied der OPEC.

UnabhängigkeitBearbeiten

Am 19. Juni 1961 wurde das Land unabhängig. Gebietsansprüche des benachbarten Irak führten zum Abschluss eines Militärabkommens mit Großbritannien (von Kuwait 1971 gekündigt) und 1973 zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Der Irak erkannte die Unabhängigkeitserklärung Kuwaits nicht an und erklärte das Emirat zu einem Teil des Irakischen Staates. Der irakische Ministerpräsident Abd al-Karim Qasim drohte im Sommer 1961 mit einem Einmarsch, weshalb Großbritannien wieder Soldaten nach Kuwait entsandte, um eine irakische Invasion zu verhindern. Diese Truppen wurden später durch Truppen arabischer Staaten ersetzt. Die Aufnahme des Emirats in der Arabischen Liga erfolgte unter heftigem Protest der Iraker, welche bis 1963 mit Hilfe der Sowjetunion einen UN-Beitritt verhinderten. Die Anerkennung Kuwaits durch den Irak erfolgte erst nach dem Sturz Qasims im Jahre 1963, im selben Jahr wurde ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen unterzeichnet. 1966, 1969, 1973 und 1976 kam es zu verschiedenen Grenzkonflikten, bei dem irakische Truppen kuwaitisches Territorium besetzten, 1977 wurde zwischen beiden Ländern ein neues Grenzabkommen unterzeichnet. Vom Beginn der 1960er Jahre an erstarkten auch in Kuwait panarabische Gruppierungen, deren politische Aktivitäten in der Folgezeit jedoch ebenso unterbunden werden konnten wie die anderer Gruppen, z. B. der Palästinenser. Viele von ihnen wurden ausgewiesen. Nach dem Sechstagekrieg 1967 wandte das Emirat große Summen zur Unterstützung der israelischen Kriegsgegner Ägypten und Jordanien auf.

Der iranisch-irakische Krieg, der 1980 ausgebrochen war, bedrohte im Laufe der Zeit zunehmend den lebenswichtigen Ölexport Kuwaits. Nach wiederholten iranischen Luftangriffen auf kuwaitische Schiffe ließ das Land 1987 seine Tanker „umflaggen“: Sie fuhren bis zum Ende des Ersten Golfkrieges, in dem Kuwait den Irak unterstützte und weshalb das Land im Oktober 1981 Ziel mehrerer iranischer Luftangriffe war, unter der Flagge der USA. 1981 war das Land Gründungsmitglied des Golf-Kooperationsrates.

Zweiter GolfkriegBearbeiten

Nach einem politischen Streit um ein an der irakisch-kuwaitischen Grenze gelegenes Ölfeld marschierten am 2. August 1990 irakische Truppen in Kuwait ein. Nach der Absetzung des Emirs und der Regierung wurde das kuwaitische Staatsgebiet, ungeachtet der einhelligen Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat, annektiert. Vorrangiger Grund für die Besetzung des ölreichen Staates war der – durch die aufgrund des Ersten Golfkriegs bestehende hohe Verschuldung des Iraks (80 Milliarden US-Dollar) entstandene – Konflikt zwischen beiden Staaten. Zunächst wurde eine Marionettenregierung unter Alaa Hussein Ali gebildet, jedoch wurde Kuwait wenige Tage später vom Irak annektiert.

Als Reaktion auf die irakische Besetzung beschlossen die Vereinten Nationen ein Wirtschaftsembargo gegen den Irak, dem vor allem amerikanische Marineeinheiten durch eine Seeblockade Nachdruck verliehen. Trotz Lösungsvorschlägen seitens des Irak (beispielsweise dem Rückzug aus Kuwait und im Gegenzug Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern) scheiterte der diplomatische Weg, woraufhin im Namen der UN die Aufstellung einer multinationalen Streitmacht beschlossen und diese in Saudi-Arabien stationiert wurde. Als ein bis zum 15. Januar 1991 befristetes UN-Ultimatum zum irakischen Rückzug ergebnislos verstrich, wurde Kuwait im Verlauf des fünfwöchigen Zweiten Golfkriegs am 27. Februar 1991 befreit. Nach dem Einmarsch der Iraker waren in Kuwait zahlreiche Todesopfer zu beklagen; die Infrastruktur und das industrielle Potential des Emirats wurden weitgehend zerstört. Das Ausmaß der durch die Brände auf den Ölfeldern und die Ölpest im Golf entstehenden Umweltschäden war zeitlich begrenzt. Der Irak erkannte im November 1994 die Unabhängigkeit des Landes an. Die Unterstützung des Iraks durch die Palästinenser während des Zweiten Golfkrieges hatte die Vertreibung der Palästinenser aus Kuwait 1991 zur Folge. Binnen weniger Tage wurden etwa 450.000 Palästinenser aus Kuwait vertrieben. Die mit der Nakba vergleichbare aber deutlich weniger beachtete Vertreibung hatte erhebliche Folgen für die PLO wie die Bevölkerung Kuwaits.[16]

2003 war Kuwait der Ausgangspunkt für die Invasion der US-Truppen in den Irak.

WirtschaftBearbeiten

 
Kuwaittowers

Das aufgrund seines Ölreichtums sehr finanzstarke Kuwait (Staatsreserven geschätzt auf 550 Mrd. USD) hatte in den 16 Jahren vor dem Ölpreisverfall erheblich von hohen und stabilen Ölpreisen profitiert. Das Land verfügt über Erdölreserven von 101,5 Mrd.  Fass Öl (= 8 % der weltweiten Vorkommen), die bei gegenwärtiger Produktionshöhe noch etwa 90 Jahre halten. Bis 2020 will Kuwait die Produktionskapazität bis auf 4 Mio. Barrel/Tag erhöhen. Kuwait lag 2015 an neunter Stelle der weltweiten Ölförderung mit einer täglichen Produktion von 2,85 Mio. Fass Öl.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2016 nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds bei 33,5 Mrd. Kuwait Dinar (KWD, ca. 103 Mrd. EUR), das BIP pro Kopf wurde mit ca. 26.000 EUR veranschlagt. Angesichts der großen Zahl (etwa 2,5 Mio.) gering verdienender Ausländer liegt das Pro-Kopf-Einkommen der kuwaitischen Staatsangehörigen wesentlich höher.

Die hohen Einnahmen aus dem Ölgeschäft werden dabei für ebenfalls hohe Ausgaben zur Befriedigung von  Ansprüchen der kuwaitischen Bevölkerung an Leistungen des Wohlfahrtsstaates verwendet.

Bedingt durch die Einnahmeausfälle in Folge des gesunkenen Ölpreises ist die Finanzlage nun aber angespannter als in der Vergangenheit. Der IWF hatte schon vor dem Ölpreisverfall darauf hingewiesen, dass bei unveränderter Fortentwicklung die Einnahmen die Ausgaben schon in naher Zukunft nicht mehr decken werden. Im Haushaltsjahr 2015/2016 standen Einnahmen von 12,2 Mrd. KWD (rund 37 Mrd. EUR) Ausgaben von 19,2 Mrd. KWD (rund 58 Mrd. EUR) gegenüber. Ende des Haushaltsjahres (Ende März 2016) wurde damit ein Defizit von rund 7 Mrd. KWD (rund 20 Mrd. EUR) verzeichnet.[17]

Bodenschätze, EnergieBearbeiten

Der Reichtum des Landes basiert auf Erdöl, das seit 1946 gefördert wird. Kuwait ist Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). 94 Prozent der Einnahmen sind von Erdöl abhängig, von dem täglich etwa 2,6 Millionen Barrel gefördert werden. Ein Großteil davon kommt aus dem Burgan-Feld, welches das zweitgrößte Ölfeld der Welt ist. Der Süden Kuwaits liegt auf der geteilten neutralen Zone mit Saudi-Arabien. Alle Kosten und Einnahmen aus Bodenschätzen in der gesamten neutralen Zone, also sowohl auf kuwaitischer als auch auf saudischer Seite, werden zu gleichen Teilen mit Saudi-Arabien geteilt.

Etwa eine Million Barrel werden in den drei Raffinerien des Landes täglich verarbeitet. Am 6. März 2006 gab die Regierung bekannt, dass im Norden des Landes neue bedeutende Erdöl- und Erdgasvorkommen entdeckt worden seien. In zwei Lagerstätten werden insgesamt eine Billion Kubikmeter Gas vermutet; außerdem wurden neue Erdölfelder mit Ressourcen zwischen 10 und 13 Milliarden Barrel erkundet. Damit würde Kuwait erstmals zu einem bedeutenden Erdgasproduzenten werden und könnte zudem seine Erdölreserven um zehn Prozent steigern. Kuwait ist eines der Länder, die in der so genannten strategischen Ellipse liegen.

Im Dezember 2013 wurde ein Programm zum Ausbau der Erneuerbaren Energien Windenergie und Photovoltaik angekündigt. Bis 2030 sollen sie 15 % des Strombedarfes des Landes decken. Ziel ist es, das Erdöl vorwiegend für den lukrativen Export zu bewahren, zudem soll die Ressourcenbasis diversifiziert und klimaschädliche Treibhausgasemissionen vermindert werden.[18] Ein alternativer Plan, in die Kernenergie einzusteigen und ein Kernkraftwerk zu bauen, wurde hingegen aufgegeben, da Wind- und Solarenergie nach Angaben des Elektrizitätsministeriums günstiger seien.[19]

LandwirtschaftBearbeiten

Ein Prozent aller Erwerbstätigen war 2003 in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Landwirtschaft ist aufgrund der klimatischen Verhältnisse, der Bodenbeschaffenheit und des Wassermangels nur bedingt expansionsfähig. Nur 0,2 Prozent der Staatsfläche werden derzeit über künstliche Bewässerung kultiviert. Angebaut werden für den heimischen Markt Datteln, Melonen und Futterklee. Zur Fleischversorgung werden vor allem Schafe, Ziegen und Rinder gehalten.

AußenhandelBearbeiten

Die Importe betrugen 2014 27,38 Milliarden US-Dollar und kamen größtenteils aus den USA (12,7 %), ferner aus China (11,9 %), Saudi-Arabien (7,1 %), Südkorea (6,9 %), Japan (6,6 %), Deutschland (4,8 %) und Indien (4,2 %).[20] Unter den Gütern waren zu 42 Prozent Maschinen und Transportausrüstungen, zu 18 Prozent Vorerzeugnisse, zu 14 Prozent Fertigerzeugnisse und zu 13 Prozent Nahrungsmittel.

Die Exporte betrugen 2014 103,40 Milliarden US-Dollar, Hauptabnehmer waren Südkorea (16,7 %), Indien (14,9 %), Japan (12,3 %) die USA (11,3 %) und China (9,9 %).[20] Wichtigste Exportgüter waren mit über 90 % Anteil Erdöl und Erdölprodukte.

Vision 2035Bearbeiten

Dem mittel- und langfristigen Umbau der Wirtschaftsstruktur widmet sich Kuwait seit 2010 im Rahmen der Kuwait Vision 2035 (seit 2017 unter dem Titel "New Kuwait") bzw. in jeweils für 4-5 Jahre geltende Entwicklungspläne. Damit will Kuwait dem erklärten Ziel näher kommen, seine Wirtschaft zu diversifizieren und zum Handels- und Finanzzentrum in der Region aufzusteigen. Dem stehen aber Schwächen  der Verwaltung und langsame Entscheidungsprozesse sowie der strukturelle Konflikt Regierung/Parlament entgegen. Der Entwicklungsplan für die Jahre 2015-2020 hat einen Umfang von 34 Mrd. KWD (> 100 Mrd. EUR) und enthält zahlreiche lang diskutierte Großprojekte u.a. aus den Bereichen Infrastruktur, Tourismus, wie der Bau einer U-Bahn und einer Eisenbahn, der Ausbau der Flughafens, Kraftwerke, etc. Zuweisungen erfolgten 2014 in Höhe von 7,5 Mrd. KWD (22,5 Mrd. EUR), 2015 in Höhe von 12 Mrd. KWD (36 Mrd. EUR). Nach Aussage der Regierung soll es Kürzungen oder Verschiebungen bei den Großprojekten, die im Entwicklungsplan enthalten sind, trotz Haushaltsdefizits nicht geben.[17]

Katar und Saudi-Arabien haben vergleichbare Entwicklungspläne vorgelegt.

StaatshaushaltBearbeiten

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 65,3 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 47,1 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 16,6 % des BIP.[21]
Die Staatsverschuldung betrug 2016 20,2 Milliarden US-Dollar oder 18,6 % des BIP.[22]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

InfrastrukturBearbeiten

Das sehr gut ausgebaute Straßennetz umfasst etwa 3.600 Kilometer. Kuwait verfügt über einen Industriehafen sowie vier Erdölhäfen. Der internationale Flughafen liegt nahe der Hauptstadt. Mit den milliardenschweren Einnahmen aus dem Ölsektor und ermutigt durch den Sturz Saddam Husseins hat das Land eine Diversifizierung der Wirtschaft in Angriff genommen. Ein moderner Containerhafen soll gebaut und eine Insel in einen Touristenkomplex umgewandelt werden.

Es gibt Pläne zum Bau einer U-Bahn in Kuwait, deren Strecken sich auf vier Linien aufteilen und 171 Kilometer lang sein sollen. Das jährliche Fahrgastaufkommen wird auf 69,1 Millionen Passagiere geschätzt. Geplant ist der Baubeginn für den Herbst 2011, die Fertigstellung für das Frühjahr 2016.[24] Die Gesamtkosten werden auf 11,3 Milliarden US-Dollar beziffert, die zu 24 % vom kuwaitischen Staat, 26 % vom Auftragnehmer und die restlichen 50 % durch einen Börsengang aufgebracht werden sollen. Dieser Ansatz ist Teil der von Kuwait angedachten Strategie, für Innovationen bei öffentlichen Projekten privates Kapital zu nutzen.

Kuwait U-Bahn-Vorschläge:

  • Linie 1: Länge 23,7 km, 19 Stationen
  • Linie 2: Länge 21,0 km, 27 Stationen
  • Linie 3: Länge 24,0 km, 15 Stationen
  • Linie 4: Länge 22,7 km, 16 Stationen

In späteren Ausbauphasen soll dann die Linie 1 um 23,6 auf 57,3 Kilometer und die Linie 2 um 16,4 auf 37,4 Kilometer verlängert werden.

Außerdem gibt es Pläne von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein etwa 2000 Kilometer langes Eisenbahnnetz in der Golfregion zu errichten. Davon würden um die 505 Kilometer zweigleisiger Strecke, elektrifiziert mit 50 kV Wechselstrom, in Kuwait verlaufen.

LiteraturBearbeiten

  • Christian Koch: Interessengruppen und politische Entwicklung in einem arabischen Golfstaat. Das Emirat Kuwait (Islamkundliche Untersuchungen; Bd. 232). Verlag Schwarz, Berlin 2000, ISBN 3-87997-285-0 (zugl. Dissertation, Universität Erlangen 1999).
  • Friedrich H. Kochwasser: Kuwait. Geschichte, Wesen und Funktion eines modernen arabischen Staates, zweite, durchgesehene Auflage 1975. Erdmann, Tübingen/Basel, ISBN 3-7711-0108-5.
  • Hanns-Uve Schwedler: Arbeitsmigration und urbaner Wandel. Eine Studie über Arbeitskräftewanderung und räumliche Segregation in orientalischen Städten am Beispiel Kuwaits. Reimer Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-496-00837-7 (zugl. Dissertation, TU Berlin 1985).
  • Hanns-Uve Schwedler: Stadtstaat in der Krise?. In: Fred Scholz (Hrsg.): Die kleinen Golfstaaten. 2. Aufl. Klett-Perthes Verlag, Gotha 1999, ISBN 3-623-00695-5, S. 117–147.
  • Hanns-Uve Schwedler: Kuwait. Stadtentwicklung im Wandel der Zeiten. In: Günther Meyer (Hrsg.): Die Arabische Welt im Spiegel der Kulturgeographie. Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt, Mainz 2004, ISBN 3-88250-330-0, S. 92–101.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kuwait – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Kuwait – Reiseführer
  Wiktionary: Kuwait – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Population Estimation in mid-2016. Kuwait Central Statistical Bureau, abgerufen am 8. Januar 2017.
  2. [1]
  3. [2] des Internationalen Währungsfonds
  4. [3] United Nations Development Programme (UNDP),
  5. The World Factbook — Central Intelligence Agency. Abgerufen am 12. Juli 2017 (englisch).
  6. Gesellschaft für bedrohte Völker, Staatsbürgerschaft anerkennen (Memento vom 18. Juli 2014 im Internet Archive). Februar 2012.
  7. The World Factbook — Central Intelligence Agency. Abgerufen am 12. Juli 2017 (englisch).
  8. Deutsche Welle: Samar Heinein: Parlamentswahl in Kuwait - Warum die Frauen leer ausgingen, 7. Juli 2006
  9. Ismail Küpeli: Kuwait: Frauen dürfen jetzt wählen, In: Direkte Aktion Nr. 177, Sept. / Okt. 2006, S. 9–10 (PDF 113kB)
  10. Focus Online: Parlamentseinzug: Kuwaits Frauen im Freudentaumel, 17. Mai 2009
  11. ORF: 20 Jahre nach Angriff auf Kuwait vom 2. August 2010.
  12. Amnesty International Report 2013
  13. http://www.amnesty.de/jahresbericht/2013/kuwait?destination=node%2F2966
  14. Spiegel Online: Prinz in Kuwait hingerichtet
  15. http://www.zeit.de/sport/2013-10/katar-sklaven-zwangsarbeit-wm-2022/seite-2
  16. Jill Crystal: Kuwait: Post-War Society. In: The Persian Gulf States: A Country Study. Library of Congress. Abgerufen am 5. März 2011.
  17. a b Wirtschaft. Abgerufen am 12. Juli 2017 (de-de).
  18. Kuwait looks to wind in oil conservation drive. In: Windpower Monthly, 3. Dezember 2013. Abgerufen am 4. Dezember 2013.
  19. Kuwait scraps nuclear power plans. In: Gulf Business, 24. August 2016. Abgerufen am 25. August 2016.
  20. a b Kuwait Economy, CIA World Factbook
  21. a b c The World Factbook
  22. Report for Selected Countries and Subjects. Abgerufen am 21. Juli 2017 (amerikanisches englisch).
  23. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  24. constructionweekonline.com: Kuwait Metro, zuletzt abgerufen am 31. Januar 2011

Koordinaten: 29° N, 48° O