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Klaus Schwab

deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Gründer des Weltwirtschaftsforums
Klaus Schwab auf dem Weltwirtschaftsforum (2008)
Dankesrede von Klaus Schwab anlässlich der Verleihung des Reinhard-Mohn-Preises (2016)
Schwab während des Young Global Leaders Annual Summit 2019

Klaus Martin Schwab (* 30. März 1938 in Ravensburg) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Er ist Gründer und Geschäftsführender Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums und anderer Stiftungen.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Schwab wuchs als Sohn eines Schweizer Fabrikdirektors im oberschwäbischen Ravensburg auf und besuchte dort das Spohngymnasium. Er studierte Maschinenbau an der ETH Zürich und wurde dort 1965 zum Doktor der technischen Wissenschaften (Dr. sc. techn.) promoviert. An der Universität Fribourg studierte er bis 1963 Betriebswirtschaftslehre und wurde dort 1967 zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. pol.) promoviert. Er studierte auch an der Harvard-Universität und erhielt dort den Abschluss Master of Public Administration (MPA).

Von 1972 bis 2003 war er Professor für Unternehmenspolitik an der Universität Genf.

1971 veröffentlichte er das Buch Moderne Unternehmensführung im Maschinenbau, in dem er erklärt, dass Unternehmen, um langfristig erfolgreich zu sein, nicht nur die Interessen der Aktionäre, sondern alle Interessenten (Stakeholder) bedienen müssen. Im selben Jahr gründete er die gemeinnützige Stiftung European Management Conference, die 1987 in Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) umbenannt wurde. Sie bringt jedes Jahr Führungspersönlichkeiten aus der internationalen Wirtschaft im Schweizer Ort Davos zusammen, ursprünglich, um moderne Managementkonzepte zu diskutieren. Seit 1974 nehmen auch Politiker an dem Treffen teil. Klaus Schwab baute die Stiftung über die Jahre zu einer global agierenden Kommunikationsplattform für wirtschaftliche und politische Eliten und intellektuelle Vordenker aus.

Das jährlich in Davos stattfindende Treffen gilt Globalisierungskritikern als Symbol für die Machtausübung einer neoliberalen Elite über die Köpfe von Betroffenen hinweg und wurde wiederholt zum Ziel von Protestaktionen. Im Jahre 2012 hat Schwab selbst das Thema Kapitalismuskritik auf die Tagesordnung gesetzt.[1]

Das Weltwirtschaftsforum organisiert darüber hinaus regionale Konferenzen weltweit und publiziert Reports. Der erste war 1979 der Global Competitiveness Report, den das Weltwirtschaftsforum seitdem jährlich herausgibt. Er berichtet über die Wettbewerbsfähigkeit der betriebswirtschaftlichen Praxis in aller Welt.

1998 gründete Schwab mit seiner Frau Hilde die gemeinnützige Schwab Foundation for Social Entrepreneurship, 2004 gründete er mit seinem Preisgeld von einer Million US-Dollar für den renommierten Dan-David-Preis die Stiftung The Forum of Young Global Leaders.

Schwab ist Mitglied von Aufsichtsräten und Verwaltungsräten mehrerer internationaler Unternehmen. Er erhielt zahlreiche Orden und Auszeichnungen und ist Ehrendoktor mehrerer Universitäten. Zudem gehört er dem Steering Committee der Bilderberg-Konferenzen an.

Schwab ist seit 1971 verheiratet mit Hilde Schwab und hat zwei Kinder. Er lebt in Cologny bei Genf, wo sich auch die Verwaltung aller seiner Unternehmungen befindet.

EhrungenBearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Der längerfristige Exportkredit als betriebswirtschaftliches Problem des Maschinenbaues (untersucht am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland), Offenbach 1965 (zugleich Dissertation der ETH Zürich)
  • Der Exportkredit. Hinweise für den deutschen Exporteur, Frankfurt am Main 1966
  • Öffentliche Investitionen und wirtschaftliches Wachstum, Ravensburg 1966 (zugleich Dissertation der Universität Fribourg)
  • Moderne Unternehmensführung im Maschinenbau (mit Hein Kroos), Frankfurt 1971
  • Chancenmanagement, Düsseldorf 1976
  • Overcoming indifference. Ten key challenges in today's changing world. A survey of ideas and proposals for action on the threshold of the twenty-first century (Herausgeberschaft), New York 1995
  • The Fourth Industrial Revolution, 2016 (book on demand). dt.: Die Vierte Industrielle Revolution. Aus dem Englischen von Petra Pyka und Thorsten Schmidt Pantheon Verlag, München 2016. ISBN 978-3-570-55345-9.

LiteraturBearbeiten

  • Joachim Dorfs, Claus Larass: „Ich sehe mich fast als Künstler“. Der Davos-Gründer Klaus Schwab. In: Bernd Ziesemer (Hrsg.): Pioniere der deutschen Wirtschaft. Campus, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-38121-4, S. 113–124

WeblinksBearbeiten

EinzelbelegeBearbeiten

  1. Carsten Knop: Vertrauensverlust und Kapitalismuskritik FAZ, 28. Januar 2012
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  3. 改革开放40年,获“中国改革友谊奖章”的十个外国友人是谁_澎湃国际_澎湃新闻-The Paper. Abgerufen am 18. Dezember 2018.