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Karin Keller-Sutter

Schweizer Politikerin
Karin Keller-Sutter, 2019

Karin Maria Keller-Sutter[1] (* 22. Dezember 1963 in Niederuzwil; heimatberechtigt in Jonschwil und Kirchberg SG) ist eine Schweizer Politikerin (FDP). Sie wurde am 5. Dezember 2018 als Nachfolgerin von Johann Schneider-Ammann in den Bundesrat gewählt, wo sie seit dem 1. Januar 2019 als Justizministerin amtet.

BiografieBearbeiten

Karin Keller-Sutter wuchs in Wil im Kanton St. Gallen zusammen mit drei Brüdern in einem ländlichen katholischen Milieu auf. Sie absolvierte ihre Schuljahre in Wil und Neuenburg. Anschliessend liess sie sich an der Dolmetscherschule Zürich (DOZ, heutige ZHAW) zur Übersetzerin und Konferenzdolmetscherin ausbilden. Nach dem Diplom arbeitete sie als selbständige Konferenzdolmetscherin. Zudem absolvierte sie einen einjährigen Studienaufenthalt in London, studierte ein Semester Politikwissenschaft an der Universität Montreal, absolvierte ein Nachdiplomstudium Pädagogik an der Universität Freiburg und war als Berufsmittelschullehrerin tätig.

Keller-Sutter war vor ihrer Wahl in den Bundesrat unter anderem Präsidentin im Verwaltungsrat der Pensimo Fondsleitung AG, Präsidentin der Anlagestiftung Pensimo, Vizepräsidentin der St. Galler Stiftung für Internationale Studien, seit Mai 2013 im Verwaltungsrat der Versicherungsgruppe Bâloise und der ASGA Pensionkasse St. Gallen sowie Präsidentin des Detailhandels-Verbandes Swiss Retail Federation und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. Von 2012 bis 2016 war sie zudem Mitglied im Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe. Nach ihrer Wahl in den Bundesrat ist Karin Keller-Sutter von allen Ämtern zurückgetreten.

Sie ist mit dem Rechtsmediziner Morten Keller verheiratet und lebt in Wil.

PolitikBearbeiten

Karin Keller-Sutter begann ihre politische Karriere von 1992 bis 2000 als Gemeinderätin von Wil; 1997 präsidierte sie den Gemeinderat. Von 1996 bis 2000 war sie Mitglied des Kantonsrats von St. Gallen und zwischen 1997 und 2000 Präsidentin der FDP des Kantons St. Gallen. Seit ihrer Wahl am 12. März 2000 bis Ende Mai 2012 war sie Regierungsrätin. Sie stand dem Sicherheits- und Justizdepartement vor und war Präsidentin der Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD). Im Jahr 2006/07 sowie 2011/12 präsidierte sie die Kantonsregierung. Sie engagierte sich für das neue Asyl- und Ausländergesetz und einen konsequenten Vollzug im Kanton St. Gallen und führte Integrationsvereinbarungen mit Ausländern ein. Sie führte einen besonderen Schutz für Opfer häuslicher Gewalt und einen polizeilichen Jugenddienst ein und erhöhte die Polizeipräsenz im öffentlichen Raum. Sie wurde für ihre harten Massnahmen kritisiert, tritt jedoch für ihre Anliegen dezidiert ein.[2]

Am 19. August 2010 gab sie bekannt, für den durch den Rücktritt von Bundesrat Hans-Rudolf Merz frei werdenden Sitz zu kandidieren. Die Bundesratsersatzwahlen 2010 fanden am 22. September statt, Keller-Sutter wurde jedoch nicht gewählt. Bei den Parlamentswahlen vom 23. Oktober 2011 wurde sie im ersten Wahlgang mit 64,56 Prozent der Stimmen in den Ständerat[3] und am 28. November 2017 einstimmig zu dessen Präsidentin gewählt.[4] Von 2018 bis zu ihrer Wahl in den Bundesrat war sie auch Präsidentin der EU-EFTA-Delegation.[5]

Am 5. Dezember 2018 wurde Keller-Sutter im ersten Wahlgang als Nachfolgerin von Johann Schneider-Ammann in den Bundesrat gewählt.[6] Am 10. Dezember 2018 gab der Bundesrat bekannt, dass Keller-Sutter ab dem 1. Januar 2019 dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) vorstehen wird.[7]

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Karin Keller-Sutter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karin Maria Keller-Sutter. In: Moneyhouse. Abgerufen am 13. April 2018.
  2. Daniel Ryser, Andreas Fagetti: Karin Keller-Sutter: «Das wäre der Dschungel». In: WOZ Die Wochenzeitung. 22. April 2010.
  3. Ergebnisse der Ständeratswahlen vom 23. Oktober 2011 (Memento vom 25. Oktober 2011 im Internet Archive). In: Website des Kantons St. Gallen, abgerufen am 25. Oktober 2011.
  4. De Buman und Keller-Sutter an der Spitze der eidgenössischen Räte. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. November 2018.
  5. Schweizer Exporte legen stark zu, auch in die EU. In: Website der FDP.DieLiberalen, 9. Februar 2018 (Medienmitteilung).
  6. Ersatzwahlen in den Bundesrat – Die Resultate auf einen Blick. 5. Dezember 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018.
  7. Neue Ämter – Überraschend grosse Departements-Rochade im Bundesrat. 10. Dezember 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.
VorgängerAmtNachfolger
Johann Schneider-AmmannMitglied im Schweizer Bundesrat
2019–