Special Olympics

US-amerikanische Organisation

Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Sie ist vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt und darf als einzige Organisation den Ausdruck „Olympics“ weltweit nutzen. Das Ziel von Special Olympics ist es, Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen.

Die Special Olympics Bewegung wurde 1968 von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Leben gerufen. Hintergrund war die Behinderung deren Schwester Rosemary Kennedy nach einer Lobotomie.

Special Olympics ist heute mit 5,2 Millionen Athleten in 174 Ländern vertreten.

Das sportliche Highlight bei Special Olympics sind die Weltspiele, die alle zwei Jahre (im Wechsel Sommer- und Winterspiele) ausgerichtet werden. Am 13. November 2018 wurden die Special Olympics World Games 2023 durch das Präsidium von Special Olympics International (SOI) nach Deutschland/Berlin vergeben. Bei den Special Olympics World Games 2023 werden voraussichtlich rund 7.000 Athleten und Unified Partner aus 170 Nationen in 25 Sportarten teilnehmen. Sie werden von mehr als 3.000 Betreuenden sowie 12.000 Familienmitgliedern begleitet. Veranstalter der Weltspiele in Berlin ist SOI, Ausrichter ist SOD gemeinsam mit dem Land Berlin.

Sportarten der Special OlympicsBearbeiten

Offizielle Sportarten der Special OlympicsBearbeiten

Anerkannte Sportarten der Special OlympicsBearbeiten

Special Olympics World GamesBearbeiten

SommerspieleBearbeiten

Spiele Jahr Ort ungefähre Teilnehmerzahl
1. 1968 Vereinigte Staaten  Chicago, IL 1000
2. 1970 Vereinigte Staaten  Chicago, IL 2000
3. 1972 Vereinigte Staaten  Los Angeles, CA 2500
4. 1975 Vereinigte Staaten  Mount Pleasant, MI 3200
5. 1979 Vereinigte Staaten  Brockport, NY 3500
6. 1983 Vereinigte Staaten  Baton Rouge, LA 4000
7. 1987 Vereinigte Staaten  South Bend, IN 4700
8. 1991 Vereinigte Staaten  Minneapolis-St. Paul, MN 6000
9. 1995 Vereinigte Staaten  New Haven, CT 7000
10. 1999 Vereinigte Staaten  Raleigh / Durham / Chapel Hill, NC 7000
11. 2003 Irland  Dublin 6500
12. 2007 China Volksrepublik  Shanghai 7450
13. 2011 Griechenland  Athen 7000
14. 2015 Vereinigte Staaten  Los Angeles, CA 6500
15. 2019 Vereinigte Arabische Emirate  Abu Dhabi 7000
16. 2023 Deutschland Bundesrepublik  Berlin[1]

WinterspieleBearbeiten

Spiele Jahr Ort ungefähre Teilnehmerzahl
1. 1977 Vereinigte Staaten  Steamboat Springs, CO 500
2. 1981 Vereinigte Staaten  Stowe, VT 600
3. 1985 Vereinigte Staaten  Park City, UT 720
4. 1989 Vereinigte Staaten  Reno, NV / South Lake Tahoe, CA (USA) 1000
5. 1993 Osterreich  Salzburg / Schladming 1600
6. 1997 Kanada  Toronto / Collingwood 2000
7. 2001 Vereinigte Staaten  Anchorage, AK 1834
8. 2005 Japan  Nagano 1800
9. 2009 Vereinigte Staaten  Boise, ID 3000
10. 2013 Korea Sud  Pyeongchang n.a.
11. 2017 Osterreich  Graz / Schladming / Ramsau am Dachstein 2700
12. 2022 Russland  Kasan

Special Olympics in DeutschlandBearbeiten

Special Olympics Deutschland e.V. (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.

Gegründet wurde Special Olympics Deutschland e.V. am 3. Oktober 1991. SOD ist als nicht-olympischer Spitzenverband Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Zu SOD gehören heute mehr als 40.000 Athleten in allen Bundesländern, die in 14 Landesverbänden organisiert sind. Das Angebot von SOD und den Landesverbänden umfasst derzeit mehr als 220 Veranstaltungen jährlich, darunter Landesspiele, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. SOD bietet derzeit auf breitensportlicher Basis insgesamt 26 Einzel- und Mannschaftssportarten an (18 Sommer- und acht Wintersportarten). Ein wirkungsvolles Praxisbeispiel für Inklusion ist Special Olympics Unified Sports.[2] In Unified Teams treiben Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport, trainieren und nehmen an Wettbewerben teil. Entsprechende Angebote gibt es mittlerweile in fast allen Sportarten und bei allen Special Olympics Wettbewerben auf nationaler und Landesebene.

Bis einschließlich 2018 wurden von SOD jährlich abwechselnd Nationale Sommer- und Winterspiele veranstaltet. Seitdem finden Nationale Spiele im zweijährigen Wechsel im Sommer und Winter statt. Mit dem Zuschlag für die Weltspiele 2023 ist auch die Entscheidung über den Austragungsort der Nationalen Sommerspiele 2022 gefallen: Sie werden in Berlin stattfinden und dann auch als Pre-Games ausgetragen.

Der Special Olympics Eid der Athleten lautet „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben“.

Special Olympics ist mehr als Sport und versteht sich als Alltags- und Inklusionsbewegung mit einem ganzheitlichen Angebot. Beispiele hierfür bei SOD:

  • Unified Sports: Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einem Team
  • Gesundheit: Beratungen, Untersuchungen und das Healthy Athletes Programm
  • Akademie: Bildung, Leichte Sprache und Wissenschaft
  • Familien-Services: Aktive Einbeziehung der Familien
  • Führungsverantwortung für Athletinnen und Athleten

Das Ziel von Special Olympics ist es, Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Berlin bekommt Zuschlag für Weltspiele der Special Olympics
  2. Unified Sports

WeblinksBearbeiten

Commons: Special Olympics – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien