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Der Verteidigungshaushalt, auch Verteidigungsbudget oder Verteidigungsetat (auch mit dem Präfix „Wehr-“ oder „Militär-“) genannt, umfasst alle Investitionen und Geldausgaben, die ein Staat über einen eingegrenzten Zeitraum hinweg für strategische Aktivposten tätigt. Erweiterte Definitionen erstrecken sich, neben den Verteidigungshaushalten der souveränen Staaten, auf die Militärausgaben derjenigen wenigen nichtstaatlichen politischen Akteure mit einem konstanten Zugriff auf finanzielle Ressourcen, die ihnen einen flexiblen Gewalteinsatz zu politischen Zwecken erlauben. Dazu zählen vor allem paramilitärische Vereinigungen.

Ein Verteidigungsetat wird meist im jährlichen Turnus veranschlagt, auch wenn viele Investitionen für einen wesentlich längeren Zeitraum vorgesehen sind. Über den seit Jahrzehnten größten Verteidigungshaushalt in einer Größenordnung von mehreren hundert Milliarden US-Dollar pro Jahr verfügen die Vereinigten Staaten.

Ein in regelmäßigen Abständen veranschlagter Verteidigungshaushalt ging, historisch betrachtet, aus dem Übergang von zweckgebunden ausgehobenen oder angeworbenen Streitkräften (beispielsweise Bauernheere respektive Landsknechte) zu stehenden Heeren einher.

Die Konfliktforschung befasst sich mit Verteidigungsausgaben als einem Faktor, der gewalttätige politische Konflikte begünstigen kann, während die Internationalen Beziehungen in einem komparativen Rahmen untersuchen, unter welchen Umständen getätigte Verteidigungsausgaben das Sicherheitsdilemma auslösen, beispielsweise im Rahmen eines Rüstungswettlaufes.

Inhaltsverzeichnis

DefinitionsansätzeBearbeiten

Das Stockholmer Institut für Friedensforschung (SIPRI), ein in den Internationalen Beziehungen anerkanntes Forschungsinstitut, definiert die Finanzierung folgender strategischer Kapazitäten als Verteidigungshaushalt:[1]

Typischerweise umfasst ein Verteidigungshaushalt folgende Aktivposten:

Mangels unmittelbaren Bezuges zum militärischen Zweck eines Verteidigungshaushaltes schließt das SIPRI folgende Posten von seinen Berechnungen aus:

Weltweite EntwicklungBearbeiten

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut beziffert die weltweiten Verteidigungsausgaben auf 1,531 Billionen für das Jahr 2009, was einen Realanstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 49 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 bedeute. Dies entspreche einem Anteil am Weltbruttoinlandsprodukt von 2,7 % und einem Pro-Kopf-Aufwand von 224 US-Dollar. Das größte Wachstum in diesem Bereich verzeichne Osteuropa mit einem Anstieg von 108 Prozent innerhalb von zehn Jahren.[2]

Russland weist geheime oder «geschlossene» Posten bei den Haushaltsausgaben auf, welche sich auf insgesamt 4,6 Prozent des BIP belaufen. „Es ist wahrscheinlich, dass hier nicht Ausgaben für Bildung oder Gesundheit verschleiert werden sollen, sondern weitere Aufwendungen für militärische Zwecke und Geheimdienstoperationen.“ meinte die NZZ im 2015.[3]

2008Bearbeiten

Laut SIPRI brachten die Vereinigten Staaten von den weltweiten Verteidigungsausgaben im Jahr 2008 43 % auf, gefolgt von der Volksrepublik China mit 6,6 %, Frankreich mit 4,2 % und dem Vereinigten Königreich mit 3,8 %.[2]

Die untere Tabelle gibt die Schätzung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts über den Verteidigungsetat 2008 der 15 Staaten mit den größten Verteidigungsetats der Welt wieder.[4]

Rang Land Ausgaben (in Milliarden US-Dollar)[A 1] Anteil an weltweiten Ausgaben[A 1] Pro-Kopf-Ausgaben (in US-Dollar)[A 1] Anteil am Bruttoinlandsprodukt (2007)[A 1] Veränderung gegenüber 1999 (in %)
1 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 000000000000607.0000000000607 000000000000041.500000000041,5 000000000001967.00000000001.967 000000000000004.00000000004,0 000000000000066.500000000066,5
2 China Volksrepublik  Volksrepublik China 000000000000084.9000000000(84,9) 000000000000005.8000000000(5,8) 000000000000063.0000000000(63) 000000000000002.0000000000(2,0) 000000000000194.0000000000194
3 Frankreich  Frankreich 000000000000065.700000000065,7 000000000000004.50000000004,5 000000000001061.00000000001.061 000000000000002.30000000002,3 000000000000003.50000000003,5
4 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 000000000000065.300000000065,3 000000000000004.50000000004,5 000000000001070.00000000001.070 000000000000002.40000000002,4 000000000000020.700000000020,7
5 Russland  Russland 000000000000058.6000000000(58,6) 000000000000004.0000000000(4,0) 000000000000413.0000000000(413) 000000000000003.5000000000(3,5) 000000000000173.0000000000173
6 Deutschland  Deutschland 000000000000046.800000000046,8 000000000000003.20000000003,2 000000000000568.0000000000568 000000000000001.30000000001,3 000000000000-1-1.000000000−11,0
7 Japan  Japan 000000000000046.300000000046,3 000000000000003.20000000003,2 000000000000361.0000000000361 000000000000000.90000000000,9 00000000000000-1.700000000−1,7
8 Italien  Italien 000000000000040.600000000040,6 000000000000002.80000000002,8 000000000000689.0000000000689 000000000000001.80000000001,8 000000000000000.40000000000,4
9 Saudi-Arabien  Saudi-Arabien 000000000000038.200000000038,2 000000000000002.60000000002,6 000000000001511.00000000001.511 000000000000009.30000000009,3 000000000000081.500000000081,5
10 Indien  Indien 000000000000030.000000000030,0 000000000000002.10000000002,1 000000000000025.000000000025 000000000000002.50000000002,5 000000000000044.100000000044,1
11 Korea Sud  Südkorea 000000000000024.200000000024,2 000000000000001.70000000001,7 000000000000501.0000000000501 000000000000002.70000000002,7 000000000000051.500000000051,5
12 Brasilien  Brasilien 000000000000023.300000000023,3 000000000000001.60000000001,6 000000000000120.0000000000120 000000000000001.50000000001,5 000000000000029.900000000029,9
13 Kanada  Kanada 000000000000019.300000000019,3 000000000000001.30000000001,3 000000000000581.0000000000581 000000000000001.20000000001,2 000000000000037.400000000037,4
14 Spanien  Spanien 000000000000019.200000000019,2 000000000000001.30000000001,3 000000000000430.0000000000430 000000000000001.20000000001,2 000000000000037.700000000037,7
15 Australien  Australien 000000000000018.400000000018,4 000000000000001.30000000001,3 000000000000876.0000000000876 000000000000001.90000000001,9 000000000000038.600000000038,6

Anmerkung: [A 1]

  1. a b c d e Angaben in Klammern sind Schätzungen, während das saudische Verteidigungsbudget möglicherweise Ausgaben für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung enthält und damit unter Umständen überschätzt wurde.

2011Bearbeiten

Platz Land Ausgaben 2011
(in Milliarden US-Dollar)
1 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 739
2 China Volksrepublik  Volksrepublik China 89,8
3 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 62,7
4 Frankreich  Frankreich 58,8
5 Japan  Japan 58,4
6 Russland  Russland 52,7
7 Saudi-Arabien  Saudi-Arabien 46,2
8 Deutschland  Deutschland 44,2
9 Indien  Indien 37,3
10 Brasilien  Brasilien 36,6

2013Bearbeiten

Daten nach Angaben von SIPRI[5][6]
Rang Land Ausgaben Anteil am BIP Entwicklung 2004–13
1 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 640 Mrd. US-Dollar 3,8 % 12 %
2 China Volksrepublik  Volksrepublik China 188 Mrd. US-Dollar 2,0 % 170 %
3 Russland  Russland 87,8 Mrd. US-Dollar 4,1 % 108 %
4 Saudi-Arabien  Saudi-Arabien 67,0 Mrd. US-Dollar 9,3 % 118 %
5 Frankreich  Frankreich 61,2 Mrd. US-Dollar 2,2 % 6,4 %
6 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 57,9 Mrd. US-Dollar 2,3 % 2,5 %
7 Deutschland  Deutschland 48,8 Mrd. US-Dollar 1,4 % 3,8 %
8 Japan  Japan 48,6 Mrd. US-Dollar 1,0 % 0,2 %
9 Indien  Indien 47,4 Mrd. US-Dollar 2,5 % 45 %
10 Korea Sud  Südkorea 33,9 Mrd. US-Dollar 2,8 % 42 %
11 Italien  Italien 32,7 Mrd. US-Dollar 1,6 % 26 %
12 Brasilien  Brasilien 31,5 Mrd. US-Dollar 1,4 % 48 %
13 Australien  Australien 24,0 Mrd. US-Dollar 1,6 % 19 %
14 Turkei  Türkei 19,1 Mrd. US-Dollar 2,3 % 13 %
15 Vereinigte Arabische Emirate  Vereinigte Arabische Emirate 19,0 Mrd. US-Dollar 4,7 % 85 %

Kursive Daten sind Schätzungen. Daten der V.A.E. betreffen das Jahr 2012.in konstanten Preisen von 2012

2016Bearbeiten

Daten nach Angaben von SIPRI[7]

Rang Land Ausgaben Anteil am BIP
1 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 611,2 Mrd. US-Dollar 3,3 %
2 China Volksrepublik  Volksrepublik China 215,7 Mrd. US-Dollar 1,9 %
3 Russland  Russland 69,2 Mrd. US-Dollar 5,3 %
4 Saudi-Arabien  Saudi-Arabien 63,7 Mrd. US-Dollar 10,0 %
5 Indien  Indien 55,9 Mrd. US-Dollar 2,5 %
6 Frankreich  Frankreich 55,7 Mrd. US-Dollar 2,3 %
7 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 48,3 Mrd. US-Dollar 1,9 %
8 Japan  Japan 46,1 Mrd. US-Dollar 1,0 %
9 Deutschland  Deutschland 41,1 Mrd. US-Dollar 1,2 %
10 Korea Sud  Südkorea 36,8 Mrd. US-Dollar 2,7 %
11 Italien  Italien 27,9 Mrd. US-Dollar 1,5 %
12 Australien  Australien 24,3 Mrd. US-Dollar 2,0 %
13 Brasilien  Brasilien 22,8 Mrd. US-Dollar 1,3 %
14 Vereinigte Arabische Emirate  Vereinigte Arabische Emirate 22,8 Mrd. US-Dollar 5,7 %
15 Israel  Israel 17,8 Mrd. US-Dollar 5,8 %
16 Kanada  Kanada 17,8 Mrd. US-Dollar 1,0 %
17 Spanien  Spanien 14,9 Mrd. US-Dollar 1,2 %
18 Turkei  Türkei 14,9 Mrd. US-Dollar 2,0 %
19 Iran  Iran 12,3 Mrd. US-Dollar 3,0 %
20 Algerien  Algerien 10,6 Mrd. US-Dollar 6,7 %

DeutschlandBearbeiten

 
Verteidigungsetat (West-)Deutschlands von 1950 bis 2003
 
Verteidigungsetat Deutschlands nach Anteil am BIP

Kalter KriegBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte Deutschland zunächst über keine Streitkräfte und damit auch über keinen Verteidigungshaushalt. Der Aufbau von Streitkräften erfolgte in der DDR zunächst nominell in Form von Polizeikräften (ab 1948, „Bereitschaften der Volkspolizei“, ab 1952: Kasernierte Volkspolizei). In der Bundesrepublik entstand 1950 das Amt Blank zur Vorbereitung der Wiederbewaffnung. Die Kosten dieser Organisationen wurden nicht als Verteidigungshaushalt ausgewiesen. Ab 1955/56 bestanden mit Bundeswehr bzw. NVA wieder deutsche Streitkräfte. Bedingt durch die Umstände des Kalten Krieges stiegen die Verteidigungsetats beider deutscher Staaten Ende der 1950er-Jahre stark an. 1960 umfasste der Verteidigungsetat der Bundesrepublik Deutschland 7,45 Milliarden DM (3,81 Milliarden Euro) und der Anteil am Bundeshaushalt betrug 24,6 Prozent.

Mit dem Mauerbau stabilisierten sich die Rüstungsausgaben im Westen. Die Rüstungsausgaben in der DDR stiegen jedoch weiter an. 1968 wurde der Verteidigungsetat um 60 % erhöht.[8] Die offizielle Entspannungspolitik der 1970er-Jahre hinterließ im Verteidigungsetat keine Spuren. Die größten Steigerungsraten des Verteidigungshaushaltes fallen in diese Zeit. Erst mit dem Antritt der Regierung Helmut Kohl sanken die prozentualen Steigerungsraten im Haushalt des Verteidigungsministers wieder. 1990 betrug der Verteidigungsetat einschließlich des NVA-Haushaltes für das 2. Halbjahr rund 57,54 Milliarden DM (29,42 Milliarden Euro). Der Anteil am Bundeshaushalt lag bei 15,1 Prozent.

FriedensdividendeBearbeiten

Nach der Wende kam es zu einer massiven Kürzung des Verteidigungsetats. Wegen des Wegfalls der Bedrohung durch den Warschauer Pakt konnte die NVA in die Bundeswehr integriert und der Personalbestand der Bundeswehr massiv gekürzt werden. Man spricht von der „Friedensdividende“. In den Jahren bis 1997 kam es jährlich zu deutlichen Kürzungen. Auch in den Folgejahren sank der Verteidigungshaushalt inflationsbereinigt nahezu jedes Jahr.

1999Bearbeiten

Der Verteidigungshaushalt 1999 betrug 47,52 Milliarden DM (24,30 Milliarden Euro), davon entfielen:

  • 50,24 Prozent bzw. 23,84 Milliarden DM (12,19 Milliarden Euro) auf die Personalausgaben
  • 15,61 Prozent bzw. 7,42 Milliarden DM (3,79 Milliarden Euro) auf die militärischen Beschaffungen
  • 15,19 Prozent bzw. 7,22 Milliarden DM (3,69 Milliarden Euro) auf die sonstigen Betriebsausgaben
  • 8,79 Prozent bzw. 4,18 Milliarden DM (2,14 Milliarden Euro) auf Materialerhaltung und -betrieb
  • 5,30 Prozent bzw. 2,52 Milliarden DM (1,29 Milliarden Euro) auf Forschung, Entwicklung und Erprobung
  • 3,94 Prozent bzw. 1,87 Milliarden DM (0,96 Milliarden Euro) auf die militärischen Anlagen
  • 0,93 Prozent bzw. 0,44 Milliarden DM (0,23 Milliarden Euro) auf sonstige Investitionen.

Das entsprach einem Anteil von 74,22 Prozent bzw. 35,27 Milliarden DM (18,03 Milliarden Euro) für die Betriebskosten und 25,78 Prozent bzw. 12,25 Milliarden DM (6,26 Milliarden Euro) für verteidigungsinvestive Ausgaben (Entwicklung und Beschaffung neuer Ausrüstung).

2006Bearbeiten

2006 umfasste der Verteidigungsetat 27,87 Mrd Euro, was eine Erhöhung um 0,5 % (150 Mio. Euro) gegenüber 2005 bedeutete. Die oppositionelle CDU/CSU-Fraktion hatte durch Angela Merkel und Michael Glos in ihrem Antrag 15/2388[9] von der Bundesregierung verlangt, den Verteidigungshaushalt ab 2005 „substanziell“ aufzustocken.

2007Bearbeiten

Für 2007 war ein Verteidigungsetat von 28,38 Mrd. Euro vorgesehen und somit 480 Mio. Euro mehr als 2006. Die Erhöhung des Etats wurde in der Politik mit den steigenden Belastungen, vor allem durch die Auslandseinsätze und durch die Mehrwertsteuererhöhung von drei Prozent 2006 begründet, wodurch mehr Geld für die Bundeswehr benötigt würde. Real betrachtet sank der Verteidigungsetat 2007 im Vergleich zu 2006, denn die Erhöhung von 480 Mio. Euro lag unter der Inflationsrate für dieses Jahr.[10]

2008Bearbeiten

Der Verteidigungshaushalt im Jahre 2008 betrug 29,45 Milliarden Euro.[11]

2009Bearbeiten

Der Verteidigungshaushalt im Jahre 2009 betrug 31,18 Milliarden Euro.[12]

2010Bearbeiten

Der Verteidigungshaushalt im Jahre 2010 betrug 31,11 Milliarden Euro.

2011Bearbeiten

Aus dem Bundeshaushalt für das Jahr 2011, welcher am 26. November 2010 verabschiedet wurde, erhält das Bundesministerium der Verteidigung 31,55 Milliarden Euro, was ca. 10,3 % des Gesamthaushaltes der Bundesrepublik Deutschland entspricht (305,8 Milliarden Euro). Außerdem nimmt das Bundesministerium der Verteidigung im Jahr 2011 geschätzte 223,7 Millionen Euro durch eigene Kindertagesstätten, Geldstrafen, ärztliche Versorgung von Nichtsoldaten, Verkauf oder Vermietung von Material und Liegenschaften ein. Diese Einnahmen stehen größtenteils nicht zur freien Verfügung, sondern sind zweckgebunden. Die festen Ausgaben verteilen sich auf sechs Säulen:

  • Personalausgaben (16,53 Milliarden Euro, ca. 52 %)
  • Sächliche Verwaltungsausgaben (4,20 Milliarden Euro, ca. 13 %)
  • Militärische Beschaffungen, Anlagen usw. (10,43 Milliarden Euro, ca. 33 %)
  • Zuweisungen und Zuschüsse (0,99 Milliarden Euro, ca. 0,31 %)
  • Ausgaben für Investitionen (0,18 Milliarden Euro, ca. 0,05 %)
  • Besondere Finanzierungsausgaben (−0,78 Milliarden Euro, ca. −0,25 %)

(Nachweise bzw. Quellen siehe unter[13])

2012Bearbeiten

Der Entwurf des Verteidigungshaushalts für 2012 sieht Ausgaben in Höhe von 31,7 Milliarden Euro vor. Diese teilen sich auf in:

  • Personalausgaben (14,92 Milliarden Euro)
  • Sächliche Verwaltungsausgaben (4,99 Milliarden Euro)
  • Militärische Beschaffungen, Anlagen usw. (10,59 Milliarden Euro)
  • Zuweisungen und Zuschüsse (1,02 Milliarden Euro)
  • Ausgaben für Investitionen (0,16 Milliarden Euro)

Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Ausgaben um 0,42 Prozent (was aufgrund der Inflation einer realen Abnahme entspricht). Mit einem Anteil von 10,35 Prozent ist der Verteidigungsetat der drittgrößte Ausgabenposten nach dem Bereich Arbeit und Soziales sowie der Bundesschuld.

(Nachweise bzw. Quellen siehe unter[14])

2013Bearbeiten

Der Einzelplan 14 sieht für 2013 einen Umfang des Verteidigungsbudgets in Höhe von 33,26 Milliarden Euro vor. Die Gewichtung und Verteilung auf fünf Hauptbereiche ändert sich gegenüber 2012 nicht:

  • Personalausgaben (15,77 Milliarden Euro)
  • Sächliche Verwaltungsausgaben (5,88 Milliarden Euro)
  • Militärische Beschaffungen, Anlagen usw. (10,37 Milliarden Euro)
  • Zuweisungen und Zuschüsse (1,07 Milliarden Euro)
  • Ausgaben für Investitionen (0,17 Milliarden Euro)

Im Vergleich zu 2012 steigt der Verteidigungshaushalt somit um 4,99 Prozent.

2014Bearbeiten

Der Haushalt für 2014 umfasst 32,44 Milliarden Euro. Im Einzelnen:

  • Personalausgaben (15,69 Milliarden Euro)
  • Sächliche Verwaltungsausgaben (5,88 Milliarden Euro)
  • Militärische Beschaffungen, Anlagen usw. (9,96 Milliarden Euro)
  • Zuweisungen und Zuschüsse (1,13 Milliarden Euro)
  • Ausgaben für Investitionen (0,17 Milliarden Euro)
  • Besondere Finanzierungsausgaben (-0,40 Milliarden Euro)

Im Vergleich zu 2013 sinkt der Verteidigungshaushalt somit um 2,5 Prozent.

2015Bearbeiten

Der Haushalt für 2015 umfasst 32,97 Milliarden Euro. Im Einzelnen:

  • Personalausgaben (16,37 Milliarden Euro)
  • Sächliche Verwaltungsausgaben (5,73 Milliarden Euro)
  • Militärische Beschaffungen, Anlagen usw. (9,52 Milliarden Euro)
  • Zuweisungen und Zuschüsse (1,15 Milliarden Euro)
  • Ausgaben für Investitionen (0,20 Milliarden Euro)

Im Vergleich zu 2014 steigt der Verteidigungshaushalt somit um 1,6 Prozent.

2016Bearbeiten

Der Haushalt für 2016 umfasst 34,29 Milliarden Euro.[15]

2017Bearbeiten

Der Haushalt für 2017 umfasst rund 37 Milliarden Euro.[16]

2018Bearbeiten

Der Haushalt für 2018 umfasst 38,52 Milliarden Euro, eine Steigerung von 1,6 Milliarden Euro zum Vorjahr.[17][18]

2019Bearbeiten

Der Haushalt für 2019 umfasst rund 43,2 Milliarden Euro.[19][20]

ChinaBearbeiten

  • März 2004 bis März 2005: 245 Mrd. Yuan (26,7 Mrd. Euro)
  • März 2005 bis März 2006: 281 Mrd. Yuan (30,7 Mrd. Euro)
  • März 2006 bis März 2007: 283,8 Mrd. Yuan (31 Mrd. Euro)[21]
  • März 2007 bis März 2008: 350,9 Mrd. Yuan (38,3 Mrd. Euro)[22]
  • März 2008 bis März 2009: 375,75 Mrd. Yuan (41 Mrd. Euro)[23]
  • März 2009 bis März 2010: 472,87 Mrd. Yuan (51,6 Mrd. Euro)[24]
  • März 2010 bis März 2011: 532 Mrd. Yuan (58 Mrd. Euro)[25]
  • März 2011 bis März 2012: 601 Mrd. Yuan (65,6 Mrd. Euro)[26]

Viele Militärausgaben werden in China allerdings durch andere Haushaltsposten abgedeckt. Die genauen Ausgaben für das Militär werden nicht bekannt gegeben. Der tatsächliche Verteidigungsetat wird auf das zwei- bis dreifache geschätzt.

FrankreichBearbeiten

 
Schema zum Verteidigungsetat Frankreichs zwischen 1988 und 2003
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Textuelle Beschreibung des Verteidigungsetas Frankreichs fehlt, sowie die Angaben der Währung und aktuelle Zahlen
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Zirka 10 % des französischen Wehretats fließen allein in die Force de frappe (Atomstreitkräfte). Da diese auf 3 Milliarden geschätzt werden, dürften die absoluten Ausgaben bei ungefähr 30 Milliarden liegen.

Vereinigte StaatenBearbeiten

Unter der Regierung von George W. Bush wurde der Verteidigungsetat der Vereinigten Staaten nach 2001 stark angehoben. Die Anhebung wird als maßgebliche Ursache für die Haushaltsdefizite der letzten Jahre gesehen. Der noch positive Haushaltssaldo im Jahr 2001 von 127 Mrd. Dollar kippte bereits 2002 ins Negative. 2002 lag das Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten bereits bei 158 Mrd. Dollar und 2005 bei 427 Mrd. Dollar. Laut aktuellen Schätzungen kostete z. B. der Irak-Krieg bis heute über 5 Billionen Dollar.[27]

 
Historische Entwicklung des US-Verteidigungsetats 2001–2012
Jahr Verteidigungsetat
2000 375,9 Mrd. USD
2001 378,9 Mrd. USD
2002 425,5 Mrd. USD
2003 484,3 Mrd. USD
2004 527,8 Mrd. USD
2005 553 Mrd. USD
2006 561,6 Mrd. USD
2007 576,3 Mrd. USD
2008 618,9 Mrd. USD
2009 668,6 Mrd. USD
2010 687,1 Mrd. USD
2011 698,3 Mrd. USD
2012 662 Mrd. USD (geplant)[28]
2015 577 Mrd. USD (gebilligt)
2016 611 Mrd. USD (gem. SIPRI)[29]
2019 716 Mrd. USD[30]

Neutrale StaatenBearbeiten

Finnland, 2010: 2,7 Mrd. Euro
Österreich, 2010: 2,5 Mrd. Euro
Schweden, 2010: 40,664 Mrd. Kronen (ca. 4,4 Mrd. Euro)
Schweiz, 2010: 4,813 Mrd. Franken (ca. 4,8 Mrd. Euro)

Griechenland und die TürkeiBearbeiten

Die Militärausgaben[31] zwischen 2003 und 2012 in US-Dollar:

Militärbudget
Turkei  Türkei Griechenland  Griechenland
Jahr in Mio. USD in %/BIP in Mio. USD in %/BIP
2012 000000000018184.000000000018.184 2,3 % 000000000006972.00000000006.972 2,5 %
2011 000000000017906.000000000017.906 2,3 % 000000000006709.00000000006.709 2,2 %
2010 000000000017690.000000000017.690 2,4 % 000000000008869.00000000008.869 2,7 %
2009 000000000017275.000000000017.275 2,6 % 000000000011455.000000000011.455 3,3 %
2008 000000000016119.000000000016.119 2,3 % 000000000010995.000000000010.995 3,1 %
2007 000000000015924.000000000015.924 2,3 % 000000000009891.00000000009.891 2,8 %
2006 000000000016511.000000000016.511 2,5 % 000000000009898.00000000009.898 2,9 %
2005 000000000015799.000000000015.799 2,5 % 000000000009520.00000000009.520 2,9 %
2004 000000000016689.000000000016.689 2,8 % 000000000008804.00000000008.804 2,7 %
2003 000000000018287.000000000018.287 3,4 % 000000000008008.00000000008.008 2,6 %

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stockholm International Peace Research Institute: The SIPRI definition of military expenditure. (Memento des Originals vom 15. Juli 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sipri.org In: Stockholm International Peace Research Institute: Military Spending and Armament. Zugriff: 12. Juli 2009.
  2. a b Stockholm International Peace Research Institute: Recent trends in military expenditure. (Memento des Originals vom 2. September 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sipri.org (Zugriff am 9. März 2011).
  3. Russlands imperialer Irrweg. In: NZZ. 19. Juni 2015
  4. Stockholm International Peace Research Institute: The 15 major spender countries in 2008 (table). In: Stockholm International Peace Research Institute. Military Spending and Armament. Zugriff am 14. Juli 2009.
  5. SIPRI.org: Trends in world military expenditure, 2013 Sam Perlo-Freeman and Carina Solmirano. (Memento des Originals vom 12. Juli 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/books.sipri.org (PDF) vom 14. April 2014.
  6. Sam Perlo-Freeman, Carina Solmirano: TRENDS IN WORLD MILITARY EXPENDITURE, 2013 (Archivversion). (PDF) Sipri Fact Sheet, April 2014, abgerufen am 23. Dezember 2017 (englisch).
  7. World Military Spending 2017. (PDF) In: SIPRI. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  8. Von ZEIT zu ZEIT. In: Die Zeit. 22. Dezember 1967 Nr. 51.
  9. dipbt.bundestag.de (PDF).
  10. Quelle des Abschnittes 2007: Entsprechende Seite auf der Homepage des Bundesministerium der Verteidigung
  11. BMF: Haushalt 2008 – Einzelplan 14 (Memento des Originals vom 22. September 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesfinanzministerium.de (PDF).
  12. BMF: Haushalt 2009 – Einzelplan 14 (Memento des Originals vom 30. Januar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesfinanzministerium.de (PDF).
  13. Einzelplan 14 (Memento des Originals vom 9. Juli 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmvg.de (PDF).
  14. Datenblatt Entwurf Haushaltsgesetz 2012. (PDF; 13,2 MB) In: www.bundestag.de. 12. August 2011, abgerufen am 13. November 2011.
  15. Gesetzüber die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2016 (Haushaltsgesetz 2016): Gesamtplan - Teil I: Haushaltsübersicht Abrufbar über bundeshaushalt.de (Seite 16)
  16. Stefan Bayer: Der Verteidigungshaushalt – Trendwende bei den Verteidigungsausgaben? In: bpb.de. Bundeszentrale für politische Bildung, 17. Juni 2017, abgerufen am 6. Juni 2019.
  17. Gesetz über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2018, Gesamtplan - Teil I: Haushaltsübersicht. Abrufbar über bundeshaushaltsplan.de (Seite 16)
  18. Bun­des­haus­halt 2018. In: bundesfinanzministerium.de. Bundesministerium der Finanzen, 28. Juni 2017, abgerufen am 6. Juni 2019.
  19. Bundeshaushaltsplan 2019. Einzelplan 14. Bundesministerium der Verteidigung. In: bmvg.de. Bundesministerium der Verteidigung, abgerufen am 6. Juni 2019.
  20. Verteidigungshaushalt: Verteidigungshaushalt 2019. In: bmvg.de. Bundesministerium der Verteidigung, abgerufen am 6. Juni 2019.
  21. China rüstet auf und droht Taiwan. wiwo.de, 4. März 2006, abgerufen am 4. März 2011.
  22. Chinas Verteiligunsbudget für 2007 auf gleichem Niveau der vergangenen Jahre. CRIonline, 4. März 2007, abgerufen am 4. März 2011.
  23. China verschreckt Pentagon. Tagesspiegel, 4. März 2008, abgerufen am 4. März 2011.
  24. Chinas Verteiligungsetat steigt 2009 leicht. China Botschaft, 5. März 2009, abgerufen am 4. März 2011.
  25. Chinesisches Militärs: Wollen Amerika nicht herausfordern. faz.net, 4. März 2010, abgerufen am 4. März 2011.
  26. China erhöht Militärausgaben. Die Zeit, 4. März 2011, abgerufen am 4. März 2011.
  27. Henning Hoff: Der Drei-Billionen-Krieg. In: ZEIT Online. 26. Februar 2008, abgerufen am 6. Juni 2019.
  28. Obama billigt US-Militärbudget unter Protest@1@2Vorlage:Toter Link/www.stern.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. stern.de Nachrichtenticker, 1. Januar 2012, abgerufen 6. Januar 2012.
  29. Military expenditure by country, in constant (2017) US$ m.,. In: sipri.org. Stockholm International Peace Research Institute, 2018, S. 17, abgerufen am 6. Juni 2019 (englisch).
  30. USA: Donald Trump unterzeichnet Verteidigungsetat. In: ZEIT Online. 14. August 2018, abgerufen am 6. Juni 2019.
  31. sipri.org