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Macau

Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China

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中華人民共和國澳門特別行政區 (chinesisch)
Região Administrativa Especial de Macau da República Popular da China (portugiesisch)

Jūng'wàh Yàhnmàhn Guhng'wòhgwok Oumún Dahkbiht Hàhngjingkēui (kantonesisch)
Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó Àomén Tèbié Xíngzhèngqū (Mandarin)
Sonderverwaltungszone Macau der Volksrepublik China
Flagge Macaus
Wappen Macaus
Flagge Emblem
Amtssprache Chinesisch (Hochchinesisch, Kantonesisch), Portugiesisch[1]
Regierungssystem Sonderverwaltungszone
Regierungschef Chefadministrator
Fernando Chui
Fläche 30,3[2] km²
Einwohnerzahl 646.800 (Schätzung 31. Dezember 2015)[3]
Bevölkerungsdichte 20.997 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nom.)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[4]
  • $ 44,11 Milliarden (84.)
  • $ 62,36 Milliarden (102.)
  • $ 67.079 (4.)
  • $ 95.151 (3.)
Währung Pataca
Nationalhymne China VolksrepublikVolksrepublik China Marsch der Freiwilligen
Zeitzone UTC+8
ISO 3166 MO, MAC, 446
Internet-TLD .mo, .澳門 und .澳门
Telefonvorwahl +853
Macau Location.png

Macau (chinesisch 澳門 / 澳门, Pinyin Àomén, Jyutping Ou3mun4*2, englisch Macao; portugiesisch Macau) ist eine etwa 50 Kilometer westlich von Hongkong gelegene Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China. Bis 1999 war es eine portugiesische Kolonie. Macau ist reich an Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit. Die Haupterwerbsquellen sind das dort legale Glücksspiel und der damit in Zusammenhang stehende Tourismus aus Hongkong und Festlandchina, weshalb Macau oft auch als Monte-Carlo des Ostens oder Las Vegas des Ostens bezeichnet wird.

Der volle Name Macaus lautet im Kantonesischen Jūng'wàh Yàhnmàhn Guhng'wòhgwok Oumún Dahkbiht Hàhngjingkēui bzw. im Hochchinesischen Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó Àomén Tèbié Xíngzhèngqū (中華人民共和國澳門特別行政區 / 中华人民共和国澳门特别行政区Audio-Datei / Hörbeispiel anhören (hochchinesisch)?/iAudio-Datei / Hörbeispiel anhören (kantonesisch)?/i) und in der portugiesischen Sprache (Audio-Datei / Hörbeispiel Região Administrativa Especial de Macau da República Popular da China?/i).

Das Wachstum der chinesischen Mittelklasse und der daraus resultierende Tourismus haben einen rasanten Wirtschaftsboom in Macau ausgelöst. Als unabhängiger Staat gezählt wäre Macau gemessen am Pro-Kopf-BIP das viertreichste Land der Welt.[5]

Gemessen am Index der menschlichen Entwicklung zählt Macau zu den sehr hoch entwickelten Staaten.

GeografieBearbeiten

LandschaftBearbeiten

 
Luftbild der Halbinsel Macau
 
Lago Nam Van

Macau liegt im Mündungsdelta des Perlflusses. Das Gebiet der heutigen Sonderverwaltungszone bestand ursprünglich aus drei Inseln. Durch Landaufschüttungen wurden die Inseln Taipa und Coloane miteinander sowie Macau mit dem Festland verbunden. Die Inseln sind mit der Halbinsel und dem Festland über mehrere Brücken verbunden.

Sowohl die Halbinsel als auch der Inselbereich bestehen aus kleinen Granithügeln umgeben von Flachlandgebieten. Bevor die Hügel für Feuer- und Bauholz gerodet wurden, bestand die ursprüngliche Vegetation aus immergrünem tropischem Regenwald.[6] Der höchste Punkt ist mit 172,5 Metern der Alto de Coloane auf Coloane.

KlimaBearbeiten

Macau
Klimadiagramm
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18
 
 
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14
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: www.wetterkontor.de. Abgerufen am 27. Februar 2014.
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Macau
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 17,5 17,5 20,4 24,2 28,2 30,1 31,5 31,2 30,0 27,2 24,6 20,4 Ø 25,3
Min. Temperatur (°C) 11,9 12,8 15,9 19,9 23,7 25,5 26,3 25,9 24,8 22,2 17,7 13,6 Ø 20
Niederschlag (mm) 30,2 53,2 77,6 196,0 347,4 350,8 251,9 323,4 213,7 121,1 39,2 26,9 Σ 2.031,4
Sonnenstunden (h/d) 4,7 3,1 2,8 3,3 5,2 5,7 7,9 6,9 6,4 6,5 6,2 5,8 Ø 5,4
Wassertemperatur (°C) 17 16 17 20 24 26 27 27 27 26 23 19 Ø 22,4
Luftfeuchtigkeit (%) 74 82 85 87 86 85 82 82 79 74 70 69 Ø 79,6
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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121,1
39,2
26,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: www.wetterkontor.de. Abgerufen am 27. Februar 2014.

Teils tropische Einflüsse verleihen Macau ein trocken-feuchtes Monsunklima. Vier Fünftel der durchschnittlichen Regenmenge von 2.120 mm/m² fallen in der regenreichen Sommerzeit (April bis September), wenn der südwestliche Monsun bläst. Die Temperaturen reichen von 15 °C im Winter bis durchschnittlich 29 °C im Sommer. Abgesehen vom Regen sind die Sommermonate heiß, feucht und unangenehm. Die Wintermonate sind dagegen etwas kühler, weniger feucht und erträglicher.[6]

GeschichteBearbeiten

 
Landkarte von Macau, Kanton und Hongkong; um 1890
 
Die Ruinen der 1835 zerstörten Pauluskirche, das Wahrzeichen von Macau; 2013

Die Geschichte Macaus ist mindestens 6.000 Jahre alt. Der Ort wurde ursprünglich von chinesischen Fischern und Bauern besiedelt und Mitte des 16. Jahrhunderts an das Königreich Portugal verpachtet. In der Folgezeit entwickelte sich die Stadt im Rahmen des Chinahandels zu einem der bedeutendsten Warenumschlagplätze zwischen Asien und Europa. Der Handel mit Seide, Gewürzen und Tee florierte und verschaffte Macau großen Wohlstand.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann ein über 150 Jahre währender Streit zwischen China und Portugal über den politischen und juristischen Status Macaus. 1845 erklärte Portugal einseitig Macau zu seinem Freihafen. Zur gleichen Zeit annektierte Großbritannien die nur 62 Kilometer von Macau entfernte Insel Hongkong, an welche Macau seine Vormachtstellung im Asienhandel verlor. Auf internationalen Druck musste das Kaiserreich China 1887 die dauerhafte Besetzung und Regierung Macaus durch Portugal anerkennen. Ab 1892 verweilte der Reformer Sun Yat-sen in der Stadt, so dass Macau zu einem der wichtigsten Ausgangspunkte der chinesischen Revolution wurde.

Um diese Zeit entwickelte sich Macau in nahezu allen wirtschaftlichen Bereichen zu einem Anhängsel der benachbarten britischen Kolonie. Im Gegensatz zu Hongkong lebten, von wenigen zeitlichen Ausnahmen abgesehen, die chinesischen und portugiesischen Einwohner der Stadt in einer Symbiose, die für beide Seiten vorteilhaft war. Kompromissbereite Verhandlungen über die Rückgabe der Stadt an China fanden bereits ab 1928 zwischen Portugal und der Republik China statt, blieben jedoch im Zuge des Chinesischen Bürgerkriegs sowie des Japanisch-Chinesischen Kriegs ergebnislos.

Aufgrund der portugiesischen Neutralitätspolitik blieb Macau während des Zweiten Weltkriegs von japanischen Truppen unbesetzt. In dieser Zeit nahm die Stadt viele Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten auf. Nach dem Krieg erklärte der portugiesische Präsident António de Oliveira Salazar einseitig per Dekret Macau zur Überseeprovinz und integralem Bestandteil Portugals, obwohl die Alliierten der Republik China 1943 eine Rückgabe sämtlicher Häfen an der chinesischen Küste zugesichert hatten.

Nach Gründung der Volksrepublik China 1949 forderte auch die neue kommunistische Regierung in Peking die Rückgabe Macaus, konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da Portugal den Alleinvertretungsanspruch Festlandchinas nicht anerkannte. Eine Lösung der „Macau-Frage“ wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Am 31. Juli 1963 wies der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Konstruktion der portugiesischen Überseeprovinzen in der UN-Resolution 180 als völkerrechtswidrig zurück.

1966 und 1974 unterbreitete Portugal der Volksrepublik China konkrete Angebote zur Rückgabe Macaus an China. Voraussetzung für die völkerrechtliche Verbindlichkeit derartiger Staatsverträge wäre die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Portugal und der Volksrepublik China gewesen, was jedoch von der portugiesischen Regierung, die stattdessen die Republik China in Taiwan als alleinige Regierung ganz Chinas betrachtete, abgelehnt wurde. Erst 1979 erkannte Portugal die Volksrepublik China auf Grundlage der UN-Resolution 2758 von 1971 als einzig rechtmäßigen Vertreter des chinesischen Volks an.

Damit wurde der Weg einer für beide Seiten akzeptablen Rückgabe auf der Basis des von Deng Xiaoping entworfenen Wiedervereinigungskonzepts „Ein Land, zwei Systeme“ frei. Die Aufnahme offizieller bilateraler Gespräche erfolgte 1985, ein Jahr nachdem die britische Regierung der Rückgabe Hongkongs für das Jahr 1997 zugestimmt hatte. Hierbei mussten unter anderem Besitzstands- und Schuldenverhältnisse sowie bestehende Investitionsschutz-, Doppelbesteuerungs- und Rechtshilfeabkommen zwischen Macau und Hongkong beachtet werden. Nach intensiven Verhandlungen einigten sich 1987 beide Länder auf die Rückgabe Macaos an China für das Jahr 1999.

Am 19./20. Dezember 1999 erfolgte um Mitternacht die Wiedervereinigung Macaus mit China. Bei der Zeremonie sagte der damalige chinesische Präsident Jiang Zemin, dass „die Rückkehr von Macau das endgültige Ende der westlichen Kolonialherrschaft über Asien“ symbolisiere. Der offizielle Name Macaus ist seitdem Sonderverwaltungszone Macau der Volksrepublik China. Auf Grundlage der Chinesisch-Portugiesischen Deklaration von 1987 besitzt Macau bis 2049 hohe Autonomie- und Selbstverwaltungsrechte.[7][8][9]

BevölkerungBearbeiten

 
Zusammensetzung der Bevölkerung in Macau nach Geburtsort (2011)
Bevölkerungsentwicklung in Macao[10]
Jahr Einwohnerzahl
1950 196.483
1960 167.796
1970 246.195
1980 238.118
1990 343.935
2000 427.979
2010 536.969
2017 622.567

Die Gesamtheit der Einwohner Macaus werden als Macauer bezeichnet, während Macanesen eine eigene kleine Ethnie innerhalb der Macauer darstellen. Ein Großteil der Bevölkerung lebt auf der Halbinsel Macau bzw. innerhalb der Grenzen der Concelho de Macau. Insbesondere seit Beginn des 21. Jahrhunderts steigt die Bevölkerung aufgrund von Platzmangel aber auch auf den macauischen Inseln extrem stark an.[11] Mit rund 21.000 Einwohnern pro Quadratkilometer weist Macau eine sehr hohe Bevölkerungsdichte auf. Macau ist das Gebiet mit der zweithöchsten Lebenserwartung der Welt. Sie liegt bei 84,5 Jahren.[12] Macau hat eine relativ alte Bevölkerung, weniger als ein Viertel ist jünger als 25 Jahre.[13]

EthnienBearbeiten

Unter allen 650.834 Einwohnern Macaus zum Zensus 2016 waren 577.107 Chinesen, wodurch diese Ethnie mit einem daraus resultierenden Anteil von 88,7 % die größte ethnische Gruppe bildet. Die zweite traditionell in Macau vertretene Ethnie sind die Portugiesen, die jedoch mit 6.853 Personen bzw. 1,1 % nur einen kleinen Teil ausmachen. Insgesamt haben 11.715 Personen zumindest teilweise portugiesische Wurzeln, was einem Anteil von 1,8 % entspricht; im Detail haben 3.889 Personen bzw. 0,6 % eine chinesisch-portugiesische Abstammung sowie 973 Personen bzw. 0,1 % eine portugiesische und eine weitere nicht-chinesische Abstammung. Die Macanesen, die ursprüngliche kreolische Bevölkerung in Macau, werden nicht vom Zensus erfasst, finden sich aber als multiethnische Community insbesondere unter den chinesisch-portugiesischen Personen oder jenen Personen, die portugiesische Wurzeln und Abstammungen aus anderen Ethnien als der chinesischen haben. Neben Chinesen und Portugiesen sowie Macanesen existieren viele vornehmlich asiatische Minderheiten in Macau, welche zusammen eine Gruppe von 59.998 Personen und somit 9,2 % der Gesamtbevölkerung umfassen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die ethnische Zusammensetzung mit der Bevölkerungszahl aufgrund der starken Migration aus dem Ausland inklusive Festlandchina stark verändert. So hat der Anteil der Chinesen an der Gesamtbevölkerung innerhalb von 15 Jahren von 2001 bis 2016 um 7 Prozentpunkte von 95,7 % auf 88,7 % abgenommen. Dabei lässt sich eine Kontinuität feststellen: 2011 waren es zwischendurch 92,4 % Chinesen. Der Anteil der Chinesen nimmt insbesondere zugunsten anderer asiatischer Ethnien ab. Während 2001 lediglich 9.338 Personen bzw. 2,1 % der Bevölkerung weder Chinesen noch Portugiesen waren, stieg deren Zahl bis 2011 auf bereit 32.413 bzw. 5,9 %; im Jahr 2016 wurde mit 9,2 % ein erneut deutlich höherer Wert erreicht. Etwa die Hälfte dieser 9,2 % dürften Filipinos sein[14]; dazu kommen ein Viertel Vietnamesen und ein Viertel Personen anderer, aber hauptsächlich asiatischer Ethnien.

Über Jahrzehnte konnte ein Abwärtstrend des Anteils der Personen mit zumindest teilweise portugiesischer Abstammung festgestellt werden. So hatten 2001 noch 1,8 % der Bevölkerung einen portugiesischen Hintergrund, während deren Anteil bis 2006 auf 1,6 % bzw. bis 2011 auf 1,4 % sank. Insbesondere der Anteil der gemischt chinesisch-portugiesischen Personen schrumpfte dabei von 1,0 % 2001 über 0,8 % 2006 auf 0,7 % im Jahr 2011, während der Anteil der Personen, die ausschließlich portugiesischstämmig waren, gleich blieb. Daran lässt sich insbesondere der Bedeutungsverlust der gemischten Macanesen gegenüber den Portugiesen feststellen, wodurch die sino-portugiesische Kultur der Macanesen in Gefahr ist, während ausschließlich Portugiesischstämmige aus Portugal zuzogen und den Anteil der Portugiesen halten konnten, indem sich die absolute Zahl von 2001 bis 2011 von 2.810 auf 3.485 Personen erhöhte. Mit dem Zensus 2016 zeichnete sich jedoch ein Wandel ab: Während die gemischt chinesisch-portugiesische Bevölkerung weiter auf 0,6 % absank, verdoppelte sich die ausschließlich portugiesische Bevölkerung im Vergleich zu 2011 von 3.485 Personen bzw. 0,6 % auf 6.853 Personen bzw. 1,1 %. So stieg insgesamt der Anteil derer mit zumindest teilweise portugiesischen Vorfahren wieder auf 1,8 %.[15][16][17]

NationalitätenBearbeiten

Die Verteilung der Nationalitäten bzw. Staatsangehörigkeiten entspricht etwa der Verteilung der Ethnien. Korrespondierend zum Anteil der ethnischen Chinesen von 88,7 % waren 2016 88,44 % der Einwohner bzw. 575.585 Personen chinesische Staatsbürger. Zweitgrößte Nationalität waren die Staatsangehörigen der Philippinen mit 30.080 Personen, was einem Anteil von 4,62 % an der Gesamtbevölkerung entspricht. Die portugiesische Staatsangehörigkeit besaßen 9.024 Personen bzw. 1,39 %. Darüber hinaus hatten 4,73 % eine noch nicht genannte asiatische Staatsbürgerschaft und 0,82 % eine nicht genannte nicht-asiatische Staatsbürgerschaft.

Aufgrund von Migration lässt sich eine Verschiebung des Nationalitätenverhältnisses feststellen: Besaßen beim vorletzten Zensus 2011 noch 92,27 % der Einwohner die chinesische Staatsbürgerschaft, so waren es beim letzten Zensus 2016 nur noch 88,44 %. Dafür nahm insbesondere der Anteil der Personen mit philippinischer Staatsangehörigkeit zu, er hat sich dabei sogar innerhalb von fünf Jahren von 2,67 % auf 4,62 % mehr als verdoppelt. Auch der Anteil der portugiesischen Staatsangehörigen ist, ähnlich wie der Anteil der ethnischen Portugiesen, von 2011 zu 2016 von 0,91 % auf 1,39 % gestiegen. Der Anteil anderer asiatischer Nationalitäten stieg auch stark von 3,19 % auf 4,73 % an, andere nicht-asiatische Nationalitäten fielen leicht von einem Anteil von 0,96 % im Jahr 2011 auf 0,82 % im Jahr 2016.

Die Veränderungen im Zeitraum von 2011 bis 2016 waren verhältnismäßig stark, während es von 2001 über 2006 bis 2011 nur geringe Veränderungen gab. So fiel der Anteil der Halter einer chinesischen Staatsbürgerschaft nur von 95,2 % 2001 über 93,9 % 2006 auf 92,3 % 2011. Zum Zensus 2001 war die portugiesische mit einem Anteil von 2,0 % auch noch die zweithäufigste Staatsangehörigkeit, die philippinische besaßen lediglich 1,2 % der Gesamtbevölkerung. In den folgenden Jahren löste die philippinische Staatsbürgerschaft die portugiesische allerdings auf Platz zwei ab, indem der Anteil der Personen mit philippinischer Nationalität auf 2,0 % anstieg und der Anteil der Personen mit portugiesischer Nationalität in den fünf Jahren bis 2006 auf 1,7 % zurückging. Bis zum Jahr 2011 setzte sich dieser Trend weiter fort, der Anteil der portugiesischen Staatsangehörigkeit nahm dabei von 2,0 % noch einmal um 0,7 % auf 2,7 % zu, der Anteil der Personen mit portugiesischer Staatsangehörigkeit ging dabei weiter von 1,7 % auf 0,9 % zurück. Trotzdem ist der Zeitraum von 2001 bis 2011 deutlich konstanter als der kürzere Zeitraum von 2011 bis 2016 gewesen, in welchem der Anteil der philippinischen Staatsbürger viel deutlicher anstieg und sich der Anteil der portugiesischen Staatsbürger auch wieder erholte.[17][16][15]

SprachenBearbeiten

Geografisch gehört Macau in das Sprachgebiet des Kantonesischen, einer chinesischen Sprache, welche im gesamten Perlflussdelta verbreitet ist und auch in Hongkong und Guangzhou (auch bekannt als Kanton) gesprochen wird. Aufgrund der Jahrhunderte langen portugiesischen Kolonialzeit ist auch Portugiesisch sowie die daraus hervorgegangene Kreolsprache Macanesisch historisch in Macau verankert.[18] Amtssprachen sind sowohl Chinesisch als auch Portugiesisch.[19] Im amtlichen Verkehr wird die Zweisprachigkeit streng eingehalten. So sind beispielsweise alle Gesetzestexte, öffentliche Dokumente und Regierungs-Websites auf Chinesisch und Portugiesisch verfügbar. Auch in der Gesetzgebenden Versammlung wird sowohl Chinesisch als auch Portugiesisch gesprochen, Redebeiträge werden durch Simultandolmetschen für Sprecher beider Amtssprachen verständlich gemacht.[20] In den vergangenen Jahren nahm die Bedeutung des Englischen in Macau durch seine Stellung als internationale Stadt weiter zu, sodass auch Regierungs-Websites mittlerweile auf Englisch verfügbar sind.[21] Während einige die portugiesische Sprache durch die beschriebene Einhaltung der Zweisprachigkeit als gut gesichert sehen, sagen andere Stimmen, dass die Regierung Macaus versucht, den portugiesisch geprägten Einfluss inklusive der Sprache einzuschränken.[22]

ReligionBearbeiten

Im Jahre 2006 lebten in Macau geschätzt etwa 80 % Buddhisten, 4 % römische Katholiken und 1 % Protestanten. 15 % gehörten einer anderen oder keiner Religion an.[13] Der Buddhismus ist auch durch nichtchinesische Organisationen wie den tibetischen Buddhismus der Nyingmapa vertreten.

BildungBearbeiten

 
Koloniale und moderne Architektur in der Avenida de Almeida Ribeiro

Macau verfügt über vier Universitäten sowie zahlreiche weitere Bildungseinrichtungen:

  • Polytechnisches Institut von Macau (Instituto Politécnico de Macau)
  • Universität von Macau (Universidade de Macau)
  • Macau University of Science and Technology
  • Sankt-Josephs-Universität (Universidade de São José)
  • Institute for Tourism Studies
  • Kiang Wu Nursing College
  • Macau Millennium College
  • Macau Security Forces Training College
  • Macau Institute of Management
  • United Nations University International Institute for Software Technology
  • Institute of European Studies of Macau

PolitikBearbeiten

Politisches SystemBearbeiten

An der Spitze der Regierung steht der Chefe do Executivo de Macau. Die Gesetzgebung erfolgt durch die Gesetzgebende Versammlung von Macau.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

 
Macau – Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China

Unter portugiesischer Verwaltung gliederte sich das Gebiet bis 1999 in zwei Städte:

Der Concelho de Macau selbst wurde in fünf Gemeindebezirke aufgeteilt:

Der Concelho das Ilhas wurde in zwei Gemeindebezirke eingeteilt:

  • Freguesia da Nossa Senhora do Carmo (嘉模堂區) auf der Insel Taipa
  • Freguesia do São Francisco Xavier (聖方濟各堂區) auf der Insel Coloane

Das zwischen den Inseln Taipa und Coloane gelegene Neulandgebiet Cotai war keinem Gemeindebezirk zugeordnet.

Die eigenständigen Verwaltungen der Städte und Gemeindebezirke wurden am 31. Dezember 2001 aufgelöst. An ihre Stelle trat das Instituto para os Assuntos Cívicos e Municipais (Verwaltung der bürgerschaftlichen und städtischen Angelegenheiten).

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Macau unterhält derzeit die folgenden Städtepartnerschaften:[23]

KulturBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die UNESCO nahm die historische Altstadt von Macau im Jahr 2005 ins Weltkulturerbe wegen der Rolle der Stadt als Ort des Kontaktes zwischen China und dem Westen auf, was sich auch in der Architektur widerspiegele.[24]

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

 
Szene aus dem Macau F3 Grand Prix 2008

Höhepunkte im jährlichen Veranstaltungskalender der Stadt sind die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest, das Macau Arts Festival, das Drachenboot-Festival Tun Ng, der International Fireworks Display Contest und das International Music Festival.[25]

Seit 1954 findet alljährlich im November auf dem Stadtkurs Guia Circuit der Macau Grand Prix statt, der aus verschiedenen Rennen für Motorräder, Tourenwagen und Monoposti besteht.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaftlich bedeutend für Macau ist die Herstellung von Feuerwerkskörpern und Textilien. Die Arbeitslosenrate wird 2017 mit 2 % angegeben und liegt damit sehr niedrig.[26]

GlücksspielBearbeiten

 
Typische Straßenansicht in Macau

Das Glücksspiel bildet seit langem eine zentrale Einnahmequelle Macaus. 1962 wurde die Sociedade de Turismo e Diversões de Macau (STDM, deutsch: Macau Reise- und Unterhaltungsgesellschaft) gegründet, ein privatrechtlich organisiertes Unternehmen, das zeitweise das Monopol für Glücksspiel innehatte und weitere Aktivitäten in der Freizeit- und Tourismusbranche unterhielt.[27][28] Die STDM gehörte mehrheitlich Stanley Ho (30 Prozent) und Teddy Yip (27 Prozent). Die Spielcasinos machten Macau für regionale Touristen attraktiv. Bis zur Liberalisierung des Marktes 2002 erwirtschaftete die STDM in einigen Jahren bis zu 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Macau.[27]

Im Jahre 2011 gab es 34 Kasinos mit 33,9 Milliarden US-Dollar Umsatz. Der Umsatz ist damit gegenüber 2010 um 42 Prozent gestiegen.[29] Bedingt durch das Glücksspiel hat Macau die Zahl seiner Touristen von acht Millionen im Jahr 2000 auf 29.324.822 im Jahr 2013 mehr als verdreifacht.[30] Die Kasinos in Macau machten 2013 sechsmal so viel Umsatz wie die in Las Vegas.[31] Im Januar 2014 kamen 2.503.609 Touristen.[32] Dies schlägt sich vor allem in der Bauwirtschaft nieder, denn angesichts der geringen Fläche Macaus werden vor allem Hochhäuser gebaut.

Seit dem Fall des Glücksspielmonopols Ende 2002 haben sich vornehmlich US-Konsortien aus Las Vegas, Nevada um die Lizenz zum Bau von Kasinos beworben. Die Investoren wollen auf den künstlichen Aufschüttungsflächen zwischen den beiden südlichen Inseln Taipa und Coloane den Las Vegas Strip nachbauen. Im Mai 2004 eröffnete das mit einer goldenen Fassade versehene Sands Macau, ein Kasino (seit 2007 mit Hotel), dessen Baukosten sich in weniger als einem Jahr amortisierten. Nahe der Südflanke von Taipa ist ein großer Kasino-, Hotel- und Freizeitkomplex entstanden, z. Z. der größte der Welt. Herzstück ist der von allen Seiten gut erreichbare Kasinosaal mit der außergewöhnlich großen Fläche von 51.000 Quadratmetern.

Seit Januar 2008 ist Texas Hold’em Poker offiziell als Glücksspiel in Macau erlaubt. Im Mai 2011 wurde in Macau das Galaxy Resort eröffnet, ein weiterer Spielerpalast mit 2200 Hotelzimmern, 50 Restaurants, einem künstlichen Strand sowie einem Wellenbad.[33]

Seit 1989 gibt es in Macau eine Pferderennbahn mit einer Kapazität von 15.000 Sitzplätzen, auf der das Wetten auf den Ausgang der Rennen legal ist. 2012 wurde das Mindestalter für Glücksspiel in Macau von 18 auf 21 Jahre angehoben.

The Venetian Macao
 
Das Venetian-Macao-Casino, Mai 2014

Zwischen 2004 und 2007 entstand das Resort-Hotel-Casino The Venetian Macao, welches (Stand März 2013) das nach Nutzfläche sechstgrößte Gebäude der Welt ist. Dominiert wird das Venetian vom 151 Meter hohen abgewinkelten Hotelriegel mit 39 Stockwerken und 3000 Suiten.[34] Sie werden wie in Las Vegas subventioniert, um die erforderlichen Massen von Spielern in das Casino zu locken. Als Ergänzung zum Hotelbetrieb und Auslastungsgarantie wurden ein 111.000 Quadratmeter großes Tagungszentrum, ein vollausgestattetes Theater und eine Veranstaltungsarena mit 15.000 Sitzplätzen dazugebaut. Die im gesamten Komplex verteilten Restaurants und Geschäfte belegen eine Fläche von 149.000 Quadratmetern. In den ersten fünf Monaten nach Eröffnung am 29. August 2007 wurden 10 Millionen Gäste gezählt. Der Personalaufwand im Komplex ist mit rund 25.000 Mitarbeitern kalkuliert, das ist jeder fünfte Arbeitsplatz von Macau.

Eingerahmt wird das Venetian, ebenso wie das um zwei Drittel kleinere Vorbild in Las Vegas, vom Nachbau venezianischer Kanäle mit Gondeln an Straßenfronten unter künstlichem Himmel in dauerhafter Dämmerung. Das Dekor ist im venezianischen Stil; eingefügt in die Ausstattung sind jedoch überall in Kasinonähe die chinesischen Glücksbringer Drache und Fisch. Im Außenbereich steht der hier solitäre Campanile vom Markusplatz, der in Originalgröße einschließlich Turmfigur nachgebaut wurde (98,6 Meter). Ein großer Teich leuchtet bei Dunkelheit in der Anlage.

VerkehrBearbeiten

 
TurboJET-Fähre zwischen Hongkong und Macau am Macau-Pier

Die Halbinsel Macau und die Insel Taipa sind mit drei Brücken verbunden. Seit Anfang 2005 ist die neueste Brücke, die Sai-Van-Brücke (西灣大橋 / 西湾大桥, Xīwān Dàqiáo, Jyutping Sai1waan1 Daai6kiu4); im Westen Macaus für den Verkehr freigegeben. Erst durch diese neue und höhere Brücke ist die Insel Taipa auch bei Taifun-Warnung mit dem Auto erreichbar. Die beiden älteren Brücken (Governor Nobre de Carvalho Bridge und Ponte da Amizade; seit 1994; im Osten) sind vor Wind und Wellen nicht ausreichend geschützt.

Zwischen den Häfen Macau und Taipa verkehren regelmäßige Schnellfähren. Täglich wird die Strecke Macau–Hongkong rund 150-mal von Tragflügelbooten befahren. Es gibt Verbindungen zum Hong Kong International Airport, zum China Ferry Pier in Kowloon sowie dem Macau Ferry Terminal auf Hong Kong Island. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Ebenfalls bestehen Fährverbindungen nach Shekou (蛇口, Shékǒu, Jyutping Se4hau2) (Shenzhen) und zum Flughafen Shenzhen sowie Buslinien nach Gongbei (拱北, Gǒngběi, Jyutping Gung2bak1) (Zhuhai) und Guangzhou. Weiterhin verkehren regelmäßig Hubschrauber nach Hongkong und Shenzhen.

Seit 1995 verfügt Macau über einen eigenen internationalen Flughafen, den Macau International Airport. Der Innenstadtverkehr und sogar der Nahverkehr auf den umliegenden Inseln werden durch ein effektives Bussystem entlastet. Sämtliche Fahrzeuge sind mit Klimaanlage ausgestattet. Im Gegensatz zu Festlandchina herrscht auf dem Gebiet Macaus, wie auch in Hongkong, Linksverkehr.

Zurzeit laufen Planungen für ein schienenbasiertes Nahverkehrssystem, dem Macau Light Rail Transit, das aus drei Linien bestehen soll (Zirkellinie, Nord-Süd-Linie für Verbindung zu den Inseln und eine Linie zum Flughafen) und 27 km Gesamtlänge aufweisen würde. Die 2005 in Betrieb genommene neue dritte Brücke zwischen Macau und Taipa ist bereits für die Schienenverbindung ausgelegt. Baubeginn sollte ursprünglich 2006 sein, was sich nun jedoch auf 2012 verzögert hat.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Luís Filipe Barreto: Macau Scientific and Cultural Centre. Museum Guide. Centro Científico e Cultural de Macau, Lissabon 1999, ISBN 972-8586-01-9

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The World Factbook. CIA, abgerufen am 27. Februar 2014 (englisch).
  2. Total area 2014. Macau Cartography and Cadastre Bureau; abgerufen 16. März 2015
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Koordinaten: 22° 12′ N, 113° 33′ O