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Kasachstan

Staat in Zentralasien
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kasachstan (Begriffsklärung) aufgeführt.
Қазақстан Республикасы

Qasaqstan Respublïkası
(kasachisch)
Республика Казахстан
Respublika Kasachstan
(russisch)
Republik Kasachstan

Flagge Kasachstans
Wappen Kasachstans
Flagge Emblem
Amtssprache Kasachisch (Nationalsprache),
Russisch (als zweite Amtssprache)
Hauptstadt Astana
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidialsystem
Staatsoberhaupt Präsident
Nursultan Nasarbajew
Regierungschef Premierminister
Baqytschan Saghyntajew
Fläche 2.724.900 km²
Einwohnerzahl 17.994.200 (1. Mai 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 7 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,46 %[2] (2015)
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[3]
  • $ 133,75 Milliarden (57.)
  • $ 451,28 Milliarden (41.)
  • $ 10.426 (64.)
  • $ 25.912 (53.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,794 (56.) (2016)[4]
Währung Tenge (KZT)
Unabhängigkeit 16. Dezember 1991
(von der Sowjetunion)
Nationalhymne Mening Qasaqstanym
Zeitzone UTC+5 und UTC+6
Kfz-Kennzeichen KZ
ISO 3166 KZ, KAZ, 398
Internet-TLD .kz
Telefonvorwahl +7
ÄgyptenTunesienLibyenAlgerienMarokkoMauretanienSenegalGambiaGuinea-BissauGuineaSierra LeoneLiberiaElfenbeinküsteGhanaTogoBeninNigeriaÄquatorialguineaKamerunGabunRepublik KongoAngolaDemokratische Republik KongoNamibiaSüdafrikaLesothoSwasilandMosambikTansaniaKeniaSomaliaDschibutiEritreaSudanRuandaUgandaBurundiSambiaMalawiSimbabweBotswanaÄthiopienSüdsudanZentralafrikanische RepublikTschadNigerMaliBurkina FasoJemenOmanVereinigte Arabische EmirateSaudi-ArabienIrakIranKuwaitKatarBahrainIsraelSyrienLibanonJordanienZypernTürkeiAfghanistanTurkmenistanPakistanGriechenlandItalienMaltaFrankreichPortugalSpanienMauritiusRéunionMayotteKomorenSeychellenMadagaskarSao Tome und PríncipeSri LankaIndienIndonesienBangladeschVolksrepublik ChinaNepalBhutanMyanmarKanadaDänemark (Grönland)IslandMongoleiNorwegenSchwedenFinnlandIrlandVereinigtes KönigreichNiederlandeBelgienDänemarkSchweizÖsterreichDeutschlandSlowenienKroatienTschechische RepublikSlowakeiUngarnPolenRusslandLitauenLettlandEstlandWeißrusslandMoldawienUkraineMazedonienAlbanienMontenegroBosnien und HerzegowinaSerbienBulgarienRumänienGeorgienAserbaidschanArmenienKasachstanUsbekistanTadschikistanKirgisistanRusslandVereinigte StaatenMaledivenJapanNordkoreaSüdkoreaRepublik China (Taiwan)SingapurAustralienMalaysiaBruneiPhilippinenThailandVietnamLaosKambodschaIndienPapua-NeuguineaKazakhstan on the globe (Eurasia centered).svg
Über dieses Bild

Kasachstan [ˈkʰazaχˌstʰaːn] (kasachisch Қазақстан [qɑzɑqˈstɑn], Transkription: Qasaqstan; russisch Казахстан [kəzɐxˈstan], Transkription: Kasachstan) ist ein Binnenstaat zwischen dem Kaspischen Meer im Westen und dem Altai-Gebirge im Osten. Gemessen an der Fläche ist Kasachstan der neuntgrößte Staat der Erde. Er liegt überwiegend in Zentralasien, etwa 5,4 % der Landesfläche werden dem äußersten Osteuropa zugerechnet.

Die Grenze zu Russland ist die einzige Nordgrenze des Landes und über 7.000 Kilometer lang.[5] Im Süden grenzt Kasachstan an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan und im Südosten an die Volksrepublik China. Diese Grenze ist knapp 1.600 Kilometer lang.[5] Bereits im Altertum entstanden auf dem heutigen Gebiet Kasachstans verschiedene Reiche. So gehörte ein großer Teil zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert zum Reich der „On-Ok“, den westlichen Göktürken. Im 13. Jahrhundert fielen die Mongolen unter Dschingis Khan in das spätere Kasachstan ein und eroberten es. Kurz nachdem im 15. Jahrhundert der Usbeke Timur das Gebiet erobert hatte, konnten sich die nördlichen Steppennomaden vom Usbeken-Khanat wieder trennen; unter einer einheimischen Dschingiskhaniden-Dynastie errichteten sie das Kasachen-Khanat. Mit diesem Unabhängigkeitskampf wehrten sich die Kasachen gegen die Einführung des Islam, da sie den überlieferten Traditionen weiterhin verbunden bleiben wollten. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Kasachstan erneut Bestandteil eines mongolischen Herrschaftsgebietes. Bevor sich die kasachischen Nomaden dem russischen Zaren unterstellten, gehörten sie zum nomadisch geprägten Steppenreich der Dsungaren. Kasachstan wurde 1936 als Kasachische SSR zu einer eigenständigen Unionsrepublik innerhalb der Sowjetunion erklärt.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion erklärte sich das Land am 16. Dezember 1991 als Republik Kasachstan unabhängig. Die Präsidialrepublik wird seit 1991 von Nursultan Nasarbajew regiert. Das zu den Turksprachen zählende Kasachisch und das den slawischen Sprachen zugehörige Russisch wurden mit der Unabhängigkeit zu Amtssprachen erklärt und die bisherige Hauptstadt Alma-Ata in Almaty umbenannt. 1997 wurde der Regierungs- und Parlamentssitz nach Aqmola verlegt. Die Stadt wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und ein Jahr später in Astana („Hauptstadt“) umbenannt.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Ausdehnung und GrenzenBearbeiten

Kasachstan ist mit einer Fläche von 2.724.900 Quadratkilometern das neuntgrößte Land der Erde und außerdem der größte Binnenstaat. Er liegt etwa in der Mitte Eurasiens und zieht sich von der Ebene der Wolga im Westen bis zum Altai-Gebirge im Osten. Darüber hinaus gehören 5 % der Fläche, geographisch betrachtet, zu Europa.[5] Die südliche Begrenzung bilden der Tian-Schan-Gebirgszug, die Flussebene des Syr Darja (Jaxartes der Antike), der Aralsee und die Kysylkum-Wüste. Nach Norden reicht Kasachstan ohne natürliche Begrenzung in das Ural-Gebiet und das Westsibirische Tiefland hinein. Der größte Teil des Landes besteht aus Ebenen (Steppe und Wüste), im Nordwesten liegt das Mugodschar-Gebirge, im Zentrum die Kasachische Schwelle, während sich im Südosten Berge des Tian-Schan bis zu 7010 Meter Höhe erheben.

Kasachstan besitzt im Norden eine 6846 Kilometer lange Grenze mit Russland. Im Osten trifft das kasachische Hoheitsgebiet auf die Volksrepublik China (1533 Kilometer), weiter südlich auf die zentralasiatischen Staaten Kirgisistan (1051 Kilometer), Usbekistan (2203 Kilometer inkl. des 230 km über den Aralsee verlaufenden Grenzabschnitts) und auf Turkmenistan (379 Kilometer). Die Gesamtlänge der Landesgrenzen einschließlich der Küstenlinie am Kaspischen Meer (bislang pseudo-internationaler Gewässer-Status) beträgt 12.012 Kilometer.

Die kasachischen Küstenlinien am nördlichen Ufergebiet des Aralsees – der zunehmend austrocknet – sind 1.070 Kilometer und am Kaspischen Meer 1.894 Kilometer lang.

LandschaftBearbeiten

 
Der Berg Pik Talgar

Das Relief von Kasachstan ist sehr vielfältig, wobei allerdings der größte Teil des Territoriums aus Ebenen, niedrigen Bergen und Hügeln besteht. Der Westen des Landes wird von der Kaspischen Senke geprägt, ein meist sumpfiges Gebiet unterhalb des Meeresspiegels, das im Osten in das Ustjurt-Plateau übergeht. Westlich dieses Plateaus, auf der Mangghystau-Halbinsel, befindet sich die tiefste Stelle Kasachstans, die Karagije-Senke (132 Meter unter dem Meeresspiegel).

Von Osten wird die Kaspische Senke durch den südlichen Ausläufer des Ural-Gebirges begrenzt, das bis 656 Meter hohe Mugodschar-Gebirge. Weiter südöstlich liegt um den Aralsee die Turanische Senke, die auch die größten Wüsten des Landes mit einschließt, die Kysylkum sowie die Aralkum. Im Zentrum von Kasachstan befindet sich die Kasachische Schwelle (kasachisch Saryarka), ein von Steppen und Halbwüsten geprägtes Gebiet mit vielen mittelgroßen (500 bis 1500 m) Bergen und Gebirgen wie dem Ulutau, dem Kökschetau oder dem Karkaraly. Im Nordwesten wird die Kasachische Schwelle vom Turgaiplateau und im Norden von der Westsibirischen Ebene begrenzt. In diesen Regionen wird die Landschaft von fruchtbaren Steppen und Waldsteppen mit vielen Seen und Flüssen geprägt. Im Osten der Republik befinden sich die mit Wäldern bedeckten Gebirgsketten des Altai mit dem höchsten Berg der Region, Belucha (4506 Meter), die Sibirien von den mittelasiatischen Wüsten trennen.

Südlich der Kasachischen Schwelle liegt die Hungersteppe (kasachisch Betpak-Dala). Noch weiter südlich dieser Steppe und des Balchaschsees liegt ein Gürtel von Wüsten, Mujunkum, und das in der Vergangenheit fruchtbare Siebenstromland. Ganz im Süden Kasachstans, an den Grenzen zu China und Kirgisistan, liegen Hochgebirge wie das Dsungarische Alatau, das Qaratau und vor allem das Tian-Schan (chinesisch „Himmelsgebirge“); letzteres ist eine der höchsten Gebirgsketten der Erde. Die teils von Wäldern und insbesondere von Gletschern bedeckten Gebirge erreichen im benachbarten Kirgisistan 7439 m Höhe. Der höchste Berg Kasachstans ist der Khan Tengri (7010 Meter), im äußersten Südosten gelegen.

Flora und FaunaBearbeiten

 
Die „Singende Düne“ im Altyn-Emel-Nationalpark
 
Der Nationalpark Qarqaraly bei Qaraghandy
 
Steppe im Westen Kasachstans

Wegen seiner Größe und der Ausdehnung über viele Naturzonen besitzt Kasachstan eine ausgesprochen reiche Palette von Flora und Fauna. Die vielfältigen Naturschätze werden in 16 kasachischen Nationalparks und Naturschutzgebieten geschützt.[5]

Im Norden, wo die Steppen und Waldsteppen vorherrschen, die zusammen 28,5 % der Fläche Kasachstans ausmachen, wachsen viele Getreidepflanzen und Gräser, besonders häufig in Steppen sind Federgräser. Auch viele medizinisch nützliche Pflanzen kommen vor, so etwa Adonisröschen (Adonis), Johanniskräuter (Hypericum) und Baldriane (Valeriana). Sehr verbreitet ist Wermut. In den Wald-„Inseln“ wachsen Birken, Espen, Weiden, Johannisbeersträucher; weiter westlich Fichten; nach Westen hin Eiche und Linde. In den Wäldern gibt es viele Beeren. Die typischen Bewohner dieser Zone sind Nagetiere wie Zieselmaus, Murmeltiere, Springmäuse, Eichhörnchen. Es gibt aber auch viele Hasen, Hermeline, Dachse, Wölfe und Füchse. In den Wäldern leben vereinzelt Wildschweine, Wapitis und Rehe, in der Steppe die seltene und geschützte Saiga-Antilope. Vögel gibt es besonders viele, auch Wasservögel, da es in dieser Region über 1.500 Seen gibt. Unter anderem Schwäne, Adler, Trappen (diese sind die größten Vögel Kasachstans, sie erreichen bis zu 16 Kilogramm Gewicht), Geier, Kraniche, Reiher, Enten, Gänse, Waldhühner, Spechte, Lerchen und viele andere.

Über 14 % des Territoriums erstrecken sich Halbwüsten. Hier trifft man auf deutlich geringeren Artenreichtum als in den Steppen. Besonders häufig sind Wermut, Kamillen und Federgräser. Auch Hasen, Zieselmäuse und Springmäuse kann man hier noch finden, man trifft vielfach auf Wölfe und Korsak-Füchse, etwas seltener auf Saiga und Kropfgazelle. Es gibt viele Arten von Eidechsen und Schlangen.

Als Naturraum am weitesten verbreitet sind in Kasachstan die Wüsten. Hier wachsen nur trockene, kleinwüchsige Pflanzen mit langen Wurzeln. Riedgras, Wüstenfedergras und Wermut sind die häufigsten. Im Sommer verbrennen die meisten Pflanzen an der Sonne. Ziemlich verbreitet sind Sträucher, besonders Saxaul. Große Tiere gibt es in der Wüste eher selten. Häufiger sind Huftiere wie Kropfgazellen oder Saigas oder Wildschweine, die nahe den Wasserquellen leben. Noch seltener sind Wölfe und Rohrkatzen. Asiatische Wildesel kommen beispielsweise im Altyn-Emel-Nationalpark und im Barsa Kelmes-Naturreservat vor. In einigen Flusswäldern innerhalb der Trockengebiete kommt der bedrohte Bucharahirsch vor, der einst die Hauptbeute des ausgestorbenen Kaspischen Tigers darstellte. Kleinere Tiere wie Igel, Schildkröten, Springmäuse können sich an die extremen Bedingungen besser anpassen. In der Wüste überall verbreitet sind Reptilien wie verschiedene Agamen und einige Schlangenarten; insgesamt kommen in Kasachstan etwa 50 bis 60 verschiedene Reptilienarten vor. Auch Skorpione gehören zu der in Kasachstan lebenden Fauna.

In den riesigen Bergen des Tian-Schan, die meist von Fichtenwäldern bedeckt sind, trifft man gegenwärtig noch auf den Schneeleoparden – eines der Nationalsymbole Kasachstans. Stabile Populationen dieser Katze findet man allerdings nur noch in den Naturreservaten Aksu-Jabagly und Almaty.[6] Auch der Luchs ist weit verbreitet, und im Altai gibt es zahlreiche Bären. Weiter südlich kommt der Tienschan-Braunbär vor. Beide Gebirge sind zudem Heimat von Sibirischen Steinböcken und Riesenwildschafen. In den südwestlichen Bergsteppen leben Steppenwildschafe.

Einer Verbindung vom Nordpolarmeer bis zum Kaspischen Meer vor der letzten Eiszeit ist zu verdanken, dass am Kaspischen Meer noch heute große Robbenkolonien vorzufinden sind. Die Kaspische Robbe ist neben der Baikalrobbe die einzige Binnenrobbenart.

NaturressourcenBearbeiten

 
Qarqaraly-Naturschutzgebiet bei Qarqaraly in der Nähe von Qaraghandy

Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde.[7]

Um das Kaspische Meer liegen große Erdöl- und Erdgasfelder, die fast den gesamten Westen des Landes einschließen, besonders die Gebiete von Mangghystau, Atyrau und Aqtöbe. Bedeutendste Quellen sind Makat, Dossor, Usen, Karazhanbas, Karatschaganak. Es werden außerdem Erdölvorkommen um den Aralsee vermutet. Weitere, ärmere Erdöl- und Gasfelder gibt es im Süden des Landes, in den Gebieten von Taras, Schymkent, Schesqasghan und Qysylorda.

Ein weltweit bedeutendes Steinkohlevorkommen ist das Becken von Qaraghandy. Die Region Qaraghandy war eine der wichtigsten Kohlelieferanten in der Sowjetunion. Auch die Becken von Ekibastus und Astana sind längst noch nicht ausgeschöpft.

Im Gebiet von Qostanai befinden sich reiche Eisenerzvorkommen. Um Schesqasghan und Balqasch liegen die bedeutendsten Kupfervorkommen des Landes, und in den Altai-Bergen wird Gold gewonnen. Ergiebige Manganvorkommen existieren um Atassu und Schesdy nahe Schesqasghan. Im Gebiet von Aqtöbe liegt Nickel unter der Erde.

Etwa 200 Kilometer südwestlich von Qostanai liegt die einst schöne Stadt Schitiqara (Dschetygara). Das Gold liegt hier buchstäblich unter den Häusern. Viele wurden abgerissen, um an das Gold zu gelangen.

Kasachstan nimmt weltweit den ersten Platz an Vorkommen folgender Rohstoffe ein: Chrom, Vanadium, Wismut, Fluor.[7] Einen der führenden Plätze hat Kasachstan bei den Vorkommen von Uran, Eisen, Kupfer, Kohle, Cobalt, Wolfram, Blei, Zink und Molybdän. Bei der Uranprospektion wurden auch Opale gefunden.

GewässerBearbeiten

 
Der Kaindysee im Südosten Kasachstans
 
Der Aralsee im Jahr 1989 und 2008

In Kasachstan gibt es einige bedeutende Flüsse, die schiffbar sind. Sie alle fließen in den Randregionen des Landes, im zentralen Teil dagegen gibt es fast ausschließlich abflusslose Steppenflüsse, die im Hochsommer häufig austrocknen.

Die längsten Flüsse Kasachstans sind Irtysch (4473 Kilometer, davon 1700 Kilometer in Kasachstan), Syrdarja (2212/1400 Kilometer), Schajyq (russ. und dt. Ural) (2428/1100 Kilometer) und Ili (1001/815 Kilometer). Weitere wichtige Flüsse sind Ischim, Tobol, Emba, Sarysu (der längste abflusslose Steppenfluss), Tschüi, und Nura. Irtysch und Nura verbindet der bedeutendste Kanal des Landes: der Irtysch-Qaraghandy-Kanal (500 Kilometer).

Kasachstan ist reich an Seen, besonders im Norden des Landes. Im ganzen Land gibt es etwa 4000 große und kleine Seen, die mehrheitlich Salzseen sind. Der größte See Kasachstans ist das Kaspische Meer, das rund 371.000 Quadratkilometer groß ist, etwa ein Viertel seiner Fläche entfällt auf Kasachstan. Der See verfügt über reiche Naturreserven, beispielsweise in Form von Fischen; hier lebt auch die artengeschützte Kaspische Robbe.

Der zweitgrößte See ist der Aralsee, der auszutrocknen droht. Dieser Prozess dauert seit 1975 an und hat bereits zu nachhaltigen Schäden an Mensch und Natur geführt. Es wird auch darauf zurückgeführt, dass Usbekistan über Jahre hinweg große Wassermengen für den Baumwollanbau abführte. Inzwischen hat sich der See in drei Teile aufgeteilt. Soweit bekannt, hat sich die Verkleinerung der Wasseroberfläche in den letzten Jahren stark verlangsamt.

Der Balchaschsee zählt ebenso zu den weltweit bedeutendsten Seen. Er ist 18.428 Quadratkilometer groß und 620 Kilometer lang. Er gehört vollständig zu Kasachstan. Zu den Besonderheiten Balchaschs zählt, dass er als einziger See der Erde zur Hälfte aus Süß- und zur anderen Hälfte aus Salzwasser besteht.

In den Bergen des Altai liegt der naturreiche Saissansee. Weitere größere Seen Kasachstans sind der Siletinizsee im Norden, der Tengiz- und der Karakojynsee im Zentrum und der Alakol-See im Südosten des Landes. Touristisch bedeutend sind die prächtigen Seen von Burabai (Borowoje) und Markakol.

Die größten Stauseen sind der Qapschaghai, Buchtarma und Schardara.

KlimaBearbeiten

Das Klima Kasachstans ist kontinental geprägt, das heißt nach kalten Wintern mit bis zu -40 Grad Celsius folgen direkt heiße lange Sommer mit über +40 Grad Celsius.

Wüsten bedecken etwa 44 % der Fläche Kasachstans. Es sind in der Regel Sandwüsten und Kieswüsten.

BevölkerungBearbeiten

 
Bevölkerungspyramide Kasachstans

In Kasachstan kam es nach 1991 zunächst zu einem massiven Bevölkerungsrückgang. In den Jahren 1992 bis 2002 sank die Bevölkerungszahl um 10 % auf unter 15 Millionen Menschen. Gründe dafür waren die Emigration vornehmlich der russischen und deutschen Bevölkerung (insgesamt haben 2,1 Millionen Menschen das Land in den 1990er Jahren verlassen) sowie die sinkenden Geburtenzahlen. Seit 2003 wächst die Bevölkerung wieder. Laut der letzten Volkszählung im März 2009 hatte Kasachstan 16.009.600 Einwohner.[8] Bis 2017 stieg sie auf knapp 18 Millionen an. Die Lebenserwartung betrug 2015 69,1 Jahre (Männer: 64,3 Jahre, Frauen: 73,9 Jahre)[9]

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in Kasachstan beträgt 7 Einwohner pro Quadratkilometer und ist damit eine der niedrigsten der Welt. Am dichtesten besiedelt sind die Kreise im äußersten Süden, um Almaty, Schymkent und Taras, sowie Steppenregionen im Norden, Gebiete von Astana, Petropawl, der Norden der Gebiete Qostanai und Qaraghandy; das rechte Ufer des Irtysch. Dazu ist noch anzumerken, dass die höchste Bevölkerungsdichte in Kasachstan bezogen auf Regionen lediglich 25 Einwohner pro Quadratkilometer beträgt, niedriger als in Vorpommern.

Entwicklung der Bevölkerung

Jahr Bevölkerungszahl Jahr Bevölkerungszahl
1950 6.703.000 1985 15.789.000
1955 7.992.000 1990 16.540.000
1960 9.996.000 1995 16.035.000
1965 11.909.000 2000 15.057.000
1970 13.110.000 2005 15.541.000
1975 14.130.000 2010 16.399.000
1980 14.906.000 2016 17.988.000

Quelle: UN[10]

EthnienBearbeiten

Ethnien in Kasachstan
Ethnie Anteil [%]
Kasachen
  
63.1
Russen
  
23.7
Usbeken
  
2.9
Ukrainer
  
2.1
Uiguren
  
1.4
Tataren
  
1.3
Deutsche
  
1.1
Quelle: Volkszählung 2009 (PDF)

In Kasachstan leben Angehörige von mehr als 50 ethnischen Gruppen mit heute jeweils mehr als 1.000 Angehörigen. Die größte Ethnie bilden laut Zensus 2009 mit 63 % der Bevölkerung die turksprachigen Kasachen (nach Berechnungen bis 2014 gestiegen auf etwa 65,5 %). Die größte Minderheit bilden die Russen mit knapp 24 % (entsprechend knapp 3,8 Millionen, bis 2014 gesunken auf etwa 21,5 %). Zu den turksprachigen Minderheiten gehören die etwa 457.000 Usbeken, 225.000 Uiguren, 204.000 Tataren, 97.000 Mescheten und 85.000 Aserbaidschaner sowie kleinere Gruppen von Baschkiren, Tschuwaschen, Turkmenen, Kirgisen, Karakalpaken, Krimtataren und Balkan-Türken. In den letzten Jahren wanderten jedoch viele Russen aus politischen Gründen nach Russland aus. Weitere Minderheiten europäischer Herkunft stellen Ukrainer (2 %), Deutsche (1,1 %, Kasachstandeutsche) und kleine Gemeinden von Polen, Letten, Litauern, Weißrussen und Griechen.

Zu den ebenfalls hier lebenden Kaukasusvölkern zählen einige tausend Armenier sowie Georgier, Tschetschenen, Tscherkessen, Osseten, Awaren und Zachuren. In Kasachstan lebt zudem eine bedeutende Minderheit von etwa 100.000 Koreanern (bzw. Korjo-Saram), gut 0,6 % der Bevölkerung. Ferner leben in Kasachstan kleine iranischsprachige Minderheiten wie Kurden (38.000), Paschtunen und Perser. Andere Minderheiten, wie etwa Burjaten, Mongolen, Tibeter, Dunganen, Chinesen stellen nur einen geringen Bevölkerungsanteil (alle Angaben 2009).

Die meisten Angehörigen der Minderheiten wurden zur Stalinzeit unter Zwang nach Kasachstan deportiert. Viele wurden in Arbeitslagern interniert. Viele immigrierten jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nach Kasachstan. Bis zum Zerfall der UdSSR wurden von fast allen Hochschulen Absolventen mit entsprechender Spezialausbildung nach Kasachstan verpflichtet. Keine andere Sowjetrepublik nahm damals einen derartigen Strom von Migranten auf.

Zum Wandel seit der Unabhängigkeit zählen Bestrebungen der Regierung, die kasachische Sprache statt der russischen als vorherrschende Amtssprache durchzusetzen. Trotz der Bemühungen um ein gutes Verhältnis der verschiedenen Bevölkerungsgruppen breiten sich in Zentralasien Tendenzen zur Verdrängung der ethnischen Minderheiten aus.[11]

SprachenBearbeiten

Die vorherrschende Sprache in Kasachstan ist nach wie vor das Russische, das von 84,8 % der Einwohner in Wort und Schrift beherrscht wird (mündliches Sprachverständnis 94,4 %), obwohl die Rolle des Kasachischen, das 62,0 % der Einwohner beherrschen (mündlich 74,0 %), seit der Unabhängigkeit wächst.[12] Beide Sprachen sind Amtssprachen und Pflichtfach in allen Schulen, es gibt sowohl Schulen mit Kasachisch als auch mit Russisch als Unterrichtssprache. Es herrschen neun Jahre Schulpflicht. Die Rate der Analphabeten ist mit 2,5 % ungefähr so hoch wie in Deutschland. Russisch ist insbesondere in Nordkasachstan vorherrschend, wo ein Großteil der russischen Minderheit lebt, aber auch in den meisten Städten ist es oftmals die im Alltag dominierende Sprache. Auch viele Kasachen (besonders die Ober- und Mittelschicht), insbesondere im Norden des Landes, sprechen oft Russisch als Muttersprache.

Der private Sprachverein Qazaq tili (kasachische Sprache) genießt heute halboffiziellen Status. Er forciert seit 1989/90 den verstärkten Gebrauch der eigenen Sprache und die Entwicklung und Verbreitung des Kasachischen in der Bevölkerung. Die in Angriff genommene Umstellung vom kyrillischen Alphabet auf das lateinische Alphabet hat u. a. die Stärkung des Kasachischen gegenüber dem Russischen zum Ziel.[13] Die Übergangsfrist der Umstellung sollte zunächst bis 2025 betragen.[13] Um bis zur Weltausstellung 2017 in Kasachstan latinisiert zu sein, wurde die Übergangsfrist deutlich auf 2015 verkürzt.[14]

SchriftBearbeiten

Kasachstan hat innerhalb von knapp 100 Jahren vier grundlegende Schriftreformen erlebt.[14] Bis zur Oktoberrevolution 1917 war in dem muslimisch geprägten Land die arabische Schrift gebräuchlich.[14][15] De facto wurde diese bei einer Analphabetenrate von ca. 90 % aber nur von wenigen beherrscht.[14] Als 1928 in der Türkei – das Kasachische gehört zur türkischen Sprachfamilie – das arabische durch das lateinische Alphabet ersetzt wurde, führte auch Kasachstan die lateinische Schrift ein.[14] In den 1940ern wurde in der Sowjetunion, der Kasachstan zu dieser Zeit angehörte, flächendeckend das kyrillische Alphabet eingeführt (anders als Georgien, Armenien und die baltischen Staaten wurde Kasachstan von dieser Regel nicht ausgenommen).[14] Seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 steht eine Rückkehr zum lateinischen Alphabet auf der innenpolitischen Tagesordnung.[14] 1998 erfolgte formal die Umstellung.[14] Nachdem zunächst eine Übergangsfrist bis 2025 ausgegeben war,[13] wurde im Dezember 2012 die Übergangsfrist der (in der Praxis schleppend verlaufenden)[14] Umstellung auf die lateinisch-kasachische Schrift zwischenzeitlich auf 2015 verkürzt.[14] Am 27. Oktober 2017 wies der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew seine Regierung an, bis 2025 das kyrillische durch das lateinische Alphabet (mit 32 Buchstaben)[16] zu ersetzen.[17]

ReligionenBearbeiten

 
Hochzeit in der Moschee

Die Zahl der religiösen Vereinigungen in Kasachstan beträgt 4.173, im Jahre 1990 waren es hingegen insgesamt nur 670. Die religiösen Vereinigungen haben 3129 Kultstätten zur Verfügung – davon 2.229 Moscheen, 258 orthodoxe und 93 katholische Kirchen, 6 Synagogen und mehr als 500 protestantische Kirchen und Gebetshäuser. Es arbeiteten in der Republik 384 Missionare, aus mehr als 20 Ländern, im Jahre 1990 gab es insgesamt erst 12. Die religiösen Feiertage Kurban und Weihnachten sind in Kasachstan arbeitsfreie Feiertage. Vorherrschende Religionen sind der Islam und das Christentum. Daneben gibt es in den Städten kleine Gemeinden der Juden.

Bei den Verpflichtungen im Bereich der Rechte der Gläubigen arbeitet Kasachstan effektiv mit dem Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE zusammen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum der OSZE in der Stadt Almaty förderte die Schaffung einer normativ-rechtlichen Basis im Land, die auf die Gleichheit der Rechte und Freiheiten aller Bürger gerichtet ist, unabhängig von deren religiösen und ethnischen Zugehörigkeiten. Förderung des interkulturellen Dialogs ist eine der wichtigsten Prioritäten des kasachischen Vorsitzes in der OSZE im Jahr 2010.

Seit 2003 werden in Kasachstan auf Initiative von Präsident Nasarbajew die Kongresse der Führer der Welt- und traditionellen Religionen durchgeführt.[18] Ebenfalls auf Initiative von Präsident Nasarbajew wurde das Jahr 2010 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung[19] zum Internationalen Jahr der Annäherung der Kulturen ausgerufen.[20]

Im Jahr 1995 wurde die Vollversammlung des Volkes von Kasachstan als beratendes Organ beim Staatsoberhaupt gegründet.[21]

Trotz des jahrzehntelangen erzwungenen Atheismus durch die Sowjetunion sind heutzutage nur 2,8 % der Bevölkerung Atheisten.[22]

IslamBearbeiten

Hauptartikel: Islam in Kasachstan

Rund 70 % der Bevölkerung gehört dem Islam an, die meisten davon sind Sunniten. Der erste Kontakt zum Islam fand im achten Jahrhundert statt. Durch die Schlacht am Talas im Jahre 751 konnte der chinesische Einfluss durch die Umayyaden aus dem Chorasan in Zentralasien eingedämmt werden, wodurch sich der Islam in der Region schnell ausbreiten konnte. Durch den Mongolensturm geriet diese Entwicklung vorerst ins Stocken. Als einige Mongolenführer zum Islam übertraten, nahm dieser Prozess wieder Fahrt auf. Der von Nomaden besiedelte Norden Kasachstans trat erst später in den Kontakt mit dem Islam. Viele Nomaden führten nach der Konversion ihre schamanistische Traditionen fort. Die russische Expansion führte durch das Ansiedeln von Christen zu einer Zurückdämmung des islamischen Einflusses in Kasachstan. Allerdings übten die russischen Herrscher eine tolerante Politik aus, was unter anderem dazu führte, dass der Koran in die russische Sprache übersetzt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich dies jedoch, als die russische Politik anfing, den Islam als Gefahr für den Machterhalt in Zentralasien anzusehen. Das Unterrichten der arabischen Schrift wurde verboten und das Publizieren von islamkritischen Büchern gefördert. Während der Sowjetunion wurde der Islam, wie alle anderen Religionen, unterdrückt und alle Moscheen des Landes, bis auf wenige Ausnahmen geschlossen oder umfunktioniert.

Die meisten Kasachen sind jedoch nach wie vor säkular und praktizieren ihre Religion nur an hohen Feiertagen wie dem Ramadan oder dem Opferfest, teilweise vermischt mit vorislamischen Bräuchen. Dies trifft heute vor allem für die kasachischen Nomaden und für die Kasachen im Norden zu, die während der Sowjetzeit russifiziert wurden. Der Islam in Kasachstan ist eher liberal und nimmt heute für nicht wenige Kasachen eine große Rolle im täglichen Leben ein. 1991 gab es in ganz Kasachstan wieder über 170 Moscheen und 230 muslimische Gemeinden. Finanzielle Hilfe erhält Kasachstan seit dieser Zeit aus der Türkei, Ägypten und von Saudi-Arabien.

In den 1980er-Jahren existierten im gesamten Land nur ca. 25 Moscheen. Im Jahre 1991 waren es 68 und 2009 bereits 2.488. Die Zahl der Pilger nach Mekka aus Kasachstan steigt ebenfalls. Während die Zahl der Pilger im Jahr 2001 228 betrug, waren es 2007 bereits 4.300. Im Jahr 2006 wurde der Tag des muslimischen Opferfest zum offiziellen Feiertag erklärt.

ChristentumBearbeiten

26 % der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Den größten Anteil bilden die russisch-orthodoxen Christen. Aber auch die Armenische Apostolische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche und Georgische Orthodoxe Apostelkirche sind vertreten. Kasachstandeutsche sind meist Lutheraner (Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kasachstan) oder Mennoniten. Viele Osteuropäer in Kasachstan sind Katholiken, somit Teil der Römisch-katholischen Kirche in Kasachstan oder der Kasachischen Griechisch-Katholischen Kirche.

Aktuell ist die orthodoxe Glaubensrichtung die zweitgrößte Religion nach dem Islam. Die ersten orthodoxen Christen wanderten im dritten und vierten Jahrhundert aus dem heutigen Syrien und dem Byzantinischen Reich über Persien in die zentralasiatische Region ein. Dadurch bildete sich in einigen Städten die nestorianische Kirche. Zu ihrer Größe gelangte die orthodoxe Kirche erst durch die russische Expansion. Infolge der Einwanderungswellen lebten 1871 bereits ca. 400.000 orthodoxe Christen in Zentralasien; sie unterhielten über 300 Kirchen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion konnten gläubige Menschen wieder ihre Religion in Kasachstan ausüben, was die Kirchen wiederbelebte und den Bau neuer Kirchen ermöglichte. Viele Russen aus Zentralasien wanderten in die russische Föderation aus, da dort der Lebensstandard höher war als in anderen Nachfolgestaaten der UdSSR wie Kasachstan.

Die ersten Protestanten, die nach Kasachstan gelangten, waren Russlanddeutsche, die im russischen Militärdienst standen. In den 1880er Jahren gab es einen Zustrom von Lutheranern und Baptisten aus dem Westen des russischen Reiches. Durch die Deportation von Russlanddeutschen nach Zentralasien verfielfachte sich dort die Zahl der Protestanten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stieg die Anzahl der protestantischen Einrichtungen im Lande.

Zurzeit leben etwa 300.000 Katholiken in Kasachstan. Die ersten Missionare waren franziskanische Mönche, die im 13. Jahrhundert nach Zentralasien kamen, um die dortigen regionalen Herrscher für ihre Religion zu gewinnen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der Katholiken rasant durch Einwanderung aus westlichen Grenzregionen des russischen Reiches. Nach dem Zerfall der Sowjetunion nutzen viele Katholiken die Chance zur freien Religionsausübung. Durch den Aufbau diplomatischer Beziehungen zwischen Kasachstan und dem Vatikan konnten die kasachischen Katholiken mehr Unterstützung erfahren. Der Vatikan unterstützt zudem seit 1998 die Katholische Hochschule in Qaraghandy. Zurzeit existieren in Kasachstan ca. 80 römisch-katholische und 4 griechisch-katholische Einrichtungen.

JudentumBearbeiten

1989 lebten 18.492 Juden in der Kasachischen SSR. 2010 gab es noch ungefähr 3700 Personen jüdischen Glaubens, ein Anteil von weniger als 0,5 % der Gesamtbevölkerung im Land.[23] Viele von ihnen sind nach Deutschland, in die Vereinigten Staaten oder nach Israel ausgewandert. Fast alle in Kasachstan lebenden Juden sind Aschkenasim. Die ersten Juden wanderten im 14. Jahrhundert über den Iran nach Kasachstan ein. Heute leben viele Juden in den Städten, wie zum Beispiel Astana, Almaty, Aktöbe, Kyzylorda, Petropavl, Taraz und Shimkent. Insgesamt verfügt das Land über 28 jüdische Einrichtungen. Im Jahre 2004 eröffnete in Astana „Beyt Rahel-Habad Lyubovic“, die größte Synagoge Zentralasiens.[24]

BuddhismusBearbeiten

Den ersten Kontakt mit dem Buddhismus erhielt Zentralasien wohl im ersten Jahrhundert vor Christus. Im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus gelangten buddhistische Missionare aus Indien in diese Region. Ab dem sechsten Jahrhundert stand die turkstämmige Bevölkerung unter dem Einfluss des Buddhismus.[24] Die Dzungar-Mongolen, von denen sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Kalmücken abspalteten, betrieben vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Klöster in der Semiretschye(Siebenstromland)-Region von Ostkasachstan und südlich und östlich vom Balchaschsee. Sie pflegten die Gelug-Tradition des tibetischen Buddhismus.[25] Allerdings konnte sich die Religion nicht in der Gesellschaft verankern. Heute wird der Buddhismus vor allem von aus dem Ausland stammenden Minderheiten wie Sowjet-Koreanern oder Tibetern praktiziert.

BildungBearbeiten

 
Die Kasachische nationale pädagogische Universität
 
Medizinische Akademie Semei

In Kasachstan gibt es ein einheitliches, nationales Bildungssystem. Im Alter von fünf bis sechs Jahren steht zunächst der Besuch einer Vorschule an, die für alle Kinder kostenfrei ist. Hier sollen die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder gefördert werden. Wichtigster Bestandteil des kasachischen Bildungsmodells ist die Mittelschule. Sie beginnt mit der Unterstufe (Klasse 1-4), wird mit der Hauptstufe (Klasse 5-7) fortgesetzt und endet mit der Oberstufe (Klasse 10-11 beziehungsweise 12). Der Unterricht für die zirka 3,2 Millionen Schüler erfolgt, je nach Region, in sieben verschiedenen Sprachen (Kasachisch, Russisch, Usbekisch, Uigurisch, Tadschikisch und an jeweils einer Schule auf Ukrainisch und auf Deutsch). 2015 konnten über 99 % der erwachsenen Bevölkerung lesen und schreiben.[26]

Die Hochschulbildung kann man in verschiedenen Einrichtungen absolvieren, unter anderem an der Universität, der Akademie, an einem Institut und diesen gleichgestellte Einrichtungen wie Konservatorium, Hochschule und Fachhochschule. In der Hochschulstruktur gibt es drei Stufen. Am Ende steht der Universitätsabschluss oder der Magister.

Zurzeit gibt es in Kasachstan ungefähr 170 Hochschulen, von denen 110 nicht staatlich sind, und 60 staatliche Universitäten. Zu den größten Universitäten zählen die Staatliche Universität Qaraghandy (KSU), die Staatliche Universität Pawlodar (PSU) und die Al-Farabi-Universität. Des Weiteren gibt es in Almaty auch eine Kasachisch-Britische Technische Universität und eine Deutsch-Kasachische Universität. Technische Universitäten befinden sich mit der Kasachischen Nationalen Technischen Universität Almaty (KAZNPU) in Almaty, in Qaraghandy und in Öskemen.

GeschichteBearbeiten

Hauptartikel: Geschichte Kasachstans

Altertum und FrühmittelalterBearbeiten

Im Altertum entstanden auf dem Gebiet des späteren Kasachstan verschiedene Reiche. Am bekanntesten sind die Reiche der turkstämmigen Kangly, Scha-t’o, Kirgisen, Kimek und Naimanen, die vor allem das nördliche, südliche und östliche Kasachstan beherrschten. Der Süden wurde vor allem durch das iranische Reich des Choresm-Schah gebildet, dem auch formal die Gebiete der turkstämmigen Karakhaniden und der Türgisch untertan waren. Das spätere Westkasachstan unterstand den Reichen der Kyptschaken und der Oghusen.

Erste mongolische HerrschaftBearbeiten

Im 13. Jahrhundert wurde Kasachstan von den Mongolen Dschingis Khans überrannt und seinem Reiche einverleibt: Große Teile des heutigen Kasachstans zählten zu der Orda-Horde. Im Westen des Landes befand sich das Gebiet der Goldenen Horde, während der Süden de jure durch das Khanat Tschagatai kontrolliert wurde. Im südwestlichen Kasachstan, das heißt, in den Gebieten zwischen dem Kaspischen Meer und dem Aralsee, herrschten de facto seit dem 15. Jahrhundert die Khane der Nogaier-Horde.

Usbekisch-mongolische HerrschaftBearbeiten

 
Das kasachische Khanat mit Gebiet

Im 14./15. Jahrhundert von Timurs Eroberungen betroffen, bildete sich nun das Usbekische und Kasachische Khanat heraus. In der Folgezeit entstanden auf Basis des Letzteren drei Nachfolge-Khanate („Älterer/Großer Schus“ im Siebenflussgebiet (kas. „ұлы жүз“), „Mittlerer Schus“ in Zentralkasachstan (kas. „Орта жүз“) und „Jüngerer/Kleiner Schus“ (kas. „Кіші жүз“)). Später gingen sie im Russischen Zarenreich auf. Diese staatsähnlichen Gebilde spielen auch in der Gegenwart eine Rolle.

Zweite mongolische HerrschaftBearbeiten

Im 17./18. Jahrhundert fielen noch einmal Mongolen in Kasachstan ein, wo es zeitweise einen Bestandteil der Westmongolischen Föderation der Oiraten bildete.

Es war die Zeit des „Großen Unglücks“ für die Kasachen.

Russische HerrschaftBearbeiten

Um dem Einverleiben durch China zu entgehen, unterstellte sich das spätere Kasachstan Mitte des 18. Jahrhunderts nach und nach dem russischen Zarenreich. Es kam nun dort zur Bildung der drei kasak-kirgisischen Horden. Im 19. Jahrhundert begann der kasachische Widerstand gegen die russische Herrschaft: Auf dem Gebiet der einstigen Nogaier-Horde wurde 1812 die kasachische Bökey-Horde begründet, die das Khanat unter ihrer Führung wiederherstellen wollte. Ihr Fürst Bökey war ein Dschingiskhanide und Ende des 18. Jahrhunderts Anwärter auf den Khantitel der Kleinen Horde gewesen. Nachdem er gescheitert war, bat er den russischen Zaren um Aufnahme. Er ließ sich mit seinen Anhängern im Gebiet zwischen Wolga und Ural nieder und Bökey Khan wurde ein treuer Vasall des Zaren. Dieser setzte ihn 1812 als zweiten Khan in der Mittleren Horde ein. Doch wenig später wurden alle Horden aufgelöst und das nachmalige Kasachstan durch General Kaufmann († 1882) unterworfen und dadurch dem Generalgouvernement Turkestan unterstellt.

Die meisten Städte Kasachstans sind während dieser Periode von Russen gegründet worden. Dazu gehören unter anderem Astana, Almaty, Semipalatinsk, Ust-Kamenogorsk, Petropawl und andere.

Sowjetische HerrschaftBearbeiten

Nach der Februarrevolution 1917 in Petrograd und dem Sturz des autokratischen Zaren Nikolaus II. wurden auch in Kasachstan die neuen Ideen der Revolution verbreitet. Noch im selben Jahr proklamierte die kasachische Nationalbewegung Alasch die Autonomie Kasachstans innerhalb eines föderativen Russland. Da die Alasch Orda die Anerkennung der Machtübernahme der Bolschewiki verweigerte, geriet sie in Konflikt mit der neuen russischen Sowjetregierung. Im Laufe des russischen Bürgerkrieges war das Gebiet des heutigen Kasachstan zwischen den Bolschewiki, der Alasch Orda sowie russischen antikommunistischen Gruppierungen umkämpft, wobei die Allianzen und Machtverhältnisse mehrmals wechselten. 1919 wurde das Gebiet schließlich von den Sowjets unterworfen.

Am 26. August 1920 wurde aus dem nördlichen und zentralen Teil des heutigen Kasachstan die Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der RSFSR gebildet. Deren erste Hauptstadt wurde das heute zu Russland gehörende Orenburg. Nach der Auflösung der ASSR Turkestan wurden ihr 1924/1925 auch das heutige südliche Kasachstan sowie das heutige Karakalpakistan angegliedert. Im April 1925 wurde sie in Kasachische Autonome Sowjetrepublik umbenannt. Orenburg wurde von der Kasachischen ASSR getrennt und unmittelbar Teil der RSFSR, neue Hauptstadt wurde 1925 zunächst Qysylorda, 1929 dann Alma-Ata (heute Almaty).

Die Bevölkerung Kasachstans litt in den Jahren von 1928 bis 1933 unter einer beispiellosen Agrarkrise, Folge der gewaltsamen und in der gesamten Sowjetunion durchgeführten Zwangskollektivierung und Entkulakisierung und nicht zuletzt der damit einhergehenden administrativen Sesshaftmachung der Nomaden Kasachstans.[27] Die soziale und ökonomische Lage war gekennzeichnet durch massenhafte Enteignungen, Massendeportationen, Massenflucht und weit verbreitete Unruhen. Hungerkatastrophen kosteten zirka 1,3 bis 1,5 Millionen Menschenleben.[28] Andere Stellen sprechen von 1,5 bis 1,7 Millionen Todesopfern sowie bis zu 42 % der Bevölkerung, die dem Hunger zum Opfer fielen.[29]

 
Flagge der Kasachischen SSR

Am 5. Dezember 1936 wurde Kasachstan als Kasachische SSR zu einer von der RSFSR getrennten eigenständigen Unionsrepublik der Sowjetunion erklärt, während Karakalpakistan als autonome Republik dem benachbarten Usbekistan zugeschlagen wurde.

Während der Sowjetzeit kam es zu einem massiven Entwicklungsschub für Kasachstan. Das bis dahin eher nomadisch geprägte Land wurde mit neuen Eisenbahnlinien erschlossen. In den Städten wurden Industriebetriebe angesiedelt, und dank der Einwanderungswelle der Fachkräfte aus Russland kam es zu starkem Bevölkerungswachstum. Im Zweiten Weltkrieg diente Kasachstan sowohl als Evakuierungsort für zahlreiche Menschen aus dem europäischen Teil der Sowjetunion, als auch als Deportationsziel für Völker, die der Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Deutschland bezichtigt wurden (Krimtataren, Tschetschenen, Inguschen, Koreaner, aber auch Russlanddeutsche).

Nikita Chruschtschow betrieb ein umfangreiches und kostspieliges Agrarprogramm zur landwirtschaftlichen Erschließung der nordkasachischen Steppen.[30] Es entstanden riesige Bewässerungsanlagen, im Gespräch war sogar ein Projekt der Umleitung der sibirischen Flüsse nach Süden, der sogenannte Dawydow-Plan. Unter Chruschtschow wurde in Kasachstan auch der Weltraumbahnhof Baikonur errichtet.

UnabhängigkeitBearbeiten

1990 erklärte Kasachstan seine Souveränität innerhalb der UdSSR. Nursultan Nasarbajew wurde Staatsoberhaupt.

Am 16. Dezember 1991 erklärte die Republik Kasachstan ihre Unabhängigkeit. Kasachisch wurde Amtssprache, die Hauptstadt Alma-Ata wurde in Almaty umbenannt, der 16. Dezember wurde Nationalfeiertag. Nursultan Nasarbajew war bereits am 1. Dezember 1991 in den ersten direkten Wahlen zum Präsidenten gewählt worden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erhob Kasachstan territoriale Ansprüche gegenüber den Nachbarstaaten. So beanspruchte es beispielsweise von Usbekistan alle von Südkasachen bewohnten Gebietsteile einschließlich der von den Karakalpaken bewohnten Autonomen Republik. Zu dieser Zeit favorisierte auch die Mehrheit dieser ethnischen Minderheit den Anschluss ihrer Gebietsteile an das sprachverwandte Kasachstan.[31]

1992 gründete Kasachstan zusammen mit Usbekistan, Kirgisistan, Turkmenistan, Aserbaidschan und der Türkei den Zentralasiatisch-Türkischen Gipfel.

1997 zogen Regierung und Parlament von Almaty nach Aqmola um. Aqmola wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und 1998 in Astana (Hauptstadt) umbenannt. Als Gründe hierfür führte man die besseren langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten Astanas gegenüber dem in einem erdbebengefährdeten Talkessel gelegenen Almaty an. Eine weitere Rolle dürfte die zentralere Lage Astanas gegenüber dem in der Nähe der kirgisischen Grenze gelegenen Almaty gespielt haben. Möglicherweise wollte man separatistischen Tendenzen des von vielen ethnischen Minderheiten (vor allem Russen) bevölkerten Nordens des Landes entgegenwirken, indem man eine näher an diesen Gebieten gelegene Stadt zur Hauptstadt machte.

PolitikBearbeiten

StaatBearbeiten

 
Denkmal für die Opfer politischer Repressionen und des Totalitarismus: „Akmolinsker Lager für Frauen der Verräter der Nation“

Das Land ist nach der Kasachischen Verfassung von 1995 eine Präsidialrepublik. Die Amtszeit des Staatsoberhauptes beträgt fünf Jahre und sie ist auf zwei Amtszeiten beschränkt – diese Regelung gilt indes nicht für Nursultan Nasarbajew, den Präsidenten seit der Staatsgründung 1991.

Das Parlament besteht aus einem Zweikammersystem – aus Senat und Unterhaus.

Das Unterhaus (Maschilis) zählt 107 Mitglieder. 98 von ihnen werden im Proporz gewählt, neun vom Präsidenten als Vertreter der ethnischen Minderheiten ernannt. Für den Einzug in die Maschilis benötigt eine Partei einen Wähleranteil von 7 %.

InnenpolitikBearbeiten

Die Innenpolitik wird durch den autoritären Regierungsstil von Präsident Nasarbajew und seiner Familie geprägt. Die Opposition ist in ihren Rechten stark eingeschränkt. Die Medien stehen unter strenger Beobachtung.[32]

Für Aufsehen sorgte im Februar 2006 der Mord am Oppositionspolitiker Altynbek Sarsenbajew.[33][34]

Bei den Wahlen im August 2007 erhielt die Partei Nur Otan von Nursultan Nasarbajew 88 % der Stimmen. Da keine der sechs angetretenen Oppositionsparteien[35] die Sieben-Prozent-Hürde überwinden konnte, errang Nur Otan alle 98 Sitze des Parlamentes. Die Opposition hatte bis dahin einen Sitz innegehabt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erklärte, die Wahl habe vor allem bei der Stimmenauszählung und der Umsetzung neuer Rechtsvorschriften nicht den internationalen Standards entsprochen. Die Oppositionsparteien erkannten das Ergebnis nicht an und sprachen von massiven Manipulationen.[36]

Somit konnte auch die Kommunistische Partei Kasachstans, deren Vorsitzender Nursultan Nasarbajew bis 1991 selbst war, nicht ins Parlament einziehen.

Am 15. Januar 2012 fanden vorgezogene Parlamentswahlen statt. Nur Otan erhielt 83 Sitze.

AußenpolitikBearbeiten

 
Staaten mit einer kasachischen Botschaft (2009)

Kasachstan unterhält strategische Partnerschaften mit Russland, China und den USA. Mit dem Nachbarn Russland verbindet Kasachstan der Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe aus dem Jahr 1992; daneben die gemeinsame Grenze, eine starke handelspolitische Verflechtung und ein hoher russischer Bevölkerungsanteil. Auch befindet sich der internationale Weltraumbahnhof Baikonur, der von Russland gepachtet wird, im Süden Kasachstans. Die Partnerschaft mit China existiert seit 2005, sie basiert namentlich auf dem gemeinsamen Interesse, die Transportinfrastruktur zwischen den Nachbarn auszubauen. Die Beziehungen zu den USA sind vor allem geprägt durch das Engagement großer US-amerikanischer Unternehmen im Land, aber auch durch gemeinsame Interessen, wie den Kampf gegen Terrorismus und gegen Drogen. Wegen Wasser- und Energiefragen nicht immer frei von Spannungen ist hingegen das Verhältnis zum Nachbarland Usbekistan.[37] Verstärkt haben sich die Beziehungen mit Europa. Sie gründen auf dem am 23. Januar 1995 in Brüssel unterschriebenen Abkommen über Partnerschaft und Zusammenarbeit, das am 1. Juli 1999 in Kraft trat.[38]

Kasachstan ist Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen wie der UNO und allen UNO-Organisationen (z. B. UNESCO), der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO), der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, der GUS, der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Im Jahr 2010 hatte Kasachstan den OSZE-Vorsitz inne.

In der geostrategischen Analyse von Zbigniew Brzeziński in seinem grundlegenden Werk „Die einzige Weltmacht“ wird Kasachstan aus US-amerikanischer Perspektive als „Schild (Usbekistan als die Seele) des nationalen Erwachens der verschiedenen Völker der Region“ verstanden. Kasachstan schütze die anderen Länder vor direktem russischen Druck, da es allein an Russland grenzt. Kasachstan rivalisiere mit Usbekistan um die regionale Vorherrschaft. Kasachstan sei für Russland „höchst verlockend“, "weil es aufgrund seiner ethnischen Probleme in einer offenen Konfrontation mit Moskau mit Sicherheit den kürzeren zöge." Außerdem wirkt die Angst der Kasachen vor China und die Unruhe der Regierung über den chinesischen Umgang mit den Uiguren in Xinjang zugunsten einer Annäherung an Russland. Eine Abhängigkeit von Russland würde Kirgistan und Tadschikestan in die Einflußsphäre Moskaus bringen, das dann „sowohl Usbekistan als auch Turkmenistan stärker unter Druck setzen könnte“.

Am 30. November 2015 trat Kasachstan nach 20-jährigen Verhandlungen als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei.[39]

Durch das Partnerschaftsabkommen zwischen der europäischen Union, welches am 21. Dezember 2015 in Astana unterzeichnet wurde[40], erhofft sich die Regierung Kasachstans, das Land für den Tourismus zu öffnen. Zudem wird die Expo 2017 in der Hauptstadt Astana stattfinden. Die Bundesrepublik Deutschland wird dabei einen der größten Pavillons beziehen.

MenschenrechteBearbeiten

In Kasachstan ist die Menschenrechtslage angespannt; jedoch hat das Land in den letzten zehn Jahren nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes (Stand 2012) begrenzte Fortschritte auf dem Weg zu einem Rechtsstaat gemacht. Im Oktober 2010 hatte der UN-Sonderberichterstatter Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafen in Kasachstan kritisiert. Das Land verberge das volle Ausmaß der Folter und anderer Misshandlungen in seinem Haft- und Gefängnissystem weiterhin.

Korruption und politische Intervention im Rechtsbereich sind an der Tagesordnung. In Strafverfahren werden häufig Verfahrensregeln verletzt. Reformanstöße von innen und außen werden zögernd angenommen und umgesetzt. Seit 2004 gilt ein Moratorium (Aufschiebung, Einstellung) für den Vollzug der Todesstrafe. 2009 hatte Präsident Nasarbajew ein Gesetz zur Aufhebung der Todesstrafe unterzeichnet. Davon ausgenommen waren jedoch die terroristischen Angriffe und schwerwiegende kriminelle Akte.[41] 2016 wurde Ruslan Kulekbajew, ein Sympathisant der ultraradikalen salafistischen Strömung, zum Tode verurteilt, nachdem er auf einer Polizeistation in der Stadt Almaty zehn Personen, darunter acht Polizisten erschossen hatte.[42]

RechtsstaatBearbeiten

2010 führten die Behörden eine Reihe von Maßnahmen ein, die darauf abzielten, Folter zu verhindern. Dazu gehörten ein erleichterter Zugang unabhängiger öffentlicher Beobachter zu Hafteinrichtungen und eine öffentliche Verpflichtung, gegenüber Folter eine „Null-Toleranz-Politik“ walten zu lassen.

2010 verschob die Regierung die Einrichtung des Nationalen Präventionsmechanismus, eines unabhängigen Überwachungsmechanismus für Haftanstalten, um drei Jahre. Trotz erster Maßnahmen berichteten Personen laut Amnesty International, die sich im Polizeigewahrsam befanden, dass sie sowohl vor als auch nach der formalen Registrierung ihrer Haft in einer Polizeistation häufig Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt waren. Polizeibeamte verstießen oft gegen das Strafvollzugsgesetz, das eine Registrierung von Gefangenen binnen drei Stunden nach ihrer Inhaftierung vorsieht.

MeinungsfreiheitBearbeiten

Die Meinungs- und Medienfreiheit ist eingeschränkt. Kritik am Präsidenten und seiner Familie kommt vor, jedoch nur punktuell. Missliebige Journalisten werden drangsaliert und im kasachischen Internet werden bestimmte Seiten blockiert.

Religions- und VersammlungsfreiheitBearbeiten

Die Religions- und Versammlungsfreiheit wird vom Staat restriktiv gehandhabt. Religiöse Gruppen am Rande des religiösen Spektrums werden als Gefährdung wahrgenommen. Der Islam spielt eine zunehmende Rolle im täglichen Leben, ist aber mit wenig Ausnahmen weitgehend tolerant.

Frauenrechte und MinderheitenschutzBearbeiten

Frauen sind in Spitzenpositionen von Politik und Wirtschaft trotz ihrer relativ hohen Bildungs- und Erwerbstätigkeitsquote wenig vertreten. Kernproblem ist der deutliche Lohnnachteil für Frauen, ihre schlechte soziale Absicherung (hohe Alleinerziehungsquote) sowie ihr unzulänglicher Gesundheitsschutz. Die Vielehen (ein Mann und zwei oder mehrere Frauen) nehmen derzeit bei muslimischen Männern zu (Stand 2013). Anders als in anderen Staaten kann hier ein Imam ohne das Standesamt Ehen schließen. Ein entsprechendes Gesetz zur offiziellen Erlaubnis von Vielehen ist geplant.[43]

MilitärBearbeiten

Hauptartikel: Kasachische Streitkräfte
Nukleare Testgebiete

Von 1949 bis 1989 fanden – ohne Menschen aus dem dünn besiedelten Gebiet abzusiedeln – auf dem etwa 400 km östlich von Astana gelegenen Atomwaffentestgelände Semipalatinsk nahe Kurtschatow 470 Atomtests (davon 124 oberirdisch) statt. Das stark verseuchte Areal wurde am 29. August 1991 geschlossen.[44]

Zu Zeiten der Sowjetunion gab es weitere kleine Atomtestgebiete, u. a. zwei im Nordwesten Kasachstans, auf der kaspischen Halbinsel Mangyschlak und nördlich des Aralsees. Über das Land sind fünf Standorte für Raketentests verteilt. Auf dem Raketentestgelände Saryschagan befindet sich außerdem das Lasertestzentrum Terra-3.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Kasachstan ist ein in 14 Gebiete (Regionen, kasach. Oblys, Mehrzahl Oblystar) und drei Städte mit Sonderstatus (Stadt republikanischer Bedeutung, kasach. Республикалық маңызы бар қала, Republikalyq mangysy bar qala) gegliederter Staat. Diese subnationalen Einheiten sind nochmals in Kreise gegliedert.

Gebiet Hauptstadt Fläche
in km²
Einwohner[45]
(2016)
  Almaty Taldyqorghan 223.911 1.947.737
  Aqmola Kökschetau 146.219 744.411
  Aqtöbe Aqtöbe 300.629 834.813
  Atyrau Atyrau 118.631 594.576
  Mangghystau Aqtau 165.642 626.777
  Nordkasachstan Petropawl 97.993 569.507
  Ostkasachstan Öskemen 283.226 1.396.086
  Pawlodar Pawlodar 124.755 758.595
  Qaraghandy Qaraghandy 427.982 1.385.037
  Qostanai Qostanai 196.001 883.658
  Qysylorda Qysylorda 226.019 765.227
  Schambyl Taras 144.264 1.110.965
  Südkasachstan Schymkent 117.249 2.840.557
  Westkasachstan Oral 151.339 636.875
TurkmenistanUsbekistanAserbaidschanGeorgienKirgisistanTadschikistanChinaRusslandBaikonurAlmatyAstanaMangghystauAtyrauWestkasachstanAqtöbeQostanaiNordkasachstanAqmola (Gebiet)PawlodarQaraghandyQysylordaSüdkasachstanSchambylOstkasachstanAlmaty 
Karte der Gebiete (Oblystar) Kasachstans
Stadt Fläche
in km²
Einwohner[45]
(2016)
  Almaty 682 1.703.481
  Astana 720 872.655
  Baiqongyr 57 39.635

Nach der Verwaltungsreform von 1997 wurden folgende Gebiete aufgelöst (Verwaltungszentren in Klammern):

StädteBearbeiten

 
Blick über Almaty

Hauptstadt und Regierungssitz ist das in Zentralkasachstan gelegene Astana mit 814.401 Einwohnern. Astana ist eines der großen Industrie- und Dienstleistungsballungszentren Kasachstans und Universitätsstadt.

Metropole, größte Stadt des Landes und zugleich wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Ballungszentrum des Landes ist das im Südostkasachstan gelegene Almaty (früher Alma-Ata). Die Stadt hat 1.477.564 Einwohner.

Die im Süden des Landes gelegene Stadt Schymkent ist mit 652.500 Einwohnern die drittgrößte kasachische Stadt. Qaraghandy (485.300 Einwohner) in Zentralkasachstan, die Hauptstadt des Gebietes Qaraghandy, ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort für die kasachische Industrie. Weitere wichtige Städte sind Taras (406.262 Einwohner), Pawlodar (495.554 Einwohner), Öskemen im Nordosten und die Erdölhochburgen Aqtau und Atyrau in Westkasachstan.

WirtschaftBearbeiten

Hauptartikel: Wirtschaft Kasachstans

Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre (seit 1999) betrug im Durchschnitt 9,3 %. 2004 legte das BIP (Bruttoinlandsprodukt) um 9,4 % zu. Im 1. Halbjahr 2005 betrug das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum 9,1 % (für das Gesamtjahr auf 8,8 % prognostiziert). Damit ragt Kasachstan in der Region Zentralasien als Vorbild für eine Transformations-Wirtschaft hervor und lässt alle anderen Länder der Region weit hinter sich. Die wirtschaftliche Lage Kasachstans hat sich weiterhin verbessert und die Regierung fördert zunehmend ausländische Direktinvestitionen. Von den Öl- und Gasressourcen des Landes profitiert jedoch nur eine schmale Elite. Seit 2003 erfolgen Versuche zur Reduzierung der Rohstoffabhängigkeit der Wirtschaft. Zu den seit 2008 realisierten Projekten der Intensivierung der Wertschöpfung durch Weiterverarbeitung einheimischer Rohstoffe gehören Walzstahl- und Siliziumwerke in Karaganda, die Chromerzaufbereitung in Aqtöbe und ein Eisenlegierungswerk in Taras.[46] Mit dem sinken der Rohstoffpreise verlangsamte sich das Wachstum ab 2014 deutlich. 2016 betrug es noch knapp 1 %.

Kasachstan ist die größte Wirtschaft und das reichste Land Zentralasiens. 2016 betrug das BIP (Kaufkraftbereinigt) pro Kopf 25.145 und lag damit auf dem Niveau von Chile und der Türkei.[47]

Das Finanzzentrum des Landes ist die ehemalige Hauptstadt Almaty. Hier haben alle großen Kreditinstitute Kasachstans ihren Hauptsitz, unter anderen Kazkommertsbank, Halyk Bank und Alliance Bank. Der BTA Bank stellten viele westliche Großbanken erhebliche Kreditmittel zur Verfügung; ihr ehemaliger Vorstand Mukhtar Ablyazov ist derzeit Mittelpunkt von Ermittlungen über den Verbleib der Gelder.[48] Die Kasachische Börse befindet sich im neuen Finanzbezirk Almatys.

Das Genossenschaftswesen spielt eine gewisse Rolle. An Erzeuger-, Verbraucher-, Mietergenossenschaften usw. sind etwa 5 % bis 10 % der Einwohner Kasachstans beteiligt.

Als Folge der Krise 2009 wurden von Zollabgaben freie Wirtschaftszonen gegründet. Die Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) konstatiert jedoch deutliche Defizite bei der Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen und bei der Gründungsförderung.[49]

Kasachstan ist Gründungsmitglied der seit dem 1. Januar 2015 existierenden Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Im Dezember 2015 trat Kasachstan als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Die Beitrittsverhandlungen dauerten fast 20 Jahre an und werden als die schwierigsten überhaupt bezeichnet. Im besonderen Maße haben dazu die Verhandlungen um die Zolltarife mit den Mitgliedstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion beigetragen. Nun soll durch das geschlossene Abkommen der Importzoll des Landes binnen 5 Jahren auf 6.1 %, für Agrargüter auf 7.6 gesenkt werden. Aus Sicht des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew ermöglichen sich durch die Mitgliedschaft weitere Möglichkeiten für das Wachstum der kasachischen Wirtschaft. Laut ihm verlaufe bereits circa 90 % des Handels mit WTO-Staaten.[50]

Bei dem Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos warb der kasachische Ministerpräsident Kärim Mässimow verstärkt um Investoren. Er betonte die investorfreundlichen Reformen des Wirtschaftssystems und meinte, dass der niedrige Ölpreis eine ideale Voraussetzung für die Umsetzung solcher Reformen bilde. Zudem wolle Kasachstan beim nächsten Weltwirtschaftsforum in einer verbesserten Ausgangssituation dastehen.[51]

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegte Kasachstan Platz 53 von 138 Ländern (Stand 2016–2017). Im Index der Wirtschaftlichen Freiheit belegte Kasachstan 2017 Platz 42 von 180 Ländern.[52][53] Der Staat hat nach wie vor Einfluss auf die kasachische Wirtschaft, auch wenn in den letzten Jahren zahlreiche Privatisierungen durchgeführt wurden.

RohstoffeBearbeiten

 
Unternehmenssitz von KazMunayGas

Erdöl- und Erdgasförderung sowie Ölprodukte bilden die Basis kasachischer Wirtschaft. In den 1990er Jahren wurden im Norden des Kaspischen Meeres und in der kasachischen Steppe die größten Erdölreserven der letzten 30 Jahre gefunden. Experten schätzen sie auf rund neun Milliarden Barrel. Die Ausbeutung erfolgt mit Hilfe ausländischer Gesellschaften. Sie müssen von der Fördermenge zwischen 40 % und 50 % an den kasachischen Staat abgeben. Allein im Jahr 2002 wurden in Kasachstan rund 360 Millionen Barrel im Wert von 7 Milliarden Euro gefördert. Dank der zunehmenden Ausbeutung der in den 1990er Jahren entdeckten riesigen Vorkommen konnte die Fördermenge bis zum Jahr 2010 auf rund 580 Millionen Barrel gesteigert werden. Dank dem gleichzeitig stark gestiegenen Ölpreis stiegen die Öleinkünfte daher um ein vielfaches und verhelfen Kasachstan zu einem sehr starken Wirtschaftswachstum.

Die Fördermenge wird auch in Zukunft weiter ausgeweitet, da wichtige Felder im Kaspischem Meer noch erschlossen werden. Die Gasförderung in Kasachstan hat sich in den zehn Jahren zwischen 2000 und 2010 von 10,4 Milliarden m³ auf 33,6 Milliarden m³ mehr als verdreifacht. Kasachstan ist eines der Länder, die in der strategischen Ellipse liegen. In Kasachstan sind weite Landstriche durch die radioaktiven Abfälle aus Öl- und Gasförderung verseucht.[54]

Als Energieträger hat Steinkohle nach wie vor große Bedeutung. Kasachstan besitzt außerdem reiche Reserven an Zinn, Uran, Blei, Zink, Bauxit, Eisen, Gold, Silber, Phosphor, Mangan, Kupfer und anderem.[55]

ProduktionBearbeiten

Sehr gut entwickelt ist auch die Hüttenindustrie (Schwarz- und Buntmetalle) sowie deren Erzeugnisse. In Kasachstan werden zudem chemische Erzeugnisse (Dünger, Kunststoffe), Maschinen, Ausrüstungen, Textilien und Lebensmittel hergestellt. Die wichtigsten Industriezentren sind Almaty, Qaraghandy, Schymkent, Pawlodar und Aqtöbe.

LandwirtschaftBearbeiten

Rund 75 % der Landesfläche sind landwirtschaftlich nutzbar. So deckt Kasachstan seinen Bedarf an Getreide dank der fruchtbaren Steppenböden und trotz geringer Erträge aufgrund von Trockenheit vollständig selbst und exportiert die Überschüsse in Höhe von vier bis fünf Millionen Tonnen. Seit 2005 wird ein Teil der Exporte über die lettischen Hafenstädte Liepāja und Ventspils abgewickelt. Das von den beiden Staaten gemeinsam errichtete Ventspils Grain Terminal ist für die Verschiffung von jährlich 2,5 Millionen Tonnen Getreide ausgelegt. Im Norden besteht um die Hauptstadt Astana ein landwirtschaftlich gut erschlossenes Gebiet. Der russische Name der Stadt von 1961 bis 1991 (Zelinograd,Neulandstadt“) deutet darauf hin, dass es sich um urbar gemachtes Steppenland handelt, das auf Geheiß des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion unter Nikita Chruschtschow ab 1954 erschlossen wurde. Während das Niveau der Getreideerträge in den ersten Jahrzehnten nach der Urbarmachung weit hinter den Erwartungen zurückblieb, gelang nach der Jahrtausendwende eine Stabilisierung.[30] In den südlichen Gebieten von Almaty bis Schymkent werden Früchte angebaut. Von großer Bedeutung vor allem für die Bewohner der Halbwüsten- und Wüstengebiete ist die Viehhaltung. Es werden hauptsächlich Schafe gezüchtet, außerdem Ziegen, Kühe und Pferde. In russisch oder früher deutsch dominierten Regionen ist auch Schweinezucht verbreitet.

Im Süden steht der Aralsee infolge extensiver Wasserentnahme – auf kasachischer Seite entlang dem Syr-Darja, einem der beiden Hauptzuflüsse – zur landwirtschaftlichen Kultivierung der Region vor dem Austrocknen, was eine der größten ökologischen Katastrophen der heutigen Zeit darstellt.

WirtschaftskennzahlenBearbeiten

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen: Bruttoinlandsprodukt,und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Veränderung in % gg. Vj. 9,6 9,7 10,7 8,9 3,3 1,2 7,3 7,4 4,8 6,0 4,2 1,2 1,0
Quelle: Weltbank[56]
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. US$) je Einwohner (in Tsd. US$)
Jahr 2014 2015 2016 Jahr 2014 2015 2016
BIP in Mrd. US$ 221,4 184,4 133,7 BIP je Einw.
(in Tsd. US$)
12,8 10,5 7,5
Quelle: Weltbank[57]
Haupthandelspartner (2016)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
Italien  Italien 20,3 Russland  Russland 36,3
China Volksrepublik  Volksrepublik China 11,5 China Volksrepublik  Volksrepublik China 14,6
Russland  Russland 9,5 Deutschland  Deutschland 5,7
Niederlande  Niederlande 8,9 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 5,1
Schweiz  Schweiz 7,3 Italien  Italien 3,3
Frankreich  Frankreich 4,9 Frankreich  Frankreich 2,6
Spanien  Spanien 2,7 Turkei  Türkei 2,5
sonstige Länder 34,9 sonstige Länder 29,9
Quelle: GTAI[58]
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2014 2015 2016
Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg.Vj.
Einfuhr 41,3 −15,4 30,6 −26,0 25,2 −17,6
Ausfuhr 79,5 −6,2 46,0 −42,2 36,8 −20,0
Saldo +38,2 +15,4 +11,6
Quelle: GTAI[58]

StaatshaushaltBearbeiten

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 27,25 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 23,35 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,9 % des BIP.[59]
Die Staatsverschuldung betrug 2016 21,1 % des BIP.[60]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

InfrastrukturBearbeiten

EisenbahnBearbeiten

Das Streckennetz in Kasachstan wird von der staatlichen Bahngesellschaft Kasachstan Temir Scholy (KTZ) betrieben, es umfasst 13.700 Kilometer Strecken in der Russischen Breitspur (1.520 Millimeter Spurweite), davon sind 3.700 Kilometer elektrifiziert (2006).

Die bekannteste Verkehrsachse ist die Turkestan-Sibirische Eisenbahn (Turksib) von Semei über Almaty nach Arys. Von der Station Schu, 300 km westlich von Almaty, erfolgt der direkte Anschluss der Turksib über die Karaganda-Eisenbahn (Карагандинская железная дорога/ Karagandinskaja schelesnaja doroga) nach Karaganda an das nordkasachische Streckennetz. In Arys werden die westkasachischen Städte Aqtöbe, Atyrau und Aqtau über die Strecke, die durch Qysylorda verläuft, verbunden.

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Bis 2015 soll der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der Hauptstadt Astana und Almaty beendet sein. Auf der Strecke sollen die Züge eine Geschwindigkeit von 350 Kilometer pro Stunde erreichen können und fünf Millionen Passagiere jährlich transportieren. Beim Bau der Strecke wird eng mit der Volksrepublik China zusammengearbeitet.[62]

Kasachstan ist ein wichtiges Transitland im Güterverkehr, weil durch das Land die kürzeste Eisenbahnverbindung zwischen Europa und China verläuft. Dies wurde mit Testzügen des Trans-Eurasia-Express bewiesen. Bisher wurde hierzu der Grenzübergang Alashankou/Dostyk benutzt, über den jährlich mehr als 15 Millionen Tonnen Fracht abgewickelt werden. Zur Erweiterung der Kapazitäten wurde am 22. Dezember 2012 die weiter südlich verlaufende, 293 Kilometer lange Neubaustrecke Korgas–Zhetygen eröffnet, die für ein ähnlich hohes Gütervolumen vorgesehen ist. Da Kasachstan und China unterschiedliche Spurweiten benutzen, sind in den beiden Grenzbahnhöfen Dostyk und Korgas Umspurungsanlagen vorhanden.[63]

StraßennetzBearbeiten

 
Karte von Kasachstan mit eingetragenen Straßen und Eisenbahnverbindungen

Das Fernstraßennetz ist auf dem Papier durchschnittlich entwickelt und umfasst etwa 141.000 Kilometer, europäischen Standards entspricht lediglich die Magistrale Astana–Almaty. Die Fernstraßen sind außerhalb der Ballungsgebiete nicht wie die Schnellstraßen oder Autobahnen ausgebaut und auch bei größeren breiten Straßen nicht voneinander durch Leitplanken getrennt. In Nordkasachstan erinnern einsame, aber fertig ausgebaute, Autobahnkreuze am Stadtrand einiger mittelgroßer Städte daran, wie groß einmal die sowjetischen Pläne für das Straßennetz waren. Von diesen Inseln abgesehen ist das Straßennetz nur im Großraum Almaty einigermaßen gut und sicher befahrbar. Im Norden und Osten des Landes weisen die Straßen regelmäßig große Schäden auf, die Fahrzeug und Insassen stark gefährden können. Vereinzelt (z. B. die A7 südlich des Alakölsee) sind Fernstraßen sogar nur im Schritttempo befahrbar (Sommer 2014). Im Süden des Landes herrscht zwar vermehrte Bautätigkeit an Straßen, aufgrund der enormen Größe Kasachstans wird es jedoch voraussichtlich noch Jahrzehnte dauern, bis zumindest die Fernstraßen sicher befahrbar sein werden (vgl. Kasachstan 2050).

Die wichtigsten internationalen Fernstraßen in Kasachstan sind die M32, M36 und M38.

WasserstraßenBearbeiten

In Atyrau und Aqtau befinden sich Häfen am Kaspischen Meer. Wichtige Wasserstraßen sind Irtysch und Schajyq.

FlugverkehrBearbeiten

 
Flughafen Astana

Die größten Flughäfen Kasachstans sind die in der Hauptstadt Astana und in Almaty. Sie werden von mehreren internationalen Fluggesellschaften angeflogen. Die Lufthansa verbindet die beiden Städte mit Frankfurt am Main.[64] Ein weiterer wichtiger Flughafen ist der Flughafen Qaraghandy Sary-Arka. Daneben verfügt beinahe jede Großstadt des Landes über einen kleineren Flughafen.

Die Air Astana ist die nationale Fluggesellschaft, und nebenbei die einzige aus Kasachstan, die nicht auf der Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union steht. Eine weitere große Fluggesellschaft ist SCAT.

 
Straßenbahn in Almaty (Wagen aus Dresden)

NahverkehrBearbeiten

Der öffentliche Nahverkehr war zu sowjetischen Zeiten gut aufgebaut, in den größeren Städten verkehrten Straßenbahnen und Oberleitungsbusse. Diese wurden im unabhängigen Kasachstan deutlich reduziert. In Almaty wurde bereits zu sowjetischer Zeit mit dem Bau einer Metro begonnen, die erste Strecke wurde 2011 eröffnet. Das Projekt der Stadtbahn Astana ist jünger, der erste Teilabschnitt soll 2014 eröffnet werden.

WeltraumbahnhofBearbeiten

In Baikonur befindet sich der größte Weltraumbahnhof der Welt. Er ist von Russland für 115 Millionen Dollar jährlich bis 2050 gepachtet worden. Seit 2012 baut Russland am Kosmodrom Wostotschny auf eigenem Staatsgebiet.[65]

Tourismus und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Ministerium für Sport und Tourismus hat im März 2011 zur Förderung des Fremdenverkehrs in Deutschland ein offizielles Tourismusbüro eröffnet. Für die Einreise in die Republik Kasachstan sind für deutsche Staatsangehörige ein gültiger Reisepass aber seit 2014 kein Visum mehr notwendig.[66]

Weltkulturerbe und Weltnaturerbe

Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen folgende kasachische Stätten:

In die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes wurden folgende Dokumente aus Kasachstan aufgenommen:[67]

  • Sammlung von Manuskripten von Chodscha Ahmed Yasavi, Nationalbibliothek der Republik Kasachstan, Astana (2003)
  • Audiovisuelle Dokumente der internationalen Anti-Atom-Bewegung „Nevada-Semipalatinsk“, Semei (2005)
  • Das Archiv zum Aralsee, welches dessen ökologische Veränderungen von 1965 bis 1990 dokumentiert (2011).

KulturBearbeiten

Literatur, KunstBearbeiten

FilmBearbeiten

Kasachfilm ist die staatliche Filmgesellschaft. Sie wurde 1934 als Filmstudio in Alma-Ata gegründet und war während der Sowjetunion für praktisch alle kasachischen Filme verantwortlich. In den 1980er Jahren entstand mit der „Neuen kasachischen Welle“ eine Bewegung junger kasachischer Filmhochschulabsolventen, die sich vom klassischen Propagandafilm entfernten und künstlerisch innovative Filme schufen, die international auf Filmfestivals Erfolg hatten. Zu ihren Vertretern zählen unter anderem Raschid Nugmanow und Dareshan Omirbaew.[68]

MedienBearbeiten

Die Medienfreiheit ist nicht gegeben. Die Medien liegen in staatlicher Hand und werden zensiert.[69] In Kasachstan erscheinen 8 national verbreitete Tageszeitungen. Zu den auflagenstärksten Blättern gehören die regierungsamtlichen Zeitungen Kasachstanskaja Prawda und Egemen Kasachstan und die private Wremja. Daneben erscheinen mehrere Wochenzeitungen. Auf Englisch erscheinen The Kazakhstan Monitor und The Almaty Herald, auf Deutsch erscheint die Deutsche Allgemeine Zeitung.[70]

55,8 % der Bevölkerung verfügte 2016 über einen Internetanschluss.[71] Anfang Juli 2009 ließ Nursultan Nasarbajew eine Internet-Zensur einführen.

SportBearbeiten

In Kasachstan erfährt Sport eine relativ hohe Wertschätzung, was auf den sehr hohen Stellenwert und die dazugehörige Sportförderung in der UdSSR zurückgeführt werden kann (siehe auch: Sport in der Sowjetunion). Die beliebtesten Sportarten der Kasachen sind Fußball und Eishockey, aber auch Boxen, Ringen, Judo und Gewichtheben sind in dem zentralasiatischen Land sehr beliebt.

BoxenBearbeiten

Im Boxen zählt das Land weltweit zur Spitze; zwischen 1993 und 2016 erkämpften kasachische Boxer 22 Medaillen (7x Gold, 7x Silber und 8x Bronze) bei Olympischen Sommerspielen und 34 Medaillen (10x Gold, 10x Silber 14x Bronze) bei Weltmeisterschaften. In diesem Zeitraum fanden sechs Olympische Sommerspiele und zwölf Weltmeisterschaften statt; keines dieser Ereignisse war ohne kasachischem Medaillengewinn. Wie sehr kasachische Boxer allein den asiatischen Raum dominieren, zeigten die Ergebnisse der Asienmeisterschaften 2013 in Jordanien. Dabei wurden in zehn Gewichtsklassen gleich sieben Goldmedaillen und eine Silbermedaille erkämpft. Mit einem Olympiasieger und vier Weltmeistern in ihren Reihen, war Kasachstan im Jahr 2014 erfolgreichste Boxnation der Welt. Darüber hinaus befanden sich in sieben der zehn Gewichtsklassen, kasachische Boxer unter den Top-3 der AIBA-Weltrangliste.

Weiters war Kasachstan bereits Austragungsort internationaler Wettkämpfe im Amateurboxsport. In Astana etwa, wurden der Weltcup 2002, die Juniorenweltmeisterschaften 2011 und die asiatischen Olympiaqualifikationen der Jahre 2008 und 2012 abgehalten, während in Almaty die Universitätsweltmeisterschaften 2006 und die Weltmeisterschaften 2013 stattfanden.

Erfolgreichster Profiboxer des Landes ist mit Oktober 2015 der Mittelgewichts-Rekordweltmeister Gennadi Golowkin, der als bester Boxer dieser Gewichtsklasse weltweit gilt.

FußballBearbeiten

Die höchste Spielklasse im kasachischen Fußball ist die Premjer-Liga. Die wichtigsten Fußballvereine sind neben dem Rekordmeister Irtysch Pawlodar, der kasachische Vorzeigeverein zu den Sowjetzeiten Kairat Almaty, der seit 2005 dominierende FK Aqtöbe, der stets in den oberen Rängen zu findende Tobol Qostanai und der wiedererstarkte Schachtjor Qaraghandy. Obwohl das kasachische Staatsgebiet fast ausschließlich in Asien liegt, ist der kasachische Fußballverband Mitglied der UEFA und nimmt an deren Turnieren (Europameisterschaft, Champions-League, Europa League) teil.

RadsportBearbeiten

Die kasachische Radsportmannschaft Team Astana wird zu den führenden Mannschaften weltweit gezählt. Zum Kader des Teams gehörten bereits prominente Fahrer wie Lance Armstrong, Andreas Klöden, Levi Leipheimer, Haimar Zubeldia, Alberto Contador und Alexander Winokurow, der 2012 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Straßenrennen gewinnen konnte.

EishockeyBearbeiten

Das Eishockeyteam Barys Astana, dem neben den besten kasachischen Spielern auch namhafte Legionäre wie Branislav Mezei, Kevin Dallman, Tomáš Klouček, Trevor Letowski, Jozef Stümpel angehören, spielt auf höchstem Niveau in der russischen KHL. Ein weiterer bedeutender Eishockeyverein ist Kaszink-Torpedo Ust-Kamenogorsk.

RugbyBearbeiten

Die kasachische Rugbynationalmannschaft der Männer gehört zu den führenden Mannschaften im asiatischen Raum und konnte bei den Asian Five Nations 2009 sogar den zweiten Rang erkämpfen, ist jetzt aber in die zweite Division Asiens abgestiegen. Die Frauen-Rugby-Nationalmannschaft qualifiziert sich fast regelmäßig als Asien-Sieger (meist vor Japan) für die Weltmeisterschaften. So auch wieder für 2014.

WeiteresBearbeiten

Die Kasachen konnten seit ihrer Unabhängigkeit bisher 17 Olympiasieger feiern (Stand: 12. August 2012). Insgesamt wurden 57 olympische Medaillen gewonnen. Zu den Sommerspielen 2008 in Peking sandte Kasachstan 132 Athleten, für 2012 in London wurden insgesamt 116 Athleten in 16 Sportarten nominiert.

 
Beschbarmak mit Schafskopf für besondere Anlässe

Die Metropolen Astana und Almaty richteten 2011 zum ersten Mal die Winter-Asienspiele in Kasachstan aus. Die asiatischen Meisterschaften im Gewichtheben fanden 2009 in Taldyqorghan im Süd-Osten des Landes statt.

Bei den Weltmeisterschaften im Gewichtheben 2009 belegten die Athleten aus Kasachstan hinter China den zweiten Rang in der Nationenwertung.

KücheBearbeiten

Hauptartikel: Kasachische Küche

Typisch für die Kasachische Küche ist Beschbarmaq. Die Speise wird mit fettem gekochtem Hammel- oder Pferdefleisch zubereitet und mit lasagneähnlichen hauchdünn ausgerollten, gekochten Teigfladen mit der Hand gegessen. Plow, ein für ganz Zentralasien typisches Reisgericht mit Hammelfleisch, und das auch im Ausland bekannte Schaschlik sind weitere populäre Gerichte. Im Sommer wird bevorzugt Kumys getrunken.

Die kasachische Küche ist auf Grund ihrer Lage, Sprache, Kultur und ihrer Religion eng mit den benachbarten zentralasiatischen und slawischen Ländern verbunden.

PersönlichkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

  Portal: Kasachstan – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kasachstan

LiteraturBearbeiten

  • Jonathan Aitken: Kazakhstan: Surprises and Stereotypes After 20 Years of Independence. Continuum Intl., New York 2012, ISBN 978-1-4411-1654-3.
  • Gundula Bahro: Durch die Atomindustrie verseuchte Gebiete in Kasachstan. In: Ernst Giese, Gundula Bahro, Dirk Betke: Umweltzerstörungen in Trockengebieten Zentralasiens (West- und Ost-Turkestan). Ursachen, Auswirkungen, Maßnahmen. Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07374-4, S. 33 ff.
  • Sally N. Cummings: Kazakhstan: Power and the Elite. I.B. Tauris, London 2005, ISBN 1-86064-854-1.
  • Michael Fergus, Janar Jandosova: Kazakhstan: coming of age. Stacey International, London 2003, ISBN 1-900988-61-5.
  • Valerija Ibraeva: Die Kunst Kasachstans als politisches Projekt. In: Boris Groys, Anne von der Heiden, Peter Weibel (Hrsg.): Zurück aus der Zukunft. Osteuropäische Kulturen im Zeitalter des Postkommunismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-12452-8, S. 407–471.
  • Martha Brill Olcott: Kazakhstan: Unfulfilled Promise? Carnegie Endowment for International Peace, Washington DC 2010, ISBN 978-0-87003-243-1.
  • Sebastian Schiek: Widersprüchliche Staatsbildung. Kasachstans konservative Modernisierung. Nomos, Baden-Baden 2014, ISBN 978-3-8487-0765-2.
  • Boris Shiryayev: Großmächte auf dem Weg zur neuen Konfrontation? Das „Great Game“ am Kaspischen Meer. Eine Untersuchung der neuen Konfliktlage am Beispiel Kasachstan. Dr. Kovac, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3749-1.

Studien und Zeitschriftenartikel

WeblinksBearbeiten

  Wikinews: Themenportal Kasachstan – in den Nachrichten
  Wiktionary: Kasachstan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Commons: Kazakhstan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikisource: Kasachstan – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Population of Kazakhstan. Ministry of National Economy of the Republic of Kazakhstan Committee on Statistics, abgerufen am 30. Juni 2017 (englisch).
  2. Google Public Data Explorer. Google Inc., abgerufen am 8. Januar 2017.
  3. (imf.orgInternationalen Währungsfonds
  4. hdr.undp.org United Nations Development Programme (UNDP),
  5. a b c d focus.de
  6. O. Loginov: Status and Conservation of Snow Leopard in Kazakstan. 8th International Snow Leopard Symposium Proceedings. Washington 1995, S. 39–41.
  7. a b Kasachstan lockt mit seinen Rohstoffvorkommen. GTAI, 2. Oktober 2013, abgerufen am 26. Januar 2015.
  8. Agentur für Statistik der Republik Kasachstan: The results of the national population census in 2009. (Memento vom 13. Mai 2012 im Internet Archive) (englisch)
  9. World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 12. Juli 2017.
  10. World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 25. Juli 2017.
  11. Kasachstandeutsche ohne Zukunft? In: Gerhard Wettig (Hrsg.) Aussenpolitik (Zeitschrift für internationale Fragen), Bonn 1993, Nr. 44/2, S. 153–162.
  12. @1@2Vorlage:Toter Link/www.kaz.stat.kz (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven) Ethnien, Religionen und Sprachen in der Republik Kasachstan. Ergebnisse der Volkszählung 2009. Astana 2010 (online [bet| kasachisch], S. 260;@1@2Vorlage:Toter Link/www.stat.kz (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven) S. 258 (russisch); Word-Dokumente, jeweils ca. 40 MB)
  13. a b c Kasachstan stellt auf lateinisches Alphabet um. Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien, 15. Dezember 2012, abgerufen am 3. Mai 2014.
  14. a b c d e f g h i j Schreiben die Kasachen bald lateinisch? – Vierte Schriftreform innerhalb von 100 Jahren geplant. Neues Deutschland – Sozialistische Tageszeitung, 24. Januar 2013, abgerufen am 3. Mai 2014.
  15. Kasachstan: Präsident für Alphabet-Wechsel. Russland-Aktuell, 25. Oktober 2006, abgerufen am 3. Mai 2014.
  16. Lateinisches Alphabet, Kasachstan, abgerufen am 6. November 2017
  17. Kasachstan steigt auf lateinisches Alphabet um, derStandard.at, 27. Oktober 2017, abgerufen am 6. November 2017
  18. Statement of Chairman of the Senate of the Republic of Kazakhstan K. MAMI at the Closing Ceremony of the X Session of the Secretariat Congress of Leaders of World and Traditional Religions. In: Congress of World and Traditional Religions. 21. Juni 2011 (englisch).
  19. @1@2Vorlage:Toter Link/www.unesco.ch (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven) Resolution der Generalversammlung. (PDF; 29 kB) unesco.ch, 25. Januar 2008.
  20. 2010: Jahr für die Annäherung der Kulturen. (Memento vom 13. September 2011 im Webarchiv archive.is) In: unesco.ch.
  21. International Assembly of People of Kazakhstan. In: almaty.kz, (englisch).
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  23. The Jewish Population of the World (2010) In: jewishvirtuallibrary.org, (englisch).
  24. a b web2013.bautz.de
  25. berzinarchives.com
  26. The World Factbook. Central Intelligence Agency, abgerufen am 12. Juli 2017 (englisch).
  27. Robert Kindler: Rezension zu: Shayakhmetov, Mukhamet: The Silent Steppe. The Story of a Kazakh Nomad under Stalin. London 2006, in: H-Soz-u-Kult, 22. Dezember 2006, hsozkult.geschichte.hu-berlin.de und Forschungen von Robert Kindler zu dieser „Modernisierungspolitik“ der Bolschewiki geschichte.hu-berlin.de
  28. Simon Ertz: The Kazakh Catastrophe and Stalin’s Order of Priorities, 1929–1933: Evidence from the Soviet Secret Archives (Memento vom 3. September 2006 im Internet Archive), in: Stanford’s Student Journal of Russian, East European, and Eurasian Studies. Band 1, Spring 2005, S. 1.
  29. Siehe Boris Barth: Genozid. Völkermord im 20. Jahrhundert. Geschichte, Theorien, Kontroversen. (Beck’sche Reihe. Band 1672). Beck, München 2006, ISBN 3-406-52865-1, S. 143.
  30. a b Martin Petrick: Sechzig Jahre Neulanderschließung in Kasachstan – später Erfolg eines zentralstaatlichen Entwicklungsmodells? In: Zentralasien-Analysen. 77/2014, laender-analysen.de (PDF)
  31. Roland Götz, Uwe Halbach: Politisches Lexikon GUS. S. 295/296.
  32. Verschärfte Zensur in Kasachstan. In: Die Welt. Online, 30. Juni 2006.
  33. Ermordung des Oppositionsführers. In: Fischer Weltalmanach. Online.
  34. Opposition zunehmend unter Druck. In: Deutsche Welle. Online, 2. März 2006.
  35. Demokratie auf Kasachisch, Die Presse Online, 17. August 2007.
  36. Wahlen in Kasachstan – Präsidentenpartei künftig allein im Parlament. (Memento vom 20. Dezember 2008 im Internet Archive) In: Tagesschau (ARD). Online, 19. August 2007.
  37. Auswärtiges Amt: Außenpolitik Kasachstans
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  39. Grit Horn: Kasachstan ist 162. Mitglied der WTO. OWC-Verlag für Außenwirtschaft GmbH, 2. Dezember 2015, abgerufen am 10. Dezember 2015.
  40. Deutschlandfunk: Bilaterales Abkommen – Kasachstan, die EU – und Russlands Ruhe. 21. Dezember 2015, abgerufen am 2. März 2016.
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Koordinaten: 49° N, 66° O