Siebenstromland

historischer Name für eine Landschaft in Zentralasien

Koordinaten: 45° 23′ 54″ N, 78° 2′ 49″ O

Reliefkarte: Almaty
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Siebenstromland
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Almaty
Siebenstromland um 1900 im Russischen Reich (Semiretschenskaja Oblast)

Das Siebenstromland (kasachisch Жетісу Schetissu; kirgisisch Джетисуу Dschetisuu; russisch Семиречье Semiretschje) ist der historische Name für eine Landschaft in Zentralasien.

Es ist eine von den Bergketten des nördlichen Tianshan und des Dsungarischen Alataus zum Balchasch-, Sassykköl- und Alaköl-See geneigte Abdachungsebene. Sie ist benannt nach den sieben Hauptflüssen Ili, Qaratal, Bien, Aqsu, Lepsi, Baskan und Sarqan. Im Süden liegt der Bergsee Issyk-Kul.

An das südliche Flachufer des Balchaschsees schließen sich breite Sandwüsten (Taukum, Saryesik-Atyrau, Ljukkum) an, die von zahlreichen Trockentälern (Bakanas) durchzogen sind. Das im Wesentlichen mit Wüstenvegetation bedeckte Siebenstromland wird als Winterweide genutzt, nur im Nordwesten, im Bereich des wasserreichen Ili, wird Bewässerungsfeldbau betrieben. Die Vorgebirge sind bis in 2000 Meter Höhe von lichtem Laubwald, darüber von Nadelwald bedeckt.

GeschichteBearbeiten

Das Siebenstromland war Teil vieler Steppenreiche – so kam es im 5. Jahrhundert zum Reich der Rouran, ab 552 bis 630 zum Ersten Türk-Kaganat, ab 715 gewannen die Türgesch die Herrschaft, ihnen folgten ab 766 die Karluken. Verbündet mit den Karluken kamen um 840 die Kirgisen, eroberten Teile und gliederten es in ihr Kirgisisches Reich ein. Nach 1125 errichteten die Kara Kitai im Siebenstromland ihr Reich. Um 1220 eroberten die Mongolen das Land, später gehörte das Siebenstromland zum Tschagatai-Khanat. 1643 kamen die Dsungaren unter Khungtaidschi Batur ins Land und das Gebiet gehört nun zum Dsungarischen Khanat. 1755 eroberte China unter der Qing-Dynastie das Siebenstromland und besiegte die Dsungaren. Im 19. Jahrhundert übernahm Rußland die Herrschaft im größten Teil des Gebietes, und ab 1917 folgte die Sowjetunion.

Heute gehört das Siebenstromland politisch größtenteils zu Kasachstan, die südlichen und südöstlichen Randgebiete zu Kirgisistan und zum Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang der Volksrepublik China.

LiteraturBearbeiten