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Ekibastus
Екібастұз (kas.) | Экибастуз (rus.)
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat: KasachstanKasachstan Kasachstan
Gebiet: Pawlodar
Gegründet: 1898
Koordinaten: 51° 43′ N, 75° 20′ OKoordinaten: 51° 43′ 0″ N, 75° 20′ 0″ O
Höhe: 347 m
Fläche: 188 km²
 
Einwohner: 133.942 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 712 Einwohner je km²
 
Zeitzone: EKST (UTC+6)
Telefonvorwahl: (+7) 7187
Postleitzahl: 141200–141209
Kfz-Kennzeichen: S, 14
 
Äkim (Bürgermeister): Jerschan Imansaipow
Website:
Lage in Kasachstan
Ekibastus (Kasachstan)
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Ekibastus (kasachisch Екібастұз; russisch Экибастуз) ist eine Stadt im Nordosten der Republik Kasachstan.

NamensgebungBearbeiten

Folgende Legende erklärt, wie die Stadt zu ihrem Namen kam:

Ein Hirte errichtete in der Steppe sein Nachtlager und legte zwei dunkle Steine zusammen, um dazwischen die Feuerstelle anzumachen. Er wusste nicht, dass es zwei Kohlestücke waren, die zu glühen anfingen. Am Morgen markierte er dann die Stelle, an der er diese Wundersteine fand, mit zwei kopfförmigen Salzsteinen. An dieser Stelle entstand dann Ekibastus. Deshalb heißt Ekibastus: eki = „zwei“, bas = „Kopf“, tus = „Salz“.

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt südwestlich der Gebietshauptstadt Pawlodar im Gebiet Pawlodar.

BevölkerungBearbeiten

Am 1. Januar 2014 lebten in Ekibastus 130.903 Einwohner. In der Agglomeration leben 146.839 Einwohner.

Ethnische ZusammensetzungBearbeiten

Die Volkszählung vom 1. Januar 2010 ergab eine folgende ethnische Zusammensetzung:[2]

ReligionenBearbeiten

Ekibastus ist von konfessioneller Vielfalt geprägt. In der Stadt sind 17 verschiedene Religionsgemeinschaften vertreten.

Die dominierende Religionsgemeinschaft ist der sunnitische Islam, dem die Kasachen mehrheitlich angehören. Die sunnitischen Muslime verfügen in der Stadt über sieben Gemeinden. Eine Moschee wurde im September 1998 eröffnet.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche verfügt in Ekibastus über eine Kathedrale, die in den 1990er Jahren gebaut wurde. Die feierliche Einweihung der Kathedrale fand am 21. September 2000 statt.

Darüber hinaus gibt es auch römisch-katholische und protestantische Gemeinden.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1898 gegründet. 1957 bekam Ekibastus die Stadtrechte verliehen, nachdem die Einwohnerzahl auf über 25.000 gewachsen war. Während der Stalinzeit existierte in Ekibastus ein großes Straflager (PestschanLag, DalLag), dessen Insassen in den Kohlebergwerken Zwangsarbeit leisten mussten. Im Lager Ekibastus war Alexander Solschenizyn inhaftiert, wo seine Erzählung Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch entstanden ist.

WirtschaftBearbeiten

Die Stadt wurde neben einem der größten Steinkohlevorkommen der Welt errichtet. Der Steinkohletagebau ist der Hauptwirtschaftszweig der Stadt. In Ekibastus hat das kasachische Kohlebergbauunternehmen Bogatyr Komir seinen Hauptsitz. Es betreibt nahe der Stadt zwei große Tagebauareale Bogatyr (Богатырь) und Wostotschny (Восточный).

In der Nähe von Ekibastus befindet sich das Kraftwerk Ekibastus, eines der weltgrößten Kraftwerke, mit dem höchsten Schornstein der Erde (419,7 m). Die gewonnene Elektrizität wird über die Drehstromleitung Ekibastus–Kökschetau abgeführt – die Hochspannungsleitung mit der größten Übertragungsspannung der Welt (1150 kV). Hier begann auch die Linienführung der unvollendet gebliebenen und deshalb nicht in Betrieb gegangenen HGÜ Ekibastus-Zentrum, ein Gleichstromübertragungsleitungsprojekt.

InfrastrukturBearbeiten

Es verfügt über eine Außenstelle der Staatlichen Universität Pawlodar, ein Kulturzentrum mit modernem Kino, einen Basar, eine Moschee und eine Orthodoxe Kirche sowie einen Flughafen für Inlandflüge (IATA-Code EKB).

Beliebtes Erholungsgebiet der Einwohner von Ekibastus ist der nicht weit entfernte Naturpark Bajanauyl – ein kleines Gebirge mit bizarren Felsformationen und malerischen Seen.

SportBearbeiten

In der Stadt ist der Fußballverein FK Ekibastus, als Nachfolgeverein vom FK Ekibastusez, beheimatet. In Real Aikido ist die Stadt durch den Verein Center of Real Aikido Tensin Ekibastus vertreten.

VerkehrBearbeiten

EisenbahnBearbeiten

Der Bahnhof Ekibastus liegt an der Eisenbahnstrecke Nursultan-Kulunda.

FernstraßeBearbeiten

Nahe der Stadt verläuft die lange Ost-West-Route A17, eine wichtige Straße in Kasachstan.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ekibastus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Численность населения Республики Казахстан по областям, городам и районам на 1 января 2019 года. (RAR; 132 KB) stat.gov.kz, abgerufen am 4. August 2019 (russisch).
  2. Национальный состав населения Республики Казахстан (Memento vom 17. Januar 2013 im Internet Archive)