Levi Leipheimer

US-amerikanischer Profi-Radrennfahrer

Levi Leipheimer (* 24. Oktober 1973 in Butte, Montana) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Radrennfahrer.

Levi Leipheimer Straßenradsport
Levi Leipheimer (2011)
Levi Leipheimer (2011)
Zur Person
Geburtsdatum 24. Oktober 1973
Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Disziplin Straße
Fahrertyp Rundfahrer
Körpergröße 170 cm
Renngewicht 62 kg
Karriereende 2012
Doping
1996 (3 Mo.)
1999–2007
Ephedrin
EPO, HGH, Testosteron, Bluttransfusionen
Internationale Team(s)
1997
1998–1999
2000–2001
2002–2004
2005–2006
2007
2008–2009
2010–2011
2012
Comptel Data System Pro Cycling Team
Saturn Cycling Team
US Postal Service Pro Cycling Team
Rabobank
Team Gerolsteiner
Discovery Channel Pro Cycling Team
Team Astana
Team RadioShack
Omega Pharma-Quick Step
Wichtigste Erfolge

Gesamtwertung Tour de Suisse 2011

Letzte Aktualisierung: 13. Oktober 2017

Sportliche KarriereBearbeiten

Leipheimer gewann im Jahr 1998 mit der Gesamtwertung und einer Etappe der Tour de Beauce seine ersten Wettbewerbe des internationalen Radsportkalenders. In den Jahren 2001 und 2001 fuhr er für US Postal Service um Lance Armstrong. Für diese Mannschaft belegte er bei seiner ersten Grand Tour, der Vuelta a España 2001 den dritten Gesamtrang; wie alle weiteren Platzierungen der der Folgejahre wurde ihm dieses Ergebnis später jedoch wegen Doping aberkannt. Von 2002 bis 2004 fuhr er bei dem niederländischen Radsportteam Rabobank und wurde Achter der Tour de France 2002 und Neunter der Tour de France 2004.

Leipheimer, der 2005 zum Team Gerolsteiner wechselte, wurde bereits 2006 verdächtigt, mit dem italienischen Sportmediziner Michele Ferrari zusammenzuarbeiten. Er fiel bei der Tour de France 2005 mit auffälligen Blutwerten auf, so dass der Weltverband UCI seinen Teamchef Holczer dazu drängen wollte, Leipheimer aus dem Rennen zu nehmen.[1] Leipheimer wurde schließlich Sechster der Gesamtwertung, welches nach der Verurteilung Jan Ullrichs 2012 noch nachträglich auf Rang 5 revidiert wurde. Seinen bis dahin größten Karriereerfolg erzielte er mit dem Gesamtsieg der Critérium du Dauphiné ebenfalls 2006.

Zur Saison 2007 wechselte Leipheimer zum Discovery Channel Pro Cycling Team und wurde als Dritter der Tour de France 2007, klassiert; auch dieses Ergebnis wurde nachträglich gestrichen.

Zur Tour de France 2008 wurde Leipheimers Team Astana nicht eingeladen. Im Einzelzeitfahren der Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking gewann er die Bronzemedaille. Er wurde Zweiter der Vuelta a España 2008 und Fünfter des Giro d’Italia 2009. Die Tour de France 200 musste er aufgrund eines Handgelenkbruchs vorzeitig abbrechen.[2]

Von 2010 bis 2011 fuhr Leipheimer für das Team RadioShack und gewann die Gesamtwertung der Tour de Suisse 2011, womit er seinen größten Karriererfolg erzielte, der ihm nicht nachträglich aerkannt wurde. Anschließend wechselte er 2012 zu Omega Pharma-Quickstep

Am 10. Oktober 2012 wurde Leipheimer wegen Dopings von der USADA gesperrt. Er hatte im Rahmen des Dopingverfahrens gegen Lance Armstrong sowie zahlreiche andere Fahrer des US Postal Teams als Kronzeuge gestanden, an einem systematischen Doping teilgenommen zu haben.[3] Er akzeptierte eine sechsmonatige Sperre vom 1. September 2012 bis zum 1. März 2013 und die Streichung seiner Ergebnisse vom 1. Juni 1999 bis 30. Juli 2006 und 7. Juli bis 29. Juli 2007.[4] Sein Team Omega Pharma-Quickstep würdigte hierauf in einer Presseerklärung Leipheimers Zusammenarbeit mit der USADA, löste jedoch im Hinblick auf das Dopinggeständnis den Vertrag mit ihm auf.[5]

Da er nach Ablauf seiner Dopingsperre kein neues Team mehr finden konnte, beendete er seine aktive Karriere als Radprofi.[6]

PrivatesBearbeiten

Levi Leipheimer ist verheiratet und ein engagierter Tierschützer. Gemeinsam mit seiner Frau Odessa Gunn, einer ehemaligen Profi-Radrennfahrerin, gründete er 2004 Freedom Hill, eine Organisation, die sich um herrenlose Tiere kümmert.[7] Außerdem setzt sich Leipheimer auch für die Tierrechtsorganisation PETA ein.[8]

In seiner aktiven Zeit lebte er abwechselnd in Santa Rosa (Kalifornien) und Girona, Spanien.[9] Im Oktober 2017 brannte sein Haus in Santa Rosa während ausgedehnter Waldbrände in Kalifornien bis auf die Grundmauern nieder.[10]

ErfolgeBearbeiten

 
Im Einzelzeitfahren bei der Deutschland Tour 2005
1998
1999
2000
2001
2002
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012

Grand Tours-PlatzierungenBearbeiten

Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Levi Leipheimer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. spiegel.de vom 6. Juli 2006: Leipheimer bestreitet Kontakt zu Doping-Arzt
  2. derwesten.de vom 17. Juli 2009: Tour für Leipheimer nach Handbruch zu Ende
  3. spiegel.de vom 10. Oktober 2012: Tour-Rekordfahrer Hincapie gesteht Doping
  4. cyclingnews.com vom 16. Oktober 2012: Leipheimer accepts USADA sanction following doping admission
  5. radsport-news.com vom 16. Oktober 2012: Omega Pharma-QuickStep löst Vertrag mit Leipheimer auf, cyclingnews.com vom 16: Oktober 2012: Omega Pharma-Quickstep terminates Leipheimer contract
  6. Leipheimer erklärt seinen Rücktritt. In: radsport-news.com. 20. Mai 2013, abgerufen am 27. November 2021.
  7. Tour de France Competitor Levi Leipheimer: Spay and Neuter auf peta.org abgerufen am 16. Oktober 2012
  8. vgl. Levi Leipheimer gegen Kanadas Robbenmassaker auf peta.de (Memento vom 20. Oktober 2012 im Internet Archive) abgerufen am 16. Oktober 2012
  9. sfgate.com vom 23. Juni 2007: At home with Levi Leipheimer and Odessa Gunn
  10. Christa Lagler: Levi Leipheimer's House Destroyed in Northern California Wildfires. In: Bicycling. 11. Oktober 2017, abgerufen am 13. Oktober 2017.
  11. a b c d e f g h i Laut Entscheidung der USADA wegen Doping gestrichen.