Julija Putinzewa

kasachische Tennisspielerin

Julija Antonowna Putinzewa (russisch Юлия Антоновна Путинцева, engl. Transkription: Yulia Antonovna Putintseva; * 7. Januar 1995 in Moskau) ist eine russische Tennisspielerin, die seit 2012 für Kasachstan antritt.

Julija Putinzewa Tennisspieler
Julija Putinzewa
Julija Putinzewa bei den French Open 2021
Nation: RusslandRussland Russland
2009–2012
KasachstanKasachstan Kasachstan
2012−
Geburtstag: 7. Januar 1995
Größe: 163 cm
Gewicht: 59 kg
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Roman Kislyanskiy
Preisgeld: 5.364.336 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 325:253
Karrieretitel: 2 WTA, 6 ITF
Höchste Platzierung: 27 (6. Februar 2017)
Aktuelle Platzierung: 49
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 9:33
Karrieretitel: 0 WTA, 0 ITF
Höchste Platzierung: 158 (14. Juni 2021)
Aktuelle Platzierung: 254
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
20. September 2021
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

KarriereBearbeiten

Putinzewa, der das Tennisspielen von ihrem Vater Anton beigebracht wurde, zog als Jugendspielerin nach Paris, um an der Akademie von Patrick Mouratoglu zu trainieren. 2009 gab sie in Luxemburg ihren Einstand auf der WTA-Tour, nachdem sie von den Organisatoren eine Wildcard für die Qualifikation erhalten hatte, schied dort aber in der Schlussrunde aus. Im Jahr darauf erreichte sie das Halbfinale des Juniorinnenwettbewerbs von Wimbledon sowie das Endspiel bei den US Open, in dem sie Darja Gawrilowa unterlag. 2010 begann sie auch erste Turniere auf der ITF Women’s World Tennis Tour zu spielen und gewann 2011 in ihrer Geburtsstadt Moskau ihren ersten Profititel, auf den im weiteren Jahresverlauf noch drei weitere, davon zwei der $50.000-Kategorie folgten. Parallel dazu trat sie auch weiterhin bei den Grand-Slam-Turnieren der Juniorinnen an und erreichte in Paris, London und New York jeweils das Viertelfinale. 2012 erzielte Putinzewa bei den Australian Open ihr zweites Grand-Slam-Finale bei den Juniorinnen, jedoch musste sie sich auch in diesem geschlagen geben, nachdem sie gegen Taylor Townsend in drei Sätzen unterlag. Sie beendete ihre Junioren-Laufbahn nach dem Erreichen eines weiteren Viertelfinals bei den US Open als Drittplatzierte der Junioren-Tennisweltrangliste.

Nach dem Gewinn ihres insgesamt fünften Titels bei einem ITF-Turnier der $25.000-Kategorie in Launceston, gelang Putinzewa mit dem Triumph beim ITF-Turnier der $100.000-Kategorie in Cagnes-sur-Mer als Qualifikantin ihr bis dahin größter Triumph. Bei den French Open startete sie im Anschluss zum ersten Mal in der Qualifikation eines Grand-Slam-Turniers bei den Damen und schied in der zweiten Runde aus. Danach wechselte Putinzewa die Nationalität und startete wie einige russische Tennisspielerinnen und Tennisspieler vor ihr unter kasachischer Flagge.[1] Zum Jahresabschluss erreichte sie in Nantes und Dubai noch einmal zwei Endspiele auf der ITF-Tour, die sie jedoch beide verlor. Aufgrund ihrer verbesserten Weltranglistenposition war sie für die Australian Open 2013 erstmals für das Hauptfeld qualifiziert und zog dort nach einem Sieg über Christina McHale auf Anhieb in die nächste Runde ein, in der sie von Carla Suárez Navarro geschlagen wurde. Im weiteren Jahresverlauf gelang ihr zwar der zwischenzeitliche Sprung unter die besten 100 der Tennisweltrangliste, da sie jedoch bei keinem Turnier auf WTA-Ebene über die zweite Runde hinauszukommen, fiel sie zum Saisonende wieder aus den Top 100 des Rankings zurück.

2014 spielte Putinzewa daher wieder vermehrt auf der ITF-Tour, auf der sie zwei Finals erreichte, die sie jeweils verlor. Auf der WTA-Tour erreichte sie in Båstad und Osaka ihre ersten beiden Viertelfinals. Im Jahr darauf stand sie, ebenfalls in Båstad, in ihrem ersten WTA-Halbfinale, in dem sie Johanna Larsson unterlag, und erreichte in Contrexéville sowie Suzhou das Endspiel zweier ITF-Turniere der $100.000-Kategorie, in denen sie Alexandra Dulgheru und Hsieh Su-wei unterlag. Dennoch konnte sie das Jahr erstmals in den Top 100 des Rankings abschließen. 2016 startete Putinzewa mit einer Drittrundenteilnahme bei den Australian Open sowie einem Halbfinale in Kaohsiung, in dem sie gegen die spätere Siegerin Venus Williams ausschied, in die neue Spielzeit. Danach erzielte sie in Charleston erstmals die Runde der letzten Acht, bevor ihr bei den French Open mit dem Einzug ins Viertelfinale nach einem Sieg über Carla Suárez Navarro der internationale Durchbruch gelang; dort musste sie sich erst Serena Williams in drei Sätzen geschlagen geben. Durch Hauptrundensiege in Tokio, Wuhan und Peking konnte sie die Saison zum ersten Mal unter den besten 50 der Welt beenden.

Anfang 2017 erreichte Putinzewa in St. Petersburg nach Erfolgen über Top 10-Spielerinnen Swetlana Kusnezowa und Dominika Cibulková ihr erstes WTA-Finale, das sie jedoch gegen Kristina Mladenovic verlor. Im Anschluss erzielte sie mit Platz 27 ihre bislang höchste Weltranglistenposition. An die gezeigte Leistung konnte sie aber im restlichen Jahr nicht mehr anknüpfen und fiel, trotz des Erreichens der dritten Runde bei den French Open zum Saisonende wieder aus den Top 50 heraus. Auch im darauffolgenden Jahr präsentierte sich Putinzewa inkonstant. Zwar kam sie in Paris erneut ins Viertelfinale, in dem sie von Madison Keys gestoppt wurde, und rückte in Guanzhou in ihr zweites Endspiel auf der WTA-Tour vor, in dem sie sich Wang Qiang geschlagen geben musste, dem gegenüber standen aber auch zehn Erstrundenniederlagen.

Erst 2019 stabilisierten sich Putinzewas Leistungen allmählich. Nachdem sie das Jahr mit einem Viertelfinale in Sydney begann, erreichte sie in Miami und Madrid jeweils das Achtelfinale und gewann in Nürnberg nach einem Finalsieg über Tamara Zidanšek ihren ersten WTA-Titel. Durch den Einzug ins Viertelfinale von Birmingham, wo sie sich in der zweiten Runde glatt in zwei Sätzen gegen die Weltranglistenerste Naomi Osaka durchsetzte, sowie die dritte Runde der US Open, konnte sie das Jahr zum dritten Mal in den Top 50 des Rankings abschließen. 2020 erreichte Putinzewa zum Auftakt in Melbourne sowie Doha die dritte Runde.

2014 gab Putinzewa beim 3:0-Sieg gegen Indonesien ihren Einstand für die kasachische Fed-Cup-Mannschaft. Seitdem hat sie für das Land 27 Begegnungen im Einzel und Doppel bestritten, von denen sie 16 gewinnen konnte (Einzelbilanz 13:7).

TurniersiegeBearbeiten

EinzelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 22. Mai 2011 Russland  Moskau ITF $25.000 Sand Ukraine  Weronika Kapschaj 6:2, 6:1
2. 24. Juli 2011 Turkei  Samsun ITF $25.000 Hartplatz Polen  Marta Domachowska 7:66, 6:2
3. 13. August 2011 Russland  Kasan ITF $50.000 Hartplatz Frankreich  Caroline Garcia 6:4, 6:2
4. 30. Dezember 2011 Russland  Tjumen ITF $50.000 Hartplatz (Halle) Ukraine  Elina Switolina 6:2, 6:4
5. 12. Februar 2012 Australien  Launceston ITF $50.000 Hartplatz Niederlande  Lesley Kerkhove 6:1, 6:3
6. 13. Mai 2012 Frankreich  Cagnes-sur-Mer ITF $100.000 Sand Osterreich  Patricia Mayr-Achleitner 6:2, 6:1
7. 25. Mai 2019 Deutschland  Nürnberg WTA International Sand Slowenien  Tamara Zidanšek 4:6, 6:4, 6:2
8. 18. Juli 2021 Ungarn  Budapest WTA 250 Sand Ukraine  Anhelina Kalinina 6:4, 6:0

Abschneiden bei Grand-Slam-TurnierenBearbeiten

EinzelBearbeiten

Turnier 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Karriere
Australian Open 2 1 1 3 2 2 2 3 3 3
French Open Q2 2 Q3 2 VF 3 VF 1 2 1 VF
Wimbledon 1 2 2 1 2 2 n. a. 2 2
US Open Q1 Q2 1 2 2 1 3 VF VF

Zeichenerklärung: S = Turniersieg; F, HF, VF, AF = Einzug ins Finale / Halbfinale / Viertelfinale / Achtelfinale; 1, 2, 3 = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Hauptrunde; Q1, Q2, Q3 = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Runde der Qualifikation; n. a. = nicht ausgetragen

DoppelBearbeiten

Turnier 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Karriere
Australian Open 1 1 1 2 1 1 2
French Open 1 1 1 1 2 2
Wimbledon 2 1 1 n. a. 2 2
US Open 1 1 1 1 AF AF

WeblinksBearbeiten

Commons: Julija Putinzewa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Russian tennis professional Putintseva became Kazakhstan citizen. In: en.tengrinews.kz. 19. Juni 2012, abgerufen am 30. Juli 2020 (englisch).