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Salomonen

Inselstaat im Südwesten des Pazifiks

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Solomon Islands
Salomonen
Flagge der Salomonen
Wappen der Salomonen
Flagge Wappen
Wahlspruch: „To lead is to serve"(„Iu Oraet Nomoa“)
„Führen heißt Dienen“
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Honiara
Staatsform Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II.

vertreten durch Generalgouverneur David Vunagi
Regierungschef Premierminister Rick Houenipwela
Fläche 28.896[1] km²
Einwohnerzahl 622.469 (2015)[1]
Bevölkerungsdichte 19 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,98 %[2] (2016)
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[3]
Index der menschlichen Entwicklung 0,515 (156.) (2016)[4]
Währung Salomonen-Dollar (SBD)
Unabhängigkeit 7. Juli 1978
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne God Save Our Solomon Islands
Zeitzone UTC+11
Kfz-Kennzeichen SOL
ISO 3166 SB
Internet-TLD .sb
Telefonvorwahl +677
JapanNördliche MarianenPalauMikronesienOsttimorIndonesienMidwayinselnHawaiiPapua-NeuguineaMarshallinselnNauruKiribatiFranzösisch-PolynesienTokelauCookinselnSalomonenNorfolkinselnNeuseelandVanuatuTuvaluWallis and FutunaTongaNiueAustralienSamoaAmerikanisch-SamoaFidschiNeukaledonienAntarktikaFrankreich (Kergulen)PhilippinenVolksrepublik ChinaSingapurMalaysiaBruneiVietnamNepalBhutanLaosThailandKambodschaMyanmarBangladeschMongoleiNordkoreaSüdkoreaIndienPakistanSri LankaRusslandIndienGuamSolomon Islands on the globe (Oceania centered).svg
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Die Salomonen ([zaloˈmoːnən], engl. Solomon Islands, auch Salomoninseln[5]) sind ein Inselstaat in der Südsee. Die Inselgruppe zählt zum Kulturraum von Melanesien und liegt östlich von Neuguinea. Sie wird zum größten Teil aus den südlichen Salomon-Inseln sowie den Ontong-Java-Inseln und den weiter östlich liegenden Santa-Cruz-Inseln gebildet. Die nördlichen Salomon-Inseln gehören zum Staat Papua-Neuguinea.

Die Salomonen sind Mitglied des Commonwealth of Nations. Zu den umliegenden Inselstaaten zählen Nauru, Kiribati, Tuvalu, Fidschi und Vanuatu.

GeographieBearbeiten

Die Salomonen umfassen eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs, deren größte Inseln Guadalcanal (höchste Erhebung Mount Popomanaseu mit 2335 Metern), Santa Isabel, Makira, Malaita, New Georgia und Choiseul sind. Des Weiteren zählen schätzungsweise 992 kleinere Inseln und Atolle zum Staatsgebiet. Die Vegetation der Inseln ist geprägt von bewaldeten Hügellandschaften. 79 % der Landfläche der Salomonen sind bewaldet.[6]

Das tropische Klima ist vom Ozean gemildert. Die Lufttemperaturen an den Küsten sind übers Jahr ziemlich konstant und variieren zwischen 28 °C und 32 °C. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 23 °C und 28 °C. Die Niederschläge bewegen sich im Jahr zwischen 3000 und 5000 mm, die Regenzeit liegt zwischen Dezember und März. Im Vergleich zu früheren Jahren (1975–1989) ist es im Zeitraum von 1990 bis 2004 zu einer Verdoppelung der Anzahl der Stürme der Kategorien 4 und 5 gekommen. Als Folge der globalen Erwärmung könnte es nach einigen Klimasimulationen zu einem häufigeren Auftreten der El-Niño-Wetterlagen kommen. Dies könnte zu einer Häufung von Dürresituationen und auch einer Erhöhung der Intensität tropischer Zyklone im Pazifik führen. Allerdings bestehen hierzu wissenschaftliche Unsicherheiten.[7]

BevölkerungBearbeiten

Die indigene Bevölkerung der Salomonen besteht zu 94,5 % aus Melanesiern, 3,0 % aus Polynesiern und zu 1,2 % aus Mikronesiern. Andere Volksgruppen machen 1,1 % der Gesamtbevölkerung aus: Neben der indigenen Bevölkerung gibt es chinesische, indische, australische und europäische Zuwanderer.[8] Die Hauptstadt Honiara zählte 2017 84.520 Einwohner.[9]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl
1950 89.794
1960 117.866
1970 160.290
1980 230.607
1990 311.840
2000 412.609
2010 527.790
2017 631.343

Quelle: UN[10]

ReligionBearbeiten

32,8 % der Salomoner sind Anhänger der anglikanischen Kirche von Melanesien, 19,0 % sind Katholiken, 17,0 % gehören der Südsee-Evangelikalen Kirche an, 11,2 % sind Adventisten, 10,3 % Methodisten, 2,4 % sind Anhänger des Christian Fellowship und 4,4 % gehören anderen Kirchen an. 2,4 % der Bevölkerung sind Anhänger sonstiger Religionen und 0,2 % haben offiziell keine Religion.[8]

SpracheBearbeiten

Fast alle Bewohner der Salomonen sprechen als Muttersprache eine der etwa 120 autochthonen Sprachen, die vor allem zur ozeanischen Sprachgruppe, teilweise aber auch zu den östlichen Papuasprachen gehören: 94,5 % sprechen melanesische, 3,0 % polynesische und 1,2 % mikronesische Sprachen.

Als Verkehrssprache ist die auf dem Englischen basierende Kreolsprache Pijin verbreitet, vergleichbar mit Tok Pisin und Bislama der Nachbarländer Papua-Neuguinea und Vanuatu.

Die alleinige Amtssprache des Landes ist jedoch Englisch. Englisch wird von ein bis zwei Prozent der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen.[8]

GesundheitBearbeiten

Im Zeitraum 2010 bis 2015 betrug die weibliche Lebenserwartung bei der Geburt 71,7 Jahre und die männliche 68,3 Jahre.[11][10]

Die Fruchtbarkeitsrate des Zeitraums 2010 bis 2015 lag bei 4,1 Geburten pro Frau.[10][11] 2006 wurden seitens des Staates 99 US$ (Kaufkraftparität) pro Kopf für die Gesundheit verwendet.[11] Die Erwartung gesunden Lebens beträgt etwa 60 Jahre.[11]

GeschichteBearbeiten

Bereits ab 1000 v. Chr. besiedelten Melanesier die Salomonen.

Der Spanier Alvaro de Mendaña de Neyra entdeckte die Inselgruppe für Europa 1568. Seine Expedition erforschte den südlichen Teil des Archipels und benannte die Inseln San Cristoval, Guadalcanal und Ysabel. Durch den Tod Mendañas gingen die Positionsdaten der Inseln verloren. Philipp Carteret landete 1767 an der Ostküste von Gower Island im Norden, jedoch ohne festzustellen, dass die Insel zu der alten spanischen Entdeckung gehörte. Im folgenden Jahr erkundete Louis Antoine de Bougainville den nördlichen Bereich der Salomonen und benannte Bougainville, Buka und Choiseul. Zudem bereiste er den Seefahrtsweg zwischen den Inseln. Der Franzose Jean François Marie de Surville war der erste Europäer, der eine längere Zeit auf der Inselgruppe verbrachte. Surville gab einigen Inseln den französischen Namen, den sie bis heute tragen. Zurückgekehrt nach Frankreich, berichtete er von seinem Aufenthalt im „Land der Mörder“ (Terre des Arsacides). 1788 ging der Brite John Shortland an der Ostküste einer Archipelinsel vor Anker. Da er annahm, eine größere Landmasse entdeckt zu haben, benannte er die Insel New Georgia.

 
Salomonische Krieger um 1895
 
Die Salomonen unter teilweise deutscher Kolonialverwaltung (1894/1896)

Anfang des 19. Jahrhunderts wanderten die ersten europäischen Händler und Missionare ein. Das Deutsche Reich übernahm den Nordteil der Inseln 1885 als Schutzgebiet (Deutsch-Neuguinea). Die restlichen Inseln fielen 1899 an Großbritannien. Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges wurde der deutsche Teil als Völkerbundsmandat unter der Bezeichnung Territorium Neuguinea unter australische Verwaltung gestellt und gehört heute zu Papua-Neuguinea.

 
Amerikanische Landungsfahrzeuge bei Tetere östlich von Honiara

Nach Ausbruch des Pazifikkriegs besetzten japanische Truppen Mitte 1942 die Inselgruppe. Die Vereinigten Staaten begannen im August 1942 mit ihrer Salomonen-Kampagne, der ersten US-Offensive im Pazifik. Allein die Schlacht um Guadalcanal währte bis zum 9. Februar 1943. Erst nach der Schlacht bei Kap St. George am 26. November 1943 galten die Inseln als befreit.

Nach Kriegsende wurden die Salomonen wieder britisches Protektorat. Die innere Autonomie erlangten sie 1976. Sie wurden 1978 unter dem Namen Salomonen ein unabhängiger Staat. Die Salomonen blieben aber Mitglied des Commonwealth of Nations. 1983 nahmen sie diplomatische Beziehungen zu Taiwan auf. Von 1998 bis 2003 gab es große ethnische Konflikte auf den Inseln. Danach wurde der Schutz der Bevölkerung durch herbeigerufene australische Einheiten wiederhergestellt, da die Salomonen über kein eigenes Militär verfügen. Die Australier sind, auf Bitten der Regierung der Salomonen, nach wie vor im Land und im Ort.

Beim Seebeben bei den Salomonen 2007 der Stärke 8,0 wurde am 2. April 2007 ein Tsunami mit bis zu fünf Meter hohen Wellen ausgelöst. Das Hypozentrum wurde rund 350 Kilometer west-nordwestlich der Hauptstadt Honiara in zehn Kilometern Tiefe geortet.[12] Auf der Inselgruppe wurden mindestens 43 Menschen getötet und 900 Häuser zerstört, rund 5000 Menschen wurden obdachlos. Ministerpräsident Manasseh Sogavare rief daraufhin den Notstand aus.[13] Ein ebenso starkes Beben am 6. Februar 2013 bei den Salomonen verursachte mit einer einen Meter hohen Tsunamiwelle zumindest fünf Tote auf den Santa Cruz-Inseln.[14]

Ein mit Bauxit beladenes Frachtschiff ist am 5. Februar 2019 auf Grund gelaufen. Bisher sind 75 Tonnen Schweröl ausgeflossen. Die Ölpest droht East Rennell zu erreichen.[15]

Am 16. September 2019 brachen die Salomonen die seit 1983 bestehenden diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab.[16]

PolitikBearbeiten

 
Finanzministerium

Das Parlament des Landes, das Nationalparlament der Salomonen, orientiert sich an dem Westminster-Modell (Mehrparteiensystem). Es kandidieren jedoch prominente lokale Persönlichkeiten, weil es keine dominierende politische Gruppe oder eigentliche Parteipolitik gibt.[17]

Es gibt immer neue Koalitionen, weil die Parlamentarier ständig wechseln.

Aufgrund des Konflikts im Juni 2000 auf Guadalcanal stürzte die Regierung; der Konflikt wurde im Oktober 2000 mit einem Friedensvertrag beendet. Für Stabilität soll ein neues Staatssystem sorgen, das den Regionen größere Autonomie verleiht.

Die Parlamentswahl am 5. April 2006 ergab folgende Aufteilung der 50 Parlamentssitze:

  • National Party – 6,9 % (4 Sitze)
  • SIPRA – 6,3 % (4 Sitze)
  • PAP (People’s Alliance Party) – 6,3 % (3 Sitze)
  • Liberal – 5 % (2 Sitze)
  • Democratic – 4,9 % (3 Sitze)
  • SOCRED – 4,3 % (2 Sitze)
  • LAFARI – 2,8 % (2 Sitze)
  • andere – 60,3 % (30 Sitze)

Die GNUR (Group for National Unity and Reconciliation) ist im neuen Parlament nicht mehr vertreten.

Mitgliedschaft in internationalen OrganisationenBearbeiten

Die Salomonen sind Mitglied der folgenden Organisationen:[8] ACP, ADB, AOSIS, Commonwealth of Nations, EITI (Kandidat), ESCAP, FAO, G-77, IBRD, ICAO, ICRM, IDA, IFAD, IFC, ILO, IMF, IMO, IOC, ITU, MIGA, OPCW, PIF, Sparteca, SPC, Vereinte Nationen, UNCTAD, UNESCO, UPU, WFTU, WHO, WMO, WTO.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Salomonen gliedern sich in neun Provinzen und den Hauptstadtbezirk Honiara:[18]

 
Karte der Provinzen
Provinz Hauptstadt Fläche
km²
Einwohner
1 Central Tulagi 615 27.915
2 Choiseul Taro 3.837 25.876
3 Guadalcanal Honiara 5.336 78.234
4 Isabel Buala 4.136 26.304
5 Makira und Ulawa Kirakira 3.188 40.395
6 Malaita Auki 4.225 160.013
7 Rennell und Bellona Tigoa 671 3.021
8 Temotu Lata 895 24.396
9 Western Gizo 5.475 81.238
A Hauptstadtbezirk Honiara 22 63.343
Salomonen Honiara 28.400 530.735

Die Provinzen und der Hauptstadtbezirk gliedern sich in insgesamt 183 wards.[19] Innerhalb der wards der Provinzen gibt es die einzelnen Dörfer.

WirtschaftBearbeiten

 
Ölpalmenplantage bei Tetere auf Guadalcanal
 
Felder zur Subsistenzwirtschaft südlich von Honiara

Die Salomonen sind einer der ärmsten Staaten Ozeaniens. Die größte Schwäche der Wirtschaft ist die durch die ethnischen Konflikte 1998 weitgehend zerstörte Infrastruktur. Die Hauptgoldmine – Gold Ridge Mine – wurde von Milizen stillgelegt und die Gold-, Fisch-, Kopra- und Palmöl­einnahmen aufgebraucht. Durch die Unsicherheit werden potenzielle Investoren abgeschreckt. Auch spürt man hier noch die Folgen der Asienkrise.

Nur 3,9 % der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt, während 78,1 % bewaldet sind. Damit liegen die Salomonen bezüglich der von Wald bedeckten Fläche weltweit an neunter Stelle.[20] Ein großes Problem der Landwirtschaft auf den Salomonen ist die außerordentlich geringe Mechanisierung.

Die wirtschaftlichen Stärken der Salomonen sind die großen Mineralien­vorkommen. Auf der Insel San Jorge wird Nickelerz für den Export abgebaut, dessen Erlös in absehbarer Zeit bis zu 15 % des Bruttoinlandsproduktes entsprechen könnte.[21] Außerdem sind Lagerstätten von Gold, Kupfer, Bauxit, Zink, Phosphate, Blei, Cobalt und Silber bekannt. Von Bedeutung sind ebenfalls die landwirtschaftlichen Ressourcen (etwa 53.400 Tonnen Fisch im Jahr, 58.000 Schweine, 185.000 Hühner und 10.000 Rinder). Bezüglich der Landwirtschaft ist der Anbau von Taro (2017: 45.901 t)[22], von Reis (2017: 2.789 t)[23], Yams (2017: 44.940 t)[24] und von Bananen (2017: 313 t) für den lokalen Bedarf erwähnenswert.[25]

Wichtigster Exportartikel ist Holz, gefolgt von Fisch, Palmöl, Kopra und Kakao. Agrarprodukte und Rohstoffe entsprechen 92 % des gesamten Exports.[26] 2017 wurden auf 20.000 ha insgesamt 285.721 t Palmöl produziert, wobei die Salomonen an 24. Stelle der Palmöl produzierenden Staaten lagen.[27] Für die Gewinnung von Kopra wurden 2017 auf 53.000 ha Anbaufläche 2017 insgesamt 317.682 t Kokosnüsse geerntet, so dass die Salomonen unter 91 Kokosnuss produzierenden Ländern den 18. Platz einnahmen.[28] Der Export von Kopra – vor allem auf die Philippinen – macht insgesamt 24 % des gesamten Exports aus. 2017 wurden – vor allem auf den Inseln Guadalcanal, Malaita und Makira 2017 wurden 4.940 t Kakao geerntet, damit lagen die Salomonen an 27. Stelle der kakaoproduzierenden Staaten.[29] Produktion und Export von Kakao und Kopra stagnieren jedoch wegen des relativ hohen Alters der meisten Kakaobäume und der meisten Kokospalmen

Für den lokalen Bedarf werden auch Tabak (2017: 118 t) angebaut[30] und Gewürze (2017: 217 t).[31]

Das Land zählt zu der Gruppe der Am wenigsten entwickelten Länder. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung leben von Subsistenzwirtschaft.[32] Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2017 wird auf 1,28 Milliarden US-Dollar geschätzt. In Kaufkraftparität beträgt das BIP 1,32 Milliarden US-Dollar oder 2160 US-Dollar je Einwohner. Das reale Wachstum betrug 3,2 Prozent. Für 2019 wird mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 2,4 % und für 2020 um 2,3 % gerechnet, und die Inflation wird sowohl 2019 als auch 2020 voraussichtlich bei 2,5 % liegen.[33]

KennzahlenBearbeiten

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.[34]

Jahr BIP
(Kaufkraftparität)
BIP pro Kopf
(Kaufkraftparität)
BIP-Wachstum
(real)
Inflationsrate
 
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
1980 0,19 Mrd. 803 −2,7 % 8,3 % ...
1985 0,23 Mrd. 858 −3,1 % 9,4 % ...
1990 0,32 Mrd. 1.015 2,2 % 8,7 % ...
1995 0,53 Mrd. 1.469 10,1 % 9,6 % ...
2000 0,50 Mrd. 1.211 −14,3 % 6,9 % ...
2005 0,65 Mrd. 1.389 12,9 % 7,5 % 53 %
2006 0,70 Mrd. 1.454 4,0 % 11,2 % 48 %
2007 0,76 Mrd. 1.551 6,4 % 7,7 % 44 %
2008 0,83 Mrd. 1.656 7,1 % 17,3 % 35 %
2009 0,80 Mrd. 1.553 −4,7 % 7,1 % 34 %
2010 0,87 Mrd. 1.643 6,8 % 1,0 % 29 %
2011 1,00 Mrd. 1.858 13,2 % 7,4 % 21 %
2012 1,06 Mrd. 1.937 4,6 % 5,9 % 17 %
2013 1,11 Mrd. 1.982 3,0 % 5,4 % 15 %
2014 1,16 Mrd. 2.017 2,3 % 5,2 % 13 %
2015 1,20 Mrd. 2.046 2,5 % −0,6 % 10 %
2016 1,26 Mrd. 2.097 3,5 % 0,5 % 8 %
2017 1,32 Mrd. 2.157 3,2 % −0,4 % 10 %
 
Korallenriff vor dem Flugplatz von Gizo

FremdenverkehrBearbeiten

 
Bonegi Beach auf Guadalcanal
 
Vilu War Museum auf Guadalcanal

Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr, insbesondere der Tauch- und Angeltourismus, wenn er auch nicht so entwickelt ist wie in anderen Staaten des Südpazifik. Früher kamen die Touristen hauptsächlich wegen der Bedeutung Guadalcanals im Zweiten Weltkrieg, um Denkmäler und ehemalige Schlachtfelder zu besichtigen. Etwa 25 km westlich von Honiara ist das Freilichtmuseum Vilu War Museum eine viel besuchte Sehenswürdigkeit, denn hier wurde viel zurückgelassenes Kriegsgerät – wie z. B. Flugzeugwracks, Flugabwehrgeschütze u. a. – zusammengetragen und ist inmitten von eindrucksvoller tropischer Vegetation ausgestellt. Auch bei Tetere östlich von Honiara befindet sich ein bekanntes Freilichtmuseum, in dem etwa 30 zurückgelassene amerikanische Landungsfahrzeuge zu sehen sind. Die Strände auf den Salomonen bestehen teilweise aus dunklem, vulkanischem Sand und sind z. T. Kiesstrände und damit nicht so spektakulär wie die in einigen anderen Staaten des Südpazifik. Bekannt ist der Strand Bonegi Beach westlich der Hauptstadt Honiara, an dem die Überreste eines japanischen U-Bootes zu sehen sind.

Auf Grund der ethnischen Konflikte 1998 und Warnungen vor der Einreise kam der Tourismus fast zum Stillstand und erholt sich aufgrund fehlender Mittel nur mühsam. Zurzeit kommen etwa 40 % der Touristen aus Australien, 13 % aus Neuseeland und 5 % aus den USA. 2017 kamen 26.000 Besucher auf die Salomonen, die damit auf der Liste der am wenigsten besuchten Länder weltweit den sechsten Platz einnahmen.[35]

StaatshaushaltBearbeiten

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 75,1 Millionen US-Dollar sowie Einnahmen von umgerechnet 49,7 Millionen US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).[36]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben am BIP folgender Bereiche:

InfrastrukturBearbeiten

FlugverkehrBearbeiten

Solomon Airlines verbindet Honiara in Zusammenarbeit mit anderen Fluggesellschaften mit Nadi in Fidschi, Port Vila in Vanuatu und Brisbane in Australien. Im Land werden über 20 Ziele in allen Provinzen angeflogen. Virgin Australia fliegt zweimal wöchentlich von Brisbane nach Honiara. Die meisten nationalen Flughäfen besitzen allerdings keine asphaltierten Landebahnen, sondern nur Graspisten. Dementsprechend wird der Flugverkehr mit kleinen Propellermaschinen durchgeführt.

StraßenBearbeiten

Das Straßennetz ist auf den Salomonen, auf denen es keine Eisenbahnlinien gibt, unzureichend ausgebaut. Zu den längsten und wichtigsten Straßen des Landes zählen an der Nordküste der Insel Guadanalcanal die asphaltierte Straße von Honiara nach Lambi (58 km) im Westen der Insel sowie die asphaltierte Straße nach Aola (75 km) im Osten.[38]

FährenBearbeiten

Die meisten der Inseln können mit langsamen Fähren von Honiara aus erreicht werden. Es gibt inzwischen aber auch eine tägliche Verbindung mit einem schnellen Katamaran von Honiara über Tulaghi nach Auki und zurück.

TelekommunikationBearbeiten

Satellitentelefone sind in der Bevölkerung weit verbreitet mit zwei Anbietern beMobile und Our Telekom. Lokal begrenzte Telefone sind bereits ab 180 Salomon Dollars erhältlich, funktionieren jedoch nur mit der ursprünglichen SIM-Karte. 2001 wurde das Projekt PFnet (People First) mit Hilfe der UNO gestartet, um die Inseln über Funkverbindungen mit E-Mail zu versorgen. Bis Juli 2004 gab es 17 Stationen mit Internet-Cafés. Durch die langsame Anbindung ist das Herunterladen von Webseiten ein Geduldsspiel, jedoch können auch Recherchen im Internet durchgeführt werden.[39]

Inzwischen gibt es auf fast allen Inseln Mobilfunknetze, u. a. in Honiara, Tulaghi und Auki. 2018 soll das Seekabel Solomons Oceanic Cable Network in Betrieb genommen werden, das die Inseln Guadalcanal, Malaita und Western mit Sydney (Australien) verbindet.[40] Dadurch sollen die Salomonen in den Genuss von breitbandigem Internet kommen.

BildungBearbeiten

 
Campus der University of the South Pacific in Honiara

Die Salomonen betreiben zusammen mit elf weiteren Inselstaaten die University of the South Pacific, deren USP Solomon Islands Campus sich in Honiara befindet.[41] Die Alphabetisierungsrate von über 18-Jährigen betrug 2015 insgesamt 84,1 % (Frauen: 79,2 %/ Männer 88,9 %).[42]

KulturBearbeiten

SportBearbeiten

 
Neuseeländische Soldaten spielen mit Kindern Fußball (2013)

Fußball und insbesondere Futsal (Hallenfußball) sind auf den Salomonen beliebte Sportarten.

Eine der größten Sensationen der Fußballgeschichte schafften die Salomonen, als sie in der WM-Qualifikation 2006 auf Kosten des arrivierten und sechsmal so großen Neuseeland die Play-Offs gegen Australien erreichten – wozu allerdings der noch größere Sensationssieg von Vanuatu über die Neuseeländer notwendig war.

Allerdings war die salomonische Fußballnationalmannschaft auch für eine der größten Blamagen des ozeanischen Fußballs verantwortlich, als sie 1994 gegen Nicht-FIFA-Mitglied Nauru sensationell mit 1:2 verlor.

Im Jahr 2003 versuchte der heimische Fußballverband, mit der National Club Championship eine landesweite Fußballmeisterschaft zu etablieren. Diese wurde 2006 bereits wieder reformiert und von einer Ganzjahresmeisterschaft auf eine jahresübergreifende Meisterschaft umgestellt. Eine weitere Reform wurde zu Beginn des Jahres 2011 umgesetzt. Die Liga heißt seit 2011 Telekom S-League. Insgesamt bewarben sich elf Klubs für die Liga, acht Bewerbungen wurden schließlich angenommen. Seit der Saison 2013/14 nehmen neun Vereine am Spielbetrieb teil.

Daneben konzentriert sich das Geschehen auf die Ligen in den einzelnen Regionen, wobei die Liga der Hauptstadt Honiara als wichtigster Wettbewerb gilt. Diese von der Honiara Football Association organisierte HFA League teilt sich auf in die Premier League, die Division One und die Division Two. Die Begegnungen werden in drei Spielstätten ausgetragen: im Lawson Tama, dem AE Soccer Ground Ranadi und dem King George VI Ground.

Im Futsal wurde die Nationalmannschaft 2008, 2009, 2010, 2011 und 2016 Ozeanienmeister und qualifizierte sich für die Futsal-Weltmeisterschaft 2008, 2012 und 2016. Außerdem nahm man an den FIFA-Beachsoccer-Weltmeisterschaften 2008, 2009 und 2013 teil.

MedienBearbeiten

Auf den Salomonen gibt es einen örtlichen TV-Sender OneNews. Es gibt vier Radiostationen, die in Englisch und Pidginenglisch senden.

Insgesamt gibt es auch nur drei Tageszeitungen: The Solomon Star, Solomon Voice und Island Sun.

Die tägliche Zeitungsauflage liegt bei 16 Exemplaren je 100 Insulaner.

MusikBearbeiten

 
Panflöte, 19. Jahrhundert

Die Panflöte ist ein typisches Instrument der Salomonen.

FeiertageBearbeiten

Jede Insel der Salomonen feiert ihren eigenen Provinztag.

  • 25. Februar Choiseul
  • 8. Juni Temotu
  • 29. Juni Zentralprovinz
  • 1. bis 7. Juli Honiara
  • 7. Juli Jahrestag der Unabhängigkeit
  • 20. Juli Renell/Bellona
  • 1. August Guadalcanal
  • 3. August Makira
  • 15. August Malaita
  • 7. Dezember Westliche Provinz

Siehe auchBearbeiten

  Commons: Salomonen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Salomonen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wikimedia-Atlas: Salomonen – geographische und historische Karten

LiteraturBearbeiten

  • Warren Karle: Conflict in the ‚Happy Isles’: The role of ethnicity in the outbreak of violence in Solomon Islands. In: Monograph Series. Nr. 5. Australian Defence College, Canberra 2005.
  • Jon Fraenkel: The Manipulation of Custom: From Uprising to Intervention in the Solomon Islands. Victoria University Press, Wellington 2004.
  • Clive Moore: Happy Isles in Crisis: the historical causes for a failing State in the Solomon Islands, 1998–2004. Asia Pacific Press, Canberra 2005.
  • Ben Burt, Michael Kwa’iola (Hrsg.): A Solomon Islands Chronicle, as told by Samuel Alasa’a. The British Museum Press, London 2001.
  • Hugh Laracy (Hrsg.): Ples Blong Iumi, Solomon Islands, The Past four Thousand Years. University of the South Pacific Press, Suva 1989.
  • W. G. Ivens: Melanesians of the South-East Solomon Islands. Kegan Paul, Trench Turner & Co, London 1927.
  • Janet Kent: The Solomon Islands [The Islands Series.] David & Charles, Newton Abbot 1972.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Solomon Islands. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, abgerufen am 17. März 2016 (englisch).
  2. [1]
  3. [2]
  4. [3] United Nations Development Programme
  5. EDA: Liste der Staatenbezeichnungen (Memento des Originals vom 3. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eda.admin.ch
  6. Mark Honan: Solomon Islands, S. 29. Hawthorn 1988
  7. World Bank Climate Change Knowledge Portal
  8. a b c d CIA World Fact Book Salomonen. Abgerufen am 12. Mai 2014.
  9. The Island Sun, 10. August 2019, S. 11
  10. a b c World Population Prospects - Population Division - United Nations. Abgerufen am 28. Juli 2017.
  11. a b c d Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hdrstats.undp.org
  12. www.mittelbayerische.de – „Sechs Tote bei Tsunami auf den Salomonen“; www.baz.ch (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive); de.today.reuters.com@1@2Vorlage:Toter Link/de.today.reuters.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. www.nzz.ch – „Mindestens 5000 Obdachlose nach Tsunami im Südpazifik“ (Memento vom 30. April 2007 im Internet Archive)
  14. http://orf.at/stories/2165209/2165210/ Schweres Erdbeben vor Solomon-Inseln – Fünf Tote, zahlreiche Vermisste – orf.at vom 6. Februar 2013
  15. Lisa Martin: Alarm over failure to deal with Solomon Islands oil spill threat. In: theguardian.com. 1. März 2019, abgerufen am 2. März 2019 (englisch).
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Koordinaten: 8° S, 159° O