Cookinseln

Inselstaat im Pazifik

Die Cookinseln (englisch Cook Islands, Rarotonganisch Kūki 'Āirani; weitere Bezeichnungen: Cook-Archipel, Mangaia-Archipel, Hervey-Inseln) sind ein unabhängiger Inselstaat in „freier Assoziierung mit Neuseeland“ und eine Inselgruppe im südlichen Pazifik. Ihre Fläche beträgt 242 km² und sie haben etwa 15040 Einwohner, die fast alle den Cookinseln-Maori zuzurechnen sind. Die Hauptstadt ist Avarua auf der Insel Rarotonga. Die Cookinseln sind der erste Staat, in dem Frauen zur Wahl gingen.

Cook Islands (englisch)
Kūki 'Āirani (rarotonganisch)
Cookinseln
Flag of the Cook Islands.svg
Coat of arms of the Cook Islands.svg
Flagge Wappen
Amtssprache Rarotonganisch, Englisch
Hauptstadt Avarua
Staats- und Regierungsform Parlamentarische Demokratie, Selbstverwaltetes Territorium in freier Assoziierung mit Neuseeland (Konstitutionelle Monarchie)
Staatsoberhaupt König von Neuseeland Charles III.
vertreten durch Tom Marsters
Regierungschef Premierminister Mark Brown
Fläche 242 km²
Einwohnerzahl 15040 (2022)[1]
Bevölkerungsdichte 62,1 Einwohner pro km²
Währung Cookinseln-Dollar
Neuseeland-Dollar (NZD)
Unabhängigkeit 4. August 1965 (Selbstverwaltung)
(freie Assoziierung mit Neuseeland)
National­hymne Te Atua Mou E
Zeitzone UTC−10
ISO 3166 CK, COK, 184[2]
Internet-TLD .ck
Telefonvorwahl +682
JapanNördliche MarianenPalauMikronesienOsttimorIndonesienMidwayinselnHawaiiJohnston-AtollWakePapua-NeuguineaMarshallinselnNauruKiribatiFranzösisch-PolynesienPitcairninselnTokelauCookinselnSalomonenNorfolkinselNeuseelandVanuatuTuvaluWallis und FutunaTongaNiueAustralienSamoaAmerikanisch-SamoaFidschiHowlandinselBakerinselPalmyraKingmanriffJarvisinselNeukaledonienJapanAntarktikaRusslandFrankreich (Clipperton)Chile (Osterinsel)ChileParaguayArgentinienVereinigtes Königreich (Faklandinseln)Vereinigte Staaten (Alaska)KanadaKubaJamaikaHaitiVereinigtes Königreich (Kaimaninseln)MexikoVereinigte StaatenBelizeCosta RicaPanamaEl SalvadorEcuadorNicaraguaHondurasGuatemalaKolumbienVenezuelaBrasilienPeruBolivienCook Islands on the globe (French Polynesia centered).svg
Über dieses Bild
Cook Islands Map.png

TerritoriumBearbeiten

Die Cook-Inseln umfassen 15 Inseln mit einer Landfläche von 242 km². Ihre Ausschließliche Wirtschaftszone umfasst 1.960.027 km² Meeresfläche.[3]

Physische GeographieBearbeiten

Die Cookinseln teilen sich in eine südliche Gruppe mit der Hauptinsel Rarotonga und den Inseln bzw. Inselgruppen Aitutaki, Atiu, Mangaia, Manuae, Mauke, Mitiaro, Palmerston und Takutea sowie eine nördliche Gruppe mit den Inseln Manihiki, Nassau, Penrhyn, Pukapuka, Rakahanga und Suwarrow. Die nördliche Gruppe wird in der älteren Literatur auch als Manihikiinseln oder Roggeveen-Archipel bezeichnet.[4] In der Sprache der Maori wurde die nördliche Gruppe Te pa enua tokerau und die südliche Te pa enua i raro nei genannt. Palmerston wurde früher der nördlichen Gruppe zugerechnet.

Bei den Inseln der Nordgruppe handelt es sich überwiegend um Atolle. Sie sind niedrig und durch Korallenriffe schwer zugänglich. Die übrigen Inseln sind vulkanischen Ursprungs, bis über 600 Meter hoch und mit üppiger Vegetation bedeckt. Hier gedeihen Kokospalmen, Brotfruchtbaum und Pisang.

BevölkerungBearbeiten

DemografieBearbeiten

Im Jahr 2021 zählten die Cookinseln laut dem Zensus insgesamt 15.040 Einwohner, die dauerhaft ansässige Bevölkerung lag bei 14.987.[1] Der Großteil der Bevölkerung, ca. 75 %, lebt auf der Hauptinsel Rarotonga mit der Hauptstadt Avarua, weitere knapp 20 % leben auf den anderen Inseln der südlichen Gruppe und ca. 6 % der Einwohner leben auf der nördlichen Inselgruppe. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2016 bei 32 Jahren. Im Jahr 2016 waren 27 Prozent der Einwohner unter 15 Jahre, 58 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt, 15 Prozent waren älter.[5] Die Gesamtbevölkerung der Cookinseln hat in den Jahren von 2016 bis 2021 durchschnittlich um 2,75 % abgenommen, gleichzeitig ist die dauerhaft ansässige Bevölkerung pro Jahr durchschnittlich um 0,25 % gestiegen.[1] Die UN prognostizierte 2022 eine ungefähr gleich bleibende Bevölkerung mit einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von 0,16 % pro Jahr in den nächsten 20 Jahren.[6]

Bevölkerungsentwicklung[5]
Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1902 8.213 1971 21.322
1906 8.518 1976 18.126
1911 8.655 1981 17.743
1916 8.805 1986 17.614
1921 9.459 1996 19.103
1926 10.082 2001 18.027
1936 12.246 2006 19.342
1945 14.088 2011 17.794
1951 15.079 2016 17.434
1961 18.378 2021 15.040
1966 19.247

SprachenBearbeiten

Die beiden Amtssprachen der Cookinseln sind Englisch und seit 2003[7] auch Cook Islands Maori (auch Rarotonganisch).[8] Weitere Sprachen sind Pukapukanisch, Penrhyn und Rakahanga-Manihiki.

Ethnien und ReligionenBearbeiten

Im Jahr 2016 waren 78 % der Bevölkerung Cookinseln-Maori, weitere 14 % waren Maori von außerhalb der Cookinseln, die restlichen 8 % waren anderer Herkunft.[5]

Als Folge des Wirkens europäischer Missionare ab 1823 wurde das Christentum zur am meisten verbreiteten Religion.[9] Laut der Volkszählung von 2016 gehörten etwa 50 % der Einwohner der protestantischen Cook Islands Christian Church, 17 % der katholischen Kirche, 8 % den Adventisten, 6 % den Pfingstgemeinden (Assembly of God/Apostolic Church), 4 % den Mormonen und 2 % den Zeugen Jehovas an. Der Anteil anderer Konfessionen machte 6 % aus, während 7 % entweder konfessionslos waren oder bei dieser Frage keine Angabe gemacht haben.[5]

GesundheitBearbeiten

Laut der WHO haben 50,8 % der Bevölkerung einen Body-Mass-Index über 30 und gelten damit als schwer übergewichtig und krankhaft fettleibig. Die Cookinseln haben damit von allen Ländern und Territorien weltweit die höchste Verbreitung von Fettleibigkeit in der Bevölkerung.[10]

COVID-19-Pandemie

 

Bis zum Dezember 2021 wurden auf den Cookinseln keine Infektionen bekannt. Eine Einreise ist während der COVID-19-Pandemie nur für Staatsangehörige oder Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis unter Einhaltung von Quarantäneverpflichtungen möglich.[12]

GeschichteBearbeiten

Die Cookinseln wurden vermutlich im 9. Jahrhundert durch Polynesier von den Gesellschaftsinseln und Samoa aus entdeckt und besiedelt. Der erste europäische Kontakt mit den Cookinseln wird auf das Jahr 1595 datiert, als der Spanier Alvaro de Mendaña de Neyra auf der nördlichen Insel Pukapuka landete. Im Jahr 1606 landeten Spanier unter dem Portugiesen Pedro Fernández de Quirós auf Rakahanga. Die Briten erreichten erst im Jahr 1764 die Insel Pukapuka und nannten diese Danger Island, da es ihnen nicht gelang, an Land zu gehen.

Zwischen 1773 und 1779 suchte James Cook mehrfach die südlichen Inseln des Archipels auf, ohne dabei Rarotonga, die Hauptinsel, jemals zu Gesicht zu bekommen. Kapitän William Bligh landete mit der Bounty 1789 auf Aitutaki. Er war es, der den Brotfruchtbaum auf die Cookinseln brachte. James Cook gab der ersten Insel Manuae, auf der er landete, den Namen Hervey Islands. Der Name Cookinseln für den ganzen Archipel wurde vom deutschbaltischen Admiral Adam Johann von Krusenstern bei seiner Weltumrundungsexpedition zu Ehren des Seefahrers James Cook vergeben und erschien zum ersten Mal in einer russischen Seekarte zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Im September/Oktober des Jahres 1813 landeten die ersten europäischen Beamten mit dem Schiff Endeavour auf den Cookinseln. Danach, im Jahr 1814, kam die Cumberland mit Händlern via Neuseeland und Australien, um Sandelholz zu suchen. Sie fanden auf Rarotonga keines, sodass Streitigkeiten zwischen den Seefahrern und den Insulanern ausbrachen. Viele wurden getötet, unter ihnen auch die europäische Mätresse des Kapitäns, Ann Butchers. Sie wurde verspeist und ihre Gebeine wurden in Muri beigesetzt. Sie gilt bis dato als einzige weiße Frau, die von Kannibalen getötet und verspeist wurde.

Die Inseln wurden 1888 vom Vereinigten Königreich „unter Schutz gestellt“. Sie sind der erste Staat, in dem Frauen zur Wahl gingen. Zwar wurde das allgemeine Wahlrecht offiziell erst drei Tage nach dem New Zealand Election Act garantiert, aber die Frauen von Rarotonga wählten schon am 14. Oktober 1893, vor den Neuseeländerinnen.[13] 1900 wurden die Cookinseln vom Vereinigten Königreich annektiert. Ab dem Jahr 1901 waren die Inseln administrativ Neuseeland zugeordnet und unterstanden einem Resident Commissioner (ortsansässigen Regierungsbeauftragten), der durch die neuseeländische Regierung ernannt wurde. 1946 wurde ein örtlicher Legislativ-Rat (Legislative Council) eingerichtet, der zunächst nur beratende Funktion hatte. Ab 1957 existierte eine gewählte Legislativversammlung, die nach und nach Kompetenzen gewann. Mit dem 4. August 1965 erhielten die Cookinseln die volle Selbständigkeit mit gewählter Regierung sowie eigenem Premierminister. Die Inselbewohner behielten jedoch die neuseeländische Staatsangehörigkeit. Neuseeland erhielt das Recht, „auf Anfrage der Regierung der Cookinseln“ diese außenpolitisch zu vertreten und deren Verteidigung zu gewährleisten. Neuseeland finanzierte auch weiter einen Teil des Haushalts.[14][15]

Anfang März 2019 wurden Überlegungen bekannt, wonach sich die Inseln einen traditionelleren polynesischen Namen geben wollten.[16] Ersten Vorschlägen nach soll, wie schon beim Referendum hierzu 1994, der Name „Avaika Nui“ eine Favoritenstellung einnehmen.[17]

PolitikBearbeiten

Politisches SystemBearbeiten

Die Cook-Inseln sind eine repräsentative parlamentarische Demokratie nach dem Westminster-System.

Völkerrechtlicher StatusBearbeiten

Der völkerrechtliche Status der Cookinseln ist besonderer Natur. Die Cookinseln sind ein unabhängiger Staat in „freier Assoziierung mit Neuseeland“ (vgl. auch Niue). Dieser Status wurde von den Cookinseln in einem Akt der Selbstbestimmung gewählt, der von den Vereinten Nationen in Übereinstimmung mit Resolution 1514 (XV) der Generalversammlung überwacht und gebilligt wurde. Die Cookinseln regieren sich selbst. Ihre Rechtsordnung ist getrennt und unabhängig von der Neuseelands. Die gesetzgebende und ausführende Gewalt unterliegt keinen Beschränkungen durch Neuseeland. Eine eigene Staatsangehörigkeit der Cookinseln besteht allerdings nicht; die Einwohner des Landes sind Bürger Neuseelands. Jedoch gibt es nach der Verfassung der Cookinseln den rechtlichen Status des „permanenten Bewohners“ (permanent resident), der an die Geburt auf den Cookinseln und den Status der Eltern gebunden ist.[18] Als Währung existiert der an den Neuseeland-Dollar gekoppelte Cookinseln-Dollar.

LegislativeBearbeiten

Ein Parlament (Cook-Inseln Maori: Pāremeta te Kuku Airani) aus 24 Mitgliedern wird alle 4 Jahre gewählt. Ein Sprecher und stellvertretender Sprecher stehen ihm vor. Es wählt und kontrolliert den Premierminister und sein Kabinett. Seine Arbeit bereitet es in diversen Ausschüssen vor, die aus 5–7 Abgeordneten bestehen und Themen wie Handel, Bildung und Finanzen bearbeiten.

Eine beratende Rolle hat das House of Ariki (Cook Islands Māori: Are Ariki), das zu Themen berät, die ihm vom Parlament vorgelegt werden, und dazu Empfehlungen abgibt. Es besteht aus Häuptlingen der verschiedenen Inseln, die vom Vertreter der Queen ernannt werden.

Als Teil des britischen Commonwealth gibt es auf den Cook-Inseln einen Generalgouverneur, der vom König ernannt wird, in der Regel auf drei Jahre. Er hat eine v. a. repräsentative Rolle, da er im Wesentlichen auf Empfehlungen des Parlaments und des Premiers tätig wird.

JudikativeBearbeiten

Es gibt einen Obersten Gerichtshof (High Court of the Cook Islands), dessen Oberster Richter (chief justice) vom Generalgouverneur ernannt wird. Berufungen gegen dessen Urteile können formal beim König eingereicht werden.

ExekutiveBearbeiten

Die Regierung besteht aus dem Premierminister und seinem Kabinett, das (Stand 2022) aus ihm, seinem Stellvertreter und vier weiteren Ministern besteht, denen diverse Fachbehörden unterstehen.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Es gibt Inselräte (island councils), Distrikträte (district councils) und Dorfkomitees.

Karte Sat-Bild Insel Fläche
km²[19]
Bevölkerung
2016-12-01
Anmerkung
    Rarotonga 67 km² 14.153 Einwohner Hauptinsel, am dichtesten besiedelte und größte der 15 Cookinseln
    Aitutaki 19 km² 1.800 Einwohner einschließlich des unbewohnten Atolls Manuae
    Mangaia 52 km² etwa 700 Einwohner zweitgrößte der Cookinseln
    Atiu 27 km² etwa 600 Einwohner einschließlich der unbewohnten Insel Takutea
    Mauke 20,3 km² etwa 650 Einwohner
    Mitiaro 22,8 km² 230 Einwohner
    Manihiki 5,4 km² 515 Einwohner Spitzname: Insel der Perlen
    Penrhyn 10 km² 357 Einwohner einheimischer Name: Tongareva
    Rakahanga 4,1 km² 141 Einwohner
    Pukapuka 4,3 km² etwa 600 Einwohner einschließlich der Inseln Nassau (1,2 km²) und Suwarrow (1,7 km²)
    Palmerston 2 km² etwa 50 Einwohner einheimischer Name: Pamati
Alle Einwohner sind Nachkommen des Engländers William Marsters (1831–1899).

PolitikfelderBearbeiten

AußenpolitikBearbeiten

Aufgrund einer Vereinbarung von 1973 hat Neuseeland im Rahmen eines Konsultationsmechanismus Aufgaben der Außenvertretung und der Sicherheitspolitik übernommen. Das Assoziierungsverhältnis steht dem Abschluss völkerrechtlicher Vereinbarungen durch die Cookinseln nicht entgegen. Derartige Vereinbarungen sind bilateral und multilateral getroffen worden. Das Assoziierungsverhältnis mit Neuseeland hat sich seit 1965 fortentwickelt.

Seit 1971 sind die Cookinseln Mitglied des Pacific Islands Forum. Im Commonwealth of Nations sind sie assoziiertes Mitglied; sie sind aber nicht Mitglied der Vereinten Nationen. Die Cookinseln sind Mitglied der Alliance of Small Island States (AOSIS).

Internationale AnerkennungBearbeiten

Deutschland hat die Cookinseln im März 2001 als eigenständigen Staat anerkannt. Diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden am 11. September 2001 aufgenommen. Der deutsche Botschafter in Wellington ist auch auf den Cookinseln akkreditiert.[20]

 
  • Staaten mit diplomatischen Beziehungen zu den Cookinseln
  • Staaten mit nur konsularischen Beziehungen zu den Cookinseln
  • Die Cookinseln
  • Folgende 52 Staaten haben die Cookinseln als eigenständigen Staat anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen:

     
    Die Insel Pukapuka von oben
     
    Strand auf der Insel Rarotonga
    Ozeanien (15)
    Europa (18)
    Asien (12)
    Amerika (6)
    Afrika (1)

    WirtschaftBearbeiten

    Wirtschaftsdaten Cook-Inseln
    Parameter Primärer Sektor
    (Urproduktion)
    Sekundärer Sektor
    (Verarbeitendes Gewerbe)
    Tertiärer Sektor
    (Dienstleistungen)
    Gesamt Bezugsjahr Quelle
    Anteil am BIP 5,1 % 12,7 % 82,1  % 299.900.000 (USD) [21]
    Anteil an Erwerbstätigen 29 % 15 % 56 % 6.820 [22]

    Primärer SektorBearbeiten

    Die Landwirtschaft der Cookinseln besteht überwiegend aus tropischem Feldbau. Dieser ist nur zum Teil marktorientiert. Dies gilt vor allem für den Anbau von Papaya, Paprika, Melonen sowie den Bananen- und Kokospalmenanbau. Marktorientierte Anbaufrüchte sind Orangen, Gemüse (Tomaten, Peperoni und Zucchini) und Ananas. Auf der restlichen landwirtschaftlichen Nutzfläche wird überwiegend Taro-Anbau (in Nassbeeten) betrieben. Auf Rarotonga sind auch aufgegebene Felder keine Seltenheit.

    Wichtig ist die Fischereiwirtschaft, die für etwa 50 % der Exporte sorgt.

    Sekundärer SektorBearbeiten

    Die wichtigsten Bereiche des Verarbeitenden Gewerbes sind Obstverarbeitung, Textilwirtschaft und Kunsthandwerk.

     
    Briefmarke

    Tertiärer SektorBearbeiten

    TourismusBearbeiten

    Die Touristikbranche erwirtschaftet ca. 67 % des BIP.

    FinanzwirtschaftBearbeiten

    Die Cookinseln, deren Finanz- und Steuergesetze 1981 unter wesentlicher Beteiligung US-amerikanischer Wirtschaftsanwälte entworfen wurden, stehen seit einiger Zeit unter zunehmender Kritik, denn seit einigen Jahren wächst die Bedeutung des Landes als Standort für auf Offshore-Geschäfte spezialisierte Finanzunternehmen rapide an. Mehreren auf den Inseln angesiedelten Banken wird vorgeworfen, gezielt um Steuerflüchtlinge zu werben und sich dabei um rechtliche und moralische Vorbehalte nicht zu kümmern. Da die Inseln ein souveräner Staat sind, der keine entsprechenden Abkommen mit anderen Nationen unterzeichnet hat, sind legal wie illegal erworbene Gelder, die auf den Inseln angelegt werden, vor dem Zugriff Dritter geschützt; auch Auskünfte werden in der Regel nicht erteilt. Dies macht die Inseln attraktiv insbesondere für Anleger aus den USA und Kanada, die beide keine diplomatischen Beziehungen zu ihnen unterhalten. Hierauf beruht der Spitzname Crook Islands („Ganoveninseln“).[23]

    Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem die Cookinseln auf der schwarzen Liste der Steueroasen standen.[24]

    VerkehrBearbeiten

    Der Flughafen Rarotonga bietet internationale Flüge nach Tahiti, Australien, Neuseeland und die USA an.

    MedienwirtschaftBearbeiten

    Die Zeitungen der Cook-Inseln schreiben üblicherweise in englischer Sprache. Die Cook Islands News erscheinen seit 1945 und waren bis 1989 in staatlichem Besitz.[25]

    SportBearbeiten

     
    Haka der Cookinseln vor dem Spiel gegen Niue, 2015

    Rugby League ist der beliebteste Sport auf den Cookinseln und gilt als Nationalsport. Danach folgen Rugby Union[26] und Fußball sowie bei den Frauen Netball.

    Rugby Union wurde von Neuseeländern auf die Cookinseln gebracht und war, wie in den meisten Inselstaaten des Pazifiks, seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts der beliebteste Sport der Cookinseln. Die Nationalmannschaft spielte bisher jedoch nur gegen „kleinere“ Nationalmannschaften und qualifizierte sich noch nicht für eine Rugby-Union-Weltmeisterschaft.[27]

    Rugby League überflügelte Rugby Union als beliebteste Sportart und gilt heute als Nationalsport des Inselstaates.[28] Die Nationalmannschaft qualifizierte sich bisher für drei Rugby-League-Weltmeisterschaften (2000, 2013 und 2021).

    Fußball wird ebenfalls auf den Cookinseln gespielt und die Fußballnationalmannschaft bestreitet vor allem Länderspiele gegen die kleineren Inselstaaten des Pazifiks. Die Qualifikation für eine Fußball-Weltmeisterschaft gelang ihnen noch nicht. An der Fußball-Ozeanienmeisterschaft nahm man bisher zweimal teil (1998 und 2000).

    Wie in anderen Ländern des Commonwealth ist Netball ebenfalls beliebt und die Nationalmannschaft nahm an sechs Netball-Weltmeisterschaften teil. Bei den Pazifikspielen gewann man zweimal Gold (1966 und 1991) und bei den Mini-Pazifikspielen gar fünfmal (1981, 1985, 1989, 1993 und 1997).

    Wie in anderen pazifischen Inselstaaten wird auf den Cookinseln eine traditionelle einheimische Variante des Crickets gespielt.[26]

    LiteraturBearbeiten

    WeblinksBearbeiten

    Commons: Cookinseln – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
    Wikimedia-Atlas: Cookinseln – geographische und historische Karten
    Wiktionary: Cookinseln – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. a b c Ministry of Finance and Economic Management: Census 2021. Abgerufen am 25. November 2022.
    2. ISO-3166-1-Kodierliste
    3. Fisheries, Ecosystems and Biodiversity. Sea Around Us
    4. Die letztere, historisch unsinnige Bezeichnung wurde zuerst von französischen Kartographen verwendet, die die Cook-Inseln offenbar mit der von Jakob Roggeveen im Jahr 1722 bereisten Samoa-Gruppe verwechselten.
    5. a b c d Cook Islands Statistics Office: Census od Population and Dwellings 2016. Abgerufen am 25. November 2022.
    6. United Nations: World Population Prospects 2022. Abgerufen am 25. November 2022.
    7. Te Reo Maori Act 2003. In: Pacific Islands Legal Information Institute. 9. April 2003, abgerufen am 26. November 2022.
    8. Cook Islands System of Government Information. In: Pacific Islands Legal Information Institute. Abgerufen am 26. November 2022.
    9. Richard Gilson: The Cook Islands, 1820-1950. 1980, ISBN 978-0-7055-0735-6, S. 5.
    10. Global Obesity Levels - Obesity - ProCon.org. Abgerufen am 15. September 2017.
    11. WHO Coronavirus Disease (COVID-19) Dashboard; oben rechts auf der Seite ist ein Link zum Download der Daten im CSV-Format
    12. Auswärtiges Amt: Cookinseln: Reise- und Sicherheitshinweise. Abgerufen am 13. Mai 2021.
    13. Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, Seite 26.
    14. Cook Islands achieves self-government. nzhistory.govt.nz, abgerufen am 6. März 2019 (englisch).
    15. Cook Islands. Außen- und Handelsministerium Neuseelands, abgerufen am 6. März 2019 (englisch).
    16. Cook Islands considers name change to reflect heritage. BBC News, 6. März 2019, abgerufen am 6. März 2019 (englisch).
    17. Cook Islands to choose new indigenous name and remove any associate with British explorer. The Telegraph, 6. März 2019.
    18. Cook Islands Constitution, Constitution Amendment (No 9) Act 1980-81, Article 76A(1)
    19. Cook Islands 2016 Census Report
    20. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu den Cookinseln.
    21. https://www.countryreports.org/country/CookIslands/economy.htm
    22. https://www.countryreports.org/country/CookIslands/economy.htm
    23. Cook Islands, a Paradise of Untouchable Assets, New York Times, 14. Dezember 2013
    24. Trend: EU will neue schwarze Liste von Steueroasen
    25. Late Cooks PM a Free Press Leader: PFF - Solomon Times Online (englisch) In: SolomonTimes.com. Abgerufen am 16. September 2020.
    26. a b Lonely Planet (Hrsg.): South Pacific and Micronesia. 2006, ISBN 1-74104-304-2, S. 53 (archive.org).
    27. Bath, Richard: The Complete Book of Rugby. Seven Oaks Ltd, 1997, ISBN 1-86200-013-1, S. 65.
    28. Cook Islands Financial Strife. We are rugby, 11. April 2011, archiviert vom Original am 6. Dezember 2011; abgerufen am 11. April 2011 (englisch).

    Koordinaten: 15° S, 161° W