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Gruppe der 77

informeller Zusammenschluss von Schwellen- und Entwicklungsländern

Die Gruppe der 77 (G 77) ist ein loser Zusammenschluss von Staaten, die überwiegend zu den Dritte-Welt-Ländern gezählt werden.

Gruppe der 77
G77
 

Mitglieder der G77
Englische Bezeichnung The Group of 77
Organisationsart loser Zusammenschluss
Status aktiv
Sitz der Organe New York
Vorsitz Ägypten (2018)
Mitgliedstaaten 134
Amts- und Arbeitssprachen

Englisch

Gründung

1964

Oberorganisation

Vereinte Nationen

http://www.g77.org/

Die Vereinigung wurde 1964 im Verlauf der ersten Welthandelskonferenz (UNCTAD) gegründet und hat mittlerweile 134 Mitglieder (Stand Mai 2015). Damit ist sie die nach Anzahl Ländern größte Gruppe innerhalb der Vereinten Nationen. Den Vorsitz hält immer für ein Jahr eines der Mitgliedsländer inne. Er stellt die höchste politische Ebene in der Organisationsstruktur der G 77 dar. Die Rotation erfolgt auf Regionalbasis zwischen Afrika, Asien/Pazifik und Lateinamerika & Karibik.

Aus dem losen Zusammenschluss folgt eine relativ schwache Institutionalisierung: Ein jährlich stattfindendes Ministertreffen in New York fasst die Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen in Genf, Nairobi, Paris, Rom und Wien weitergegeben werden.

Hauptziel der G 77 ist zum einen, die Süd-Süd-Kooperation zu stärken, und zum anderen, die Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt zu verbessern. Darum koordiniert sie die Positionen und Forderungen der Mitglieder, um auf den Welthandelskonferenzen eine stärkere Verhandlungsposition zu erreichen.

Die Gruppe verfasst gemeinsame Erklärungen zu entwicklungspolitischen und weltwirtschaftlichen Themen wie die „Charta der wirtschaftlichen Rechte der Dritten Welt“ und startet eigene handels- und wirtschaftspolitische Programme, z. B. das Global System of Trade Preferences Among Developing Countries (GSTP).

Jugoslawien, Malta, Rumänien und Zypern gehörten ursprünglich zu den Mitgliedsstaaten. Malta, Rumänien und Zypern schieden jeweils mit dem EU-Beitritt aus. Nach der Auflösung Jugoslawiens verblieb Bosnien-Herzegowina als einziges europäisches Land bis heute in dieser Gruppe.

Im Jahr 2014 hatte Bolivien den Vorsitz und organisierte zusätzlich zu den ordentlichen Sitzungen auch außerordentliche Gipfel in Santa Cruz de la Sierra, um seine entwicklungspolitische Agenda wirkungsvoller voranzubringen. Es folgte im Jahr 2015 der Vorsitz von Südafrika.

MitgliederBearbeiten

VorsitzBearbeiten

Vorsitz der Gruppe der 77 in New York:

  • 1970–71 – Indien
  • 1971–72 – Peru
  • 1972–73 – Ägypten
  • 1973–74 – Iran
  • 1974–75 – Mexiko
  • 1975–76 – Madagaskar
  • 1976–77 – Pakistan
  • 1977–78 – Jamaika
  • 1978–79 – Tunesien
  • 1979–80 – Indien
  • 1980–81 – Venezuela
  • 1981–82 – Algerien
  • 1982–83 – Bangladesh
  • 1983–84 – Mexiko
  • 1984–85 – Ägypten
  • 1985–86 – Jugoslawien
  • 1987 – Guatemala
  • 1988 – Tunesien
  • 1989 – Malaysia
  • 1990 – Bolivien
  • 1991 – Ghana
  • 1992 – Pakistan
  • 1993 – Kolumbien
  • 1994 – Algerien
  • 1995 – Philippinen
  • 1996 – Costa Rica
  • 1997 – Tansania
  • 1998 – Indonesien
  • 1999 – Guyana
  • 2000 – Nigeria
  • 2001 – Iran
  • 2002 – Venezuela
  • 2003 – Marokko
  • 2004 – Katar
  • 2005 – Jamaika
  • 2006 – Südafrika
  • 2007 – Pakistan
  • 2008 – Antigua und Barbuda
  • 2009 – Sudan
  • 2010 – Yemen
  • 2011 – Argentinien
  • 2012 – Algerien
  • 2013 – Fiji
  • 2014 – Bolivien
  • 2015 – Südafrika
  • 2016 – Thailand
  • 2017 – Ecuador
  • 2018 – Ägypten
  • 2019 – Palästina[1]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Palästina übernimmt Vorsitz von UN-Gruppe In: Israelnetz.de, 30. Juli 2018, abgerufen am 5. August 2018.