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Costa Rica

Staat in Zentralamerika
República de Costa Rica
Republik Costa Rica
Flagge Costa Ricas
Wappen Costa Ricas
Flagge Wappen
Wahlspruch: „¡Vivan siempre el trabajo y la paz!“
(Span. für „Es leben für immer die Arbeit und der Friede!“)
Amtssprache Spanisch
Hauptstadt San José
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidentielle Demokratie
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Luis Guillermo Solís
Fläche 51.100 km²
Einwohnerzahl 4.947.490 (30. Juni 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 84 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,19 %[2] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[3]
  • 58,1 Mrd. USD (76.)
  • 80,6 Mrd. USD (90.)
  • 11.835 USD (62.)
  • 16.436 USD (79.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,776 (66.) (2016)[4]
Währung Colón (CRC)
Unabhängigkeit 15. September 1821
(von Spanien)
Nationalhymne Noble patria, tu hermosa bandera
Nationalfeiertag 15. September (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC−6
Kfz-Kennzeichen CR
ISO 3166 CR, CRI, 188
Internet-TLD .cr
Telefonvorwahl +506
AntarktikaVereinigtes Königreich (Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln)ChileUruguayArgentinienParaguayPeruBolivienBrasilienEcuadorPanamaVenezuelaGuyanaSurinameKolumbienTrinidad und TobagoVereinigtes Königreich (Falklandinseln)Frankreich (Französisch-Guayana)Niederlande (ABC-Inseln)Costa RicaHondurasEl SalvadorGuatemalaBelizeMexikoJamaikaKubaHaitiDominikanische RepublikBahamasNicaraguaVereinigte StaatenKanadaInseln über dem Winde (multinational)Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten)Vereinigtes Königreich (Kaimaninseln)Vereinigtes Königreich (Turks- and Caicosinseln)Vereinigtes Königreich (Bermuda)Frankreich (St.-Pierre und Miquelon)Dänemark (Grönland)RusslandIslandNorwegenIrlandVereinigtes KönigreichDeutschlandDänemarkBelgienFrankreichSpanienPortugalSpanien (Kanarische Inseln)MarokkoLibyenKap VerdeMauretanienMaliBurkina FasoElfenbeinküsteGhanaLiberiaSierra LeoneGuineaGuinea-BissauGambiaSenegalTunesienNigerSchweizItalienCosta Rica on the globe (Americas centered).svg
Über dieses Bild

Costa Rica ([ˈkostɑ ˈrikɑ], spanisch für „reiche Küste“) ist ein Staat in Zentralamerika, der im Norden an Nicaragua und im Süden an Panama grenzt. Im Osten ist er durch die Karibik und im Westen durch den Pazifik begrenzt. Das Land gilt als eines der fortschrittlichsten Lateinamerikas. So wurde die Armee bereits 1948 zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abgeschafft, das Land gewinnt knapp 100 % seines Strombedarfs aus regenerativen Quellen und der Ökotourismus wird stark gefördert. Rund 27 % der Landesfläche stehen unter Naturschutz.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Region ist es seit den 1950er Jahren eine stabile Demokratie und blieb durch frühzeitige sozialpolitische Maßnahmen von der in Lateinamerika des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Problematik der sozialen Unruhen, Bürgerkriege und Diktaturen verschont. Angesichts damaliger bewaffneter Konflikte in benachbarten Ländern erklärte es 1983 seine „dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität“ und wird auch als „die Schweiz Zentralamerikas“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Topographisch lässt sich Costa Rica in fünf Großräume gliedern.

  • die vulkanischen Bergketten der Cordilleras, speziell die Cordillera de Talamanca
  • das Valle Central mit der Hauptstadt San José
  • die Schwemmlandebenen der Karibikküste
  • die zentrale Pazifikküste
  • die trockene Halbinsel Guanacaste im Nordwesten

In den Cordilleras gibt es eine Vielzahl noch aktiver und auch erloschener Vulkane, darunter der Turrialba. Die drei am meisten besuchten sind der Volcán Poás (2704 Meter), der Arenal (1633 Meter) und der Irazú (3432 Meter). Der Chirripó Grande (3820 Meter)[5] ist der höchste Berg des Landes.

GeologieBearbeiten

Geologisch ist Costa Rica vor relativ kurzer Zeit geformt worden. Durch die Subduktion (Unterschiebung) der Cocos-Platte unter die Karibische Platte am Mittelamerikanischen Graben formte sich vor etwa 140 bis 65 Millionen Jahren eine Kette von Vulkaninseln. Diese Inseln verbanden sich allmählich durch Anhebungen des Meeresbodens, durch Abtragung der Vulkanhänge und die Anschwemmungen der Flüsse untereinander. Diese Bewegungen halten bis heute an, so dass es fast täglich zu leichten Erdbeben kommt.

Parallel zum Mittelamerikanischen Graben gliedert sich Costa Rica in mehrere geologische Einheiten:

  • im Westen und Osten besteht die Kruste aus angehobener, ozeanischer Kruste und Sedimenten, welche heute von vulkanischen Ablagerungen überdeckt sein können.
  • Im Landesinneren überwiegen die Ablagerungen von im Tertiär und Quartär aktiven Vulkanketten. Zur aktiven Vulkankette gehört die Kordillere Guanacaste mit den Vulkanen Rincón de la Vieja und der Arenal. Ebenfalls zu diesen Erscheinungen wird die Zentralkordillere mit den Vulkanen Poás und Irazú gerechnet.[6]

KlimaBearbeiten

Aufgrund seiner Lage zwischen 8° und 11° nördlicher Breite befindet sich Costa Rica in den Tropen. Allerdings differieren die Niederschläge erheblich: In San José fallen im Jahr 1867 mm, in Puerto Limón an der Karibikküste mit 3518 mm fast doppelt so viel. In Costa Rica sind zwei der tropischen Klimatypen anzutreffen. Die Abgrenzung der beiden Typen wird durch die von Nordwest nach Südost verlaufende Gebirgskette bewirkt. Das wechselfeuchte Klima der Pazifikküste ist durch zwei Jahreszeiten gekennzeichnet: eine Regen- und eine Trockenzeit. Die Regenzeit erstreckt sich im Zentraltal und im nordwestlichen Landesteil von Mai bis November, die Trockenzeit von Dezember bis April. Im niederschlagsreicheren Süden und der zentralen Pazifikküste des Landes setzt die Trockenzeit ein bis zwei Monate später ein und endet ebenfalls im April. Der im zentralen Norden (östlich der großen Gebirgskette) liegende Landesteil liegt in einer klimatischen Übergangszone, in der die Niederschläge während der Trockenzeit der Pazifikregionen Costa Ricas etwas zurückgehen, aber nicht völlig ausbleiben. An der Karibikküste herrscht durch die vorwiegend aus Nordost wehenden Winde, die über der karibischen See Feuchtigkeit aufnehmen, ein äquatoriales Klima mit Niederschlägen zu jeder Jahreszeit vor, wobei die Monate Februar und März sowie September und Oktober trockener ausfallen.[7]

NaturBearbeiten

 
Tropischer Nebelwald
 
Ein „Arbol de Guanacaste“, der Nationalbaum Costa Ricas
 
Würgefeige an der Pazifik-Küste bei Cabo Blanco
 
Bronzekopf-Elvirakolibri

Costa Rica weist eine sehr hohe biologische Vielfalt an Pflanzen und Tieren sowie Landschaftsformen auf. Das Land liegt in den Neotropen. Mit einer Landfläche von rund 51.100 Quadratkilometern und einem Gebiet von 589.000 Quadratkilometern an territorialen Gewässern gehört Costa Rica zu den 20 an Biodiversität reichsten Ländern der Erde.

Die beiden Küsten und die Bergregionen weisen eine Vielzahl verschiedener Mikroklimata auf, die mit ein Grund für die Fülle verschiedener Ökosysteme des Landes sind. Die nachgewiesenen 500.000 Arten des Staates sind vier Prozent der weltweit angenommenen Arten. 300.000 der insgesamt 500.000 Arten sind Insekten.[8]

NaturschutzBearbeiten

Klimaschutz, Naturschutz und Waldschutz werden als wichtiger Bestandteil der staatlichen Umweltpolitik angesehen und werden konsequent umgesetzt. Hatten Holzfäller in den 1970er und 1980er Jahren rund 80 Prozent des Regenwaldes gerodet, ist heute wieder mehr als 50 Prozent des Landes von Wald bewachsen. Zum Schutz des Waldes setzt Costa Rica erfolgreich auf den Ökotourismus, von dem dann sowohl Einheimische als auch umweltbewusste Reisende profitieren. So geben rund 1,5 Millionen Touristen jährlich fast 1,5 Milliarden Dollar für einen Besuch der Regenwälder und anderer ökologischer Ziele Costa Ricas aus.[9]

Rund 27 % der Fläche Costa Ricas stehen unter Naturschutz.[10] Zurzeit (Stand 2012) gibt es 160 Schutzgebiete wie biologische Reservate, Nationalparks und Naturschutzgebiete.

Es gibt 26 Nationalparks über das Land verstreut mit ganz unterschiedlichen charakteristischen Merkmalen. In dem 1969 erlassenen Gesetz zur Erhaltung des Waldes wurde Santa Rosa im Nordwesten des Landes an der Pazifikküste als erster Nationalpark eingerichtet. Gleichzeitig wurde eine Nationalparkverwaltung geschaffen, die aber zunächst weder genügend finanzielle Mittel noch Personal besaß, um den Park wirksam gegen Bauern und Neusiedler zu schützen. Dank der Privatinitiative Regenwald der Österreicher ist inzwischen die Situation deutlich besser geworden ist. Die zu Costa Rica gehörende unbewohnte Cocos-Insel (Isla del Coco) liegt 500 Kilometer vor der Küste im Pazifischen Ozean und darf nur mit besonderer Genehmigung betreten werden. Sie ist wie auch die Nationalparks La Amistad und Guanacaste von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.

Südlich von Puerto ViejoBearbeiten

Vor Puerto Viejo (Puerto Viejo de Talamanca) befindet sich der Nationalpark Cahuita mit Vögeln, Schlangen, Echsen und Schmetterlingen. In den Baumwipfeln findet man Mantelbrüllaffen. Auf der küstennahen Strecke in Richtung Manzanillo herrscht in den meisten Abschnitten dichter Wald. Im Gandoca-Manzanillo-Nationalpark sind Pflanzen, Meer und Tiere geschützt. Auf der Strecke bewegen sich Tukane, Faultiere und Herden von Affen mit kräftigem Greifschwanz, die sich von Blättern ernähren. Ebenfalls häufig in diesem Teil Costa Ricas sind Weißschulterkapuzineraffen. Die seltenen Rotrücken-Totenkopfäffchen hingegen können nur noch im südpazifischen Raum Costa Ricas, beispielsweise in den Nationalparks Manuel Antonio und Corcovado, beobachtet werden. Die vierte Affenart Costa Ricas, der Geoffroy-Klammeraffe, bevorzugt dichte Waldgebiete und ernährt sich von Insekten und kleinen Früchten.

Eine wichtige Grundlage der staatlichen Umweltpolitik war die „Initiative Frieden mit der Natur“ des Präsidenten Oscar Arias, mit der er der Umweltzerstörung ein radikales Ende setzen wollte. Im Dezember 2007 wurde das Gesetz verabschiedet. Arias erklärte 2007, dass bis zum Jahr 2021, Costa Ricas 200. Geburtstag, das Land als erster Staat der Erde eine ausgeglichene Bilanz beim Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) erreichen wolle.

2011 bezeichnete der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff bei seinem Staatsbesuch in Costa Rica das Land als „ökologisches Vorbild“.[11] Seit 2015 erzeugt Costa Rica 100 % des Strombedarfs durch erneuerbare Energien, während der Anteil im Vorjahr 94 % betrug.[12]

BevölkerungBearbeiten

 
Kinder mit der Nationalflagge am Unabhängigkeitstag
 
Bevölkerungspyramide Costa Rica 2016

Die Bevölkerung setzt sich aus 94 % Mestizen („Mischlingen“) und Weißen, 3 % Schwarzen, 1 % Indios, 1 % Chinesen und 1 % Sonstigen zusammen. Umgangssprachlich werden die Einwohner Ticos und Ticas genannt.

Unter den Costa-Ricanern mit afrikanischer Abstammung sind viele Nachkommen eingewanderter Arbeiter von den westindischen Inseln, die daher zumeist ein englisches Kreol sprechen.

Costa Rica hat den geringsten Anteil rein indigener Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten. Der größte Teil der costaricanischen Guaymí lebt heute zurückgezogen und in Restgruppen in der Cordillera de Talamanca, die aber dennoch einem starken Assimilationsdruck ausgesetzt sind.

Etwa 60 % der Costa-Ricaner leben in Städten. Zwei Drittel der etwa vier Millionen Einwohner des Landes leben im klimatisch begünstigten Hochland, Siedlungsschwerpunkt ist das Valle Central, in dem die bedeutenden Städte San José, Heredia, Cartago und Alajuela liegen. Wichtige Küstenstädte sind Puerto Limón (Karibikküste) und Puntarenas (Pazifikküste). Liberia ist das wirtschaftliche Zentrum der Nordwestregion Guanacaste und verfügt neben San José als einzige weitere Stadt Costa Ricas über einen internationalen Flughafen.

Mindestens 25 % der Einwohner sind unter 25 Jahre alt. Die Arbeitslosigkeit ist seit 2007 stark gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt offiziell ca. 8 %, liegt bei Jugendlichen jedoch weitaus höher. Viele Kinder und Jugendliche der Armenviertel in San José sind in kriminellen Straßenbanden organisiert (sog. chapulines, „Kapuzenträger“). Raub und Drogenhandel spielen eine große Rolle.[13] Durch die Deportation jugendlicher Straftäter aus den USA hat sich die Situation verschlechtert.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup[14] vom Dezember 2012 zählen die Einwohner des Landes dennoch zu den glücklichsten Menschen auf der Erde.[15]

Entwicklung der BevölkerungBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl
1950 959.000
1960 1.333.000
1970 1.849.000
1980 2.389.000
1990 3.096.000
2000 3.925.000
2010 4.545.000
2017 4.906.000

Quelle: UN[16]

ReligionBearbeiten

 
Die Basilika Nuestra Señora de los Ángeles in Cartago

Die Bevölkerung ist nach einer 2013 geführten Umfrage[17] überwiegend christlich (62 % römisch-katholisch, 21 % Protestanten, inkl. evangelikaler Gruppierungen). Es bestehen auch Gruppen wie die Zeugen Jehovas mit etwa 1,3 % und Mormonen. Rund 9 % bekannten sich bei dieser Umfrage mit der Überschrift „Religion in Zeiten von Papst Franziskus“ als religionsfrei. Die römisch-katholische Konfession ist Staatsreligion des Landes. Die Indigenen - insbesondere in abgelegenen Regionen - pflegen noch heute ihre traditionellen mesoamerikanischen Religionen, häufig synkretistisch vermischt mit christlichen Elementen.

SpracheBearbeiten

Die offizielle Landessprache ist Spanisch mit einigen costa-ricanischen Eigenarten. An der Atlantikküste sind auch Englisch und eine englisch-basierte Kreolsprache weit verbreitet, die dem Jamaika-Patois ähnlich ist.

Das in Costa Rica gesprochene Spanisch weist einige Unterschiede zum Standard-Spanisch auf.

  • Keine Unterscheidung zwischen „vos“, „tú“ und „usted“. So spricht der Moderator der costa-ricanischen Variante von „Who Wants to Be a Millionaire?“ Ignacio Santos in der Sendung vom 8. September 2009 Kandidaten im Kinderalter mal mit „usted“, mal mit „vos“ oder auch „tú“ an. Die Form „tú“ gehört nach Aussagen der Mehrzahl der Costa-Ricaner nicht zu den landestypischen Formen. Unbewusst wird sie jedoch verwendet. Die häufigste Anrede ist „usted“, „vos“ wird wiederum hauptsächlich in der Region Cartago benutzt. Besonders unter Jugendlichen und unter Männern spricht man sich häufig mit dem umgangssprachlichen Ausdruck „mae“ an, was man mit dem deutschen „Alter“ oder „Mann“ übersetzen kann. Oft wird „mae“ auch zusammenhangslos als Lückenfüller (wie „ähm“) verwendet. Dies stellt eine der größten Besonderheiten des costa-ricanischen Spanisch dar.
  • Für die Bezeichnung eines Zeitpunkts wird in Costa Rica die Präposition „hasta“ verwendet. Üblicherweise wird dieses Wort jedoch zur Beschreibung eines Zeitraumes verwendet. Beispiel: „Vuelvo de Nicoya hasta el martes“ anstatt „Vuelvo de Nicoya el martes“. (?)
  • Zusätzlich gibt es viele eigene Wortkreationen.[18] Zu den bekanntesten costa-ricanischen Ausdrücken gehören folgende: „Tico / Tica“, die umgangssprachliche Eigenbezeichnung der Costaricaner. Diese leitet sich von der besonders beliebten Verkleinerungsform -tico ab. „Pura vida“ (deutsch wörtlich „Pures Leben“), ein Ausdruck für Begeisterung, ist oft zu hören. Eine landestypische Form für „cool“ lautet „tuanis“ (angeblich abgeleitet von engl. „too nice“).

SozialesBearbeiten

GesundheitBearbeiten

Schon während des Zweiten Weltkrieges war in Costa Rica ein kostenloses Gesundheitssystem eingerichtet worden, zusammen mit einem Rentensystem. Das System geriet nach 75 Jahren seines Bestehens in den 2010er-Jahren in finanzielle Schieflage, auch wegen der gestiegenen Lebenserwartung. Private Krankenhäuser machen der Gesundheitsversorgung in lukrativen Bereichen Konkurrenz, sind allerdings aufgrund der hohen Kosten für viele nicht bezahlbar. In öffentlichen Krankenhäusern war darum meist mit langen Wartezeiten zu rechnen[19].

In Costa Rica gab es im Jahr 2005 etwa 6800 Ärzte, das waren etwa 1,69 pro 1000 Einwohner. Für Gesundheitsaufgaben gab das Land etwa 689 Mio. $ jährlich aus. Die tägliche Nahrungsaufnahme pro Kopf betrug etwa 2610 kcal. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag 2015 bei 79,2 Jahren und war damit im Durchschnitt höher als in den USA.[20] Die Bewohner der Halbinsel Nicoya zählen sogar zu den Langlebigsten der Welt.[21]

BildungBearbeiten

Die erste Universität wurde 1843 gegründet, wegen ihrer engen Bindung zur katholischen Kirche aber 1888 wieder geschlossen. Die heute größte und renommierteste Hochschule ist die Universität von Costa Rica. Das Land hat ein hohes Bildungsniveau, die Analphabetenquote ist mit 4,2 Prozent nach Kuba (mit 3 %) die zweitniedrigste Mittelamerikas[22] und eine der niedrigsten in Lateinamerika und sowohl in den Industrie- und Entwicklungsländern. Es gilt eine sechsjährige Schulpflicht.[23] Bereits 1940 wurde die erste Behindertenschule von Fernando Centeno Güell eröffnet.

GeschichteBearbeiten

Hauptartikel: Geschichte Costa Ricas

Erste BesiedelungBearbeiten

Die ältesten archäologischen Funde, die eine menschliche Besiedlung Costa Ricas dokumentieren, werden der Zeit zwischen 12.000 und 8.000 vor Christus zugerechnet.[24] Bis zur Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert n. Chr. lebten vermutlich 400.000 Menschen im heutigen Staatsgebiet.[25]

Spanische EroberungBearbeiten

1502 landete Christoph Kolumbus als erster Europäer an der Atlantikküste des heutigen Costa Rica. Die ersten Erkundungen der Küstenregion und des Inlands fanden erst 1510 unter Diego de Nicuesa statt.[26] Zwischen 1519 und 1523 wurde dann der Großteil des heutigen Costa Ricas im Namen der spanischen Krone erobert.[27] Die von Kolumbus vorgenommene Bezeichnung Costa Rica y Castillo de Oro (dt.: Reiche Küste und Goldene Burg) sollte sich als Wunschvorstellung herausstellen: Das Land ist arm an mineralischen Rohstoffen und Edelmetallen. Erst ab 1560 wurde Costa Rica systematisch kolonisiert; spanische Konquistadoren gründeten 1563 Cartago, das bis 1823 Hauptstadt Costa Ricas war. Im 17. Jahrhundert festigten die Spanier ihre Herrschaft in Costa Rica, das jedoch wegen seiner Rohstoffarmut und unbedeutenden strategischen Lage eine nachrangige und unterentwickelte Kolonie blieb.

UnabhängigkeitBearbeiten

 
Republik Costa Rica (in den Grenzen von 1850)
 
Monument National du Costa Rica

Am 15. September 1821 erhielt Costa Rica die Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Spanien. Die Geschichte Costa Ricas ist für mittelamerikanische Verhältnisse eine Erfolgsgeschichte. Seit dem späten 19. Jahrhundert gab es nur zwei kurze Perioden der Gewalt, die die Demokratisierung des Landes beeinträchtigten.

 
BatallaRivas

In der Nationalkampagne von 1856/57, die gegen den US-amerikanischen Filibuster William Walker gerichtet war, kamen durch das Einschleppen der Cholera aus dem Kriegsgebiet Nicaragua nach der Zweiten Schlacht von Rivas angeblich bis zu 10 % der Bevölkerung ums Leben. Zum Andenken an die Vertreibung Walkers wurde am 15. September 1895 das Nationalmonument von Costa Rica eingeweiht, das sich im Stadtzentrum von San José befindet.

Von 1917 bis 1919 übte Federico Alberto Tinoco Granados eine Militärdiktatur aus, die jedoch von den Vereinigten Staaten nicht als legitime Regierung anerkannt wurde, aber die Unterstützung der in Costa Rica einflussreichen United Fruit Company besaß. Letztlich sah sich Tinoco gezwungen, ins Exil nach Frankreich zu gehen.

 
Coto

Im Februar/März 1921 eskalierte ein seit langem andauernender Grenzkonflikt mit Panama im so genannten Guerra de Coto, in dem costa-ricanische Truppen die Grenze überschritten. Daraufhin wurden panamische Polizisten - die Republik Panama besaß zu diesem Zeitpunkt keine Streitkräfte - gegen die Invasoren eingesetzt. Nach einigen Scharmützeln wurde der Konflikt durch das Erscheinen des amerikanischen Schlachtschiff USS Pennsylvania im Rahmen der Kanonenbootpolitik beendet und der Status quo ante wiederhergestellt.

Von 1936 bis 1940 amtierte in Costa Rica der autoritäre Präsident León Cortés, dem Sympathien für den Nationalsozialismus nachgesagt wurden. Umstritten ist dabei insbesondere die Rolle des deutschen Einwanderers Max Effinger, der unter Cortés das Amt des Direktors für öffentliche Arbeiten ausübte. Unter seinem Nachfolger, Rafael Calderón Guardia, vollzog das Land einen außenpolitischen Kurswechsel und orientierte sich nun stärker an den USA. Im Dezember 1941, nach dem Angriff auf Pearl Harbor, trat Costa Rica als erstes zentralamerikanisches Land in den Zweiten Weltkrieg ein. Deutsche, italienische und japanische Staatsbürger wurden nun überwacht und ihr Vermögen unter staatliche Kontrolle gestellt.

Von direkten Kriegshandlungen blieb Costa Rica praktisch verschont. Die einzige Ausnahme bildete die Versenkung des panamaischen Frachters San Pablo am 3. Juli 1942 vor dem Hafen von Puerto Limón durch das deutsche U-Boot U 161. Die Versenkung löste in Costa Rica Empörung aus und führte zu Krawallen, die vorzugsweise gegen die Geschäfte von italienischen und deutschen Residenten bzw. Einwanderern gerichtet waren.

PolitikBearbeiten

Costa Rica ist eine Präsidialrepublik. Der Präsident wird alle vier Jahre vom Volk direkt gewählt und kann nach einer Legislaturperiode zunächst nicht wiedergewählt werden. Bis zu den Wahlen im Februar 2010 hatte Óscar Arias Sánchez dieses Amt inne, der bereits zwischen 1986 und 1990 Präsident Costa Ricas war. Bei den Wahlen am 7. Februar 2010 wurde zum ersten Mal in der Geschichte Costa Ricas eine Frau als Staatsoberhaupt gewählt.[28] Laura Chinchilla Miranda von der sozialdemokratisch-liberalen Regierungspartei Partido Liberación Nacional (PLN) wurde mit 46,78 Prozent der Stimmen eindeutig an die Spitze des Landes gewählt.[29] Nachdem sein Gegenkandidat vor den Stichwahlen der Präsidentschaftswahlen 2014 zurückgezogen hatte, wurde Luis Guillermo Solís am 6. April 2014 mit 77,8 % der abgegebenen Stimmen zum neuen Präsidenten des Landes gewählt.[30]

Das Einkammer-Parlament besteht aus 57 Abgeordneten und wird alle vier Jahre nach Verhältniswahl gewählt.

Das deutsche Auswärtige Amt beschreibt den Staat innenpolitisch in der Zusammenfassung mit sehr positiver Wertung: „Costa Rica ist – was politische Stabilität und sozialen Frieden angeht – im zentralamerikanischen Kontext ein Musterland, das verfassungsmäßig und institutionell teilweise dem nordamerikanischen Muster (Präsidialsystem) folgt. Die Gewaltenteilung ist streng […].“[31]

SicherheitBearbeiten

Präsident José Figueres Ferrer (1948–1949, 1953–1958, 1970–1974) ließ nach dem Beitritt zum TIAR-Pakt die Armee am 8. Mai 1949 per Verfassung abschaffen und investierte die hierdurch freigesetzten Gelder in den Aufbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. Grenzschutzaufgaben hat die Polizei übernommen. Allerdings existierte von 1949 bis 1996 eine paramilitärische Polizeitruppe, die Guardia Civil de Costa Rica mit einer Stärke von zeitweise bis zu 8400 Mann. 1983 verkündete Präsident Luis Alberto Monge angesichts der Verschärfung der Bürgerkriege in Zentralamerika (v. a. in Nicaragua) die dauernde, aktive und unbewaffnete Neutralität des Landes. Unabhängig davon bildete die Guardia Civil 1985/86 aufgrund des Contra-Kriegs eine Spezialeinheit, das Batallon Relámpago ("Blitz-Bataillon") zur Sicherung der Grenze nach Nicaragua.

Präsident Óscar Arias Sánchez erhielt 1987 für sein Engagement für die friedliche Beilegung von Konflikten in Mittelamerika den Friedensnobelpreis. Costa Rica wurde auch die „Schweiz Mittelamerikas“ genannt, nicht nur wegen der bergigen Landschaft, sondern auch wegen des relativen Wohlstands und der oben genannten Neutralität, die sich im Gegensatz zur Schweiz bislang auch durch die Abwesenheit einer Armee ausdrückte. Am 1. Juli 2010 jedoch genehmigte das Parlament Costa Ricas auf Antrag der Präsidentin des Landes, Laura Chinchilla, die Stationierung von bis zu 46 Kriegsschiffen und 7000 Soldaten der USA in Costa Rica. Diese sollen den von Kolumbien ausgehenden Drogenschmuggel bekämpfen. Die Opposition sieht durch „das kriegerische Potenzial“ die nationale Souveränität des Landes verletzt und reichte Klage beim Verfassungsgericht ein. Die Stationierung wurde zunächst auf einen Zeitraum von sechs Monaten bis zum 31. Dezember 2010 befristet. Seither wird sie um jeweils sechs Monate verlängert. Die Journalistin Eva Golinger wies darauf hin, dass in einem offiziellen Dokument, das die amerikanische Botschaft an das Ministerium für Sicherheit in Costa Rica geschickt hat, die uneingeschränkte Straflosigkeit von US-Soldaten zu einer Voraussetzung des Einsatzes gemacht wird, wie das bei allen Auslandseinsätzen des US-Militärs üblich ist: „Das Personal der Vereinigten Staaten in Costa Rica genießt Bewegungsfreiheit und das Recht, jeder Tätigkeit nachzugehen, die für die Erfüllung seiner Mission notwendig ist.“[32]

Seit 1996 ist statt der Guardia Civil die Fuerza Pública de la República de Costa Rica für die innere Sicherheit zuständig. Seit 2007 gibt es in San José eine spezielle Touristenpolizei (Notruf 911).

Das Auswärtige Amt warnt vor erhöhter Kriminalität, insbesondere Gewaltkriminalität in San José (dort insbesondere in der Umgebung der Busbahnhöfe) sowie zwischen Jacó und Quepos, an den Stränden in der Provinz Guanacaste am Pazifik und u. a. in Cahuita und Puerto Viejo südlich von Limón. Auch vor Entführungen wird gewarnt.[33]

AußenbeziehungenBearbeiten

Am 7. Oktober 2007 fand in Costa Rica eine Volksabstimmung (Referendum) über ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Zentralamerika und der Dominikanischen Republik statt (Tratado de Libre Comercio con los Estados Unidos, Centroamérica y República Dominicana, kurz TLC), die mit einer knappen Mehrheit von 51,6 % der abgegebenen Stimmen akzeptiert wurde. Vor dem Referendum über das TLC fanden verschiedenste Diskussionen unter breiter Anteilnahme der Bevölkerung im Fernsehen und im Radio, aber auch in Kirchen, Schulen, Universitäten und auf öffentlichen Plätzen statt. Die Kampagne für das TLC wurde vor allem vom damaligen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Óscar Arias Sánchez und seiner Partei der Partido Liberación Nacional (PLN) getragen, aber auch von Intellektuellen, Politikern und Wirtschaftsvertretern unterstützt (so von dem Ex-Wirtschaftsminister Alfredo Volio). Die Kampagnen gegen das TLC wurden dagegen von der Oppositionspartei Partido Acción Ciudadana (PAC) und deren Vertretern Ottón Solís und José Miguel Corrales unterstützt. Es bildeten sich aber auch verschiedene private Initiativen gegen das TLC, die unter dem Slogan „¡Mi corazón dice no!“ (Mein Herz sagt nein!) zusammengefasst waren. Bemerkenswert ist, dass es trotz einer teilweise recht emotional geführten Debatte nach dem Referendum zu keinen nennenswerten Krawallen oder Zerstörungen kam.

Costa Rica ist Mitglied der CELAC. Die OECD kündigte im Mai 2013 an, dass 2015 Beitrittsgespräche mit Costa Rica beginnen sollen.[34]

MenschenrechteBearbeiten

Indigene BevölkerungsgruppenBearbeiten

Indigene Gruppen wehrten sich seit den 1990er Jahren gegen den geplanten Staudamm im bewaldeten Térraba-Tal im Süden Costa Ricas. 2006 wurde das Projekt ohne ihre Zustimmung beschlossen. Das El-Diquis-Wasserkraftwerk soll 680 Megawatt Strom produzieren, wovon 90 Prozent für den Export bestimmt sind. Für den Stausee wurden 2200 Hektar Waldfläche in technische Nutzfläche umgewandelt, wobei zusätzlich das geschlagene Tropenholz zur weiteren wirtschaftlichen Prosperität des Landes beitrug. Der restliche Wald im Térraba-Tal ist das geschützte Reservat der Teribe, einer indigenen Gruppe von noch 750 Personen (Stand 2011). Die Teribe siedeln seit Jahrhunderten in dem Gebiet, das einst 9000 Hektar umfasste. Zehn Prozent sind dem Stamm geblieben. Auf dem Rest siedelten nach costa-ricanischem Recht illegal nicht indigene Siedler. Der costa-ricanische Staat ließ sie gewähren.

ProstitutionBearbeiten

Prostitution ist nach costa-ricanischem Gesetz geduldet. In größeren Städten wie San José sind Prostituierte in einigen Zonen auf der Straße anzutreffen und Sextourismus insbesondere durch nordamerikanische Touristen ist üblich. Prostitution ist in einigen Touristenhotels geduldet. Kinderprostitution wird seit Jahren von der Regierung bekämpft und im Rahmen der Möglichkeiten der Behörden versucht zu verhindern. Die Kinderschutzorganisation ECPAT versucht mit einem Code of Conduct für Angestellte von Tourismusunternehmen, Hotels, Autoverleihen, Taxi-Firmen, Schiffs-Betreibern und anderen im Tourismusgeschäft Tätigen ebenso die Aufmerksamkeit für das Problem zu erhöhen.[35]

Administrative GliederungBearbeiten

NicaraguaPanamaProvinz GuanacasteProvinz PuntarenasProvinz HerediaProvinz AlajuelaProvinz CartagoProvinz San JoséProvinz Limón 
Provinzen Costa Ricas
Costa Rica gliedert sich in sieben Provinzen (provincias). Die Hauptstadt von Guanacaste ist Liberia, die anderen sechs Provinzen sind jeweils nach ihrer Hauptstadt benannt.
  1. Alajuela
  2. Cartago
  3. Guanacaste
  4. Heredia
  5. Limón
  6. Puntarenas
  7. San José

Die Provinzen sind in Kantone (cantones) untergliedert, von denen jeder wiederum in eine unterschiedliche Anzahl Distrikte (distritos) aufgeteilt wird. Genauso wie die Provinzen sind alle Kantone und Distrikte innerhalb ihrer nächsthöheren Verwaltungseinheit durchnummeriert. Insgesamt gibt es 81 Kantone und 470 Distrikte.[36]

Costa Rica ist außerdem in sechs Regionen (regiones) unterteilt: Central, Chorotega, Pacífico Central, Brunca (auch Pacífico Sur), Huetar Atlántica und Huetar Norte. Diese Regionen sind im Gegensatz zu den Provinzen keine Verwaltungseinheiten, sondern die Unterteilung wurde zum Zweck sozioökonomischer Untersuchungen vorgenommen. Jede Region umfasst mehrere Kantone verschiedener benachbarter Provinzen.[37] Die Namen Chorotega, Brunca und Huetar sind abgeleitet von den gleichnamigen indigenen Völkern.

StädteBearbeiten

2016 lebten 77,7 % der Bevölkerung in Städten oder städtischen Räumen. Die 5 größten Städte sind (Stand 2017):[38]

  1. San José: 1.415.300 Einwohner
  2. Heredia: 356.200 Einwohner
  3. Cartago: 227.500 Einwohner
  4. Alajuela: 189.900 Einwohner
  5. Puntarenas: 83.500 Einwohner

WirtschaftBearbeiten

 
Bananenplantage in Costa Rica
 
Bevölkerungsentwicklung x1000
 
Zuckerplantage und -fabrik in Costa Rica

Die Handelsbilanz Costa Ricas ist traditionell negativ.

Obwohl Costa Rica immer noch stark landwirtschaftlich geprägt ist, konnten auch andere Wirtschaftssektoren ausgebaut werden. Wichtigster Devisenbringer des Landes ist inzwischen der Tourismus, der 2009 mit 1,9 Millionen Besuchern 6,6 % des BIP ausmachte. Eine wichtige Rolle nimmt hierbei der Ökotourismus ein. Daneben wurde auch der High-Tech-Sektor ausgebaut; zweitwichtigster Devisenbringer des Landes ist eine Chipfabrik der Firma Intel.[39] Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2009 8,8 % (1965 noch 23,5 %) während die Industrie 26 % und die Dienstleistungen 61,1 % zum Bruttoinlandsprodukt beitrugen.[40] Die meisten Industriebetriebe konzentrieren sich auf der zentralen Hochebene um die Hauptstadt San José. Der Bananenanbau in ausgedehnten Plantagen befindet sich traditionell an der Karibikküste um den Hafen Puerto Limón und neuerdings auch an der Pazifikküste um die Hafenstadt Golfito.

Am 7. Oktober 2007 hat Costa Rica in einem Referendum dem Freihandelsvertrag Cafta mit den USA zugestimmt. 51,6 % der Wähler stimmten mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 % von insgesamt 2,6 Millionen Wahlberechtigten. Der costa-ricanische Präsident Óscar Arias Sánchez ging als Sieger aus der Abstimmung hervor. Seine Hoffnungen waren, dass mit dem Freihandelsvertrag die staatlichen Monopole fallen und Investitionen angezogen werden könnten, wodurch Arbeitsstellen geschaffen würden. Dem Referendum waren heftige Kontroversen vorausgegangen. Die Gegner des Freihandels argumentierten, das Land sei nicht gewappnet und noch nicht reif für die Beseitigung der Handelsschranken, da dies zur Folge habe, dass die USA Costa Rica mit Waren überschwemmten, was zu Arbeitsplatzverlusten führte. Die Zustimmung zum Referendum sei auch als Verrat am eigenen Land zu werten, gehe doch die nationale Souveränität dadurch verloren.[41]

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegte Costa Rica Platz 51 von 138 Ländern (Stand 2016-17).[42] Im Index der Wirtschaftlichen Freiheit belegte Costa Rica 2017 Platz 63 von 180 Ländern.[43]

Wirtschaftsstruktur nach SektorenBearbeiten

Landwirtschaft Industrie Dienstleistungen
Anteil am BIP
Stand: 2009[40]
8,8 % 26 % 61,1 %
Anteil an Erwerbstätigkeit
Stand: 2006 (Schätzung)[44]
14 % 22 % 64 %

Costa Rica importierte im Jahr 2014 für 16,4 Mrd. US$ Waren und exportierte gleichzeitig Waren für 11,1 Mrd. US$, hatte also eine negative Handelsbilanz.[45] Wichtigste Importgüter im Jahr 2011 waren Rohstoffe (55 %, vor allem Erdölprodukte), Konsumgüter (19 %) und Investitionsgüter (17 %, vor allem Elektronik). Hauptlieferländer 2014 waren die USA mit 47,4 %, China mit 9,8 %, Mexiko mit 6,6 % und Japan mit 2,7%. Deutschland folgt mit 2,0% auf Rang 7. Die wichtigsten Abnehmerländer für Exporte waren die USA mit 37,3%, die Niederlande mit 6,1% und Panama mit 5,3%. Zu den Exportprodukten gehören vor allem integrierte Schaltungen, elektronische Geräte, Bananen und tropische Früchte.

Das BIP betrug 2016 nominal ca. 58,1 Mrd. US$. Das durchschnittliche BIP/Kopf betrug im Jahre 2016 11.835 US$.[45] Costa Rica ist damit nach Panama das Zweitwohlhabenste Land Mittelamerikas.

EnergieversorgungBearbeiten

Die Stromerzeugung Costa Ricas wird fast ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt, während fossile Energien unbedeutend sind. 2016 stammten 98,1 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen, 2015 98,9%[46] und 2014 94 %.[47] Im Jahr 2013 lieferten Wasserkraftwerke ca. 68 % des Stroms, Geothermiekraftwerke knapp 15 % und Windkraftanlagen rund 5 %, zudem wurden in kleinem Umfang auch weitere erneuerbare Energien genutzt. Fossile Energieträger deckten knapp 12 % des Strombedarfs.[48] Durch diese Struktur können erneuerbare Energien Costa Rica immer wieder monatelang alleine mit Strom versorgen. Ziel von Costa Rica ist es, bis 2021 vollständig auf fossile Energien verzichten zu können. Im September 2016 wurde hierzu u. a. mit der Talsperre Reventazón ein neues Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 305 MW in Betrieb genommen, das bei Inbetriebnahme das größte Wasserkraftwerk Mittelamerikas war.[49]

LandwirtschaftBearbeiten

Costa Rica ist der zweitgrößte Bananenexporteur der Welt. In der Produktion von Bananen liegt Costa Rica mit 2,7 Millionen Tonnen jedoch weltweit nur auf dem 7. Platz hinter Indien mit 15,1 Millionen Tonnen, Ecuador mit 7,56 Millionen Tonnen, Brasilien mit 5,5 Millionen Tonnen, China mit 5,2 Millionen Tonnen, Philippinen mit 4,5 Millionen Tonnen und Indonesien mit 3,6 Millionen Tonnen (die Angaben beziehen sich auf die Produktion im Jahr 2001).[50]

Neben Bananen wurde in den letzten Jahren zunehmend die Ananas zu einem wichtigen Exportgut. Auf Kosten der Umwelt und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft erschlossen die wichtigsten internationalen Fruchthersteller, darunter Chiquita, Dole und Del Monte, in den vergangenen Jahrzehnten immer neue Flächen und machten Costa Rica zum weltweit führenden Ananasexporteur. Die über 27.000 im Ananasanbau arbeitenden Menschen haben zumeist keinen gewerkschaftlichen Schutz und arbeiten unter katastrophalen Gesundheitsbedingungen.[51]

Ein weiteres Exportprodukt ist Kaffee, der hauptsächlich im Valle Central angebaut wird. Bis Ende der 1980er Jahre war Kaffee das wichtigste Exportprodukt. Weitere Agrarprodukte, die exportiert werden, sind Papaya, Melonen, Macadamianüsse und Zierpflanzen. Die wirtschaftliche Bedeutung von Rinderzucht und Zuckerrohr nimmt weiterhin ab.

StaatshaushaltBearbeiten

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 11,310 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 8,115 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,5 % des BIP.[52]
Die Staatsverschuldung betrug 2016 26,7 Mrd. US-Dollar oder 46 % des BIP.[52]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

SchienenverkehrBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Die erste Eisenbahnlinie führte in Kapspur (1067 mm) von San José zum Atlantik, von Alajuela nach San José und später weiter bis Cartago. Aus der anderen Richtung führte die Eisenbahn von Limón bis nach Matina, doch dann ging das Geld aus. Erst Jahrzehnte später konnte das fehlende Zwischenstück gebaut werden, und die Strecke bis Limón konnte erst im Dezember 1890 eröffnet werden. Die erste formelle Eisenbahngesellschaft war die Costa Rica Railway Co. Ltd. Weitere Eisenbahnstrecken wurden von der United Fruit Company, heute Chiquita Brands International, im Bananen-Anbaugebiet am Atlantik zum Abtransport der Früchte gebaut. Später folgte die Northern Railway of Costa Rica, welche die Strecken der Costa Rica Railway übernahm. Die Strecke vom Pazifik nach San José, die Ferrocarril al Pacífico, wurde, nach Überwindung zahlreicher baulicher Schwierigkeiten, im Juli 1910 ebenfalls mit einer Spurweite von 1067 mm (Kapspur) eröffnet. Jede dieser Linien hat in San José eine eigene Endstation, Estación al Atlántico und Estación al Pacífico. Die weiter unten erwähnte Stadtbahn verkehrt unter anderem zwischen diesen beiden Stationen als eine Art Straßenbahn. Im Jahre 1930 beschloss man die Elektrifizierung der Pazifikstrecke, die Elektrifizierung erfolgte durch die deutsche Firma AEG. Die Strecke ist sehr kurvenreich und hat eine Länge von 130 Kilometer. Als erste Bahn in einem Tropenland wählte man Einphasen-Wechselstrom von 15 kV, 20 Hertz und benötigte deshalb kein Unterwerk. Im Jahr 1977 wurden alle noch existierenden Eisenbahnstrecken unter der Staatsbahn FECOSA (Ferrocarriles de Costa Rica) zusammengefasst. 1980 wurden dann auch die insgesamt 106 Kilometer langen, am Atlantik gelegenen Strecken für den Bananentransport von Rio Frio nach Siquirres und Puerto Limón elektrifiziert. Die damals als FECOSA benannte Staatsbahn, welche diese Strecken übernommen hatte, betrieb die Strecken bis dahin mit Dieselloks. Da die Belastung mit über einer Million Tonnen pro Jahr außergewöhnlich hoch war, beschloss man die Strecke grundlegend zu erneuern und zu elektrifizieren. 1985 wurde die FECOSA durch die neue Staatsbahn INCOFER (Instituto Costarricense de Ferrocarriles) ersetzt. Alle nichtelektrischen Eisenbahnlinien werden heute mit Dieseltraktion betrieben, anfangs wurde auf allen Strecken mit Dampfloks gefahren. Durch starke Erdrutsche wurde die Strecke zwischen Cartago und Turrialba im Jahre 1988 zerstört und das Eisenbahnnetz somit in zwei Teile geteilt. Ein starkes Erdbeben beschädigte dann im Jahre 1991 die Strecken entlang der atlantischen Küste, die jedoch innerhalb von zwei Wochen wieder instand gesetzt wurden. Allerdings war die atlantische Bananentransportlinie schon früher wegen der Erschöpfung der Bananenfelder und der hohen Stromtarife nicht mehr konkurrenzfähig. Die Bananen werden am Abend transportiert, wenn die Tarife am höchsten sind, und die Elektrizitätswerke waren nicht zu Konzessionen zu bewegen. Weitere Gründe waren die hohen Personalkosten (Überbemannung), und so wurden die Transporte auf LKWs umgestellt. Als Folge davon wurde der Betrieb im Jahr 1995 eingestellt.

Heutiger ZustandBearbeiten

Die Eisenbahn führt in Costa Rica heute ein Schattendasein. Etwa im Jahr 2000 wurde das Eisenbahnnetz Costa Ricas komplett stillgelegt. Einige Jahre später wurde dann ein Wochenendpersonenzug reaktiviert, dieser wird von America Travel organisiert und verkehrt von der Hauptstadt San José bis hinunter zum Pazifik nach Caldera. Von dort kann man mit dem Bus weiter nach Puntarenas fahren. Dieses eine Zugpaar verkehrt nur an Sonntagen und befördert die Ausflügler aus dem Ballungsraum San José an den Pazifik, was immer noch ein beliebter Familienausflug ist, für welchen die Eisenbahn unersetzlich ist. Diese Fahrt dauert insgesamt rund vier Stunden, morgens hin zum Pazifik, abends zurück nach San José. Diese Fahrten müssen vorab gebucht werden. Außerdem wurden im mittleren Teil des Landes zusätzlich einige wichtige Strecken für den Güterverkehr reaktiviert. Kurz darauf wurden auch zwei Vorortbahnen im Ballungsraum von San José für den Personenverkehr reaktiviert. Gesicherte Bahnübergänge gibt es selbst in San José nicht, anfangs gab es viele Kollisionen mit Autofahrern. Diese haben mittlerweile aber stark abgenommen.

Der Prozess der Privatisierung der Bahn wurde von der Regierung Costa Ricas in den Jahren 2008/09 wieder gestartet. Dadurch bedingt kam es zu teilweisen Ausfällen beim Wochenendzug San José–Puntarenas.

KulturBearbeiten

LiteraturBearbeiten

19. JahrhundertBearbeiten

Bis in die 1920er Jahre dominierte auch in Costa Rica der Costumbrismo. Wichtige Vertreter waren Manuel Argüello Mora (1834–1902), der auch historische Romane schrieb, und Manuel González Zeledón (Magón, 1864–1936). Die ländlichen Lebensformen spiegelten sich auch in der Lyrik Aquileo Echeverrias (1866–1909), der mit Rubén Darío befreundet war. Echeverria gilt immer noch als Costa Ricas Nationalpoet.[54]

20. JahrhundertBearbeiten

Nach der Diktatur Federico Tinoco Granados', die 1919 endete, wirkten verstärkt europäische Einflüsse auf das Werk der Autoren Costa Ricas. Vom Simbolismo beeinflusst waren die Gedichte Fernando Centeno Güells, die in den 1930er und 1940er Jahren entstanden. Als konservativer Vertreter des Modernismo kann Roberto Brenes Mesén (1874–1947) gelten, der politisch gegen die Dominanz der United Fruit Company kämpfte, die den Staatsstreich von 1917 mit organisiert hatte, jedoch 1939 in die USA auswanderte. In den 1930er Jahren entwickelten sich auch avantgardistische Strömungen; doch blieb die Prosaliteratur der Beschreibung der nach der Weltwirtschaftskrise instabilen politischen und sozialen Wirklichkeit des Landes verhaftet.

Das Elend der Bananenproduzenten war seit Generationen ein Dauerthema der Literatur Costa Ricas, zuerst beschrieben von Carmen Lyra (1888–1949) in Bananos y hombres. Die Sozialreformen der 1940er Jahre und die gescheiterte Rebellion von 1848 änderten an der Situation wenig. Um 1950 verschärfte sich die Sozialkritik; das Interesse an regionalen Themen stieg. Carlos Luis Fallas (1909–1966), der wohl bekannteste Autor seines Landes, verarbeitet seine eigenen Erfahrungen als Arbeiter auf den Bananenplantagen der United Fruit Company in dem Roman „Die grüne Hölle“ (Mamita Yunai), der 1954 in der DDR erschien. Joaquín Gutiérrez (1918–2000) wurde in Deutschland durch den Roman „Die Glut und ihr Schatten“ (Puerto Limón) (1963 in Karlsruhe erschienen) bekannt. Er behandelt ebenfalls die Zustände auf den Plantagen. In der DDR erschien 1956 sein preisgekrönter Kindheitsroman „Cocori“.[55] Der ehemalige Vizeaußenminister und Kulturminister Alberto Cañas (* 1920) beschreibt in seinem Roman Los molinos de Dios („Die Mühlen Gottes“, 1992) in traditionellem Erzählstil das Schicksal der oft aus Deutschland stammenden Kaffeepflanzer und ihre Rolle in der Politik des Landes.[56] Die Zerstörung des Aztekenreiches aus der Sicht der Unterlegenen behandelt José León Sánchez, geboren 1919 als Sohn indianischer Eltern, in seinem Roman „Tenochtitlan. Die letzte Schlacht der Azteken“ (Tenochtitlan – La última batalla de los aztecas).

Zu nennen sind ferner die Romane „Die Freunde und der Wind“ (Los amigos y el viento) von Virginia Grütter Jiménez (1929–2000), die darin ihre Kindheit im faschistischen Deutschland und der unmittelbaren Nachkriegszeit verarbeitet hat, ferner „Der wundersame Krieg“ (La guerra prodigiosa) des Lyrikers, Roman- und Theaterautors, Essayisten und Diplomaten Rafael Angel Herra (* 1943) und das vielfältige, von schwarzem Humor durchtränkte Werk von Alfonso Chase (* 1944), das das Milieu der Jugendlichen von San José schildert.

Neuere AutorenBearbeiten

Die neuere Literatur Costa Ricas hat sich in relativer Isolation von anderen lateinamerikanischen Literaturen, auch von der der Nachbarländer, entwickelt. Es fehlt das Thema „Diktatur“, es gibt keinen Indogenismo; die Themen spiegeln die Situation einer urbanen Gesellschaft. Sie wirkt dadurch vielleicht „europäischer“ als die anderer lateinamerikanischer Länder. Fernando Contreras Castro (* 1963) ist ein wichtiger Vertreter der jüngeren skeptischen Generation. Sein Roman Los Peor (1995) ist 2002 (Neuauflage Zürich 2011) auch in deutscher Sprache erschienen. Seine Sicht auf das Leben der Unterschichten und Randgruppen mischt sich mit Motiven und Figuren aus der griechischen Mythologie. Ein bekannter Erzähler und Romanautor ist Rodrigo Soto (* 1962). Warren Uloa (* 1981), Autor des preisgekrönten Romans Bajo la lluvia Dios no existe („Unter dem Regen gibt es keinen Gott“, 2011), der einige Kontroversen auslöste, befasst sich mit den Problemen Jugendlicher, mit Drogenkonsum, Abtreibung, Selbstmord, Sexualität und Pädophilie, wobei er auch die katholische Kirche und die Evangelikalen attackiert. Auch die Mittelamerikapolitik der US-Regierung gehört zu seinen Themen.[57]

Frauen sind in der Literatur Costa Ricas sehr präsent. Carmen Naranjo (1928–2012), zeitweise ebenfalls Kulturministerin sowie Botschafterin in Israel, wurde in den 1960er Jahren durch Romane, Kurzgeschichten und Lyrik bekannt. Ihr zahlreiche Themen umspannendes, auch stilistisch innovative Werk – sie reduziert Personen weitgehend auf Stimmen – ist von US-amerikanischen Autoren ebenso beeinflusst wie durch Carlos Fuentes oder Juan Rulfo. Die 1939 in Chile geborene Tajana Lobo Wiehoff, die 1963 nach Deutschland ging und seit 1966 in Costa Rica lebt, schreibt aus Historikerperspektive über die Zerstörung des Paradises (Asalto al praís) und der Alltagswelt der lateinamerikanischen Völker durch die Spanier.[58] 1993 veröffentlichte Linda Berrón (* 1951) die Anthologie “Relatos de Mujeres. Antologia de Narradoras de Costa Rica”. Jessica Clark Cohen (* 1969) wurde durch Fantasy- und Science Fiction-Erzählungen bekannt.

In der Hauptstadt San José gibt es eine blühende Theaterszene. Neben dem 1897 eröffneten Nationaltheater Costa Rica ist das Teatro Popular Melico Salazar eine wichtige Spielstätte; hinzu kommen mehrere andere Bühnen. Wichtigster Kulturpreis ist der seit 1962 verliehe Premio Magón.

Eine Anthologie mit kurzen Erzählungen in deutscher Übersetzung ist in gedruckter Form und als E-Book erschienen.[59]

MusikBearbeiten

 
Nationaltheater

Costa Rica besitzt eine vielseitige Musikkultur von traditioneller einheimischer Musik über karibische Musik und allgemein lateinamerikanische Musik bis hin zu weltweiten Strömungen und Stilen. Neben den internationalen Charts haben vor allem lateinamerikanische Tanzmusik – von Salsa bis Reggaeton – aber auch andere Stile und Gruppen aus Lateinamerika großen Einfluss. Gleichzeitig gibt es eine reiche Kultur an aktiven Musikern und zahlreiche private und öffentliche Musiker-Gruppen (zum Beispiel Universitätsorchester). Zu den typischen Elementen traditioneller Musik zählen unter anderen Gesang, Marimba und Gitarre.

Hauptartikel: Café Chorale
  • Gandhi – eine Rockband[60]
  • Malpais[61]
  • Manuel Monestel und die Gruppe Cantoamérica – Vertreter karibischer Musik[62]

Beispiele für traditionelle Musik

  • La Guaria Morada – besingt die Nationalblume, eine lilafarbene Orchidee
  • Ticas Lindas
  • Soy Tico – ein patriotisches Lied mit dem Namen Ich bin Costaricaner

Typische Speisen und GetränkeBearbeiten

Zu den Hauptbestandteilen der sehr vielfältigen costa-ricanischen Küche zählen Reis, Bohnen und häufig auch Kochbananen. Diese Grundzutaten werden zu den verschiedensten Gerichten verarbeitet. An den Karibik-Küstenregionen locken schmackhafte exotische Speisen, die unter anderem durch die Zubereitung mit Kokosmilch ihre Raffinesse erhalten. Vor allem in San José haben sich in den letzten Jahren aber auch viele Fastfood-Ketten wie McDonald’s, Pizza Hut, Burger King und Taco Bell etabliert.

Das typische Frühstück und zugleich das Nationalgericht Costa Ricas ist Gallo Pinto: ein Gericht aus gebratenem Reis mit schwarzen Bohnen und Zwiebeln. Dazu werden häufig Spiegel- oder Rühreier sowie Tortillas und Sauerrahm serviert. Zu Mittag werden in der Regel sogenannte Casados gegessen, bei denen ebenfalls Reis und Bohnen die Basis bilden. Dazu werden Kochbananen und Fleisch, Hähnchen oder Fisch sowie ein wenig Salat und gedünstetes Gemüse gereicht. In den zahlreichen kleinen Sodas erhält man die Mittagsgerichte zum günstigen Preis.

Auch Tamales gelten als typisch für Costa Rica. Diese gefüllten, in Bananenblätter gewickelten und anschließend gekochten Maistaschen bereiten Costaricaner traditionell zu Weihnachten, aber mittlerweile auch während des Jahres gerne zu. Sie werden häufig zum Frühstück gegessen, oftmals auch mit salsa italiana. Zum Nachtisch werden häufig frische Früchte oder auch Süßspeisen wie Kuchen, Torten oder Schokolade serviert.

Die beliebtesten Getränke stellen neben Wasser, Limonaden und Kaffee Erfrischungsgetränke wie Batidos (mit Wasser, Milch, Joghurt oder Eis zubereitete Getränke aus frischen Früchten) und pipa (direkt aus der Kokosnuss getrunkenes Kokoswasser) dar. Allgemein kann gesagt werden, dass bei Getränken sehr viel Zucker verwendet wird, auch wenn die Früchte in den Batidos viel Fruchtzucker besitzen. Bei alkoholischen Getränken dominiert der Bier- und Schnapskonsum, Wein wird nur selten getrunken. Die am häufigsten getrunkenen Biersorten sind die costa-ricanischen Biere Imperial, Pilsen und Bavaria.

SportBearbeiten

Der Fußball hat in Costa Rica einen hohen Stellenwert. Die costa-ricanische Fußballnationalmannschaft konnte sich bisher für die vier Fußball-Weltmeisterschaften 1990, 2002, 2006 und 2014 qualifizieren. 2006 bestritt sie mit Deutschland das Eröffnungsspiel in München, das Costa Rica mit 2:4 verlor. Das zweite Spiel verlor man mit 0:3 gegen Ecuador, was gleichzeitig das WM-Aus bedeutete. Das letzte Spiel wurde mit 1:2 gegen Polen verloren. 1990 erreichte die Nationalmannschaft in einer Vorrundengruppe als Zweiter hinter Brasilien das Achtelfinale. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002, ebenfalls in einer Gruppe mit Brasilien, schied sie in der Vorrunde als Dritter nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber der Türkei aus. 2014 gelang es der Auswahl, sich durch Siege über die favorisierten Mannschaften aus Uruguay und Italien wie bereits 1990 erneut für das Achtelfinale und durch einen Sieg nach Elfmeterschießen gegen Griechenland zum ersten Mal auch für das Viertelfinale zu qualifizieren. Dort schied man nach Elfmeterschießen gegen die Niederlande aus.

Die nationale Fußball-Liga Primera División de Costa Rica wird von zwei Klubs dominiert, zum einen vom Deportivo Saprissa aus der Hauptstadt San José, zum anderen von dem Verein LD Alajuelense aus Alajuela.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. der costaricanischen Statistikbehörde INEC
  2. [1]
  3. http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2017/01/weodata/index.aspx[]
  4. [2] United Nations Development Programme (UNDP),
  5. Central America and Caribbean P1500s. Abgerufen am 12. August 2017.
  6. http://www.vulkane.net/vulkane/costa/costa.html
  7. [3]
  8. Angaben zur regionalen Biodiversität
  9. Der Preis des Lebens/Marktplatz der Natur. In: Der Spiegel. Hamburg 2008, 21 (19. Mai), S. 132 f. ISSN 0038-7452
  10. botschaft-costa-rica.de - This website is for sale! - botschaft-costa-rica Resources and Information. In: www.botschaft-costa-rica.de. Abgerufen am 20. Dezember 2016.
  11. focus.de: International: Wulff sieht Costa Rica als ökologisches Vorbild
  12. heise.de: Telepolis: 100% Ökostrom in Costa Rica
  13. Chapulines: Delincuencia y drogas. In: Revista des Ciencias Sociales, 73-74, S. 41–47, 1996 (pdf, spanisch)
  14. gallup.com: latin-americans-positive-world
  15. Das-Glueck-wohnt-in-Lateinamerika
  16. World Population Prospects - Population Division - United Nations. Abgerufen am 24. Juli 2017.
  17. Bericht Latinobarómetro 2013/2014
  18. http://carretica.com/diccionario/index.asp
  19. 75-jähriger Sozialstaat in den Tropen, NZZ, 6. Februar 2017
  20. World Population Prospects - Population Division - United Nations. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  21. Das Geheimnis von Nicoya, wo die ältesten Menschen der Welt leben. In: TRAVELBOOK. 4. Mai 2016 (travelbook.de [abgerufen am 8. Juli 2017]).
  22. Statistiken des PRIE über Costa Rica
  23. Ley Fundamental de Educación, Artikel 8; Convenio Centroamericano sobre Unificación Básica de la Educación, Artikel 18.
  24. Iván Molina Jiménez, Steven Paul Palmer: The History of Costa Rica. UCR, San José 2006, S. 3. ISBN 9968-46-023-0
  25. Robert M. Carmack: Perspectivas sobre la historia antigua de Centroamérica. in: Robert M. Carmack (Hrsg.): Historia General de Centroamérica. Bd. 1. Historia Antiqua. Sociedad Estatal Quinto Centenario, Madrid 1993, S. 300. ISBN 84-86956-29-3
  26. Iván Molina Jiménez, Steven Paul Palmer: The History of Costa Rica. UCR, San José 2006, ISBN 9968-46-023-0, S. 23.
  27. Iván Molina Jiménez, Steven Paul Palmer: The History of Costa Rica. UCR, San José 2006, ISBN 9968-46-023-0, S. 20.
  28. Kerstin von Bremen: Kontinuität in Costa Rica für die kommende Legislaturperiode. Costa Rica hat seine neue Präsidentin gewählt, KAS-Auslandsinformationen, 4/2010.
  29. Homepage des Wahlgerichtshofes TSE zu den Wahlergebnissen 2010
  30. Solís ist der Sieger. taz.de, 7. April 2014
  31. Deutsches Auswärtiges Amt: Costa Rica: Innenpolitik
  32. Malte Daniljuk: Verfassungsbeschwerde gegen US-Militär. In: amerika21. 9. Juli 2010, abgerufen am 26. September 2010.
    Eva Golinger: Massive Militärpräsenz der USA in Costa Rica. In: amerika21. 9. Juli 2010, abgerufen am 14. November 2010.
    Blanko-Scheck zur Invasion. In: taz. 4. Juli 2010, abgerufen am 14. November 2010.
  33. Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts vom 22. März 2016
  34. Colombia:- Global OECD boosted by decision to open membership talks with Colombia and Latvia with more to follow – Organisation for Economic Co-operation and Development. Oecd.org. Abgerufen am 31. Mai 2013.
  35. costa rica ecpat
  36. Offizielle Liste des Ministeriums für Infrastruktur
  37. Decree 16068-PLAN of 2/15/85
  38. Costa Rica: Provinces and Urban Areas
  39. Beat Glogger: Riese im Zwergenstaat – DIE ZEIT Nr. 24/2001
  40. a b Länderinformationen Costa Rica des deutschen Auswärtigen Amts Stand: 18. Januar 2007
  41. Ein Ja zum Freihandel mit den USA. in: Neue Zürcher Zeitung. vom 9. Oktober 2007
  42. [4]
  43. [5]
  44. Länderinformationen Costa Rica im CIA World Factbook (englisch) abgefragt am: 26. Juli 2010
  45. a b Wirtschaftsdaten kompakt der GTAI zu Costa Rica.
  46. Costa Rica's electricity was produced almost entirely from renewable sources in 2016. In: The Independent, 2. Januar 2017. Abgerufen am 5. Januar 2017.
  47. Seit Jahresbeginn. Costa Rica versorgt sich zu 100 Prozent mit Ökostrom. In: Wirtschaftswoche, 26. März 2015. Abgerufen am 16. September 2016.
  48. Zielmarktanalyse: Erneuerbare Energien in Costa Rica 2015. Internetseite der deutsch-costaricanischen Industrie- und Handelskammer. Abgerufen am 16. September 2016.
  49. Grösstes Wasserkraftwerk Mittelamerikas geht ans Netz. In: Neue Zürcher Zeitung, 16. September 2016. Abgerufen am 16. September 2016.
  50. Weltweiter Bananenmarkt Zusammenfassung der UNCTAD (englisch)
  51. Malte Daniljuk: Agrar-Exporte stoßen an ihre Grenze. In: amerika21. 5. September 2010, abgerufen am 5. September 2010.
  52. a b c d The World Factbook
  53. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  54. Mittelamerikanische Literatur, in: Der Literatur-Brockhaus, Mannheim 1988, Bd. 2, Sp. 622.
  55. Klaus Küpper: Einladung zu einer Entdeckungsreise. http://www.ila-bonn.de/artikel/ila331/mittelamerika_literatur.htm
  56. Klaus Jetz: Neue Literatur aus Costa Rica. http://www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/costa-rica/neue-literatur-aus-costa-rica-19093.html (1994)
  57. Autoreninfo des Unio Verlag Zürich
  58. Klaus Jetz: Neue Literatur aus Costa Rica. Online: Quetzal Leipzig, 1994.
  59. Jessica Clark Cohen, Guillermo Barquero, Warren Ulloa, Carla Pravisani: Geschichten aus Costa Rica. Zürich, ISBN 978-3-293-40899-9.
  60. http://www.grupogandhi.com/index.php?option=com_content&view=article&id=7&Itemid=13
  61. (http://www.grupomalpais.com/)
  62. (http://www.cantoamerica.co.cr/)

Koordinaten: 10° N, 84° W