Hauptmenü öffnen

Plaza de soberanía

spanische Gebiete an Marokkos Mittelmeerküste
Lage
Lage
Besitzungen Spaniens in Afrika

Eine Plaza de soberanía [ˈplaθa de soβeɾanˈia] (etwa: Hoheitsplatz, Souveränitätsort) ist ein kleines zu Spanien gehörendes Gebiet, das keiner autonomen Region zugeordnet und damit dem spanischen Staat unmittelbar unterstellt ist. Die amtliche deutsche und auch zusammenfassende Bezeichnung dieser Gebiete lautet: die Spanischen Hoheitsplätze in Nordafrika.[1]

Spanien verwaltete ursprünglich fünf Plazas de soberanía (Hoheitsplätze), die sich in der direkten Umgebung von Marokko befinden. Diese Gebiete waren:

Ceuta und Melilla, die als einzige der Gebiete eine zivile Bevölkerung aufweisen, galten als plazas mayores (Große Hoheitsplätze), die anderen Gebiete als plazas menores (Kleine Hoheitsplätze). Ceuta und Melilla gelten heute als ciudades autónomas (autonome Städte), nicht mehr als Plazas de soberanía.

Politisch nicht zu den Plazas de soberanía, sondern zu Andalusien, aber geographisch auch zu Afrika gehört die Isla de Alborán.

Gleichfalls nicht zu den Plazas de soberanía gehört die zwischen Spanien und Marokko umstrittene Petersilieninsel.

Die Inselgruppe Chafarinas östlich von Melilla besteht aus drei kleinen Inseln (Isla del Congreso, Isla de Isabel II, Isla del Rey) und wurde 1848 im Wettlauf gegen die Französische Marine durch Spanien erobert. Die Inselgruppe Alhucemas (Islas Alhucemas) besteht aus drei kleinen Inseln (Peñón de Alhucemas, Isla de Mar und Isla de Tierra) und wurde 1560 während der Kriege gegen türkische Seestreitkräfte vom marokkanischen Sultan an den spanischen König abgetreten. Velez de la Gomera wurde 1508 durch eine spanische Militärexpedition gegen die Rifpiraten erobert. Sie war bis zum spanischen Rifkrieg immer wieder umkämpft und zeitweilig von marokkanischen Streitkräften besetzt. Velez de la Gomera und Alhucemas dienten zeitweilig als Staatsgefängnis.

Als die Kolonialmächte Frankreich und Spanien Marokko 1956 in die Unabhängigkeit entließen, wurden die betreffenden Gebiete nicht mit in die Gebietsrückgabe eingeschlossen. Spanien begründete dies damit, dass die Gebiete schon seit dem 16. Jahrhundert spanisch waren. Marokko fordert dennoch eine Übergabe der Gebiete.

Die Plazas de soberanía gehören zur Europäischen Union und zur Eurozone.

Siehe auchBearbeiten

Bezüglich der Spannungen zwischen Spanien und Marokko auf Grund der Plazas de soberanía siehe Isla del Perejil und Petersilienkrieg.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Auswärtiges Amt, Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch in Deutschland, 30.4.2019, Seite 102: the Places under Spanish Sovereignty in North Africa (en), les places de souveraineté espagnole en Afrique-du-Nord (fr), las Plazas de soberanía españolas del Norte de África (es).