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Von Endemie (von altgriechisch ἐν en ‚in‘ und δῆμος dēmos ‚Volk‘) wird in der Medizin gesprochen, wenn Fälle einer Krankheit in einer umschriebenen Population oder begrenzten Region fortwährend gehäuft auftreten.

Eine Karte der über mehr als vier Jahrzehnte dokumentierten Ausbrüche von Ebolafieber zeigt das gehäufte Auftreten in der Großregion Zentralafrika

Bei einer Endemie sind somit über einen längeren Zeitraum betrachtet in der betroffenen Population oder Region sowohl die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) wie auch die Inzidenz (Neuerkrankungshäufigkeit) einer bestimmten Krankheit im Vergleich zu anderen Populationen oder Regionen erhöht, und bleiben mit geringen Schwankungen auf dem erhöhten endemischen Niveau.[1]

Dies muss nicht unbedingt eine Infektionskrankheit sein, wie das klassische Beispiel des endemischen Kropfs zeigt, des gehäuften Auftretens einer Schilddrüsenvergrößerung, die durch Jodmangel in Nahrung und Trinkwasser verursacht wird, beispielsweise in alpinen Regionen. Die entsprechende geografische Region wird als Endemiegebiet bezeichnet. Dabei kann es sich auch um einen Naturherd für Menschen pathogener Faktoren handeln. Beispiele hierfür sind Enzootiegebiete von Zoonosen, die ihr Reservoir in Tierpopulationen haben und gelegentlich auf Menschen übertragen Krankheiten auslösen wie etwa die Pest. Für das in zentralafrikanischen Regionen auftretende Ebolafieber konnte der natürliche Reservoirwirt des Ebolavirus bisher noch nicht zweifelsfrei identifiziert werden; als wahrscheinlich gelten Flughunde.

Bei dem endemischen Status einer Infektionskrankheit in einer bestimmten Region ist die Zahl der Krankheitsfälle in der lokalen Bevölkerung anhaltend erhöht und bleibt ungefähr gleich. Epidemiologisch betrachtet ist damit also das Produkt von Grundvermehrungsrate (Basisreproduktionszahl R0) und Empfänglichkeitsrate (Suszeptibilitäts­zahl S) gleich eins: .

Ein endemischer Status kennzeichnet eine fortwährend erhöhte Fallzahl nach ihrem Fortwähren, nicht nach der Höhe des Niveaus. Treten Krankheiten mit hoher Kontagiosität und hoher Letalität auf, wie beispielsweise das Ebolafieber, so kommt es zu Ausbrüchen mit einer rasch ansteigenden Zahl von Krankheitsfällen, und später Todesfällen, nicht aber zu einem andauernden endemischen Status. Anders bei der Malaria, die zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten gehört und in rund hundert Ländern auf verschiedenem Niveau endemisch ist. Die Endemiegebiete im Verbreitungsraum der Anopheles-Mücke unterscheiden sich im Risiko, durch Übertragung des Erregers, eines humanpathogenen Plasmodiums, einer der 200 Millionen Neuerkrankten pro Jahr zu werden.

Darstellung der Endemiegebiete von Malaria, unterschieden nach dem Erkrankungsrisiko

Im Unterschied dazu wird das nur vorübergehend oder erst seit kurzem beobachtete gehäufte Auftreten von Krankheitsfällen mit deutlicher Zunahme von Prävalenz und Inzidenz als eine Epidemie bezeichnet, soweit es noch regional beschränkt erscheint, und bei länder- und kontinentübergreifender Ausbreitung als eine Pandemie.[1]

Der Endemie entspricht bei Tieren die Enzootie, die geografische Region wird dann Enzootiegebiet genannt.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Fachwörterbuch A–Z. (PDF) In: Infektionsschutz und Infektionsepidemiologie Fachwörter – Definitionen – Interpretationen. Robert-Koch-Institut, S. 32f, abgerufen am 4. Mai 2019. Berlin 2015, ISBN 978-3-89606-258-1.

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Endemie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen